Das zweite Buch der Chronik

Das 1. Kapitel

1. Und Salomo, der Sohn Davids, ward in seinem Reich bekräftiget; und
der HErr, sein GOtt, war mit ihm und machte ihn immer größer.

2. Und Salomo redete mit dem ganzen Israel, mit den Obersten über
tausend und hundert, mit den Richtern und mit allen Fürsten in Israel,
mit den obersten Vätern,

3. daß sie hingingen, Salomo und die ganze Gemeine mit ihm, zu der
Höhe, die zu Gibeon war; denn daselbst war die Hütte des Stifts
GOttes, die Mose, der Knecht des HErrn, gemacht hatte in der Wüste.

4. Denn die Lade GOttes hatte David heraufgebracht von Kiriath-Jearim,
dahin er ihr bereitet hatte; denn er hatte ihr eine Hütte
aufgeschlagen zu Jerusalem.

5. Aber der eherne Altar, den Bezaleel, der Sohn Uris, des Sohns Hurs,
gemacht hatte, war daselbst vor der Wohnung des HErrn; und Salomo und
die Gemeine pflegten ihn zu suchen.

6. Und Salomo opferte auf dem ehernen Altar vor dem HErrn, der vor der
Hütte des Stifts stund, tausend Brandopfer.

7. In derselben Nacht aber erschien GOtt Salomo und sprach zu ihm:
Bitte, was soll ich dir geben?

8. Und Salomo sprach zu GOtt: Du hast große Barmherzigkeit an meinem
Vater David getan und hast mich an seiner Statt zum Könige gemacht;

9. so laß nun, HErr GOtt, deine Worte wahr werden an meinem Vater
David; denn du hast mich zum Könige gemacht über ein Volk, des so viel
ist als Staub auf Erden.

10. So gib mir nun Weisheit und Erkenntnis, daß ich vor diesem Volk
aus und ein gehe; denn wer kann dies dein großes Volk richten?

11. Da sprach GOtt zu Salomo: Weil du das im Sinne hast und hast nicht
um Reichtum, noch um Gut, noch um Ehre, noch um deiner Feinde Seelen,
noch um langes Leben gebeten, sondern hast um Weisheit und Erkenntnis
gebeten, daß du mein Volk richten mögest, darüber ich dich zum Könige
gemacht habe,

12. so sei dir Weisheit und Erkenntnis gegeben; dazu will ich dir
Reichtum und Gut und Ehre geben, daß deinesgleichen unter den Königen
vor dir, nicht gewesen ist noch werden soll nach dir.

13. Also kam Salomo von der Höhe, die zu Gibeon war, gen Jerusalem von
der Hütte des Stifts; und regierete über Israel.

14. Und Salomo sammelte ihm Wagen und Reiter, daß er zuwegebrachte
tausend und vierhundert Wagen und zwölftausend Reiter; und ließ sie in
den Wagenstädten und bei dem Könige zu Jerusalem.

15. Und der König machte des Silbers und des Goldes zu Jerusalem so
viel wie die Steine und der Zedern wie die Maulbeerbäume in den
Gründen.

16. Und man brachte Salomo Rosse aus Ägypten und allerlei Ware. Und
die Kaufleute des Königs kauften dieselbige Ware

17. und brachten's aus Ägypten heraus, je einen Wagen um sechshundert
Silberlinge, ein Roß um hundertundfünfzig. Also brachten sie auch
allen Königen der Hethiter und den Königen zu Syrien.

Das 2. Kapitel

1. Und Salomo gedachte zu bauen ein Haus dem Namen des HErrn und ein
Haus seines Königreichs.

2. Und zählte ab siebenzigtausend Mann zur Last und achtzigtausend
Zimmerleute auf dem Berge und dreitausend und sechshundert Amtleute
über sie.

3. Und Salomo sandte zu Huram, dem Könige zu Tyrus, und ließ ihm
sagen: Wie du mit meinem Vater David tatest und ihm sandtest Zedern,
daß er ihm ein Haus bauete, darinnen er wohnete;

4. siehe, ich will dem Namen des HErrn, meines GOttes, ein Haus bauen,
das ihm geheiliget werde, gut Räuchwerk vor ihm zu räuchern, und
Schaubrote allewege zuzurichten und Brandopfer des Morgens und des
Abends auf die Sabbate und Neumonden und auf die Feste des HErrn,
unsers GOttes, ewiglich für Israel.

5. Und das Haus, das ich bauen will, soll groß sein; denn unser GOtt
ist größer denn alle Götter.

6. Aber wer vermag's, daß er ihm ein Haus baue? Denn der Himmel und
aller Himmel Himmel mögen ihn nicht versorgen; wer sollte ich denn
sein, daß ich ihm ein Haus bauete? Sondern daß man vor ihm räuchere.

7. So sende mir nun einen weisen Mann, zu arbeiten mit Gold, Silber,
Erz, Eisen, Scharlaken, Rosinrot, gelber Seide und der da wisse
auszugraben mit den Weisen, die bei mir sind in Juda und Jerusalem,
welche mein Vater David geschickt hat.

8. Und sende mir Zedern, Tannen und Ebenholz vom Libanon; denn ich
weiß, daß deine Knechte das Holz zu hauen wissen auf dem Libanon. Und
siehe, meine Knechte sollen mit deinen Knechten sein,

9. daß man mir viel Holz zubereite; denn das Haus, das ich bauen will,
soll groß und sonderlich sein.

10. Und siehe, ich will den Zimmerleuten, deinen Knechten, die das
Holz hauen, zwanzigtausend Kor gestoßenen Weizen und zwanzigtausend
Kor Gerste und zwanzigtausend Bath Weins und zwanzigtausend Bath Öls
geben.

11. Da sprach Huram, der König zu Tyrus, durch Schrift, und sandte zu
Salomo: Darum daß der HErr sein Volk liebet, hat er dich über sie zum
Könige gemacht.

12. Und Huram sprach weiter: Gelobet sei der HErr, der GOtt Israels,
der Himmel und Erde gemacht hat, daß er dem Könige David hat einen
weisen, klugen und verständigen Sohn gegeben, der dem HErrn ein Haus
baue und ein Haus seines Königreichs.

13. So sende ich nun einen weisen Mann, der Verstand hat, Huram-Abif,

14. der ein Sohn ist eines Weibes aus den Töchtern Dan, und sein Vater
ein Tyrer gewesen ist, der weiß zu arbeiten an Gold, Silber, Erz,
Eisen, Stein, Holz, Scharlaken, gelber Seide, Leinen, Rosinrot und zu
graben allerlei und allerlei künstlich zu machen, was man ihm vorgibt,
mit deinen Weisen und mit den Weisen meines Herrn Königs David, deines
Vaters.

15. So sende nun mein Herr Weizen, Gerste, Öl und Wein seinen
Knechten, wie er geredet hat,

16. so wollen wir das Holz hauen auf dem Libanon, wieviel es not ist,
und wollen es auf Flößen bringen im Meer gen Japho; von dannen magst
du es hinauf gen Jerusalem bringen.

17. Und Salomo zählete alle Fremdlinge im Lande Israel nach der Zahl,
da sie David, sein Vater, zählete; und wurden funden
hundertundfünfzigtausend, dreitausend und sechshundert.

18. Und er machte aus denselben siebenzigtausend Träger und
achtzigtausend Hauer auf dem Berge und dreitausendsechshundert
Aufseher, die das Volk zum Dienst anhielten.

Das 3. Kapitel

1. Und Salomo fing an zu bauen das Haus des HErrn zu Jerusalem, auf
dem Berge Morija, der David, seinem Vater, gezeiget war, welchen David
zubereitet hatte zum Raum auf dem Platz Arnans, des Jebusiters.

2. Er fing aber an zu bauen im andern Monden des andern Tages im
vierten Jahr seines Königreichs.

3. Und also legte Salomo den Grund, zu bauen das Haus GOttes; am
ersten die Länge sechzig Ellen, die Weite zwanzig Ellen.

4. Und die Halle vor der Weite des Hauses her war zwanzig Ellen lang,
die Höhe aber war hundertundzwanzig Ellen; und überzog es inwendig mit
lauterm Golde.

5. Das große Haus aber spündete er mit Tannenholz und überzog es mit
dem besten Golde; und machte drauf Palmen und Kettenwerk.

6. Und überzog das Haus mit edlen Steinen zum Schmuck; das Gold aber
war Parwaim-Gold.

7. Und überzog die Balken obenan und die Wände und die Türen mit
Golde; und ließ Cherubim schnitzen an die Wände.

8. Er machte auch das Haus des Allerheiligsten, des Länge war zwanzig
Ellen nach der Weite des Hauses, und seine Weite war auch zwanzig
Ellen; und überzog es mit dem besten Golde, bei sechshundert Zentner.

9. Und gab auch zu Nägeln fünfzig Sekel Goldes am Gewicht; und überzog
die Säle mit Golde.

10. Er machte auch im Hause des Allerheiligsten zween Cherubim nach
der Bildner Kunst und überzog sie mit Golde.

11. Und die Länge am Flügel an den Cherubim war zwanzig Ellen, daß ein
Flügel fünf Ellen hatte und rührete an die Wand des Hauses, und der
andere Flügel auch fünf Ellen hatte und rührete an den Flügel des
andern Cherub.

12. Also hatte auch des andern Cherub ein Flügel fünf Ellen und
rührete an die Wand des Hauses, und sein anderer Flügel auch fünf
Ellen und hing am Flügel des andern Cherub,

13. daß diese Flügel der Cherubim waren ausgebreitet zwanzig Ellen
weit; und sie stunden auf ihren Füßen, und ihr Antlitz war gewandt zum
Hause wärts.

14. Er machte auch einen Vorhang von Gelbwerk, Scharlaken, Rosinrot
und Leinwerk; und machte Cherubim drauf.

15. Und er machte vor dem Hause zwo Säulen, fünfunddreißig Ellen lang;
und der Knauf oben drauf fünf Ellen.

16. Und machte Kettenwerk zum Chor und tat sie oben an die Säulen; und
machte hundert Granatäpfel und tat sie an das Kettenwerk.

17. Und richtete die Säulen auf vor dem Tempel, eine zur Rechten und
die andere zur Linken; und hieß die zur Rechten Jachin und die zur
Linken Boas.

Das 4. Kapitel

1. Er machte auch einen ehernen Altar, zwanzig Ellen lang und breit
und zehn Ellen hoch.

2. Und er machte ein gegossen Meer, zehn Ellen weit von einem Rande an
den andern rund umher und fünf Ellen hoch; und ein Maß von dreißig
Ellen mochte es umher begreifen.

3. Und Ochsenbilder waren unter ihm umher; und es waren zwo Riegen
Knoten um das Meer her (das zehn Ellen weit war), die mit angegossen
waren.

4. Es stund aber also auf den zwölf Ochsen, daß drei gewandt waren
gegen Mitternacht, drei gegen Abend, drei gegen Mittag und drei gegen
Morgen und das Meer oben auf ihnen; und all ihr Hinterstes war
inwendig.

5. Seine Dicke war eine Hand breit, und sein Rand war wie eines
Bechers Rand und eine aufgegangene Rose; und es faßte dreitausend
Bath.

6. Und er machte zehn Kessel; der setzte er fünf zur Rechten und fünf
zur Linken, drinnen zu waschen, was zum Brandopfer gehöret, daß sie es
hineinstießen; das Meer aber, daß sich die Priester drinnen wüschen.

7. Er machte auch zehn güldene Leuchter, wie sie sein sollten, und
setzte sie in den Tempel, fünf zur Rechten und fünf zur Linken.

8. Und machte zehn Tische und tat sie in den Tempel, fünf zur Rechten
und fünf zur Linken. Und machte hundert güldene Becken.

9. Er machte auch einen Hof für die Priester und große Schranken und
Türen in die Schranken; und überzog die Türen mit Erz.

10. Und setzte das Meer auf der rechten Ecke gegen Morgen zu Mittag
wärts.

11. Und Huram machte Töpfe, Schaufeln und Becken. Also vollendete
Huram die Arbeit, die er dem Könige Salomo tat am Hause GOttes,

12. nämlich die zwo Säulen mit den Bäuchen und Knäufen oben auf beiden
Säulen und beide gewundene Reife, zu bedecken beide Bäuche der Knäufe
oben auf den Säulen,

13. und die vierhundert Granatäpfel an den beiden gewundenen Reifen;
zwo Riegen Granatäpfel an jeglichem Reif, zu bedecken beide Bäuche der
Knäufe, so oben auf den Säulen waren.

14. Auch machte er die Gestühle und die Kessel auf den Gestühlen

15. und ein Meer und zwölf Ochsen drunter;

16. dazu Töpfe, Schaufeln, Kreuel und alle ihre Gefäße machte Huram-
Abif dem Könige Salomo zum Hause des HErrn aus lauterm Erz.

17. In der Gegend des Jordans ließ sie der König gießen in dicker
Erde, zwischen Suchoth und Zaredatha.

18. Und Salomo machte aller dieser Gefäße sehr viel, daß des Erzes
Gewicht nicht zu forschen war.

19. Und Salomo machte alles Gerät zum Hause GOttes: nämlich den
güldenen Altar, Tisch und Schaubrot drauf,

20. die Leuchter mit ihren Lampen von lauterm Golde, daß sie brenneten
vor dem Chor, wie sich's gebührt;

21. und die Blumen an den Lampen und die Schneuzen waren gülden, das
war alles völlig Gold;

22. dazu die Messer, Becken, Löffel und Näpfe waren lauter Gold. Und
der Eingang und seine Tür inwendig zu dem Allerheiligsten und die Tür
am Hause des Tempels waren gülden.

Das 5. Kapitel

1. Also ward alle Arbeit vollbracht, die Salomo tat am Hause des
HErrn. Und Salomo brachte hinein alles, was sein Vater David
geheiliget hatte, nämlich Silber und Gold und allerlei Gerät, und
legte es in den Schatz im Hause GOttes.

2. Da versammelte Salomo alle Ältesten in Israel, alle Hauptleute der
Stämme, Fürsten der Väter unter den Kindern Israel gen Jerusalem, daß
sie die Lade des Bundes des HErrn hinaufbrächten aus der Stadt Davids,
das ist, Zion.

3. Und es versammelten sich zum Könige alle Männer Israels aufs Fest,
das ist, im siebenten Monden.

4. Und kamen alle Ältesten Israels. Und die Leviten huben die Lade auf

5. und brachten sie hinauf samt der Hütte des Stifts und allem
heiligen Geräte, das in der Hütte war; und brachten sie mit hinauf die
Priester, die Leviten.

6. Aber der König Salomo und die ganze Gemeine Israel, zu ihm
versammelt vor der Lade, opferten Schafe und Ochsen, soviel, daß
niemand zählen noch rechnen konnte.

7. Also brachten die Priester die Lade des Bundes des HErrn an ihre
Stätte, den Chor des Hauses, in das Allerheiligste unter die Flügel
der Cherubim,

8. daß die Cherubim ihre Flügel ausbreiteten über die Stätte der Lade;
und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her.

9. Die Stangen aber waren so lang, daß man ihre Knäufe sah von der
Lade vor dem Chor; aber außen sah man sie nicht. Und sie war daselbst
bis auf diesen Tag.

10. Und war nichts in der Lade, ohne die zwo Tafeln, die Mose in Horeb
drein getan hatte, da der HErr einen Bund machte mit den Kindern
Israel, da sie aus Ägypten zogen.

11. Und da die Priester herausgingen aus dem Heiligen (denn alle
Priester, die vorhanden waren, heiligten sich, daß auch die Ordnungen
nicht gehalten wurden),

12. und die Leviten mit allen, die unter Assaph, Heman, Jedithun und
ihren Kindern und Brüdern waren, angezogen mit Leinwand, sangen mit
Zimbeln, Psaltern und Harfen und stunden gegen Morgen des Altars, und
bei ihnen hundertundzwanzig Priester, die mit Trommeten bliesen.

13. Und es war, als wäre es einer, der trommetete und sänge, als
hörete man eine Stimme, zu loben und zu danken dem HErrn. Und da die
Stimme sich erhub von den Trommeten, Zimbeln und andern Saitenspielen
und von dem Loben des HErrn, daß er gütig ist und seine Barmherzigkeit
ewig währet, da ward das Haus des HErrn erfüllet mit einer Wolke,

14. daß die Priester nicht stehen konnten, zu dienen, vor der Wolke;
denn die Herrlichkeit des HErrn erfüllete das Haus GOttes.

Das 6. Kapitel

1. Da sprach Salomo: Der HErr hat geredet, zu wohnen im Dunkel.

2. Ich habe zwar ein Haus gebauet dir zur Wohnung und einen Sitz, da
du ewiglich wohnest.

3. Und der König wandte sein Antlitz und segnete die ganze Gemeine
Israel; denn die ganze Gemeine Israel stund.

4. Und er sprach: Gelobet sei der HErr, der GOtt Israels, der durch
seinen Mund meinem Vater David geredet und mit seiner Hand erfüllet
hat, da er sagte:

5. Seit der Zeit ich mein Volk aus Ägyptenland geführet habe, habe ich
keine Stadt erwählet in allen Stämmen Israels, ein Haus zu bauen, daß
mein Name daselbst wäre, und habe auch keinen Mann erwählet, daß er
Fürst wäre über mein Volk Israel;

6. aber Jerusalem habe ich erwählet, daß mein Name daselbst sei, und
David habe ich erwählet, daß er über mein Volk Israel sei.

7. Und da es mein Vater David im Sinn hatte, ein Haus zu bauen dem
Namen des HErrn, des GOttes Israels,

8. sprach der HErr zu meinem Vater David: Du hast wohl getan, daß du
im Sinn hast, meinem Namen ein Haus zu bauen.

9. Doch du sollst das Haus nicht bauen, sondern dein Sohn, der aus
deinen Lenden kommen wird, soll meinem Namen das Haus bauen.

10. So hat nun der HErr sein Wort bestätiget, das er geredet hat; denn
ich bin aufkommen an meines Vaters David Statt und sitze auf dem Stuhl
Israels, wie der HErr geredet hat, und habe ein Haus gebauet dem Namen
des HErrn, des GOttes Israels,

11. und habe drein getan die Lade, darinnen der Bund des HErrn ist,
den er mit den Kindern Israel gemacht hat.

12. Und er trat vor den Altar des HErrn vor der ganzen Gemeine Israel
und breitete seine Hände aus.

13. Denn Salomo hatte eine eherne Kanzel gemacht und gesetzt mitten in
die Schranken, fünf Ellen lang und breit und drei Ellen hoch; auf
dieselbe trat er und fiel nieder auf seine Kniee vor der ganzen
Gemeine Israel; und breitete seine Hände aus gen Himmel

14. und sprach: HErr, GOtt Israels, es ist kein Gott dir gleich, weder
im Himmel noch auf Erden; der du hältst den Bund und Barmherzigkeit
deinen Knechten, die vor dir wandeln aus ganzem Herzen.

15. Du hast gehalten deinem Knechte David, meinem Vater, was du ihm
geredet hast; mit deinem Munde hast du es geredet und mit deiner Hand
hast du es erfüllet, wie es heutigestages stehet.

16. Nun, HErr, GOtt Israels, halte deinem Knechte David, meinem Vater,
was du ihm geredet hast und gesagt: Es soll dir nicht gebrechen an
einem Manne vor mir, der auf dem Stuhl Israels sitze, doch sofern
deine Kinder ihren Weg bewahren, daß sie wandeln in meinem Gesetz, wie
du vor mir gewandelt hast.

17. Nun, HErr, GOtt Israels, laß dein Wort wahr werden, das du deinem
Knechte David geredet hast.

18. Denn meinest du auch, daß GOtt bei den Menschen auf Erden wohne?
Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel kann dich nicht versorgen;
wie sollte es denn das Haus tun, das ich gebauet habe?

19. Wende dich aber, HErr, mein GOtt, zu dem Gebet deines Knechts und
zu seinem Flehen, daß du erhörest das Bitten und Beten, das dein
Knecht vor dir tut,

20. daß deine Augen offen seien über dies Haus Tag und Nacht, über die
Stätte, dahin du deinen Namen zu stellen geredet hast, daß du hörest
das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte tun wird.

21. So höre nun das Flehen deines Knechts und deines Volks Israel, das
sie bitten werden an dieser Stätte; höre es aber von der Stätte deiner
Wohnung vom Himmel, und wenn du es hörest, wollest du gnädig sein.

22. Wenn jemand wider seinen Nächsten sündigen wird, und wird ihm ein
Eid aufgeleget, den er schwören soll, und der Eid kommt vor deinen
Altar in diesem Hause,

23. so wollest du hören vom Himmel und deinem Knechte Recht
verschaffen, daß du dem Gottlosen vergeltest und gebest seinen Weg auf
seinem Kopf und rechtfertigest den Gerechten und gebest ihm nach
seiner Gerechtigkeit.

24. Wenn dein Volk Israel vor seinen Feinden geschlagen wird, weil sie
an dir gesündiget haben, und bekehren sich und bekennen deinen Namen,
bitten und flehen vor dir in diesem Hause,

25. so wollest du hören vom Himmel und gnädig sein der Sünde deines
Volks Israel und sie wieder in das Land bringen; das du ihnen und
ihren Vätern gegeben hast.

26. Wenn der Himmel zugeschlossen wird, daß nicht regnet, weil sie an
dir gesündiget haben, und bitten an dieser Stätte und bekennen deinen
Namen und bekehren sich von ihren Sünden, weil du sie gedemütiget
hast,

27. so wollest du hören im Himmel und gnädig sein der Sünde deiner
Knechte und deines Volks Israel, daß du sie den guten Weg lehrest,
darinnen sie wandeln sollen, und regnen lassest auf dein Land, das du
deinem Volk gegeben hast zu besitzen.

28. Wenn eine Teurung im Lande wird oder Pestilenz oder Dürre, Brand,
Heuschrecken, Raupen; oder wenn sein Feind im Lande seine Tore
belagert, oder irgend eine Plage oder Krankheit:

29. wer dann bittet oder flehet unter allerlei Menschen und unter all
deinem Volk Israel, so jemand seine Plage und Schmerzen fühlet und
seine Hände ausbreitet zu diesem Hause,

30. so wollest du hören vom Himmel, vom Sitz deiner Wohnung, und
gnädig sein und jedermann geben nach all seinem Wege, nach dem du sein
Herz erkennest (denn du allein erkennest das Herz der Menschenkinder),

31. auf daß sie dich fürchten und wandeln in deinen Wegen alle Tage,
solange sie leben auf dem Lande, das du unsern Vätern gegeben hast.

32. Wenn auch ein Fremder, der nicht von deinem Volk Israel ist, kommt
aus fernen Landen um deines großen Namens und mächtiger Hand und
ausgereckten Arms willen und betet zu diesem Hause,

33. so wollest du hören vom Himmel, vom Sitz deiner Wohnung, und tun
alles, warum er dich anrufet, auf daß alle Völker auf Erden deinen
Namen erkennen und dich fürchten, wie dein Volk Israel, und inne
werden, daß dies Haus, das ich gebauet habe, nach deinem Namen genannt
sei.

34. Wenn dein Volk auszeucht in Streit wider seine Feinde des Weges,
den du sie senden wirst, und zu dir bitten gegen dem Wege zu dieser
Stadt, die du erwählet hast, und zum Hause, das ich deinem Namen
gebauet habe,

35. so wollest du ihr Gebet und Flehen hören vom Himmel und ihnen zu
ihrem Recht helfen.

36. Wenn sie an dir sündigen werden (sintemal kein Mensch ist, der
nicht sündige), und du über sie erzürnest und gibst sie vor ihren
Feinden, daß sie sie gefangen wegführen in ein fernes oder nahes Land,

37. und sie sich in ihrem Herzen bekehren im Lande, da sie gefangen
innen sind, und bekehren sich und flehen dir im Lande ihres
Gefängnisses und sprechen: Wir haben gesündiget, missetan und sind
gottlos gewesen,

38. und sich also von ganzem Herzen und von ganzer Seele zu dir
bekehren im Lande ihres Gefängnisses, da man sie gefangen hält, und
sie beten gegen dem Wege zu ihrem Lande, das du ihren Vätern gegeben
hast, und zur Stadt, die du erwählet hast, und zum Hause, das ich
deinem Namen gebauet habe,

39. so wollest du ihr Gebet und Flehen hören vom Himmel, vom Sitz
deiner Wohnung, und ihnen zu ihrem Recht helfen und deinem Volk gnädig
sein, das an dir gesündiget hat.

40. So laß nun, mein GOtt, deine Augen offen sein und deine Ohren
aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte.

41. So mache dich nun auf, HErr GOtt, zu deiner Ruhe, du und die Lade
deiner Macht! Laß deine Priester, HErr GOtt, mit Heil angetan werden,
und deine Heiligen sich freuen über dem Guten!

42. Du, HErr GOtt, wende nicht weg das Antlitz deines Gesalbten;
gedenke an die Gnade, deinem Knechte David verheißen!

Das 7. Kapitel

1. Und da Salomo ausgebetet hatte, fiel ein Feuer vom Himmel und
verzehrete das Brandopfer und andere Opfer. Und die Herrlichkeit des
HErrn erfüllete das Haus,

2. daß die Priester nicht konnten hineingehen ins Haus des HErrn, weil
die Herrlichkeit des HErrn füllete des HErrn Haus.

3. Auch sahen alle Kinder Israel das Feuer herabfallen und die
Herrlichkeit des HErrn über dem Hause; und fielen auf ihre Kniee mit
dem Antlitz zur Erde aufs Pflaster und beteten an und dankten dem
HErrn, daß er gütig ist und seine Barmherzigkeit ewiglich währet.

4. Der König aber und alles Volk opferten vor dem HErrn.

5. Denn der König Salomo opferte zweiundzwanzigtausend Ochsen und
hundertundzwanzigtausend Schafe; und weiheten also das Haus GOttes
ein, beide der König und alles Volk.

6. Aber die Priester stunden in ihrer Hut und die Leviten mit den
Saitenspielen des HErrn, die der König David hatte lassen machen, dem
HErrn zu danken, daß seine Barmherzigkeit ewiglich währet, mit den
Psalmen Davids durch ihre Hand; und die Priester bliesen Trommeten
gegen ihnen, und das ganze Israel stund.

7. Und Salomo heiligte den Mittelhof, der vor dem Hause des HErrn war;
denn er hatte daselbst Brandopfer und das Fett der Dankopfer
ausgerichtet. Denn der eherne Altar, den Salomo hatte machen lassen,
konnte nicht alle Brandopfer, Speisopfer und das Fett fassen.

8. Und Salomo hielt zu derselben Zeit ein Fest sieben Tage lang, und
das ganze Israel mit ihm, eine sehr große Gemeine, von Hemath an bis
an den Bach Ägyptens.

9. Und hielt am achten Tage eine Versammlung; denn die Einweihung des
Altars hielten sie sieben Tage und das Fest auch sieben Tage.

10. Aber am dreiundzwanzigsten Tage des siebenten Monden ließ er das
Volk in ihre Hütten fröhlich und gutes Muts über allem Guten, das der
HErr an David, Salomo und seinem Volk Israel getan hatte.

11. Also vollendete Salomo das Haus des HErrn und das Haus des Königs
und alles, was in sein Herz kommen war, zu machen im Hause des HErrn
und in seinem Hause, glückseliglich.

12. Und der HErr erschien Salomo des Nachts und sprach zu ihm: Ich
habe dein Gebet erhöret und diese Stätte mir erwählet zum Opferhause.

13. Siehe, wenn ich den Himmel zuschließe, daß nicht regnet, oder
heiße die Heuschrecken das Land fressen, oder lasse eine Pestilenz
unter mein Volk kommen,

14. daß sie mein Volk demütigen, das nach meinem Namen genannt ist,
und sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen
bekehren werden, so will ich vom Himmel hören und ihre Sünde vergeben
und ihr Land heilen.

15. So sollen nun meine Augen offen sein und meine Ohren aufmerken auf
das Gebet an dieser Stätte.

16. So habe ich nun dies Haus erwählet und geheiliget, daß mein Name
daselbst sein soll ewiglich, und meine Augen und mein Herz soll da
sein allewege.

17. Und so du wirst vor mir wandeln, wie dein Vater David gewandelt
hat, daß du tust alles, was ich dich heiße, und hältst meine Gebote
und Rechte,

18. so will ich den Stuhl deines Königreichs bestätigen, wie ich mich
deinem Vater David verbunden habe und gesagt: Es soll dir nicht
gebrechen an einem Manne, der über Israel Herr sei.

19. Werdet ihr euch aber umkehren und meine Rechte und Gebote, die ich
euch vorgelegt habe, verlassen und hingehen und andern Göttern dienen
und sie anbeten,

20. so werde ich sie auswurzeln aus meinem Lande, das ich ihnen
gegeben habe; und dies Haus, das ich meinem Namen geheiliget habe,
werde ich von meinem Angesicht werfen und werde es zum Sprichwort
geben und zur Fabel unter allen Völkern.

21. Und vor diesem Hause, das das höchste worden ist, werden sich
entsetzen alle, die vorübergehen, und sagen: Warum hat der HErr diesem
Lande und diesem Hause also mitgefahren?

22. So wird man sagen: Darum daß sie den HErrn, ihrer Väter GOtt,
verlassen haben, der sie aus Ägyptenland geführet hat, und haben sich
an andere Götter gehänget und sie angebetet und ihnen gedienet; darum
hat er all dies Unglück über sie gebracht.

Das 8. Kapitel

1. Und nach zwanzig Jahren, in welchen Salomo des HErrn Haus und sein
Haus bauete,

2. bauete er auch die Städte, die Huram Salomo gab, und ließ die
Kinder Israel drinnen wohnen.

3. Und Salomo zog gen Hemath-Zoba und befestigte sie;

4. und bauete Thadmor in der Wüste und alle Kornstädte, die er bauete
in Hemath.

5. Er bauete auch Ober- und Nieder-Beth-Horon, das feste Städte waren
mit Mauern, Türen und Riegeln,

6. auch Baelath und alle Kornstädte, die Salomo hatte, und alle
Wagenstädte und Reiter, und alles, wozu Salomo Lust hatte zu bauen,
beide zu Jerusalem und auf dem Libanon und im ganzen Lande seiner
Herrschaft.

7. Alles übrige Volk von den Hethitern, Amoritern, Pheresitern,
Hevitern und Jebusitern, die nicht von den Kindern Israel waren,

8. und ihre Kinder, die sie hinter sich gelassen hatten im Lande, die
die Kinder Israel nicht vertilget hatten, machte Salomo zinsbar bis
auf diesen Tag.

9. Aber von den Kindern Israel machte Salomo nicht Knechte zu seiner
Arbeit, sondern sie waren Kriegsleute und über seine Fürsten und über
seine Wagen und Reiter.

10. Und der obersten Amtleute des Königs Salomo waren
zweihundertundfünfzig, die über das Volk herrscheten.

11. Und die Tochter Pharaos ließ Salomo heraufholen aus der Stadt
Davids ins Haus, das er für sie gebauet hatte. Denn er sprach: Mein
Weib soll mir nicht wohnen im Hause Davids, des Königs Israels; denn
es ist geheiliget, weil die Lade des HErrn drein kommen ist.

12. Von dem an opferte Salomo dem HErrn Brandopfer auf dem Altar des
HErrn, den er gebauet hatte vor der Halle,

13. ein jegliches auf seinen Tag zu opfern, nach dem Gebot Moses, auf
die Sabbate, Neumonden und bestimmten Zeiten des Jahrs dreimal,
nämlich aufs Fest der ungesäuerten Brote, aufs Fest der Wochen und
aufs Fest der Laubhütten.

14. Und er stellete die Priester in ihrer Ordnung zu ihrem Amt, wie es
David, sein Vater, gesetzt hatte; und die Leviten auf ihre Hut, zu
loben und zu dienen vor den Priestern, jegliche auf ihren Tag; und die
Torhüter in ihrer Ordnung, jegliche auf ihr Tor. Denn also hatte es
David, der Mann GOttes, befohlen.

15. Und es ward nicht gewichen vom Gebot des Königs über die Priester
und Leviten an allerlei Sachen und an den Schätzen.

16. Also ward bereitet alles Geschäft Salomos von dem Tage an, da des
HErrn Haus gegründet ward, bis er's vollendete, daß des HErrn Haus
ganz bereitet ward.

17. Da zog Salomo gen Ezeon-Geber und gen Eloth an dem Ufer des Meers
im Lande Edomäa.

18. Und Huram sandte ihm Schiffe durch seine Knechte, die des Meers
kundig waren; und fuhren mit den Knechten Salomos nach Ophir und
holten von dannen vierhundertundfünfzig Zentner Goldes und brachten es
dem Könige Salomo.

Das 9. Kapitel

1. Und da die Königin von Reicharabien das Gerücht Salomos hörete, kam
sie mit sehr großem Zeuge gen Jerusalem, mit Kamelen, die Würze und
Goldes die Menge trugen und Edelsteine, Salomo mit Rätseln zu
versuchen. Und da sie zu Salomo kam, redete sie mit ihm alles, was sie
im Sinne hatte vorgenommen.

2. Und der König sagte ihr alles, was sie fragte, und war Salomo
nichts verborgen, das er ihr nicht gesagt hätte.

3. Und da die Königin von Reicharabien sah die Weisheit Salomos und
das Haus, das er gebauet hatte,

4. die Speise für seinen Tisch, die Wohnung für seine Knechte, die
Ämter seiner Diener und ihre Kleider, seine Schenken mit ihren
Kleidern und seinen Saal, da man hinaufging ins Haus des HErrn, konnte
sie sich nicht mehr enthalten,

5. und sie sprach zum Könige: Es ist wahr, was ich gehöret habe in
meinem Lande von deinem Wesen und von deiner Weisheit.

6. Ich wollte aber ihren Worten nicht glauben, bis ich kommen bin und
habe es mit meinen Augen gesehen. Und siehe, es ist mir nicht die
Hälfte gesagt deiner großen Weisheit. Es ist mehr an dir denn das
Gerücht, das ich gehöret habe.

7. Selig sind deine Männer und selig diese deine Knechte, die allewege
vor dir stehen und deine Weisheit hören.

8. Der HErr, dein GOtt, sei gelobet, der dich liebhat, daß er dich auf
seinen Stuhl zum Könige gesetzt hat dem HErrn, deinem GOtt! Es macht,
daß dein GOtt hat Israel lieb, daß er ihn ewiglich aufrichte, darum
hat er dich über sie zum Könige gesetzt, daß du Recht und Redlichkeit
handhabest.

9. Und sie gab dem Könige hundertundzwanzig Zentner Goldes und sehr
viel Würze und Edelgesteine. Es waren keine Würze als diese, die die
Königin von Reicharabien dem Könige Salomo gab.

10. Dazu die Knechte Hurams und die Knechte Salomos, die Gold aus
Ophir brachten, die brachten auch Ebenholz und Edelgesteine.

11. Und Salomo ließ aus dem Ebenholz Treppen im Hause des HErrn und im
Hause des Königs machen und Harfen und Psalter für die Sänger. Es
waren vorhin nie gesehen solche Hölzer im Lande Juda.

12. Und der König Salomo gab der Königin von Reicharabien alles, was
sie begehrete und bat, ohne was sie zum Könige gebracht hatte. Und sie
wandte sich und zog in ihr Land mit ihren Knechten.

13. Des Goldes aber, das Salomo in einem Jahr gebracht ward, war
sechshundertundsechsundsechzig Zentner,

14. ohne was die Krämer und Kaufleute brachten. Und alle Könige der
Araber und die Herren in Landen brachten Gold und Silber zu Salomo.

15. Daher machte der König Salomo zweihundert Schilde vom besten
Golde, daß sechshundert Stück Goldes auf einen Schild kam,

16. und dreihundert Tartschen vom besten Golde, daß dreihundert Stück
Goldes zu einer Tartsche kam.

17. Und der König tat sie ins Haus vom Walde Libanon. Und der König
machte einen großen elfenbeinernen Stuhl und überzog ihn mit lauterm
Golde.

18. Und der Stuhl hatte sechs Stufen und einen güldenen Fußschemel am
Stuhl und hatte zwo Lehnen auf beiden Seiten um das Gesäß; und zween
Löwen stunden neben den Lehnen,

19. und zwölf Löwen stunden daselbst auf den sechs Stufen zu beiden
Seiten. Ein solches ist nicht gemacht in allen Königreichen.

20. Und alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren gülden; und alle
Gefäße des Hauses vom Walde Libanon waren lauter Gold. Denn das Silber
ward nichts gerechnet zur Zeit Salomos.

21. Denn die Schiffe des Königs fuhren auf dem Meer mit den Knechten
Hurams und kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber,
Elfenbein, Affen und Pfauen.

22. Also ward der König Salomo größer denn alle Könige auf Erden mit
Reichtum und Weisheit.

23. Und alle Könige auf Erden begehrten das Angesicht Salomos, seine
Weisheit zu hören, die ihm GOtt in sein Herz gegeben hatte.

24. Und sie brachten ihm ein jeglicher sein Geschenk, silberne und
güldene Gefäße, Kleider, Harnische, Würze, Rosse und Mäuler jährlich.

25. Und Salomo hatte viertausend Wagenpferde und zwölftausend Reisige;
und man tat sie in die Wagenstädte und bei dem Könige zu Jerusalem.

26. Und er war ein Herr über alle Könige vom Wasser an bis an der
Philister Land und bis an die Grenze Ägyptens.

27. Und der König machte des Silbers so viel zu Jerusalem wie der
Steine und der Zedern, so viel wie der Maulbeerbäume in den Gründen.

28. Und man brachte ihm Rosse aus Ägypten und aus allen Ländern.

29. Was aber mehr von Salomo zu sagen ist, beide sein Erstes und sein
Letztes, siehe, das ist geschrieben in der Chronik des Propheten
Nathan und in den Prophezeiungen Ahias von Silo und in den Gesichten
Jeddis, des Schauers, wider Jerobeam, den Sohn Nebats.

30. Und Salomo regierete zu Jerusalem über ganz Israel vierzig Jahre.

31. Und Salomo entschlief mit seinen Vätern, und man begrub ihn in der
Stadt Davids, seines Vaters. Und Rehabeam, sein Sohn, ward König an
seiner Statt.

Das 10. Kapitel

1. Rehabeam zog gen Sichem; denn ganz Israel war gen Sichem kommen,
ihn zum Könige zu machen.

2. Und da das Jerobeam hörete, der Sohn Nebats, der in Ägypten war,
dahin er vor dem Könige Salomo geflohen war, kam er wieder aus
Ägypten.

3. Und sie sandten hin und ließen ihn rufen. Und Jerobeam kam mit dem
ganzen Israel und redete mit Rehabeam und sprachen:

4. Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht. So leichtere nun du den
harten Dienst deines Vaters und das schwere Joch, das er auf uns
gelegt hat, so wollen wir dir untertänig sein.

5. Er sprach zu ihnen: Über drei Tage kommt wieder zu mir. Und das
Volk ging hin.

6. Und der König Rehabeam ratfragte die Ältesten, die vor seinem Vater
Salomo gestanden waren, da er beim Leben war, und sprach: Wie ratet
ihr, daß ich diesem Volk Antwort gebe?

7. Sie redeten mit ihm und sprachen: Wirst du diesem Volk freundlich
sein und wirst sie handeln gütiglich und ihnen gute Worte geben, so
werden sie dir untertänig sein allewege.

8. Er aber verließ den Rat der Ältesten, den sie ihm gegeben hatten,
und ratschlagte mit den Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren und vor
ihm stunden,

9. und sprach zu ihnen: Was ratet ihr, daß wir diesem Volk antworten,
die mit mir geredet haben und sagen: Leichtere das Joch, das dein
Vater auf uns gelegt hat?

10. Die Jungen aber, die mit ihm aufgewachsen waren, redeten mit ihm
und sprachen: So sollst du sagen zu dem Volk, das mit dir geredet hat
und spricht: Dein Vater hat unser Joch zu schwer gemacht, mache du
unser Joch leichter; und sprich zu ihnen: Mein kleinster Finger soll
dicker sein denn meines Vaters Lenden.

11. Hat nun mein Vater auf euch zu schweres Joch geladen, so will ich
eures Jochs mehr machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen
gezüchtiget, ich aber mit Skorpionen.

12. Als nun Jerobeam und alles Volk zu Rehabeam kam am dritten Tage,
wie denn der König gesagt hatte: Kommt wieder zu mir am dritten Tage,

13. antwortete ihnen der König hart. Und der König Rehabeam verließ
den Rat der Ältesten

14. und redete mit ihnen nach dem Rat der Jungen und sprach: Hat mein
Vater euer Joch zu schwer gemacht, so will ich's mehr dazu machen.
Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtiget, ich aber mit
Skorpionen.

15. Also gehorchte der König dem Volk nicht. Denn es war also von GOtt
gewandt, auf daß der HErr sein Wort bestätigte, daß er geredet hatte
durch Ahia von Silo zu Jerobeam, dem Sohn Nebats.

16. Da aber das ganze Israel sah, daß ihnen der König nicht gehorchte,
antwortete das Volk dem Könige und sprach: Was haben wir Teils an
David oder Erbe am Sohn Isais? Jedermann von Israel zu seiner Hütte!
So siehe nun du zu deinem Hause, David! Und das ganze Israel ging in
seine Hütten,

17. daß Rehabeam nur über die Kinder Israel regierete, die in den
Städten Judas wohneten.

18. Aber der König Rehabeam sandte Hadoram, den Rentmeister; aber die
Kinder Israel steinigten ihn zu Tode. Und der König Rehabeam stieg
frisch auf seinen Wagen, daß er flöhe gen Jerusalem.

19. Also fiel Israel ab vom Hause Davids bis auf diesen Tag.

Das 11. Kapitel

1. Und da Rehabeam gen Jerusalem kam, versammelte er das Haus Juda und
Benjamin, hundertundachtzigtausend junger Mannschaft, die streitbar
waren, wider Israel zu streiten, daß sie das Königreich wieder an
Rehabeam brächten.

2. Aber des HErrn Wort kam zu Semaja, dem Mann GOttes, und sprach:

3. Sage Rehabeam, dem Sohn Salomos, dem Könige Judas, und dem ganzen
Israel, das unter Juda und Benjamin ist, und sprich:

4. So spricht der HErr: Ihr sollt nicht hinaufziehen, noch wider eure
Brüder streiten; ein jeglicher gehe wieder heim, denn das ist von mir
geschehen. Sie gehorchten den Worten des HErrn und ließen ab von dem
Zug wider Jerobeam.

5. Rehabeam aber wohnete zu Jerusalem und baute die Städte fest in
Juda,

6. nämlich: Bethlehem, Etam, Thekoa,

7. Beth-Zur, Socho, Adullam,

8. Gath, Maresa, Siph,

9. Adoraim, Lachis, Aseka,

10. Zarea, Ajalon und Hebron, welche waren die festesten Städte in
Juda und Benjamin.

11. Und machte sie feste und setzte Fürsten drein und Vorrat von
Speise, Öl und Wein.

12. Und in allen Städten schaffte er Schilde und Spieße und machte sie
sehr feste. Und Juda und Benjamin waren unter ihm.

13. Auch machten sich zu ihm die Priester und Leviten aus dem ganzen
Israel und allen ihren Grenzen.

14. Und sie verließen ihre Vorstädte und Habe und kamen zu Juda gen
Jerusalem. Denn Jerobeam und seine Söhne verstießen sie, daß sie dem
HErrn nicht Priesteramts pflegen mußten.

15. Er stiftete ihm aber Priester zu den Höhen und zu den Feldteufeln
und Kälbern, die er machen ließ.

16. Und nach ihnen kamen aus allen Stämmen Israels, die ihr Herz
gaben, daß sie nach dem HErrn, dem GOtt Israels, fragten, gen
Jerusalem, daß sie opferten dem HErrn, dem GOtt ihrer Väter.

17. Und stärkten also das Königreich Juda und bestätigten Rehabeam,
den Sohn Salomos, drei Jahre lang. Denn sie wandelten in dem Wege
Davids und Salomos drei Jahre.

18. Und Rehabeam nahm Mahelath, die Tochter Jerimoths, des Sohns
Davids, zum Weibe und Abihail, die Tochter Eliabs, des Sohns Isais.

19. Die gebar ihm diese Söhne: Jeus, Semarja und Saham.

20. Nach der nahm er Maecha, die Tochter Absaloms; die gebar ihm Abia,
Athai, Sisa und Selomith.

21. Aber Rehabeam hatte Maecha, die Tochter Absaloms, lieber denn alle
seine Weiber und Kebsweiber; denn er hatte achtzehn Weiber und sechzig
Kebsweiber; und zeugete achtundzwanzig Söhne und sechzig Töchter.

22. Und Rehabeam setzte Abia, den Sohn Maechas, zum Haupt und Fürsten
unter seinen Brüdern; denn er gedachte ihn zum Könige zu machen.

23. Und er nahm zu und brach aus vor allen seinen Söhnen in Landen
Juda und Benjamin in allen festen Städten; und er gab ihnen Fütterung
die Menge und nahm viel Weiber.

Das 12. Kapitel

1. Da aber das Königreich Rehabeams bestätiget und bekräftiget ward,
verließ er das Gesetz des HErrn, und ganz Israel mit ihm.

2. Aber im fünften Jahr des Königs Rehabeam zog herauf Sisak, der
König in Ägypten, wider Jerusalem (denn sie hatten sich versündiget am
HErrn)

3. mit tausend und zweihundert Wagen und mit sechzigtausend Reitern,
und das Volk war nicht zu zählen, das mit ihm kam aus Ägypten, Libyen,
Suchim und Mohren;

4. Und er gewann die festen Städte, die in Juda waren, und kam bis gen
Jerusalem.

5. Da kam Semaja, der Prophet, zu Rehabeam und zu den Obersten Judas,
die sich gen Jerusalem versammelt hatten vor Sisak, und sprach zu
ihnen: So spricht der HErr: Ihr habt mich verlassen, darum habe ich
euch auch verlassen in Sisaks Hand.

6. Da demütigten sich die Obersten in Israel mit dem Könige und
sprachen: Der HErr ist gerecht.

7. Als aber der HErr sah, daß sie sich demütigten, kam das Wort des
HErrn zu Semaja und sprach: Sie haben sich gedemütiget, darum will ich
sie nicht verderben, sondern ich will ihnen ein wenig Errettung geben,
daß mein Grimm nicht triefe auf Jerusalem durch Sisak.

8. Doch sollen sie ihm untertan sein, daß sie inne werden, was es sei,
mir dienen und den Königreichen in Landen dienen.

9. Also zog Sisak, der König von Ägypten, herauf gen Jerusalem und
nahm die Schätze im Hause des HErrn und die Schätze im Hause des
Königs und nahm es alles weg; und nahm auch die güldenen Schilde, die
Salomo machen ließ.

10. An welcher Statt ließ der König Rehabeam eherne Schilde machen und
befahl sie den Obersten der Trabanten, die an der Tür des Königshauses
hüteten.

11. Und so oft der König in des HErrn Haus ging, kamen die Trabanten
und trugen sie und brachten sie wieder in der Trabanten Kammer.

12. Und weil er sich demütigte, wandte sich des HErrn Zorn von ihm,
daß nicht alles verderbet ward. Denn es war in Juda noch was Gutes.

13. Also ward Rehabeam, der König, bekräftiget in Jerusalem und
regierete. Einundvierzig Jahre alt war Rehabeam, da er König ward, und
regierete siebenzehn Jahre zu Jerusalem, in der Stadt, die der HErr
erwählet hatte aus allen Stämmen Israels, daß er seinen Namen dahin
stellete. Seine Mutter hieß Naema, eine Ammonitin.

14. Und er handelte übel und schickte sein Herz nicht, daß er den
HErrn suchte.

15. Die Geschichten aber Rehabeams, beide die ersten und die letzten,
sind geschrieben in den Geschichten Semajas, des Propheten, und Iddos,
des Schauers, und aufgezeichnet, dazu die Kriege Rehabeams und
Jerobeams ihr Leben lang.

16. Und Rehabeam entschlief mit seinen Vätern und ward begraben in der
Stadt Davids. Und sein Sohn Abia ward König an seiner Statt.

Das 13. Kapitel

1. Im achtzehnten Jahr des Königs Jerobeam ward Abia König in Juda

2. und regierete drei Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Michaja,
eine Tochter Uriels von Gibea. Und es erhub sich ein Streit zwischen
Abia und Jerobeam.

3. Und Abia rüstete sich zu dem Streit mit vierhunderttausend junger
Mannschaft, starke Leute zum Kriege. Jerobeam aber rüstete sich, mit
ihm zu streiten mit achthunderttausend junger Mannschaft, starke
Leute.

4. Und Abia machte sich auf oben auf den Berg Zemaraim, welcher liegt
auf dem Gebirge Ephraim, und sprach: Höret mir zu, Jerobeam, und das
ganze Israel!

5. Wisset ihr nicht, daß der HErr, der GOtt Israels, hat das
Königreich zu Israel David gegeben ewiglich, ihm und seinen Söhnen
einen Salzbund?

6. Aber Jerobeam, der Sohn Nebats, der Knecht Salomos, Davids Sohns,
warf sich auf und ward seinem Herrn abtrünnig.

7. Und haben sich zu ihm geschlagen lose Leute und Kinder Belials und
haben sich gestärket wider Rehabeam, den Sohn Salomos. Denn Rehabeam
war jung und eines blöden Herzens, daß er sich vor ihnen nicht
wehrete.

8. Nun denket ihr euch zu setzen wider das Reich des HErrn unter den
Söhnen Davids, weil euer ein großer Haufe ist, und habt güldene
Kälber, die euch Jerobeam für Götter gemacht hat.

9. Habt ihr nicht die Priester des HErrn, die Kinder Aarons und die
Leviten, ausgestoßen und habt euch eigene Priester gemacht, wie die
Völker in Landen? Wer da kommt, seine Hand zu füllen mit einem jungen
Farren und sieben Widdern, der wird Priester derer, die nicht Götter
sind.

10. Mit uns aber ist der HErr, unser GOtt, den wir nicht verlassen;
und die Priester, die dem HErrn dienen, die Kinder Aarons und die
Leviten in ihrem Geschäft,

11. und anzünden dem HErrn alle Morgen Brandopfer und alle Abend, dazu
das gute Räuchwerk und bereitete Brote auf dem reinen Tisch; und der
güldene Leuchter mit seinen Lampen, daß sie alle Abend angezündet
werden. Denn wir behalten die Hut des HErrn, unsers GOttes; ihr aber
habt ihn verlassen.

12. Siehe, mit uns ist an der Spitze GOtt und seine Priester und die
Trommeten, zu trommeten, daß man wider euch trommete. Ihr Kinder
Israel, streitet nicht wider den HErrn, eurer Väter GOtt; denn es wird
euch nicht gelingen.

13. Aber Jerobeam machte einen Hinterhalt umher, daß er von hinten an
sie käme, daß sie vor Juda waren und der Hinterhalt hinter ihnen.

14. Da sich nun Juda umwandte, siehe, da war vorne und hinten Streit.
Da schrieen sie zum HErrn, und die Priester trommeteten mit Trommeten.

15. Und jedermann in Juda tönete. Und da jedermann in Juda tönete,
plagte GOtt Jerobeam und das ganze Israel vor Abia und Juda.

16. Und die Kinder Israel flohen vor Juda, und GOtt gab sie in ihre
Hände,

17. daß Abia mit seinem Volk eine große Schlacht an ihnen tat, und
fielen aus Israel Erschlagene fünfhunderttausend junger Mannschaft.

18. Also wurden die Kinder Israel gedemütiget zu der Zeit; aber die
Kinder Judas wurden getrost, denn sie verließen sich auf den HErrn,
ihrer Väter GOtt.

19. Und Abia jagte Jerobeam nach und gewann ihm Städte an: Bethel mit
ihren Töchtern, Jesana mit ihren Töchtern und Ephron mit ihren
Töchtern,

20. daß Jerobeam fürder nicht zu Kräften kam, weil Abia lebte. Und der
HErr plagte ihn, daß er starb.

21. Da nun Abia gestärket war, nahm er vierzehn Weiber und zeugete
zweiundzwanzig Söhne und sechzehn Töchter.

22. Was aber mehr von Abia zu sagen ist, und seine Wege und sein Tun,
das ist geschrieben in der Historia des Propheten Iddo.

Das 14. Kapitel

1. Und Abia entschlief mit seinen Vätern, und sie begruben ihn in der
Stadt Davids; und Assa, sein Sohn, ward König an seiner Statt. Zu des
Zeiten war das Land stille zehn Jahre.

2. Und Assa tat, das recht war und dem HErrn, seinem GOtt, wohlgefiel.

3. Und tat weg die fremden Altäre und die Höhen und zerbrach die
Säulen und hieb die Haine ab;

4. und ließ Juda sagen, daß sie den HErrn, den GOtt ihrer Väter,
suchten und täten nach dem Gesetz und Gebot.

5. Und er tat weg aus allen Städten Judas die Höhen und die Götzen.
Denn das Königreich war stille vor ihm.

6. Und er bauete feste Städte in Juda, weil das Land stille und kein
Streit wider ihn war in denselben Jahren; denn der HErr gab ihm Ruhe.

7. Und er sprach zu Juda: Lasset uns diese Städte bauen und Mauern
darum her führen und Türme, Türen und Riegel, weil das Land noch vor
uns ist; denn wir haben den HErrn, unsern GOtt, gesucht, und er hat
uns Ruhe gegeben umher. Also baueten sie, und ging glücklich
vonstatten.

8. Und Assa hatte eine Heerkraft, die Schild und Spieß trugen: aus
Juda dreihunderttausend und aus Benjamin, die Schilde trugen und mit
den Bogen konnten, zweihundertundachtzigtausend; und diese waren alle
starken Helden.

9. Es zog aber wider sie aus Serah, der Mohr, mit einer Heereskraft,
tausendmal tausend, dazu dreihundert Wagen, und kamen bis gen Maresa.

10. Und Assa zog aus gegen ihn; und sie rüsteten sich zum Streit im
Tal Zephatha bei Maresa.

11. Und Assa rief an den HErrn, seinen GOtt, und sprach: HErr, es ist
bei dir kein Unterschied, helfen unter vielen, oder da keine Kraft
ist. Hilf uns, HErr, unser GOtt; denn wir verlassen uns auf dich, und
in deinem Namen sind wir kommen wider diese Menge. HErr, unser GOtt,
wider dich vermag kein Mensch etwas.

12. Und der HErr plagte die Mohren vor Assa und vor Juda, daß sie
flohen.

13. Und Assa samt dem Volk, das bei ihm war, jagte ihnen nach bis gen
Gerar. Und die Mohren fielen, daß ihrer keiner lebendig blieb, sondern
sie wurden geschlagen vor dem HErrn und vor seinem Heerlager. Und sie
trugen sehr viel Raubs davon.

14. Und er schlug alle Städte um Gerar her; denn die Furcht des HErrn
kam über sie. Und sie beraubten alle Städte; denn es war viel Raubs
drinnen.

15. Auch schlugen sie die Hütten des Viehes und brachten Schafe die
Menge und Kamele; und kamen wieder gen Jerusalem

Das 15. Kapitel

1. Und auf Asarja, den Sohn Odeds, kam der Geist GOttes.

2. Der ging hinaus Assa entgegen und sprach zu ihm: Höret mir zu, Assa
und ganz Juda und Benjamin! Der HErr ist mit euch, weil ihr mit ihm
seid; und wenn ihr ihn suchet, wird er sich von euch finden lassen;
werdet ihr aber ihn verlassen, so wird er euch auch verlassen.

3. Es werden aber viel Tage sein in Israel, daß kein rechter GOtt,
kein Priester, der da lehret, und kein Gesetz sein wird.

4. Und wenn sie sich bekehren in ihrer Not zu dem HErrn, dem GOtt
Israels, und werden ihn suchen, so wird er sich finden lassen.

5. Zu der Zeit wird's nicht wohlgehen dem, der aus- und eingehet. Denn
es werden große Getümmel sein über alle, die auf Erden wohnen.

6. Denn ein Volk wird das andere zerschmeißen und eine Stadt die
andere; denn GOtt wird sie erschrecken mit allerlei Angst.

7. Ihr aber seid getrost und tut eure Hände nicht ab, denn euer Werk
hat seinen Lohn.

8. Da aber Assa hörete diese Worte und die Weissagung Odeds, des
Propheten, ward er getrost und tat weg die Greuel aus dem ganzen Lande
Juda und Benjamin und aus den Städten, die er gewonnen hatte auf dem
Gebirge Ephraim, und erneuerte den Altar des HErrn, der vor der Halle
des HErrn stund.

9. Und versammelte das ganze Juda und Benjamin und die Fremdlinge bei
ihnen aus Ephraim, Manasse und Simeon. Denn es fielen zu ihm aus
Israel die Menge, als sie sahen, daß der HErr, sein GOtt, mit ihm war.

10. Und sie versammelten sich gen Jerusalem des dritten Monden, im
fünfzehnten Jahr des Königreichs Assa,

11. und opferten desselben Tages dem HErrn von dem Raube, den sie
gebracht hatten, siebenhundert Ochsen und siebentausend Schafe.

12. Und sie traten in den Bund, daß sie suchten den HErrn, ihrer Väter
GOtt, von ganzem Herzen und von ganzer Seele.

13. Und wer nicht würde den HErrn, den GOtt Israels, suchen, sollte
sterben, beide klein und groß, beide Mann und Weib.

14. Und sie schwuren dem HErrn mit lauter Stimme, mit Tönen, mit
Trommeten und Posaunen.

15. Und das ganze Juda war fröhlich über dem Eide; denn sie hatten
geschworen von ganzem Herzen und sie suchten ihn von ganzem Willen,
und er ließ sich von ihnen finden; und der HErr gab ihnen Ruhe umher.

16. Auch setzte Assa, der König, ab Maecha, seine Mutter, vom Amt, das
sie gestiftet hatte im Hain Miplezeth. Und Assa rottete ihren
Miplezeth aus und zerstieß ihn und verbrannte ihn im Bach Kidron.

17. Aber die Höhen in Israel wurden nicht abgetan; doch war das Herz
Assas rechtschaffen sein Leben lang.

18. Und er brachte ein, was sein Vater geheiliget und was er
geheiliget hatte, ins Haus GOttes, Silber, Gold und Gefäße.

19. Und es war kein Streit bis in das fünfunddreißigste Jahr des
Königreichs Assas.

Das 16. Kapitel

1. Im sechsunddreißigsten Jahr des Königreichs Assas zog herauf Baesa,
der König Israels, wider Juda und bauete Rama, daß er Assa, dem Könige
Judas, wehrete aus- und einzuziehen.

2. Aber Assa nahm aus dem Schatz im Hause des HErrn und im Hause des
Königs Silber und Gold und sandte zu Benhadad, dem Könige zu Syrien,
der zu Damaskus wohnete, und ließ ihm sagen:

3. Es ist ein Bund zwischen mir und dir, zwischen meinem und deinem
Vater; darum habe ich dir Silber und Gold gesandt, daß du den Bund mit
Baesa, dem Könige Israels, fahren lassest, daß er von mir abziehe.

4. Benhadad gehorchte dem Könige Assa und sandte seine Heerfürsten
wider die Städte Israels; die schlugen Ejon, Dan und Abel-Maim und
alle Kornstädte Naphthalis.

5. Da Baesa das hörete, ließ er ab, Rama zu bauen, und hörete auf von
seinem Werk.

6. Aber der König Assa nahm zu sich das ganze Juda, und sie trugen die
Steine und das Holz von Rama, damit Baesa bauete; und er bauete damit
Geba und Mizpa.

7. Zu der Zeit kam Hanani, der Seher, zu Assa, dem Könige Judas, und
sprach zu ihm: Daß du dich auf den König zu Syrien verlassen hast und
hast dich nicht auf den HErrn, deinen GOtt, verlassen, darum ist die
Macht des Königs zu Syrien deiner Hand entronnen.

8. Waren nicht die Mohren und Libyer eine große Menge, mit sehr viel
Wagen und Reitern? Doch gab sie der HErr in deine Hand, da du dich auf
ihn verließest.

9. Denn des HErrn Augen schauen alle Lande, daß er stärke die, so von
ganzem Herzen an ihm sind. Du hast töricht getan; darum wirst du auch
von nun an Krieg haben.

10. Aber Assa ward zornig über den Seher und legte ihn ins Gefängnis;
denn er murrete mit ihm über diesem Stück. Und Assa unterdrückte
etliche des Volks zu der Zeit.

11. Die Geschichten aber Assas, beide die ersten und die letzten,
siehe, die sind geschrieben im Buch von den Königen Judas und Israels.

12. Und Assa ward krank an seinen Füßen im neununddreißigsten Jahr
seines Königreichs, und seine Krankheit nahm sehr zu; und suchte auch
in seiner Krankheit den HErrn nicht, sondern die Ärzte.

13. Also entschlief Assa mit seinen Vätern und starb im
einundvierzigsten Jahr seines Königreichs.

14. Und man begrub ihn in seinem Grabe, das er ihm hatte lassen graben
in der Stadt Davids. Und sie legten ihn auf sein Lager, welches man
gefüllet hatte mit gutem Räuchwerk und allerlei Spezerei, nach
Apothekerkunst gemacht, und machten ein sehr groß Brennen.

Das 17. Kapitel

1. Und sein Sohn Josaphat ward König an seiner Statt und ward mächtig
wider Israel.

2. Und er legte Kriegsvolk in alle festen Städte Judas und setzte
Amtleute im Lande Juda und in den Städten Ephraims, die sein Vater
Assa gewonnen hatte.

3. Und der HErr war mit Josaphat; denn er wandelte in den vorigen
Wegen seines Vaters David und suchte nicht Baalim,

4. sondern den GOtt seines Vaters, und wandelte in seinen Geboten und
nicht nach den Werken Israels.

5. Darum bestätigte ihm der HErr das Königreich, und ganz Juda gab
Josaphat Geschenke; und er hatte Reichtum und Ehre die Menge.

6. Und da sein Herz mutig ward in den Wegen des HErrn, tat er fürder
ab die Höhen und Haine aus Juda.

7. Im dritten Jahr seines Königreichs sandte er seine Fürsten Ben-
Hail, Obadja, Sacharja, Nethaneel und Michaja, daß sie lehren sollten
in den Städten Judas;

8. und mit ihnen die Leviten Semaja, Nethanja, Sebadja, Asael,
Semiramoth, Jonathan, Adonia, Tobia und Tob-Adonia; und mit ihnen die
Priester Elisama und Joram.

9. Und sie lehreten in Juda und hatten das Gesetzbuch des HErrn mit
sich; und zogen umher in allen Städten Judas und lehreten das Volk.

10. Und es kam die Furcht des HErrn über alle Königreiche in den
Landen, die um Juda her lagen, daß sie nicht stritten wider Josaphat.

11. Und die Philister brachten Josaphat Geschenke, eine Last Silbers.
Und die Araber brachten ihm siebentausend und siebenhundert Widder und
siebentausend und siebenhundert Böcke.

12. Also nahm Josaphat zu und ward immer größer; und er bauete in Juda
Schlösser und Kornstädte.

13. Und hatte viel Vorrats in den Städten Judas und streitbare Männer
und gewaltige Leute zu Jerusalem.

14. Und dies war die Ordnung unter ihrer Väter Haus, die in Juda über
die tausend Obersten waren: Adna, ein Oberster, und mit ihm waren
dreihunderttausend gewaltige Leute.

15. Neben ihm war Johanan, der Oberste; und mit ihm waren
zweihundertundachtzigtausend.

16. Neben ihm war Amasja, der Sohn Sichris, der Freiwillige des HErrn;
und mit ihm waren zweihunderttausend gewaltige Leute.

17. Von den Kindern Benjamin war Eljada, ein gewaltiger Mann; und mit
ihm waren zweihunderttausend, die mit Bogen und Schilden gerüstet
waren.

18. Neben ihm war Josabad; und mit ihm waren hundertundachtzigtausend,
gerüstet zum Heer.

19. Diese warteten alle auf den König, ohne was der König noch gelegt
hatte in die festen Städte im ganzen Juda.

Das 18. Kapitel

1. Und Josaphat hatte großen Reichtum und Ehre und befreundete sich
mit Ahab.

2. Und nach zweien Jahren zog er hinab zu Ahab gen Samaria. Und Ahab
ließ für ihn und für das Volk, das bei ihm war, viel Schafe und Ochsen
schlachten. Und er beredete ihn, daß er hinauf gen Ramoth in Gilead
zöge.

3. Und Ahab, der König Israels, sprach zu Josaphat, dem Könige Judas:
Zeuch mit mir gen Ramoth in Gilead! Er sprach zu ihm: Ich bin wie du,
und mein Volk wie dein Volk, wir wollen mit dir in den Streit.

4. Aber Josaphat sprach zum Könige Israels: Lieber, frage heute des
HErrn Wort!

5. Und der König Israels sammelte der Propheten vierhundert Mann und
sprach zu ihnen: Sollen wir gen Ramoth in Gilead ziehen in Streit,
oder soll ich's lassen anstehen? Sie sprachen: Zeuch hinauf, GOtt wird
sie in des Königs Hand geben.

6. Josaphat aber sprach: Ist nicht irgend noch ein Prophet des HErrn
hie, daß wir von ihm fragten?

7. Der König Israels sprach zu Josaphat: Es ist noch ein Mann, daß man
den HErrn von ihm frage; aber ich bin ihm gram, denn er weissaget über
mich kein Gutes, sondern allewege Böses, nämlich Micha, der Sohn
Jemlas. Josaphat sprach: Der König rede nicht also!

8. Und der König Israels rief seiner Kämmerer einen und sprach: Bringe
eilend her Micha, den Sohn Jemlas!

9. Und der König Israels und Josaphat, der König Judas, saßen ein
jeglicher auf seinem Stuhl, mit Kleidern angezogen; sie saßen aber auf
dem Platz vor der Tür, am Tor zu Samaria; und alle Propheten
weissagten vor ihnen.

10. Und Zidekia, der Sohn Knaenas, machte ihm eiserne Hörner und
sprach: So spricht der HErr: Hiemit wirst du die Syrer stoßen, bis du
sie aufreibest.

11. Und alle Propheten weissagten auch also und sprachen: Zeuch
hinauf, es wird dir gelingen; der HErr wird sie geben in des Königs
Hand.

12. Und der Bote, der hingegangen war, Micha zu rufen, redete mit ihm
und sprach: Siehe, der Propheten Reden sind einträchtig gut für den
König; Lieber, laß dein Wort auch sein wie der einen, und rede Gutes.

13. Micha aber sprach: So wahr der HErr lebet, was mein GOtt sagen
wird, das will ich reden.

14? Und da er zum Könige kam, sprach der König zu ihm: Micha, sollen
wir gen Ramoth in Gilead in Streit ziehen, oder soll ich's lassen
anstehen? Er sprach: Ja, ziehet hinauf, es wird euch gelingen; es wird
euch in eure Hände gegeben werden.

15. Aber der König sprach zu ihm: Ich beschwöre dich noch einmal, daß
du mir nichts sagest denn die Wahrheit im Namen des HErrn!

16. Da sprach er: Ich sah das ganze Israel zerstreuet auf den Bergen
wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und der HErr sprach: Haben diese
keine Herren? Es kehre ein jeglicher wieder heim mit Frieden!

17. Da sprach der König Israels zu Josaphat: Sagte ich dir nicht, er
weissaget über mich kein Gutes, sondern Böses?

18. Er aber sprach: Darum höret des HErrn Wort: Ich sah den HErrn
sitzen auf seinem Stuhl, und alles himmlische Heer stund zu seiner
Rechten und zu seiner Linken.

19. Und der HErr sprach: Wer will Ahab, den König Israels, überreden,
daß er hinaufziehe und falle zu Ramoth in Gilead? Und da dieser so und
jener sonst sagte,

20. kam ein Geist hervor und trat vor den HErrn und sprach: Ich will
ihn überreden. Der HErr aber sprach zu ihm: Womit?

21. Er sprach: Ich will ausfahren und ein falscher Geist sein in aller
seiner Propheten Munde. Und er sprach: Du wirst ihn überreden und
wirst's ausrichten; fahre hin und tue also!

22. Nun siehe, der HErr hat einen falschen Geist gegeben in dieser
deiner Propheten Mund, und der HErr hat Böses wider dich geredet.

23. Da trat herzu Zidekia, der Sohn Knaenas, und schlug Micha auf den
Backen und sprach: Durch welchen Weg ist der Geist des HErrn von mir
gegangen, daß er durch dich redet?

24. Micha sprach: Siehe, du wirst's sehen, wenn du in die innerste
Kammer kommest, daß du dich versteckest.

25. Aber der König Israels sprach: Nehmet Micha und lasset ihn bleiben
bei Amon, dem Stadtvogt, und bei Joas, dem Sohn des Königs,

26. und saget: So spricht der König: Leget diesen ins Gefängnis und
speiset ihn mit Brot und Wasser der Trübsal, bis ich wiederkomme mit
Frieden.

27. Micha sprach: Kommst du mit Frieden wieder, so hat der HErr nicht
durch mich geredet. Und er sprach: Höret, ihr Völker alle!

28. Also zog hinauf der König Israels und Josaphat, der König Judas,
gen Ramoth in Gilead.

29. Und der König Israels sprach zu Josaphat: Ich will mich verkleiden
und in Streit kommen; du aber habe deine Kleider an. Und der König
Israels verkleidete sich, und sie kamen in den Streit.

30. Aber der König zu Syrien hatte seinen obersten Reitern geboten:
Ihr sollt nicht streiten weder gegen klein noch gegen groß, sondern
gegen den König Israels alleine.

31. Da nun die obersten Reiter Josaphat sahen, dachten sie, es ist der
König Israels, und zogen umher, auf ihn zu streiten. Aber Josaphat
schrie; und der HErr half ihm, und GOtt wandte sie von ihm.

32. Denn da die obersten Reiter sahen, daß er nicht der König Israels
war, wandten sie sich von ihm ab.

33. Es spannete aber ein Mann seinen Bogen ohngefähr und schoß den
König Israels zwischen den Panzer und Hengel. Da sprach er zu seinem
Fuhrmann: Wende deine Hand und führe mich aus dem Heer; denn ich bin
wund.

34. Und der Streit nahm zu des Tages. Und der König Israels stund auf
seinem Wagen gegen die Syrer bis an den Abend und starb, da die Sonne
unterging.

Das 19. Kapitel

1. Josaphat aber, der König Judas, kam wieder heim mit Frieden gen
Jerusalem.

2. Und es ging ihm entgegen hinaus Jehu, der Sohn Hananis, der
Schauer, und sprach zum Könige Josaphat: Sollst du so dem Gottlosen
helfen und lieben, die den HErrn hassen? Und um deswillen ist über dir
der Zorn vom HErrn.

3. Aber doch ist was Gutes an dir funden, daß du die Haine hast
ausgefeget aus dem Lande und hast dein Herz gerichtet, GOtt zu suchen.

4. Also blieb Josaphat zu Jerusalem. Und er zog wiederum aus unter das
Volk, von Berseba an bis auf das Gebirge Ephraim, und brachte sie
wieder zu dem HErrn, ihrer Väter GOtt.

5. Und er bestellete Richter im Lande in allen festen Städten Judas,
in einer jeglichen Stadt etliche,

6. und sprach zu den Richtern: Sehet zu, was ihr tut; denn ihr haltet
das Gericht nicht den Menschen, sondern dem HErrn; und er ist mit euch
im Gericht.

7. Darum laßt die Furcht des HErrn bei euch sein und hütet euch und
tut es; denn bei dem HErrn, unserm GOtt, ist kein Unrecht, noch
Ansehen der Person, noch Annehmen des Geschenks.

8. Auch bestellete Josaphat zu Jerusalem aus den Leviten und Priestern
und aus den obersten Vätern unter Israel über das Gericht des HErrn
und über die Sachen und ließ sie zu Jerusalem wohnen.

9. Und gebot ihnen und sprach: Tut also in der Furcht des HErrn,
treulich und mit rechtem Herzen.

10. In allen Sachen, die zu euch kommen von euren Brüdern, die in
ihren Städten wohnen, zwischen Blut und Blut, zwischen Gesetz und
Gebot, zwischen Sitten und Rechten, sollt ihr sie unterrichten, daß
sie sich nicht verschuldigen am HErrn, und ein Zorn über euch und eure
Brüder komme. Tut ihm also, so werdet ihr euch nicht verschuldigen.

11. Siehe, Amarja, der Priester, ist der Oberste über euch in allen
Sachen des HErrn. So ist Sabadja, der Sohn Ismaels, Fürst im Hause
Juda, in allen Sachen des Königs. So habt ihr Amtleute, die Leviten,
vor euch. Seid getrost und tut es; und der HErr wird mit dem Guten
sein.

Das 20. Kapitel

1. Nach diesem kamen die Kinder Moab, die Kinder Ammon und mit ihnen
von den Amunim, wider Josaphat zu streiten.

2. Und man kam und sagte es Josaphat an und sprach: Es kommt wider
dich eine große Menge von jenseit des Meers, von Syrien; und siehe,
sie sind zu Hazezon-Thamar, das ist, Engeddi.

3. Josaphat aber fürchtete sich und stellete sein Angesicht, zu suchen
den HErrn, und ließ ein Fasten ausrufen unter ganz Juda.

4. Und Juda kam zusammen, den HErrn zu suchen; auch kamen aus allen
Städten Judas, den HErrn zu suchen.

5. Und Josaphat trat unter die Gemeine Judas und Jerusalems im Hause
des HErrn vor dem neuen Hofe

6. und sprach: HErr, unserer Väter GOtt, bist du nicht GOtt im Himmel
und Herrscher in allen Königreichen der Heiden? Und in deiner Hand ist
Kraft und Macht; und ist niemand, der wider dich stehen möge.

7. Hast du, unser GOtt, nicht die Einwohner dieses Landes vertrieben
vor deinem Volk Israel und hast es gegeben dem Samen Abrahams, deines
Liebhabers, ewiglich,

8. daß sie drinnen gewohnet und dir ein Heiligtum zu deinem Namen
drinnen gebauet haben, und gesagt:

9. Wenn ein Unglück, Schwert, Strafe, Pestilenz oder Teurung über uns
kommt, sollen wir stehen vor diesem Hause vor dir (denn dein Name ist
in diesem Hause) und schreien zu dir in unserer Not, so wolltest du
hören und helfen?

10. Nun siehe, die Kinder Ammon, Moab und die vom Gebirge Seir, über
welche du die Kinder Israel nicht ziehen ließest, da sie aus
Ägyptenland zogen, sondern mußten von ihnen weichen und sie nicht
vertilgen;

11. und siehe, sie lassen uns des entgelten und kommen, uns
auszustoßen aus deinem Erbe, das du uns hast eingegeben.

12. Unser GOtt, willst du sie nicht richten? Denn in uns ist nicht
Kraft gegen diesen großen Haufen, der wider uns kommt. Wir wissen
nicht, was wir tun sollen, sondern unsere Augen sehen nach dir.

13. Und das ganze Juda stund vor dem HErrn mit ihren Kindern, Weibern
und Söhnen.

14. Aber auf Jehasiel, den Sohn Sacharjas, des Sohns Benajas, des
Sohns Jehiels, des Sohns Mathanjas, den Leviten, aus den Kindern
Assaph, kam der Geist des HErrn mitten in der Gemeine;

15. und sprach: Merket auf, ganz Juda, und ihr Einwohner zu Jerusalem,
und der König Josaphat! So spricht der HErr zu euch: Ihr sollt euch
nicht fürchten noch zagen vor diesem großen Haufen; denn ihr streitet
nicht, sondern GOtt.

16. Morgen sollt ihr zu ihnen hinabziehen; und siehe, sie ziehen an
Ziz herauf, und ihr werdet an sie treffen am Schilf im Bach vor der
Wüste Jeruel.

17. Denn ihr werdet nicht streiten in dieser Sache. Tretet nur hin und
stehet und sehet das Heil des HErrn, der mit euch ist, Juda und
Jerusalem! Fürchtet euch nicht und zaget nicht; morgen ziehet aus
wider sie, der HErr ist mit euch.

18. Da beugte sich Josaphat mit seinem Antlitz zur Erde; und ganz Juda
und die Einwohner zu Jerusalem fielen vor dem HErrn und beteten den
HErrn an.

19. Und die Leviten aus den Kindern der Kahathiter und aus den Kindern
der Korhiter machten sich auf, zu loben den HErrn, den GOtt Israels,
mit großem Geschrei gen Himmel.

20. Und sie machten sich des Morgens frühe auf und zogen aus zur Wüste
Thekoa. Und da sie auszogen, stund Josaphat und sprach: Höret mir zu,
Juda, und ihr Einwohner zu Jerusalem! Glaubet an den HErrn, euren
GOtt, so werdet ihr sicher sein; und glaubet seinen Propheten, so
werdet ihr Glück haben.

21. Und er unterweisete das Volk und stellete die Sänger dem HErrn,
daß sie lobeten in heiligem Schmuck und vor den Gerüsteten herzögen
und sprächen: Danket dem HErrn, denn seine Barmherzigkeit währet
ewiglich.

22. Und da sie anfingen mit Danken und Loben, ließ der HErr den
Hinterhalt, der wider Juda kommen war, über die Kinder Ammon, Moab und
die vom Gebirge Seir kommen; und schlugen sie.

23. Da stunden die Kinder Ammon und Moab wider die vom Gebirge Seir,
sie zu verbannen und zu vertilgen. Und da sie die vom Gebirge Seir
hatten alle aufgerieben, half einer dem andern, daß sie sich auch
verderbeten.

24. Da aber Juda gen Mizpe kam an der Wüste, wandten sie sich gegen
den Haufen; und siehe, da lagen die toten Leichname auf der Erde, daß
keiner entronnen war.

25. Und Josaphat kam mit seinem Volk, ihren Raub auszuteilen, und
fanden unter ihnen so viel Güter und Kleider und köstlich Gerät und
entwandten es ihnen, daß auch nicht zu tragen war; und teilten drei
Tage den Raub aus, denn es war sein viel.

26. Am vierten Tage aber kamen sie zusammen im Lobetal; denn daselbst
lobten sie den HErrn. Daher heißet die Stätte Lobetal bis auf diesen
Tag.

27. Also kehrete jedermann von Juda und Jerusalem wieder um, und
Josaphat an der Spitze, daß sie gen Jerusalem zögen mit Freuden. Denn
der HErr hatte ihnen eine Freude gegeben an ihren Feinden.

28. Und zogen gen Jerusalem ein mit Psaltern, Harfen und Trommeten zum
Hause des HErrn.

29. Und die Furcht GOttes kam über alle Königreiche in Landen, da sie
höreten, daß der HErr wider die Feinde Israels gestritten hatte.

30. Also ward das Königreich Josaphats stille, und GOtt gab ihm Ruhe
umher.

31. Und Josaphat regierete über Juda, und war fünftunddreißig Jahre
alt, da er König ward, und regierete fünfundzwanzig Jahre zu
Jerusalem. Seine Mutter hieß Asuba, eine Tochter Silhis.

32. Und er wandelte in dem Wege seines Vaters Assa und ließ nicht
davon, daß er tat, was dem HErrn wohlgefiel;

33. ohne die Höhen wurden nicht abgetan; denn das Volk hatte sein Herz
noch nicht geschickt zu dem GOtt ihrer Väter.

34. Was aber mehr von Josaphat zu sagen ist, beide das Erste und das
Letzte, siehe, das ist geschrieben in den Geschichten Jehus, des Sohns
Hananis, die er aufgezeichnet hat ins Buch der Könige Israels.

35. Danach vereinigte sich Josaphat, der König Judas, mit Ahasja, dem
Könige Israels, welcher war gottlos mit seinem Tun.

36. Und er vereinigte sich mit ihm, Schiffe zu machen, daß sie aufs
Meer führen; und sie machten die Schiffe zu Ezeon-Gaber.

37. Aber Elieser, der Sohn Dodavas, von Maresa, weissagte wider
Josaphat und sprach: Darum daß du dich mit Ahasja vereiniget hast, hat
der HErr deine Werke zerrissen. Und die Schiffe wurden zerbrochen und
mochten nicht aufs Meer fahren.

Das 21. Kapitel

1. Und Josaphat entschlief mit seinen Vätern und ward begraben bei
seinen Vätern in der Stadt Davids; und sein Sohn Joram ward König an
seiner Statt.

2. Und er hatte Brüder, Josaphats Söhne, Asarja, Jehiel, Sacharja,
Asarja, Michael und Sephatja; diese waren alle Kinder Josaphats, des
Königs Judas.

3. Und ihr Vater gab ihnen viel Gaben von Silber, Gold und Kleinod mit
festen Städten in Juda; aber das Königreich gab er Joram, denn der war
der Erstgeborne.

4. Da aber Joram aufkam über das Königreich seines Vaters und sein
mächtig ward, erwürgete er seine Brüder alle mit dem Schwert, dazu
auch etliche Oberste in Israel.

5. Zweiunddreißig Jahre alt war Joram, da er König ward, und regierete
acht Jahre zu Jerusalem.

6. Und wandelte in dem Wege der Könige Israels, wie das Haus Ahab
getan hatte, denn Ahabs Tochter war sein Weib; und tat, das dem HErrn
übel gefiel.

7. Aber der HErr wollte das Haus David nicht verderben um des Bundes
willen, den er mit David gemacht hatte, und wie er geredet hatte, ihm
eine Leuchte zu geben und seinen Kindern immerdar.

8. Zu seiner Zeit fielen die Edomiter ab von Juda und machten über
sich einen König.

9. Denn Joram war hinübergezogen mit seinen Obersten, und alle Wagen
mit ihm, und hatte sich des Nachts aufgemacht und die Edomiter um ihn
her und die Obersten der Wagen geschlagen.

10. Darum fielen die Edomiter ab von Juda bis auf diesen Tag. Zur
selben Zeit fiel Libna auch von ihm ab. Denn er verließ den HErrn,
seiner Väter GOtt.

11. Auch machte er Höhen auf den Bergen in Juda und machte die zu
Jerusalem huren und verführete Juda.

12. Es kam aber Schrift zu ihm von dem Propheten Elia, die lautete
also: So spricht der HErr, der GOtt deines Vaters David: Darum daß du
nicht gewandelt hast in den Wegen deines Vaters Josaphat noch in den
Wegen Assas, des Königs Judas,

13. sondern wandelst in dem Wege der Könige Israels und machest, daß
Juda und die zu Jerusalem huren nach der Hurerei des Hauses Ahab, und
hast dazu deine Brüder deines Vaters Hauses erwürget, die besser waren
denn du,

14. siehe, so wird dich der HErr mit einer großen Plage schlagen an
deinem Volk, an deinen Kindern, an deinen Weibern und an all deiner
Habe.

15. Du aber wirst viel Krankheit haben in deinem Eingeweide, bis daß
dein Eingeweide vor Krankheit herausgehe von Tage zu Tage.

16. Also erweckte der HErr wider Joram den Geist der Philister und
Araber, die neben den Mohren liegen;

17. und zogen herauf nach Juda und zerrissen sie und führeten weg alle
Habe, die vorhanden war im Hause des Königs, dazu seine Söhne und
seine Weiber, daß ihm kein Sohn überblieb, ohne Joahas, sein jüngster
Sohn.

18. Und nach dem allem plagte ihn der HErr in seinem Eingeweide mit
solcher Krankheit, die nicht zu heilen war.

19. Und da das währete von Tage zu Tage, als die Zeit zweier Jahre um
war, ging sein Eingeweide von ihm mit seiner Krankheit, und er starb
an bösen Krankheiten. Und sie machten nicht über ihm einen Brand, wie
sie seinen Vätern getan hatten.

20. Zweiunddreißig Jahre alt war er, da er König ward, und regierete
acht Jahre zu Jerusalem und wandelte, daß nicht fein war. Und sie
begruben ihn in der Stadt Davids, aber nicht unter der Könige Gräber.

Das 22. Kapitel

1. Und die zu Jerusalem machten zum König Ahasja, seinen jüngsten
Sohn, an seiner Statt. Denn die Kriegsleute, die aus den Arabern mit
dem Heer kamen, hatten die ersten alle erwürget; darum ward König
Ahasja, der Sohn Jorams, des Königs Judas.

2. Zweiundvierzig Jahre alt war Ahasja, da er König ward, und
regierete ein Jahr zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Athalja, die
Tochter Amris.

3. Und er wandelte auch in den Wegen des Hauses Ahab; denn seine
Mutter hielt ihn dazu, daß er gottlos war.

4. Darum tat er, das dem HErrn übel gefiel, wie das Haus Ahab. Denn
sie waren seine Ratgeber nach seines Vaters Tode, daß sie ihn
verderbeten.

5. Und er wandelte nach ihrem Rat. Und er zog hin mit Joram, dem Sohn
Ahabs, dem Könige Israels, in den Streit gen Ramoth in Gilead wider
Hasael, den König zu Syrien. Aber die Syrer schlugen Joram,

6. daß er umkehrete, sich heilen zu lassen zu Jesreel; denn er hatte
Wunden, die ihm geschlagen waren zu Rama, da er stritt mit Hasael, dem
Könige zu Syrien. Und Asarja, der Sohn Jorams, der König Judas, zog
hinab, zu besehen Joram, den Sohn Ahabs, zu Jesreel, der krank lag.

7. Denn es war von GOtt Ahasja der Unfall zugefüget, daß er zu Joram
käme und also mit Joram auszöge wider Jehu, den Sohn Nimsis, welchen
der HErr gesalbet hatte, auszurotten das Haus Ahab.

8. Da nun Jehu Strafe übte am Hause Ahab, fand er etliche Oberste aus
Juda und die Kinder der Brüder Ahasjas, die Ahasja dieneten, und
erwürgete sie.

9. Und er suchte Ahasja und gewann ihn, da er sich versteckt hatte zu
Samaria. Und er ward zu Jehu gebracht; der tötete ihn, und man begrub
ihn. Denn sie sprachen: Er ist Josaphats Sohn, der nach dem HErrn
trachtete von ganzem Herzen. Und es war niemand mehr aus dem Hause
Ahasjas, der König würde.

10. Da aber Athalja, die Mutter Ahasjas, sah, daß ihr Sohn tot war,
machte sie sich auf und brachte um allen königlichen Samen im Hause
Juda.

11. Aber Josabeath, des Königs Schwester, nahm Joas, den Sohn Ahasjas,
und stahl ihn unter den Kindern des Königs, die getötet wurden, und
tat ihn mit seiner Amme in eine Schlafkammer. Also verbarg ihn
Josabeath, die Tochter des Königs Joram, des Priesters Jojada Weib
(denn sie war Ahasjas Schwester) vor Athalja, daß er nicht getötet
ward.

12. Und er ward mit ihnen im Hause GOttes versteckt sechs Jahre, weil
Athalja Königin war im Lande.

Das 23. Kapitel

1. Aber im siebenten Jahr nahm Jojada einen Mut und nahm die Obersten
über hundert, nämlich Asarja, den Sohn Jerohams, Ismael, den Sohn
Johanans, Asarja, den Sohn Obeds, Maeseja, den Sohn Adajas, und
Elisaphat, den Sohn Sichris, mit ihm zum Bunde.

2. Die zogen umher in Juda und brachten die Leviten zuhauf aus allen
Städten Judas und die obersten Väter unter Israel, daß sie kämen gen
Jerusalem.

3. Und die ganze Gemeine machte einen Bund im Hause GOttes mit dem
Könige. Und er sprach zu ihnen: Siehe, des Königs Sohn soll König
sein, wie der HErr geredet hat über die Kinder Davids.

4. So sollt ihr nun also tun: Euer das dritte Teil, die des Sabbats
antreten, soll sein unter den Priestern und Leviten, die Torhüter sind
an der Schwelle,

5. und das dritte Teil im Hause des Königs und das dritte Teil am
Grundtor; aber alles Volk soll sein im Hofe am Hause des HErrn.

6. Und daß niemand in das Haus des HErrn gehe, ohne die Priester und
Leviten, die da dienen, die sollen hineingehen, denn sie sind
Heiligtum; und alles Volk warte der Hut des HErrn.

7. Und die Leviten sollen sich rings um den König her machen, ein
jeglicher mit seiner Wehre in der Hand. Und wer ins Haus gehet, der
sei des Todes! Und sie sollen bei dem Könige sein, wenn er aus- und
eingehet.

8. Und die Leviten und ganz Juda taten, wie der Priester Jojada
geboten hatte, und nahm ein jeglicher seine Leute, die des Sabbats
antraten, mit denen, die des Sabbats abtraten. Denn Jojada, der
Priester, ließ die zween Haufen nicht voneinander kommen.

9. Und Jojada, der Priester, gab den Obersten über hundert Spieße und
Schilde und Waffen des Königs David, die im Hause GOttes waren.

10. Und stellete alles Volk, einen jeglichen mit seinen Waffen in der
Hand, vor dem rechten Winkel des Hauses bis zum linken Winkel, zum
Altar und zum Hause wärts, um den König her.

11. Und sie brachten des Königs Sohn hervor und setzten ihm die Krone
auf, und das Zeugnis, und machten ihn zum Könige. Und Jojada samt
seinen Söhnen salbeten ihn und sprachen: Glück zu dem Könige!

12. Da aber Athalja hörete das Geschrei des Volks, das zulief und den
König lobte, ging sie zum Volk im Hause des HErrn.

13. Und sie sah, und siehe, der König stund an seiner Stätte im
Eingang, und die Obersten und Trommeter um den König; und alles
Landvolk war fröhlich und blies die Trommeten, und die Sänger mit
allerlei Saitenspiel, geschickt zu loben. Da zerriß sie ihre Kleider
und sprach: Aufruhr, Aufruhr!

14. Aber Jojada, der Priester, machte sich heraus mit den Obersten
über hundert, die über das Heer waren, und sprach zu ihnen: Führet sie
vom Hause über den Hof hinaus; und wer ihr nachfolget, den soll man
mit dem Schwert töten. Denn der Priester hatte befohlen, man sollte
sie nicht töten im Hause des HErrn.

15. Und sie legten die Hände an sie; und da sie kam zum Eingang des
Roßtors am Hause des Königs, töteten sie sie daselbst.

16. Und Jojada machte einen Bund zwischen ihm und allem Volk und dem
Könige, daß sie des HErrn Volk sein sollten.

17. Da ging alles Volk ins Haus Baals und brachen ihn ab, und seine
Altäre und Bilder zerbrachen sie und erwürgeten Mathan, den Priester
Baals, vor den Altären.

18. Und Jojada bestellete die Ämter im Hause des HErrn unter den
Priestern und den Leviten, die David verordnet hatte zum Hause des
HErrn; Brandopfer zu tun dem HErrn, wie es geschrieben stehet im
Gesetz Mose, mit Freuden und Liedern, durch David gedichtet.

19. Und stellete Torhüter in die Tore am Hause des HErrn, daß nichts
Unreines hineinkäme an irgendeinem Dinge.

20. Und er nahm die Obersten über hundert und die Mächtigen und Herren
im Volk und alles Landvolk und führete den König hinab vom Hause des
HErrn und brachten ihn durch das hohe Tor am Hause des Königs; und
ließen den König sich auf den königlichen Stuhl setzen.

21. Und alles Landvolk war fröhlich, und die Stadt war stille; aber
Athalja ward mit dem Schwert erwürget.

Das 24. Kapitel

1. Joas war sieben Jahre alt, da er König ward, und regierete vierzig
Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Zibja von Berseba.

2. Und Joas tat, was dem HErrn wohlgefiel, solange der Priester Jojada
lebte.

3. Und Jojada gab ihm zwei Weiber, und er zeugete Söhne und Töchter.

4. Danach nahm Joas vor, das Haus des HErrn zu erneuern.

5. Und versammelte die Priester und Leviten und sprach zu ihnen:
Ziehet aus zu allen Städten Judas und sammelt Geld aus dem ganzen
Israel, das Haus eures GOttes zu bessern jährlich; und eilet, solches
zu tun! Aber die Leviten eileten nicht.

6. Da rief der König Jojada, dem Vornehmsten, und sprach zu ihm: Warum
hast du nicht acht auf die Leviten, daß sie einbringen von Juda und
Jerusalem die Steuer, die Mose, der Knecht des HErrn, gesetzt hat, die
man sammelte unter Israel zu der Hütte des Stifts?

7. Denn die gottlose Athalja und ihre Söhne haben das Haus GOttes
zerrissen und alles, was zum Hause des HErrn geheiliget war, haben sie
an Baalim vermacht.

8. Da befahl der König, daß man ein Lade machte und setzte sie außen
ins To am Hause des HErrn.

9. Und ließ ausrufen in Juda und zu Jerusalem, daß man dem HErrn
einbringen sollte die Steuer von Mose, dem Knechte GOttes, auf Israel
gelegt in der Wüste.

10. Da freueten sich alle Obersten und alles Volk und brachten es und
warfen es in die Lade, bis sie voll ward.

11. Und wenn's Zeit war, daß man die Lade herbringen sollte durch die
Leviten nach des Königs Befehl (wenn sie sahen daß viel Geld drinnen
war), so kam der Schreiber des Königs, und wer vom vornehmsten
Priester Befehl hatte, und schütteten die Lade aus und trugen sie
wieder hin an ihren Ort. So taten sie alle Tage, daß sie Geldes die
Menge zuhauf brachten.

12. Und der König und Jojada gaben es den Arbeitern, die da schafften
am Hause des HErrn; dieselben dingeten Steinmetzen und Zimmerleute, zu
erneuern das Haus des HErrn; auch den Meistern an Eisen und Erz, zu
bessern das Haus des HErrn.

13. Und die Arbeiter arbeiteten, daß die Besserung im Werk zunahm
durch ihre Hand; und machten das Haus GOttes ganz fertig und wohl
zugerichtet; und machten es fest.

14. Und da sie es vollendet hatten, brachten sie das übrige Geld vor
den König und Jojada; davon machte man Gefäße zum Hause des HErrn,
Gefäße zum Dienst und zu Brandopfern, Löffel und güldene und silberne
Geräte. Und sie opferten Brandopfer, bei dem Hause des HErrn allewege,
solange Jojada lebte.

15. Und Jojada ward alt und des Lebens satt und starb; und war
hundertunddreißig Jahre alt, da er starb.

16. Und sie begruben ihn in der Stadt Davids unter die Könige, darum
daß er hatte wohlgetan an Israel und an GOtt und seinem Hause.

17. Und nach dem Tode Jojadas kamen die Obersten in Juda und beteten
den König an; da gehorchte ihnen der König.

18. Und sie verließen das Haus des HErrn, des GOttes ihrer Väter, und
dieneten den Hainen und Götzen. Da kam der Zorn über Juda und
Jerusalem um dieser ihrer Schuld willen.

19. Er sandte aber Propheten zu ihnen, daß sie sich zu dem HErrn
bekehren sollten; und die bezeugten sie; aber sie nahmen es nicht zu
Ohren.

20. Und der Geist GOttes zog an Sacharja, den Sohn Jojadas, des
Priesters. Der trat oben über das Volk und sprach zu ihnen: So spricht
GOtt: Warum übertretet ihr die Gebote des HErrn, das euch nicht
gelingen wird? Denn ihr habt den HErrn verlassen, so wird er euch
wieder verlassen.

21. Aber sie machten einen Bund wider ihn und steinigten ihn nach dem
Gebot des Königs im Hofe am Hause des HErrn.

22. Und der König Joas gedachte nicht an die Barmherzigkeit, die
Jojada sein Vater, an ihm getan hatte, sondern erwürgete seinen Sohn.
Da er aber starb, sprach er: Der HErr wird's sehen und suchen.

23. Und da das Jahr um war, zog herauf das Heer der Syrer, und kamen
nach Juda und Jerusalem und verderbeten alle Obersten im Volk; und
allen ihren Raub sandten sie dem Könige zu Damaskus.

24. Denn der Syrer Macht kam mit wenig Männern, noch gab der HErr in
ihre Hand eine sehr große Macht, darum daß sie den HErrn, ihrer Väter
GOtt, verlassen hatten. Auch übten sie an Joas Strafe.

25. Und da sie von ihm zogen, ließen sie ihn in großen Krankheiten. Es
machten aber seine Knechte einen Bund wider ihn um des Bluts willen
der Kinder Jojadas, des Priesters, und erwürgeten ihn auf seinem
Bette; und er starb. Und man begrub ihn in der Stadt Davids, aber
nicht unter der Könige Gräber.

26. Die aber den Bund wider ihn machten, waren diese: Sabad, der Sohn
Simeaths, der Ammonitin, und Josabad, der Sohn Simriths, der Moabitin.

27. Aber seine Söhne und die Summa, die unter ihm versammelt war, und
der Bau des Hauses GOttes, siehe, die sind beschrieben in der Historia
im Buch der Könige. Und sein Sohn Amazia ward König an seiner Statt.

Das 25. Kapitel

1. Fünfundzwanzig Jahre alt war Amazia, da er König ward, und
regierete neunundzwanzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Joadan
von Jerusalem.

2. Und er tat, was dem HErrn wohlgefiel, doch nicht von ganzem Herzen.

3. Da nun sein Königreich bekräftiget war, erwürgete er seine Knechte,
die den König, seinen Vater, geschlagen hatten.

4. Aber ihre Kinder tötete er nicht. Denn also stehet es geschrieben
im Gesetz, im Buch Moses, da der HErr gebeut und spricht: Die Väter
sollen nicht sterben für die Kinder, noch die Kinder für die Väter,
sondern ein jeglicher, soll um seiner Sünde willen sterben.

5. Und Amazia brachte zuhauf Juda und stellete sie nach der Väter
Häusern, nach den Obersten über tausend und über hundert, unter ganz
Juda und Benjamin; und zählete sie von zwanzig Jahren und drüber und
fand ihrer dreihunderttausend auserlesen, die ins Heer ziehen mochten
und Spieß und Schild führen konnten.

6. Dazu nahm er an aus Israel hunderttausend starke Kriegsleute um
hundert Zentner Silbers.

7. Es kam aber ein Mann GOttes zu ihm und sprach: König, laß nicht das
Heer Israels mit dir kommen; denn der HErr ist nicht mit Israel noch
mit allen Kindern Ephraim.

8. Denn so du kommst, daß du eine Kühnheit beweisest im Streit, wird
GOtt dich fallen lassen, vor deinen Feinden. Denn bei GOtt stehet die
Kraft, zu helfen und fallen zu lassen.

9. Amazia sprach zu dem Mann GOttes. Was soll man denn tun mit den
hundert Zentnern, die ich den Kriegsknechten von Israel gegeben habe?
Der Mann GOttes sprach: Der HErr hat noch mehr, denn des ist, das er
dir geben kann.

10. Da sonderte Amazia die Kriegsknechte ab, die zu ihm aus Ephraim
kommen waren, daß sie an ihren Ort hingingen. Da ergrimmete ihr Zorn
wider Juda sehr, und zogen wieder an ihren Ort mit grimmigem Zorn.

11. Und ward getrost und führete sein Volk aus und zog aus ins Salztal
und schlug der Kinder von Seir zehntausend.

12. Und die Kinder Juda fingen ihrer zehntausend lebendig; die
führeten sie auf die Spitze eines Felsen und stürzten sie von der
Spitze des Felsen, daß sie alle zerborsten.

13. Aber die Kriegsknechte, die Amazia hatte wiederum lassen ziehen,
daß sie nicht mit seinem Volk zum Streit zögen, taten sich nieder in
den Städten Judas, von Samaria an bis gen Beth-Horon, und schlugen
ihrer dreitausend und nahmen viel Raubes.

14. Und da Amazia wiederkam von der Edomiter Schlacht, brachte er die
Götter der Kinder von Seir und stellete sie ihm zu Göttern; und betete
an vor ihnen und räucherte ihnen.

15. Da ergrimmete der Zorn des HErrn über Amazia und sandte einen
Propheten zu ihm, der sprach zu ihm: Warum suchest du die Götter des
Volks, die ihr Volk nicht konnten erretten von deiner Hand?

16. Und da er mit ihm redete, sprach er zu ihm: Hat man dich zu des
Königs Rat gemacht? Höre auf, warum willst du geschlagen sein? Da
hörete der Prophet auf und sprach: Ich merke wohl, daß GOtt sich
beraten hat, dich zu verderben, daß du solches getan hast und
gehorchest meinem Rat nicht.

17. Und Amazia, der König Judas, ward Rats und sandte hin zu Joas, dem
Sohn Joahas, des Sohns Jehus, dem Könige Israels, und ließ ihm sagen:
Komm, laß uns miteinander besehen.

18. Aber Joas, der König Israels, sandte zu Amazia, dem Könige Judas,
und ließ ihm sagen: Der Dornstrauch im Libanon sandte zu der Zeder im
Libanon und ließ ihr sagen: Gib deine Tochter meinem Sohn zum Weibe;
aber das Wild im Libanon lief über den Dornstrauch und zertrat ihn.

19. Du gedenkest: Siehe, ich habe die Edomiter geschlagen; des erhebet
sich dein Herz und suchest Ruhm. Nun bleibe daheim! Warum ringest du
nach Unglück, daß du fallest und Juda mit dir?

20. Aber Amazia gehorchte nicht; denn es geschah von GOtt, daß sie
gegeben würden in die Hand, darum daß sie die Götter der Edomiter
gesucht hatten.

21. Da zog Joas, der König Israels, herauf, und besahen sich
miteinander, er und Amazia, der König Judas, zu Beth-Semes, die in
Juda liegt.

22. Aber Juda ward geschlagen vor Israel, und flohen ein jeglicher in
seine Hütte.

23. Aber Amazia, den König Judas, den Sohn Joas, griff Joas, der Sohn
Joahas, der König Israels, zu Beth-Semes und brachte ihn gen Jerusalem
und riß ein die Mauern zu Jerusalem vom Tor Ephraim an bis an das
Ecktor, vierhundert Ellen lang.

24. Und alles Gold und Silber und alle Gefäße, die vorhanden waren im
Hause GOttes bei Obed-Edom und in dem Schatz im Hause des Königs, und
die Kinder zu Pfande nahm er mit sich gen Samaria.

25. Und Amazia, der Sohn Joas, der König Judas, lebte nach dem Tode
Joas, des Sohns Joahas, des Königs Israels, fünfzehn Jahre.

26. Was aber mehr von Amazia zu sagen ist, beide das Erste und das
Letzte, siehe, das ist geschrieben im Buch der Könige Judas und
Israels.

27. Und von der Zeit an, da Amazia von dem HErrn abwich, machten sie
einen Bund wider ihn zu Jerusalem; er aber floh gen Lachis. Da sandten
sie ihm nach gen Lachis und töteten ihn daselbst.

28. Und sie brachten ihn auf Rossen und begruben ihn bei seinen Vätern
in der Stadt Judas.

Das 26. Kapitel

1. Da nahm das ganze Volk Juda Usia, der war sechzehn Jahre alt, und
machten ihn zum Könige an seines Vaters Amazia Statt.

2. Derselbe bauete Eloth und brachte sie wieder an Juda, nachdem der
König entschlafen war mit seinen Vätern.

3. Sechzehn Jahre alt war Usia, da er König ward, und regierete
zweiundfünfzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Jechalja von
Jerusalem.

4. Und er tat, das dem HErrn wohlgefiel, wie sein Vater Amazia getan
hatte.

5. Und er suchte GOtt, solange Sacharja lebte, der Lehrer in den
Gesichten GOttes; und solange er den HErrn suchte, ließ ihm GOtt
gelingen.

6. Denn er zog aus und stritt wider die Philister; und zerriß die
Mauern zu Gath und die Mauern zu Jabne und die Mauern zu Asdod; und
bauete Städte um Asdod und unter den Philistern.

7. Denn GOtt half ihm wider die Philister, wider die Araber, wider die
zu Gur-Baal und wider die Meuniter.

8. Und die Ammoniter gaben Usia Geschenke, und er ward berühmt, bis
man kommt nach Ägypten, denn er ward immer stärker und stärker.

9. Und Usia bauete Türme zu Jerusalem am Ecktor und am Taltor und an
andern Ecken und befestigte sie.

10. Er bauete auch Schlösser in der Wüste und grub viel Brunnen; denn
er hatte viel Viehes, beide in den Auen und auf den Ebenen; auch
Ackerleute und Weingärtner an den Bergen und am Karmel, denn er hatte
Lust zu Ackerwerk.

11. Und Usia hatte eine Macht zum Streit, die ins Heer zogen, von
Kriegsknechten, in der Zahl gerechnet, unter der Hand Jeiels, des
Schreibers, und Maesejas, des Amtmanns, unter der Hand Hananjas aus
den Obersten des Königs.

12. Und die Zahl der vornehmsten Väter unter den starken Kriegern war
zweitausend und sechshundert.

13. Und unter ihrer Hand die Heersmacht dreihunderttausend und
siebentausend und fünfhundert zum Streit geschickt in Heereskraft, zu
helfen dem Könige wider die Feinde.

14. Und Usia schickte ihnen für das ganze Heer Schilde, Spieße, Helme,
Panzer, Bogen und Schleudersteine.

15. Und machte zu Jerusalem Brustwehren künstlich, die auf den Türmen
und Ecken sein sollten, zu schießen mit Pfeilen und großen Steinen.
Und sein Gerücht kam weit aus, darum daß ihm sonderlich geholfen ward,
bis er mächtig ward.

16. Und da er mächtig worden war, erhub sich sein Herz zu seinem
Verderben. Denn er vergriff sich an dem HErrn, seinem GOtt, und ging
in den Tempel des HErrn, zu räuchern auf dem Räuchaltar.

17. Aber Asarja, der Priester, ging ihm nach und achtzig Priester des
HErrn mit ihm, redliche Leute,

18. und stunden wider Usia, den König, und sprachen zu ihm: Es gebührt
dir, Usia, nicht, zu räuchern dem HErrn, sondern den Priestern, Aarons
Kindern, die zu räuchern geheiliget sind. Gehe heraus aus dem
Heiligtum, denn du vergreifest dich; und es wird dir keine Ehre sein
vor GOtt dem HErrn.

19. Aber Usia ward zornig; und hatte ein Räuchfaß in der Hand. Und da
er mit den Priestern murrete, fuhr der Aussatz aus an seiner Stirn vor
den Priestern im Hause des HErrn vor dem Räuchaltar.

20. Und Asarja, der oberste Priester, wandte das Haupt zu ihm, und
alle Priester, und siehe, da war er aussätzig an seiner Stirn; und sie
stießen ihn von dannen. Er eilete auch selbst, herauszugehen, denn
seine Plage war vom HErrn.

21. Also war Usia, der König, aussätzig bis an seinen Tod und wohnete
in einem sondern Hause aussätzig; denn er ward verstoßen vom Hause des
HErrn. Jotham aber, sein Sohn, stund des Königs Hause vor und richtete
das Volk im Lande.

22. Was aber mehr von Usia zu sagen ist, beide das Erste und das
Letzte, hat beschrieben der Prophet Jesaja, der Sohn Amoz.

23. Und Usia entschlief mit seinen Vätern, und sie begruben ihn bei
seinen Vätern im Acker bei dem Begräbnis der Könige; denn sie
sprachen: Er ist aussätzig. Und Jotham, sein Sohn, ward König an
seiner Statt.

Das 27. Kapitel

1. Jotham war fünfundzwanzig Jahre alt, da er König ward, und
regierete sechzehn Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Jerusa, eine
Tochter Zadoks.

2. Und tat, das dem HErrn wohlgefiel, wie sein Vater Usia getan hatte,
ohne daß er nicht in den Tempel des HErrn ging, und das Volk sich noch
verderbete.

3. Er bauete das hohe Tor am Hause des HErrn, und an der Mauer Ophel
bauete er viel.

4. Und bauete die Städte auf dem Gebirge Juda, und in den Wäldern
bauete er Schlösser und Türme.

5. Und er stritt mit dem Könige der Kinder Ammon, und er ward ihrer
mächtig, daß ihm die Kinder Ammon dasselbe Jahr gaben hundert Zentner
Silbers, zehntausend Kor Weizen und zehntausend Gerste. So viel gaben
ihm die Kinder Ammon auch im andern und im dritten Jahrs

6. Also ward Jotham mächtig; denn er richtete seine Wege vor dem
HErrn, seinem GOtt.

7. Was aber mehr von Jotham zu sagen ist, und alle seine Streite und
seine Wege, siehe, das ist geschrieben im Buch der Könige Israels und
Judas.

8. Fünfundzwanzig Jahre alt war er, da er König ward, und regierete
sechzehn Jahre zu Jerusalem.

9. Und Jotham entschlief mit seinen Vätern, und sie begruben ihn in
der Stadt Davids. Und sein Sohn Ahas ward König an seiner Statt.

Das 28. Kapitel

1. Ahas war zwanzig Jahre alt, da er König ward, und regierete
sechzehn Jahre zu Jerusalem; und tat nicht, das dem HErrn wohlgefiel,
wie sein Vater David,

2. sondern wandelte in den Wegen der Könige Israels. Dazu machte er
gegossene Bilder Baalim.

3. Und räucherte im Tal der Kinder Hinnom und verbrannte seine Söhne
mit Feuer nach dem Greuel der Heiden, die der HErr vor den Kindern
Israel vertrieben hatte;

4. und opferte und räucherte auf den Höhen und auf den Hügeln und
unter allen grünen Bäumen.

5. Darum gab ihn der HErr, sein GOtt, in die Hand des Königs zu
Syrien, daß sie ihn schlugen und einen großen Haufen von den Seinen
gefangen wegführeten und gen Damaskus brachten. Auch ward er gegeben
unter die Hand des Königs Israels, daß er eine große Schlacht an ihm
tat.

6. Denn Pekah, der Sohn Remaljas, schlug in Juda
hundertundzwanzigtausend auf einen Tag, die alle redliche Leute waren,
darum daß sie den HErrn, ihrer Väter GOtt, verließen.

7. Und Sichri, ein Gewaltiger in Ephraim, erwürgete Maeseja, den Sohn
des Königs, und Asrikam, den Hausfürsten, und Elkana, den Nächsten
nach dem Könige.

8. Und die Kinder Israel führeten gefangen weg von ihren Brüdern
zweihunderttausend Weiber, Söhne und Töchter; und nahmen dazu großen
Raub von ihnen und brachten den Raub gen Samaria.

9. Es war aber daselbst ein Prophet des HErrn, der hieß Oded, der ging
heraus dem Heer entgegen, das gen Samaria kam, und sprach zu ihnen:
Siehe, weil der HErr, eurer Väter GOtt, über Juda zornig ist, hat er
sie in eure Hände gegeben; ihr aber habt sie erwürget, so greulich,
daß es in den Himmel reichet.

10. Nun gedenket ihr die Kinder Judas und Jerusalems euch zu
unterwerfen zu Knechten und Mägden. Ist das denn nicht Schuld bei euch
wider den HErrn, euren GOtt?

11. So gehorchet mir nun und bringet die Gefangenen wieder hin, die
ihr habt weggeführet aus euren Brüdern; denn des HErrn Zorn ist über
euch ergrimmet.

12. Da machten sich auf etliche unter den Vornehmsten der Kinder
Ephraim: Asarja, der Sohn Johanans, Berechja, der Sohn Mesillemoths,
Jehiskia, der Sohn Sallums, und Amasa, der Sohn Hadlais, wider die, so
aus dem Heer kamen,

13. und sprachen zu ihnen: Ihr sollt die Gefangenen nicht
hereinbringen; denn ihr gedenket nur Schuld vor dem HErrn über uns,
auf daß ihr unserer Sünde und Schuld desto mehr machet; denn es ist
zuvor der Schuld zu viel und der Zorn über Israel ergrimmet.

14. Da ließen die Geharnischten die Gefangenen und den Raub vor den
Obersten und vor der ganzen Gemeine.

15. Da stunden auf die Männer, die jetzt mit Namen genannt sind, und
nahmen die Gefangenen und alle die bloß unter ihnen waren, zogen sie
an von dem Geraubten und kleideten sie und zogen ihnen Schuhe an; und
gaben ihnen zu essen und zu trinken und salbeten sie; und führeten sie
auf Eseln alle, die schwach waren, und brachten sie gen Jericho, zur
Palmenstadt, zu ihren Brüdern. Und kamen wieder gen Samaria.

16. Zu derselben Zeit sandte der König Ahas zu den Königen von Assur,
daß sie ihm hülfen.

17. Und es kamen abermal die Edomiter und schlugen Juda und führeten
etliche weg.

18. Auch taten sich die Philister nieder in den Städten, in der Aue
und gegen Mittag Juda und gewannen Beth-Semes, Ajalon, Gederoth und
Socho mit ihren Töchtern und Thimna mit ihren Töchtern und Gimso mit
ihren Töchtern; und wohneten drinnen.

19. Denn der HErr demütigte Juda um Ahas willen, des Königs Judas,
darum daß er Juda bloß machte und vergriff sich am HErrn.

20. Und es kam wider ihn Thiglath-Pilneser, der König von Assur, der
belagerte ihn; aber er konnte ihn nicht gewinnen.

21. Denn Ahas teilte das Haus des HErrn und das Haus des Königs und
der Obersten, das er dem Könige zu Assur gab; aber es half ihm nichts.

22. Dazu in seiner Not machte der König Ahas des Vergreifens am HErrn
noch mehr

23. und opferte den Göttern zu Damaskus, die ihn geschlagen hatten,
und sprach: Die Götter der Könige zu Syrien helfen ihnen; darum will
ich ihnen opfern, daß sie mir auch helfen; so doch dieselben ihm und
dem ganzen Israel ein Fall waren.

24. Und Ahas brachte zuhauf die Gefäße des Hauses GOttes und sammelte
die Gefäße im Hause GOttes und schloß die Türen zu am Hause des HErrn;
und machte ihm Altäre in allen Winkeln zu Jerusalem.

25. Und in den Städten Judas hin und her machte er Höhen, zu räuchern
andern Göttern; und reizte den HErrn, seiner Väter GOtt.

26. Was aber mehr von ihm zu sagen ist, und alle seine Wege, beide die
ersten und letzten, siehe, das ist geschrieben im Buch der Könige
Judas und Israels.

27. Und Ahas entschlief mit seinen Vätern, und sie begruben ihn in der
Stadt zu Jerusalem; denn sie brachten ihn nicht unter die Gräber der
Könige Israels. Und sein Sohn Jehiskia ward König an seiner Statt.

Das 29. Kapitel

1. Jehiskia war fünfundzwanzig Jahre alt, da er König ward, und
regierete neunundzwanzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Abia,
eine Tochter Sacharjas.

2. Und er tat, das dem HErrn wohlgefiel, wie sein Vater David.

3. Er tat auf die Türen am Hause des HErrn im ersten Monden des ersten
Jahrs seines Königreichs und befestigte sie.

4. Und brachte hinein die Priester und Leviten und versammelte sie auf
der breiten Gasse gegen Morgen

5. und sprach zu ihnen: Höret mir zu, ihr Leviten! Heiliget euch nun,
daß ihr heiliget das Haus des HErrn, eurer Väter GOttes, und tut
heraus den Unflat aus dem Heiligtum.

6. Denn unsere Väter haben sich vergriffen und getan, das dem HErrn,
unserm GOtt, übel gefällt, und haben ihn verlassen. Denn sie haben ihr
Angesicht von der Wohnung des HErrn gewandt und den Rücken zugekehret;

7. und haben die Tür an der Halle zugeschlossen und die Lampen
ausgelöschet und kein Räuchwerk geräuchert und kein Brandopfer getan
im Heiligtum dem GOtt Israels.

8. Daher ist der Zorn des HErrn über Juda und Jerusalem kommen und hat
sie gegeben in Zerstreuung und Verwüstung, daß man sie anpfeifet, wie
ihr mit euren Augen sehet.

9. Denn siehe, um desselben willen sind unsere Väter gefallen durchs
Schwert, unsere Söhne, Töchter und Weiber sind weggeführt.

10. Nun habe ich's im Sinn, einen Bund zu machen mit dem HErrn, dem
GOtt Israels, daß sein Zorn und Grimm sich von uns wende.

11. Nun, meine Söhne, seid nicht hinlässig; denn euch hat der HErr
erwählet, daß ihr vor ihm stehen sollet, und daß ihr seine Diener und
Räucherer seid.

12. Da machten sich auf die Leviten: Mahath, der Sohn Amasais, und
Joel, der Sohn Asarjas, aus den Kindern der Kahathiter; aus den
Kindern aber Merari: Kis, der Sohn Abdis, und Asarja, der Sohn
Jehaleleels; aber aus den Kindern der Gersoniter: Joab, der Sohn
Simmas, und Eden, der Sohn Joahs;

13. und aus den Kindern Elizaphan: Simri und Jeiel; und aus den
Kindern Assaph: Sacharja und Mathanja;

14. und aus den Kindern Heman: Jehiel und Simei; und aus den Kindern
Jeduthun: Semaja und Usiel.

15. Und sie versammelten ihre Brüder und heiligten sich; und gingen
hinein nach dem Gebot des Königs aus dem Wort des HErrn, zu reinigen
das Haus des HErrn.

16. Die Priester aber gingen hinein inwendig ins Haus des HErrn, zu
reinigen; und taten alle Unreinigkeit, die im Tempel des HErrn funden
ward, auf den Hof am Hause des HErrn; und die Leviten nahmen sie auf
und trugen sie hinaus in den Bach Kidron.

17. Sie fingen aber an am ersten Tage des ersten Monden, sich zu
heiligen, und am achten Tage des Monden gingen sie in die Halle des
HErrn und heiligten das Haus des HErrn acht Tage; und vollendeten es
am sechzehnten Tage des ersten Monden.

18. Und sie gingen hinein zum Könige Hiskia und sprachen: Wir haben
gereiniget das ganze Haus des HErrn, den Brandopferaltar und all sein
Geräte, den Tisch der Schaubrote und all sein Geräte

19. und alle Gefäße, die der König Ahas, da er König war, weggeworfen
hatte, da er sich versündigte, die haben wir zugerichtet und
geheiliget; siehe, sie sind vor dem Altar des HErrn.

20. Da machte sich der König Hiskia frühe auf und versammelte die
Obersten der Stadt und ging hinauf zum Hause des HErrn.

21. Und brachten herzu sieben Farren, sieben Widder, sieben Lämmer und
sieben Ziegenböcke zum Sündopfer für das Königreich, für das Heiligtum
und für Juda. Und er sprach zu den Priestern, den Kindern Aaron, daß
sie opfern sollten auf dem Altar des HErrn.

22. Da schlachteten sie die Rinder, und die Priester nahmen das Blut
und sprengeten es auf den Altar; und schlachteten die Widder und
sprengeten das Blut auf den Altar; und schlachteten die Lämmer und
sprengeten das Blut auf den Altar

23. und brachten die Böcke zum Sündopfer vor den König und die Gemeine
und legten ihre Hände auf sie.

24. Und die Priester schlachteten sie und entsündigten ihr Blut auf
dem Altar, zu versöhnen das ganze Israel. Denn der König hatte
befohlen, Brandopfer und Sündopfer zu tun für das ganze Israel.

25. Und er stellete die Leviten im Hause des HErrn mit Zimbeln,
Psaltern und Harfen, wie es David befohlen hatte und Gad, der Schauer
des Königs, und der Prophet Nathan; denn es war des HErrn Gebot durch
seine Propheten.

26. Und die Leviten stunden mit den Saitenspielen Davids und die
Priester mit den Trommeten.

27. Und Hiskia hieß sie Brandopfer tun auf dem Altar. Und um die Zeit,
da man anfing das Brandopfer, fing auch an der Gesang des HErrn und
die Trommeten und auf mancherlei Saitenspiel Davids, des Königs
Israels.

28. Und die ganze Gemeine betete an; und der Gesang der Sänger und das
Trommeten der Trommeter währete alles, bis das Brandopfer ausgerichtet
war.

29. Da nun das Brandopfer ausgerichtet war, beugte sich der König und
alle, die bei ihm vorhanden waren, und beteten an.

30. Und der König Hiskia samt den Obersten hieß die Leviten den HErrn
loben mit dem Gedicht Davids und Assaphs, des Schauers. Und sie lobten
mit Freuden und neigeten sich und beteten an.

31. Und Hiskia antwortete und sprach: Nun habt ihr eure Hände gefüllet
dem HErrn; tretet hinzu und bringet her die Opfer und Lobopfer zum
Hause des HErrn. Und die Gemeine brachte herzu Opfer und Lobopfer und
jedermann freiwilliges Herzens Brandopfer.

32. Und die Zahl der Brandopfer, so die Gemeine herzubrachte, war
siebenzig Rinder, hundert Widder und zweihundert Lämmer, und solches
alles zu Brandopfer dem HErrn.

33. Und sie heiligten sechshundert Rinder und dreitausend Schafe.

34. Aber der Priester waren zu wenig und konnten nicht allen
Brandopfern die Haut abziehen; darum nahmen sie ihre Brüder, die
Leviten, bis das Werk ausgerichtet ward, und bis sich die Priester
heiligten. Denn die Leviten sind leichter zu heiligen als die
Priester.

35. Auch war der Brandopfer viel mit dem Fett der Dankopfer und
Trankopfer zu den Brandopfern. Also ward das Amt am Hause des HErrn
fertig.

36. Und Hiskia freuete sich samt allem Volk, daß man mit GOtt bereit
war worden; denn es geschah eilend.

Das 30. Kapitel

1. Und Hiskia sandte hin zum ganzen Israel und Juda und schrieb Briefe
an Ephraim und Manasse, daß sie kämen zum Hause des HErrn gen
Jerusalem, Passah zu halten dem HErrn, dem GOtt Israels.

2. Und der König hielt einen Rat mit seinen Obersten und der ganzen
Gemeine zu Jerusalem, das Passah zu halten im andern Monden.

3. Denn sie konnten's nicht halten zur selbigen Zeit, darum daß der
Priester nicht genug geheiliget waren, und das Volk noch nicht zuhauf
kommen war gen Jerusalem.

4. Und es gefiel dem Könige wohl und der ganzen Gemeine,

5. und bestelleten, daß solches ausgerufen würde durch ganz Israel,
von Berseba an bis gen Dan, daß sie kämen, Passah zu halten dem HErrn,
dem GOtt Israels, zu Jerusalem; denn es war lange nicht gehalten, wie
es geschrieben stehet.

6. Und die Läufer gingen hin mit den Briefen von der Hand des Königs
und seiner Obersten durch ganz Israel und Juda aus dem Befehl des
Königs und sprachen: Ihr Kinder Israel, bekehret euch zu dem HErrn,
dem GOtt Abrahams, Isaaks und Israels, so wird er sich kehren zu den
übrigen, die noch übrig unter euch sind aus der Hand der Könige zu
Assur.

7. Und seid nicht wie eure Väter und Brüder, die sich am HErrn, ihrer
Väter GOtt, vergriffen, und er sie gab in eine Verwüstung, wie ihr
selber sehet.

8. So seid nun nicht halsstarrig, wie eure Väter, sondern gebet eure
Hand dem HErrn und kommt zu seinem Heiligtum, das er geheiliget hat
ewiglich, und dienet dem HErrn, eurem GOtt, so wird sich der Grimm
seines Zorns von euch wenden.

9. Denn so ihr euch bekehret zu dem HErrn, so werden eure Brüder und
Kinder Barmherzigkeit haben vor denen, die sie gefangen halten, daß
sie wieder in dies Land kommen. Denn der HErr, euer GOtt, ist gnädig
und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden, so ihr
euch zu ihm bekehret.

10. Und die Läufer gingen von einer Stadt zur andern im Lande Ephraim
und Manasse und bis gen Sebulon; aber sie verlachten sie und spotteten
ihrer.

11. Doch etliche von Asser und Manasse und Sebulon demütigten sich und
kamen gen Jerusalem.

12. Auch kam GOttes Hand in Juda, daß er ihnen gab einerlei Herz, zu
tun nach des Königs und der Obersten Gebot aus dem Wort des HErrn.

13. Und es kam zuhauf gen Jerusalem ein groß Volk, zu halten das Fest
der ungesäuerten Brote im andern Monden, eine sehr große Gemeine.

14. Und sie machten sich auf und taten ab die Altäre, die zu Jerusalem
waren, und alle Räuchwerke taten sie weg und warfen sie in den Bach
Kidron.

15. Und schlachteten das Passah am vierzehnten Tage des andern Monden.
Und die Priester und Leviten bekannten ihre Schande und heiligten sich
und brachten die Brandopfer zum Hause des HErrn.

16. Und stunden in ihrer Ordnung, wie sich's gebührt, nach dem Gesetz
Moses, des Mannes GOttes. Und die Priester sprengeten das Blut von der
Hand der Leviten.

17. Denn ihrer waren viel in der Gemeine, die sich nicht geheiliget
hatten; darum schlachteten die Leviten das Passah für alle, die nicht
rein waren, daß sie dem HErrn geheiliget würden.

18. Auch war des Volks viel von Ephraim, Manasse, Isaschar und
Sebulon, die nicht rein waren, sondern aßen das Osterlamm nicht, wie
geschrieben stehet. Denn Hiskia bat für sie und sprach: Der HErr, der
gütig ist, wird gnädig sein

19. allen, die ihr Herz schicken, GOtt zu suchen, den HErrn, den GOtt
ihrer Väter, und nicht um der heiligen Reinigkeit willen.

20. Und der HErr erhörete Hiskia und heilete das Volk.

21. Also hielten die Kinder Israel, die zu Jerusalem funden wurden,
das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage mit großer Freude. Und die
Leviten und Priester lobeten den HErrn alle Tage mit starken
Saitenspielen des HErrn.

22. Und Hiskia redete herzlich mit allen Leviten, die einen guten
Verstand hatten am HErrn. Und sie aßen das Fest über, sieben Tage; und
opferten Dankopfer und danketen dem HErrn, ihrer Väter GOtt.

23. Und die ganze Gemeine ward Rats, noch andere sieben Tage zu
halten; und hielten auch die sieben Tage mit Freuden.

24. Denn Hiskia, der König Judas, gab eine Hebe für die Gemeine,
tausend Farren und siebentausend Schafe. Die Obersten aber gaben eine
Hebe für die Gemeine, tausend Farren und zehntausend Schafe. Also
heiligten sich der Priester viele.

25. Und es freuten sich die ganze Gemeine Juda, die Priester und
Leviten und die ganze Gemeine, die aus Israel kommen waren, und die
Fremdlinge, die aus dem Lande Israel kommen waren und die in Juda
wohneten.

26. Und war eine große Freude zu Jerusalem. Denn seit der Zeit
Salomos, des Sohns Davids, des Königs Israels, war solches zu
Jerusalem nicht gewesen.

27. Und die Priester und die Leviten stunden auf und segneten das
Volk, und ihre Stimme ward erhöret, und ihr Gebet kam hinein vor seine
heilige Wohnung im Himmel.

Das 31. Kapitel

1. Und da dies alles war ausgerichtet, zogen hinaus alle Israeliten,
die unter den Städten Judas funden wurden, und zerbrachen die Säulen
und hieben die Haine ab und brachen ab die Höhen und Altäre aus dem
ganzen Juda, Benjamin, Ephraim und Manasse, bis sie sie gar
aufräumten. Und die Kinder Israel zogen alle wieder zu ihrem Gut in
ihre Städte.

2. Hiskia aber stellete die Priester und Leviten in ihre Ordnung,
einen jeglichen nach seinem Amt, beide der Priester und Leviten, zu
Brandopfern und Dankopfern, daß sie dieneten, danketen und lobeten in
den Toren des Lagers des HErrn.

3. Und der König gab sein Teil von seiner Habe zu Brandopfern des
Morgens und des Abends und zu Brandopfern des Sabbats und Neumonden
und Festen, wie es geschrieben stehet im Gesetz des HErrn.

4. Und er sprach zum Volk, das zu Jerusalem wohnete, daß sie Teil
gäben den Priestern und Leviten, auf daß sie könnten desto härter
anhalten am Gesetz des HErrn.

5. Und da das Wort auskam, gaben die Kinder Israel viel Erstlinge von
Getreide, Most, Öl, Honig und allerlei Einkommens vom Felde; und
allerlei Zehnten brachten sie viel hinein.

6. Und die Kinder Israel und Juda, die in den Städten Judas wohneten,
brachten auch Zehnten von Rindern und Schafen und Zehnten von dem
Geheiligten, das sie dem HErrn, ihrem GOtt, geheiliget hatten, und
machten hie einen Haufen und da einen Haufen.

7. Im dritten Monden fingen sie an, Haufen zu legen, und im siebenten
Monden richteten sie es aus.

8. Und da Hiskia mit den Obersten hineinging und sahen die Haufen,
lobeten sie den HErrn und sein Volk Israel.

9. Und Hiskia fragte die Priester und Leviten um die Haufen.

10. Und Asarja, der Priester, der Vornehmste im Hause Zadok, sprach zu
ihm: Seit der Zeit man angefangen hat, die Hebe zu bringen ins Haus
des HErrn, haben wir gegessen und sind satt worden, und ist noch viel
überblieben; denn der HErr hat sein Volk gesegnet, darum ist dieser
Haufe überblieben.

11. Da befahl der König, daß man Kasten zubereiten sollte am Hause des
HErrn. Und sie bereiteten sie zu

12. und taten hinein die Hebe, die Zehnten und das Geheiligte
treulich. Und über dasselbe war Fürst Chananja, der Levit, und Simei,
sein Bruder, der andere,

13. und Jehiel, Asasja, Nahath, Asahel, Jerimoth, Josabad, Eliel,
Jesmachja, Mahath und Benaja, verordnet von der Hand Chananjas und
Simeis, seines Bruders, nach dem Befehl des Königs Hiskia. Aber Asarja
war Fürst im Hause GOttes.

14. Und Kore, der Sohn Jemnas, der Levit, der Torhüter gegen Morgen,
war über die freiwilligen Gaben GOttes, die dem HErrn zur Hebe gegeben
wurden, und über die allerheiligsten.

15. Und unter seiner Hand waren: Eden, Minjamin, Jesua, Semaja, Amarja
und Sachanja in den Städten der Priester, auf Glauben, daß sie geben
sollten ihren Brüdern nach ihrer Ordnung, dem Kleinsten wie dem
Großen;

16. dazu denen, die gerechnet wurden für Mannsbilde von drei Jahren
alt und drüber, unter allen, die in das Haus des HErrn gingen, ein
jeglicher an seinem Tage zu ihrem Amt in ihrer Hut nach ihrer Ordnung;

17. auch die für Priester gerechnet wurden im Hause ihrer Väter, und
die Leviten, von zwanzig Jahren und drüber, in ihrer Hut nach ihrer
Ordnung;

18. dazu die gerechnet wurden unter ihre Kinder, Weiber, Söhne und
Töchter, unter der ganzen Gemeine. Denn sie heiligten treulich das
Geheiligte.

19. Auch waren Männer mit Namen benannt unter den Kindern Aaron, den
Priestern, auf den Feldern der Vorstädte in allen Städten, daß sie
Teil gäben allen Mannsbildern unter den Priestern und allen, die unter
die Leviten gerechnet wurden.

20. Also tat Hiskia im ganzen Juda und tat, was gut, recht und
wahrhaftig war vor dem HErrn, seinem GOtt.

21. Und in allem Tun, das er anfing, am Dienst des Hauses GOttes nach
dem Gesetz und Gebot, zu suchen seinen GOtt, das tat er von ganzem
Herzen; darum hatte er auch Glück.

Das 32. Kapitel

1. Nach diesen Geschichten und Treue kam Sanherib, der König zu Assur,
und zog nach Juda und lagerte sich vor die festen Städte und gedachte,
sie zu sich zu reißen.

2. Und da Hiskia sah, daß Sanherib kam und sein Angesicht stund, zu
streiten wider Jerusalem,

3. ward er Rats mit seinen Obersten und Gewaltigen, zuzudecken die
Wasser von den Brunnen, die draußen vor der Stadt waren; und sie
halfen ihm.

4. Und es versammelte sich ein groß Volk und deckten zu alle Brunnen
und fließenden Wasser mitten im Lande und sprachen: Daß die Könige von
Assur nicht viel Wassers finden, wenn sie kommen!

5. Und er ward getrost und bauete alle Mauern, wo sie lückicht waren,
und machte Türme drauf; und bauete draußen noch eine andere Mauer und
befestigte Millo an der Stadt Davids; und machte viel Waffen und
Schilde.

6. Und stellete die Hauptleute zum Streit neben das Volk; und sammelte
sie zu sich auf die breite Gasse am Tor der Stadt und redete herzlich
mit ihnen und sprach:

7. Seid getrost und frisch, fürchtet euch nicht und zaget nicht vor
dem Könige von Assur, noch vor all dem Haufen, der bei ihm ist; denn
es ist ein größerer mit uns als mit ihm.

8. Mit ihm ist ein fleischlicher Arm; mit uns aber ist der HErr, unser
GOtt, daß er uns helfe und führe unsern Streit. Und das Volk verließ
sich auf die Worte Hiskias, des Königs Judas.

9. Danach sandte Sanherib, der König zu Assur, seine Knechte gen
Jerusalem (denn er lag vor Lachis und alle seine Herrschaft mit ihm)
zu Hiskia, dem Könige Judas, und zum ganzen Juda, das zu Jerusalem
war, und ließ ihm sagen:

10. So spricht Sanherib, der König zu Assur: Wes vertröstet ihr euch,
die ihr wohnet in dem belagerten Jerusalem?

11. Hiskia beredet euch, daß er euch gebe in den Tod, Hunger und
Durst, und spricht: Der HErr, unser GOtt, wird uns erretten von der
Hand des Königs zu Assur.

12. Ist er nicht der Hiskia, der seine Höhen und Altäre weggetan hat
und gesagt zu Juda und Jerusalem: Vor einem Altar sollt ihr anbeten
und drauf räuchern?

13. Wisset ihr nicht, was ich und meine Väter getan haben allen
Völkern in Ländern? Haben auch die Götter der Heiden in Ländern mögen
ihre Länder erretten von meiner Hand?

14. Wer ist unter allen Göttern dieser Heiden, die meine Väter
verbannet haben, der sein Volk habe mögen erretten von meiner Hand,
daß euer GOtt euch sollte mögen erretten aus meiner Hand?

15. So laßt euch nun Hiskia nicht aufsetzen und laßt euch solches
nicht bereden und glaubet ihm nicht. Denn so kein Gott aller Heiden
und Königreiche hat sein Volk mögen von meiner und meiner Väter Hand
erretten, so werden auch euch eure Götter nicht erretten von meiner
Hand.

16. Dazu redeten seine Knechte noch mehr wider den HErrn, den GOtt,
und wider seinen Knecht Hiskia.

17. Auch schrieb er Briefe, Hohn zu sprechen dem HErrn, dem GOtt
Israels, und redete von ihm und sprach: Wie die Götter der Heiden in
Ländern ihr Volk nicht haben errettet von meiner Hand, so wird auch
der GOtt Hiskias sein Volk nicht erretten von meiner Hand.

18. Und sie riefen mit lauter Stimme auf jüdisch zum Volk zu
Jerusalem, das auf der Mauer war, sie furchtsam zu machen und zu
erschrecken, daß sie die Stadt gewönnen;

19. und redeten wider den GOtt Jerusalems wie wider die Götter der
Völker auf Erden, die Menschenhände-Werk waren.

20. Aber der König Hiskia und der Prophet Jesaja, der Sohn Amoz,
beteten dawider und schrieen gen Himmel.

21. Und der HErr sandte einen Engel, der vertilgete alle Gewaltigen
des Heers und Fürsten und Obersten im Lager des Königs zu Assur, daß
er mit Schanden wieder in sein Land zog. Und da er in seines Gottes
Haus ging, fälleten ihn daselbst durchs Schwert, die von seinem
eigenen Leibe kommen waren.

22. Also half der HErr Hiskia und denen zu Jerusalem aus der Hand
Sanheribs, des Königs zu Assur, und aller anderen und enthielt sie vor
allen umher,

23. daß viele dem HErrn Geschenke brachten gen Jerusalem und Kleinode
Hiskia, dem Könige Judas. Und er ward danach erhaben vor allen Heiden.

24. Zu der Zeit ward Hiskia todkrank; und er bat den HErrn. Der redete
ihm und gab ihm ein Wunder.

25. Aber Hiskia vergalt nicht, wie ihm gegeben war; denn sein Herz
erhub sich. Darum kam der Zorn über ihn und über Juda und Jerusalem.

26. Aber Hiskia demütigte sich, daß sein Herz sich erhoben hatte, samt
denen zu Jerusalem; darum kam der Zorn des HErrn nicht über sie, weil
Hiskia lebte.

27. Und Hiskia hatte sehr großen Reichtum und Ehre und machte ihm
Schätze von Silber, Gold, Edelsteinen, Würze, Schilden und allerlei
köstlichem Geräte

28. und Kornhäuser zu dem Einkommen des Getreides, Mosts und Öles und
Ställe für allerlei Vieh und Hürden für die Schafe.

29. Und bauete ihm Städte und hatte Vieh an Schafen und Rindern die
Menge; denn GOtt gab ihm sehr groß Gut.

30. Er ist der Hiskia, der die hohe Wasserquelle in Gihon zudeckte und
leitete sie hinunter von abendwärts zur Stadt Davids; denn Hiskia war
glückselig in allen seinen Werken.

31. Da aber die Botschaften der Fürsten von Babel zu ihm gesandt
waren, zu fragen nach dem Wunder, das im Lande geschehen war, verließ
ihn GOtt also, daß er ihn versuchte, auf daß kund würde alles, was in
seinem Herzen war.

32. Was aber mehr von Hiskia zu sagen ist, und seine Barmherzigkeit,
siehe, das ist geschrieben in dem Gesicht des Propheten Jesaja, des
Sohns Amoz, im Buch der Könige Judas und Israels.

33. Und Hiskia entschlief mit seinen Vätern, und sie begruben ihn über
die Gräber der Kinder Davids. Und ganz Juda und die zu Jerusalem taten
ihm Ehre in seinem Tode. Und sein Sohn Manasse ward König an seiner
Statt.

Das 33. Kapitel

1. Manasse war zwölf Jahre alt, da er König ward, und regierete
fünfundfünfzig Jahre zu Jerusalem;

2. und tat, das dem HErrn übel gefiel, nach den Greueln der Heiden,
die der HErr vor den Kindern Israel vertrieben hatte.

3. Und kehrete sich um und bauete die Höhen die sein Vater Hiskia
abgebrochen hatte, und stiftete Baalim Altäre und machte Haine und
betete an allerlei Heer am Himmel und dienete ihnen.

4. Er bauete auch Altäre im Hause des HErrn, davon der HErr geredet
hat: Zu Jerusalem soll mein Name sein ewiglich.

5. Und bauete Altäre allerlei Heer am Himmel in beiden Höfen am Hause
des HErrn.

6. Und er ließ seine Söhne durchs Feuer gehen im Tal des Sohns Hinnoms
und wählte Tage und achtete auf Vogelgeschrei und zauberte und
stiftete Wahrsager und Zeichendeuter und tat viel, das dem HErrn übel
gefiel, ihn zu erzürnen.

7. Er setzte auch Bilder und Götzen, die er machen ließ, ins Haus
GOttes, davon der HErr David geredet hatte und Salomo, seinem Sohn: In
diesem Hause zu Jerusalem, die ich erwählet habe vor allen Stämmen
Israels, will ich meinen Namen setzen ewiglich;

8. und will nicht mehr den Fuß Israels lassen weichen vom Lande, das
ich ihren Vätern bestellet habe, sofern sie sich halten, daß sie tun
alles, was ich ihnen geboten habe, in allen Gesetzen, Geboten und
Rechten durch Mose.

9. Aber Manasse verführete Juda und die zu Jerusalem, daß sie ärger
taten denn die Heiden, die der HErr vor den Kindern Israel vertilget
hatte.

10. Und wenn der HErr mit Manasse und seinem Volk reden ließ, merkten
sie nichts drauf.

11. Darum ließ der HErr über sie kommen die Fürsten des Heers des
Königs zu Assur; die nahmen Manasse gefangen mit Fesseln und banden
ihn mit Ketten und brachten ihn gen Babel.

12. Und da er in der Angst war, flehete er vor dem HErrn, seinem GOtt,
und demütigte sich sehr vor dem GOtt seiner Väter,

13. und bat und flehete ihn. Da erhörete er sein Flehen und brachte
ihn wieder gen Jerusalem zu seinem Königreich. Da erkannte Manasse,
daß der HErr GOtt ist.

14. Danach bauete er die äußersten Mauern an der Stadt Davids von
abendwärts an Gihon im Bach, und da man zum Fischtor eingehet, und
umher an Ophel und machte sie sehr hoch; und, legte Hauptleute in die
festen Städte Judas.

15. Und tat weg die fremden Götter und die Götzen aus dem Hause des
HErrn und alle Altäre, die er gebauet hatte auf dem Berge des Hauses
des HErrn und zu Jerusalem; und warf sie hinaus vor die Stadt.

16. Und richtete zu den Altar des HErrn und opferte drauf Dankopfer
und Lobopfer; und befahl Juda, daß sie dem HErrn, dem GOtt Israels,
dienen sollten.

17. Doch opferte das Volk auf den Höhen, wiewohl dem HErrn, ihrem
GOtt.

18. Was aber mehr von Manasse zu sagen ist, und sein Gebet zu seinem
GOtt, und die Rede der Schauer, die mit ihm redeten im Namen des
HErrn, des GOttes Israels, siehe, die sind unter den Geschichten der
Könige Israels.

19. Und sein Gebet und Flehen und alle seine Sünde und Missetat und
die Stätte, darauf er die Höhen bauete und Haine und Götzen stiftete,
ehe denn er gedemütiget ward, siehe, die sind geschrieben, unter den
Geschichten der Schauer.

20. Und Manasse entschlief mit seinen Vätern, und sie begruben ihn in
seinem Hause. Und sein Sohn Amon ward König an seiner Statt.

21. Zweiundzwanzig Jahre alt war Amon, da er König ward, und regierete
zwei Jahre zu Jerusalem.

22. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, wie sein Vater Manasse getan
hatte. Und Amon opferte allen Götzen, die sein Vater Manasse gemacht
hatte, und dienete ihnen.

23. Aber er demütigte sich nicht vor dem HErrn, wie sich sein Vater
Manasse gedemütiget hatte; denn er, Amon, machte der Schuld viel.

24. Und seine Knechte machten einen Bund wider ihn und töteten ihn in
seinem Hause.

25. Da schlug das Volk im Lande alle, die den Bund wider den König
Amon gemacht hatten. Und das Volk im Lande machte Josia, seinen Sohn,
zum Könige an seiner Statt.

Das 34. Kapitel

1. Acht Jahre alt war Josia, da er König ward, und regierete
einunddreißig Jahre zu Jerusalem.

2. Und tat, das dem HErrn wohlgefiel, und wandelte in den Wegen seines
Vaters David und wich weder zur Rechten noch zur Linken.

3. Denn im achten Jahr seines Königreichs, da er noch ein Knabe war,
fing er an, zu suchen den GOtt seines Vaters David, und im zwölften
Jahr fing er an, zu reinigen Juda und Jerusalem von den Höhen und
Hainen und Götzen und gegossenen Bildern.

4. Und ließ vor ihm abbrechen die Altäre Baalim und die Bilder oben
drauf hieb er oben herab; und die Haine und Götzen und Bilder zerbrach
er und machte sie zu Staub und streuete sie auf die Gräber derer, die
ihnen geopfert hatten.

5. Und verbrannte die Gebeine der Priester auf den Altären und
reinigte also Juda und Jerusalem,

6. dazu in den Städten Manasses, Ephraims, Simeons und bis an
Naphthali, in ihren Wüsten umher.

7. Und da er die Altäre und Haine abgebrochen und die Götzen klein
zermalmet und alle Bilder abgehauen hatte im ganzen Lande Israel, kam
er wieder gen Jerusalem.

8. Im achtzehnten Jahr seines Königreichs, da er das Land und das Haus
gereiniget hatte, sandte er Saphan, den Sohn Azaljas, und Maeseja, den
Stadtvogt, und Joah, den Sohn Joahas, den Kanzler, zu bessern das Haus
des HErrn, seines GOttes.

9. Und sie kamen zu dem Hohenpriester Hilkia. Und man gab ihnen das
Geld, das zum Hause GOttes gebracht war, welches die Leviten, die an
der Schwelle hüteten, gesammelt hatten von Manasse, Ephraim und von
allen übrigen in Israel und vom ganzen Juda und Benjamin und von
denen, die zu Jerusalem wohneten.

10. Und gaben's unter die Hände den Arbeitern, die bestellet waren am
Hause des HErrn. Und sie gaben's denen, die da arbeiteten am Hause des
HErrn, und wo es baufällig war, daß sie das Haus besserten.

11. Dieselben gaben's fort den Zimmerleuten und Bauleuten, gehauene
Steine und gehöfelt Holz zu kaufen, zu den Balken an den Häusern,
welche die Könige Judas verderbet hatten.

12. Und die Männer arbeiteten am Werk treulich. Und es waren über sie
verordnet Jahath und Obadja, die Leviten aus den Kindern Merari;
Sacharja und Mesullam aus den Kindern der Kahathiten, das Werk zu
treiben; und waren alle Leviten, die auf Saitenspiel konnten.

13. Aber über die Lastträger und Treiber zu allerlei Arbeit in allen
Ämtern waren aus den Leviten die Schreiber, Amtleute und Torhüter.

14. Und da sie das Geld herausnahmen, das zum Hause des HErrn
eingelegt war, fand Hilkia, der Priester, das Buch des Gesetzes des
HErrn, durch Mose gegeben.

15. Und Hilkia antwortete und sprach zu Saphan, dem Schreiber: Ich
habe das Gesetzbuch funden im Hause des HErrn. Und Hilkia gab das Buch
Saphan.

16. Saphan aber brachte es zum Könige und sagte dem Könige wieder und
sprach: Alles, was unter die Hände deiner Knechte gegeben ist, das
machen sie.

17. Und sie haben das Geld zuhauf geschüttet, das im Hause des HErrn
funden ist, und haben's gegeben denen, die verordnet sind, und den
Arbeitern.

18. Und Saphan, der Schreiber, sagte dem Könige an und sprach: Hilkia,
der Priester, hat mir ein Buch gegeben. Und Saphan las drinnen vor dem
Könige.

19. Und da der König die Worte des Gesetzes hörete, zerriß er seine
Kleider.

20. Und der König gebot Hilkia und Ahikam, dem Sohn Saphans, und
Abdon, dem Sohn Michas, und Saphan, dem Schreiber, und Asaja, dem
Knechte des Königs, und sprach:

21. Gehet hin, fraget den HErrn für mich und für die übrigen in Israel
und für Juda über den Worten des Buchs, das funden ist; denn der Grimm
des HErrn ist groß, der über uns entbrannt ist, daß unsere Väter nicht
gehalten haben das Wort des HErrn, daß sie täten, wie geschrieben
stehet in diesem Buch.

22. Da ging Hilkia hin, samt den andern vom Könige gesandt, zu der
Prophetin Hulda, dem Weibe Sallums, des Sohns Takehaths, des Sohns
Hasras, des Kleiderhüters, die zu Jerusalem wohnete im andern Teil,
und redeten solches mit ihr.

23. Und sie sprach zu ihnen: So spricht der HErr, der GOtt Israels:
Saget dem Manne, der euch zu mir gesandt hat:

24. So spricht der HErr: Siehe, ich will Unglück bringen über diesen
Ort und die Einwohner, alle die Flüche, die geschrieben stehen im
Buch, das man vor dem Könige Judas gelesen hat,

25. darum daß sie mich verlassen haben und andern Göttern geräuchert,
daß sie mich erzürneten mit allerlei Werken ihrer Hände. Und mein
Grimm soll angezündet werden über diesen Ort und nicht ausgelöschet
werden.

26. Und zum Könige Judas, der euch gesandt hat, den HErrn zu fragen,
sollt ihr also sagen: So spricht der HErr, der GOtt Israels, von den
Worten, die du gehöret hast:

27. Darum daß dein Herz weich worden ist und hast dich gedemütigt vor
GOtt, da du seine Worte höretest wider diesen Ort und wider die
Einwohner, und hast dich vor mir gedemütiget und deine Kleider
zerrissen und vor mir geweinet, so habe ich dich auch erhöret, spricht
der HErr.

28. Siehe, ich will dich sammeln zu deinen Vätern, daß du in dein Grab
mit Frieden gesammelt werdest, daß deine Augen nicht sehen all das
Unglück, das ich über diesen Ort und die Einwohner bringen will. Und
sie sagten's dem Könige wieder.

29. Da sandte der König hin und ließ zuhauf kommen alle Ältesten in
Juda und Jerusalem.

30. Und der König ging hinauf ins Haus des HErrn und alle Männer Judas
und Einwohner zu Jerusalem, die Priester, die Leviten und alles Volk,
beide klein und groß; und wurden vor ihren Ohren gelesen alle Worte im
Buch des Bundes, das im Hause des HErrn funden war.

31. Und der König trat an seinen Ort und machte einen Bund vor dem
HErrn, daß man dem HErrn nachwandeln sollte, zu halten seine Gebote,
Zeugnisse und Rechte von ganzem Herzen und von ganzer Seele, zu tun
nach allen Worten des Bundes, die geschrieben stunden in diesem Buch.

32. Und stunden da alle, die zu Jerusalem und in Benjamin vorhanden
waren. Und die Einwohner zu Jerusalem taten nach dem Bunde GOttes,
ihrer Väter GOttes.

33. Und Josia tat weg alle Greuel aus allen Landen, die der Kinder
Israel waren, und schaffte, daß alle, die in Israel funden wurden, dem
HErrn, ihrem GOtt, dieneten. Solange Josia lebte, wichen sie nicht von
dem HErrn, ihrer Väter GOtt.

Das 35. Kapitel

1. Und Josia hielt dem HErrn Passah zu Jerusalem und schlachtete das
Passah am vierzehnten Tage des ersten Monden.

2. Und er stellete die Priester in ihre Hut und stärkte sie zu ihrem
Amt im Hause des HErrn.

3. Und sprach zu den Leviten, die ganz Israel lehreten und dem HErrn
geheiliget waren: Tut die heilige Lade ins Haus, das Salomo, der Sohn
Davids, der König Israels, gebauet hat. Ihr sollt sie nicht auf den
Schultern tragen. So dienet nun dem HErrn, eurem GOtt, und seinem Volk
Israel.

4. Und, schicket das Haus eurer Väter in eurer Ordnung, wie sie
beschrieben ist von David, dem Könige Israels, und seinem Sohn Salomo.

5. Und stehet im Heiligtum nach der Ordnung der Väter Häuser unter
euren Brüdern, vom Volk geboren, auch die Ordnung der Väter Häuser
unter den Leviten.

6. Und schlachtet das Passah und heiliget euch; und schicket eure
Brüder, daß sie tun nach dem Wort des HErrn durch Mose.

7. Und Josia gab zur Hebe für den gemeinen Mann Lämmer und junge
Ziegen (alles zu dem Passah für alle, die vorhanden waren), an der
Zahl dreißigtausend, und dreitausend Rinder, und alles von dem Gut des
Königs.

8. Seine Fürsten aber gaben zur Hebe freiwillig für das Volk und für
die Priester und Leviten (nämlich Hilkia, Sacharja und Jehiel, die
Fürsten im Hause GOttes unter den Priestern) zum Passah zweitausend
und sechshundert Lämmer und Ziegen, dazu dreihundert Rinder.

9. Aber Chananja, Semaja, Nethaneel und seine Brüder, Hasabja, Jeiel
und Josabad, der Leviten Oberste, gaben zur Hebe den Leviten zum
Passah fünftausend Lämmer und Ziegen und dazu fünfhundert Rinder.

10. Also ward der Gottesdienst beschickt; und die Priester stunden an
ihrer Stätte und die Leviten in ihrer Ordnung nach dem Gebot des
Königs.

11. Und sie schlachteten das Passah; und die Priester nahmen von ihren
Händen und sprengeten, und die Leviten zogen ihnen die Haut ab.

12. Und taten die Brandopfer davon, daß sie es gäben unter die Teile
der Väter Häuser in ihrem gemeinen Haufen, dem HErrn zu opfern, wie es
geschrieben stehet im Buch Mose. So taten sie mit den Rindern auch.

13. Und sie kochten das Passah am Feuer, wie sich's gebührt. Aber was
geheiliget war, kochten sie in Töpfen, Kesseln und Pfannen; und sie
machten's eilend für den gemeinen Haufen.

14. Danach aber bereiteten sie auch für sich und für die Priester.
Denn die Priester, die Kinder Aaron, schafften an dem Brandopfer und
Fetten bis in die Nacht. Darum mußten die Leviten für sich und für die
Priester, die Kinder Aaron, zubereiten.

15. Und die Sänger, die Kinder Assaph, stunden an ihrer Stätte nach
dem Gebot Davids und Assaphs und Hemans und Jedithuns, des Schauers
des Königs, und die Torhüter an allen Toren, und sie wichen nicht von
ihrem Amt, denn die Leviten, ihre Brüder, bereiteten zu für sie.

16. Also ward beschickt aller Gottesdienst des HErrn des Tages, daß
man Passah hielt und Brandopfer tat auf dem Altar des HErrn nach dem
Gebot des Königs Josia.

17. Also hielten die Kinder Israel, die vorhanden waren, Passah zu der
Zeit und das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage.

18. Es war aber kein Passah gehalten in Israel wie das, von der Zeit
an Samuels, des Propheten, und kein König in Israel hatte solch Passah
gehalten, wie Josia Passah hielt, und die Priester, Leviten, ganz
Juda, und was von Israel vorhanden war, und die Einwohner zu
Jerusalem.

19. Im achtzehnten Jahr des Königreichs Josias ward dies Passah
gehalten.

20. Nach diesem, da Josia das Haus zugerichtet hatte, zog Necho, der
König in Ägypten, herauf, zu streiten wider Karchemis am Phrath. Und
Josia zog aus ihm entgegen.

21. Aber er sandte Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Was habe ich mit
dir zu tun, König Judas? Ich komme jetzt nicht wider dich, sondern ich
streite wider ein Haus, und GOtt hat gesagt, ich soll eilen. Höre auf
von GOtt, der mit mir ist, daß er dich nicht verderbe!

22. Aber Josia wendete sein Angesicht nicht von ihm, sondern stellete
sich, mit ihm zu streiten, und gehorchte nicht den Worten Nechos aus
dem Munde GOttes; und kam, mit ihm zu streiten auf der Ebene bei
Megiddo.

23. Aber die Schützen schossen den König Josia. Und der König sprach
zu seinen Knechten: Führet mich hinüber, denn ich bin sehr wund.

24. Und seine Knechte taten ihn von dem Wagen und führeten ihn auf
seinem andern Wagen und brachten ihn gen Jerusalem; und er starb und
ward begraben unter den Gräbern seiner Väter. Und ganz Juda und
Jerusalem trugen Leid um Josia.

25. Und Jeremia klagte Josia; und alle Sänger und Sängerinnen redeten
ihre Klagelieder über Josia bis auf diesen Tag und machten eine
Gewohnheit draus in Israel. Siehe, es ist geschrieben unter den
Klageliedern.

26. Was aber mehr von Josia zu sagen ist, und seine Barmherzigkeit
nach der Schrift im Gesetz des HErrn

27. und seine Geschichten, beide die ersten und letzten, siehe, das
ist geschrieben im Buch der Könige Israels und Judas.

Das 36. Kapitel

1. Und das Volk im Lande nahm Joahas, den Sohn Josias, und machten ihn
zum Könige an seines Vaters Statt zu Jerusalem.

2. Dreiundzwanzig Jahre alt war Joahas, da er König ward, und
regierete drei Monden zu Jerusalem.

3. Denn der König in Ägypten setzte ihn ab zu Jerusalem und büßte das
Land um hundert Zentner Silbers und einen Zentner Goldes.

4. Und der König in Ägypten machte Eljakim, seinen Bruder, zum Könige
über Juda und Jerusalem und wandelte seinen Namen Jojakim. Aber seinen
Bruder Joahas nahm Necho und brachte ihn nach Ägypten.

5. Fünfundzwanzig Jahre alt war Jojakim, da er König ward, und
regierete elf Jahre zu Jerusalem; und tat, das dem HErrn, seinem GOtt,
übel gefiel.

6. Und Nebukadnezar, der König zu Babel, zog wider ihn herauf und band
ihn mit Ketten, daß er ihn gen Babel führete.

7. Auch brachte Nebukadnezar etliche Gefäße des Hauses des HErrn gen
Babel und tat sie in seinen Tempel zu Babel.

8. Was aber mehr von Jojakim zu sagen ist, und seine Greuel, die er
tat, und die an ihm funden wurden, siehe, die sind geschrieben im Buch
der Könige Israels und Judas. Und sein Sohn Jojachin ward König an
seiner Statt.

9. Acht Jahre alt war Jojachin da er König ward, und regierete drei
Monden und zehn Tage zu Jerusalem; und tat, das dem HErrn übel gefiel.

10. Da aber das Jahr umkam, sandte hin Nebukadnezar und ließ ihn gen
Babel holen mit den köstlichen Gefäßen im Hause des HErrn und machte
Zidekia, seinen Bruder, zum Könige über Juda und Jerusalem.

11. Einundzwanzig Jahre alt war Zidekia, da er König ward, und
regierete elf Jahre zu Jerusalem.

12. Und tat, das dem HErrn, seinem GOtt, übel gefiel, und demütigte
sich nicht vor dem Propheten Jeremia, der da redete aus dem Munde des
HErrn.

13. Dazu ward er abtrünnig von Nebukadnezar, dem Könige zu Babel, der
einen Eid bei GOtt von ihm genommen hatte und ward halsstarrig und
verstockte sein Herz, daß er sich nicht bekehrete zu dem HErrn, dem
GOtt Israels.

14. Auch alle Obersten unter den Priestern samt dem Volk machten des
Sündigens viel nach allerlei Greueln der Heiden und verunreinigten das
Haus des HErrn, das er geheiliget hatte zu Jerusalem.

15. Und der HErr, ihrer Väter GOtt, sandte zu ihnen durch seine Boten
frühe. Denn er schonete seines Volks und seiner Wohnung.

16. Aber sie spotteten der Boten GOttes und verachteten seine Worte
und äffeten seine Propheten, bis der Grimm des HErrn über sein Volk
wuchs, daß kein Heilen mehr da war.

17. Denn er führete über sie den König der Chaldäer und ließ erwürgen
ihre junge Mannschaft mit dem Schwert im Hause ihres Heiligtums und
verschonete weder der Jünglinge noch Jungfrauen, weder der Alten noch
der Großväter: alle gab er sie in seine Hand.

18. Und alle Gefäße im Hause GOttes, groß und klein, die Schätze im
Hause des HErrn und die Schätze des Königs und seiner Fürsten, alles
ließ er gen Babel führen.

19. Und sie verbrannten das Haus GOttes und brachen ab die Mauern zu
Jerusalem, und alle ihre Paläste brannten sie mit Feuer aus, daß alle
ihre köstlichen Geräte verderbet wurden.

20. Und führete weg gen Babel, wer vom Schwert überblieben war; und
wurden seine und seiner Söhne Knechte, bis das Königreich der Perser
regierete,

21. daß erfüllet würde das Wort des HErrn durch den Mund Jeremias, bis
das Land an seinen Sabbaten genug hätte. Denn die ganze Zeit über der
Verstörung war Sabbat, bis daß siebenzig Jahre voll wurden.

22. Aber im ersten Jahr Kores, des Königs in Persien, daß erfüllet
würde das Wort des HErrn durch den Mund Jeremias geredet, erweckte der
HErr den Geist Kores, des Königs in Persien, daß er ließ ausschreien
durch sein ganzes Königreich, auch durch Schrift, und sagen:

23. So spricht Kores, der König in Persien: Der HErr, der GOtt vom
Himmel, hat mir alle Königreiche in Landen gegeben und hat mir
befohlen, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem in Juda. Wer nun unter
euch seines Volks ist, mit dem sei der HErr, sein GOtt, und ziehe
hinauf.