Sonntag, 23. November 2008 9:28 Uhr

Harret noch ein wenig aus

 

An einen Geistesbruder

Auch du, Mein Sohn, wirst deine wahre Selbständigkeit erlangen, wenn du noch in der Demutsschule ausharrest, denn die wahre Freiheit und wahre Selbständigkeit kann ebenfalls auch nur Ich dir als dein Vater Jesus und als die wahre Freiheit und das wahre schöpferische Leben geben. 

So wie dein Schwesterherz sich ein Heim, Zufriedenheit, Frieden und Geborgenheit wünscht und sie dieses nur in ihrem Herzen durch Mich finden kann, so wünschst du dir Freiheit, schöpferisches Tun, Entfaltung deiner Kräfte, Entfaltung der Liebeskräfte in der Tat. 

Doch spüre du nun diese Liebeskräfte zuvor in deinem Herzen sich entfalten als innere ruhige Flamme des Friedens und der Liebe und ströme dieses in Form von Geduld und Demut aus deinem Herzen aus. Ja, schaffe auch du dir den Freiraum der Selbständigkeit zuerst in deinem Herzen, indem du es vermagst, nicht mehr auf äußere Verstandesargumente einzugehen und dich verteidigen zu müssen. Ja, bringe Mir deinen guten Willen dar, der die Eigenständigkeit möchte, jedoch in der Hingabe mehr gewinnt als in dem sich frei Kämpfen. Denn das Frei- kämpfen bringt Unruhe in die Seele und in dein Herz, und du kannst nicht auf den wahren Grund schauen, der allezeit Ich bin als deine ruhige tiefgründige Liebe, als dein Vater, aus welchem alles entspringt, was dir und euch gebricht und nötig ist und guttut. 

So sind die Worte, die ihr nun gehört habt, eine Grundlage für euer weiteres Tun aus der Liebe heraus. Machet euch diese Worte, durch Michael de Molinos1 gesprochen aus Meinem Herzen, die nächste Zeit immer wieder bewußt, indem ihr Tag für Tag ein Stück aus diesem kleinen Heftlein euch leset und somit lernt, die wahre innere beschauliche Liebe in euch zu erkennen und zu entwickeln, denn das ist die Grundlage und die Voraussetzung auch für das aktive nach außen Treten, für die Heilungen, für die guten Taten und Werke der Liebe, die ihr tun möchtet. Ihr brennet vor Energie und möchtet schon wie die kleinen Kindlein zu früh hinaustreten, um für Mich zu werken und zu wirken, doch noch ist eine kleine Zeit der Ruhe angesagt die nächsten Wochen bis zum Weihnachtsfeste, da in euch so manche kleine Prüfungen noch bestanden werden müssen, Prüfungen, ob ihr es vermöget, in der inneren Beschauung und im inneren Frieden aus Meiner Liebe zu verbleiben. 

Und das, wenn ihr das bestanden habt, wird die Grundlage sein für das weitere Tun, denn dann habt ihr gelernt, euch nicht in Bodenkämpfen zu zerstören und euch eure Argumente gegenseitig vorzureiben, sondern im beständigen Frieden Meinen Willen im Inneren eures Herzens abzurufen und auf die inneren Herzens- und Willensimpulse zu hören, ihnen nachzuspüren - ja, sie in der Ruhe und im Frieden des Gemütes überhaupt wahrzunehmen. 

Solange diese Basis nicht geschaffen ist, ist es so, als wenn kleine Kindlein gerade mal spielerisch umgehen können mit Messer und Gabel, mit Hammer und Zange und sagen: „Ich will eine Großküche für Flüchtlinge aufmachen!”, oder „Ich will Lager erbauen für Menschenströme, die im Kriegsgewirre flüchten müssen!”. Und so hämmert ihr und grabet ihr und spielet ihr wie die kleinen Kindlein, doch es wird euch das große Werk nicht gelingen können, da ihr noch auf schwachen Beinen stehet im Gemüte und im Geiste. 

Der Wille ist da, euer innerer Geist ist vollkommen. Die Seele spürt dieses in der Stille und erahnt Großes, sieht die Umrisse des großen Werkes, das Ich durch euch tun möchte, doch die Haushaltungskräfte, die ihr bisher euch erworben habt, sind noch nicht stabil, um den Haushalt in vollkommener Ordnung halten zu können. Doch Ich sage euch: Wer getreu ist im Kleinen, das heißt, in diesen kleinen geduldigen Schritten, die Ich nun, euer Vater Jesus, von euch verlange als Voraussetzung der großen Tat, diese kleinen geduldigen Schritte müsset ihr vorher tun und darin standfest werden, ausharren können in der Geduld, im Schweigen, im sich Verbeißen der Verteidigungsworte, der Erklärungsworte, der Belehrungsworte. Denn wer mit dem Schwert Meine Lehre verbreitet und nur einen Ton zu hoch die Brust erhebt, der ist schon im Fall und aus dem Gleichgewicht und muß sich nicht wundern, daß er beim Nächsten, beim Bruder oder bei der Schwester Widerstand erregt und auch diese sich dann erhebt im „... aber ...”, im Verteidigen, im wiederum Erklären. 

Und so hat der Gegner allezeit immer einen kleinen Spalt in euren Türen offenstehen, den er mit Macht und Gewalt öffnen will, um eure bisher errungenen Liebestaten niederzureißen und euch euer Herz aus der Brust zu schneiden, das heißt, Mir den Sitz zu rauben und die Hölle zu errichten im Kampf, in der Verteidigung und in der Rechthaberei. Das ist die Ausbildung, die Ich euch zuvor an euer Herz lege. Ich sagte zwar, „Ich verlange ...”, jedoch in dem Liebesverlangen, im liebenden Sinne von euch erwünsche.  Dies von eurem guten Vater Jesus Christus, - Amen. 

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1 siehe Michael de Molinos „Der geistliche Führer”,
Christlicher Schriftenversand Rolf Wolters, Telefon 07203-923624,
www.Christlicher-Schriftenversand.de 


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