D.o. - 17. Dezember 2010

Meine Karriere hier auf Erden

Die Stadt Bethlehem war überfüllt, ob all der Anreisenden, von Nah und Fern, die gezählt werden mussten, was Kaiser Augustus angeordnet hat. Die Wege dorthin waren ja keine ausgebauten Straßen, wie ihr sie kennt, sondern meistens festgefahrene Wege, die eine solche Reise nicht gerade zum Vergnügen machten.

Der Zeitpunkt der Zählung war auf einen beschränkten Zeitraum festgelegt, so dass auch Joseph und Maria und seine Söhne diesem nicht ausweichen konnten und die Reise antreten mussten. Sie wussten aber, dass die Zeit knapp werden würde, da Meine Ankunft bevorstand. Der Ritt auf der Eselin tat ein Übriges, so dass bei Maria die Wehen einsetzten, bevor die Stadt in Sicht war. In den Bergen aber gab es Höhlen, in denen Hirten ihre Schafherden sammelten. Und so bat Maria Joseph dort eine Unterkunft zu suchen. So kam Ich in diese Welt nicht in einem Palast, wie es Meiner würdig gewesen wäre, sondern in einer Höhle, benützt von den Hirten für ihre Schafherden und als Bettchen diente Mir eine Futterkrippe. Somit habe Ich hier auf Erden von Geburt an auf der niedersten Ebene Mein Leben begonnen, nämlich in einer Erdhöhle.

Ja, Meine Karriere hier auf Erden begann ganz unten. Ich musste Mich von klein auf hocharbeiten, wie ihr sagen würdet. Ich musste Erfahrungen machen und sammeln, die die Einfachsten unter euch Menschen machen, um auch diese zu verstehen, um auch den Ärmsten unter euch zu zeigen, Ich bin auch einer von euch Armen, Ich kann euch verstehen und mit euch mitreden, denn Ich habe auch die unwürdigsten Verhältnisse durchgemacht.  Was hätte euch das genutzt, wäre Ich in einem Palast gekommen? Ihr hättet euch auch von Mir nicht verstanden gewusst und in eurer Armut hoffnungslos verloren gesehen, denn keiner hätte sich euer angenommen. So aber habe Ich bei den Ärmsten der Armen angefangen und Mich in ihre Rolle versetzt. Ja, Ich habe auch ihnen gezeigt, dass sie Mir wertvoll sind.

Meine Karriere begann in einer kalten Nacht, um euch zu zeigen, Ich kam in die geistige Dunkelheit und Kälte, denn der Unglaube unter den Menschen breitete sich aus. Der Tempel war zu einer geistigen Räuberhöhle geworden, die den Gläubigen die letzte Hoffnung genommen hat. Keiner war sich vor dieser geistigen Elite mehr sicher. Missbrauch, Vergewaltigung, ja sogar Mord waren an der Tagesordnung. Meine Gebote wurden missachtet und Meine Ordnung mit den Füßen getreten. Ja, Ich war den Menschen ein ferner Gott geworden im wahrsten Sinne des Wortes, von dem sie kein Bild haben durften, denn es gab ja keines. Ich war den Menschen ein Unnahbarer, denn fernab von ihnen. 

So gab es nur eine Möglichkeit für Mich, euch Menschen ganz nahe zu kommen, in dem Ich selber einer von euch wurde, in dem Ich Mich sehr klein machen musste und den menschlichen Leib angenommen habe, in dem Ich mit euch von du zu du sprechen konnte und ihr Mich sogar anfassen konntet. Nun war das für die meisten wieder zuviel des guten, denn ein allmächtiger, unendlicher Gott und dann Mensch. Das war eurem menschlichen Verstand zu kompliziert, das war nicht nach euren Vorstellungen.  Doch wie hätte Ich es anders tun sollen, um euch eures freien Willens nicht zu berauben? Das habt ihr noch nicht begriffen!

Meine Karriere begann in einer Höhle, die schmutzig und stickig war, um euch zu zeigen, Ich nehme Platz in den Höhlen eurer Herzen. Auch diese sind voller Unrat der weltlichen Sinnlichkeit, die überhand nimmt. Hochmut, Gedankenlosigkeit und Genusssucht machen eure Herzen zu Mördergruben. Millionen Meiner Kinder sterben bereits im Mutterleib und ihr macht euch keine Gedanken mehr darüber was ihr tut. Eure Sinnlichkeit setzt sich darüber hinweg und macht euch für dieses Unrecht gleichgültig.  Und doch habe Ich, als Gottes-Geist Platz genommen in jedem eurer Herzen und warte, dass ihr Mich dort findet, dass ihr umkehrt und umdenkt, dass ihr beginnt mit eurem Herzen zu denken, d.h. dass nicht mehr euer Verstand euch regiert, sondern euer Herz, dass nicht euer Stolz und Hochmut euch regiert, sondern dass ihr aus der Liebe eures Herzens handelt.

Meine Karriere begann unter den einfachen Wesen, den Tieren, bei Ochs und Esel und den Schafen, die bereit sind zu dienen und nicht zu herrschen, die bereit sind die Lasten der Menschen auf ihre Schultern zu nehmen. Damit wollte Ich euch zeigen, dass ihr demütig werden sollt, wie auch Ich demütig bin. Deshalb konnte Ich auch von Mir sagen: Ich bin der gute Hirte, der demütige Hirte, der jedes Schaf in die Arme schließt, der jedem verlorenen Schaf nachgeht. Ich bin nicht gekommen zu denen, die Meiner Hilfe nicht bedürfen. Ich bin gekommen zu den Kranken und Verlorenen. Ich bin gekommen zu den Ausgestoßenen, den Flüchtlingen, zu denjenigen die in der Dunkelheit weilen.

Meine Karriere begann unter den einfachen Menschen, den Hirten, die die Botschaft der Engel vernahmen und sofort eilten Mich anzubeten und Mir zu huldigen. Es waren einfache aber desto herzlichere Menschen, die keiner großen Beweise und Diskussionen bedurften, sondern sofort zur Tat schritten. Sie sahen Mich als Kind in der Krippe und waren überzeugt und erfüllt von Meiner Göttlichkeit. Auch sie waren sündige Menschen; doch das spielte in diesem Augenblick keine Rolle, sie kamen wie die vorurteilsfreien, neugierigen Kinder mit einem offenen Herzen, das bereit war zu staunen und Mich zu empfangen.

Meine Karriere begann unter einem guten Stern, der für alle sichtbar war, den alle sehen und vernehmen konnten, doch es waren nur ganz wenige, die ihn wahrgenommen hatten. Die meisten waren mit sich selbst beschäftigt, sie hatten keine Zeit sich mit himmlischen Ereignissen abzugeben, und so ging auch diese einmalige Erscheinung an ihnen vorbei. Es waren aber Sternkundige aus dem Morgenland, die um Meine Ankunft, durch die Propheten, wussten und so diese Erscheinung registriert haben und ihr nachgegangen waren. Sie erkannten in ihrem Herzen die Einmaligkeit dieser Erscheinung und folgten diesem sog. Wanderstern, bis sie Mich fanden.  Ja, alle die Mich hier in diesem Erdloch unter diesen miserablen Umständen antrafen, ob es einfache Menschen waren oder sogar Wissenschaftler, erkannten in Mir das göttliche Kind. Priester und Könige, die um Meine Niederkunft wussten, hatten dieses Wissen ignoriert, denn ihre Vorstellung von Meiner Ankunft war eine andere. Und so lebten sie blind an diesem Ereignis vorbei.

Meine Karriere begann für Mich mit Verfolgung, denn man sah in Mir die Bedrohung der bestehenden Verhältnisse. Der König Herodes litt schon unter der Herrschaft der Römer in seinem Land und war verunsichert von der Nachricht: der König aller Könige sei in seinem Lande geboren. So verfolgte er Mich, um Mich zu töten, dem Ich nur durch die Flucht nach Ägypten entgehen konnte. Und da er Mich nicht fand, mussten unschuldige Kinder die Zeche bezahlen. Meine Karriere endete sichtbar hier auf Erden mit dem Tod am Kreuz. Ich der König aller Könige fand hier auf Erden keine bleibende Stätte unter euch Menschen. Mich habt ihr nicht angenommen, da eure Vorstellung von Mir eine andere war und ist.

Meine Karriere unter euch Menschen haben nur wenige erkannt und akzeptiert. Es war die Schöpfung und der Himmel, die Mich wahrgenommen haben.  Die Tiere lagen Mir zu Füßen, in ihrer demütigen Haltung. Die Engel stiegen vom Himmel herab und beteten Mich an und huldigten Mir, in ihrer demütigen Haltung. Und die Hirten, die die Schafherden in diese Gegend hüteten, kamen in ihrer demütigen Bescheidenheit und beteten Mich an. Und nicht zuletzt kamen sogar Wissenschaftler der damaligen Zeit, die Sterndeuter, die nicht überheblich waren, die Mich erkannten und Mich demütig anbeteten.

Meine Karriere endete am Kreuz, aber nur scheinbar für alle, die Mich nur rein äußerlich gesehen hatten und sehen wollten. „Mein Reich ist nicht von dieser Erde“ habe Ich Pilatus geantwortet. Mein reich ist ein geistiges und Meine Karriere setzt sich in euch Menschen, die ihr eines guten Herzens seid, fort. Ich lebe ja in den Herzen aller Menschen und setze Meine Karriere in den Menschen, die Mich in ihren Herzen entdeckt haben und zu Mir ihre Verbindung aufgenommen haben weiter fort. 

Meine Karriere aber ist nicht die der Weltmenschen, wie ihr sie versteht. Eure Karriereleiter, wie ihr sie versteht, ist die Aufstiegsleiter zur Macht, Geld und Anerkennung. Seht deren alles bedarf Ich nicht. Mein Verständnis von Karriere ist ein anderes, und das verstehen nur diejenigen, die nicht sosehr mit dem Verstand, sondern mit und in ihren Herzen begreifen. Meine Karriere war und ist allezeit die Karriere der barmherzigen und sich verschenkenden Liebe und Demut. Alle die Mich in der Krippe aufsuchten waren demütig und voller Liebe.  So war die Krippe symbolisch gesehen, das Loch auf dieser Erde, in dem die Liebe und Demut versammelt waren. Es war sozusagen ein Punkt von dem ein Licht in die Welt ausging. Und zu diesem Loch fanden nur sehr wenige und einfache Menschen und Wesen ihren Zugang, obwohl das Loch allen offen stand. Der Himmel aber war ganz zugegen. Alle Engel und geistige Wesen im Lichte huldigten Mir, denn sie begriffen, was da vor sich ging.

Meine Karriere, begonnen in dem Loch von Bethlehem, wiederholt sich in den Herzen aller Menschen, die Mich lieben, die ihren Brüdern und Schwestern in Liebe und Demut begegnen. Aus deren Löchern, den Krippen in ihren Herzen, Mein Licht lebendig leuchtet, deren Leben und Wirken aus diesem Liebe-Licht hervorgeht. Ja, dies ist die lebendige Jakobs-Karriere-Leiter, die wie der Stern von Bethlehem vom jeden Herzensloch zum Himmel empor leuchtet. Dieses lebendige Licht der Tat, breitet sich in aller Stille der kargen Landschaft von Bethlehem in alle Welt aus.  So findet Bethlehem auch heute wieder statt.

Was aber die Kirchen in vielen Jahrhunderten nicht erkannt haben, das werden zuletzt moderne Wissenschaftler verkünden, dass sie Mich, als den Schöpfer allen Seins erkannt haben.  Die Hirten aber, die ihr Meine Werkzeuge seid, werden dann die Herden weiden und zu den lebendigen Weiden führen.  Dann erst werden alle Meine Karriereleiter, Meine Führung, erkennen und Mir huldigen und lobsingen das wahre „Gloria in excelsis Deo et in Terra Pax Hominibus bone Voluntatis 1“. Amen. 
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1 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen guten Willens


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