D.o. - 31. Juli 2010

Das ist Mein Evangelium

Ich erinnere dich an ein Ereignis in der euch bekannten Dom-Stadt (Köln). Vor den Toren des weltbekannten Münsters fand eine humanitäre Ausstellung statt, für Brot und Gerechtigkeit in der Welt. Es war Frühling und es war warm. Die Sonnenstrahlen erwärmten das Geschehen vor dem Münster. Auf Wäscheleinen hangen Zettel, auf denen die Ungerechtigkeiten in der Welt anhand von Fallbeispielen angeklagt wurden. Nur Wenige hat diese Ausstellung angesprochen. Viele gingen einfach vorbei, sie gingen in die Kirche. Doch welch´ Überraschung, als du die Tür in die Kirche geöffnet hast. Ein eisiger Wind blies dir ins Gesicht. Du warst erschrocken, denn dir ist der Gegensatz bewusst geworden.

Auf Wäscheleinen, ganz schlicht und simpel, wurde auf das Leid und die Ungerechtigkeit der Menschen hingewiesen. Das Schicksal einfacher Menschen, die nach Brot und Gerechtigkeit schrien. Und die Veranstalter, einfache, schlichte, herzliche Menschen, die das Schicksal dieser nicht in Ruhe ließ, wollten nur aufmerksam machen. Ja und auch Ich habe Meinen wärmenden Beitrag (Sonnenschein) geleistet. 

Der Gegensatz aber war dir bei Öffnen der Tür bewusst geworden. Da wo das Wort Gottes verkündet wird, kam dir unerwartet eisige Kälte entgegen. Rein physikalisch war dir dieses Vorkommnis klar, über das du nicht weiter nachdenken brauchtest. Doch das Bild draußen, die menschlichen Schicksale beschrieben auf einfachen Handzetteln und die Wärme, sowie im Gegensatz das Wort Gottes dargestellt in kunst- und wertvollen Bildern im inneren der Kirche und die Kälte, waren für dich ein so krasser Gegensatz, dass du dir sagen musstest; hier wohnt das Wort Gottes nicht. Gottes Wort war draußen vor den Toren.

Und ein weiteres Vorkommnis hat sich zu diesem Bild hinzugereiht, nämlich, die obdachlosen Straßenkinder hinter dem Münster, die sich für euere milde Gabe herzlich bedankten. Dieses Ereignis ist dir bis heute im Gedächtnis geblieben und du bist dir bewusst geworden: „Gott wohnt nicht in den Tempeln und deren Organisationen, sondern in den Herzen der Menschen“. Ja Ich lasse dich dieses Ereignis beschreiben, denn enthalten ist darin Mein tiefes Evangelium. Viele erleben ähnliches, machen sich aber wenig Gedanken darüber und vergessen es wieder. Du aber denkst oft darüber, daher will Ich dir auch Mein Wort dazu geben. 

Ja Mein Wort, Mein Evangelium ist lebendig und lebt in euch Menschen, wie z.B. in den Einzelschicksalen, die beschrieben hangen auf der Wäscheleine zum trocknen, dem Wind und der Sonne ausgesetzt. Hier wurden Menschen, die das monumentale Kunstwerk früherer Jahrhunderte besichtigten, oder auch einem Gottesdienst beiwohnen wollten, stumm und ohne Aufsehen, nur durch einen Windhauch in der Sonne bewegte Handzettel, auf den Hilfeschrei der Ausbeutung und der Ungerechtigkeit in der Welt, im eigenen Land und Umfeld aufmerksam gemacht. 

Lebendige Geschichten, die jedem begegnen und jeden treffen können. Doch die meisten gingen daran vorbei und würdigten dieses Ereignis keines Blickes. Sie gingen in den Tempel, um Mich darinnen anzubeten. Und wer nicht beten konnte, der zündete für wenig Geld eine Kerze an, als Gebetsersatz. Was das Herz nicht vermag, das sollte die Kerze können. Soweit habt ihr lauen Menschen es gebracht, Mich mit einem gekauften Kerzengruß zu würdigen, denn in euren Herzen spürt ihr Mich nicht mehr. Eure Herzen sind kalt, sie sind tot. Ihr seid begeistert über die kunstvollen Bilder in den Fenstern, die Meine Geschichte phantasievoll darstellen. Ihr seid begeistert über den Bau, der mehrere Jahrhunderte Mir zu Ehren gewachsen ist. 

Wie viele Opfer dieses Meisterwerk verschlungen hat, wie viele dafür gehungert und wie viele verhungert sind, fragt ihr nicht. Wie viele Handzettel klebten in den Jahrhunderten an diesen Mauern und machten aufmerksam auf die Missstände, die sich hinter den Mauern und Kulissen der Organisationen und Gesellschaft abspielen, fragt ihr nicht. In allen Jahrhunderten entstanden und entstehen auch heute noch Tempel zu Ehren der Götter die angebetet werden wollen. In der Vergangenheit, da die kirchlichen Institutionen noch stark waren, wurde Mein Name noch „gewürdigt“. Heute aber hat Mein Gegner das Zepter übernommen. Heute werden darin Regierungsoberhäupter, Industriemagnaten und Medienmanager gewürdigt und angebetet. 

Den Protest gegen diese Verhältnisse erkennte ihr in den gesprühten Bildern an den Bauwerken und in den Demonstrationen, die noch keine sind. Die Kühle, die euch in diesen Gebäuden entgegen bläst, wollt ihr nicht verspüren, denn wo schon Kälte in den eigenen Herzen vorhanden, dort spürt man auch die Äußere nicht mehr. Ihr habt Mein Evangelium, das Ich euch verkündet habe, bis heute nicht verstanden. Einen Tempel, ein Gotteshaus aus Steinen und mag es noch so schön und wertvoll sein, - mögen dort noch soviel Messen mit viel Brimborium, Weihrauch und Orgelklängen stattfinden - nein einen solchen habe Ich nicht gemeint. Er ist Mir ein Gräuel. In einem solchen wohne Ich nicht. Deshalb ist und bleibt es dort kalt, denn eure Herzen werden nicht erwärmt, weder durch rhetorisch ausgefeilte Predigten, noch durch sonstige Konzerte oder Action. Und eure Gebete, die keine sind, zeigt ihr Mir in den brennenden Kerzen. Die wahren Tempel, in denen Ich wohne, in den Armen, den Bettlern, den Obdachlosen, in den Straßenkindern, die verbannt ihr aus euren Herzen, die vertreibt ihr aus euren Städten, damit sie das Bild nicht trüben, damit sie eure Herzen nicht trüben. 

Ja in den Herzen der Straßenkinder, hinter dem Münster, da wohnte und wohne Ich. Ich schaue jeden von euch, der an einem dieser bettelnden Kinder vorbeigeht, traurig an. Die Gottesdienste, die ihr Mir zu Ehren in den Kirchen und Domen feiert, sind Mir ein Gräuel und dienen Meinem Gegner. Wer Gottesdienst Mir zu Ehren feiern will, der komme zu den Armen und Bedürftigen, zu den Kindern, denn in deren Herzen wohne Ich. 

Meine Lehre ist sehr einfach und sie bedarf keiner äußeren Zeichen und ist für kein Geld zu haben. Zu Mir kann jeder kommen, der Arme, aber auch der Reiche, der Sünder, aber auch der Gerechte, der Wertlose, aber auch der besonders Wertvolle. Ich mache keine Unterschiede. Wer aber zu Mir kommen will, der muss sich vor seinem Nächsten verneigen und ihn so annehmen wie er ist. Der Arme muss sich vor dem Reichen und der Reiche vor dem Armen verneigen, der Sünder vor dem Gerechten und der Gerechte vor dem Sünder, der Wertlose vor dem besonders Wertvollen und der Wertvolle vor dem Wertlosen verneigen. Vor Mir seid ihr alle gleich. Keiner ist mehr wert. Ich behandle alle gleich, weil ihr Mir alle wertvoll seid.

Ihr aber könnt euren Wert in Meinen Augen steigern mit der Liebe eures Herzens. Deshalb liebet einander und bildet die Liebe eurer Herzen aus, denn die Liebe eures Herzens lernt ihr im Umgang mit dem Nächsten. Jeder Nächste ist euer Liebelehrer. Mit der Liebe aber schmücket ihr den Tempel in eurem Herzen, den ihr Mir hier auf Erden baut und schmücket. In diesen will Ich einziehen und bei jedem wohnen, denn Ich liebe jeden einzelnen von euch über alles. Liebet euren Nächsten und liebet Mich, das aber mit einem ehrlichen Herzen. Mehr braucht ihr nicht zu tun. Das ist Mein ganzes Evangelium über das ihr seid Menschenbeginn streitet. Begreifet es doch, denn einfacher geht es nicht mehr. Wachet auf und kehrt um. Ich warte auf jeden einzelnen von euch. Ich segne euch. Amen. 


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