»Verhülle mir Dein Leuchten nicht!«

 

Verhülle mir Dein Leuchten nicht,

Du königliches Heimatlicht,

Es gehe, wie es gehe,

Dein Wille nur geschehe!

 

Ich bitte nicht um Geld und Gut,

Doch bete ich um frohen Mut,

Die Stürme zu bestehen,

Die Deinen Pfad umwehen.

 

Um Ruhm und Ehre bitt’ ich nicht,

Doch bete ich, Du seliges Licht,

Um Kindersinn aufs Neue

Um echten Dienens Treue.

 

Ich bitte nicht um eitlen Tand,

Doch bete ich um festen Stand.

Den Boden mir bereite,

Auf dem ich zu Dir schreite!


*

Von Sorgen übersponnen

Hast du den Tag begonnen.

Von Wolken überdacht

Hast du den Tag verbracht.  

 

Und abends, eh’ du löschst das Licht,

Liest du des Herrn Wort: „Sorget nicht!“

Mein Kind, es zeigen deine Sorgen,

Daß du im Herrn noch nicht geborgen.  

 

Auf Seine Worte baust du nicht,

Und Seinem Worte traust du nicht.  

 

Denn trautest du dem Wort des Herrn,

Wie trügest du die Bürde gern,

Wie wäre dir die irdische Bürde

Nur Übungslast für Menschenwürde!  

 

Wie wäre alles, was du hast,

Nur sanftes Joch und leichte Last!  

 

(Aus dem Werk: Unterwegs – Blätter, Blüten und Bodenproben eines Wanderers“ 

von Dr. med. Otto Buchinger sen. Verlag Leonhard Friedrich, Bad Pyrmont)

 


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