»Morgendank«

 

O großer Gott! Heiligster Vater! 

Du ewige Liebe voll Erbarmung und Gnade!

 

 

Als ein schwaches Kind streckte ich gestern die müden Glieder auf das gesegnete Lager 

und ruhte daselbst bis an den Morgen in Deiner unendlichen Gnade 

und stand auf erfüllt von der Kraft Deiner Milde.

 

Wer vermag die Größe Deiner unendlichen Liebestaten 

an uns Menschenkindern zu ergründen?

 

 

O daß ich nur den kleinsten Teil davon zu begreifen vermöchte!

Was ist der Mensch gegen Dich, daß Du seiner gedenkst, 

o Du, vor Dessen leisestem Hauche 

 

Ewigkeiten fliehen wie Schneeflocken vor dem heftigsten Sturme!

Wie unendlich groß muß Deine Liebe sein, 

daß der schwache Mensch bestehen mag vor Dir - 

 

 

obwohl er doch voll Undankbarkeit ist 

in all seiner vermeintlichen Liebe und Demut 

und ewig nie ermessen kann und wird,

ein wie großer Schuldner er vor Dir ist!

 

 

O heiligster Vater, Weltenalle sind ja nur ein Tautropfen vor Dir! 

Siehe daher gnädig herab von Deiner unendlichen Höhe, 

Macht und Stärke auf mich Schwachen.

 

 

Nimm gnädigst auf meine unvollkommene Liebe 

und stärke mich auch heute darin mehr und mehr 

nach Deiner Barmherzigkeit. Amen.

 

 

 

[Zitiert aus: "Heilige Zwiesprache" Lorber-Verlag - Bietigheim]

 


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