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Zum Geburtstag ein Wort
Friedensgruß
zum Geburtstag. – 19. November 1840
Geburtstag-Gratulation.
– 30. November 1840, abends
Erziehungswink.
– 30. November 1840, abends (Fortsetzung)
Von
der Freundschaft des Herrn – Geburtstagsgabe. – 26. Juni 1842,
vormittags
Zum
Geburtstag. – 13. Oktober 1942
Wahre,
lebendige Wissenschaft. – 4. November 1842
Die
evangelische Kur – Väterlicher Gesundheitsrat für K. G. Leitner. –
13. April 1844
Über
den Wiedergeburtstag des Geistes. – 10. Mai 1847.
Das
Beste für jedermann. – 2. Februar 1848
Heiligende
Liebe. – Worte zum Geburtstag. – 26. Juni 1849
Rechte
Geburtstagsfeier. – 14. Oktober 1850
[GEJ.02_157,11]
Um was ist denn die Zeit eines Jahres besser denn die eines Tages? Wer
zum Beispiel den Geburtstag seines Vaters ehrt einmal im Jahre, der
sollte ja auch an jedem Tage die Geburtsstunde ehren, was sicher besser
wäre denn der jährliche Geburtstag! [GEJ.02_157,12]
Ich sage es dir, alle dergleichen Gedächtnisfeste der Menschen haben
vor Mir keinen Wert, außer sie werden täglich, ja stündlich im Herzen
lebendig begangen. So sind die Neumonde, die Jubeljahre, das Fest der
Befreiung Jerusalems aus der Gewalt Babylons, das Fest der
Wiedererbauung der Stadt und des Tempels, das Fest Mosis, Aarons,
Samuels, Davids und Salomons leere Dinge, an denen der Wahrheit nach
kaum soviel liegt als an dem Regen, der vor tausend Jahren ins Meer
fiel. [GEJ.02_157,13]
Anfangs werden diese Feste wohl in einer Art religiösen Aufschwungs
begangen, und die Festanten erinnern sich dabei der Person oder
irgendeiner bedeutenden Handlung, die sie selbst erlebt haben, noch sehr
lebhaft. In der zweiten, dritten, vierten oder gar zehnten Generation
wird es zu einer leeren Zeremonie, bei der Tausende kaum mehr wissen,
warum sie begangen wird, – und späterhin geht die ganze Sache ins
eitle Heidentum über. [GEJ.02_157,14]
Übrigens will Ich damit wahrhafte Gedächtnisfeste nicht aufgehoben
haben; aber sie müssen nebst der Alljährlichkeit auch die Täglichkeit
im Herzen führen, ansonst sie als tot und somit wirkungslos anzusehen
sind. Aber hier mit dem Tische bleibe es, wie Ich es dir gesagt und
gezeigt habe!“ So
schreibe Mein Kind ein Wort an Meine Kinder, hier auf diese noch sehr
gewöhnungsbedürftige Art und Weise, denn auch du warst heute auf einem
Geburtstag, den deines ältesten Sohnes. Für
Meine Nachfolger gelte Folgendes, was Mein Knecht obenan gestellt hat
und jeder, der Mein Nachfolger sein möchte, der sollte das beherzigen,
auch hier unter euch. Wenn Ich also seinerzeit auch die unten angeführten
Worte gegeben habe, so dient das alles zum tieferen Verständnis und zur
Vorbereitung gerade für solch eine Nachfolge, in welcher ihr euch
befindet. Da
Ich euch aber gerade an diesem Tag einen doch eindeutigen Hinweis
zukommen ließ nun alles loszulassen, so haben diejenigen es richtig
aufgefaßt, die es nicht einsehen wollen, wozu nun wieder diese ganzen
Gedenkfeiern sein sollen, außer man möchte sein ein wenig Flecken
habendes Selbst nun wieder aufpolieren. Ja,
unter euch gibt es noch große Unterschiede in der geistigen Reife und
so werden die meisten Meine Worte nur wieder nach ihrem eigenen Gusto
verstehen wollen und jene, die so an sich klammern, weil sie die
berechtigte Hoffnung haben, ein Wort von Mir, ihrem Herrn würde nicht
schaden können, sollen sich denn auch nun unter den unten aufgeführten
Kundgaben das Passende heraussuchen und sie mögen versichert sein, daß
durchaus etwas Zutreffendes für sie dabei ist. Mehr ist in dieser
Situation nicht zu sagen, denn was nutzen all die vielen Worte, die Ich
euch gebe und noch geben werde, wenn ihr nach einer kurzzeitigen
Euphorie und Liebesbeschwörung dann wieder in das alte Fleisch zurückfallet
und eure Feier- und Gedenktage so haben wollet, wie es die damaligen
Juden mit ihren Brandopfern hielten. Was
liegt daran, ob jemand an dem Tag Geburtstag hat, der dem Datum nach mit
dem von Meinem Lorber zusammenfällt oder und was sollte erst derjenige
sagen, der an Meinem Gedenktage ebenfalls die Finsternis auf dieser Erde
verkosten durfte. Es sind Hinweise, das ist schon recht, aber Ich gebe
euch schon soviel Hinweise und doch wird nur ein Bruchteil herausgezogen
und der Geist in diesen Kundgaben verstaubt dann sogleich im
feingeordneten Schrank eurer Gedächtniskammer und wenn ihr nicht Obacht
gebt, so wird die Maus schon das eine oder andere anknabbern, vor allem,
wenn die Katzen schon faul und träge und zum Leben untüchtig geworden
sind. So
Ich sage, ihr sollet alles loslassen, da Ich doch möchte, ein jeder von
euch soll Mich selbst in sich vernehmen auf eine Weise, daß er nicht
mehr zweifeln kann, wie verstehet ihr also diese Worte, wenn doch
angeblich sogar diese Liste eigens gegründet wurde, um sie besser zu
verstehen und aufnehmen zu können um sie dann also doch nicht mehr
wahrzunehmen, vor allem aus einem gewissen verletzten Stolz heraus? Oh
ihr noch sehr ungeduldigen und launenhafte Menschen, wollt ihr aus Mir
nun einen wieder nur weltlichen Vater machen? Laßt
also auch von euren ganzen Erwartungen ab, denn sonst würde Mir nur
wieder einfallen, daß auch Ich Erwartungen an euch habe. Soll Ich sie
einmal in der Kürze aufzählen, ihr Meine lieben Kindlein? Was
ist mit euren Süchten und Neigungen, an denen ihr euch klammert und was
ist mit jenen, die darüberhinaus immer so fein von Mir reden, wenn es
sich aber darum handelt, Mich vor der Welt zu bekennen, auch gegenüber
ihrem ein wenig weltsüchtigen Partner, so soll das alles nicht mehr
gelten. Was ist dann mit euren Verstorbenen, warum wollt ihr euch noch
daran klammern und fühlt euch, als wenn sie in einer furchtbaren Welt
angekommen sind, wenn ihr doch wisset, - ja, du Mein Sohn, du weißt
nun, daß Ich dich jetzt anspreche - wenn ihr also doch wisset, daß ein
liebeerfüllter Mensch es im Jenseits besser haben wird, als hier bei
euch. Zum Bekennen gehört nicht das unzeitige Missionieren und wenn ihr
soetwas allerdings zu oft getan habt, so müßt ihr euch nicht wundern,
wenn nun der eine oder andere auch zu eurer Unzeit nun nichts davon hören
will. Doch Geduld und Sanftmut tun das ihrige und die Zeit wird es
bringen, daß euer festes Vertrauen auf Mich es dann bewirkt, alle
Widerstände aufzulösen. So
ihr glaubt, daß Ich es bin, der Herr und euer Vater, der nun so zu euch
spricht und das auf eine etwas mehr gestrenge Art und der ja auch durch
die jüngsten Worte zu euch spricht, warum schaffen es einige von euch
hier nicht einmal, die Finger von sich selbst zu lassen, wenn Ich euch
doch gerade die letzten Wochen darum gebeten habe? Wollet ihr es denn
nicht einmal ernstlich versuchen, euer tierisches Erbe vor der Türe zu
lassen, dorthin, wo es hingehört und wollet ihr nicht endlich einmal
all diese Nascherei und den täglichen Betrug eurer Seele abstellen?
Hier in dieser Gruppe, wo Ich euch als Meine Nachfolger ziehe, sollet
ihr weder rauchen noch trinken, noch Medikamente konsumieren noch zu Sex
flüchten, noch andere ärgerliche Dinge tun, denn alles das hält euch
davon ab, Mich auch im Geiste zu verstehen. Ich brauche keine Asketen für
Mein Reich, aber Ich brauche Jünger, die die Finger von sich selbst
lassen können und jeder, der nur eine Unmenge von Geister befriedigt,
wird von ihnen ab- und aufgehalten und dieser Zustand ist lau. So
leset auch, da ihr ja noch einige Tage in der Ruhe bleiben möchtet, nun
auch noch das Wort der Johannes Offenbarung an die Gemeinde zu Laodicea,
denn das ist eure Zeit nun und da habet ihr noch einiges zu tun damit,
um euch gänzlich zu reinigen. Doch,
Kindlein, Ich sehe wohl eure guten Werke, sonst würdet ihr Meine Worte
auch nicht bekommen haben und würdet euch in die Schar derjenigen
einreihen, welche meinen, mit wenig Nächstenliebe das meiste bei Mir zu
erreichen, vor allem durch leere Vorträge und sonstiges. Das ist bei
euch durchaus anders. Doch fehlt es bei einigen unter euch an gewissen,
die sieben Gemeinden betreffenden Tatsachen und diejenige von
Philadelphia ist Mir noch zu selten. Mein
Sohn, H. du weißt es, der du gut hast schweigen können, denn dir
selbst habe Ich es gegeben, fahre fort mit deinen Übungen und dem
festen Glauben, daß Ich dir doch schon so nahe bin. Mein Sohn F. ja
befleißige dich ernsthaft, ja ernsthafter von den gewissen Neigungen zu
lassen, du weißt, Ich trage sie für dich. Mein Sohn J. dir mangelt es
noch ein wenig an der Geduld und dem rechten Zutrauen, doch du bist
dabei, Mich vollernstlich zu erkennen und im Herzen aufzunehmen. Meine
kleinen Töchter M´s. und K. euch habe Ich sehr lieb, denn ihr seid vor
Meinem Angesichte schön wie die Sonnenkinder, traget und ertraget alles
weiterhin geduldig und haltet aus mit euren Partnern. Meine Tochter S,
du bist so unruhig wie deine Katzen und brauchst sehr viel Liebe extra,
die allerdings doch meist noch den tierischen Anteil verstärken, wann möchtest
du endlich von dir ablassen? Du hast bemerkt, wie Mein Knecht auf Mein
Anraten ein wenig von dir abrücken mußte und bist sogleich zum Nächsten
und würdest dann zum Übernächsten und sofort nur um überall das zu
holen, was du in deinem Zuhause, in deiner Seele noch sinnlos
vergeudest. Wieviele Worte muß Ich eigens für dich sprechen und
wieviel willst du von deinem Manne zahlen lassen, damit du erkennst, daß
Ich in dir bin und dich zur Ruhe und Sanftmut erziehe und dir guttue,
was du in deiner Kindheit nicht erfahren konntest. Doch du wurdest schon
immer geliebt und hast schon immer mehr bekommen als andere. Warum hat
es dir nicht gereicht? Verzeihe nun endlich auch deiner Familie von
Herzen und lasse alles los. Auch ein Wort an meinen Sohn W. der trotz
all seiner Erkenntnis noch zu oft hadert. Gehe ruhig den Weg weiter und
vertraue auch deiner Frau, denn sie hat es bei all deiner Ungeduld, der
kleinen Unwirschheit nicht leicht und ist doch die rechte. Machet euren
geplanten Besuch, du weißt schon welchen und ihr werdet Mich dort schon
inniger erleben. Ich
herze euch alle und da es Mein Knecht liebt, ab und an viele Worte zu
machen, jedenfalls mehr, als es Ich selbst es tue, so passe Ich Mich
seiner Liebe ein wenig an und doch könnet ihr davon einen guten Gewinn
erzielen, so ihr alle Worte als das nehmet, was sie sind: Worte der
Liebe und der Weisheit, um Mich euch als den liebenden Vater zu zeigen.
Würde Ich nicht selbst zu euch sprechen, so würdet ihr es versäumen,
von euch zu lassen. Ich
habe nicht alle angesprochen, denn das tut zur Zeit nicht Not, doch
jeder von euch wird sich auch in diesen Worten erkennen können und wird
wissen, was Ich möchte, was getan wird, um die Seele zu retten vor dem
Verderben. Nun auch ein Wort an Meinen Knecht, der schon dachte, er würde
so mit einem blauen Auge davonkommen, aber das ist zu früh gefreut.
Mein Sohn, gehe den Weg der Verachtung noch viel konsequenter und
handele so, wie Ich dir durch Meine Magd habe zukommen lassen, denn so
wie nun, sollst du fürderhin nicht mehr unter die Menschen wandeln. Ich
segne euch hier im Kreise Meiner Liebe, der schon fast ein kleines
Zentrum ist. Amen. Friedensgruß
zum Geburtstag. – 19. November 1840 [HiG.01_40.11.19,01]
Solange noch zum geziemenden Empfange der weltlichen Gratulanten eher
alle Fußböden im Hause der Welt gereinigt werden, als der einfache
Boden des Herzens zu Meinem Empfange, kann Ich nicht erscheinen vor
jenen, für die der Boden zuerst gereinigt worden ist. Denn Ich bin
immer von ganzem Herzen demütig und sanfter denn eine Taube und harre
oft ängstlich genug, als wie ein schwaches Kind, vor der Türe, sehe da
die stolze Welt aus- und eingehen und getraue Mich nicht ins Zimmer zu
treten in Meiner Ärmlichkeit vor solchen oft gar so prachtliebenden und
weltlich majestätisch aussehenden Menschen. [HiG.01_40.11.19,02]
Da warte Ich dann geduldig trauernd so lange, bis ein solcher Rummel vorüber
ist und auch die weltlichen Fußböden ein wenig abgeschmiert worden
sind, wonach Ich Mich dann erst ängstlich getrauen kann, schüchtern
einzutreten, um Meinen gnadenvollsten Wunsch am Tage der Eingeburt einer
Mich im stillen ein wenig liebenden Seele darzubringen. [HiG.01_40.11.19,03]
Liebes Kind, höre! Willst du Mich aber haben als ersten Gratulanten,
dann wasche zuerst den Boden und fege das Gemach rein, da Ich eintreten
möchte, und dann erst siehe auf den Fußboden deines Hauses zum
geziemlichen Empfange der Welt. Denn füglich sollte der Vater wohl der
Erste sein, auf den die Kinder Rücksicht nehmen, und Ihn sollten sie
zuerst erwarten in der Liebe heiligem Ernste und daraus im lebendigen
Glauben und vollsten Vertrauen. [HiG.01_40.11.19,04]
Denn siehe, wenn eine schöne Jungfrau unter vier Augen zu ihrem sie über
alles liebenden Freier sagt: „Ich liebe dich unaussprechlich!“ –
so sie aber in der Welt hohen Putzgesellschaft auf ihn mit ihren Augen
stößt, eine ärgerliche Miene macht, und es ihr nicht recht ist, daß
er ihr aus großer Liebe auch dahin gefolgt ist; und so der Liebhaber
nun merken wird, daß ihn seine Geliebte in solcher Gesellschaft kaum
eines gleichgültigen Blickes würdiget – was meinst du, wie bei einer
solchen Gelegenheit dem redlichen, treuen Liebhaber um sein so heiß
liebendes Herz wird? – Ich sage dir, er wird über die Maßen traurig
und am Ende ärgerlich werden. Und es dürfte die Jungfrau recht viel
kosten, bis sie ihn wieder gewinnen wird. Und sollte sie mehrere Male so
tun, dann dürfte er wohl kaum mehr zu gewinnen sein. [HiG.01_40.11.19,05]
Siehe, wenn aber schon ein weltlicher Liebhaber solches täte, der doch
mehr tot als lebendig ist, so kannst du dir wohl auch denken, daß Ich,
als der allerredlichste und getreueste Liebhaber, der Ich doch das
unendliche, ewige Leben Selbst bin, bei fast ähnlichen Erscheinungen
bei dir nicht ganz ungekränkt zusehen kann und darf, wenn du dann und
wann, Meiner unbekümmert, mit der Welt konversierest und auch den
Deinen nicht wohl zeigest den schmalen Weg zu Meinem Herzen. [HiG.01_40.11.19,06]
Du möchtest nur, daß Ich beständig zu dir kommen solle. Ich sage dir
aber, es ist ein und derselbe Weg von Mir zu dir. Daher könntest du
nach tausend Meiner Besuche bei dir, Mir, deinem Vater, schon auch
einmal einen oder auch zwei Besuche ganz ernst in deinem Herzen machen! [HiG.01_40.11.19,07]
Siehe es hat mich gekränkt, daß du diesmal so spät nach Mir
verlangtest! Der weltliche Freier zwar kann nicht ins Herz seiner
Geliebten sehen. – Ich aber sehe das deinige, und da es redlich
geblieben ist, so komme Ich nun wieder zu dir. – Nimm Mich auf, auf daß
Ich dann auch dich aufnehmen kann in Meine große Gnade! [HiG.01_40.11.19,08]
Das ist der große Wunsch des ewigen heiligen Vaters, der Ich bin dein
lieber Jesus und im selben die Wiedergeburt und das ewige Leben. Amen. Geburtstag-Gratulation.
– 30. November 1840, abends [HiG.01_40.11.30.a,01]
Das Folgende lasse Ich durch den Knecht dir, Meinem sehr willigen
Freunde, Andr. H.-„Willig“ sagen, da Ich deinen Willen als bewährt
gefunden habe! [HiG.01_40.11.30.a,02]
Die Menschen wünschen sich zwar gegenseitig vielfach allerlei Glück,
aber es bleibt auch gewöhnlich bei dem Wunsche nach der Weltmode, weil
ihm kein wahres Wollen der Liebe, sondern nur eine blinde, weltliche
Gewohnheit zugrunde liegt. [HiG.01_40.11.30.a,03]
Da wünscht oft einer dem andern (wenn es noch gut geht) alles
ordentliche „Beste“ – in der sicheren Überzeugung, daß von all
dem Gewunschenen nichts in Erfüllung gehen wird. Und es ist bei all
seinen Wünschereien oft auch nicht ein Sonnenstäubchen ernster, der
wahren Liebe entstiegener Wille – derjenigen hofsittlichen
Gratulationen nicht zu gedenken, die vermittelst der gedruckten
Papierchen, die ihr „Visitenkarten“ nennet, geschehen. [HiG.01_40.11.30.a,04]
Fragst du, warum bei solchen Wünschen nie etwas Erfolgliches
herauskommt, so sage Ich: Darum, weil der willenlose Wunsch nichts als
eine heuchelnde, schmeichelnde Höflichkeit des kalten Weltverstandes
und somit eine bare Lüge und absurde Narrheit ist. [HiG.01_40.11.30.a,05]
Wie ist doch der Mensch ein großer Tor, der da zu einem Stein spricht:
„Werde Gold!“! – Und siehe, doch wäre ein solcher Tor nur klein
zu nennen gegen einen Gratulanten, der seinem Wünschling „tausend
Lebensjahre“ wünscht, während er ihm das Leben auch nicht für eine
Terzie verlängern kann und, fürs zweite, ihn oft schon am nächsten
Tage unter der Erde wissen möchte, um dadurch etwas zu gewinnen. Und so
ist mancher, der da wünscht „Glück und Segen“, und in seinem
Herzen ist er voll Ärgers – oder der da wünscht „Gesundheit und
heitere Lebenstage“ und kennt oft den alleinigen Geber solcher Dinge
kaum dem Namen nach. Oder ist da endlich noch einer, der spricht: „Ich
wünsche Ihnen, was Sie sich selbst wünschen!“ – Weiß dieser
Gratulant denn auch, ob das alles gut ist, was sich die Menschen in
ihrer Eigenliebe wünschen!? – Und so gratuliert die Welt sich denn
beständig Unsinniges in ihrer finsteren Leerheit! [HiG.01_40.11.30.a,06]
Aber höre, nicht also soll es bei euch sein! – Statt solcher Tollheit
sollen Meine Freunde sich gegenseitig in Meinem Namen voll Liebe im
Herzen fragen: „Bruder, bedarfst du in irgend etwas meines Beistandes,
so sage es mir offen, und ich will dich nach Möglichkeit meiner Kraft
und meines Vermögens wohl unterstützen!“ Sage nicht: „– wenn du
solches wünschest!“ – sondern sage, daß du selber dessen benötigest
zur Ehre Gottes und zur Wohlfahrt deines Geistes! [HiG.01_40.11.30.a,07]
Und hat dir der Bruder solches gestanden, so sei liebewillig und tue es
unverzüglich, so wirst du das Herz deines Bruders erquicken. Und Ich,
dein Vater, werde Freude haben ob solcher werktätigen Gratulation. [HiG.01_40.11.30.a,08]
Und so du gratulierest, da gratuliere armen Hilfsbedürftigen – so
werde Ich auch deine anderen Gratulationen, die du verrichten mußt, um
der Welt kein Ärgernis zu geben, mit gnädigen, nachsichtigen Augen
ansehen. [HiG.01_40.11.30.a,09]
Und so trete also anstatt des leeren Wunsches der volle, kräftige Wille
auf im Herzen und anstatt der Gratulation die reine, uneigennützige
Liebe – so wirst du erst ganz sein ein Mann nach Meinem Willen,
welcher ist Meine unendliche Liebe zu euch! [HiG.01_40.11.30.a,10]
Siehe, du hast schon so manches getan, was Mir wohlgefiel, und daher
habe Ich dir auch schon einen neuen Namen gegeben, der da aufgezeichnet
ist im großen Buche des Lebens. Und dieser Name sei dir am heutigen
Tage deiner Eingeburt in das irdische Fleisch ein Geschenk als Name
deiner Neugeburt im Geiste! – Aber tue das Gesagte alles, so wirst du
bald die große Freude der Wiedergeburt erleben! [HiG.01_40.11.30.a,11]
Siehe, so ist Meine Gratulation geartet! – Ich „wünsche“ nichts,
sondern was Ich will oder liebe, das gebe Ich oder lasse es zu, daß es
geschieht. – Was würde wohl daraus werden, so Ich euch das Leben wünschen
möchte und ließe es beim Wunsche!? – Allein Ich wünsche nicht bloß,
sondern Ich will – und so lebet ihr! [HiG.01_40.11.30.a,12]
Es heißt ja aber, daß ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im
Himmel vollkommen ist. Nun denn, so tuet auch ihr, wie Ich, euer Vater,
es will und selbst tue! Könnt ihr auch nicht tun, was Ich tue im
Unendlichen, so tuet es doch im Kleinen! Dann werdet ihr sein gleich
einem kleinen Kreise, der ja in all seiner Geringfügigkeit doch
vollkommen gleich ist dem großen Kreise Meines unendlichen Wesens.
Erziehungswink.
– 30. November 1840, abends (Fortsetzung) [HiG.01_40.11.30.b,01]
Und nun höre, Mein lieber Andreas-Willig, schließlich noch: Es ist ein
kleiner Wunsch von Mir dir gegenüber – und du weißt nun schon, was
Ich unter „Wunsch“ verstehe, nämlich die Vereinigung Meines Willens
mit dem euren – daß du deinen Kindern nicht zuchtlos den freien
Willen lassen möchtest; sondern, was du sie lernen lässest, das sollen
sie willig lernen aus Gehorsam gegen dich, und nicht ob es sie freue
oder nicht. Sondern so du dies oder jenes für gut findest, so muß es
auch ihnen gut und recht sein, weil es dir gut und recht ist. Und es
wird dann auch wirklich daraus Gutes und Rechtes, so es geheiligt wird
durch den Gehorsam. Sonst aber wird alles schlecht und unnütze. [HiG.01_40.11.30.b,02]
Siehe, der Fehler bei aller Erziehung besteht gewöhnlich darin, daß
die Eltern die Sache der Kinder für zu wenig bedeutend nehmen. Aber
bedenke nur, wo bei Mir die Erziehung beginnt, von welcher Bedeutung Mir
schon ein Sonnenstäubchen sein muß! Und nun denke dir, wie hernach
erst ein Kind! – So du das recht bedenkst, wirst du wohl leichtlich
einsehen, warum die Erziehung der Kinder sehr beachtet werden soll! [HiG.01_40.11.30.b,03]
Siehe, Mein lieber Willig, wandle stets emsig auf Meinen Wegen, und Ich
werde dich ewig nicht aus Meiner Liebe lassen und werde allezeit sein
dein guter, heiliger Vater und ewig dein größter, allergrößter Lohn.
– Amen.
Von
der Freundschaft des Herrn – Geburtstagsgabe. – 26. Juni 1842,
vormittags [HiG.02_42.06.26]
Dieses gar große Geschenk gib der, die da heute ihren Geburtstag feiert
und heißet J. H. = Martha. [HiG.02_42.06.26]
„Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid. Denn ein Knecht weiß
nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe Ich gesagt, daß ihr Meine
Freunde seid. Denn alles, was Ich gehört habe von Meinem Vater, habe
Ich euch kundgetan. [HiG.02_42.06.26]
Ihr habt Mich nicht erwählet, sondern Ich habe euch erwählet und
gesetzt, daß ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe,
auf daß, so ihr den Vater bittet in Meinem Namen, Er es euch gebe.“ (Joh.
15, Vers 5 und 16). [HiG.02_42.06.26,01]
Verstehest du, Mein Töchterchen, was Ich dir durch diese zwei Verse
sagen will? – Siehe, das Größte, was der menschliche Geist je
erfassen wird – nämlich die Wiedergewinnung der vollkommenen
Freiheit, welcher da zu Grunde liegt Meine wahre, intimste Freundschaft
mit denen, die Ich erwählet habe! [HiG.02_42.06.26,02]
Siehe, keiner von euch allen hat Mich erwählet, sondern nur Ich kam zu
euch und habe euch erwählet! – Daß Ich euch aber erwählet habe,
kannst du daran je zweifeln? – Gebe Ich euch allen nicht alle Schätze
der Himmel, die da sind des Vaters, welcher die ewige Liebe in Mir ist!? [HiG.02_42.06.26,03]
Da Ich dich und euch aber erwählet habe, so habe Ich euch und somit
dich, Mein Töchterchen, ja auch gesetzt in das Paradies des ewigen
Lebens, damit ihr da die edelsten Früchte zu bringen vermöchtet und
Mich da auch allzeit bitten könnet, um was ihr wollet, damit Ich es
euch allzeit gebe. [HiG.02_42.06.26,04]
Da es aber nun klar vor deinen Augen ist, daß Ich euch alle erwählet
habe aus und von der Welt, die da gefangen ist in den härtesten Ketten
aller Knechtschaft und ärgsten Sklaverei, was meinst du wohl – habe
Ich euch und somit auch dich wohl erwählet zur abermaligen Knechtschaft
und Sklaverei oder zur Freiheit des inneren Lebens der Liebe zu Mir und
somit zu Meiner vollen Freundschaft!? [HiG.02_42.06.26,05]
Wer aber ist der, zu dem Ich sage: „Geliebter Freund, geliebte
Freundin!“ – O Töchterchen, bedenke, bedenke, was das ist, so Ich
auch zu dir sage: „Meine geliebte Freundin!“ [HiG.02_42.06.26,06]
Wahrlich, Ich sage es dir: So Ich dir schenken möchte alle Reiche der
ganzen Unendlichkeit, alle Engel und alle Himmel – da wärest du nur
ärmlich beteilet gegen dem, daß du bist eine „Erwählte“, und daß
Ich auch zu dir sage: „Meine Freundin, Meine Schwester!“ [HiG.02_42.06.26,07]
Beachte daher überaus wohl und allerhöchst, was du hiemit überkommst!
– Siehe, an diesem deinem Leibesgeburtstage überkommst du Meine
Freundschaft und wirst empfangen von Meiner Erbarmung, damit du schnell
reifen möchtest in ihr zur vollen Wiedergeburt deines Geistes zum
ewigen Leben! [HiG.02_42.06.26,08]
Wahrlich, die da sind Meine erwählten Freunde, die haben auch Meinen
Heiligen Geist schon in und über sich – darum sie nimmerdar sollen
Knechte der Sünde werden. – Also sollst auch du Mir nimmerdar eine
Dienerin der Sünde werden, sondern ewig bleiben in Meiner Freundschaft!
– Amen.
Zum
Geburtstag. – 13. Oktober 1942 [HiG.02_42.10.13,01]
Schreibe für heute etwas an den A. H.-W., das da ihm dienen solle zur
Erkenntnis, daß der Vater im Himmel es gar wohl weiß, wann und an
welchem Tage ein Mensch dem Fleischleibe nach zur Welt geboren worden
ist. [HiG.02_42.10.13,02]
Höre, Mein lieber A. H.-W.! Es ist wahrlich nichts Geringes, wenn ein
Mensch aus dem Mutterleibe zur Welt geboren worden ist. Denn was dazu
gehört, bis eine Menschenseele aus allen Stufen reif wird zur Ausgeburt
in die Welt, glaube es Mir, ist fürwahr mehr als du in Ewigkeiten zu
fassen imstande sein wirst! Daß die Werdung eines Menschen für Mich
Selbst keine solche Kleinigkeit ist, wie sich einige philosophische
Toren träumen lassen, beweisen ja alle die Taten und alle die Vorschöpfungen,
welches alles allein nur für den Menschen bewerkstelligt und gemacht
wurde! [HiG.02_42.10.13,03]
Demnach aber ist es denn ja auch billig und gerecht, daß selbst der
leibliche Geburtstag für jeden Menschen ein wichtiger Tag sein muß, da
er kein zufälliger, sondern ein schon von Ewigkeit her wohlberechneter
Tag ist. – Warum und wie aber ein solcher Tag ein von Ewigkeiten her
wohlberechneter ist – soll sogleich gezeigt sein! Und also höre denn: [HiG.02_42.10.13,04]
In dem endlos tiefen Zeiten- und Ewigkeiten-Raume wurden nach der Zahl 3
und 7 in der endlosesten Zahlenfülle Geister, Mir ähnlich, von Mir aus
ins freie Dasein hervorgerufen. – Eine Unzahl hat sich durch den Mißbrauch
ihrer Freiheit von Mir getrennt; aber auch eine Unzahl hat sich mit Mir
auf ewig vereinigt. – Was sollte denn mit der getrennten Unzahl
werden? Sollte sie für ewig zugrunde gehen oder sollte sie, nur Mir
allein möglicher Weise, zurückgeführt werden? [HiG.02_42.10.13,05]
Siehe, das war selbst für Mich, den Allmächtigen und allerhöchst
endlos weisen Schöpfer, keine so geringe Frage! Denn lasse Ich sie
zugrunde gehen, so ist auch in Mir der Tod zu Hause. Führe Ich sie aber
zurück, dann ist die unantastbare Heiligkeit Meiner urewigsten Ordnung
gefährdet. – Was war und ist sonach hier zu tun? [HiG.02_42.10.13,06]
Siehe, die Löse dieser großen Fragen liegt jetzt noch vor deinen
Augen, und gar viele Ewigkeiten werden damit nicht fertig werden! [HiG.02_42.10.13,07]
Worin aber bestand diese, bestehet sie jetzt noch und wird sie ewig
bestehen? – Die Liebe, als das alleinige Leben in Gott, mußte sich
gewisserart trennen, die getrennte Unzahl der Geister ergreifen, sie
binden mit ihrer Macht und aus ihnen gestalten zahllose Weltenmassen
aller endlosen Arten nach der Beschaffenheit der Geister, die darin
eingefangen wurden. [HiG.02_42.10.13,08]
Als nun die Welten von den Urzentralsonnen abwärts ausgebildet waren,
da auch erst wurde jedes Welten-Atom genau auf den tausendsten Teil
einer Sekunde berechnet, wann es solle gelöst werden. Und war die große
Rechnung einmal bestimmt, da erst begannen die organischen Schöpfungen
auf den Weltkörpern durch alle Stufen in der allerhöchsten, weisesten,
wohlberechneten Ordnung. Und hernach kam endlich erst der Mensch, als
ein vollkommenstes Aufnahme-Organ aller ihm vorangegangenen endlosen
Stufen und als ein vollkommener Wiedervereinigungspunkt des einst aus
Mir gegangenen Lebens! [HiG.02_42.10.13,09]
Damit es aber bei dieser Neugestaltung der alten Wesen an der Seite
Gottes gegen Ihn Selbst keine Widerordnung gebe, mußte Gott Sich
gewisserart durch Meine Menschwerdung Selbst neu gestalten, hernach
bauen einen neuen Himmel und endlich machen, daß da alles neu werde,
gleich Ihm! [HiG.02_42.10.13,10]
Nun siehe, solches alles steckt hinter einem einzigen Geburtstage! [HiG.02_42.10.13,11]
Beachte daher wohl, was er in sich birgt, damit dir dadurch bald ein
neuer großer Geburtstag werde im Geiste! [HiG.02_42.10.13,12]
Nimm somit diese Enthüllung als einen Glückwunsch zu diesem deinem
Geburtstage im Herzen von Mir, deinem liebevollsten Vater, auf, so wirst
du an jedem deiner Geburtstage hier wie jenseits eine große Freude
habe. Denn auch jenseits erscheinen in entsprechender Form dergleichen
Tage glanzvoller denn die andern, für den, den sie betreffen! Nehme
damit aber auch Meinen vollen Vatersegen hin und verharre in Meiner
Liebe ewig! Amen.
Wahre,
lebendige Wissenschaft. – 4. November 1842 [HiG.02_42.11.04.a,01]
Also schreibe nur, was du schreiben möchtest! – Schreibe, daß Ich
dem A. H.-W. sagen lasse, daß da des Leibes Geburtstag so manches
besagt, was der Mensch in seinem Weltleben nicht erfassen kann, solange
er nicht völlig ins geistige Leben übergegangen ist. [HiG.02_42.11.04.a,02]
Sollte Ich es hier etwa völlig kundgeben? – Das würde wenig nützen.
Denn alle äußere Wissenschaft belebt den Geist des Menschen so wenig,
wie da die äußere Luft die Organe der Lunge belebt, so sie nicht
eingeatmet wird, oder wie wenig das alleinige Anschauen von allerlei
Speisen einen hungrigen Magen sättigt. [HiG.02_42.11.04.a,03]
Wer demnach wahrhaft geistig gesättigt werden will, der muß die
Speisen werktätig in sich aufnehmen, damit durch die stets rege innere
Tätigkeit der Geist sich übe, dadurch kräftige, stärke, dann durch
diese beständige Tätigkeit sich erwärme, erhitze und endlich
erbrenne. Wenn solches geschehen ist, dann hat auch der Mensch die
wahre, lebendige Wissenschaft überkommen, durch welche er in alle
Weisheit geleitet werden kann. [HiG.02_42.11.04.a,04]
Daß unter dem „Erhitzen“ und „Erbrennen“ die Liebe zu Mir, und
unter dem „Erwärmen“ aber die Liebe zum Nächsten verstanden wird,
braucht kaum erwähnt zu werden. – Es steht aber ja schon im Worte:
„So du den Nächsten, den Bruder, nicht lieben kannst, den du siehst,
wie willst du dann Gott lieben, den du nicht siehst?“ – Heißt das
nicht ebensoviel, als so Ich sagen möchte: Wenn da ein Ding, zum
Brennen tauglich, nicht erwärmt ist, wird es ohne die nötigst
vorhergehende Erwärmung erhitzt werden? – und wie ohne Erwärmung und
Erhitzung dann erst erbrennen zum Lichte des inneren Lebens und daraus
zur inneren, lebendigen Wissenschaft und daraus hervorgehenden Weisheit? [HiG.02_42.11.04.a,05]
Man wird sagen: Das Pulver entzündet sich doch sicher ohne
vorhergehende Erwärmung und Erhitzung, und der Blitz zuckt aus kalter
Luft und eisiger Wolke hervor! – O ja, sage Ich, aber es ist mit dem
Lichte des entzündeten Pulvers wie mit dem Blitze eben nicht viel
geholfen, da keins für die Dauer taugt, und zudem noch diese beiden
Schnelligkeitsentzündungen allezeit verheerend und zerstörend sind.
Was immer plötzlich geschieht oder entsteht, vergeht gewöhnlich wieder
so, wie es entstand, und läßt sicher nichts als nur die arge Wirkung
zurück, wo nicht für bleibend den Tod. Daher gehört zum wahren, wohltätigen
Erbrennen die gerechte Erwärmung und Erhitzung zum voraus, ohne die es
nie zu einer inneren Erbrennung und dadurch zum wahren, bleibenden
Lichte kommen kann. [HiG.02_42.11.04.a,06]
Werde daher auch du, Mein lieber A. H.-W., vollends warm und erhitzt, so
wirst du die heilige Wirkung des inneren Erbrennens bald gewahren. –
Aber das „Welt-Eis“, was da sind die weltlichen Sorgen, mußt du aus
dir schaffen, sonst wird es mit dem Erwärmen und Erhitzen nicht gut
vorwärts gehen. Denn glaube es Mir: Weltsorgen, welcher Art sie auch
sein mögen, und Weltschätze sind pur Eis für den Geist. Und des
Verstandes Wissen allein ist des Geistes Knechtschaft und Sklaverei! [HiG.02_42.11.04.a,07]
Werde aber gleich dem Kaufmanne, der alle seine Schätze für eine echte
und schwere Perle hintan gab, so wirst du am Glanze dieser Perle das
heilige Morgenrot des ewigen Lebens in dir erschauen. Glaube es Mir, daß
es also ist! Denn Ich, dein heiliger Vater, gebe dir ja solches kund für
deine Geburtstunde aus Meinem Munde. Amen. Die
evangelische Kur – Väterlicher Gesundheitsrat für K. G. Leitner. –
13. April 1844 [HiG.02_44.04.13,01]
Schreibe nur, Ich weiß, was du hast! – Also höre Mich denn diesmal
recht folgsam an, du, den Ich so lieb habe, du Mein Freund, Mein Bruder!
Ich kenne dein Herz, es ist geschmückt wie eine Braut und so wohlgeschmückt
wie ein Brautgemach, darum es Mir auch so wohlgefällt, bei dir mit
allerlei Ordenskreuzlein in diesem deinem Herzen einzusprechen. [HiG.02_44.04.13,02]
Ich möchte wohl ganz und gar in dein Herz einziehen, wie einst in
Jerusalem, aber du hältst die Türe in dies Mir wohlgefällige Gemach
des Lebens stets sehr enge, so daß Ich mit Meiner Eselin nicht
hineinkann. Was aber ist es wohl, das in dir die Türe in dein Herz so
sehr beengt? – Siehe, es sind die Sinne deiner Seele, welche da
ausmachen deinen Verstand; dieser ist zu angestrengt tätig, entzieht
dadurch dem Herzen zu viel des Lebensfeuers und verbraucht es im Gehirne
um nichtige Dinge. Dafür aber leidet dann dein Herz einen Mangel und
wird von außen her beengt, weil es zu wenig des Lebensfeuers rückbehält. [HiG.02_44.04.13,03]
Es ist wohl dein Innerstes im Herzen in der schönsten Ordnung, allwo
des Geistes Wohnstätte ist. Aber weil die äußere Umfassung des
Herzens stets beengt wird durch den zu unverhältnismäßigen
Lebensfeuerverbrauch und das Herz auch zu Zeiten nicht so viel
Lebensfeuer erzeugen kann aus dem Geiste, wie dein nicht selten über
die Maßen tätiger Verstand zu seiner weltlichen Funktion vonnöten
hat, so wird dein Verstand oft schwach in allen seinen Teilen. Und du
empfindest dann den Mangel dieses Feuers doppelt, und zwar zuerst durch
eine Art Trübung im Verstande oder in den Sinnen der Seele, und dann
aber auch durch leere Beängstigungen in deinem Herzen, welche natürlich
darin ihren Grund haben, daß durch den Mangel an Lebensfeuer die äußere
Umfassung des Herzens sich zusammenzieht, dadurch auf die inneren
Lebenskammern einen Druck ausübt und die äußeren Gefäße, selbst des
fleischlichen Herzens, strenger und strenger anzuziehen beginnt, woher
sich dann auch dein physisches Leiden zu Zeiten und Zeiten datiert! [HiG.02_44.04.13,04]
Weil vom Herzen aus alle Nerven zuerst ihre Nahrung bekommen müssen, so
werden sie natürlich schwach, wenn sie durch den Mangel an Lebensfeuer
hungrig werden. Und der zuckende Zustand derselben ist nichts anderes
als eine Sprache, eine Forderung an das Herz und lautet: „Wir Bänder
und Hebel des organischen Lebens sind hungrig und durstig geworden!
Herz! Du sonst gastliche Küche des Lebens, gib uns zu essen und zu
trinken und gönne uns auch einmal eine frische und stärkende Luft! Und
lasse uns nicht verkümmern unter dem Staube, den deines Verstandes
weltliche Werkstätten so reichlich und verderblich erzeugen!“ [HiG.02_44.04.13,05]
Ich aber sage dir: Gib folgsames Gehör den Worten der Nerven, und du
wirst gesund sein! Und noch sage Ich zu dir und frage dich: Warum
sorgest und kümmerst du dich so viel vergeblich? [HiG.02_44.04.13,06]
Bin Ich dir doch noch allezeit zur Seite gewesen, und es ist noch alles
also gut ausgefallen. Und was Ich je zu dir geredet habe, entweder durch
Meinen schwachen Schreiber oder durch ein unmittelbares Einfließen in
dein Gemüt, ist es nicht in die pünktlichste Erfüllung gegangen? [HiG.02_44.04.13,07]
Und dennoch sorgest du dich stets von neuem wieder so, als hinge das
Gelingen deiner Arbeit für die Welt lediglich von deiner Tatkraft ab!
– Warum das? – Weißt du ja doch, daß ohne Mich niemand etwas
vermag! – Warum sorgest du dich denn da vergeblich, wo Ich doch
allezeit und überall für dich sorge und vollauf tätig bin?! [HiG.02_44.04.13,08]
Ich sage dir: Sei in der Zukunft leichtsinnig in allen deinen
Weltarbeiten im lebendigen Vertrauen auf Mich! Und Ich werde alle deine
Arbeiten segnen, auf daß sie besser werden, als du sie je selbst
berichtigt hast! – Kehre auf eine Zeit von wenigstens vierzehn Tagen
allen deinen Geschäften den Rücken, sorge dich um nichts, lege alle
deine Sorgen volltrauig auf Meine Schultern, und es wird alles zur
rechten Zeit in der besten Ordnung sein. [HiG.02_44.04.13,09]
Dabei aber lebe recht gut und lasse dir ein von Mir allzeit gesegnetes
Essen und Trinken recht sorglos gut schmecken! – Und gebrauche morgens
und abends die evangelische Kur, nämlich: [HiG.02_44.04.13,10]
Nimm roten, ungerichteten Wein und Olivenöl, das rein ist, und reibe
dir damit die Brust, die Glieder, den Rücken, das Genick, am Abend auch
das Haupt und ganz besonders die Schläfe im Glauben und Vertrauen auf
Mich, so wirst du bald wieder ganz stark und gesund werden! [HiG.02_44.04.13,11]
Doch sollst du in der Zeit dich vom Kaffee und vom schlechten Weine
enthalten, weil darinnen arge und unreine Geister hausen, die da stürmisch
und sehr unruhig sind. [HiG.02_44.04.13,12]
Dieses Rezept aus dem Munde deines ewigen Vaters, deines Schöpfers und
deines Herrn und Gottes, beachte jetzt und allezeit im sorglosen
Volltrauen auf Mich, und es wird mit dir in allem gut, besser und am
besten gehen, sein und werden allezeit wie ewig in Meinem Namen. [HiG.02_44.04.13,13]
Das sagt dir dein Vater Jesus durch des Knechtes Mund! – Amen. [HiG.02_44.04.13,14]
Nachbemerkung des ersten Herausgebers: Diese für K. G. von Leitner
gegebene Weisung scheint gut gewirkt zu haben. Denn zu seinem 91.
Geburtstag sagte ihm später der himmlische Vater: „Heute sage Ich
dir, du kannst bleiben auf Erden, so lange du willst, oder auch
heimgehen, wann es dir beliebt.“ Leitner blieb noch ein Weilchen, und
dann zog den Hochbetagten die Ewige Liebe heim im Sommer 1890.
Über
den Wiedergeburtstag des Geistes. – 10. Mai 1847. [HiG.03_47.05.10]
An die Elise H. [HiG.03_47.05.10,01]
Also wäre wieder ein Geburtstag da. – Es kommen zwar die weltlichen
Geburtstage auch von Mir, dem Herrn alles Werdens und Seins, aber
trotzdem sind Mir die Geburtstage des Geistes mit den Sterbetagen des
Fleisches lieber als eben die nun gar häufig überaus mißlichen,
ledigen Geburtstage des Fleisches. [HiG.03_47.05.10,02]
Ich will aber damit nicht andeuten, als sollte da jemand ob des
Wiedergeburtstages des Geistes und dessen Seele auch schon wirklich dem
Leibe nach sterben und somit alles Zeitliche urplötzlich verlassen –
o mitnichten, das verlange Ich nicht, und es ist die gute Sache auch
nicht also zu verstehen. Sondern mit dem Sterbetage des Fleisches will
Ich nur das Vergehen von allerlei weltlichen Gelüsten und Begehrnissen
ganz wohl gemeint und verstanden haben, weil keines Menschen Geist und
Seele völlig wiedergeboren werden können zum wahren Himmelreiche,
solange irgend weltliche Bekümmernisse an der leidigen Seele haften. [HiG.03_47.05.10,03]
Denn es geht mit der Wiedergeburt des Geistes und der Seele fast gerade
also, wie mit dem Aufsteigen eines schon gefüllten sogenannten
Luftballons. Dieser wird während des Füllens mit Seilen, Stricken und
allerart Schnüren an in die Erde eingeschlagenen Pfählen befestigt,
damit er nicht mit der halben Füllung aufsteige und dann in der
niederen Luftregion von allerlei Winden hin und her getrieben leicht an
irgendeinem harten Baumaste sich verhänge und Risse bekomme. Wenn er
aber vollgefüllt ist und fähig, in die höchsten Regionen
aufzusteigen, so müssen alsbald alle Seile, Stricke und Schnüre, die
den Ballon früher an die Erde festhielten, abgeschnitten werden. Sonst
wird der Ballon wohl an den Bindemitteln zerren, aber zum Aufsteigen in
die freien Höhen wird er nicht kommen, bis nicht die letzte Schnur
abgerissen ist. [HiG.03_47.05.10,04]
Dieses Gleichnis aber lehrt, daß ein Mensch, wenn er auch noch so voll
guter, wahrer christlicher Werke ist und sein Herz voll Liebe zu Mir und
seinem Nächsten, er zwar alle Fähigkeit in sich trägt, die volle
Wiedergeburt des Geistes zu erlangen, aber es halten ihn daneben so
einige Schnürchen mit der Welt auch noch im Verbande! – Solange diese
Schnürchen aber nicht völlig abgeschnitten sind, so lange kann auch
sich der sonst selbst beste Mensch ebensowenig in die freie Höhe Meines
Lebensreiches aufschwingen, wie ein vollgefüllter Ballon, den aber noch
gewisse Schnüre an die Erde binden. [HiG.03_47.05.10,05]
Siehe du, Meine allerliebste Tochter Elisabeth, das aber ist eben auch
bei dir, wie bei deinem Manne und deinen Kindern besonders der Fall. Du
bist zufolge deiner Mir überaus angenehmen Werke in deinem Herzen
vollends fähig, die zweite Geburt zu erlangen. Aber siehe, eine gewisse
Zahl von Weltschnüren hält dich noch mit der Welt im Verbande und
hindert dich an der endlichen völligen Aufsteigung in Mein Reich bei
deinen Leibeslebzeiten, die dir zwar nach der einstigen Ablegung des
Leibes nicht entgehen wird, aber dir nun noch nicht eigen ist in der
praktischen Fülle ob der erwähnten immerhin lästigen, wennschon an
sich mehr unbedeutenden Weltschnürchen. Daher Ich dir zu diesem deinem
Leibesgeburtstage auch nichts angelegentlicher wünschen kann, als die
baldige völlige Losschälung von allem dem, was dich noch irgendwo an
die Welt bindet. [HiG.03_47.05.10,06]
Prüfe dich aber nur recht sorgfältigst selbst, und du wirst nach und
nach leicht und bald alles finden, was dich bei deinen Leibeslebzeiten
die völlige Wiedergeburt nicht in der Fülle erreichen läßt. [HiG.03_47.05.10,07]
Von Mir aus aber bist du wohl schon wiedergeboren, und es fehlt dir
sozusagen fast gar nichts mehr als bloß die Aufsteigung. Diese aber ist
aus überaus weisen Gründen jedem Menschen selbst überlassen. Daher
bemühe dich nur recht emsig, von der Welt auch in den kleinsten Fäden
los zu werden, so wirst du leicht und bald jenen zweiten, vollkommenen
Geburtstag für alle Ewigkeit erleben, der dir nimmer wird genommen
werden! [HiG.03_47.05.10,08]
Das ist der getreueste und wahrste Wunsch Dessen, der dich schon eher
geliebt hat, als die Erde noch gegründet ward, – der dein wahrer
Vater ist und bleiben wird von Ewigkeit zu Ewigkeit amen, amen, amen Das
Beste für jedermann. – 2. Februar 1848 [HiG.02_48.02.02.b]
An Alexandrine Hüttenbrenner. [HiG.02_48.02.02.b,01]
Ich bin das Beste dir und jedermann, so du Mich erwählest für dein
Herz auf ewig und nicht dabei denkst: „Mit diesem oder mit jenem könnte
ich vielleicht auch glücklich sein.“ [HiG.02_48.02.02.b,02]
Ich sage dir: Alle „diese und jene“ sind gleich wie ein falscher
Schmuck. Sie prunken wohl und scheinen etwas zu sein. Aber im Grunde
sind sie alle dennoch nichts – gleichwie da nichts ist ein falscher
Schmuck, für den dir kein Wechsler etwas gibt, so du, durch Not gedrängt,
ihn verkaufen müßtest. [HiG.02_48.02.02.b,03]
Wer aber Mich erwählt hat und denkt nicht: „Dieser und jener könnte
auch mein Glück sein“ – der hat einen echten, wertvollsten Schmuck
sich angeschafft. Und so er dann alles verlöre, als: Reichtümer und
alle seine kostbaren Freunde – so ist er aber dennoch überglücklich
bei all' solchem Verluste. Denn er hat ja noch den kostbarsten Schmuck
im Kasten seines Herzens, dessen endlosen Wert alle Ewigkeiten nimmer
aufzehren werden. [HiG.02_48.02.02.b,04]
Mein Töchterlein! Da heute dein Geburtstag ist, so kann Ich, als dein
wie aller Menschen und Engel Vater, dir nichts anderes wünschen, als daß
du vor allem dich um solch einen Schmuck vollernstlich umsehen solltest.
Alsdann erst wirst du auch alles andere erlangen können. Und was du
dann erlangen wirst, das wird echt sein. – Was du aber ohne solchen
Hauptschmuck erlangen wirst, wird ein falscher Schmuck sein, für den
dir zur Zeit der Not die Wechsler des Himmels nichts geben werden. [HiG.02_48.02.02.b,05]
Also das Beste dir und jedermann! – Erwähle Mich vollkommen für dein
Herz, so hast du dir für ewig und auch zeitlich schon das Beste erwählt! [HiG.02_48.02.02.b,06]
Diesen Wunsch heute wie ewig dir und jedermann! Amen. Das sagt dein
Vater dir! Amen. Amen. Amen. Heiligende
Liebe. – Worte zum Geburtstag. – 26. Juni 1849 [HiG.02_49.06.26,01]
Schreibe nur ein recht nettes Wörtlein an unsere kleine, geliebte
Julie-Martha H.! Denn die uns beide liebt und lieb hat, die müssen auch
wir lieben und sehr lieb haben. [HiG.02_49.06.26,02]
Meine geliebteste Julie-Martha! – Da der heutige Tag ein für dich
besonders bedeutender ist, weil er dir den Jahrestag deiner Eingeburt in
die Welt wie in einem Echo wieder in deine Erinnerung zurückgibt und du
darob eine gar wohl begründete Freude haben kannst, indem du an solch
einem Tage durch die Macht Meines Liebewillens in die Reihe Meiner
Kinder, also in die Reihe der Gotteskinder, aus der stumpfen Reihe der
gerichteten Geschöpfe aufgenommen worden bist – so will aber auch
Ich, als ein wahrer Lebensvater, dir solche deine gerechte Freude nicht
etwa schmälern, sondern für dein Mir allerliebstes Herzchen nur gar
sehr erhöhen dadurch, daß Ich dir hiermit die wiederholte, für dich
sicher teuerste Versicherung zukommen lasse, daß du Mir ein allezeit
allerliebstes Töchterchen bist, das Mir so pick- und nagelfest ans Herz
gewachsen ist. [HiG.02_49.06.26,03]
Ich meine, Mein liebstes Töchterchen wird mit dieser Meiner Zusicherung
auch sicher über alles zufrieden sein können! Denn überglücklich
sind jene für ewig, die von Meinem Vaterherzen aus einer solchen
Zusicherung für wert befunden werden. – Aber leider nur wenigen wird
eine solche zuteil! [HiG.02_49.06.26,04]
Desto mehr aber kannst du dich darob freuen, da du als Mein
allerliebstes Töchterchen solch einer höchsten Gnade für wert
befunden wirst in Meinem Herzen. [HiG.02_49.06.26,05]
Du darfst dir aber darum ja etwa nicht einbilden, als käme dir solch
eine Gnade aus irgendeinem Verdienste zu! Sondern Ich ganz allein für
Mich, ohne dein Verdienst, habe dich so lieb, weil du Mich auch gar so
sehr lieb hast und bist manchmal sogar in Mich ein wenig verliebt, und
das eben ist eine ganz besondere Heiligung deines Herzchens. – Denn
wie könnte ein unheiliges Herz Mich, den Heiligsten, lieben?! – So
Mich aber ein Herz liebt, der Ich heilig bin, wie möglich könnte in
solch heiliger Liebe das liebende Herz selbst unheilig verbleiben? [HiG.02_49.06.26,06]
Also ist aber auch dein Herzchen durch und durch geheiligt, weil es Mich
liebt. Und da Ich es darum wieder gar überaus sehr liebe und Meine
heilige Liebe in dasselbe stets mehr und mehr einfließen lasse und es
dadurch zu einem Gefäße der Fülle Meiner heiligsten Liebe mache,
welche Liebe da heilig ist überheilig, so ist das Gefäß dadurch nicht
nur „geheiligt“, sondern selbst „heilig“. Denn Ich, als der
Alleinheilige, kann nicht im Unheiligen, sondern nur im Heiligen wohnen! [HiG.02_49.06.26,07]
Fahre du, Mein allerliebstes Töchterchen, in solcher deiner Liebe zu
Mir nur treulich fort, so wirst du bald einen zweiten, viel höheren
Geburtstag erleben, als dieser heutige deines Leibes es ist. [HiG.02_49.06.26,08]
Aber so manche eitle Dinge mußt du von dir schaffen, als z.B. deine
manchmal etwas übertriebene Zimmerreinlichkeitsliebe, den manchmal zu
starken Appetit nach einer Prise Schnupftabak, dann den Reif im
Unterrocke und manchmal zu sehr gesteifte Unterröcke, die dich viel zu
dick aussehen machen, was weder schön noch sittig ist. [HiG.02_49.06.26,09]
Kleide dich immer recht reinlich, nett und schön! Aber ein zu übertriebenes
Stärken ist nicht schön, nicht sittig und für den Leib sogar nicht
gut, weil gestärkte Kleider zu wenig die Haut berühren und durch die
Berührung keine wohltätige Frottierung zuwegebringen können,
anderseits aber auch zu viel kühlende Luft an die mit Schweiß gefüllte
Haut treten lassen, die dann den Schweiß oft zurücktreibt und hie und
da in den Gefäßen verhärten macht und die Ausdünstung der Haut nicht
durchläßt, woraus dann gar leicht allerlei rheumatische Leiden
entstehen. [HiG.02_49.06.26,10]
Tue also das weg, was unnötig und zwecklos ist, so wird deine Seele
dann gleich mehr Zeit bekommen, an der Freimachung des Geistes zu
arbeiten. – Überhaupt mußt du dich des manchmal zu überflüssigen
Marthatums entschlagen, das dich nicht selten in allerlei bekümmerliche
Pensereien und manchmalige Ärgerlichkeiten versetzt – so wirst du
dann viel freier den wahren Weg zum ewigen Leben verfolgen können, was
denn doch die einzige Bestimmung eines jeden Menschen sein soll. [HiG.02_49.06.26,11]
Also mußt du dich auch über nichts ärgern und keine übertriebenen
Sorgen in dir aufsteigen lassen und alle deine Wünsche in Mein Herz
legen! – Da werde Ich dir auch alles gar ehestens geben können, was
dein Herz verlangt. Aber nur mußt du das recht gern und getreu
befolgen, was Ich dir nun geraten habe! [HiG.02_49.06.26,12]
Und nun, Mein liebes Töchterchen, nimm mit dieser Meiner Lebensgabe
auch Meinen Vatersegen in dein Herzchen auf! Dieser wird dir von selbst
getreuest sagen, daß du Mir ein allerliebstes Töchterchen bist
zeitlich nun, wie dereinst ewig! Amen. – Das sagt zu dir dein wahrer
und einziger Vater. Amen. Rechte
Geburtstagsfeier. – 14. Oktober 1850 [HiG.02_50.10.14,01]
Mein lieber Freund A. H.-W.! Der Geburtstag des Fleisches, wie du
gestern den deinen feiertest, hat nur als derjenige irgendeinen Wert,
der für einen Menschen der wirkliche Geburtstag ist. Jeder darauf
folgende dreihundertfünfundsechzigste Tag ist nur eine Erinnerung und
hat als solcher nur dann irgendeine Bedeutung, so der Mensch an solch
einem Tage sich seiner Geburt in seinem Herzen gegen Mich dankbar
erinnert und sich in Meinem Namen gute und feste Vorsätze macht, sein künftiges
Leben stets mehr und mehr nach Meinem Willen und nach Meiner Ordnung
einzurichten und Mich dabei um die Kraft und Hilfe bittet, die Ich
sicher niemandem vorenthalte, der Mich nur einigermaßen darum
lebensernstlich anfleht. [HiG.02_50.10.14,02]
Wer den Erinnerungstag seiner irdischen Geburt also begeht, der hat
wohlgetan und hat solch einem Tage vor Meinem Angesichte auch einen
reellen Wert verliehen. Alles andere, als: Glückwünsche, Präsente und
dergleichen sind vor Mir gänzlich ohne Wert, ja manchmal sogar Meinem
Wohlgefallen zuwider, besonders bei solchen Menschen, die darauf große
Stücke halten und sich an einem solchen Tage mehr und besser zu sein dünken
als an einem andern. [HiG.02_50.10.14,03]
Nun bei dir, Mein Freund, ist das letztere wohl nicht der Fall. Und es
ist Mir lieb, daß du von deinem Geburtstage nichts weiter hältst, als
daß du um ein Jahr älter geworden bist. [HiG.02_50.10.14,04]
Freilich wäre es Mir sehr lieb, so du auch schon einen vollen geistigen
Geburtstag hättest! – Aber da happert es bei dir nun noch ein wenig.
– Wenn es auf der Welt keine schönen Mägde gäbe, da hättest du
lange schon einen vollen geistigen Geburtstag; aber zufolge der schönen
Töchter Evas bleibst du noch immer beim halben. [HiG.02_50.10.14,05]
Weil du sonach keinen ganzen, sondern nur einen halben geistigen
Geburtstag hast, so gratuliere Ich dir immerhin auch zu diesem halben.
Denn auch der halbe geistige ist besser als tausend irdische. [HiG.02_50.10.14,06]
Trachte aber nun darnach, daß du bald zu einem ganzen geistigen
Geburtstag gelangest! Der wird dir alles geben, darnach der bessere Teil
deiner Seele dürstet. [HiG.02_50.10.14,07]
Siehe, es werden nun Zeiten kommen, in denen große Not und Drangsal
herrschen werden, und Krieg, Hunger und Pest wird kommen. Aber die sich
an Mich halten und die Ich Mein nenne, haben von allem dem nichts zu befürchten.
Denn wo Mein Segen waltet, kann der Hölle Wut den Samen der Pest aller
Art nicht ausstreuen und ihr Gifthauch die Bäumchen, die Ich gepflanzt
habe, nimmer verderben. [HiG.02_50.10.14,08]
Aber die Bäume der Welt und alle Einrichtungen, die bisher die Welt zu
ihrer vermeintlichen Ruhe und Sorglosigkeit gesetzt hat, werden in Kürze
den weidlichsten Schiffbruch erleiden. Die Herren der Erde sollen es
erkennen, daß Ich noch immer der Herr bin und durch alle ihre
Rechnungen eine Strich ziehen werde! [HiG.02_50.10.14,09]
Verstehe solches! Aber fürchte dich darum nicht! Denn du gehört ja
auch Meiner Pflanzschule zu. Und Mein Feuer kann dich nur beleben, dich
seliger machen mehr und mehr und nicht töten wie diejenigen, die Mich
schnöd auf die Seite setzen, selbst herrschen wollen und Gesetze geben
Meinen Kindern, die sie nicht erschaffen und denen sie kein Leben
gegeben haben. – Wehe solchen, so sie Mein Feuer ergreifen wird! Das
wird ihnen eine böse Zeit geben! [HiG.02_50.10.14,10]
Nun sei gesegnet! – Lebe mäßig! Trinke nicht Wein und Bier
untereinander, sondern einen guten Wein nur, so wirst du dein Fleisch
vor Krankheiten und deine Seele vor fleischlicher Sinnengier bewahren.
Das sage Ich dir als dein größter Freund. Amen. Weghilfe zur geistlichen Wiedergeburt
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Aktualisiert
am: 02.12.2008 Home