Zulassung und Prüfung

 

Wegweiser ins Neu-Salems-Licht

======Nr. 58, Teil II E ======

Zulassung und Prüfung

(Aus den Neu-Salems-Schriften)

 

 

Anfragen

Das Herz, das Gemüt

Vollendung und Wiedergeburt

 

3. vermehrte Auflage

1923

Neu-Salems-Verlag

Bietigheim/Württbg.

 

 

 

Zulassung und Prüfung

(Aus den NeuSalemsSchriften)

 

Vorwort

   Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst, und handle danach!“ Dies ist der einfache und alles erschöpfende Lehrsatz, den Jesus Christus als Gott gegeben hat zur Erlangung der Gotteskindschaft.

   Weshalb die Verfolgung dieser Lehre zur Seligkeit führt, besagen die gewaltigen Offenbarungen, welche in den Neu-Salems-Schriften gegeben sind. Ihre Fülle ist so groß, daß es den Verkündern dieses neuen, des wahren alten Lichtes und den schon Eingeweihten ein Bedürfnis sein wird, einen gedrängten Überblick über die Grundzüge der Heilswahrheit zu haben. „Der Wegweiser“ will einen solchen bringen. Die Stellen sind allen Offenbarungsschriften entnommen, möglichst mit deren Wortlaut. Völlig erschöpfend, ist diese Ausführung nicht. Viel Herrliches wird der Leser noch anderweitig finden. Wer die Schriften noch nicht kennt, tut gut, die Stellen aufzuschlagen und sie in ihrem dortigen Zusammenhange zu lesen, ehe er in dieses konzentrierte Licht blickt.

   Teil I des Wegweisers umfaßt die waltenden Gottesgesetze und die Erkenntnis unseres Ichs und unseren Zwecks.

   Teil II bringt später hauptsächlich die Regeln, wie wir zu leben haben, um das kurze, so äußerst wichtige Probeleben hier richtig zu leben.

 

Jeder öffne sein Herz, dessen Erkennen weit über die Grenzen des Verstandes hinausreicht! Der Vater segne es!

 

Der Verfasser

 

 

1 Lw 173Bestimmung“ (Schicksal oder Destino) (Destino=Macht) gibt es keine, außer dieser, zu welcher ihr alle erschaffen seid, d.h. Meine Kinder zu werden, oder zu Mir zurückzukehren, von wannen ihr ausgegangen seid. Alles andere ist falsch, denn mit „Bestimmung“ und fixierter Lebensbahn hörte und müßte der freie Wille aufhören, und der Mensch sänke zu einer Maschine herab, die aber auch für ihre Taten, gut oder schlecht, nicht mehr verantwortlich wäre, weil kein „Wollen“, sondern ein „Müssen“ sie zum Handeln zwänge, wo nicht mehr die Rede sein könnte von wirklichem Tatenleben oder freiem Unterlassen. Wenn in der Bibel steht: „Alle  eure Haare sind gezählt“ und „Kein Sperling fällt vom Dache ohne den Willen des Herrn, oder Meines Vaters“, wie Ich dort sagte, so ist damit nicht gemeint, daß Ich es (direkt) so wollte, sondern daß Ich solches nur zuließ und Mir den (geistigen) nutzen für Meine Sache daraus zu ziehen vorbehalte.“ „Bestimmung“ ist außer der oben angeführten dann nur noch die Einkleidung der Geister anderer Welten hier als Erdenkinder.

2 Ev 2, 205,9)10)Diese Erde hat einmal die feste Bestimmung, daß auf ihr für die ganze Unendlichkeit Kinder des Geistes Gottes erzogen werden, und es ist darum nötig, daß der Boden stets mehr hart und mager als zu locker und fett gehalten werde. Das mit dem edlen Getreide aufschießende Unkraut hindert darum, weil es mit wächst und reift, das gesegnete Gedeihen der edlen Frucht nicht, dieweil es nachderhand dennoch wieder zum Düngen des hier und da zu hart und mager gewordenen Erdreiches gar sehr dienlich ist. Kurz und gut, was Gott zuläßt, ist gut, und am Ende ist dem vollends reinen Menschen dennoch alles rein, was die Erde in und auf sich und über sich trägt.“

3  Ev 6, 72,5) Es geschieht nicht Naturmäßiges für sich, sondern stets eines geistigen Zweckes wegen, denn das Geistige ist mit dem Naturmäßigen in stetem Verbande und in wechselseitiger Aufeinanderwirkung.

4  Lbl II, 1719 „Mancherlei muß Ich euch entziehen, was euch schadet bei eurer geistigen Entwicklung und Ausreife, wie Ich den reifenden Früchten den Frühling mit seinen tausendstimmigen Vögelgesang gar lange schon entzogen habe und hiernach auch die Wärme und das Licht der Sommertage, und doch ist der Vögel Lobgesang ein liebliches Ding und tut auch meinem Herzen wohl, so die Kreatur lobet den Schöpfer, und des Sommers Wärme und helleres Licht war gut und ein Segen von Mir, dem Schöpfer, eurem Vater!“ Die Früchte des Herbstes sind edler als das Sommerobst, welches im Vollgenuß dieser Gaben reifet. „Wenn es nun also, daß Ich durch Meine erziehende Liebe bewirke das Ausreifen einer edlen Frucht an den verschiedenen Gewächsen, wie sollte und konnte es wohl anders sein an dem edelsten Gewächs in Meinem Schöpfungsgarten, an der Menschenseele?!“ Die Nacht, der Regen, die Stürme, die Kälte, die Krankheit kehrt das Übel aus dem Leibe, der Tod ist ein Gnadengeschenk, er setzt der Prüfungszeit ein Ende und führt uns in eine höhere Gottwelt, Gottes Liebe entzieht uns vieles und tut vieles hinzu, was uns nicht lieb ist und oft Schmerzen verursacht, „Weil Ich es also geordnet, daß der Weg der Erlösung ist ein Weg der Schmerzen, welchen Ich euch vorzuwandeln Mich selber nicht gescheut, und dadurch ist dieser Weg, den Meine Blutstropfen gezeichnet haben, ein geheiligter Weg.“

5 Lbl II, 202 „Ihr traget euer Kreuz, wie Simon (von Cyrene), nicht euret sondern Meinetwegen; das wird euch Mut und Freudigkeit zum ferneren Tragen geben.“

6 Lbl II, 271 „Ich helfe gern, Mein Kind, Jedwedem, der die Last auf Meine Schultern legt, so er zusammenbricht und eines Simons (von Cyrene) bedarf. Doch will er weiter tragen und bittet Mich um Kraft, so freut Mein Vaterherz sich mehr darob. Je mehr ihr tragen lernet, umso größere Segensfülle erschließt ihr euch dadurch. Der Tränensaat allein entspringt die Freudenernte. Und so ihr Kreuzträger seht es überall, so wisset, daß überall die Einsaat nun geschieht der großen Freudenernte! Da danket Mir dafür und lasset den Kopf nicht hängen, man kann auch unter Tränen fröhlich sein (im Herzen); Ermuntert euch, ihr Kinder Alle! Das Kreuz Mir nachzutragen tratet ihr in’s Fleisch. Nun ihr so weit erstarket seid, daß ihr tragen dürfet, verstummt eurer Lobgesang, und Klagetöne muß Ich hören! So macht’s die Welt: Im Glücke jubeln und im Unglück zagen, denn Unglück ist für sie, was ihre Freude stört. Doch nicht also mit euch soll’s sein! Ihr sollet im Glück bedachtsam sein, im Mißgeschick erstarken, denn Glück verweichlicht stets die Seele und treibt sie zum Genießen an; doch euer Weg ist die Entsagung! Nicht der ist reich, der viel sein Eigen nennt; wer viel entbehren kann, wohlan, ihr Kreuzträger Alle! Singet Mir ein Loblied, daß ihr tragen dürfet der Bürden schwerste und heiligste, auch euer weltlich Leben, Empfinden, Denken, Wollen, damit der Geistesmensch in euch erstehen kann! Amen! Euer Jesusvater, den man jetzt täglich kreuzigt!“

7 Ev 6, 133,2)14) „Es ist ganz wahr, daß auf dieser Erde alles Leben fortwährend allerlei Feinden ausgesetzt ist und stets kampfbereit dastehen muß, um sich als Leben zu behaupten. Allein dieser Kampf, gilt ja nur der durch den allmächtigen Willen Gottes gerichteten Materie dieser Erde ...Solange eine Seele Gott nicht erkennt als ein Wesen wie außer ihr seiend, ist sie noch wie blind und stumm, von der Gewalt der göttlichen Allmacht nicht ledig. Da muß sie dann noch gar gewaltig kämpfen, um sich  aus solchen Fesseln loszumachen ... Das Leben ist und bleibt solange ein Kampf mit allerlei Feinden, mit aller Materie, bis es als ein Sieger aus eigener Kraft sich emporgerungen hat; und so darfst du dich über die materiellen Lebensfeinde gar nicht wundern, denn sie sind nicht Feinde des eigentlichen Lebens, sondern nur Feinde des materiellen Scheinlebens, das eigentlich gar kein Leben ist, sondern nur ein Werkzeug des wahren inneren und geistigen Seelenlebens, mittelst welchem sich dieses stets höher und höher zur wahrsten eigentlich Lebensfreiheit emporarbeiten kann.“

8 Ev 8, 16,2)13) „Viele jener zahllos vielen Menschen auf den Sternenerden wissen es durch ihre Engel, daß eine Seele nur auf dieser Erde zur wahren Kindschaft Gottes gelangen kann, aber nur durch ein höchst beschwerliches und mühevolles Fleisch

leben ... Das Reich Gottes kann nur mit Gewalt und großen Opfern gewonnen werden“... Gott hat kein Wohlgefallen an den Leiden der Menschen, aber Er hindert auch nicht, daß solche über die Menschen kommen, so sie aus lauter Weltsinn des Vater vergessen, keinen Glauben haben und sich selbst in alles das begeben, was ihnen alles mögliche Ungemach bereiten und bringen muß. „Wandelt gleichfort auf den Wegen, die Ich euch nun treulich gezeigt habe, so werdet ihr wenig zu leiden haben, und euer Abgang von dieser Welt wird ein leichter sein! Nur über Jene kommen am Ende zumeist bittere Leiden, die aus allerlei Welttümelei ihre Seele zu sehr in das Fleisch gegraben haben, denn eine solche Seele muß denn auch im Leibe große Schmerzen erzeugen. Und das ist doch gut für die Seele, weil sie durch die Schmerzen und Leiden von ihren fleischlichen Gelüsten gereinigt wird und dadurch im Jenseits einen leichteren Fortgang und ein sicheres Vorwärtsschreiten auf der Bahn des geistigen Lebens findet. Ganz welttümliche Menschen aber, die an keinen Gott glauben und dabei doch ein gesundes Leben bis in ihr hohes Alter genießen und am Ende auch eines schnellen und schmerzlosen Todes sterben, haben ihren Lebenslohn auch schon empfangen und werden im Jenseits sehr schwer je „mehr einen zu gewärtigen haben. In der Gesellschaft Solcher wird die äußerste Finsternis walten, und wird sein viel Heulens und Zähneknirschens unter ihnen.“

9 Lbl I, 44 Die Fesseln, die dem Geiste nicht gestatten, mit der Seele sich zu vereinen, müssen zerrissen und vernichtet werden. Diese Operation verursacht materielle und geistige Schmerzen.

10 Lbl I, 201 „Meine Liebe, so sie einmal Platz in euch genommen, will kämpfen, damit sie alles besiege und hinwegräume, was ihr hinderlich, euer Herz für sie ganz zu gewinnen“, sie kämpft mit unserer „Eigenliebe, die dem Tode und dem Gerichte entstammt. Das Gericht soll aus euch hinaus, und ein freies wahres Leben soll in euch hinein!... Die Prüfungen selbst sind nicht immer von Mir direkt bestimmte, ... sondern zumeist selbstgeschaffene,“ der eignen Bosheit entsprungen.

11 LGh 133 Gott läßt zu, was der Mensch in seinem freien Willen tut. Kommt dann dem Anscheine nach unverschuldetes Leiden, so ist das eine nötige Medizin, wo Gott die Umstände benutzt als Mittel zu Seinem Zweck.

12 Vb 3,79 Der freie Wille, der dem Menschen nicht genommen wird, muß oft sehr beschränkt werden, „um eine Seele noch zu retten, und dazu sind oft nach außen große Heimsuchungen nötig. Doch ist mit denselben immer auch ein starker Einfluß von oben her verbunden.“

13 Ev 2, 188, 1) – 13) Johannes sagt: „Mir kommt es also vor, als ob Er es haben wollte, daß ein jeder Mensch sich zuerst vollkommen selbst finden mußte, bevor der Herr am Ende Seine alles Leben vollendende Hand an ihn legt und mit Seinem Lichte Wohnung nimmt in des Menschen Herzen. Aus diesem mir als vollwahr dünkenden Grunde sagt der Herr denn auch Niemandem direkt die Fehler des Lebens vor, sondern bloß indirekt durch gewisse Rüttler, durch die Er dann die Seele zwingt, sich selbst näher zu beschauen, ihre Fehler an Seinem Lichte zu erkennen, sie von sich zu bannen und sogestaltig dann völlig in die Ordnung des Herrn einzugehen.“

14 Vb 8, 24 „Es muß gar vieles über eine Seele kommen, ehe sie ihre geistige Armut entdeckt, und oft lasse Ich es zu, daß dieselbe schwere äußere Demütigungen und Heimsuchungen erdulden muß, um wieder sich selbst besser zu erkennen. Ohne Selbsterkenntnis hört das geistige Wachstum auf, die Sicherheit ist ein Vorbote des Selbstbetruges.“

15 Ev 6,52,3)Der Versuchung Geist gehet herum wie ein hungriger brüllender Löwe und sucht die Menschen zu verschlingen... Solange der Mensch in dieser Welt lebt, denkt, will und handelt, wiegt sein Fleisch schwerer denn seine Seele.“

16 Ev 5, 145, 5) – 7) Alles Schlechte verwandelt das Gute mit viel geringerer Mühe in das Seinige, als das Gute etwas Schlechtes in sein Gutes. Der Zornige reizt tausend gute Menschen zum Zorn gegen ihn, tausend Gutmütige aber reizen nicht den Glühzornigen zur Gutmütigkeit. Unserer Erziehung wegen soll auf dieser Erde der Reiz zum Schlechten und Bösen größer sein, als der zum Guten.

17  Wsp 176 „Die Finsternis kennt wohl den Segen, der von solchen (mit ihr kämpfenden; der Verfasser) Menschen ausgeht.  Darum wirft sie ihr Netz auch ganz besonders denen zu, die mit der Lichtwelt oder mit dem heiligen Vater Selbst in inniger Gemeinschaft stehen.“

18 Lbl I, 209 Gott ist stets bei Seinen Kindern. „Doch deshalb kann Ich auch diese Meine Mir gewiß liebenden Kinder  von der Beeinflussung der Finsternis nicht absondern; Ich muß auch deren Herzen für so lange preisgeben, bis Ich erkenne, daß für dieselben aus dieser Beeinflussung kein geistiger Schaden hervorgeht.“

19  Lbl II,20 Gott läßt die Gegenströmung des Feindes zu unserer Läuterung zu und bestimmt die Stärke, mit der sie wirken darf. „So sehet ihr denn, daß auch die Gegenströmung Mir dienen muß, wenn auch jetzt noch gegen ihren eigenen argen Willen, also dennoch freiwillig, indem sie Böses will und das Gute dadurch klärt und stählt. Also fasset Vertrauen im Kampf, denn es ist alles in Einer Hand, und schließlich verdankt der geläuterte Mensch dem Feinde mehr geistigen Segen als seinem Freunde!“

20  Lbl I,205 Wenn Ich recht innige Gebete von euch wünsche, so muß Ich auch erst eine kleine oder größere Not über euch kommen lassen, und wenn Ich Mich an eurem Vertrauen erfreuen will, dann muß Ich euch so stellen, daß ihr von menschlicher Seite keine Hilfe erwarten könnet, dann erst vertrauet ihr Mir voll und ganz, weil euch auch gar nichts weiter übrig bleibt.“

21  Lbl I, 1819 „Ein Faden von Meinem Vaterherzen ist gebunden um jedes einzelne Kinder oder Menschenherz. Nehme Ich Abirrung wahr, so ziehe Ich ganz leise an diesem Herzensfaden, der auch als ein von Mir ausgehender Lichtstrahl bezeichnet werden kann.“ Achtet das Kind nicht darauf, oder zieht es nach der entgegengesetzten Richtung, dann zerreißt nicht selten der Faden. „Alsdann spinnt der Gegner und Verächter alles Lichtes sein Gewebe fester um  Herz und Seele...Ich muß dann Meine ordnungsmäßigen Gaben an solchen gefallenen Seelen walten lassen und darf das Leid und die Schmerzen auch keinen Augenblick von ihnen fernhalten und muß alles über sie ergehen lassen, was die Sünde und deren Fall nach sich zieht.“ Kehrt dann das geängstete Kind in Reue und Demut zurück, „dann lasse Ich, der weise Vater, erst die Reue und den festen Willen zuvor wohl ausreifen. Dann aber kommt die erbarmende Liebe und schlingt den einst zerrissene und verlorenen Faden wieder an das Herz des Kindes und vermittelt alsbald die erwünschte Hilfe, wenn auch oft und zumeist in anderer Form, als sie gewünscht wurde.“

22  Lbl III, H 23,3 „Sieh, Mein Kind, wenn du Meinem Rufe sanft nicht folgst, dann muß Ich Kreuz und Leiden und Wehe über dich schicken, um dir zur inneren Einkehr zu helfen, und du arme, zaghafte Seele, über die alle Wasserwogen gehen, sei getrost, ...Meine Hilfe ist nahe, auch in euren irdischen Angelegenheiten!“

23  Vb 6,17 „Ich muß abermals ein Feuer anzünden, von dem Ich wollte, es brennete schon, denn viele schwere Heimsuchungen muß Ich ergehen lassen, bis sich Mein halsstarriges Volk ganz zu Mir wendet.“

24  Vb5, 5051 Der Vater legt den Menschen allerlei Hindernisse auf ihre Abwege; Mahnungen und Strafen, oft schweres Kreuz und Leiden wendet Er an, damit der Mensch sich entschließt, Ihn zu suchen. „Wer des Herrn Willen weiß und tut nicht darnach, der wird doppelt Streiche leiden müssen.“ (Lukas 12,47, f. auch Vb 4,35, d. Verfasser) „Schwachheiten und Kämpfe werden auch bei berufenen Seelen stattfinden, aber ein gänzliches Unterliegen ist ihre eigene Schuld, weil sie zu wenig auf Meinen Beistand rechneten und Mich nicht darum anrufen.“ Wer in der Gnade gestanden hat und sich wieder verstockt, sündigt gegen den heiligen Geist, was ihm nicht vergeben wird.

25  Vb 4, 3536 Wenn die, welche „Meine Gnade an sich schon oft und auf vielerlei Weise erfahren haben, gleichgültig gegen solche Gnadenrufe werden und ihre eignen Wege wieder zu wandeln anfangen, also vom Geistigen abweichen und sich dem Natürlichen wieder zuwenden, so sind die Heimsuchungen, welche solche treffen, oft sehr schwer, ja oft warten größere Leiden auf sie, Rückfall ist ein Zurückstoßen Meiner Liebe und Gnade... Solche... können sich nicht vor mir mit ihrer Schwachheit entschuldigen, weil Ich mit der Erleuchtung auch die nötige Kraft verbinde, um das, was der Mensch als Meinen Willen erkennt, auch auszuführen. Tut er solches nicht, so ist es Mangel an der Liebe zu mir und somit schätzt er sich selbst und seinen eigenen Willen höher als den Meinigen.“ Der Abfall ist hier viel gefährlicher und führt den geistigen Tod herbei. „Darum wacht die Gnade ganz besonders über solche, die Gott lieben wollen, und übersieht ihnen auch kleine Fehltritte nicht leicht.“

26  Ev2, 212,1)15) „Es wäre nicht gut, den Menschen also zu stellen, daß er so ganz versorgt wäre, dem Leibe nach... Durch die schmerzlichen Bedürfnisse des Leibes aber wird die Seele zuerst aus ihrer Lethargie geweckt, denn sie fühlt es, daß ein gänzliches Unversorgtsein des Leibes ihr am Ende mit dem Leibe den Tod brächte.“ Sie fängt dann bald an, „neben der Tätigkeit für den Leib auch sich mit der Forschung des eigentlichen Lebens abzugeben, und findet aus ihrer wachgewordenen Liebe zum Leben gar bald, daß sie als Seele etwa noch fortlebe, wenn auch der Leib in den Tod gelegt wird.“ Wenn dann „noch eine außerordentliche Kunde aus den Himmeln zu den Menschen kommt als ein mächtiges wunderbares Licht, dann ist so ein Volk wie ein Mensch  für sich gerettet und im Geiste wie neu und wiedergeboren, und siehe, alles das geht nie aus der leiblichen sorglosen Versorgtheit hervor, sondern aus der Not und Sorge der Menschen...Ich dürfte der Erde nur hundert nach einander folgende sehr gesegnete Fruchtjahre geben, und alle Menschheit wird vor Faulheit wie die Pest zu stinken anfangen!“

27  PG N35, 6  Das Kreuz ist eine wahre Not des Lebens. Wenn das Leben keine Not hat, so zerstreuet es sich und verflüchtigt sich wie ein Äthertropfen; die kein Kreuz tragende Seele ermattet und stirbt und verliert sich dann in die Nacht des Todes. Die Not des Lebens ist aber ein Gefäß des Lebens, in welchem dieses gefestet wird, gleich einem Diamante, der da auch nur ist ein gefesteter Äthertropfen, obschon nicht ein Lebenstropfen. Daher nehme Jeder des Kreuz auf seine Schultern und folge Mir in aller Liebe nach, so wird er sein Leben erhalten ewig!  Wer mit seinem Leben zärtelt, der wird es verlieren, wer es aber kreuzigt und von Mir kreuzigen läßt, der wird es erhalten für alle Ewigkeiten! Amen! Daß sage Ich, der Gekreuzigte!“

28  Lbl III, H 2425 „In jedem Menschherzen ist Gut und Böse beisammen, Keinem wird der Kampf erspart, jeder Mensch hat eine hervorragende Schwäche zu besiegen, und dadurch steht Jeder in einem beständigen Kampf mit sich selbst, während der Feind sich zum Kampf rüstet.“

29 Ev5, 240,8) „Den Gott besonders lieb hat, den prüft Er, und so der Geprüfte die Prüfung wohl besteht, dann hat er aber auch ewig sein Heil gefunden. Glaubt es Mir, die Menschen wissen es nicht und können es auch nicht wissen, warum da irgend etwas geschieht, aber Gott weiß ganz und gar um alles!“

30 Vb 5, 2526 Kommen Heimsuchungen, wie Einbuße von äußerem Besitz, an weltlicher Anerkennung und Ehren, „auf das Meine Kinder Meinem Rufe Gehör geben, so ist dieses nicht ein Aufhören Meiner Gnade, sondern ein verstärktes Nachgehen Meiner Liebe...Nicht immer werdet ihr Mut genug haben, so etwas von Kreuz zu tragen, aber ihr könnet die Kraft dazu erhalten. Wenn das Kreuz euch drückt und ihr zu mir kommt, dann wollen wir beraten, auf welche Weise dasselbe zum Segen wird.“

31 Lbl I,252 Wenn Gott etwas tut oder zuläßt, was uns in Angst und Schrecken setzt, sollen wir bedenken, daß in Seinem Willen die ganze Unendlichkeit ruht. Er wendet alles zum Guten, zum Wohle des Geistes. Er gibt denen, die Er liebt, auch größere Proben, „weil eben Ich sie ohne Grenzen liebe...Den Ich liebe, den zupfe und rupfe Ich und weiß auch das Warum; deshalb sollet ihr frohlocken im Herzen, daß Ich, euer Vater, euch lieb habe!“

32 Jug 176,2)7) Das Kindlein Jesus sagt zum Cyrenius: “All die kleinen mißlich scheinenden Überraschungen die dir seither vorkamen, sind nichts als die verheißenen Zupfereien bei den Haaren. Wenn dir aber in der Zukunft wieder solche vor und zukommen werden, da erinnere dich dieser Meiner Worte und fürchte nichts und werde nimmer zornig, denn du wirst darob kein Haar verlieren! Dem Ich solches tue, den liebe Ich, und der hat nichts zu fürchten, weder in dieser noch in der anderen Welt.“ (S. Nr. 38 hier, d. Verfasser)

33 Jug 248, 11 ff. Cyrenius kehrt nach 2 Jahren zum Kindlein Jesus zurück (s. Jug 176,2)7), Nr. 32 hier, der Verf.) und spricht zu Ihm: „Ich habe in diesen 2 Jahren gar viel ausgestanden: Verfolgung, Verrat, Anschwärzung beim Kaiser und viel andere höchst unangenehme Dinge hatte ich zu bestehen. Aber ich dachte dabei allezeit an das, was mir einmal vor 2 Jahren das heilige Kindlein gesagt hatte, nämlich, daß Es diejenige zupfe und peinige, die Es lieb habe. Und fürwahr, alle diese Stürme um mein Gemüt herum waren im Ernste nichts als lauter Liebkosungen dieses meines Herren aller Herren. Denn wo immer eine Woge sich wider mich erhoben und mich mit Haut und Haaren zu verschlingen drohte, da auch zerschellte sie an einer noch mächtigeren Gegenwoge, und es blieb nichts als nur ein eitel leerer Schaum zurück.“

34  Vb 5,71 „Wundert euch daher nicht, wenn euch noch Viele schmähen und verfolgen werden, weil Ich nicht mit Gewalt Mein Reich einnehmen oder vielmehr die Seele ziehen will, sondern die eigene Wahl sie beglücken soll, ansonst das Glück wenig wert hat; dagegen Mein Gegner (Satan) stürmisch für sich anzuwerben sucht und deshalb oft große, aber keine sichere Beute macht; denn immer wieder geht Meine Liebe auch Solchen nach, die sich von ihm haben überrumpeln lassen, und deckt denselben ihre Blindheit auf.“

35 Vb 3,7172 „Oft rede Ich durch den Geist und beeinflusse das Gefühl stärker, oft brauche Ich Kreuz und Leiden, auch sind es öfters Menschen, die, ohne daß sie es selbst wissen, euch Worte zuwerfen, die einen ganzen Aufruhr in euch erzeugen. Alle solche Vorkommnisse erkennet ihr noch zu wenig als Gnadenordnungen...Würden Meine Kinder in kleinen Vorkommnissen dieselben anerkennen, so könnten ihnen oft größere Heimsuchungen erspart werden.“

36 Vb 4, 1112 „So ist Meine Geburt schon für die Umgebenen, den Joseph und die Maria, zuerst eine große Heimsuchung und ein schweres Kreuz gewesen, sie konnten den großen Segen darin nicht verspüren. Also ist es jetzt noch. Wenn Ich Jemanden besuche, so sind die ersten Augenblicke zu sehr gegen das Natürliche gerichtet, und dieser Widerspruch, welcher dabei entsteht und meistens durch Leiden und Kreuz bewirkt wird, erzeugt in euch Unzufriedenheit mit Mir. Daher Ich euch nun bitte, in solchen Fällen, wo Ich stärker anklopfe und so euch besuche, doch ein Beispiel an den Kindern zu nehmen, die vor dem Christbaum stehen. Kommet Mir freudig entgegen, auch wenn das Geschenk noch verdeckt ist, Meine Liebe wird es euch dann desto bälder enthüllen !...Meine Gnade und Erbarmung ist so groß, das sie diese Anwandlung von Murren schon verzeiht, wenn eine Überwindung dabei angestrebt wird.“

37  Vb 6,18  „Wer vermag Stürmen und Wellen zu gebieten außer Mir? Diese Frage ist an solche gerichtet, die sich auf ihren Verstand und ihr eigenes Ich verlassen; aber auch die weitere Frage; Wer vermag die Herzen zu lenken, daß durch ihre Liebe die Wunden wieder verbunden werden, die Ich schlagen mußte, um dann wieder mit größerem Segen unter denen wirken zu können, die Ich heimsuchte, um sie auf ewig zu retten?

38 Vb 5,84 „Ein Jedes wird so geführt, daß es Gelegenheit genug findet, sein Selenheil zu begründen; nur sind die Gelegenheiten ganz verschiedener Art, denn nur Meine große Weisheit ist es, welche dieselben leitet. Den Einen muß Ich durch Reichtum reizen, Gutes zu tun, einem ganz gesunden Menschen lege Ich oft mehr Selbstverleugnung auf, dagegen ist einem kränklichen Körper oft mehr Zeit geboten, Mich im stillen zu finden, und so fort.“

39 Vb 4, 44  „Gleichwie zur Ausreifung der Früchte große Sonnenhitze gehört, ebenso muß das geistige Wachstum durch’s Kreuz befördert werden. Doch ist dasselbe ganz verschieden, es besteht teils aus sichtbarem, teils aus innerem Kummer, bei Manchen tritt das Kreuz mehr in der Jugend, bei Manchen erst im Alter ein.“ Es sind das Liebesanordnungen des Vaters, und als solche sollen wir sie mit Ruhe und Vertrauen hinnehmen und genauer untersuchen, warum oft eine Lage sich ganz gegen das eigene Gutdünken gestaltet!

40 Vb 3,80 (Neudruck 8182) „Mein Reich ist im Anfang in einer Seele sehr klein und verdeckt und wird erst durch die Liebe zu mir immer größer. Damit aber diese Liebe nicht abnimmt, wie etwa durch die Befriedigung äußerer glücklicher Verhältnisse, deren es vielerlei gibt, wie z.B. einen treuen Freund, auf den man sich sicher verlassen kann, oder Reichtum, der vor Sorgen schützt, oder großes Ansehen, das wohl einen blendenden Wirkungskreis uns bietet, aber wobei oft nichts für Mich erzielt wird als Heuchelei, so benutze Ich alle diese Verhältnisse nun zur Gegenwehr und lege oft vielerlei Kreuz in sie, welches Meinen wahren Kindern das Mangelhafte solcher Nebengötter klar macht.

41 Lbl III, 122 „ Ich will mit dir sein in all den Prüfungen, die du um deiner selbst Willen durchzumachen hast, damit das geistige Leben in dir frei werde, und du Mich in Meiner vollen Vaterliebe aufzunehmen fähig wirst; dann erst wird es dir wie Schuppen von den Augen fallen, dann erst wirst du Meine Liebe begreifen und einsehen, warum Ich dich gerade so und nicht anders führen konnte, damit du das ewige Ziel ereichst.“

42 Lbl III, 241  „Bei Jedem von euch bin Ich Selbst eingekehrt mit dem Zeichen des Kreuzes, um euch zu erwecken aus dem tiefen Schlafe, denn Ich kann nur wachen Herzen und geistgeweckten Seelen Mein Wort verkündigen.“ Ohne Aneiferung von Außen wird die menschliche Natur „leicht lau und träge, was sofort einen Rückgang im Geistigen zur Folge hat... Alle die Widerwärtigkeiten, die mancherlei Kämpfe und Anfechtungen sind lauter Gnadenbezeugungen und Liebesbeweise von Mir, eurem Vater. Glaubet Mir doch, daß Ich euch am besten kenne und darum auch am sichersten das Treffe bei Jedem, was ihm am heilsamsten und dienlichsten ist. Ich führe euch Alle, die ihr Mir folgen wollet, so sicher, da dürfet ihr gewiß sein, daß kein Haar von eurem Haupte fällt ohne Meinen Willen Deshalb gebt Mir immer mehr Raum, d.h. werdet immer eigenwillenloser, dann kann Ich wahrhaft wirken in euch und durch euch!...Sehet die Liebe Gottes sich vor euch erniedrigen, vor euch klein sich machen, um durch das tiefe Tal der Demut das Höchste zu erreichen, die Erlösung einer ganzen Welt!“

43 Ev3, 168, 4)6) Der Mensch muß sich stets in einem Kampf befinden, weil er sonst einschliefe, sein Leben muß stets neue Gelegenheiten bekommen, sich zu üben und zu stärken, um seine Vollendung zu erreichen. „Darum muß Not und Elend unter den Menschen sein und Schmerz und Leid, auf das der Mensch nicht ersterbe in einer tatenlosen Trägheit!“ So muß auch durch Not und Elend, die aus der Lüge und dem Betrug entstehen, der Mensch die Notwendigkeit der Wahrheit tief und lebendig fühlen und zu suchen anfangen, und erst die unter allerlei Beschwerden gefundene Wahrheit wird dem Menschen wahrhaft nützen. „Würde er sie aber ebenso leicht finden, wie mit dem Auge die Sonne am hellen Firmamente, so hätte sie für ihn nur zu halb seinen Wert  mehr, und er würde, um sich zu zerstreuen, der Lüge nachrennen.“

44  Pr 238 „Wenn nun auch der Mensch auf seiner Lebensbahn bittere Leiden und manche Kämpfe zu erdulden hat, so darf er diese nicht als reine Folge irdischer, geselliger Verhältnisse auffassen, sondern er soll sie als eine Notwendigkeit zur Schulung für ein höheres Leben betrachten, wo zuerst die Versuchungen einer materiellen Welt überwunden werden müssen, ehe das Geistige in seiner ganzen Wichtigkeit erfaßt und verstanden werden kann. Mithin sollen Leiden und Kämpfe dem Menschen nur ein Sporn zum Vorwärtsschreiten, nicht aber ein Grund zur Enttäuschung sein. Der Kampf mit der materiellen sinnlichen Welt soll ihn zum geistigen Kinde seines ihn ewig liebenden Vaters erheben!“

45  H 2, 347, 4)5) „Je mehr wir uns der Vollendung nähern, desto mehr werden wir auch stets gewahr, daß unser Fleisch, die Welt und der Ehrgeiz unseres fleischlichen Herzens dem lebendig wach werden wollenden Geiste stets neue Steine unter die Füße legen, damit er nun wieder fallen möchte zurück in seinen ursprünglichen Todesschlaf.“

46 Vb 5,44 Kreuz, Leiden, Verachtung und Armut dämpfen den Neid der Weltgesinnten gegenüber den Anhängern des Vaters, Der diesen Weg wählt, „wohl wissend, daß, wenn der Same im Boden liegt und  bedeckt ist, die Stürme und der Regen ihm dann nützlich sind, anstatt zu schaden.“

47  Lbl I,220 Für das Kind ist die Milch die beste Nahrung, sie bleibt es für Jedermann, aber wenn die Zähne kommen, soll festere Kost hinzutreten. Wir bitten nicht um die tägliche Milch, sondern um das tägliche Brot. So ist es auch mit der geistigen Nahrung. Die Traube reift nicht unter schattenden Wolken, „der Sonne Glut läutert das Traubenblut, das Weizenfeld legt ihr nicht an unter schattigen Bäumen,... und nicht die Schattenfrucht ist es, die durch ihre liebliche Färbung anlockt und zum Genusse euch reizt.“

48 Lbl II, 75 Wie der Baum, wenn er gute Früchte tragen soll, der Glut der Sonne stillehalten muß, und wir nur an die gesegnete Ernte denken, „also freuen sich eure Brüder und Schwestern im Lichte, trotz ihres großen Mitgefühls für euch, da sie der herrlichen Frucht gedenken, welche ja allein nur einer Tränen und Schmerzenssaat entspringt.“ Wenn unsere Brust schmerzt in der Gnadensonne, „so betet niemals: „Herr laß es genug sein!“, sondern betet: „Vater, ich danke Dir, daß Du mich würdigst solch großer Gabe Deiner erbarmenden Liebe, lehre Du mich, diese Gabe recht aufnehmen und zu meinem wahren Heile gestalten!““

49  Vb 3,48  Den Frühlingsblüten droht jede Wetteränderung den Untergang. „So geht es gleichfalls den Seelen; bei jeder kleinen Abweichung in ihrem Hoffen droht ein Abfallen der Blüte, und wenn die Sommerhitze kommt, um alles auszureifen, wie viel edle Vorsätze verschwinden alsdann unter dem Einflusse der Leiden, statt festzuhalten an der Wurzel alles Lebens, durch welche die nötige Kraft zum innern Wachstum zuströhmt! Der Herbst, welcher den Genuß der Früchte bietet, wird oft nicht erreicht, und ein starrer Winter folgt.“

50 Vb 3,69 Nur im Sonnenschein erblicken die Menschen eine Wohltat Gottes, nicht aber im Hagelschlag, der schlechte Früchte vernichtet, um die Menschen vor geistiger Vergiftung zu bewahren. „Darum sollet ihr desto mehr zu Mir halten, auch in Sachen, welche euch noch rätselhaft sind, und sollet immer mehr Meine Liebe in allem herauszufinden suchen!“

51 Lbl II,97 „Die Traube wird geerntet, in die Kelter gebracht, und so sie nicht zerquetscht wird, liefert sie dennoch keinen Wein. Daran sollet ihr stets denken, so euch die Kelter wehe tut und euer seitheriges Sein in einen gänzlich veränderten Zustand versetzt! ...  Der, so unter die Kelter gebracht ist, soll sich nicht sträuben und hin und her sinnen, wie solches zu ändern, sondern er soll Mir danken und erkennen Mein segenwirkendes Tun an ihm und Mir stillehalten, wenn auch mit Seufzen und Gebet!

52 Lbl II,72 „Nicht immer kann ich euch mit Liebe ziehen, oft muß ich Traurigkeit schicken. Ich muß die Wurfschaufel gebrauchen, um die Spreu von dem Weizen zu sondern. Glaubet, Meine Kinder, daß es Mich schmerzt, wenn Ich euch wehtun muß! Oft muß Ich den Liebesamen erst daraus dreschen, dann muß Ich ihn säubern. Die Dreschflegel sind euer eigenes Fleisch, die Wurfschaufel sind die Verhältnisse und Fügungen, die Ich über euch kommen lasse. Diese Verhältnisse sind oft so gestaltet, daß ihr wohl meinet, es geschehe euch bitter Unrecht...Wenn ihr eure Kinder strafet, ist es doch nur Liebe, wenngleich  dem Kinde diese Liebe nicht verständlich ist.“

53 Vb 3,71 Wenn uns die nötige Hitze, welche die Gnadenstrahlen des Vaters oft ausüben, „unerträglich vorkommen, so glaubet an das Licht als an die göttliche Liebe, und haltet ruhig stille, anstatt daß ihr die Finsternis aufsucht, welche da ist: durch den Verstand eine Selbsthilfe erwählen, sowohl für euren Gemütszustand als oft für Abnahme der äußeren Versuchungen!“

54  Lbl II, 113 „Muß Meine Liebe aber Wege einschlagen, die dem Herzen sauer sind, so saget ihr, Ich wäre nicht gerecht, und höret oft auf den Fürsten der Finsternis und saget: “Hinaus, kreuziget Ihn!“ O ihr Kinder, ihr Törichten, erblicket ihr nicht auch Meine Liebe in der Zuchtroute? Wendet euch und kehret euren Sinn wieder zu Mir, dann will Ich euch auch wieder gesund machen und will die Wunden, die Ich schlug, heilen. Doch zuvor kreuziget euer Fleisch, denn wer nicht mit Mir stirbt, kann auch nicht mit Mir auferstehen!

55 Vb 3,6566 Der Vater regiert geistig, göttlich, und wir Menschen wollen es menschlich begreifen und auslegen! „Freilich bleibt dann Meine väterliche liebevolle Führung Meinen Kindern oft lange dunkel, und ihr Fragen „Warum ist solches geschehen?“ bleibt unbeantwortet, obwohl sie da den Trost nach ihrer Meinung am nötigsten hätten. Aber, liebe Kinder, gerade in solchen Lagen sollet ihr still vertrauend mit Mir verkehren in kindlicher Zuversicht, daß Ich aus Liebe nur euch regiere! Das bringt euch auf den Höhepunkt, ganz mit mir vereint zu werden, und sichert euch Meinen vollen Vatersegen zu, und wenn euch auch oft das Schicksal, das euch betroffen, zu schwer werden will, Ich gebe euch auf der andern Seite auch die Kraft, zu tragen, und ein seliges Innewerden Meines göttlichen Einflusses, so daß oft, was ihr heute noch hart nennet, schon nach kurzer Zeit ihr selbst gut heißet. Doch den Vorgang in die Zukunft zurückschlagen wollen, das können und sollen die Menschen nicht, das hat Meine Liebe und Weisheit sich vorbehalten. Aber Meine Kinder sollen fest glauben, daß nur Gutes für sie bestimmt ist, und weil ihre Richtung geistig sein muß, so muß auch der Segen ihnen in geistiger Art zufließen! Wie könnt ihr bei Fällen, welche, welche kein Mensch hervorrufen kann, als z.B. beim Abrufen in’s Jenseits, zweifeln, daß Ich es bin und wenn ihr das wohl wisset, wie könnt ihr noch zweifeln, daß nur Liebesanordnungen von Mir als Vater euch damit zuteil werden?“

56  Vb 6,87 „Ihr erkennet noch lange nicht das Umfassende und die Größe dieses Namens („Vater“, der Verfasser), sonst gäbe es für euch kein Leid, keine Traurigkeit mehr auf der Erde, ihr würdet in Allem nur die weise Führung eures Vaters erblicken, der nur aus und in Liebe regiert und darum nichts zuläßt, was euch schaden kann, sondern nur stets sorgt für das, was euch geistigen Gewinn bringt. Aber es kommt dabei auf eure Gegenliebe und eurer Vertrauen an. Aus Liebe zum Vater soll das Kind folgen, auch selbst da, wo es das Heilsame nicht herausfinden kann!... Er hilft, aber nicht immer nach dem Willen des Kindes. Oft erhält das Kind vom Vater auch Aufgaben, welche schnurgerade dem eigenen Willen entgegengesetzt sind.“

57 Vb 3,73 Die Hingabe an den Vater „verlangt unbedingtes Vertrauen zu Mir, auch wenn das Kreuztragen damit verbunden ist; oder glaubet ihr nicht von Meiner Liebe und Weisheit, daß diese euch alles in veredeltem Maße zu ersetzen wisse?“

58 Vb 5, 86 „Wohl muß Ich oft Mich schlafend stellen, um den Glauben Meiner Nachfolger zu prüfen, ihrer selbst wegen; denn gar zu gern rühmen sich dieselben mit ihrem großen Glauben, während er sich bei Veranlassungen, denselben zu beweisen, herausstellt, daß sie Mich eigentlich noch gar nicht kennen in Meiner Liebe und Macht.“

59 LBl II, 269270 Der Vater führt uns in das Meer Seiner Liebe, ganz tief, wo die Perle des Glaubens zu finden ist. Perlen bedeuten Tränen; auch die Glaubensperle fordert um recht zu erglänzen, Trübsalstränen, geweint aus der innersten tiefe; doch dann offenbart sich Meine Liebe am hellsten: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten! Wenn ihr weinet, vergesset nicht, daß aller Kummer, alles Wehe, daß euch trifft, gewogen ist. Kein Weh kann euch treffen ohne Meine weise Zulassung, es bringt euch Mir näher,...bis ihr das Ziel, das herrliche, erreichet.“

60 Lbl II, 211 „Ich bin der rechte Arzt und Helfer aus jeglicher Not...doch verberge Ich Mich gern vor den Meinen gerade in dem Augenblicke, wo sie am sehnlichsten Mich wünschen, zu prüfen, ob ihre Liebe standhalte, ob sie echt und wahr sei, und ob kein Zweifel mehr an Meiner Treue in ihnen aufstiege, und nichts mehr im Stande sei, ihr Zuversicht zu erschüttern...Dann erst kann Ich euch, die Geprüften, hinaussenden als Meine Boten ohne Furcht und Bangen...Glaube ohne Probe ist leicht und ein Kinderspiel, aber glauben und den Beweis führen, daß man glaubt, das erfordert den Mut eines Mannes.“...Männer des Glaubens sollen wir werden, die wir uns freiwillig zu Dienern Gottes erboten haben, zu führen die Kleinen, zu begegnen den Feinden und unter allen Umständen bei der Fahne Gottes standzuhalten! Wir sollen nicht weinen, wenn der Herr, wie der Arzt es tun muß, die Wunden, welche nicht heil werden, aufschneidet, auswäscht und verbindet, um sie zu heilen.

61 Vb 4, 28 „Der Mensch ist sehr geneigt, seine Führungen, seine Verfehlungen, sein Mißlingen, ehe er sich selbst genau prüft, auf die Einwirkung seiner Nebenmenschen zu schieben, er tritt oft frech genug mit einer Anklage vor Mich als den Allwissenden, anstatt mit Selbstprüfung und Reue.“

62 Lbl III, H 23,17 „Euch stehen noch manche Kämpfe bevor, es ist unvermeidlich, daß Ärgernisse kommen, doch wehe, durch welchen sie kommen, er trägt die Strafe in sich! Daher duldet ihr, ohne Böses wünschen! Ihr  bannet dadurch die gewaltigsten der finstern Mächte in die Tiefe, einige reget ihr an zur Umkehr, euer Fleisch und Blut kreuziget ihr. Mein Vaterfriede entschädigt euch, daß innige Gefühl des Einsseins mit Mir, eurem Vater, beglückt euch.“

63 Lbl II,35 „Danket Mir, so ihr sehet Meine Taten, die Ich vollführe zur Rettung durch Meine erbarmende Liebe, denn Jene, welche davon betroffen werden, danken Mir nicht! Ihr aber sollet beten für sie, die Ich ergreife mit Meiner erbarmenden Liebe durch allerlei Heimsuchungen, daß Ich ihnen dieselbe segnen wolle!“

64  Vb 4,79 „Das treue Aushalten im Probeleben macht ja den Menschen erst zum wahren Kinde Gottes.“

65 Vb 7,80 (Neudruck 84) „Wer Mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, d.h. er entsage allen Ansprüchen, die das natürliche Ich bei ihm macht, und nehme sein Kreuz auf sich täglich, weil er weiß, daß dasselbe nur auferlegt ist, um es auf Golgatha an die Todesstätte zu tragen, um dort von allem los zu werden, was nicht in’s ewige Leben eingehen kann!...Wer also Mir nachfolgt, der wird gleichfalls viel Lieblosigkeit zu fühlen bekommen. Indem er in sich das Gegenteil fühlt, empfindet er selbst stärker alles, was sich nicht mit der reinen Liebe vereinen läßt, und insofern zieht Meine Nachfolge viel Kreuz nach sich, was Ich nicht abändern kann, denn es ist der Kampf zwischen dem Natürlichen und dem Geistigen.“

66 Vb 3,63 „Fühlet ihr Meine Liebe, und wollet ihr Mich wieder lieben, so entsteht durch die Verhältnisse in euch und um euch Widerspruch und Kampf, welcher notwendig ist um eurer Selbstständigkeit willen; denn sonst könnet ihr ja nicht wählen, und zu diesem Zwecke sind die vielerlei Entwicklungen und Verwicklungen nötig, so daß ihr oft meinet, durch  diese gehindert zu werden, Mir näher zu kommen. Aber da stehe Ich vor der Tür, stets bereit, einzutreten, wenn der Feind gleich glaubt, er dürfe jetzt toben, wie er wolle. Ein einziger Notschrei zu mir, und es ist geholfen!“

67 Lbl I,226 Wenn wir nicht mehr sehen, wo es hinaus will, und wir dann anfangen, zu sagen, wie wir das allein abändern können, dann lassen wir die Hand des Vaters los und bereiten uns eine Niederlage im Gottvertrauen.

68 Lbl II, 183 Das Lastentragen ist Erlösung vom Fleisch, denn ein sorgenfreies Leben verkittet euch mit dem Fleisch. Darum muß Ich dann wieder Sorge schicken, die euch wieder trennet vom Fleisch und dessen Behaglichkeitsgelüsten wie einen treuen Freund und Begleiter. Übergebet ihr diesen Freund Mir, so ist euch wohl geholfen, denn ihr seid der Sorge ledig, und für Mich gibt es keine Sorgen, Ich aber besitze dann euer Vertrauen.“

69 Lbl III, 81 „Werfet alle eure Sorge auf Mich!...Was traget ihr das Joch der Sorge auf euren Nacken und seid doch frei?! Ich rufe euch abermals zu, daß ihr die Schlinge Satans erkennen möchtet und sie von euch werfet und das Kreuz der Selbstverleugnung willig auf  euch nehmet und Mir nachfolget zum Siege!“

70 Lbl II, 99 „Wenn Ich euch in Verhältnisse eintreten lasse, wo ihr euch keinen Rat mehr wisset, und Andere euch auch nicht mehr helfen können, so merket daß Ich euer Lebensschifflein auf die hohe See geführt habe, damit ihr, entfernt vom sicheren Hafen, mit Sturm und Wellen kämpfen lernet! Dann soll eure Seele danken, statt zagen, daß Ich euch würdig erachtet, eine Probefahrt machen zu dürfen; bittet Mich nur, daß Ich das Steuer ergreife, und schauet Mir zu, wie Ich euer Lebensschiff durch Sturm und Wogen führe!

71 Lbl II, 188 „Ich lege euch nie mehr auf, als ihr tragen könnet. Und so Ich euch etwas zu tragen auferlege, so gebe Ich euch auch die Kraft dazu...Ich habe es euch ja Allen verheißen, daß ihr mit mir alles überwinden könnet und sollet! Ihr Alle stehet in Meinem Schutze.“

72 Adv 98 „Also sollet auch ihr ausrufen können: Nichts trennt uns mehr von der Liebe zum Heiligen Vater, unserem Gott, Herrn und Meister; alles, was mir begegnet, sind Treibfedern, mich näher an Ihn zu fesseln. Seine verborgene Macht ist es, die jedes Vorkommnis auf meinem Lebensgang in Segen zu verwandeln weiß!“

73 Ev 8, 140 1)11) Raphael sagt: „Der Mensch, dessen Leben alles von Gott abhängt, soll Gottes Ordnungen und Fügungen, so er Gott einmal erkannt, allzeit lobend und preisend anerkennen und nicht darüber murren und hadern! Denn Gott der Herr weiß es stets und ewig sicher am allerbesten, warum er auf einem Erdkörper bald diese, bald jenes in die Erscheinung treten läßt...Alles, was auf der Erde, im Monde, in der Sonne und in allen Sternen geschieht, daß geschieht zum alleinigen Besten der Menschen, denn im Menschen liegt der Grund und Zweck aller Schöpfung im endlosen Raume. Wenn ein Mensch also denkt und fühlt, so wird er auch in allen Zuständen seines diesirdischen Freiheits Bildungs und Probelebens Ruhe finden und haben, und Gott wird ihn erretten aus jeder Not und wird ihn finden lassen den Weg des wahren Lebens, den Weg des Lichtes und aller Wahrheit. Aber wer da ungeduldig wird und über dies und jenes, das er doch nicht ändern kann, murrt und oft sogar in seinem gemeinen Grimm Lästerungen über die ihm widrig vorkommenden Erscheinungen in dieser Welt denkt und offen ausspricht, der eignet sich die Liebe Gottes nicht an, und das gibt keinem Menschen weder eine irdische und noch weniger eine jenseitige Ruhe und Glückseligkeit. Denn alles geschieht ja nur durch die Liebe Gottes, wie schon gesagt, zum wahren Wohle der Menschen. Erkennt der Mensch das dankbar in seinem Gemüte an, so nähert er sich auch stets der Liebe und der Ordnung Gottes und geht dann bald und leicht ganz in dieselbe über und wird dadurch selbst weise und mächtig. Tut er aber das Gegenteil, so wird er denn auch stets dümmer und in allem schwächer und machtloser...Wer sich über die Schädlichkeit der Dinge und Einrichtungen in dieser Naturwelt ärgert und dabei gegen die Weisheit und Macht Gottes zu Felde zieht, der ärgert sich offenbar auch über Gott und verhöhnt Dessen Liebe und Weisheit.“

74 Lbl II, 43 Wir sind oft unzufrieden, „anstatt zu tragen, was Ich euch schicke, und mir zu danken für alles, zumeist aber für die Trübsal; den wenn Trübsal über euch kommt, so ist es eures Heiles wegen, und das ist wohl des Dankes wert!“

75 Lbl II, 248 „Das Endresultat von aller herb durchkämpften Schule ist doch nur Meine Liebe.“ Bei allen Lebenswendungen tritt auch das zum Besten Führende hervor. „Wäre sich der Mensch dessen immer klar bewußt, so wäre lange nicht so viel Kummer und Elend unter den Menschen anzutreffen;“ jeder Kummer würde bedeutend verkürzt werden. Durch Anerkennung des Willens Gottes sollen wir den eigenen so regeln, daß in allen Vorkommnissen nur Gottes Liebe erkannt wird!

76 Lbl III H 21,14 Des Vaters Joch ist sanft, wir tragen viel zu schwer, weil wir Ihm nicht folgen.

77 Ev 3,120, 5)9)Mein Joch ist sanft und Meine Bürde leicht; aber dann und wann so ein kleines Zugewicht wird dir keinen Schaden bringen, sondern nur einen großen Nutzen für Seele und Geist,...um alles, was Welt heißt, aus sich hinauszuschaffen...Wenn dennoch etwas über dich dann und wann kommen wird, dann denke, daß Ich es bin, Der dir eine solche Stärkung zukommen läßt! Denn je mehr Ich einen Menschen liebe, desto mehr auch wird er versucht von Mir, denn ein Jeder soll Mir gleich vollkommen werden, dazu aber wird viel Selbstverleugnung, Geduld, Sanftmut und Ergebung erfordert.“

78 H 2, 26,13)25) Wir sollen uns nicht besondere Lasten ausbitten, sondern bitten, uns nicht in Versuchung zu führen, und getreu in dem verbleiben, wohin wir gestellt sind.

79 Lbl I,41 „Ich habe den Kelch des bitteren Leides bis zur Neige geleert und das Kreuz auf die höchste Höhe im menschlichen Leben getragen...Ich könnte dich wohl setzen im Augenblicke über alle irdischen Sorgen, aber glaube es Mir, das würde dir nur sehr viel schaden und dich für unberechenbare Zeit Mir entfremden... Du hättest oft große und bittere Leiden, und Ich ein Kinde lange, lange nicht in Meinem Hause.“

80 Lbl III, 273274 „Nur nach dem Maß eurer geistigen Reife kann Ich euch diese oder jene Beschwerde abnehmen oder auch diese oder jene Gabe, nach welcher ihr besonders Verlangen habet, verleihen.“ Die mancherlei körperlichen Gebrechen und Leiden der Seele tragen dazu bei, „den Geist wach zu erhalten, und dieses Wachbleiben ist ein Hauptförderungsmittel zur Erreichung einer gesunden Seele sowie zur Reifwerdung des Geistes.“ Deswegen sollen wir das Kreuz mutig tragen, der Vater „legt uns nur soviel auf, als es zum Heil unserer Seele nützlich ist; Er hilft wunderbar durch, Er reicht uns das Kreuz, nicht um euch damit zu demütigen, sondern um euch dadurch zu erhöhen.“

81 Vb 5, 20 Der Reiche hat nicht weniger Gelegenheit, Gott zu finden, als der Arme. „Der Reiche hat oft mehr äußerlichen Hochmut, der weniger gefährlich ist, als oft bei Armen der geistige Dünkel auf ihr Kreuz...Meine Liebe wende Ich allen Menschen zu, also auch denen, die weniger äußeres Kreuz zu tragen haben und dafür mehr im Innern sich mit mir beschäftigen.“

82  Ev 2, 127,13 „Solch reinste Herzen, wie das Deine ist, neckt Gott nimmer, sondern nur solche, die Gott zwar sehr lieben, aber dabei dennoch auch mit der Welt dann und wann liebäugeln. Solchen treibt dann Gott durch allerlei Neckereien die Weltliebe aus dem Herzen, auf daß sie vollends reinen Herzens werden.“

83 Lbl III, 137 „Klage nicht über den Kampf, denn wo kein Kampf, da ist kein Sieg! Nur wer völlig mit Mir verbunden, mit mir Eins ist und also den Lauf vollendete, der hat keinen Kampf und Streit mehr zu erwarten, für den hat selbst der Tod seinen Stachel verloren. Wer aber noch im Fleische wandelt, der wandelt im Tode und nicht im Leben, und wer vom Tode in’s Leben übergehen will, der muß sterben zuvor, und dieses Sterben ist der Kampf, dem du entrinnen möchtest, den Ich dir aber nicht ersparen kann, wenn du Mein werden willst. Willst du Mir folgen, so mußt du dein Kreuz auf dich nehmen und als Mir nachkommen. Es geht kein andrer Weg zum Leben als der des Kreuzes, und wenn du das recht überdenkst, dann wirst du dich an deinem Platze fühlen und nicht meinen, du seiest Mir ferner statt näher gekommen. Je näher Ich dir komme, je näher bist du Meinem Kreuze, und je näher du Mir kommst, desto mehr wirst du zu kämpfen bekommen. Bin Ich dir aber nahe, dann ist dir auch sicher der Sieg! Darum sollst du auch nicht trauern, sondern fröhlich sein in Mir, deinem Herrn, denn Ich bin es, Der dich führt und dich leitet dahin, wohin dein Sehnen steht!“

84 L 109 „Was sind da Erdenschmerzen, wenn Ich euch mit dem Reichtum des Himmels zudecke und euch erquicke?! Es sind Meine Gnadenstrahlen, die da den Geist zur reife bringen, damit er mit Engeln gemeinsam Mir dienen kann. Ein ewiger Hochgenuß im Land der Freude ist der Lohn für überstandene Erdenleiden.“

85 Vb 4,30 Das Kreuz ist die Saat auf weltlichem Boden, und die Frucht von dieser Saat soll geistig geerntet werden! Das ist das große Geheimnis des Kreuzes. Gleichwie auch Ich dem Leibe nach das Kreuz trug und dafür geistig triumphierte, so ist es bei Jedem Meiner Nachfolger eine Brücke von der Natur zum Geiste. Bleibet daher in den Zeiten der Leiden und Anfechtungen nicht auf materiellen Boden stehen, sondern suchet auf geistigem Gebiete weiterzukommen, benutzet diese Gelegenheiten zum geistigen Fortschritte, anstatt daß ihr oft mürrisch euch Mir gegenüber benehmet und euren Eigendünkel zum Regenten machen wollet! Traget das Kreuz mit Ruhe und Würde, im Aufblick zu Mir, damit ihr bestehen lernet, was diese Last euch bezwecken soll, denn ohne euch dadurch segnen zu wollen, lasse Ich die Kreuztragung nicht zu!“

86 Ev 11, 175176 Die Fußwaschung, die Jesus nach dem Abendmahl vornahm, bezeugte Seine tiefste Demütigung. Gleichzeitig sagte Er aber damit, „daß Niemand Meine Wege wandeln kann, ohne daß Ich vorher ihm die Werkzeuge gereinigt habe, welche es ihm ermöglichen, auch diese Wege zu gehen. Das heißt also: Sein Herz muß von allem Staube der bisher gewandelten Landstraßen der Welt völlig gesäubert sein, und zwar bin Ich es, Der ihm dazu die Mittel reichen wird, es soll daher Niemand diese Waschungen fürchten, ansonst er keinen Teil an Mir haben wird!“

87 Vb 3,58 (Neudruck 60) Nicht das Kreuztragen bringt den Lohn, sondern der Sinn und die Liebe mit welchem es getragen wird. „Trinket den Kelch, wie Ich ihn trinken mußte, und bittet: “Vater, ist es möglich, so übergebe mich des Kelches, doch nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“ Nachdem diese Worte von euch gesprochen, sollet ihr ruhig warten und euch mit ganzem Vertrauen zu Mir halten! Dann erst ist es Mir möglich, für euch zu regieren und euer Anliegen nach Meinem willen zu ordnen, wenn ihr Mir in eurem Herzen die vollmacht dazu ausgestellt habt.“

88 Vb 3,38 (Neudruck 39) „die Menschen sind noch zu unwissend in dem großen Versöhnungswerke, sie stellen siech wohl unter Mein Kreuz, um dessen ganzen Segen zu erheischen, aber bloß unter das geschichtliche Kreuz, dort wollen sie Mein Blut zu ihrer Reinigung, aber nicht dem Geiste nach, wo es gilt, das Kreuz selbst auf sich zu nehmen, wie es einem Kinde gebührt, wenn es erstarkt ist, dem Vater in seinem Wirken nachzuahmen.“

89 Vb 9,1112 die Menschen hoffen von Jesus Wiederkommen eine Wendung der Zustände und Abhilfe der Übelstände auf materiellem Gebiete. Dies Hoffnungen kommen aber nicht aus einem erleuchteten Herzen, sondern sind dem Verstande entsprungen, welcher eben in das Materielle mehr Wert setzt als in geistige Güter. Wenn Ich daher komme unter dem Zeichen des Kreuzes, als Zeichen des Menschensohnes, sowohl im Allgemeinen, als zu einer einzelnen Seele, so werde Ich mit Traurigkeit statt mit Freuden aufgenommen, weil Viele den Wert und Segen des Kreuzes zu wenig kennen, und also ist Mein Unnähern ihnen zu verhüllt, weil es gegen ihre Anschauungen geht. Sie erwarten Meinen Besuch ganz anders, während Ich Mir doch zuerst durch das Kreuz Bahn brechen muß. Daher, wenn Ich eine Seele besuche, so geht das Zeichen des Kreuzes entweder voraus oder mit. Darum merket hieran, daß dann die Zeit nahe ist, wo Ich die Meinigen besuchen und mit Kraft und Herrlichkeit Mich ihnen zeigen will!“

90 Vb 4,83 Darum auch geben diese neue Kundgebungen von mir ganz langsam in die Herzen ein, weil letztere zuvor durch allerlei Mittel dazu empfänglich gemacht werden müssen. Leider sind Kreuz und bittere Erfahrungen die geeigneten Mittel dazu, und Meine Liebe, welche lieber Freude und Glück geben möchte, zögert deshalb oft lange mit diesen passenden Mitteln und laßt zuvor dem Menschen noch Zeit, frei zu wählen.“

91 Vb 5,42 Allein die Liebe erfüllt das Gesetz :“Bis aber dieses geschieht, muß Ich noch starke Bußpredigten über den Erdboden ergehen lassen, aber wenn ihr selbe höret, so fürchtet euch nicht, denn es ist der Sturm, der den geistigen Frühling hervorruft und die Erde reinigt von den üblen Dünsten der falschen Lehren und Menschensatzungen, damit dann das sanfte Wehen Meines heiligen Geistes vernommen werden kann.“ (Siehe „Prophezeiungen“, der Verfasser)

92 PG N 35, 46 Das Kreuz zeigt zwei Richtungen, die eine durchkreuzt die andere; der hinaufstrebenden tritt die dem Boden parallel laufende hindernd in den Weg. Beim Gekreuzigten ist Kopf und Herz am aufstrebenden Balken, die Hände sind am quer laufenden Holz. Das besagt: Das Streben von Geist und Seele soll nach oben gerichtet sein, es wird aber durch die Handlungen; durch das mit der Hand Verrichtete, durchkreuzt. Wie am Kreuze Christus getan, sollen auch wir alles nehmen, was quer durch unsere geistige Lebensbahn läuft, „auch du sollst mit deinem Geiste verbunden deine Seele mir übergeben und die quer laufenden Handlungen des menschlich sozialen Lebens so verwerten, daß auch sie dich nicht am Fortschreiten hindern!... Gedenke des Kreuzes in seiner geistigen Entsprechung, und du wirst begreifen, daß, wie ein Kreuz ohne Querbalken kein Kreuz ist, ebensowenig ein geistiger Sieg über sein Ich dem Menschen möglich ist ohne die entgegengesetzte Strömung materieller Hindernisse, die am Ende doch nur, statt den geistigen Fortschritt zu hemmen, selben befördern müssen. Erinnere dich Meiner letzten Worte: „Es ist vollbracht!““

 

 

Anfragen

(Aus den Neu-Salems-Schriften)

 

1 Vb 8,70 „Nun aber hat die Welt,  und besonders die Christenheit, mit vieler Mühe einen himmelhohen babylonischen Turm gebaut und die Sprachen so verwirrt, Ich meine nicht die Nationalsprachen, sondern die Auffassung Meines Bibelwortes, daß nur noch solche Menschen geistig etwas gewinnen können, welche auf die Stimme im Innern noch etwas halten und darum auf dieselbe aufmerken und also sich mit Mir darüber beraten.“

2 Vb 2, 89 „Ich warte auf euren Notschrei, der euch eure eigene Ohnmacht klarmachen und das Vertrauen zu Mir vermehren soll!“

3 Lbl II,259 „Drückt Einen oder den Andern Kummer, Sorgen, welcher Art immer, so ist es für jeden Menschen möglich, Mich Selbst zu fragen, was recht ist, was zu tun not. Und kein Einziger soll Ursache finden, sagen zu können: „Ich bin bittend zu Dir gekommen, und Du hast mich nicht erhört, ich habe Dich in der Stille meines Herzen um Rat gefragt, und Du hast mir nicht geantwortet“.. Ich sage euch Allen: Derjenige, welcher in der Stille seines Herzens zu Mir kommt, soll nicht ohne Meinen Trost, ohne Meinen Rat, ohne Meine Hilfe bleiben!“

4 Lbl II, 64 „Ihr bittet Mich um etwas, saget dann „Amen!“, aber damit glaubet ihr, getan zu haben, was recht vor Mir, und wenn Ich euch auf eure Bitte nun etwas fragen will, so habt ihr Mir schon wieder den Rücken gekehrt und habt die Gebetsverbindung mit mir schon wieder gelöst, oder ihr bittet noch um viele andere Dinge, was Mir wohl recht ist, aber ihr lasset Mich dabei doch nicht zu Worte kommen.“ Wir sollen es machen wie die Kinder, die die Antwort abwarten, sie haben eine lebendige Gemeinschaft mit ihren Eltern!

5 Lbl II, 185 „Auf eine jede Frage, welche du richtest an Mich, wirst du finden eine Antwort in dir, so du der Stimme des Geistes Gehör schenkst, die zu dir spricht tagtäglich und stündlich und die Stimme deines allliebenden Vaters ist.... Nur mußt du dabei deinen Willen völlig legen unter den Meinen, denn so nur kann Ich dir Meinen Willen offenbaren, ohne dich in deinem freien Willen zu beeinträchtigen.“

6 Vb 6,87 „Aus Liebe zum Vater soll das Kind folgen, auch selbst da, wo es das Heilsame nicht herausfinden kann, und in Fällen, wo es zum Vater um Rat und Hilfe kommt, muß es sich allen Widerspruchs enthalten und genau auf die Stimme des Vater im Innern hören!...Er hilft, aber nur nicht immer nach dem Willen des Kindes.“

7 Vb 6,87 „Wer mich sucht im Herzen, von dem lasse Ich Mich finden; wer aus Liebe zu mir eine Handlung unternimmt, die soll gesegnet werden; wer zu Mir kommt im Vertrauen, auf eine Anfrage eine väterliche Antwort zu erhalten, dem will Ich antworten, und er wird die Antwort erkennen, ob sie von mir ist, sei es durch Innewerden im Herzen oder durch andere Mitteilungen.“

8 Lbl, 216 „Wie gern würde Ich euch in Art und Weise Meiner Liebe mehr raten, wäret ihr nur dafür zugänglicher!“ Wenn wir uns im Gebet zu Gott erheben,  so wird uns das zu Wählende von Jenseits kundgetan werden, oder wir werden durch Erhebung unseres Herzens, das dann von materieller Befangenheit befreit ist, selbst in den Stand gesetzt, das Wahre und Gute zu treffen.“

9 Ev 4,76,7) „Wenn dein Geist in dir wach wird, so wirst du seine Stimme wie leichte Gedanken in deinem Herzen vernehmen. Die mußt du wohl anhören und dich darnach in deiner ganzen Lebenssphäre richten, so wirst du dadurch deinem eigenen Geiste einen stets größeren Wirkungskreis verschaffen. Also wird der Geist wachsen in dir bis zur männlichen Größe und wird durchdringen deine ganze Seele und mit ihr dein ganzes materielles Wesen.“

10 Ev4, 23,5)7) „Wer Gott den Herrn wahrhaft liebt, der ist beständig bei Gott und in Gott, und will er von Gott was hören und wissen, so frage er Ihn im Herzen, und er wird durch die Gedanken des Herzens auch sogleich eine vollste Antwort bekommen, und es kann auch sogestaltig jeder Mensch von Gott allezeit und in allen Dingen belehrt werden.“ Auf den Ruf des Herzens werden „zwar sehr leise, aber dennoch überdeutlich vernehmbare Gedanken“ kommen. „Du wirst sie auch erkennen, daß sie nicht auf deinem Grunde und boden gewachsen sind. Hast Du sie aber erkannt, so handle danach!“

11 Lbl III, 139 „Immer stehe Ich bereit, wenn ihr nur hören wolltet! Alles was ihr zu tun habt, ist: zu horchen und nach dem Gehörten zu handeln. Nach und nach steigert sich die Hörfähigkeit und wird zur sofortigen Innewerdung einer Erkenntnis.“

12 Vb 7,75 Simeon erkannte, als das Kind Jesus in den Tempel gebracht wurde, in Ihm den Erretter der Menschen und Gott. „Dieser Simeon soll euch ein Beispiel sein, an welchem ihr lernen könnet, wie weit ihr es in der Pflege eurer inneren Stimme bringen könnet, so daß ihr euch fest auf sie verlassen könnet. Er sprach mit fester Überzeugung (Luk.2,29 f.): „Herr nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen!““

13 Vb 1,27 „Wenn euch eine innere Anfechtung überfällt, so nehmet die Bibel in Meinem Namen, d.h. in Meiner Liebe, zur Hand, und Ich will euch die richtige Antwort dann schon zukommen lassen!“

14 Vb 5,18 Das Bibelaufschlagen muß aber mit vollem Glauben und in aller Liebe zu Mir geschehen, und nicht mit dem geheimen Wunsche, daß dabei Mein Wille nach dem eurigen sich richten solle, denn sonst ist die Gefahr mitverbunden, daß solche aufgeschlagenen Worte oder Sprüche mißdeutet werden, und also, statt für Mich, gegen Mich gehandelt wird.“

15 Vb 7,86 „Wenn  ihr so in eurem Willen gestellt seid, daß ihr denselben ganz Mir unterordnet, so dürftet ihr bei solchen Vorkommnissen ruhig sein, die euch nicht ganz klar sind, wie weit dieselben Meinem Willen behandelt werden sollen, denn ihr werdet eine zuverlässige Antwort von Mir in eurem Innern erhalten. Alles Anliegen, daß sich auf Mich bezieht und auf Meine Lehre, will Ich selbst beantworten, gleichwie Ich Petrus deutliche Winke gab von seiner Mission bei Kornelius. Denn Ich führe solche Seelen Selbst zusammen und bereite auf beiden Seiten vor.“

16 Vb 2,14 „Es heißt in der Heiligen Schrift „Rat, Kraft, Held!“ Haltet euch an diese Worte, holet bei Mir in eurem Unglauben oder Glaubensschwäche Rat, Kraft, und ihr werdet innewerden, wie Ich Mich auch bei euch als Held und Sieger bezeugen werde, und so alles in Erfüllung geht, was in diesen prophetischen Worten ausgesprochen ist!“

17 Lbl III, 139 „Den rechten Weg zu Meinem Vaterherzen wird euch der Geist der Liebe zeigen, so ihr nur ernstlich bittet, und Derselbe wird euch in alle Wahrheit leiten.“

18 Lbl III, 204205 „Nur auf einer freien Tat ruht Mein Segen. Ihr möchtet freilich als Meine Kinder auch Meinen Willen allerklarst erkennen, besonders in solch entscheidenden Augenblicken des Lebens möchtet ihr der Zukunft Schleier lüften, als Bevorzugtere ... Solange ihr an Meiner Liebe hängt, seid ihr frei...Sobald ihr aber ein Gebot von Mir begehrt, seid ihr nicht mehr frei, sondern stehet unter dem Gesetze, also im Gericht, und nicht in der Liebe.“ Deshalb sollen wir einzig und allein die Liebe in allen Dingen schalten und walten lassen und dazu um die rechte Weisheit bitten. „Dann werdet ihr nimmer fragen „Vater tue uns kund Deinen allerhöchsten Willen!“, sondern vielmehr bitten,“ daß der Vater uns segne, die wir bemüht sind, Seinen Willen zu erfüllen, daß wir wachsen in Liebe, Demut und rechter Weisheit.

19 Lbl II, 60 „Ich will dir nahe sein in allen Lebenslagen, und wenn du am Scheidewege stehst, wo andere Wege sich kreuzen, und du nicht weißt, ob du rechts oder links gehen sollst, dann will Ich dir den rechten Weg klar zeigen, habe Mich nur vor Augen und im Herzen!“

20 Lbl I, 15Komm du zu jeder Stunde in Gedanken durch deine Liebesgefühle zu Mir, und du sollst empfinden, daß du nicht allein bist!“

21 Vb 1,69 Das Leben der Kinder Gottes ist nicht einförmig und eben, sondern durch immerwährendes Erhalten und Entsagen wird ihr Wachstum befördert und ihre Verbindung zu Mir eine ununterbrochene. Immer wieder haben sie zu fragen: „Vater, warum?“ und Meine Liebe ist stets bereit, ihnen durch Meinen Geist im Innern zu antworten, und diese Worte sind die wahre Freude.“

22 Vb 3,28 „Alle Bitten jenes Gebetes des Vaterunsers enthalten Vertrauen zu Mir, und Meine Kinder können Mir daher alles vortragen, was sie wünschen, und was ihnen fehlt.“

23 Lbl I, 204205 „Euer Vater weiß immer Rat in allen euren Lebenslagen, wenn ihr nur euch an Ihn wendet und nicht gar so oft glaubtet, daß ihr selber euch raten könntet!“ Wir sind selbst schuld an unseren Sorgen; wir halten sie „mit großer Zähigkeit fest, anstatt sie auf Mich zu werfen und sorgenfrei an Meiner Seite einherzugehen.“ An der Hand des Vaters brauchen wir gar nicht zu sorgen, sondern nur zu bitten, Er hat die Hilfe schon bereit für den voll auf Ihn vertrauenden.“

24 Vb I, 8687 Verstockt nicht euer Herz, so ihr Meine Stimme höret, sondern seid bemüht, diese Stimme immer mehr anzuhören! Merket auf sie jeden Augenblick, besonders aber auch, wenn euch materielle Sorgen bewegen! Bedenket, daß ihr auch in diesen Fällen zu Mir kommen sollet, und Meine Stimme, die aber nur dem geistigen Ohr vernehmbar ist, wird euch antworten, d.h. wenn ihr eure Sachen in Meine Hand leget, sie zu ordnen, mit dem Wunsche, daß euer geistiger Fortschritt dabei gewinne, so wird euch eure innere Überzeugung klar machen, wie ihr handeln sollet. Das ist dann Meine Stimme.“

25 Vb 6, 44 „Jetzt, da ihr so voll Willens seid, ganz für Meine Reichssache zu leben, seid ihr darin schon mehr vorwärts gekommen, bei Mir zuerst anzufragen ehe ihr etwas für Mich unternehmen wollet. Aber weil Ich euer Vater im ganzen Sinne bin und auch also von euch erkannt sein will, so sollet ihr auch wagen, selbst in äußeren Angelegenheiten zuerst Mich zu fragen, jedoch nicht erwarten, daß ihr die Antwort durch die Feder, d.h. von außen, erhaltet, sondern in euch selbst, denn Ich möchte Mich dadurch noch näher mit euch verbinden.“

26 Vb 3,7374 „Warum zweifelt ihr an Meiner Liebe und klaget über die Aufgabe, die Ich Jedem besonders zu lösen aufgab? Kommet lieber zu Mir und bringet als Klage euren Eigenwillen zuvor mit, lasset euch dort helfen, wozu Mein heiliger Geist immer bereit ist, euch die Wahrheit ganz aufzudecken!“

27 Vb 2,92 „Kommet zu eurem Gott! Sehet das als von Mir ausgehend an, und sodann gebe Ich Meinen Segen dazu und werde euch schon an den rechten Platz stellen, wo ihr Mir treu bleibet und doch eure Wünsche erfüllet sehet!“

28 Vb 1,90 „So wie die Kinder, wenn sie dann beleidigt werden, sich auf ihren Vater stützen und zu ihm eilen, ihm klagen und nach seinem Ausspruche sich nachher verhalten, also kommet auch ihr zu Mir um Rat, wenn euch eine Beleidigung zustößt, nur müsset ihr euch nicht zuvor selbst verteidigen wollen!...Wenn sie (Meine Kinder, der Verfasser) im rechten Sinne zu Mir kommen, wird ihnen bald klarer werden, welchen Nutzen sie daraus ziehen können.“

29 Vb 1, 64 Bei Ungemach verlangen wir Abwendung, „statt zu Mir zu kommen und anzufragen, warum Ich rufe, und statt um den Geist zu bitten, der euch in alle Wahrheit leitet, d.h. der euch Abwege, Mängel und Gebrechen klar aufdeckt. Diese Bitte wird von Mir sogleich erhört, und ihr könnet euch doch überzeugen, daß Ich bei euch bin, gebt nur Acht auf euch selbst, und ihr werdet bald herausfinden, daß eure äußeren Sachen immer sich eignen zu eurem geistigen Fortschritte!

30  Vb 1,84 „Euch soll aber der Verkehr im Herzen mit Mir das größte Gnadengeschenk sein! Daher kommet alle zu Mir, und ihr werdet, je mehr Vertrauen ihr habt, desto deutlicher Meine Sprache erkennen!...Meinen Kindern aber will Ich Vater sein und ratend bei ihnen weilen. Ich erleuchte sie und zeige ihnen Mein Wesen. So wird es ihnen leicht gemacht, Meine Absichten herauszufinden. Darum suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan, nicht das Vaterherz, das für euch immer offen steht, sondern euer eigen Herz, damit höhere Erkenntnis einströmen kann!“

31 Vb 1,76 „Wer von ganzen Herzen zu Mir hält, dessen Vater bin Ich und verkehre mit ihm väterlich, auf die Art, wie es Meine Weisheit für gut befindet.“

32  Vb 1,83 Der Vater wartet, daß wir bei Im Selbst anfragen, „damit Ich dann durch euer eigenes Herz euch antworten kann, denn diese äußeren gegebenen Worten sollen nur dazu beitragen, daß ihr zu Mir kommet, sollen aber nicht euch vollständig befriedigen! Ich will euch nicht bloss etwas sagen lassen, sondern mit einem Jeden Selbst Mich unterreden. Es gibt doch immer wieder Fragen, die nur der Vater und das Kind miteinander besprechen wollen, und zwar ein Jedes von euch Geschwistern nach seiner Art, wie Ich es für gut finde, nämlich einem Jeden seinen Weg besonders zu bezeichnen; darum auch die Sprache im Herzen verschieden ist.“

33 Lbl III, 155 „Ich weiß ja um deinen ganzen Kampf und um alle deine Seelenstimmungen. Ich kenne sie viel genauer als du. Aber doch wünsche Ich so sehr, daß Du Mir stets alles vortragen und mit Mir beraten möchtest. Denn das gibt Vertrauen zu Mir und erhöht deine Liebe. Einem Freunde, selbst der Geliebten, kannst du dich nicht so ganz hingeben wie Mir, weil Ich alles sehe, empfinde und verstehe, was in deiner Seele vor sich geht und nach Erlösung ringt. Um dieses unbegrenzte Vertrauen bitte Ich dich, gib es Mir! Ich will dich lieben, wie nie dich Jemand lieben kann...flehe Mich an um Kraft, so ist stets die Schranke zwischen uns gefallen, und Ich kann dir deinen Weg besser zeigen!“

34 Lbl III, 171 „Hast du nicht stets Trost und Frieden bei Mir gefunden, wenn du dich zu Mir wandtest, damit Ich dein Leid lindere?...Wie eine Mutter will Ich dich trösten und alle Tränen dir trocknen. Meine Arme habe Ich stets weit geöffnet, um dich an Meine Brust zu drücken, weil Ich endlos, endlos lieb dich habe!“

 

 

Das Herz, das Gemüt

(Aus den NeuSalemsSchriften)

 

1 L 106107 „Das Herz ist des Menschen eigentliches Haus. Da gehet alles bei ihm aus und ein. Dort liegt das höchste Himmlische verborgen, gewissermaßen schlummernd, harrend der Erweckung durch die Tätigkeit, die ausgehen muß aus der Aufnahme der Lehre Christi, die dann den Geist nährt und ihn zu einer freien Selbsttätigkeit und Erkenntnis bringt...Gott als Vater hat auch einen Funken der Liebe aus Sich Selbst in euer Herz gelegt, damit ihr durch diesen funken das Erzböse in euch besiegen könnet...Gebet recht Acht auf euer kleines Herz, spielet ja nicht damit; denn es ist ein unauslöschliches Feuer darinnen verborgen, welches entweder wohltuend erwärmend sich äußern, aber auch ohne Gnade schonungslos verwüsten und zerstören kann!“

2 Lbl II, 174 „Ihr wisset nicht, wieviel Zündstoff in einem Menschenherzen liegt, die ganze Hölle ist darin eingeschlossen in ihrem geistigen Keime, so wie der ganze Himmel.“

3 Lbl II, 207208  „Das unscheinbare stille Wirken der Demut macht das Herz stille und genügsam. Und das eigene Herz besiegen mit den Waffen der Liebe und Demut gilt weit mehr vor Mir als die größte Tat, durch Meine Macht vollbracht.“

4 Vb 8,6 „Heutzutage wird alles gesetzlich getan, gelehrt, regiert und das Gesetz gepflegt, vermehrt und verbessert. Alles, alles ruht nun auf dem Gesetze, auch bessere Zeiten soll das Gesetz bringen, d.h. im Materiellen. Aber die Liebe, ohne welches nichts bestehen kann, was Ruhe und Frieden in’s Herz bringt und somit das Glück des Menschen ausmacht, diese muß still verborgen walten, um doch noch dem Verderben zu steuern, welches alles aufzulösen droht.“

5  Vb 1,75 „Verschließet die Tür eures eignen Herzens gut gegen alle Leidenschaften, welche Boten des Satans sind, und er wird euch meiden lernen und nicht zu äußeren Kampf verlocken!“

6 Lbl III, 219 „Laß dein Herz erwärmen trotz der Winterkälte des Leben! Lass es erglühen trotz der Eisesströme, die die Welt drauf sucht zu gießen, laß es erblühen Mir in jungfräulicher Schöne trotz deines Alters, denn die Ewigkeit gilt auch für dein Herz, es bleibt in Meiner Liebe ewig jung! O Kind, komm her an’s Vaterherz! Vergiß die Lebenssorgen, und sorge für das Eine nur, für deiner Liebe Innigkeit zu Mir, zu deinem Himmelsvater!“

7 Ev 2,75, 5)7) „Darin eben liegt das große Geheimnis der Selbstgestaltung des Menschen. Alles kann Ich einem Menschen tun, und er bleibt ein Mensch; aber das Herz ist sein eigen, daß er vollkommen selbst bearbeiten muß, so er das ewige Leben sich selbst bereiten will. Denn würde Ich Selbst zuerst die Feile an des Menschen Herz legen, so würde der Mensch zur Maschine und gelangte nie zur freien Selbstständigkeit. Wenn aber der Mensch die Lehre bekommt, was er zu tun hat, um sein Herz für Gott zu bilden, so muß er diese auch frei befolgen und sein Herz nach ihr bilden. Hat er sein Herz darnach gebildet und es gereinigt und gefegt, sodann erst ziehe Ich im Geiste in dasselbe und nehme Wohnung darin, und der ganze Mensch ist dann im Geiste wiedergeboren... Du mußt daher die Hand an die Bearbeitung deines Herzens legen, sonst bist du verloren.“

8 Ev 4, 105,5) „Arbeitet ihr recht, und gebricht es euch irgend an der nötigen Kraft, so wisset ihr nun schon, daß Ich euch damit alle Zeit ausrüsten werde, so ihr Mich darum angehen werdet in euren Herzen, und ihr werdet dann mit erneuter Kraft gut arbeiten haben. Aber für euch arbeiten kann und darf Ich ewig nicht.“

9 Lbl III H 25/25, 67 „Nur im HerzInnersten ist der Ort, von wo auch Ich mit sicherem Vorgehen die Gefühle des Menschen, die sich immer zur Tat regen zu ordnen im Stande bin, ohne dadurch die Menschen freien Willen auch nur im geringsten einzuschränken ... Ist der Eingang des HerzInnersten für Mich frei,... so wird der Sieg doch immer dem gehören, der sein Innerstes in der Reinheit zu bewahren sucht.“

10a Ev 4, 21,9) „Ich erkenne die Menschen alle und weiß, was da alles in ihrem Herzen vorgeht. Zudem geht auch nur von Mir die Lenkung der Gefühle im Herzen aus. Wo es nötig ist, da weiß Ich, was Ich zu tun habe.“

10b Ev 3, 193,13)14) Jesus sagt zu Cyrenius, der äußert, die eben gegebene wichtige Lehre sollte aufgeschrieben werden: “Es nützt jede derartige Aufzeichnung nicht zum Leben nur so viel als ein toter Wegweiser dem Wanderer auf den vielen Straßen und Irrgängen dieser Welt. Das aber, was Jedermann helfen kann und ihm geben Weisheit, Kraft und Liebe, wird einem jeden Menschen in sein Herz geschrieben, und das auf eine ganz unvertilgbare Weise, so, daß diese Schritte des ewigen Lebensrechtes und seiner in und ausseitigen Beziehungen bei jeder der göttlichen Ordnung zuwiderlaufenden Handlung im Menschenherz von selbst laut verlesen wird, die Seele mahnend, zurückzukehren in die ursprüngliche göttliche Ordnung! Wird der Mensch dieser inneren Stimme folgen, so wird er sogleich auf dem rechten Wege sein; wird er sich aber nicht darnach kehren, sondern tun nach der tobenden Leidenschaft seines Fleisches, so wird er sich dann nur selbst zuzuschreiben haben, so er vom eigenen Gerichte in sich verschlungen wird.“ (Siehe auch „Wegweiser“ Teil I „Das Gewissen“ der Verfasser)

11 Ev 4 167,9)10) „Ein heiteres und munteres Herz ist Mir angenehmer um vieles denn ein betrübtes, trauriges, klagendes, murrendes, mit allem unzufriedenes, dadurch undankbares und sicher wenig Liebe in sich habendes; denn in einem heitern Herzen wohnt Liebe, gute Hoffnung und ungezweifelte Zuversicht. Kommt ein aus einem gewichtigen Grunde Trauernder zu einem Heiteren und Fröhlichen, so wird er bald heiter mitgestimmt, seine Seele fängt an, sich freier zu bewegen, und des Geistes Licht kann die ruhige Seele leichter durchleuchten, während eine traurige Seele ordentlich zusammenschrumpft und am Ende ganz finster und mürrisch wird. Ich meine, unter der Heiterkeit und Munterkeit des Herzens werdet ihr wohl keine ausgelassene, unlautere und unsittliche Spaßmacherei verstehen, denn dergleichen bleibe fern von euch, sondern jene Heiterkeit und Munterkeit, die eines ehrbaren und kerngesunden Ehepaares Herz erfüllt, oder die Gott ergebene Menschen nach guten und Gott wohlgefälligen Handlungen empfinden.“

12 H2, 242, 15)20) „Saget nun selbst, was da wohl höher stehet bei Mir, entweder ein ängstliches oder ein in Meinem Namen überfröhliches Herz?! Ich sage euch aber: Wenn schon die Tränen der Reue gerecht und Mir wohlgefällig sind, so stehen aber doch die Tränen der Freude in Meinem Vatersnamen um so vieles höher, als da die Sonne stehet über der Erde am Mittage. Denn die Tränen der Reue besagen, daß da Jemand gewahr geworden ist seines großen Liebe und Treueabstandes von Mir, dem Vater, zurückzukehren. Die Freudentränen aber sind dagegen doch sicher ein Zeichen des vollen Wiederfindens, wo sich der Sohn freuet, darum er den Vater gefunden, der Vater aber, darum Er den Sohn wiedergefunden hat!...Ihr  wisset nun, .... daß Mir der Fröhliche aus gutem Grunde um vieles angenehmer ist denn Einer, der da ängstlich trauert, wenn auch aus einem guten Glauben. Daher auch sollet ihr allezeit einen Betrübten trösten, aber mit dem Fröhlichen sollet ihr auch fröhlich sein von ganzem Herzen!“

13 Jug 280, 9)7) „Nur 3 Tränen habe Ich in das Auge des Menschen gelegt, und diese sind: die Freudenträne, die Mitleidsträne und die Träne, die der Schmerz Erpreßt.“ Früchte des eigenen Grundes sind die Tränen der Trauer, der Reue und des Zornes. Die der Trauer entstammt einem beleidigtem Gemüte und verlangt Ersatz. Kommt dieser nicht, so umwandelt sich ein solch Gemüt leicht in einen geheimen Zorn und endlich in ein Rachegefühl.“ Die Reueträne kommt erst dann nach der Sünde, wenn dieser die Züchtigung folgt, so daß sie in erster Linie eine Träne über diese ist. Auch diese Träne bessert das Herz nicht, „denn der Mensch sieht dann die Sünde nicht aus Liebe zu Mir, sondern aus Furcht vor der Strafe, und siehe, das ist ärger denn die Sünde selbst.“ Die Zornträne ist ein „Quellwasser aus dem Fundamente der Hölle.“

14 RBl II, 278 Die Reue aus Furcht vor Strafe hat keinen Wert, sie muß der Liebe zu Gott entstammen.

15 H 1; 209, 21)25) So du Mich liebst, so verbindest du dich wieder mit mir, und deines Lebens wird nimmer ein Ende sein. Unterlässest du aber solches, so trennest du dich vom Leben, auch werde Ich darum ewig nicht aufhören, dein richtender Gott zu sein; und wirst du auch von Meinem Leben getrennt fallen, den ewigen Raum Meiner Zorntiefe entlang, wahrlich, nicht außer Mir wird dein ewiger Fall sein: Mich, deinen Gott, wirst du nie verlieren, aber deinen liebevollsten, besten, heiligen Vater und mit Ihm ein ewiges, freies, wonnevolles Leben, siehe, das wirst du verlieren.“

16 Lbl II, 6263 Unser Herz drängt uns, den Weg zur Wiedergeburt durch die Liebekraft zu beschreiten, aber der Verstand berechnet die Vorteile und Nachteile, die dabei erwachsen.

17 L Gh 200 „Folge Meinen Lehren und Worten, und du wirst, nicht mit dem Verstande, wohl aber mit dem Herzen, aus der ganzen dich umgebenden Natur herauslesen und erkennen, daß es der Vater ist, Der aus allen Produkten und aus allen Winkeln deines Herzens dir zuruft: „Es gibt nur Einen Gott, Einen Schöpfer und Einen Herrn, aber auch nur Einen Vater!““

18 Ev 4, 178, 11) „Ihr müsset Meine Worte tiefer in’s Herz fassen, so werden sie dann eurem Gedächtnis nicht gar zu leicht untreu werden; denn alles was einmal das Herz lebendig erfaßt hat, das bleibt dann sicher auch in der Erinnerung fest sitzen, und ihr habt es bei tauglicher Gelegenheit gut hervorzunehmen. Wollt ihr euch aber das von Mir Gesagte allein im Gedächtnis merken, so werdet ihr es zum größten Teile in einem Jahre wenigstens hundert Mal vergessen, denn im Alter ist das Gedächtnis nicht mehr so saftig als in der Jugendzeit. Was aber das Herz einmal ergriffen hat, dass ist in’s Leben übergegangen und bleibt für ewig.“

19a Ev 3, 242, 1)243, 10) „Wissen ist was anderes, und fühlen auch was ganz anderes; zum Wissen kann man selbst durch den trockensten Fleiß gelangen und zur Weltklugheit durch Erfahrungen, aber zum wahren Fühlen gehört mehr als viel lernen und erfahren. Viel wissen macht das menschliche Herz nicht fühlen und allzeit recht wollen, und die Erfahrung kann uns im Schlechten wie im Guten klug machen; nur ein rechtes Gefühl belebt alles, ordnet alles und gibt Ruhe und Seligkeit. Darum sollte da schon bei der anfänglichen Bildung des Menschen zum wahren Menschen vor allem auf sein Herz gesehen werden!...Des Menschenverstandes Wissen, Glauben und Handeln ist eine eitle Träumerei, und ist kein Lebensnutz darin. Alles muß der Mensch sich zum Herzen nehmen, in dem das Leben weilet; was er in’s Herz legt, das wird aufgehen und die verheißenen Früchte tragen.“

19b RBl I, 311312 “Recht so, wenn wir tun, wie es der Herr will, da werden wir nie irregehen; aber mit unserm eigenen Verstande und mit unsern Einsichten sind wir am allerdürresten Holzwege, auf dem man höchstens in eine Köhlerhütte gelangen kann. Wo der Mensch überhaupt seinem kalten Verstande folgt, da kommt er auch gewöhnlich auf’s Eis, wo es bekanntermaßen mit dem Feststehen einen sehr bedeutenden Faden hat; nur wo der Mensch dem lebendigen Rate seines Herzens nachgebet, da ist das grüne Gras nicht ferne, und er kommt...auf eine lebendige Hoffnung.“ Welchen Wust von Regeln und Gesetzen bringt der Verstand zu Wege! „Nehmen wir alle die großen und nützlichen Produkte der Menschen auf der Erde, als z.B. große Meister in den schönen Künsten, als etwa in der Musik, Poesie und Malerei. Alle die Großmeister in diesen Künsten waren Schüler ihrer Herzen, ihres Gemüts, und ihre Werke stehen groß und unerreichbar vor den halbblinden Augen der aus saure Mühe zusammengesetzten Nachwelt, die sich die durch tausend Regeln und Gesetzen zu erörtern, von denen den Großmeistern bei der Schöpfung ihrer unerreichbaren Werke sicher nie etwas geträumt hat! Fraget aber, ob je ein solcher nachhinkender Regelschmied etwas Geniales, Freies und Lebensduftiges zuwege gebracht hat! Sind solcher Regelfabrikanten Werke nicht stets so trocken und leblos wie der Nord oder Südpol der Erde?...Die Werke des Verstandes kommen mir gerade so vor wie die Fossilien; da haben wir eine Mumie, einen versteinerten Fisch, Krebse, ein versteinertes Holz, ein Farrenkraut u.a.m., aber welch ein Unterschied zwischen den leblosen Fossilien und der lebendigen Wirklichkeit?! Welch eine verzerrte und zerkrüppelte Steife in der Form selbst, und welch eine schauderhafte Leblosigkeit! Daher hinweg nun mit all dem, was nur einigermaßen vom Verstande in uns herrührt, denn an allen Werken des lebendigen Verstandes liegt der Fluch, während die geringsten Werke des Herzens in einem endlos großen Werte sind für alles; was da atmet und lebet! Ein großer Verstandesmensch ist ein echter Totengräber. Sein Verstand, als ein Konglomerat von tausend Regeln und Gesetzen ist der Spaten in seiner hand, mit dem der tolle Totengräber einen Schacht in die vom lebendigen Golde strotzenden Tiefen des Herzen schlagen will. Aber seine Mühe ist eitel und fruchtlos seine Arbeit denn das lebendige Gold bleibt nicht haften am plumpen Spaten, aus dem kein echter Lebenschemiker auch nur einen kleinsten Tropfen echten Goldes bekommt.“

20 Ev 3, 182, 18)22) „Was die Seele aufbewahrt in ihrem GehirnPalaste, das stirbt und vergeht mit dem Gehirn mit der Zeit; welchen Nutzen mag dann der Geist schöpfen aus dem, was vergangen ist und aufgehört hat zu sein?! Entwickelst du aber solches aus deinem Herzen, so bleibt es dann auch für ewig in dem, der selbst ewig ist, nämlich in deinem Geiste und durch ihn auch ebenso für ewig in deiner Seele; aber was das Gehirn faßt, das vergeht, und bleibt nichts von all dem vielen Weltwissen in der Seele, wenn sie dereinst den Leib verlassen hat. Darum müsset ihr alle von nun an alles in’s Herz aufnehmen und alles auch im Herzen entwickeln und entfalten; denn was das Gehirn schafft, das taugt allein für’s vergängliche Leben dieser Welt und für den sterblichen Leib!.. Der irdische GehirnVerstand kann deshalb unmöglich je etwas rein Geistiges aufnehmen und fassen, weil er dem Menschen nur zur nötigen Versorgung seines Leibes gegeben ist. Solches kann nur der göttliche Geist im Herzen allein; er muß daher schon von früh an geübt werden.“

21 Dr 24 „Frage nicht den Kopf, wenn das Herz dir nicht antworten will! Wenn du von letzterem keine Antwort erhältst, so ist das ein Zeichen, dass es keine genügende gibt, welche dir deine Zweifel aufklären könnte, d.h. so, wie du es wünschest. Verschließe dich aber in dein Inneres, dort wird dir eher Bescheid werden als bei all dem Verkehr mit gelehrt sich dünkenden Personen!“

22 Ev 3,78,1)6) Die Vernunft ist dem Menschen gegen zum ursprünglichen Regulator seiner Gefühle, einer gewissen Reife gelangt, so müssen sie der äußeren reife aus sich selbst herausgebracht werden. Wir sollen, wenn wir mit der Vernunft nichts weiteres mehr erreichen können, die äußere Vernunft über Bord werfen und dann unseren reif gewordenen Gefühlen zur weiteren Lebensleitung überlassen!

23 L Gh 188195 Denken und fühlen sind weit von einander unterschieden. Mit den Sinnen fühlt der Mensch die Eindrücke der Natur, mit den Gefühlsvermögen nimmt er die Einflüsse  einer geistigen Natur wahr, so das Gewissen, so die Musik, die sich nicht denken läßt. Der Verstand gehört zur Beurteilung von Weltdingen, aber die Schöpfung, ihr: „Warum so und nicht anders?“ können wir damit nicht ergründen. Mit dem Gefühl können wir es ahnen aber nicht begreifen. Nur wenn sich der Herr in’s Mittel legt, wird uns etwas Licht gegeben. Bei der Erziehung wird das Gemüt, das Herz, fast ganz vernachlässigt, der Weltverstand allein ausgebildet, daher so viele Schlechtigkeit, und deshalb muß Gott Elend und Unglück zulassen, um das Gefühl wieder zu wecken. Der Verstand ist kalt, das Gefühl erwärmt. Ein liebendes Gemüt sieht nur Liebe, wo ein erbittertes Haß und Zwietracht findet. „Gebrauche deinen Verstand für deine weltliche Laufbahn, laß aber auch hier den Verstand durch Liebe begleitet sein!“

24 Lbl III, H 23,17 „Der Antichrist wurzelt nur dann im Herzen, wenn dieses der Diener, aber nicht, wenn es der Freund des Verstandes ist. Das aber, was der Verstand klügelt, eifert, an und abstößt, ist und bleibt dir ganz unbenommen und schadet deinem Verhältnis zu Mir nicht, wenn du in Gedanken an Mich rein im Wollen und im Vollbringen bleibst... Beide, Verstand und Herz, sollen harmonisch wirken! Nicht der Irrtum der VerstandesSphäre ist Sünde, sie ist es nur dann, wenn diese im Bösen das Herz bezwingt...Lasse Angst, Zweifel, Mißmut und Täuschung kommen, das alles wird dir nichts anhaben, denn Mein Rat, Meine Führung und Hilfe steht dir auch in schwerer Stunde zur Seite!“

25 Ev 4, 24,2) Raphael sagt zu seiner Schülerin Jarah: ’Eben also ist auch des Menschenherz ein zwar kleines Gärtchen; wenn man es aber nach der Lehre aus dem Munde des Herrn recht fleißig bearbeitet und keine Mühe scheuet, alles, was man da vernommen hat, in die Tat zu verkehren, so wird man eh’st so viel alles Segens und aller Gnade aus den Himmeln im eignen Herzen besitzen, dass man am Ende der Seele und Geist schon ganz ans eignen Mitteln wird leben können und nicht stets unseres [Engels] Rates und unserer [guten Geister] Hülse benötigen wird.“

26 Ev 2,30,5)6) „Ein Wort, das dir ein Engel in dein Herz legt, ist für deine Seele heilsamer als tausend Worte durch das Ohr von außer her vernommen. Denn was du im Herzen vernimmst, ist schon dein Eigentum, was du aber von außer her vernimmst, das mußt du dir erst zu eigen machen durch die Tat nach den vernommen Worten. Denn hast du das Wort im Herzen und sündigst deinem Außenwesen nach dennoch von Zeit zu Zeit, so ist dein Herz dabei nicht einstimmig und zwingt dich sobald zur Erkenntnis der Sünde und Reue über dieselbe, und du bist schon dadurch kein Sünder mehr. Hast du aber das Wort im Herzen nicht, sondern nur im Gehirn, durch’s Ohr dahin gebracht, und sündigest, so sündigt das leere Herz mit und zwingt dich weder zur Erkenntnis noch zur Reue der Sünde, und die Sünde bleibt in dir, und du machst dich schuldig vor Gott und den Menschen.“

27 Pf 331 „Lernet recht genau auf Meine Stimme in eurem Herzen aufmerken, ihr werdet sie nach und nach immer deutlicher verspüren, und es wird euch dann ein leichtes sein, zu bekennen den Willen eures Vaters!“

28 Ev3, 184,6)11) „Darum suchet ihr Alle nur im Herzen die Weisheit und die rechte Offenbarung aus Mir, so werdet ihr sie leicht begreifen und für euer ganzes Leben und für ewig behalten!“ Petrus sagt, es gelänge ihm nicht, mit dem Herzen zu denken, dann und wann fühle er Worte im Herzen, aber nicht eigentliche Gedanken, es komme ihm aber so vor, als würden diese erst im Gehirn gedacht. Jesus antwortet: “Das ist ein Anfang; übet euch darin, so werdet ihr bald dahin gelangen, im Herzen der tiefsten und freiesten Gedanken fähig sein!“

29 Ev 6, 79,8) „Gedanken, so klar wie rein ausgesprochene Worte, wirst du in deinem Herzen empfinden und sie dann leicht aussprechen im Munde. Darin liegt das Geheimnis Gottes im Menschenherzen.“

30 Vb 1,84 „Euch soll aber der Verkehr im Herzen mit mir das größte Gnadengeschenk sein; daher kommet in allem zu  Mir, und ihr werdet, je mehr Vertrauen ihr habt, desto deutlicher Meine Sprache erkennen! Klopfet an, so wird euch aufgetan, nicht das Vaterherz, das für euch immer offen steht, sondern euer eigen Herz, damit eine höhere Erkenntnis einströmen kann!“ Wir finden unsere Bürde leicht in dem Bewußtsein: „Mein Vater...gibt Mir Kraft zur Ausdauer, wenn ich will, wie Er will, Er spricht deutlich mit mir darüber, sobald ich auf Seine Stimme mehr Acht habe.“

31 Vb 1,7576 Das verschiedenartige Suchen, in der Natur, in Büchern, bei verschiedenen Gemeinschaften, „sind Vorarbeiten, Mich im eignen Herzen zu fühlen (und zu finden), weil Ich dort Meinen Sitz habe und so mit euch verkehre; es ist das höchste, was einem Kinde Gottes zu Teil wird... Leider ist auch hierin die große Gefahr der Sicherheit mit verbunden wo Manche glauben, dadurch schon am Ziele zu sein und Meinen direkten Verkehr mit ihnen als Bestätigung Meiner Zufriedenheit betrachten. O, da geschieht ein großer Irrtum! Im Gegenteil sollen dann erst die Fähigkeiten hervorgerufen werden, welche dem Menschen verliehen sind, um Mich ganz zu erfassen!“

32 Ev2,62,1)4) „Ein Gedanke ist eine rein geistige Schöpfung und kann darum nirgends entstehen denn allein im Geiste des Menschen, der im Herzen der Seele wohnt und von da aus den ganzen Menschen belebt. Wie möglich aber könnte sich je eine Schöpfung aus einer noch so subtilen Materie entwickeln, da alle Materie, somit auch das Gehirn des Menschen, nichts als purste Materie und somit nie Schöpfer, sondern nur Geschaffenes sein kann?!“ Jeder Gedanke kommt aus dem Herzen, er steigt von da erst auf in das Gehirn zur Beschauung der Seele, diese setzt die Glieder in Bewegung, und so wird der Gedanke zum Wort oder zur Tat. „Aber dass sie je ein Mensch ur im Kopfe denken könnte, wäre die platteste Unmöglichkeit.“  Menschen die mit der Liebe zu Gott erfüllt sind, fühlen förmlich die Worte im Herzen wie ausgesprochene. Bei Menschen,  bei denen solche Liebe noch nicht erweckt ist, bilden sich  die Gedanken zwar auch im Herzen, werden aber in selbem, weil es zu materiell ist, nicht wahrgenommen, sondern erst im Gehirn, wo sie mit den Bildern der Außenwelt verschmelzen und vor den Augen der Seele selbst materiell und schlecht werden. Die Jünger sprachen mit Jesus im Herzen und erhielten hier Antwort.

33 R Bl I, 81 „Um im Herzen denken zu können, muß man eine eigene Übung haben, und diese Übung besteht in der stets erneuerten Erweckung der Liebe zu Gott; durch diese Erweckung wird das Herz gestärkt und erweitert, wodurch dann des Geistes Bande lockerer werden, so daß sein Licht (ein jeder Geist ist ein Licht aus Gott) sich nach und nach stets mehr und mehr und freier und freier entwickeln kann.“ Dann werden die Urtypen rein geistiger Formen im Lebenskämmerlein der Seele beschaulich, und diese Beschauung der Seele in ihrem Herzen ist dann ein neues Denken, die Seele gelangt da zu neuen Begriffen, zu großen und klaren Vorstellungen, das Licht des Geistes erleuchtet die inneren Formen. Wer nur für die Ausbildung des Kopfverstandes gesorgt hat, dem ist es unmöglich, auch im Herzen zu denken.

34 Lbl I,227228 „Denke im Herzen und handle nach dieser Deutungsart,“ damit der Verstand nicht die Wahrheit verunheilige und das Geistige mit dem materiellen vermengt! „Erhalte das Geistige rein, so wird auch der Gedanke klar verbleiben!...Im Herzen entspringt der Gedanke, von wo aus er erst in die Gehirntäfelchen aufsteigt und aufgezeichnet wird...Wie die Gedanken, so auch das Herz! Lasset es aber fleißig von der Liebe durchwärmen, auf dass jeder unreine Gedanke zunichte wird vom Feuer der Liebe!“ Wenn dann nur Ein Gedanke und Gefühl für Gott übrig bleibt, „findet ihr das Himmelreich in eurem Herzen, ...dann leget eurem Herzen mir keine Zügel an, damit ihr mit mir Eins werden könnet!“

35 H 2, 316, 6)14) Der Dank mit dem Munde, wenn auch auf Grund des Liebebrandes im Herzen, ist eine scheinbare Genugtuung für die empfangene Wohltat. Nach solcher Dankentledigung wird Einem leichter und ruhiger im Herzen, aber es fragt sich, ob das Herz nach solcher Entledigung nicht lieberfeuerloser, kühler und somit auch für die Zukunft weniger dankbar wird. Diejenigen Kinder, die dem leiblichen Vater fast für jedes Wort danken, sind im Herzen die am wenigsten dankbaren, aber durch’s Feuer gehen die Kinder für den Vater, die bei der Gabe zwar stumm bleiben, aber denen DankFreude und Lobtränen in die Augen treten, diese behalten den ewigen Dank im Herzen. So sollen wir auch Gott danken!

36 H 2, 78,2) „So sehr auch immer du deine Zunge mit deinem Herzen in die volle Übereinstimmung zu bringen vermagst, so kannst du aber doch von Mir aus vollkommen versichert sein, dass Mir dessen ungeachtet die alleinige Sprache deines Herzens viel lieber und angenehmer ist, als wenn sie durch die Zunge natürliche Rauheit vieles verliert an ihrer lebendigen Anmut, wenn auch der Wahrheit unbeschadet.“

37 H I, 209, 21)25) Das Gebet der Liebe ist schon jedem Kinde tief ins Herz geschrieben.

38 Lbl II, 32 „Betet recht oft und viel, dass ihr euer Herzenskämmerlein recht erwärmt!“

39 Lbl I,46 „Vom Innern des Lebens muß die Flamme des Lebens erzündet werden, damit sie nach außen hin durchglühe den Menschen, so dass er mit der Zeit von der Liebe zu Mir ganz durchglüht ist und so aus seiner Liebeglut handelt und wandelt als ein Kind Gottes.“

40 Lbl II, 70 Nur die Tat hat Wert, welche aus dem Herzen kommt. „Das seelische Bedürfnis ist es was einer Handlung vor Mir ihren Wert oder Unwert verleiht.“

41 Lbl I, 116117Entzündet euer Herz in der brüderlich sehnsüchtigen Liebe zu Mir täglich, stündlich, in jedem Augenblick! Ich verlange ja nicht zu viel, wenn Ich das wünsche, denn eine Braut tut solches ja als selbstverständlich und also auch unaufgefordert, wenn sie ihren Bräutigam wahrhaft liebt.“

42 Vb I, 15 „Ich will jetzt den wahren Grund in euer Herz legen, das inseriert die Liebe, die mit allem was ihr vorkommt, zufrieden ist und auch nur Liebe darin erblickt.“

43 R Bl II, 334Lasse dein Herz vor Liebe zerbersten, dann wird dadurch dein Geist frei werden, der nun noch in deinem Herzen eingeengt ist!“

44 G S II, 50 S. 211Die Erkenntnis des Herrn ist die mächtige Triebfeder, welche die Funken im Herzen zusammenzieht und dann durch dieselben das ganze Herz in eine helle Flamme versetzt.”

45 Ev 3, 110,17)19) Jeder Sinn hat seine eigentümliche Einrichtung, „ebenso hat des Herz, das mit Gott zunächst verwandt ist, allein die Bestimmung, Gott zu suchen und auch zu finden und dann aus dem gefundenen Gott zu nehmen in neues unverwüstliches Leben; wer aber Gott mit einem andern Sinne suchet, der kann Ihn ebensowenig finden als ein Mensch, der sich die Augen fest verbindet, mit dem Ohre, der Nase und mit den Augen die Sonne finden und schauen kann. Der rechte und lebendige Sinn des Herzens aber ist die Liebe wer demnach diesen innersten Lebenssinn recht entwickelt und mit ihm Gott zu suchen beginnt, der muß Gott auch ebenso bestimmt und beschaulich finden, als ein jeder Mensch, so er nicht völlig blind ist, mit seinen Augen die Sonne sogleich schauen muß und ihre Lichtgestalt.“

46 H I, 324, 16) „Es ist jedem besser, Mich  wesentlich nicht zu schauen, als nur durch die Liebe im eigenen Herzen; denn Meine Sichtbarkeit ist euch eine Nötigung, Meine Unsichtbarkeit aber eures Lebens Freiheit; es kann aber durch die Nötigung Niemand zum ewigen Leben gelangen, sondern allein durch die Freiheit, welche da ist die reine Liebe zu Mir.“

47 Lbl II, 197198 “Meine Worte werden euer Herz vergeistigen und werden ihm sein ursprüngliches Wesen wiedergeben als eines Instrumentes, dessen berührte Saiten es in der allerhimmlischsten, allerreinsten und unendlichsten Freude erklingen lassen.“ Gott ist das reinste Instrument, dessen Saiten in der Natur ein Echo von längst vorausgeahnten Melodien erwecken, ein himmlisches Echo, welches das ganze Universum beseligt. Unser Herz soll die Schwingungen der höheren Sphären nachempfinden, dann werden wir uns über die Materie erhaben fühlen, in der himmlischen Tonwelt weilen, wo das Gefühl der reinsten Liebe die Saiten des ewigen Instrumentes mächtig anschlägt.

48 Ev 10, 69, 9) „Seid darum nüchtern, in allem Guten und Wahren eifrig und in aller Liebe und Geduld tätig, dass Mein Geist in euch erwache und erstehe und euch zeige in klarstem Lichte die innere Gotteswelt in eurer Seele Herzen! Denn in dem ist eine für die Außenmenschen unentdeckte seligkeitsvolle Unendlichkeit verborgen, und niemand außer Mir kennt den Weg dahin!“

49 Lbl III, 152 „Wo die Welt nicht zertrümmert zu euren Füßen liegt, wo nicht das Haus, das Herz des Menschen ganz gereinigt, ganz frei und leer weit offen für Mich steht, da kann Ich nimmermehr die Bitte euch erfüllen: „Dein Reich komme!“

50 Lbl III, 218 „Wer bei Mir in rechter Liebe anklopft, dem will Ich auftun, d.h. Ich will ihn einführen in das eigene Herz, was sich dann als eine Fundgrube des wahren Glücks erweisen wird. Darum bitte  auch du,...dass Ich dein Herz erleuchte!“

51 Ev 3,111,4)7) „Wer im Herzen bei Mir ist, um den bin Ich immer, und darin liegt eigentlich die Hauptsache.“

52 Lbl II, 149 „In eines jeden Menschen Herzen ist ein Lebenspunkt von kleinem Umfange, so dass derselbe von keines Menschen Auge zu erkennen ist. Doch in diesen kleinen Raum ist der Lebensgeist eingelegt, der das ganze geistige Leben in sich schließt.“ Wer Einblicke in das darin waltende Leben getan hat, wird nicht leugnen, dass die darin wirkende Kraft doch nur Gotteskraft ist. (S. „Wegweiser“ Teil 1 „Seele und Geist“, der Verfasser)

53 Vb 1, 6970) Bei Seinem jetzigen Kommen wirkt der Geist Gottes in erhöhtem Maße ein, und Er legt Seinen Kindern, die Sein Kommen herbeisehnen, die Worte in’s Herz: „Siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende, so ihr Mich nur wollt in eurem Herzen wohnen lassen! Jede Seele kann davon Zeugnis ablegen, welche Mich mit Ernst zu erfassen sucht; sie wird eine Kraft in sich fühlen, die allen äußeren Stürmen zu trotzen vermag, wie auch dem Einfluß der finsteren Mächte ihr Ohr verschließt, weil sie jeden Augenblick braucht, um mit mir zu reden, und darin nicht unterbrochen sein will.“

54 Ev 3, 209, 7) „Wie schwer Ich aber auch für so Manchen zu finden bin, so bin Ich aber als einmal gefunden noch um vieles schwerer zu verlieren. Die Mich in ihrem Herzen ergriffen haben, die werden auch von Mir ergriffen. Der aber Mich ergriffen hat, kann Mich wohl wieder auslassen, aber er wird von Mir dennoch nie wieder ausgelassen werden, denn Meine Liebe währet nicht etwa eine zeit lang, sondern ewig und der sie in sein Herz aufgenommen hat, der kann von Mir ewig nimmer los werden, denn Meine Liebe hält ihn für ewig fest im Zaume, auf dass er sich ewig nimmer ganz von Mir verirren kann.“

55  Lbl III, 234 „Laß schweigen die laute Stimme des Tages und horche den leisen Tönen Meiner Stimme! Wie in stillem Wehen der Nachtwind durch die Bäume geht, so will Mein sanftes Liebewort den Garten deiner Seele durchziehen. Horche, lausche diesen Lauten! Von Liebe, von hoher, heiliger Liebe wollen sie dir sagen, dass du durchglüht werdest von ihrem stillen reinen Feuer!...Öffne die Tür deines Herzens Tag und Nacht, dass Meine Liebe drin Wohnung nehmen kann, dann hast du alles! Himmel und Erde werden dir eine wohl vernehmbare Sprache sprechen, und Seligkeiten wirst du bergen, die eure Sprache nicht kennt. Öffne, öffne dein Herz der Liebe! Ich klopfe stündlich ja immer an, und du gehst dahin wie im Träume. Sei wachsam und erwarte Meinen Einzug! Wie habe ich dich begnadet, und du glaubst Mich in weiten Fernen, wo Ich doch stets warte, denn endlich einmal ganz, denn der Tag des Lichtes bricht an!“

56 Pr 17 „Euer Trachten soll sein, im Geiste wiedergeboren zu werden; dann werdet ihr nicht wie einst die zwei Jünger des Johannes, zu fragen brauchen: „Rabbi, wo ist Deine Herberge?“ denn dann ist Meine Herberge in eurem Herzen, dort berget ihr dann den Herrn, Der vom Anfang als Urgrund  das Wort, das Licht, die Liebe und das Leben war, und Der das Alles denen verleihen wird, die sich mit geistigem Wasser taufen lassen und dadurch Seine Kinder werden wollen.“

 

 

 

Vollendung

und Wiedergeburt

 

V o l l e n d u n g

(Aus den NeuSalemsSchriften)

 

 

1 Ev 10, 69,5) In der Seele liegt eine Gott ähnliche schöpferische Kraft, „die durch das treue Handeln nach Meiner Lehre ihre höchste Ausbildung und Vollendung erreichen kann.“

2 Lbl I, 251 Die Krankheit der Menschheit ist der Mangel an innerem Wissen und Erweckung der inneren Fähigkeiten. Alle äußeren Kenntnisse sind Nebensache, das Innere muß wach und lebendig erhalten werden durch die Liebe. (Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst, und handele darnach! Dies führt zur Seligkeit. S. „Liebe. Der Verfasser)

3 Ev 4,228, 7)9) „Mir ist Ein aus euch Wiedergeborener lieber als 99 solche vollkommenen Seelen (wie die zu Jesu gekommenen Mohren es waren, der Verfasser), die noch nie einer Buße bedurft haben. Meine rechten Kinder müssen aus ihrer Schwäche stark werden.“

4 Lbl II, 62 Die Wiedergeburt ist nicht etwas, das nur wenige besonders Begnadigte erlangen können, Sondern Jeder kann sie erreichen, Fürst oder Bettler. „Nicht eine besondere geistige Kraft gehört dazu, sondern nur die Kraft, die Jeder besitzt als Erbteil von Mir, und womit Ich Jeden ausstatte, der als Mensch sein Probeleben durchmachen darf. Diese Kraft ist die Liebekraft.“ Diese kann Jeder üben, Niemand kann ihn daran hindern; mit der Übung wächst die Kraft.

5 Ev 6,95,4) „Vor allem müsset ihr das tun, was die Lehre verlangt. Denn erst dadurch könnt ihr zur Vollendung des Lebens gelangen und in solcher dann auch tun, was Ich nun tue, und so ihr ganz vollkommen werdet, auch noch größeres und mehreres.“

6 Ev 1, 226,6)7) Auf die Frage, wann man wiedergeboren wird, antwortet Jesus: „Durch die Befolgung Meiner Lehre, und durch solche Lebensübung wirst du am Ende aus und in dir selbst zu solchem Lichte gelangen. Das begreift man durch keine Lehre und durch keinen Unterricht von außen her, sondern es muß in sich selbst gewonnen werden auf dem Wege, der euch nun für alle Zeiten der Zeiten von Mir angezeigt wird.“

7 N 4, 26 „Denket nicht, dass man nur durch vieles Lesen und studieren den göttlichen Geist in sich erweckt; denn dadurch tötet man eher denselben und trägt ihn als Leichnam zu Grabe. Seid aber dafür tätig nach der Grundregel des Lebens, so wird euer Geist lebendig und wird in sich alles finden, was ihr sonst durch das Lesen von tausend Büchern sicher nicht gefunden hättet! Wenn aber der Geist lebendig ist, so möget ihr auch lesen, und ihr werdet durch das Lesen oder durch das Anhören Meines Wortes Früchte sammeln, welche einen lebendigen Kern oder Grund haben...Der lebendige Kern aber ist das innere lebendige geistige Verständnis... Seid nicht eitle Hörer, sondern Täter des Wortes!

8 Lbl II, 176 „Meine heilige Kraft durchströme euch auch heute, damit euer Geist durchdrungen werde von Meinem Geiste und vollends erwache in Mir!“ (S. auch „Wegweiser“ Teil 1 „Seele und Geist“, der Verfasser)

9 Lbl 1, 192 „wisset ihr doch, dass ihr Alle dazu bestimmt seid, die Wiedergeburt im Fleische schon zu erlangen, gleichwie auch Meine ersten Jünger! Aber ihr wisset auch, dass es ohne euer Zutun nicht geht.“ Um den irdischen Besitz ringen wir täglich, „aber zur Erlangung eines unaussprechlich wertvolleren Besitzes wollet ihr euch nicht täglich ringen, sondern ihr wähnet, es sollte euch derselbe so nebenbei hinzugeben werden.“ Wir müssen darnach mit allem Ernst und Eifer ringen.

10 Vb 3,78  „Der Mensch muß tätig sein zu seiner geistigen Wiedergeburt, aber in seinem äußeren Leben wird nicht Besonderes davon zu bemerken sein, dass er ein Begnadigter von Mit ist, sondern alles wird seinen menschlichen Gang fortgehen, nur mit dem Unterschiede, dass er von innen aus regiert wird.“

11 Ev 7,69,4)5) Der Geist bewirkt den Bau und die Erhaltung des Leibes, ohne dass die Seele dies merkt. Er arbeitet auch unablässig dahin, die Seele ehest möglichst reif und völlig frei zu machen, er darf ihr aber dabei nicht dem geringsten Zwang antun. Darum ward der Seele ein eigener Wille und ein eigener Verstand gegeben, sich der Weltlichkeit zu entäußern und die geistigen Wege zu betreten. „In dem Maße aber die Seele die stets reineren geistigen Wege begeht, in demselben Maße einet sich dann auch ihr innerer reiner und jenseitiger Geist mit ihr, und hat sie sich durch ihren stets in sich lauterer gewordenen Verstand und durch ihren dadurch auch stets freier gewordenen Willen aller Willen vollends entäußert, so ist sie ihrem Geiste gleich und eins mit ihm geworden, welche Einswerdung wir die geistige Wiedergeburt nennen wollen.“

 

 

12 H Dw 30 „Erhaben über alles eitle Getriebe der Welt zu sein, ohne sich aus derselben zu verbannen, stets seinen Gott im Auge zu haben, alles, was man tut, nur auf Ihn zurückzuführen, die Unbilden Anderer in den Sand zu schreiben und ausrufen zu können mit unbegrenzter Liebe in der von Wonne geschwellten Brust: „Herr verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“, dieses ist der erhöhte Standpunkt, den du erstreben sollst, von wo aus dann die Stufen beginnen des Wiedergeborenwerdens. Denn, dann hast du die Materie besiegt, sie dir untertänig gemacht und kannst dann mit Wort, Blick und Hand Taten verrichten, wie einst Ich während Meines Lebenswandels, und wie Ich auch diese Kraft Meinen Aposteln zurückgelassen habe!“

13 Wsp 122 „Wiedergeboren werden im Geiste heißt: alle von Jugend auf eingelernten, nicht mit Meiner Lehre übereinstimmenden Wünsche, Hoffnungen, Ansichten und Ideen abzustreifen und nur Meine beiden Liebegesetze zu befolgen. Zwei Gesetze sind es ja nur, und diese langen aus für die Ewigkeit nicht allein für euer kurzes Erdenleben. Bei Mir ist der Zweck, mit jedem erlangten geistigen Schritte vorwärts auch die praktische Übung zu verbinden, in Theorie und Praxis soll euer Lebenswandel bezeugen, dass ihr Meine Worte nicht allein gelesen, sondern selbe auch wirklich ausübt.“

14 Ev 3, 27,6)10) „Man muß das Leben völlig verloren haben, das heißt dieses Erdenleben, dann erst erkennt man das Leben.“ Wie die im Wasser ruhenden Dampfgeister erst wach werden am Feuer, so im Leben des Menschen. „Wird aber dein Lebenswassertopf zum wahren Feuer der Liebe, der größten Demütigung und aller Leiden und Schmerzen gesetzt, da fängt es dann im Topfe bald gewaltig an zu sieden, und es werden dadurch gar eh’st die frei gewordenen Lebenstopfgeister sich selbst, ihren früheren kalten trägen Zustand, die sinnlicher Seele nämlich und den gebrechlichen Topf erkennen, und das noch im Topf heiß perlende Lebenswasser wird mit tausend hellen Äugleins über sich die aufsteigenden Lebensgeister erschauen und erkennen, dass es nicht nur ein fauler Träger desselben war, sondern dass es mit ihnen völlig eines und dasselbe ist. Aber den Topf verstehe , Freund, den Topf werden die aufsteigenden freien Lebensgeister nicht als Eins mit Ihnen erkennen, sondern als ein lebendig notendigstes äußerstes Gefäß, das hernach in Scherben zerbrochen und auf die Straße geworfen wird!“

15 Wsp 217 Die Meisten hören „vom Kreuze recht gern erhaben und würdevoll reden, aber auf ihre Schultern darf es nicht kommen, ...solange aber Jemand das Kreuz nicht mit großer Freude aufnimmt, solange ist auch von einer  völligen Wiedergeburt des Geistes weder hier noch jenseits die Rede.“  (Siehe auch „Prüfung“, der Verfasser)

16 Lbl III, 149 „Wenn dein Leben auf Erden auch noch so Schweres zu tragen bieten sollte, so vergiß nie und nimmer Meine Liebe, die Ich zu dir habe, und erhoffe die Zeit, wo du im Geiste mit Mir Eins wirst. Zu dieser Zeit wird dir aber auch mit einem Moment klar, warum alles so hat kommen müssen.“

17 N4, 98 „Der Verstand, die Vernunft, allerlei Wissenschaft und Erkenntnis, dieses Angehör der Weisheit, muß aber zugleich in einem jeden Menschen diejenige Demütigung, gleichsam die Kreuzigung, durchmachen, muß dann wie getötet in ein neues Grab im Herzen gelegt werden, von da wieder auferstehen und sich dann dem Vater gänzlich hingeben, um Eins zu werden mit dem Vater. Ist solches geschehen, dann erst wird die Verheißung des Vaters, welche ist das ewige Leben, in des Menschen Leben offenbar werden. Das ist der Akt der Wiedergeburt.“

18 Ev 8,57, 8)12) Ohne die gänzliche Demütigung und Erniedrigung kann ein höherer Geist sich nicht mit dem Fleische zur Lebensprobe umkleiden, noch wieder in das freieste Leben zurückkehren. Das bejahende Herzenskämmerlein ist das unansehnlichste Teilchen im Leibe, das von den Weltmenschen überhaupt nicht erkannt wird. Und doch muß Jeder, der sich und Gott erkennen will, in dieses auf dem Wege der äußersten Demut und Fügsamkeit eingehen und dann das aus ihm empfangene Leben geistig wieder zurückgeben. Wenn der Mensch das tut, erweitert er das Lebenskämmerlein und erleuchtet es. Dann wird das ganze Herz und von diesem der ganze Mensch erleuchtet, er erkennt sich selbst und Gott und kann erschauen, wie das Leben aus Gott in dieses Kämmerlein einfließt, sich da sammelt und zu einem freien selbstständigen Leben ausbildet. Die Seele eint sich dann mit dem Geiste, und das ist die Wiedergeburt.

19 Vb 6,22 Die aus Liebe und Dank gegen den Vater sich die Liebe zur Aufgabe machen, werden von den Verfolgern geschmäht, die ihren Einfluß bei den Menschen abzuschneiden suchen, um sich geltend zu machen. „diese Handlungsweise betrifft dann Mich selbst... Darum gab Ich Meinen wahren Nachfolgern die Verheißung der Seligkeit und werde solche treulich an ihnen erfüllen; nicht nur im Himmel, sondern auch schon auf Erden soll der Vorgeschmack des Himmels ihnen zu Teil werden, aber in einer Weise, wobei Neid und Raub nicht mehr vermögen, sie in ihrer Freude zu stören.“

20  Ev 8, 150, 6)10) „Im Geiste des Menschen liegen alle und sage endlos viele Wahrheiten verborgen. Suchet nur, dass ihr auf den euch schon bekannten Wegen suchet vor allem euer Lebensgefäß nach Meiner Lehre zu bilden und zu stärken, fühlet mit dem Armen seine Not und lindert sie nach euren Kräften und eurem Vermögen, tröstet die Traurigen, bekleidet die Nackten, speiset die Hungrigen, tränket die Durstigen, helfet wo ihr könnt, den Kranken, erlöset die Gefangenen, und den Armen im Geiste predigt Mein Evangelium! Das wird bis in die Himmel erhöhen euer Gefühl, euer Gemüt, bald und leicht Eins werden mit ihrem Geiste aus Gott und dadurch auch teilhaftig aller Seiner Weisheit und Macht... Geist, der allein lebendige im Menschen, ist pur Liebe und ihr zartes und ewig wohlwollendes Gefühl. Wer demnach solche seine Liebe und deren zartestes und ewig wohl vollendetstes Gefühl in die eigenliebige Seele stets mehr und mehr aufzunehmen bemüht ist und im selben auch stets stärker, kräftiger, mutiger und gefügiger wird, der fördert dadurch die volle Einung des Geistes mit der Seele.“

21  Ev 1, 224, 7) – 13) „Nichts ist dem Menschen heilsamer als eine zeitweilige innere Selbstbeschauung...Ruhet und denket im stillen lebendig über euer Tun und Lassen und den euch wohlbekannten Willen Gottes nach, und ihr demselben nachgekommen seid zu verschiedenen Zeiten eures Lebens, so habt ihr euch innerlich selbst beschaut und dadurch allerlei äußerer nichtssagende Gaukeleien den Menschen an seiner inneren Selbstbeschauung zu verhindern,“ weil der Mensch beim Selbstbeschauen die Fallen Satans erblickt.

22 Ev 8, 152, 15) Zur Gewinnung der Lebensmeisterschaft muß der Mensch anfangs selbstständig auftreten und gegen die ihn bestürmenden Leidenschaften mit den ihm verliehenen Waffen zu kämpfen beginnen. Tut er das, so wird ihm nach dem Maße seiner Siege über sie auch die Hilfe von Mir aus für weitere und ernstere Kämpfe und Siege verliehen werden, und er wird also am Ende trotz aller Stürme, sie ihm von allen Seiten in den Weg treten, das Ziel des Lebens erreichen.“

23 P NG 35,6 „Mäßige deine Wünsche, ganz geistig nur Mir anzugehören und das Weltliche gar nicht zu beachten! Solange du einen irdischen Körper trägst, mußt du irdisch handeln, kannst aber dabei geistig fühlen, kannst jeder Handlung, den Stempel der Göttlichkeit aufdrücken. Aber ganz Geist, ganz mit Mir vereint zu leben, ist nicht möglich; schneide dir die Wege zum Wohltun nicht selbst ab! Ehre und genieße, was Ich dir an irdischen Gütern in den Schoß schütte, wende mit Weisheit an, was Ich dir mit Liebe gebe, und du erfüllst so deinen Zweck ebenso gut, wie Ich am Kreuze trotz aller zuwider laufenden Umstände, symbolisch ausgedrückt durch das Holz, auf welchem Ich Meine irdische Laufbahn vollendete, und dabei Ich doch Sieger geblieben. ... Strebe auch du danach, deine Mission glücklich zu enden, wie Ich die Meinige, und wie Ich Meine Mission mit Meiner Aufehrstehung krönte, so hoffe auch du auf deine geistige „Wiedergeburt in Meinem Reiche!“

24 Lbl III, 164165 „Das Höchste, was ein Mensch erreichen kann in diesem Leben, das ist die vollständige Einswerdung des Geistes mit der Seele, was so viel ist als eine völlige Neugestaltung der Seele, ein Ablegen des alten Kleides, ein völliges Umwandeln des alten Menschen, der ein neuer Mensch werden muß, ehe das wahre Licht ihm aufgehen und ihm ewiges scheinen kann.“ Dies kann der Mensch aber aus eigener Kraft nie erreichen, sondern dazu bietet der Vater rettend die Hand in den Gaben des Heiligen Geistes.

25 Lbl I,55 „Erwecket darum die Liebe in gerechtem Maße in euch, und ihr werdet leben, indem ihr, durch beständigem Verkehr mit mir verbunden, Mich als euren liebenden Vater alle Zeit lebendig bei euch fühlen werdet.“

26 Ev 6,87, 12)13) Wenn der Mensch in solchen Betrachtungen und Innewerdungen wächst und zunimmt, da nimmt er offenbar auch in der Liebe zu Gott zu und nähert sich Demselben mehr und mehr; je größer und gediegener aber solche Annäherungen eines Menschen zu Gott hin werden, desto mehr des Geistes Gottes sammelt sich auch in seinem Herzen, in welchem dadurch der eigene Geist genährt und stets mehr und mehr erweckt wird zur wahren Erkenntnis des eigenen inneren Lebens und seiner Kraft, im Vereine mit der Kraft des göttlichen Geistes in ihm. Hat ein Mensch es einmal dahin gebracht, so ist er schon in der Lebensmeisterschaft, und es geht ihm da nur noch die völlige Einung mit dem göttlichen Liebe und Willensgeiste ab. Bewerkstelligt er auch das, dann ist er ein ganz vollkommener Lebensmeister und kann alles das bewirken, was Ich nun bewirke und auch Größeres noch.“

27 Ev 6, 88, 5) „Wer nun versteht, recht viel des Lichtes aus der Gnadensonne der Himmel im Herzen seiner Seele aufzufangen, aufzunehmen und dann zu behalten durch die Macht der Liebe zu Gott, der bildet in sich selbst eine Gnadensonne, die der Urgnadensonne in allem völlig ähnlich ist, und die volle Innehabung einer solchen Gnadensonne ist dann eben soviel als die Innehabung der allein wahren Lebensmeisterschaft.“

28 Pr 72 „Trachtet auch ihr darnach, dass ihr...zu Jenen, gezählt werden könnet, die, alles Weltliche hinaussetzend, nur Mich und Meine Lehre zum Hauptzweck ihres Lebens und Strebens gemacht haben! Dann werdet ihr in Momenten höchster Wonne, wo eure geistige Sehe geöffnet wird, Den in Person verklärt sehen können, Der euch schon so lange mit Seinem Gnadengaben überhäuft und euch zu Seinen Kindern machen möchte.“

29 Ev 5, 123,8)9) Je mehr die Seele die Lebensgeheimnisse durchschaut, umso mehr schöpft sie Mut, Gott noch viel inniger zu lieben. Sie ist für Verfolgung der zwei Liebegebote eingerichtet. Mit dem Ausscheiden alles Fremdartigen wird sie stets heller und wärmer, es fließt die göttliche Kraft immer mehr in sie ein bis zur wahren Gotteskindschaft.

30 L 7071 „Je mehr du dann Meister der Welt und deines Ichs wirst, desto mehr wirst du ach die geistige Verbindung begreifen, die schon längst besteht zwischen den Menschen und der Tierwelt, ja, einem geistig gebildeten Auge sind selbst Pflanzen und Steine nicht sprachlos. Alles zeugt von Meiner Macht, Meiner Liebe und Meiner Güte. Diese Hieroglyphen kann nur der Geistmensch und nicht der Weltmensch lesen. Trachte das zu werden, und du wirst Wunder über Wunder vernehmen!“

31 Ev5, 267,3) Je geistiger gebildet die Menschen sind, desto geordneter, kunstvoller werden auch ihre Werke und Produkte sein, weil bei ihnen ihre Seele schon in einem näheren Verbande mit ihrem Geiste steht und umso höher in der Ordnung alles Erkennens und Bewußtseins emporsteigt und stets mehr Entsprechung findet zwischen Materie und Geist und sich deshalb die Materie am meisten dienstbar machen kann. Am meisten aber wird das erst jenseits bei vollendeten, in ihrem Geiste wiedergeborenen Seelen der Fall sein, denen dort nichts mehr unmöglich sein wird.

32 Ev 4, 59,6) Der im Tiefschlaf befindliche Zorel sieht in seiner Seele noch einen innersten Lichtmenschen aufkeimen, dessen Leib die Seele ist. Dieser hatte bis dahin noch keine Stärkung erhalten, jetzt wurde er durch das Wort Jesu belebt, und da fing er an, zu wachsen, bis er seine ganze Seele, sein Kleid, erfüllt hatte mit seinem rein geistigen Wesen.

33 Ev 4,76,5)7) „Das innere, geistige Denken können wir nur von einem Geiste, und zwar vom alles durchdringenden Geiste Gottes in uns selbst lernen, da nur der Seele innerste Sehe, dessen Licht alles durchdringt, weil es ein innerstes und reinstes Licht ist. „Wenn dein Geist in dir wach wird, so wirst du seine Stimme wie leichte Gedanken in deinem Herzen vernehmen. Die mußt du wohl anhören und dich darnach in deiner ganzen Lebenssphäre richten, so wirst du dadurch deinem eignen Geiste einen stets größeren Wirkungskreis verschaffen. Also wird der Geist wachsen in dir bis zur männlichen Größe und wird durchdringen deine ganze Seele und mit ihr dein ganzes materielles Wesen.“

34 Ev7,77,2)9) Agrikola sagt, er habe sich bei der Bekehrung durch Jesus stets heimisch gefühlt, bei dem Gespräch mit Raphael habe er sich aber ordentlich sich selbst entfremdet gefühlt; was bedeutet das? Jesus antwortet ihm: „Solange du dir selbst nicht gewisserart fremd wirst, bist du dem Reiche Gottes eben noch nicht gar zu besonders nahe; aber wenn du dir einmal selbst so etwas fremd vorzukommen anfängst, so ist das ein Zeichen, daß dein Geist in dir ein wenig aufgerüttelt worden ist und ein wenig in deiner Seele einen Schritt vorwärts getan hat. Und weil du das in deinem Leben gewissermaßen das erstemal verspürst, so ist das eben ein Zeichen, daß sich dein Geist in dir so ein wenig mehr zu regen angefangen hat. Und das kannst du immer für ein ganz gutes Zeichen halten. Es wird dir das noch mehrere Male, und das stets in einem entschiedeneren Grade, widerfahren. Wenn du aber solch eine Erfahrung machst, da sei darob nur sehr froh und heiter; denn darin liegt eben ein Hauptzeichen, daß sich dein innerer Geist gar stark mit deiner Seele zu einen angefangen hat! Denn solange du in deinem alltäglichen und heimatduftenden Gefühle dich befindest, so lange bist du noch dieser Welt angehörig und hast keine Fähigkeit in dir, dich dem Reiche Gottes wahrhaft nähern zu können; denn wenn der reine Geist einmal im Menschen erwacht und mit seinem Leben und Lichte den ganzen Menschen zu durchdringen beginnt, so beginnt im Menschen auch ein ganz anderes und  sage  ein ganz neues Leben, das er früher nicht geahnt hatte;... nun, da kann es einem lange an alle Welt gewohnten Menschen eben nicht sehr heimatlich zumute werden: wenn er sich aber mit der Zeit in seiner neuen, inneren und allein wahren Lebenswelt mehr und mehr wird heimlich (heimatlich, heimisch) zu fühlen anfangen, so wird ihm dann die Außenwelt in gleicher Weise stets unheimlicher zu werden anfangen. „

35 Ev 3, 53,9)18) Durch die möglichst genaue Beobachtung der Lehre:“ „Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!“ „wird der im Menschen anfänglich sehr gefesselte Geist freier und freier, wächst und durchdringt endlich den ganzen Menschen und zieht sogestaltig alles in sein Leben, das ein Leben Gottes ist und daher ewig dauern muß, und zwar in der möglich höchsten Seligkeit! Ein jeder Mensch aber, der also gewisserart in seinem Geiste wiedergeboren wird, wird nimmer einen Tod sehen, noch fühlen oder schmecken, und die Loswerdung von seinem Fleische wird ihm die höchste Wonne sein, wie dem Gefangenen , der aus dem Kerker kommt. Was ein solcher vollendeter Geist im Menschen dann will, das geschieht und muß geschehen, weil es außer der Lebenskraft des Geistes in der in der ganzen Unendlichkeit Gottes keine andere Kraft und Macht geben kann, denn das wahre Leben ist allein Herr und Schöpfer, Erhalter; Gesetzgeber und Lenker aller Kreatur, und es muß darum alles der Macht des ewig allein lebenden Geistes sich fügen.“

36 Ev 7,103,3)6) Raphael sagt: „Es ist in mir aber nur ein Fünklein des Geistes Gottes; aber dieses steht im Verbande mit dem ewig unendlichen Geiste Gottes. Und was der ewig unendliche Geist Gottes will, das will mit Ihm auch das engverbundene Fünklein in mir, dessen ich allzeit inne werde, und das nichts anderes wollen kann, als was Gott will, und so geschieht das auch im Augenblick, was in mir Gottes Geist will. In euch liegt zwar auch derselbe Funke verborgen, aber noch so wie in einem Samenkorne der lebendige Keim. Solange aber das Samenkorn nicht ins Erdreich kommt, bleibt es wie tot; erst wenn im Erdreich alles Äußere und Materielle hinwegfällt und nur sein SeelischSubstantielles sich mit dem lebendigen Keimgeiste eint, dann auch fängt solcher Geist an, tätig zu werden, und wirkt Wunder, die ihr schon zahllose Male gesehen habt. Also aber muß auch der materielle Mensch durch seinen freien Seelenwillen alle materiellen Bestrebungen in sich gleichsam töten und vernichten. Er muß an nichts Weltlichem mehr mit einer gewissen Liebe hängen. Sein Streben muß sein: Gott stets mehr zu erkennen, zu lieben und den ihm geoffenbarten Willen Gottes in allem zu erfüllen, und sollte daß der Seele und ihrem Leibe noch so große Opfer kosten. Dadurch wird dann der göttliche Geist im Menschen tätig, erfüllt bald den ganzen Menschen, macht ihn Gott ähnlich und gibt ihm alle Kraft und Macht und das ewige, unverwüstbare Leben.

37 Ev2, 41, 4)5) Wer die wahre lebendige Liebe zu Gott in sich erweckt „der erweckt seinen von Mir ihm gegeben Geist, und da dieser Geist Ich Selbst bin und sein muß, weil es außer Mir ewig keinen andern Lebensgeist gibt, so erweckt er dadurch eben Mich Selbst in ihm, ist dadurch in’s ewige Leben vollauf eingeboren und kann hinfort ewig nimmer sterben und ewig nimmer vernichtet werden, auch durch Meine Allmacht nicht, weil er mit mir Eins ist.“

38 Ev 5,76, 13)15) Der Gott Liebende und Seine Gebote Haltende wird stets einiger mit dem Erkennen und Wollen Gottes; er wird immer weiser und in gleichem Maße auch mächtiger im Wollen; er wird die wirkenden Lebenskräfte nicht nur fühlen, sondern auch schauen und durch die Inhabung des freiesten Willens Gottes sie auch bestimmen können, so oder so tätig zu werden, denn alle Kräfte der Unendlichkeit strömen von Gott aus, sind Ausstrahlungen Seines willens, die tätig werden, wenn der Mensch seine winzige Willensfreiheit mit der endlos großen göttlichen vereinigt.

39 Ev 5, 82, 6)83,9)  „Je mehr des erkannten reingöttlichen Willens du in dein Herz als unablässige Richtschnur deines Lebens  in dein Herz, wohlverstanden!  aufgenommen hast, desto wunderbar mächtiger werden die Wirkungen deines Willens aus Gott sein“ Aber es muß eine Fertigkeit in der Anwendung dieser erworben werden. Diese erlangt man allein durch die Macht der reinen Liebe zu Gott und zum Nächsten, die in der Seele den lebendigen Glauben und ein unerschütterliches Vertrauen schafft, ohne das man nichts vermag. So mißlingt z.B. die Heilung eines Blinden beim geringsten Zweifel. „Wenn du dich aber in die Liebe zu Gott allermächtigst erregest, so wird dieses höchste Liebe und Lebensfeuer nicht nur seine Seele selbst allermächtigst beleben, sondern er wird geistig weit über deine FormSphäre hinausdringen mit einer unwiderstehlichen Allgewalt und wird dort ganz konzentriert wirken, wo dein Gotteswille, natürlich mit aller Weisheit und Klugheit, etwas ergriffen hat. Wird da dann der Blinde von deinem Gotteswillen ergriffen und sogleich in den Brennpunkt der allermächtigsten Liebe Gottes, deren deine Seele voll ist, gestellt, so muß er ja auch augenblicklich als vollkommen sehend dastehen, denn im höchsten Liebe und Lebenslichte und Feuer aus Gott muß jeder Tod weichen, auch der eines lichtabgestorbenen Auges, das natürlich ohne Licht so gut tot ist als der ganze Leib ohne Odem und Pulsschlag. Dadurch ist dann auch die Erweckung eines Verstorbenen augenblicklich ermöglicht; denn wenn der dein Herz erfüllende göttliche Wille und dessen Weisheit einer Wiedererweckung irgendeines Verstorbenen nicht entgegen sind, so brauchst du den Toten nur unter den Brennpunkt deiner Liebe zu Gott dem Herrn zu stellen, und er lebt vollkommen wieder. Das aber braucht für euch Menschen eine starke Mühe und ausharrliche Übung, denn man muß das Herz wohl im höchsten Grade also beugsam machen, auf dass es sich in jedem Augenblicke in’s höchste Vollmaß der Liebe zu Gott stürzen kann...Gott über alles aus allen Lebenskräften lieben aber ist eben nicht so leicht, als du es dir vorstellst.“ Dazu gehört ein vollkommen reiner Lebenswandel nach den Mosaischen Gesetzen und allereifrigste Selbstverleugnung.

40 Ev 5, 160,1)8) Mancher müht sich 20 Jahre ab und kommt nicht zur Vollendung. „Ja, warum konnte denn dieser recht ehrlich strebende Mensch nicht zur Wiedergeburt des Geistes gelangen? Eben darum, weil es alles Gute nur darum tat, um sie zu erreichen. Wer Gott und den Nächsten eines anderen Motives wegen, als Gott um Gottes und den Nächsten  um des Nächsten willen rein liebt, der kommt nicht zur völligen Wiedergeburt, weil diese ein unmittelbarster Verband zwischen Gott und dem Menschen ist. Durch solche Motive setzt der Mensch eine, wenn auch noch so dünne, aber dennoch das geistige Licht nicht durchlassende Scheidewand zwischen sich und Gott und kann darum nicht völlig Eins werden mit dem Geiste Gotte.“

41 Ev 3, 240,2)243,9) Wenn mancher Mitarbeiter sagt: Die Lehre ist ergreifend, aber die Verheißung geht immer noch nicht in Erfüllung, der Herr sollte uns doch nicht im Stich lassen, so fraget ihn, ob er die Bedingungen auch genau erfüllt habe. Das wirksamste Mittel zur Erreichung der Kindschaft Gottes ist die Liebe zu Gott und zum Nächsten; ihr zur Seite steht die wahre Demut, Sanftmut und Geduld. Der Mensch prüfe sich, ob er dem armen Bruder freundlichsten Herzens in wahrer Bruder und Nächstenliebe etwas verabreicht und stets den Wunsch hat, seine Brüder und Schwestern so glücklich wie möglich zu machen in aller Freundlichkeit, durch Rat, Wort und Tat! Mit dem bloßen Wissen und dem Glauben ist es noch nicht getan, überlassen ist uns das bilden des Herzens, das Erwecken des rechten Gefühls, das alles belebt, ordnet und Ruh und Seligkeit gibt. Die Tat muß nicht dem Verstande, sondern aus dem Herzen entspringen, und das Gute nur des guten Willen, nicht aber nur der Vorteil kündenden Verheißung wegen getan werden. Alles muß der Mensch sich zum Herzen nehmen; in diesem weilt das Leben. Was er in’s Herz legt, wird aufgehen und die verheißenen Früchte tragen. Wem wir das antworten, der wird zu trachten anfangen, in seinem Herzen tätig zu werden.

42 Ev 7, 223,9)19) Wer einmal ernstlich den Weg zum Reiche Gottes und zum Leben des  Geistes betreten hat, „dem wird auch ohne sein Wissen von Gott aus geholfen, dass er weiter und endlich sicher auch an’s ziel kommt. Gott wird die Einung der Seele mit dem Geiste aus Ihm freilich wohl nicht mit seiner Allmacht erzwingen, aber Er wird des Menschen Herz stets mehr erleuchten und es erfüllen mit wahrer Weisheit aus dem Himmeln, und der Mensch wird dadurch geistig wachsen, kräftiger werden und alle Hindernisse, die sich ihm noch irgend in den Weg stellen könnten zu seiner größeren Prüfung, stets leichter und zuversichtlicher überwinden.“ Er erreicht dies durch das Wachsen der Liebe zu Gott und zum Nächsten.

43 Ev 8, 151,6)7) „Wo seine Liebe zwischen den Reizen der Welt und mir hin und her schwankt und nicht zu einer halben Stärke auf Meiner Seite gelangt, ja, da kann Ich solch einer Windfahne von einem Menschen noch nicht unter die Arme greifen und ihm eine volle Festigkeit geben. Denn den guten Anfang muß der Mensch selbst infolge des ihm zu dem Lebensbehufe verliehenen freien Willens machen. Die volle Vollendung ist dann erst Meine Sache.“

44 Lbl 1,37 „Alle werdet ihr die Umhüllung der Seele ablegen müssen, so ihr reif seid. Bittet, dass ihr recht lange darin belassen werdet, aber nicht des Wohllebens auf Erden wegen, sondern damit ihr die Seele zur rechten Reife bringen könnet!

45 Vb 9,23 Wer sein eigenes Examen gut macht, der trägt sehr viel dazu bei, dass das gemeinschaftliche auch gut ausfällt, weil die Gemeinschaft mit ihren Gliedern einer Maschine gleicht, wo die Räder und alle Teilchen wohl in einander greifen, da nur so, etwas Ersprießliches dadurch geleistet werden kann, wenn alles gut funktioniert.“

46 Lbl III, 176 „Sehet, das ist Mein Verlangen, euch immer mehr zu besitzen, euch stets mehr Mein Eigen nennen zu können, und ist das auch euer Verlangen und höchstes Streben, mit mir eins zu werden, da kann die völlige Verschmelzung, die Einswerdung im Geiste, nicht lange unterm Wege verbleiben, denn wo der Wille Gottes auch der Menschen Wille ist, wo Gott und Mensch nach Einem Ziele streben, da kann’s nur eine selige Vollendung geben.

47 Sp 8384 In Johannes 3,30 heißt es: „Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.“ Beim Lesen des Wortes sind Seele und Geist nach außen gerichtet. Es folgt die Aufnahme des Wortes in das innere Gefühlleben. Hat es dort Wurzel gefaßt, so fängt es an zu wachsen und wird größer und größer, und der neue Gefühlsmensch bekommt keine ruhe, als bis er das eigentliche große und heilige „Er“ in sich gefunden hat. Hat er Es gefunden, so wird er vollends in dieses „Er“ übergehen wollen.

 

Epi, danke für das wunderschöne Foto! :-)

 

Wiedergeburt

(Aus den NeuSalemsSchriften)

 

1 Ev 11, 120122 Schon vor Jesus kamen Gerechte durch Sichversenken in das Innere das Geistes zur Wiedergeburt. Die Gottheit konnten sie aber nicht schauen, und ihr Einbringen in die höchste Vollendung erschien ihnen als ein Aufgeben in die Unendlichkeit, in der das Wesen der Gotteskraft wohl geistig empfunden werden, nicht aber der Seele anschaulich in einer Person dargestellt werden konnte. Jesus sagt, erst nach Seinem Tode würden diese vor Ihm gestorbenen Gerechten auch im Stande sein, durch Erschauung der nun persönlichen Gottheit in ewiger Gemeinschaft mit Dieser zu leben, in der Stadt, da Gott mit Seinen Kindern zusammen wohnen werde. Jesus sagt dann: Alle, welche die früheren Wege wandeln wollten, könnten sehr wohl zur Wiedergeburt der Seele gelangen, aber nicht zur Gemeinschaft mit Ihm. Letztere sei nur  möglich durch den Glauben an Ihn. „Ich bin die Pforte, eine andere gibt es nicht, und wer die Wege zum Himmel betreten will, ohne Mich kennen zu wollen, der kann wohl einen hohen Grad Vollkommenheit erreichen, nie aber in klare anschauliche Gemeinschaft mit Gott selbst gelangen.“

2 Ev 4, 225,3)4) Die lebensvollendeten Mohren erkannten bei Jesu nur Dessen Seele, ihre Weisheit und Kraft, nicht aber Seinen Geist, weil einen Geist Gottes nur ein Geist aus Gott erkennen kann. Jesus legte nun einen Geistfunken in ihre Seele, da wußten sie, mit Wem sie es zu tun hatten. Jesus sagt zu den Seinen, sie würden, zwar nicht durch ihr Verdienst, aber durch Seine Liebe, Gnade und Erbarmung, Geistesgeborene werden, und dann würden sie, nicht aus der Kraft der Vollkommenheit ihrer Seelen, sondern aus der Kraft des Gottesgeistes Größeres vollbringen als diese Mohren.

3 Ev 3, 171,2)7) Jesus sagt zu den Jüngern: Die Wiedergeburt des Geistes werde erst nach Seiner Auffahrt, und nachdem Er dann Seinen Geist über die Seinen ausgeschüttet haben werde, möglich sein. „Bis dahin aber kann Niemand im Geiste völlig neugeboren werden, wie, von Adam angefangen, auch Niemand, selbst Moses und all den Andern nun verkündeten Akt werden von Adam an Alle an der Wiedergeburt des Geistes teilnehmen, die in der Welt geboren wurden und in ihrem Leibesleben wenigstens eines guten Willens waren, wenn schon nicht immer tätig darnach.“

4 Pr 129 Die Ausgießung des heiligen Geistes machte die Jünger zu Wiedergeborenen, „denn dadurch vollzog sich in ihnen die klare Scheidung des Geistigen vom Weltlichen, das Verstandesleben hörte auf zu regieren, und das Geistes oder Herzensleben begann.

5 Ev 4, 263,3)10) Aus der tatsächlichen Verfolgung des Wortes Gottes kommen wir zur Wiedergeburt des Geistes in seine Seele. „Wer das erreicht hat, der hat dann auf einmal mehr der wundervollen Fähigkeiten in sich, als alle alten Väter bei aller ihrer Seelenvollkommenheit je besaßen.“ Diese verrichteten Wunder, aber sie verstanden sie nicht. Richtig anwenden konnten sie diese Kraft nur dann, wenn sie von Gott dazu erweckt wurden. Sonst bedienten sie sich dieser Kraft oft, wo es gar nicht nötig war, wie spielende Kinder. „Aber ganz anders verhält es sich mit der Allmacht des Geistes, so er einmal vollkommen in der Seele herüber wiedergeboren ist; denn dadurch tritt er in die volle Gemeinschaft Meiner unendlichen und ewigen Allmacht, Meiner Liebe und Weisheit, Meiner Einsicht, Erkenntnis und Meines Willens...Darum bin Ich ja nun Selbst gekommen, um euch für das kleine verlorene Paradieslein den ganzen Himmel des reinsten und mächtigsten Geistes aus Mir Selbst zu geben.“

6 Ev 11, 117 Wenn sich die Seele völlig ihrem Geiste unterordnet und irdisch wunschlos geworden ist, allein nur nach Geistigem strebt, dann hat der vollendete Mensch eine Stufe erreicht, die die irdischen Weisen „Nirvana“ nennen, das ist die Wiedergeburt der Seele. Jenseits gibt es noch eine andere Wiedergeburt, die des Geistes. Sie besteht in unauslöschlicher Gemeinschaft mit Gott, ihre Folge ist höchste Glückseligkeit als Kinder im Vaterhause.

7 Ev 4, Lbl III, 152 „Wenn wir den Liebefunken in uns erkennen, wenn wir unser ganzes Tun und Lassen auf ihn konzentrieren, wird er sich schließlich über den ganzen Menschen erstrecken, was so viel heißt als: wiedergeboren sein. Dem Wiedergeborenen  dient die Materie nur noch als notdürftige Umleitung der Seele und des Geistes, er lebt nur dem Geiste und ist für die Welt so viel als nicht vorhanden. Sein Gemüt steigt empor in’s Reich des Lichtes, der Seligkeit und Wonne, wo Liebesströme und Gnadenfluten ihn umrauschen... Das kann der reine Geistesmensch nur fassen, in dem die Welt versunken ist, in dessen Seele eine neue Welt, ein neuer Himmel, ein neues Jerusalem erbaut wird.“

8 Ev 4,120, 15)16) Erst wenn der Geist der Seele zu erwachen beginnt, wird es nach und nach lichter in der Seele; sie fängt an, sich genauer zu erkennen und in sich selbst ganz verborgene Dinge zu entdecken, mit denen sie freilich noch nicht viel zu machen weiß. Erst wenn der Geist und sein mächtiges Licht in der Seele ganz zur vollen Tat werden, dann auch kehrt alle Erinnerung in die Seele zurück, aber natürlich alles in einem verklärten Lichte; da gibt’s dann keinen Trug und keine Täuschung mehr, sondern nur eine allerhellste himmlische Wahrheit, und die Seele ist dann selbst Eins mit ihrem göttlichen Geiste, und alles in ihr und außer ihr wird zur höchsten Wonne und Seligkeit.“

9 R Bl II, 344 Wenn der Mensch zu einem rechten Erkennen gelangt ist, wird dieses den Willen leiten. Ist er gut und wahr, so wird Erkennen und Willen einander stets befreundeter, bis sie endlich Eins werden. Der Wille ist das Leben der Seele, das Erkennen liegt im Geist. Die Verbindung beider gibt die Wiedergeburt.

10 Vb 6, 52 „Bei der wahren Wiedergeburt muß das Innere und Äußere gleich sich äußern. Wie gefühlt wird, so muß auch gehandelt werden, denn der Geist ist wahr und regt und treibt niemals zu etwas an, was geistig schaden würde.“

11 Ev 4, 226,1)3) Wenn eine Seele vollendet ist so geschieht alles in ihr nach dem Willen des Geistes der der Wille Gottes ist.

12 Ev2, 141 2)6) Der normale Mensch muß in den Entzückungsschlaf versetzt werden, es muß ihm durch den Schlaf des äußeren Auges alles Weltanschauung benommen werden, wenn seine Seele befähigt werden soll, mit ihren freieren Sinnen das Übersinnliche, in’s Geistige Übergehende, wahrzunehmen. Die Jarah war vollendet, der Engel spricht zu ihr: „Du... bist mit deiner Seele ganz in den Geist übergegangen und hast mit der Materie der Welt daher gar keine Gemeinschaft mehr. Dein irdisch Aug ist zum Auge deiner Seele geworden und dein Seelenauge zum Auge deines ewig unsterblichen Geistes.“ Des Menschen Geist fasse die ganze Unendlichkeit in sich. Wenn der vollendete z.B. einen Stern in sein Gemüt aufnimmt und das Auge des Geistes und  das Fleischauge auf den Gegenstand richtet, so entsteht ein Konflikt des inneren Geistbildes mit der äußeren Form desselben Bildes. Aus diesem Konflikt wird es dann in der Seele vollends Licht über den Gegenstand, und dieser stellt sich dann so dar, wie er wirklich ist.

13 Ev 8, 59,8)60,15) „Wenn ein Mensch im Geiste wiedergeboren ist, kann er auch in allen seinen Seelen und Leibesteilen denken und für sich ganz wohlvernehmbar reden und ist dann in seinem ganzen Wesen Mir gleich, Geist, Liebe, Kraft, Gedanke und ein vollends lebendiges Wort.“ Das alles ist der Mensch dann aus seinem bejahenden Herzenskämmerlein geworden. Unsere Erde ist das Herzenskämmerlein des großen Schöpfungsmenschen, Satans. Die andern Weltkörper mit ihren Menschen verhalten sich zu uns wie unsere anderen Leibes und Seelenteile zu unserem Herzenskämmerlein. Durch den Willen Gottes strömt von uns aus alle Bildung in die Weltkörper und ihr Bewohner, und der große Schöpfungsmensch wird so durch Gott von uns aus in allen seinen Teilen durchdrungen, und unsere Liebe und unser Licht soll einst in der ganzen endlosen Größe des Urschöpfungsmenschen wirken und leuchten. Der verlorene Sohn kehrt so in kleinem Maßstabe mit der Wiedergeburt des einzelnen Menschen hier, im großen mit der Wiedergeburt des großen Schöpfungsmenschen wieder zu Gott zurück.

14 Ev 5, 51,3)7) Du erfährst, dass deine Seele Eins geworden ist mit ihrem Geiste, „Wenn du in dir keinen Hochmut, keine Ruhmsucht, keinen Neid, keine Hab und Glanzsucht, keine Eigenliebe, aber dafür desto mehr Liebe zum Nächsten und zu Gott lebendig und wahr fühlen wirst, und es dir eine wahre, dich tief rührende Herzensfreude machen wird, dein ganzes Hab und Gut im Notfall an Arme und sehr Not leidende Brüder und Schwestern verteilt zu haben, ja, wenn du ein ordentliches Leid in deinem Herzen fühlen wirst, irgendeinem Armen nicht helfen zu können, wenn dir Gott alles und die ganze Erde mit ihren Schätzen und Ehren nicht sein werden.“ Dann ist die Seele, wo nötig, durch ihr pures Wollen wundertatskräftig.“

15 Ev 4, 110, 10)4) Wenn der Mensch den Willen Gottes zu seinem eigenen macht durch sein Handeln, so wird Gottes Ebenbild im Menschen lebendig. Dieses wächst dann und durchdringt des Menschen ganzes Wesen. Das Ebenbild ist ein vollkommenstes Ebenmaß Gottes. Geschieht dies, so ist die Wiedergeburt des Geistes erlangt, und der Mensch ist ebenso vollkommen wie Gott. „Wie Sich aber der Vater in Mir stets findet, also finde auch Ich Mich im Vater, und ebenso müsset ihr euch in euch selbst finden, so werdet ihr euch dadurch auch in Gott finden, und Gott wird sich finden in euch. Wie da Ich und der Vater Eins sind, müsset auch ihr zuerst in euch Eins sein mit dem Ebenmaße Gottes in euch. Seit ihr das, da seid ihr dann auch mit mir und mit dem ewigen Vater in Mir Eins geworden, dieweil Ich und der Vater in mir vollkommen Eins sind von Ewigkeit.“

16 Ev 4, 244,6) Eine Seele kann „solange in keine wahre und dauernde Glückseligkeit eingehen...als bis sie sich selbst frei bestimmend, in Meine Ordnung eingegangen ist.“

17 Ev 7, 183, 11)14) „Die Hauptsache ist und bleibt das unablässige Bestreben, nach der vollen Wiedergeburt des Geistes in die Seele: denn durch dies ganz allein erst wird der Mensch in alle Wahrheit und Weisheit gehoben, und er hat dann ein vollkommenes zusammenhängendes Licht vom Irdischen bis in’s rein geistig Himmlische, und mit dem Lichte auch das ewige Leben, was dem endlos mehr ist als alle Wissenschaften in allen dingen der Natur.“

18 Ev7,160,2)4) Ein seelenvollendeter Oberägypter sagt zu Petrus:“ Mit der Zunahme des Glaubens an Kraft und Festigkeit aber wächst auch die Begierde und die Sehnsucht, das Geglaubte auch einmal in seiner Vollkommenheit zu schauen und dadurch im höchsten Lebensmaße zu genießen. Und siehe, Freund, demnach steht das Schauen wohl um gar unbeschreibbar vieles über dem puren Glauben; denn das Schauen ist ja eben die ewige Krone des Glaubens....Das Vermögen werdet ihr erst dann überkommen, wann ihr im Geist aus Ihm völlig wiedergeboren werdet.“

19 Ev4, 215,1)216,9) Bei der im Gemüte vollkommenen Seele geht das Empfinden, Fühlen und wollen, gleichwie die Lichtstrahlen aus und von der Sonne, nach allen denkbaren Seiten weit und wirkend hinaus. Je näher an der Seele, desto intensiver und wirksamer ist denn auch der beständige Ausfluß des Denkens, Fühlens und Wollens.“ Der vollendeten Menschenseele ordnen sich alle beseelten Kreaturen unter, sie nehmen aus deren Außenlebenssphäre geistiges Lebenslicht und geistige Lebenswärme und werden dadurch sanft, duldsam und gehorsam. Sie wollen ja einst selbst Menschenseelen werden, sie sind Vorgefäße zur Sammlung und Ausbildung der allgemeinen NaturseelenLebenskraft im Schöpfungsraume, aus der auch unsere Seelen herangebildet sind. Die Tierseelen empfinden das Ausströmen einer ordentlichen Menschenseele und können sich gegen diese nicht erheben. Der Einfluß des Menschen ist schon ersichtlich an den Tieren des hartherzigen und stolzen Besitzers im Gegensatz zu einem guten alt patriarchalischen. Die seelische Lichtsphäre der vollendeten Seele faßt Liebe, Glauben, Vertrauen, Erkennen, Wollen und Gelingen in sich.

20 Ev 4, 221,4)6) Die vollendete Seele ist Herrin über alles Kreatur. In besonders erregten Momenten erkennt sie auch die Gedanken der Menschen, ihr starke Außenlebenssphäre nimmt sie wahr. Durch die Vereinigung ihrer Außenlebenssphäre schlägt sie den Feind in die Flucht.

21 Ev4, 217, 9) Der Wiedergeborene ist Gott ebenbürtig, er ist die Ordnung Gottes selbst geworden. In dieser kann er dann aus sich in aller seiner Lebensfreiheit wollen, was ihm beliebt, und es muß nach seinem Willen geschehen. Seine Kraft erstreckt sich auf alle Kreatur alle Elemente dieser Erde, aber auch über die ganze Schöpfung im endlosen Raume. „Sein Wille kann den zahllosen Welten Gesetze vorschrieben, und sie werden befolgt werden,...denn er ist in allem Eins mit Mir.“

22 Ev 5, 75, 8)9) „Mit der Kraft Meines Namens aber werdet ihr nur nach Meinem in eurem Herzen sich klarst zu erkennen gebenden Willen und nie wider denselben wahrhafte Wunder zu wirken im Stande sein.“

23 EV 2, 69, 6)8) „Wollet ihr aber wirken in Meines Namen, so muß Ich auch in aller Fülle der Wahrheit ganz in euch sein, durch die Liebe und den lebendigen Glauben. Seid ihr aber das, so möget ihr zu jenem Berge sagen: „Hebe dich und stürze dich in’s Meer!“ „und es wird geschehen nach eurem Willen. Aber wohlgemerkt: Ohne Mich vermöget ihr nichts!“

24 Adv 9394 [92] Der wiedergeborene kann dasselbe wirken wie Gott.

25 Ev 6, 85,4) Wer in sich gefunden und erkannt hat, was das Leben ist, wie es denkt und will, „der ist dann auch ein wahrer Meister des Lebens wie auch des Lebens seiner Mitmenschen geworden und kann dann auch das tun, was Ich an deinem Sohn getan habe, ja, er kann noch mehr, siehe, er kann sich selbst völlig unsterblich machen.“

26 Ev 8, 24,13)17) Ohne den Geist würde die Seele wohl eine instinktmäßige Vernunft in etwas höherem Grade haben als das Tier, aber den Verstand, die freie Beurteilung der Dinge, das Unterscheiden von Wahrem und Falschem, Gutem und Bösem, das frei Denken und Wollen bewirkt der Geist in ihr. Diesem kann sie sich wenn sie sich für das Wahre und Gute bestimmt, gleich machen, so daß sie dann so gut wie Ein Wesen mit ihm wird. Zu dieser Wiedergeburt können auch die edleren Leibesteile einer vollkommenen Seele, die Leibesnaturgeister, gelangen. Sie können in den geistig substantiellen Leib, den wir das „Fleisch der Seele“ nennen können übergehen und von da in den essentiellen Leib des Geistes. Das ist dann die wahre Auferstehung des Fleisches am jüngsten Lebenstage der Seele, der bei der Wiedergeburt eintritt, entweder schon hier oder etwas mühevoller und langwieriger im jenseits.

27 Ev 5,13,2)14,15) Jesus sagt, der vollendete Mensch wird nicht nur das, was Er tue ausführen können, sondern noch viel Größeres. Denn einmal wird er, wenn Gottes Wille ganz der seinige geworden ist, das leisten können, was Gott vermag, zweitens aber verliert er nicht seinen eigenen freien Willen und kann nicht nur alles aus Gott heraus wollen, sondern alles auch ganz ungebunden frei aus sich heraus, noch ein Mehr über Gottes Willen hinaus. Es ist das zu vergleichen mit einem gewöhnlichen Spiegel und einem Hohlspiegel. Gott gibt das Licht aus der von Ewigkeit her genaust abgewogenen Ordnung. Von diesem Licht ist auf dem ordnungsmäßigen und natürlichen Wege nicht ein außerordentliches Mehr zu erwarten, wie denn das Licht der Sonne nicht einen Diamanten schmelzen wird. Aber der Mensch kann mit einem Hohlspiegel das zerstreute Licht zusammenziehen und es in einen Brennpunkt vereinigen und er richtet dann mit diesem Licht ein Mehreres und Größeres aus denn Gott mit dem Sonnenlicht. Um vieles mehr noch kann der Mensch dann mit dem Gotteslichte ausrichten, wenn er es sammelt im Demuts-Hohlspiegel seiner Seele. Mit diesem kann der Mensch in seinem kleinen Bezirke dann Taten zu Stande bringen, die im Verhältnis zu den Taten Gottes größer sein müssen, als er das Licht Gottes bis zu einer unaussprechlichen Potenz verdichten kann und dadurch in seinem kleinen Bezirk mit der allerintensivsten Feuermacht des innersten Wollens Gottes Taten verrichten kann, die Gott zwar auch verrichten könnte, die Er aber der Erhaltung der ganzes Schöpfung wegen nie verrichten darf. „Meine wahren Kinder werden sogar mit jenen Kräften Meines Herzens und Willens ordentlich herumspielen können“, die noch nie zur Anwendung gebracht worden sind. Diese „freilich etwas selten gewordene Menschenart ... ist äußerlich äußerst gefällig, dienstfertig, geduldig, sanft, bescheiden und voll Demut und Liebe gegen Jedermann, der ihre Dienste benötigt. Diese Art gleicht unserem magischen, nach innen eingebogenen Spiegel. Wenn das Licht des Lebens und des Erkennens aus Mir auf solch einen Seelenspiegel fällt, so wird dessen in’s irdische Tatenleben herüber rückstrahlendes Licht das Gemüt und den eignen freien Willen für alles gute, Liebe, Schöne, Wahre und Weise erbrennen machen und alles, was unter den Brennpunkt des vielfach verdichteten Geistlichtes fällt, wird höchst klar erleuchtet und durch des inneren Lebens hohen Lebenswärme-Zustand schnell in seiner ganzen Fügung entfaltet.“

28 Pr 104 „So wie Meine Jünger Wunder wirken und Kranke heilen konnten, bloss durch den Nachspruch des Wortes, so solltet auch ihr und alle Meine künftigen Nachfolger gestärkt werden, um im festen Vertrauen auf Meine Macht und Mitwirkung Taten zu verrichten, die dem gewöhnlichen Menschen fremd, ja unmöglich, dem geistig Wiedergeborenen aber ein Leichtes sein werden. Die Zeiten und Verhältnisse werden euch dazu erziehen.“

29 Ed 224230 Die Seele Jesu durfte nur tun, was der Geist des Vaters in Ihm wollte. Entsprechend muß auch schon der Wiedergeborene wie jeder Andere zum Vater kommen, wenn er irgend etwas von Ihm haben will. „Darum aber müsset auch ihr euch unter einem wiedergeborenen Menschen nicht irgend einen permanenten Wundertäter in allen dingen vorstellen“...Die Zeichen der Wiedergeburt sind „nur inwendig im Menschen und werden äußerlich nur dann ersichtlich, wenn es von Nöten ist.“ Menschen mit dem zweiten Gesicht sind nicht als Wiedergeborene zu betrachten dieses wegen, denn das ist  „nur eine Folge ihres Nervensystems, durch das die Seele leicht vermittelst des Nervengeistes Anschauungen aus ihrem Seelenreiche in den Leibesorganismus überträgt, weil eben dergleichen leicht erregbare Nerven in dieser Sache nicht hinderlich wirken. Starke Nerven können das freilich nicht, daher auch starknervige Menschen selten oder gar nicht das sogenannte zweite Gesicht haben.“ Die Erzählungen aus dem zweiten Gesicht entbehren auch allen Zusammenhangs und liegen unter einander wie abgefallene Blätter in einem Walde. Der Grund liegt darin, dass ihr Geist und ihre Seele noch nicht miteinander, während aus dem Munde eines Wiedergeborenen, wenn auch um teile nur erst, jede Darstellung geistiger Dinge den rechten Grund und den vollsten Zusammenhang beurkundet. Deshalb muß man als Folge der Wiedergeburt nicht irgend läppische Wunderdinge erwarten, sondern ganz natürliche Früchte eines gesunden Geistes und einer durch ihn gesund gewordenen Seele. Der wiedergeborene weiß es, dass man mit den Gaben des heiligen Geistes keinen Taschenspieler machen darf, daher wendet er Zeichen nur dann an, und gewöhnlich im Geheimen nur, wenn sie von Nöten sind...Liebe zu Mir, große Herzensgüte, Liebe zu allen Menschen, das ist in einem Bündel beisammen das richtige Zeichen der Wiedergeburt.“ Auf das Wort eines wahrhaft Wiedergeborenen sollen wir alles halten, weil dieser nichts gibt als was er empfängt, aber auf alle anderen Visionen, Träume und andern Wahrsagungsmittel sollen wir nichts geben, weil sie von argem Gesindel herrühren, das in zahllosen Gelegenheiten das menschliche Fleisch bekriecht. Wenn der Wiedergeborene sagt: “Das tue!“, dann sollen wir es tun! Hinsichtlich des Geschehens kann aber keine unabänderliche Voraussage erfolgen, denn sonst wäre die Welt im tiefsten Gerichte, und alle Freiheit wäre verloren. Der wiedergeborene weiß das, er wird immer ein „wenn“ dazusetzen.

30 Ev 4,220,7) Nach der Wiedergeburt des Geistes in die Seele ist kein Rückfall mehr möglich.

31 Ev4,54,10) – 13) Die Seele muß das Materielle ganz ablegen, bevor der Geist das ihm Verwandte in ihr als ein Selbstisches anziehen und mit demselben ein vollkommenes Ich werden kann. Das Materielle der Seele ist für den Geist ersichtlich in dem, womit die Seele bekleidet ist. Ist die Verbindung erfolgt, so ist der „Mensch dann auch vollendet und kann in der Wesenheit nicht noch mehr vollendet werden; nur im Erkennen und im steten vollkommener Werden in der reinsten Liebe und Weisheit der Himmel und ihrer die ganze Unendlichkeit ordnenden, regierenden und führenden Macht ist ein stetes Zunehmen in Ewigkeit und dadurch auch die Erreichung einer stets höheren Seligkeit als Folge der stets höheren Liebe, Weisheit und Macht zu gewärtigen.“

32 Ev 4, 54, 13) Der vollendete Mensch kann in der Wesenheit nicht noch mehr vollendet werden. Aber in der Liebe und Weisheit ist ein ewiges Zunehmen zu gewärtigen und damit auch eine stets höhere Seligkeit.

33 Ev 4,254,1)2) Der unübersteigbare Unterschied zwischen Gott und dem vollkommensten Menschen besteht darin, dass Gott in Seinem Urwesen ewig und unendlich ist, während der Mensch zwar stets vollkommener werden, aber dem unendlichen Urwesen-Maße nach Gott nimmer erreichen kann. Er kann Gott ähnlich werden in der Liebe und ihrer Kraft, aber nicht in der endlosen Weisheit. Das Ende der wunder werden wir nimmer erreichen, wie wir nie die Zahlen zu Ende zählen können.

34 Pr 100 „Der Jesus, der Selbst am Kreuzesstamm nicht nur Seine Nächsten liebte, sondern auch für Seine Feinde betete, dieser Jesus soll in euch in Form Seiner Liebe und Duldung auferstehen, und wie die Erde Seine Kirche, Sein Bethaus werden soll, wo Friede, Ruhe und Seligkeit wohnen, so soll euer Herz das Paradies auf dieser Erde sein, wo die Blume der Gottes und Nächstenliebe blühen soll!...Wie einst Ich verklärt mit vergeistigtem Leibe dem dunklen Grabe entstieg, so sollet auch ihr verklärt, vergeistigt, gebessert und veredelt Meiner würdig eurem Grabe weltlicher Leidenschaften und Begierden entsteigen!“ In der Welt des Geistes ist unsere Heimat, durch unsere geistige Wiedergeburt vergelten wir Gott im Kleinen, was Er im Großen an uns getan hat. Wie Er, sollen auch wir tun, „so wird der Tag eurer geistigen Wiedergeburt der wichtigste auf euer Erdenlebensbahn, der Schlußstein eurer irdischen und der Schlußstein euerer geistigen Mission sein!“

35 Sp 60 Über das Weiterschreiten im Jenseits sagt der Herr: „Niemand kommt so weit, dass er nicht noch weiter kommen könnte, und niemand ist so glücklich, dass er nicht noch glücklicher zu werden vermöchte.“ Wer im Meer der Ewigkeit „emporsteigt, wird auch ewig nie die Oberfläche desselben erreichen, sondern ewig in stets größeren und mächtigeren Zügen die endlose Wonnefülle desselben einschlürfen, je weiter aufwärts er steigen wird.“ Wie mit der Vermehrung des Samenkorns, „also geht es auch mit der geistigen Vervollkommnung im ewigen Leben, da nimmer ein Geist jene Stufe erreichen wird, auf der er sagen könnte: Jetzt hab ich alles! Jeder selige Geist wird zwar stets alles haben, was er haben kann, vollkommen, aber dennoch fortwährend auch einen ewigen Mangel, den er nie in aller Fülle wird ersättigen können, es wird jeder vollkommene Geist Mir gleich sein, wie ein Bruder dem andern, aber dennoch nie Meine Fülle erreichen. Es kann zwar „der Sohn“ erreicht werden, denn es heißt: “Ihr werdet noch Größeres tun denn Ich!“ Also kann auch „der Vater“ erreicht werden, denn es steht geschrieben: „Ihr sollt vollkommen sein, wie da euer Vater im Himmel vollkommen ist“, aber der  Vater und der Sohn als vollkommen Ein Wesen haben in Sich den Heiligen Geist, Welcher ist Gott heilig, heilig, heilig und das eigentliche Gottleben im Vater wie im Sohne, die vollkommen Eins sind und das Leben des Lebens, das Licht des Lichtes, die Kraft aller Kräfte, die Macht aller Mächte, die Liebe aller Liebe, die Weisheit aller Weisheit, die Tiefe aller Tiefen, die Größe aller Größen, die Ewigkeit der Ewigkeit und die Unendlichkeit der Unendlichkeit.“ Dieser Geist ist ewig unerreichbar, aber wer da steigt, der wird steigen ewiglich von Licht zu Licht!

36 Ev7, 155,5)17)=S Gh 236238 Die 3 Grade der inneren Lebensvollendung: Im ersten befindet sich derjenige, der durch den festen und lebendigen Glauben und durch die Liebe zu Gott und zum Nächsten und durch die ungezweifelte Hoffnung auf den verheißenen Beistand Gottes alle Leidenschaften seines Fleisches bekämpfen kann; er wird dadurch Herr über sich und über die äußere Natur; aber er leidet noch an Versuchung zur Sünde. Im zweiten Grade ist, wer sich von allen irdischen Anreizungen abwendet, und sich pur dem rein geistigen Wesen zukehrt. Dann hat der innere Geist Gottes ganz die Seele durchdrungen, er kann keine Sünde mehr begehen, sondern handelt nur nach dem Willen Gottes. Im dritten Grade ist, wer trotz Bewußtseins dieser Kraft diese Demütigung im Zaum hält, und in Liebe zu Gott nichts tut, bevor er nicht von Gott dazu veranlaßt wird. Er erkennt, dass zwischen dem sonderheitlichen Willen in ihm und dem allgemeinen Willen Gottes noch ein großer Unterschied besteht. Dann ist er vollends Eins mit Gott, und besitzt gleich Gott die höchste Macht und Gewalt über alles im Himmel und auf Erden. In dieser höchsten Lebensvollendung befinden sich die Erzengel. – Siehe auch: Wegweiser Teil I „Seele und Geist“, Wegweiser Teil II G „Täter nach der Lehre sein!“, V J 4.

 

 

 

Schlüssel zu den Abkürzungen (Nr. 58)

 

Adv= N 21 Der große Advent (Zur Wiederkunft Christi 3.Auflage 1888)

Betr= N 44 Betrachtungen (1899)

Dr= N 37 Dreieinigkeit (2. Auflage 1896)

Ed= N 5 Die Erde (2. Auflage 1897)

Ev= N 1120 Das große Evangelium Johannes (3. Auflage 19091912, Bd. 11, 1902 die erste      Zahl= Band, die 2. Kapitel, die 3.= Absatz; Ev 11=Johannesschluss, hier sind die Zahlen die Seiten)

FB= N 25 Frohe Botschaft (2.Auflage 1885)

Fl= N 8 Die Fliege (2. Auflage 1897)

GS I,II= N 3 Die geistige Sonne (3. Auflage 19071908)| die Zahl ist das Kapitel

H IIII= N 1 Die Haushaltung Gottes (2.Auflage 19041906) Die Zahl ist die Seite

HDw= N 48 Heil Diät und Lebenswinke (2. Auflage 1895)

Jug = N9 Jugendgeschichte (2. Auflage 1897) Die Zahl inseriert die Seite

K= N 43 Kennzeichen unserer Zeit (2. Auflage 1894)

KW= N 18B Die 7 Worte am Kreuz (2. Auflage

Lbl IIV= N 49 Lebensblätter (I:1891; II: 1893; III: 1904; IV:191217 |H= Heft in den Bänden

LGh= N 28 Lebensgeheimnisse (2. Auflage 1884)

L= N 38 Liebe (2. Auflage 1899)

Lw= N 39 Lebenswinke (1. Auflage 1882)

NA= N 21 A Neuer Anhang (zu „Der große Advent“ 1905)

N4= N 4 Nacherinnerungen (2. Auflage 1893)

N 10= N 10 Tempelszene ( 4. Auflage 1895)

NZ= N47 Naturerzeugnisse (2. Auflage 1906)

Pf= N 36 Pfingstsegen (2. Auflage 1894)

PG=N 32 a, b, c, 33, 34, 35, 18 Passionsgärtlein

Pr=N 30 Predigtbuch (1899)

RBl, I, II= N 42 B Robert Blum (1898) | Die Zahl ist die Seite

S= N 2 Die natürliche Sonne (2. Auflage 1900)

SGh= N 29 Schöpfungsgeheimnisse (2. Auflage 1899)

Sp=N 17 B Supplemente; gedruckt hinter Ev 11;

Vb=  N45 Vaterbriefe, 9 Hefte (2. Auflage 1902)

Vhf= N 50 Vorhof (1891)

VJ= N25 B Verehr mit dem Jenseits

W= N 24 LichtWort (1912)

Wsp=N 41 Wahrheit über Spiritismus (2. Auflage 1895)

WzW= N 33 Weg zur Wiedergeburt (2. Auflage 1905)

(K.S.S. 58 Wegweiser, 2. Auflage; Teil I und II)

 

 

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Druckfehler

 

Seite 10, Absatz 16: Ev 4 (statt 8).

Seite 13, Absatz 28; Lbl noch V. 23

Seite 17, Absatz 43; Ev 3, 168, 4)10)

Seite 18, Absatz 44: Pr 239

Seite 21; Absatz 57; Vb 3,78

Seite 36; Absatz 29; Vb 1,94

Seite 40; Absatz 8; Ev 4,101,5

Seite 47; Absatz 26; Ev 2,89

 

 

 


Aktualisiert am:  02.12.2008 Home