Worte der Ewigen Liebe,

durch die innere Stimme des Geistes

 

Empfangen vom Herrn

durch  Johanne Ladner

 

Band 3

1. Heft. No  45 g. (Heft 7.)

 

 

 

Bietigheim Siebenter Jahrgang.

Neu herausgegeben vom Zeugen C. F. Landbeck.

 

 

INHALT

370. - Advent, (1.Dezember 1883.) Über des Herrn Zweck bei diesen Kundgaben – eine wahre Gottes – Kinderschule damit zu gründen  6

371. - (8.Dezember 1883.) Ist der hier Sich offenbarende Jesus der wahre Gott?. 7

372. - 16. Dezember 1883 Über Freundlichkeit und Demut 8

373. - (Den 23. Dezember 1883)  Geistige Entsprechung unserer Zeit mit der Zeit von Christi Geburt 9

374. - Christfest 1883   Ein zeitgemäßer Weihnachts-Brief 10

375. Den 13. Januar 1884    Vertrauen. 11

376.  Neujahrsfest 1884  Von Verheißungen und den Bedingungen dabei  (Luk. 9. ) 13

377. - Den 6. Januar 1884  Verhaltungsregeln gegen die Priester und Lehrer 14

378. -  Den 29. Dezember 1883  Winke über unsere Zeit, und Lebensregeln ( Joh. 13.) 15

379. - Den 20. Januar 1884. Zur Wiederkunft des Herrn. 16

380. - Den 27. Januar 1884  Vom Fallen und Auferstehen des Christen, oder die Wege der Gnade. 17

381. - Den 3. Februar 1884 Lebenswinke  für die Arbeiter im Weinberg des Herrn. 18

382.  - Den 10. Februar 1884  Lebenswinke  für die Treue in  der Liebe. 19

383. - Den 17. Februar 1884  Vom Wesen Gottes – und des Menschen. 20

384. - Den 23. Februar 1884  „Jesus aber antwortete Nichts mehr“. 21

385. - Den 2. März 1884   Das gottselige Geheimnis vom Wesen Jesu Christi 22

386. Den 9. März 1884 „Im Anfang war das Wort“. 23

387. Den 16. März 1884  Zeitentsprechung vom Leiden Christi 25

388. -  Den 23. März 1884  „Wer aufnimmt, den Ich sende, der nimmt Mich auf“. 26

389. - Den 30. März 1884  Gehorsam aus Liebe, Demut und Vertrauen. 27

390.-  (Palmsonntag) den 6. April 1884   Von der Fußwaschung  (Joh.13.) 28

391. - 11. April 1884 Karfreitag „Mich dürstet“ (Joh. 19, 28.) 29

392. - Ostertag, 13. April 1884  Die Liebe ist der Eckstein und die ewige Grundlage des geistigen Lebens 30

393. - Den 20. April 1884  „Eines fehlt dir! - - -„. 31

394. - Den 27. April 1884  „Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid!“. 32

395. - Den 3. Mai 1884  „Bittet – aber bittet recht – so wird euch gegeben“. 33

396. - 11. Mai 1884  Das Himmelreich gleicht einem Netze, (Aufgabe der Engel) 34

397. - 18. Mai 1884   Von der Freude über das Wiedergefundene. 35

398. - 22. Mai 1884. Zur Himmelfahrt Christi (Joh. 6, 26. ) 36

399. - 25. März 1884  Von der herablassenden Liebe Gottes 37

400. - 1. Juni 1884, Pfingsten  Von der  Einigkeit Gottes und des Menschen. 38

401. - Drei-Einigkeitsfest, 8. Juni 1884 „Wer Mich sieht, der sieht Den, Der Mich gesandt hat“. 39

402. -  15. Juni 1884   Vom Verhältnis zwischen Gott, Vater und Sohn. 41

403. - 22. Juni 1884  Winke über Paulus als Saul, mit Entsprechungen (Apostelgesch. 22, 23.) 42

404. - Zum Reformationsfest, 29. Juli 1884  Zum Reformationsheft (Wink über Luther) Apostelgeschichte 2, 17. 18. 43

405. - 8. Juli 1884  Vom Urgrundgesetze der Liebe. 44

406. - 13. Juli 1884  Winke über die Versöhnungslehre. 45

407. - 20.Juli 1884  Durch Nacht zum Licht! (Joh. 12, V. 20. 23. 27.28.) 46

408. - 27. Juli 1884 (Morgens 9 Uhr.) Christliche Verhaltungs- Winke (Luk. 9, 57. u. s. w.) 47

409. - 2. August 1884  Ein Liebe – Wink für Kinder Gottes 47

410. - 10. August 1884  Entsprechung der Schläfrigkeit der 3 Jünger in Gethsemane. 49

411. - 17. August 1884   Martha und Maria ( Luk. 10, 38 – 42. ) 50

412. - 24. August 1884  „Mich hat herzlich verlangt dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe Ich leide“. 51

413. - 31. August 1884  Winke über Vorsicht und Aufrichtigkeit 51

414. - 7. September 1884  Jesus als Gottmensch und Erretter (Matth.12,20. ) 52

415. - 14. September 1884  Vom wahren Glauben mit Demut und Liebe. 53

416. - 21. September 1884  Simeon und der heilige Geist 54

417. - 28. September 1884  Habet Glauben an Gott! 55

418. 5. Oktober 1884. Vom Schifflein Christi. (Mark. 4, 35. ) 56

419. - 12. Oktober 1884 „Vergib uns“ – oder die versöhnende Liebe. 56

420.- 19. Oktober 1884 Vom Gegensatz zwischen Geisteslicht und Verstandeslicht (Mark. 12, 18. ) 57

421.-  26. Oktober 1884  Missions – Winke. 58

422. -  2. Dezember 1884  Der unfruchtbare Feigenbaum und seine Entsprechung. 59

423.-  9. Oktober 1884  Über die wahre Nachfolge Christi 60

424. - 16. Dezember 1884 Vom Verkehr mit Gott (Apostelgesch. 10) 61

425. - 23. November 1884  „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“. 62

426. - Adventsheft, 30. Nov. 1884  Wie der Herr kommt (in Demut und Liebe) Luk. 20, 9-19. 63

427.  - 7. Dezember 1884  Winke zur Adventszeit, (vom verstärkten Geister-Einfluß) 64

428. - 14. Dezember 1884  „Über ein Kleines“ u.s.w. ( Wiedergeburt) 65

429. -  4. Advent, 21. Dezember 1884  „Selig sind die nicht sehen und doch glauben“. 66

430. - Weihnachten, 25. Dezember 1884  Zu Weihnachten. 67

431. -  28. Dezember 1884   Hinweis auf die Erfüllung der großen Verheißung. 68

432.  -  Neujahr 1885  Die Barmherzigkeit und Herablassung des Herrn. 69

433.   -  3. Januar 1885  Vom Brot zum ewigen Leben. 70

434. - Erscheinungsfest, 6. Jan. 1885 Zum Erscheinungsgest, Demut (wie der Herr Sein Reich gründet) 71

435.   -  11. Januar 1885 Lebenswinke beim geistigen Streben. 72

436. -18. Januar 1885   Zur Verklärung Jesu. 73

437. - 25. Januar 1885  Versuchung Jesu in der Wüste, Lebenswinke. 74

438.  - 31. Januar 1885  Verrat - Zur Gefangennehmung Jesu. 74

439. - 8. Februar 1885  Des Heilandes Hinweis der kranken Seelen aufs Vertrauen und die wahre Demut 76

440. - 15. Februar 1885  Wink zum Ausgleich zwischen Arm und Reich. 76

441. - 22. Februar 1885  Nikodemus, Winke zur Wiedergeburt 78

442.  - 1. März 1885 Hinweis zur geistigen Wachsamkeit  Wachet und betet! 79

443.  -  8. März 1885   Über die Führung der Kinder Gottes 79

444. - 15. März. 1885  Das Gleichnis vom Weinstock. 81

445. - 22. März 1885  Wichtige Lebenswinke. 82

446. - Palmsonntag, 27. März 1885   Zum Palmsonntag, (Hinweis zur freien Bekenntnis) 83

447.  - Karfreitag, den 3. April 1885  Zum Karfreitag, „Soll Ich den Kelch nicht trinken“. 84

448. -  Ostern, 15. April 1885 Ostern, „Friede sei mit euch!“ ( Luk.) 85

449. - 23. August 1885   Vom verborgenen Schatz im Acker 86

450.  - 12. April 1885 „Niemand kann zwei Herren dienen“ – ( Zur Konfirmation) 87

451.- 25. April 1885   Zur Auferweckung des Lazarus 88

452.  - 8. Mai 1885   Winke über das zweite Kommen des Herrn. 88

453. - 10. Mai 1885  Lebenswinke für unsre Zeit der geistigen Sündflut 89

454. - Himmelfahrtsfest den 14. Mai 1885   Zum Himmelfahrtsfest 90

455. - 17. Mai 1885   „Weichet von mir, Ich kenne euch nicht“. 91

456. - 24. Mai 1885   Zum Pfingstfest – von der Gnade. 92

457. -  30. Mai 1885  Vom verlornen Sohne  (Luk. 51.) Vertrauen. 93

458. - 7. Juni 1885  Vom zweiten Kommen des Herrn und seine Folgen. 94

459. - 30. August 1885  Von den erwählten Knechten des Herrn. 95

460. - den 21. Juni 1885   Von den Bedingungen der Nachfolge Christi 96

461. - 28. Juni 1885  Verhaltungswinke für die Diener des Herrn. 97

462.  - 5. Juli 1885   Von der Macht des Gebets bei Krankheiten Kurzwinke.  (Joh. 5.) 98

463. -12. Juli 1885   Vom Fundament des geistigen Lebens 99

464. - 19. Juni 1885   Vom Besessensein und dessen Heilung. 100

465. - 26. Juli 1885   Verhaltungsregeln für geistig Strebende. 101

466.  - 2. August 1885  Von Petrus Verleugnung. 102

467.  - 9. August 1885 Zur Auferweckung des Lazarus und vom Herrn des Lebens (Joh. 11.) 102

468.  -  15. August 1885  Von der verkehrten und von der rechten Art (Matth. 13. ) 103

469. - 14. Juni 1885  Kinder Gottes müssen uneigennützig geistig lieben lernen. 104

470.   -   den 19. April 1885 Von der bußfertigen Sünderin. 105

471.   -  6. September 1885  Vom Gegensatz zwischen Verstand und innerem Wort 106

472.  -13. September 1885 Gehorsam, Demut und Vertrauen (an Gottes Segen ist Alles gelegen) 107

473.   -   den 20. September 1885 Über die Zulassung des Besessenseins 108

474.-  27. September 1885 Worin das wahre Brot des Lebens besteht 109

475. -  den 4. Oktober 1885.  „Welcher ist der Größte im Himmel“, von der Liebe und Demut 110

476. - 11. Oktober 1885. Heil-Magnetismus.  (siehe auch Nr. 439 Seite 23) 111

477. - 17. Oktober 1885  Unreife - Von der Ordnung der geistigen Entwicklung. 112

478. - 25. Oktober 1885  Gemeinschaftspflege - Das Beispiel vom Kinde. 113

479.- den 1. November 1885   Von der wahren Herzens Demut 113

480. - den 8. November 1885  Friedensreich „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. 114

481. - 15. November 1885   Bis wann ? Warum der Herr so lange verziehen muß wieder zu kommen. 115

482.  -  (Kirchlicher Jahresschluss) Den 21. November 1885.  Ein Prophet gilt nichts im Vaterlande, (duldet und vertrauet!) 116

483. - 29. November 1885   Zum 1. Advent 117

484. - 6. Dezember 1885  Vom großen Abendmahl 118

485. - 18. Dezembe4r 1885  Vom Säman. 118

486. - 20. Dezember 1885  „Herr hilf mir!“. 119

487. - 25. Dezember 1885 Bist Du’s, der da kommen soll?“. 120

488. - 27. Dezember 1885  Von der Wiederkunft Christi 121

489. - 1. Januar 1886  „Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an!“. 122

490. - 3. Januar 1886 „Selig seid ihr Armen!“. 123

491. - 6. Januar 1886  „Wo ist der neugeborne König der Juden?“. 124

492. -10. Januar 1886 Wachet, denn ihr wisset nicht, wann der Herr kommt 125

493. - 17. Januar 1886  Nicht zureden, sondern Selbstüberzeugung ist nötig. 126

494. -  24. Januar 1886  Vom Verlorenen, und Seelen-Erziehungswinke. 127

495.- 13. Januar 1886  Jesu Erscheinen am Meere nach Seiner Auferstehung. 128

496.-  7. Februar 1886   „Kommet her zu Mir, Alle“. 129

497. - 14. Februar 1886  „Wer an Mich glaubt, der stirbt nicht.“ *) (Joh. 11, 25.) 130

Anhang  - 1 Ein Wink und Rath vom Herrn. 130

2.- Zum Geburtstage (des Mediums), den 6. Juni 1878. 131

3.- Missions- und Verhaltungswinke. 132

4.- Ein Reisepass 133

5.- Wo sich die Wahrheit findet 133

6.- Für eine um das Durchwandern des Todesfalles besorgte Schwester. 134

7.- Missionswinke in schwierigen Fällen. 134

8.- „Geben ist seliger als Nehmen“. 135

9.- Trostworte beim Verluste eines erwachsenen Kindes 135

10.- Verhaltungswinke I – III. 136

11.- Winke über böse Einflüsse. 137

12.- „Wo Zwei oder Drei u.s.w.“. 137

13.-  Ein Vater-Trostwort - Schreibet an Meinen Zögling J. E. S.: 138

14.- Lebenswinke (Jobs. 4, S. 190 – 195.) 139

15.- Eine Einladung. 140

16. - Zum Empfang einiger Brüder aus der Ferne. 141

17. - Am Abende der Liebesmahlfeier. (Man lese zuvor in Heft 3 Nr. 149. 150.) 141

18.- Trost an einen leiblich Blinden. 142

19.- Ein Wort über Mediumschaft. 143

20.- Verschiedene Kinderstuben des himmlischen Vaters. 144

21.- Für besondere Fälle. 146

22.- Ein Besuch des Bruders R. aus R. 146

23.- Am Karfreitag. 147

24.- Wink für kritische Fälle. 148

25.- Pfingstgruß, gewichtiger 148

26.- Ein Wort zur Begrüßung. 152

27.- Nach der Feier des Liebesmahles. 152

28.- Winke über das Verhältnis zu anderen geistigen Richtungen. 153

29.- Zur Erinnerung an unsere erste Konferenz 1882. 154

30.- Wink in spiritistischer Richtung in Anwesenheit eines Spiritisten. 155

31.- über unsere Mission. 155

32.- Führungswinke vom himmlischen Vater. 156

33.- Ein Trostwort 157

34.- An Meine wahren Kinder (im Zusammenhang mit dem heutigen Vaterbriefe 385). 157

35.- Ein himmlisches Vaterwort 158

36.- Für angehende Vatermedien. 158

37.- Missionswinke. 160

38.- Licht- und Trostworte. 161

39.- Vaterwinke. 161

40.- Winke bei Missverständnissen. 161

41.- Über die Liebe (siehe in Nr. 25. „Frohe Botschaft“.) 162

42.- Verhaltungswinke bei Bestehlung. 163

43.- Trost in der Missionsarbeit 164

44.- Zum heiligen Abend. 164

45.- Ermunternder Vaterruf 165

46. - Am Sylvester-Abend  1884/85. 165

47.- Worte bei einem Besuche. 166

48. - Ein Vatergruß. 168

49.-  Bei Anwesenheit von Spiritisten gegeben. 168

50.-  Ein Trostwort für eine Leidende. 170

51. -  Eine Gebetserhörung. 171

52. - Verwandelt den Richter in Gott zum liebevollsten Vater. 172

53. - Wink zur Hauptsache in Betreff eines anderen Geschwisterkreises in R. 173

54. - I. Zum Druckfeste. 174

55. -  II. Verhaltungswinke zum neuen Jahr. 174

56. -  An eine Mutter 175

57. -  Ein Wink in Bezug auf die neuesten Mystifikationen des Herrn Selbst 176

58.- Des Herrn Beispiel 176

59.- Nachwort 178

 

 

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370. - Advent, (1.Dezember 1883.) Über des Herrn Zweck bei diesen Kundgaben – eine wahre Gottes – Kinderschule damit zu gründen

 

"Es war aber nahe der Juden Fest der Laubrüste; da sprachen Seine Brüder zu Ihm: Mache dich auf von dannen und gehe in Judäam, auf das auch deine Jünger sehen die Werke, die Du tust. Niemand tut etwas im Verborgenen und will doch frei offenbar sein; tust du solches, so offenbare Dich vor der Welt" u.s.w. JOB.7,2.

 

Liebe Kinder!

In diesen Worten, welche Meine irdischen Brüder gegen Mich aussprachen, liegt eine Entsprechung, ganz besonders für euch in der Festzeit; denn viele Menschen, welche von Meinen Worten, die sie durch euch erhalten, erbaut werden, meinen: ,,es sollte mehr ,,offenbar werden vor der Welt und den Weltmenschen, daß Ich ,,abermals mit den Menschen in herablassender Weise verkehre;" denn Viele wissen Meine Regierung, die stets göttliche Weisheit, Liebe und Langmut beobachtet, nicht zu fassen; sondern sie denken zu menschlich von Mir, und richten sich nach Ihrem eigenen Gefühle dabei, das Ich ihres Eifers wegen zwar segne; aber ihre Bitte um schnelle Ausbreitung des Evangeliums dieser Worte kann Ich nicht nach ihrem Sinn erhören, wohl aber diese Worte an ihnen selbst desto mehr segnen.

 

Es liegt eben auch weniger an der Zahl solcher Seelen beim Anfange und bei Grundlegung solcher Wahrheiten, als daran, dass durch diese Wahrheiten, wenn sie zur Richtschnur im Leben und Handeln genommen werden, wahre Kinder von Mir gebildet und erzogen werden; daher Ich hier auch alle andern (wunderbaren) Beweise unterlasse, weil durch dieselben zwar ein augenblickliches Aussehen und Bewundern erregt, aber nicht die Frucht dieser Lehre erzielt würde, was doch die Hauptsache ist, nämlich, das durch dieselbe solch glückliche Gotteskinder werden sollen, welche Meine Gebote und Anordnungen dankbar befolgen, weil sie nach und nach an sich erfahren, dass dieselben den Menschen bloß gegeben sind, um sie zu beglücken, und eben darum wird solch wahren Kindern die Befolgung Meiner Wahrheiten zur Freude und Seligkeit.

 

Nun fraget euch selbst: wie könnte ein Wunder glückliche Menschen für Zeit und Ewigkeit machen? Wohl helfe Ich oft durch wunderbare Führung einer einzelnen Seele zur Wahrheit; aber um den Glauben an diese Wahrheiten hervorzurufen, dazu gehören nicht Wunder, sondern die Gnade, welche da ist die Kraft des h. Geistes, der mit Seiner Erleuchtung all Denen zu Hülfe kommt, die nach Mir fragen und Mich suchen, aber freilich oft auf ganz verkehrtem Wege. Da gelten stets die Worte: ,,Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!"

 

Wenn eine Seele das noch wahrnimmt, sei sie auf den Leidensweg gestellt, aber oft noch mitten im Weltgetümmel, so kann sie auf dieses Anklopfen (des h. G.) aufmerksam werden; denn Ich bin stets bereit, auch an den unbedeutendsten Zug nach Mir anzuknüpfen, und dieselbe mit väterlicher Liebe so zu leiten, daß sie oft noch im diesseitigen Leben ihr wahres Ziel erkennt, und nach demselben strebt.

 

Darum sagte Ich auch damals zu Meinen Brüdern: ,,Meine Zeit ist noch nicht da, daß Ich Mich allgemeiner offenbare und als Den bezeuge, Der Ich bin;" denn sie (die Menschen) glaubten noch nicht, und darum konnte Ich Mich noch nicht mehr annähern, aber ,,eure Zeit ist allwege;" denn Ich klopfte stets mit Liebe bei ihnen an, um sie aufmerksam zu machen, wie sehr sie noch mit der Welt harmonierten, und darum ließ Ich sie dort auch allein in den Tempel gehen, und die äußeren Zeremonien mitmachen; Ich aber ging nicht offenbar, sondern heimlich ihnen nach.

 

So geht es heutzutage noch! Viele gehen in die Kirche ohne Mich! Ich aber gehe ihnen nach und lehre sie, daß sie sich untereinander fragen; Wer ist der, der da lehret? denn ein Jedes hat eine andere Aufnahme vom Worte, weil Ich der Vermittler der Worte bin, und Jedem nach dem Grade Seiner Liebe zu Mir den Segen davon zuteile; daher es auch kommt, daß von den gleichen Worten aber von derselben Predigt der Eine gesegnet ist, während der Andere es gar nicht fassen kann.

 

Darum sage ich bald: ,,Meine Zeit ist noch nicht da," zu denen nämlich, die noch nicht angefangen haben Mich zu suchen, - und bald wieder zu den Andern: "Siehe! Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" Wer dieses Innewerden genießt, der wird weder Wunder noch Zeichen begehren, sondern allein Meine Liebe! Amen! Euer Vater in Jesu

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371. - (8.Dezember 1883.) Ist der hier Sich offenbarende Jesus der wahre Gott?

 

„ Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. " Jobs. 4.

 

Liebe Kinder!

Ich nahte mich dem Samariter-Weibe, weil ich wusste, daß es derselben Anliegen war, ihren Gott zu verehren, und dessen Wohlgefallen zu erlangen; darum unter redete ich mich mit dir, um sie auf den wahren Glauben hin zuleiten, und öffnete ihr das geistige Verständnis dafür, damit sie überzeugt wurde: ich sei Christus, der verheißenen Messias!

 

Sie erkannte Mich nicht allein an dem , daß Ich ihr sagte, wie ihr Lebenswandel war, sondern Mein Wort: „Ich bin`s, Der mit dir redet“, fand einen kräftigen Wiederhall in ihrem Innern, und dies ist das beste Zeugnis, welches Ich denen geben will, die da redlich suchen, aber noch zu ängstlich sind, Mich in Meinem neu geoffenbarten Worte als denselben Gott zu erkennen, Welchen sie von Jugend auf gelehrt worden sind, und Welchem sie Treue geschworen haben.

 

Es muß Denselben in ihrem Innern klar werden, daß Gott im Geiste und in der Wahrheit Sich ihnen nähern will, und nicht durch Wundermacht, obgleich dieselbe auch oft ganz in ihren Lebensgang verflochten ist; denn Alle, welche ernstlich suchen, und Mich dann auch gefunden haben, wissen im Rückblicke auf ihre Führungen etwas zu erzählen, worin sie die Gnade und wunderbare Führung preisen können, die sie Mir näher brachte, und zu solchen sage Ich dann: „Ich bin`s, Der (darin) mit dir redet!“ denn nicht von Außen her kommt die wahre Erkenntnis und der (beiliegende) Glaube, sondern von dem Innewerden im Herzen, das erzeugt wird durch die Befolgung Meines Willens, (Jobs. 7,17.), welcher hauptsächlich den Christen kundgegeben ist, durch die h. Schrift und ihr Gewissen.

 

Es gibt heutzutage viele (solche) Samariter, die auf die Gelehrten und Leiter in demütiger Unterwerfung schauen, weil sie meinen, denselben sei ein Vorzug in der Gnade zu Ziel geworden. Darum suchen sie im Stillen oder heimlich in den Besitz solcher Erleuchtung zu kommen. Diese suche Ich in unscheinbarer Wiese auf und spreche: Ich bin`s, Der mit dir redet!“

 

„ Und gleichwie das Weib zu Samarita noch viele Leuten von Meiner Begegnung erzählte, und sie zum Prüfen und Forschen veranlasste, so dass viele Samariter vorerst um des Weibes (Zeugnis) willen glaubten; aber sich dann vom Geiste überzeugen ließen, und zu dem Glauben kamen: Dieser ist Christus, der Welt Heiland; also wird Mein Rettungsplan für die arme Menschheit, so lande die Erde stehet, fortgesetzt; teils durch Werkzeuge, welche Ich dazu berufe, und welche nicht von außen her, etwa durch ihren Reichtum und ihr Ansehen, zu erobern wissen, sondern durch das (innerliche) hören auf den Geist der Wahrheit, Der sie tüchtig macht, zu zeugen von Dem, Der Sich ihnen geoffenbaret hat, auf das viele Menschen dadurch eingeladen werden, wie die Samariter – „Kommet und sehet, ob er nicht sei Christus“, um dadurch zum wahren Glauben zu gelangen – an euren Vater in Jesu! Amen!

 

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372. - 16. Dezember 1883 Über Freundlichkeit und Demut

 

„Er aber sprach: die weltlichen Könige herrschen und die Gewaltigen hetzt man gnädige Herren; aber nicht also, sondern „der Größte unter euch solle sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener; denn welcher ist der Größte der zu Tische sitzt aber der da dient? Ist`s nicht also, der zu Tische sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener!“ Luk. 22., 25.

 

Liebe Kinder!

Ehe Ich Mich von Meinen Jüngern durch den Tod trennen musste, gab Ich ihnen noch viele Belehrungen über das Verhalten auch in äußeren Dingen, welche oft für viele, die da meinen, daß sie in Verbindung mit Mir stehen, zu wenig beobachtet werden, was sowohl für ihr eigenes Seelenheil, als für Andere großen Nachteil bringt.

 

Es ist hauptsächlich sie demütige Freundlichkeit gegen die Mitmenschen, welche gar viele gute Früchte bringt, wenn sie geübt wird!

           

Es kann z.B. ein Mensch im Innern sehr viel Liebe haben, für seine Mitmenschen und für dieselben fleißig beten; glaubt aber dieselben immer ernst und strenge behandeln zu sollen, weil auch seine äußere Stellung oft eine mehr glänzende ist, anstatt daß er mit Freundlichkeit und Demut sich mit solchen in Verkehr zu setzen sucht, die er als geistig Arne und oft auch als leibliche oder irdische Arme bemitleidet, und da sage Ich euch:

           

Wenn der Mensch zuerst seine eigene Ehre und Überlegenheit solch arme Menschen fühlen lässt, und glaubte dann hintendrein noch geistigen Gewinn für Mich zu machen, so arbeitet er vergebens in Meinen Weinberge!

           

Darum habe Ich euch hierin in Meinen Erdenleben Beispiele gegeben, indem ich sagte: „Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß Er Ihm dienen lasse, sondern daß Er diene“ u.s.w. (Matth. 26,28.) und legte Meinen Jüngern die Frage vor: „Welcher ist denn der Größte? Der zu Tische sitzt oder der da dienet? Ist`s nicht also, der zu Tische sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener!“

           

Ich wollte sie darauf aufmerksam machen, dass Meine Lehre sich von den Ansichten der Menschen unterscheidet; denn auch in den äußeren Verhältnissen richten sich die Weltmenschen ganz verkehrt nach Ansehen und Ruhm; sie suchen dieselben durch ihr stolzes Auftreten zu erlangen, währen Ich in die wahre Demut das größte Ansehen und die größte Macht legte – Andere zu beeinflussen und sie zum Gehorsam zu bringen.

           

Beobachtet es nur in eurer Umgebung, ob ein herrschsüchtiges Wort so viel Liebe und Achtung erzeugt, als ein freundliches liebevolles Wort?

           

Z.B. der Diener, der da weiß, daß er nicht nur seinen wohlverdienten Lohn erhält, sondern auch noch liebevolle und freundliche Behandlung, wird gleichfalls suchen, nicht allein aufzumerken auf die Befehle, sondern er wird auch unausgesprochene Wünsche, welche ihm bekannt sind, zu erfüllen suchen; und wie gerne wird solch ein Diener sich belehren lassen über die Anschauungen,. Welche seinen Herrn gelingen, seinem Diener auch eine geistige Erziehung angedeihen zu lassen, und so ist dann der Gebieter der „Diener in Meinem Namen“ geworden!

           

Darum: Welcher unter euch der Größte ist, der diene den Andern, so wird auch euch das Reich beschieden, welches Mir der Vater oder die ewige Liebe beschieden hat. Amen!

Euer Vater in Jesu.

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373. - (Den 23. Dezember 1883)  Geistige Entsprechung unserer Zeit mit der Zeit von Christi Geburt

 

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzet würde“ U.  Luk,2.

 

Liebe Kinder!

In der Weihnachtszeit feiert die Christenheit das Andenken an Mein kommen in die Welt, und viele sehnsüchtige Herzen fragen: Wann wird wohl der gute Jesus zum zweiten male wiederkommen? Und Ich rufe ihnen zu: „Hebet eure Hände auf und sehet, dass die Zeit nahe ist!“ Denn die Zustände der Jetztzeit gleichen so sehr den Zuständen in der Zeit als Ich geboren wurde, wo zumeist finsterer Unglaube und Aberglaube unter dem Volke, Menschenfassungen und Herrschsucht unter den Pharisäern und Schriftgelehrten vorherrschten. Dazu kommt nun noch wissentliches und vorsätzliches Unterdrücken alles dessen, was sie suchenden Seelen hätte mehr aufklären können – über die geistige Dinge.

           

Weil aber die Pharisäer bei der Unwissenheit de Volkes ihren materiellen Wohlstand immer mehr erweitern konnten, so wurde das Volk hingehalten, mit dem zufrieden zu sein, was diese Vorgesetzten für gut fanden, ihnen mitzuteilen. Da aber infolgedessen gar kein geistiger Gewinn mehr für wert und wichtig gehalten wurde, so verstockten sogar die Leiter das Volk selbst, und das Volk verfiel dann nicht nur in Unglauben und Aberglauben, sondern in sittenloses Verderben, was sich auch an den äußeren Verhältnissen fühlbar machte, so das der Mensch den meisten Teil seines (geistigen) Übels verlor, und oft unter den Tieren stand, in Beziehung auf sein Thun und Treiben.

           

Ich bezeichnete diesen Zustand öfters im neuen Testamente, und sagte Meinen Jüngern: „Wenn dies Alles sich vollends so gestaltet, so hebet eure Häupter auf und merket, dass die Zeit nahe ist, wo der Herr zum Gerichte kommt; aber ihr sollet dann gleich sein den klugen Jungfrauen, die Öl in ihren Lampen haben, oder welche die Liebe im Herzen tragen, mit welcher sie dem Herrn freudig entgegengehen können.“

           

Auch euch gelten heutzutage die gleichen Worte: „Hebet eure Häupter auf .“ und  Blicket auf die geistigen Zustände um euch her, und ihr werdet erkennen, dass es nur noch durch Meine Hilfe und Mein Kommen möglich ist, aus dem Gräuel der Verwüstung (auf geist. Gebiet) wieder einen „Garten Gottes“ zu machen, worin die Menschen ihren wahren Seelenadel wiedererkennen, und darnach streben denselben zurückzugewinnen; und wenn ihr dies erkennt, so glaubet fest, dass Ich es auch tun will, gleichwie zu jener Zeit, wo ebenfalls nur noch einige Seelen es waren, die um Abhülfe dieser Finsternis seufzten, und sich auf Mein kommen freuten; aber um dieser Wenigen willen werde Ich Mich abermals aufmachen, und den Weg der Errettung Vieler anbahnen, und zwar abermals (zunächst) durch Vorkehrungen im Stillen, bis die Zeit erfüllet ist, wo Ich Einzug halten will, und Mir dann das ganze Volk ein Hosianna singen wird!

           

Einstweilen aber teilet ihr mit Maria Euer Loos, die bald freudig, bald traurig über ihre Verheißungen war; aber doch dabei stets zunahm im Vertrauen auf ihren Gott und Vater, bis sie zum seligen Schauen gelangte. Amen!(Siehe in der Jugendgeschichte Jesu, Kp, 14, d. Hsg.)

 

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 374. - Christfest 1883   Ein zeitgemäßer Weihnachts-Brief

 

Meine lieben Kinder!

Kommet herein in die Bethlehemsgrotte, und sehet was dort vorgeht; denn es ist ein unerforschliches Ereignis für den Menschenverstand.

           

Selbst Diejenigen, welche in dieses Wunder mit verflochten waren, konnte nur die Liebe und der Glaube an ihren Gott und Herrn stärken, dass sie tüchtig wurden, den wahren Segen davon zu erhalten. Während die Menschen Mich über allen Himmeln suchten und anflehten, lag Ich in ihren Armen, umgeben von Millionen von Geistern, die Mir Lob- und Danklieder darbrachten, dass sie Meine Diener sein durften.

           

Dieses Ereigniß ist der Anfang zur Gründung eures Glaubens, und somit der Grundstein, worauf das ganze Lehrgebäude des Evangeliums ruht; es ist unerlässlich und nicht zu verleugnen von allen Dienern Meiner Kirche, dieser Beweis Meiner herablassenden Liebe, welche sich in Fleisch und Blut hüllte, um ihren geschaffenen Kindern dienen zu können; denn es ist ein Offenbaren Meines Wesens, welches in tiefster Erniedrigung und Demut dem Verlorenen nachgeht.

           

Und doch wird dieser Beweis heutzutage geleugnet, und gar Wenige sind es, die noch glauben, dass Ich es nicht verschmähe, um Seelen zu retten, bald da bald dort das Organ eines Menschen zu benützen, oder Mich abermals durch Fleisch und Blut kundzugeben.

           

Es ist dieses jetzt ebenso nöthig, wie vor fast 2000 Jahren, weil die Menschen wieder in gleich versunkenem Zustande sich befinden, so dass sie nicht mehr allein durch die allgemeine Kirchenordnung, (welche nun eben meistenteils nur äußerlich gepflegt wird) angetrieben werden geistig zu suchen, zu forschen, und um den h. Geist zu bitten, sondern ihre Gebete gehen meist nur dahin, Mich um ihr Wohlergehen im Äußern zu bitten.

           

Geistigarm sich Fühlende gibt es Wenige, während doch beinahe alle Menschen sehr arm am Geiste geworden sind, was davon herrührt, dass die Beschäftigung mit dem h. Geiste oder das innere Gespräch (Herzensgebet) fast gänzlich nun bei den Menschen aufgehört hat. Es sind nur noch einige Minuten oder wenn es hoch kommt, ist eine Stunde des Tages dazu bestimmt, zu Mir zu beten, und oft auch dies nur der Form nach; aber solches sind seine Werte, die ich als eine Frucht der Liebe zu Mir segnen kann; daher komme Ich jetzt zum Zweitenmale, und zwar in eine noch viel dunklere Höhle, als es in Bethlehem der Fall war, wo doch zwei herrliche Lichter in Liebe und Glauben Mich umgaben, Maria und Josef.

           

Ich komme nun aber dessen ungeachtet doch mit vieler Liebe, wenn Ich nur wenigstens dann aufgenommen werde.

           

Darum schicke Ich nun auch überallhin himmlische Boten aus, die es den Menschen verkünden sollen (durch geistige Beeinflussung), dass Ich im Anzuge bin, damit dieselben sich bereiten können; auch habe Ich Mir unter den Menschen Werkzeuge erwählt, gleichwie Ich es vor Meiner Geburt tat, indem Ich eine Elisabeth, einen Zacharias, Simeon, Maria und Josef zuvor ahnen ließ, was geschehen solle!

           

Wohl Solchen, die es nicht allein bei ihrer Berufung bewenden lassen, sondern die sich selbst bestreben, Erstlinge zu werden, welche Mir mit Freuden entgegeneilen, um Mich zu empfangen! Ich werde dieselben segnen, gleichwie Ich Meine Pflegeeltern segnete – mit verborgener Liebe, welche sie ernst, dtark und geistig groß machte, allen zu widerstehen, was Meinem Einzuge hinderlich war. So nehmet auch ihr diese Winke als eine willkommene Weihnachtsgabe an von eurem treuen Vater Jesus. Amen!

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 375. Den 13. Januar 1884    Vertrauen

 

„Himmel und Erde werden vergehen; aber Meine Worte werden nicht vergehen! U. s. w. Gleichwie es aber zu der Zeit Noa’s war, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes; denn gleich wie sie waren in den Tagen der Sündflut, sie aßen, sie tranken, sie streiten und ließen sich freien, bis an den Tag da Noa zu der Arche einging und sie es nicht achteten, bis die Sündflut kam und nahm sie alle dahin, also wird auch sein die Zukunft des Menschen-Sohnes!“ U. Matth. 24, 35-37.

 

Liebe Kinder!

Die Tage, welche Ich einst Meinen Jüngern genauer bezeichnete, wiederholen sich von einer Generations-Periode zur andern immer wieder; denn der Feind ist immer wieder beschäftigt, Unkraut unter den reinen Samen zu streuen; es ist bei jeder einzelnen Seele schon der Fall, dass sie bald mehr geistig angeregt zu streben und voll Glauben und Zuversicht ist, und bald wieder in Zweifel, Unglauben, Trägheit und allerlei Verstrickungen kommt, es ist ein fortwährender Kampf zwischen dem Ergreifen des Guten oder Bösen.

 

So geht es auch im großen Ganzen auf dem Religionsgebiete. Es gibt Zeiten, wo Alles sich wieder mehr nach etwas Besserem sehnt, und diese Sehnsucht ist die Gegenwirkung gegen das Böse; aber in solchen Zeiten weiß auch Mein Gegner, dass er wenig Zeit hat, für sich etwas zu erobern, und macht sich deshalb mit seiner Gewalt bemerkbar.

 

Daher kommen in solchen Zeiten so viele Gräuel und Verbrechen vor; es sind dies mehr vom Fürsten der Finsternis herrührende Fälle, welche er an Menschen ausübt, welche es überhaupt gleichgültig mit dem Leben nehmen, weil sie zu wenig den Wert desselben kennen.

 

Wenn es in unserem heutigen Kapitel heißt: „sie aßen, sie tranken, sie freiten, und ließen sich freien“, so ist dieses – infolge einiger aus dem Grundwerke weggelassener Worte – schwer zu verstehen; denn da sollte es heißen: Im Essen und Trinken, wie im ehl. Leben werden die göttlichen Anordnungen nicht mehrbeobachtet, und daher ist dem Feinde

           

 

Nr. 45. Vaterbriefe, 7.H st. Neudr. 2

 

die Türe geöffnet, dass er eingehen und Alles verderben kann. Ist er einmal Meister in einem Hause und in einer Familie, so wird er immer ärger regieren, bis er alles ins Verderben gestürzt hat; ebenso wird er sich bei jeder einzelnen Seele immer mehr festsetzen, wenn dieselbe sich nicht auch in den täglichen Vorkommnissen und Bedürfnissen nach Meinem Willen richtet; also liegt auch im Essen, Trinken und Freien eine große Wichtigkeit, alles nach Meinem Willen zu tun und so dem Feinde zu zeigen, daß er nicht beachtet wird.

 

Ich segne alle Nahrung und jeden Bund in Meinem Namen geschlossen, und beschütze solche Seelen, die stets wachen, dass sie Mir folgen. Sehet aber, wenn einmal darin Gleichgültigkeit gegen Mich herrscht, und man sogar vergisst, dass es einen Gott gibt, Der weise Gebote den Menschen gab, damit sie alles zu ihrem Wohle genießen können, so kann weder eine einzelne Seele noch eine ganze Gemeinschaft sich mehr auf Mein Anklopfen freuen, vielweniger auf Mein Kommen und Erscheinen im Fleische vor ihnen; denn es wäre dies ja ein gräuliches Gericht für alle Diese; und doch sind dann die Tage da, wo Ich Mich aufmache, im Geiste Denjenigen zu scheinen, die doch noch ihre Zuflucht in dieser argen Zeit zu Mir nehmen, um Abhilfe bittend.

 

Nur eines will Ich denselben noch sagen: Betet ganz besonders auch für euch, auf dass ihr bestehen möget, verstärket eure Wachsamkeit über euch selbst, und leget den Maßstab an euch nach Meinen Worten, welche ihr erhaltet, an; zerstreuet euch nicht zu viel im Überblicke über das allgemeine Verderben; denn sonst kommt auch euch der Feind mit seiner List nahe und verführt euch zur Überhebung, indem er euch eure Frömmigkeit vor Augen führt und euch zur Sicherheit verleitet.

 

Darum prüfet euch mehr im stillen Kämmerlein, und Ich will euch dann schon aufdecken, welches Ziel ihr noch zu verfolgen habt; ziehet euch jeden Tag mehr von der Weltgesellschaft zurück, und suchet dieselbe bloß auf, um für Mich zu werben; aber nicht zu eurer Zerstreuung.

 

Die Tage sind ernst, die Zeit ist noch kurz, wo Ich verziehe, darum ist jede Stunde noch eine Gnadenstunde für Meine Kinder, und der einzige Bergungsort für sie sind die einsamen Stunden, welche sie Mir widmen. Es handelt sich nicht um äußere Niederlage; denn da werden die Gottlosen noch lange sich freuen über ihren Sieg, sondern um den Sieg im Geistigen, als Kinder Gottes angetan zu sein mit dem Harnische des Glaubens und der Macht der Liebe, und so das Reich der Welt einzunehmen zu Meiner Ehre! Strebet daher im Stillen Meinen Vaterworten nachzukommen, und überlasset Mir in kindlichem Vertrauen den Kampf nach außen. Amen!  Euer Vater in Jesus.

 

(Man lese auch die Fortsetzung des Werkes von der Wiederkunft in Kp. 25 B.31 ff.)

 

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376.  Neujahrsfest 1884  Von Verheißungen und den Bedingungen dabei  (Luk. 9. )                                                                                                  

 

Liebe Kinder!

Am heutigen Tage, wo ihr euch bemühet, im vollen Vertrauen euch Mir zu übergeben, um sowohl eure Berufung, als euer Schicksal von Meiner Hand leiten zu lassen, weise Ich euch hin auf Meine ersten Jünger, wie Ich dieselben aussandte, welche Verheißungen Ich ihnen gab; aber auch welche Bedingungen dabei! –

 

Es war dies nötig für dieselben, weil sie um Meinetwillen Alles verließen, und so hatten sie heimlich doch mit der Sorge um ihre irdischen Bedürfnisse zu kämpfen, weil auch sie noch nicht stark genug im Glauben waren, dass Ich mit Meiner Macht sie überallhin begleiten w3ürde; denn ihr Sinn war redlich und gut, und sie glaubten mehr Nachfolger für Mich zu gewinnen, wenn sie, statt von ihnen Wohltaten anzunehmen, denselben Wohltaten oder vielmehr Gaben geben könnten. Wohltaten ihren Schülern zu erzeigen, rüstete Ich sie mit Geisteskräften aus; darum bestanden diese in Heilung der Kranken, und in reicher Lehre, deren Befolgung beglückt; aber materielle Güter würden ja ganz den Zweck Meiner wahren Nachfolge verfehlen; denn gekaufte Jünger haben keinen Werth vor Mir, und können Meiner Verheißungen nicht teilhaftig werden!

 

Sehet, darum sollten Meine ausgesandten Jünger durch ihr Erscheinen und Auftreten Jedem sogleich klar machen, dass hier wenig für das Materielle, desto mehr aber an geistigen Gütern erobert werden könne.

 

Darum muß Ich es auch fast überall bis auf den heutigen Tag ebenso mit Solchen halten, die Mir aus Liebe dienen; meistens sind sie in ihren äußeren Verhältnissen so gestellt, dass diejenigen, welche bloß suchen, an solchen Meinen Dienern sich im Äußeren zu bereichern und deren Liebe auszunützen, welche ihnen angeboten wird, wenig dabei finden; und dies ist gleichsam die Bewahrungsmauer für Meine wahren Diener, weil sie die Herzen nicht ergründen können, und oft erst durch traurige Erfahrungen dieselben kennen lernen, was freilich öfters vorkommt; aber doch nicht so häufig, als es mit dem Missbrauche der Fall wäre, wenn dieselben durch materielle Güter ihre Liebe Andere fühlen lassen könnten.

 

Sowohl für Meine Diener selbst, als auch für ihre Schüler hat darum Meine Weisheit gesorgt, dass sie treu bleiben in der Lehre; deshalb können aber die Worte der Aussendung nicht darauf bezogen werden, als ob Ich eine ganz besondere persönliche Aufopferung und Armut Meinen Jüngern auferlegen wollte, sondern es war eben nötig in jenem Zeitgeiste, wo Alles nach Materiellem suchte und jagte, auch durch die äußere Armut dieselben nicht stören kann. – So sind diese Worte auch euch als Winke gegeben, warum Ich oft gegen Meine Liebe eure Bitten nicht erhören kann, wenn ihr zu Mir kommet und um schnelle Ausbreitung Meiner Wahrheit bittet.

 

Ich regiere stets ordnungsmäßig; oft verziehe Ich lange, weil es die Verhältnisse der geistigen Zustände so erfordern; aber oft mache Ich Mich auch schnell auf, über alles Hoffen und Erwarten. Darum, Meine Lieben, die ihr Mir dienen wollet, werfet euer ganzes Vertrauen auf Mich; Ich werde Alles zu eurer Freude und zu Meiner Ehre hinausführen; auch in künftigen Zeiten. Amen! Euer Vater in Jesus.

 

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377. - Den 6. Januar 1884  Verhaltungsregeln gegen die Priester und Lehrer

 

„Auf Moses Stuhle sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Alles nun, was sie euch sagen, dass ihr’s halten sollet, das haltet und tuet es; aber nach ihren Werken sollet ihr nicht tun; sie

 sagen es wohl, und tuns selbst nicht“ u.s.w. Matth.23.

 

Liebe Kinder!

In diesem Kapitel habe Ich Meinen Jüngern weitere Verhaltungs-Regeln gegeben, wie sie sich gegen die Volksleiter verhalten sollen, welche ganz genau die Pflichten dem Volke vorzuschreiben wissen; aber wenig daran denken, selbst mit gutem Beispiele voranzugehen. Gehet deshalb nicht auf dieselben, sondern bleibet bei dem Worte, das sie euch verkündigen; denn es ist Mein Wort, und denen, die um Meinetwillen es aufhören, will Ich den Segen dazu geben, damit sie von innen unterscheiden lernen, wie viel menschliche Anschauungen darunter gemengt sind.

 

Ich musste in damaliger Zeit Meine Jünger auf das Treiben der Pharisäer und Schriftgelehrten aufmerksam machen, und auf die große Heuchelei derselben, um sie zu warnen, dass sie einst das ihnen anvertraute Amt besser verwalten, und sich hüten vor Überhebung über Andere; „ihr sollet euch nicht Rabbi nennen lassen; denn Einer ist euer Meister: Christus; ihr aber seid „Alle – Brüder und Schwestern, und sollet Niemand Vater heißen auf Erden; denn Einer ist euer Vater, der im Himmel ist U.“ – Wie nötig es war, noch ganz deutlich ausgesprochene Verhaltensregeln auch in der äußeren Ordnung zu geben, das könnet ihr aus der Geschichte sehen; leider aber auch, wie wenig diese Worte befolgt worden sind, und wie ganz schnurgerade dagegen gehandelt wurde; denn wie viel Überhebung herrscht nun wieder in der christlichen Kirche! Wie hat sie sich auf Erden den „heiligen Vater“ (Papst) eingesetzt, und wie befriedigt sich der größte Teil (der Katholiken) mit dessen Gunst, ohne nach Mir sich zu richten; sie vergessen dabei, warum Ich Gebote gegeben habe, nämlich nicht um Meinetwillen, sondern um euch selbst dadurch zu beglücken.

 

Darum seid wachsam und prüfet stetes, ob die menschlichen (kirchlichen) Ordnungen von Mir abziehen oder zu Mir führen? Sehet aber nicht auf das Beispiel, sondern machet die Erfahrungen an euch selbst! Vor Allem aber bleibet in der Demut dabei; denn es kommt für jedes Einzelne die Zeit, wo ich Mittel anwende, um es zu demütigen, wenn es nicht selbst nach Demut strebt. Ihr könnet euch aber durch redliches Streben darnach manche Zuchtrute ersparen, sowohl die einzelne Seele, als eine ganze Gemeinschaft; denn auch bei den Gemeinden muss ich Heimsuchungen eintreten lassen, um sie dem völligen Verderben zu entreißen; bald da, bald dort, ja über ganze Völker und Länder muss ich die Zuchtrute schwingen, damit sie nicht vollends ganz gottlos werden; denn Ich und die Überhebung, oder Stolz entgegengesetzte Dinge sind.

           

 

Wollt ihr in dieser Zeit einen Blick in die Zukunft tun, so beobachtet die Überhebung der Einzelnen und der Völker, und ihr werdet bald erkennen, dass nur noch Meine Langmut Aufschub macht, ansonst Ich überall zum Gerichte erscheinen würde; darum kann in der Jetztzeit dieses 23. Kap. Matthäi bei der Mehrzahl angewendet werden.

 

Darum hebet eure Häupter auf und sehet, dass die Zeit nahe ist, wo Ich wieder erscheinen werde. Wohl denen, deren Herz durch die Demut gewürdigt ist, Mich aufzunehmen; wohl solchen Preisen, die im Stillen zu Mir halten und um Meinetwillen schweigen, wenn sie von Außen her durch allerlei böse Gerüchte verfolgt werden. Ich will Mich ihrer annehmen und sie herrlich machen vor Mir; doch nicht gebe Ich, wie die Welt gibt, sondern unvergängliches Gut, das ewig besteht, soll ihr Lohn sein! Amen! Euer alleiniger Vater!        

 

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378. -  Den 29. Dezember 1883  Winke über unsere Zeit, und Lebensregeln ( Joh. 13.)    

 

Liebe Kinder!

Ich muss mich öfters nach euch richten, wenn Ich bei euch schreibe. So wollen wir auch jetzt miteinander zurückblicken auf das Jahr, das nun beinahe verflossen ist, und die Frage an Meine Jünger wiederholen: „Habt ihr auch je Mangel gehabt?“ Ebenso könnt ihr mit Diesen sagen: „Herr, nie keinen;“ denn sowohl leiblich als auch geistig hat euch Meine Vaterliebe bedacht, und euch gezeigt, dass ihr euer Vertrauen nicht vergebens auf Mich setzet, obgleich es nicht immer nach eurem Verstande und eurer Berechnung geht. Das macht, dass euer Schauen noch lange nicht zureicht Meinen h. Reichsplan in seiner Größe zu erfassen; daher will es euch auch manchmal bange werden, wenn ihr nicht gleich Meine Hilfe erblicket, so euch eine Niederlage droht. Ihr sollet in solchen Zeiten mehr auf Meine Verheißungen bauen, die alle in Erfüllung gehen; und die Bedingungen, welche dabei erfüllt werden müssen, genau beobachten, so werdet ihr der inneren Ruhe stets teilhaftig, die da wartet, bis Ich es für gut finde, Alles weiter zu führen, auch im Äußeren.

 

Es handelt sich bei euch darum, treue Arbeiter in Meinem Weinberge zu sein, d. h. nach Meinem Sinn; und da sollet ihr genau auf eure innere Stimme hören, ob dieselbe Eifer oder Geduld verlangt; denn beides ist nötig, bald der Eifer, bald die Geduld, aber nur Ich weiß es, was im einzelnen Falle am besten ist, und darum sollet ihr zu Mir halten, wenn euch eure äußere Tätigkeit nicht recht entsprechen will, weil Ich nicht allein nach außen, sondern auch nach Innen arbeiten lasse, nach außen für eure Mitmenschen, und nach innen an euch selbst.

 

So habe Ich durch Meine Liebe und Weisheit euch auch dieses Jahr hindurchgeführt, und will nicht, dass ihr euch selbst anklaget bei Mir, sondern dass ihr vertrauensvoll mit Zufriedenheit über die seitherige Führung mit Mir das neue Jahr antretet, und all eure Mitgeschwister Mir übergebet, damit Ich ihren Schwachheiten abhelfen, und sie stärken kann in der Liebe. Ladet daher morgen Alle zum Mahle der Liebe, im Geiste ein; ordnet euch zur Fußwaschung, Meiner Worte dabei gedenkend, damit ihr Alle gesegnet werdet! Euer Vater!

 

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 379. - Den 20. Januar 1884. Zur Wiederkunft des Herrn

 

„Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor  Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden.“ Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke, mit großer Kraft und Herrlichkeit!“ u.s.w. ( Luk. 21, 26.)

 

 

Liebe Kinder!

Diese Worte werden in der Jetztzeit gar wenig beachtet; denn Wenige glauben, dass die Zeit gekommen ist, in welcher dieselben in Erfüllung gehen, sogar Meinen wahren Kindern ist es noch nicht so ganz klar, dass sie schon in derselben leben.

 

Der Glaube an ein äußerliches Auftreten (Meinerseits) mit Pracht und materiellem Prunke ist zu sehr bei den Menschen eingewurzelt, weil ein großer Teil ihres Gottesdienstes in Zeremonien und Äußerlichkeiten besteht, so dass  auch oft recht redliche Seelen da noch in der Irre sind, und meinen genug getan zu haben, wenn sie Mir große Opfer bringen; sie stellen sich dadurch aber über Mich, weil Ich dann der Empfänger bin und sie die Geber sind. Durch diese Stellung Mir gegenüber ist es nicht zu vermeiden, dass Willkür herrscht, gleich wie ein Freier, der nirgends jemand etwas schuldig ist, sich weit mehr erlaubt, als jemand, den die Abhängigkeit drückt.

 

Meine Gebote haben den Werth verloren solchen Seelen gegenüber, die sich damit befriedigen den äußeren Ansprüchen der Kirche nachzukommen, und so ist allmälig die Grundlage, auf welcher das wahre Glück oder die Seeligkeit der Menschen beruht, ganz erschüttert worden, und nur Wenige sind es, die sich bemühen noch aufzusuchen.

 

Darum ist die Zeit Meiner großen Erbarmung erfüllt, und Ich habe Meine Kinder abermals mit Schätzen des Himmels besucht, um sie reich zu machen an Wahrheiten und reiner Erkenntnis, wozu auch Meine h. Engel ihre Dienste leisten.

 

Aber sehet, „des Menschen Sohn kommt in der Wolke“, d. h. verhüllt. Gleich wie die reinen Sonnenstrahlen blendend einwirken, aber desto wohltuender, wenn sie hinter einer Wolke hervorleuchten, also geht es auch mit der direkten Kundgabe solch himmlischer Wahrheiten; denn es steht doch zwischen Mir und Meinen Kindern eine verdeckende Wolke, damit die heiße Glut Meiner Liebe und das scharfe Licht Meiner Gerechtigkeit sie nicht untüchtig macht mit kindlichem Vertrauen zu Mir aufzuschauen.

           

 

Obwohl sie die wahre Herrlichkeit durch die Wahrheiten und deren Enthüllungen schon in Besitz erhalten haben, so müssen sie den Wert derselben doch erst selbst herausfinden, und die Anleitungen, welche gegeben werden, dieselben zum seligen Gewinn auszubeuten, pünktlicher beobachten und befolgen. Geschieht dieses, so werden sie auch erkennen, dass sie nicht mehr auf eine äußere Erscheinung zu warten brauchen, sondern werden durch ihr Geistes-Auge Meine Herrlichkeit erschauen, welche Allen zu Teil wird, die ihr Herz als Wohnstätte für Mich bereiten; denn sie werden zeugen können von einem Frieden und einer Seligkeit, welche sie nicht mit den kostbarsten Erdengütern vertauschen wollen.

           

So wisset ihr nun, daß Mein Erscheinen schon stattfindet, während vielen Menschen es bange ist vor den Dingen, die da kommen sollen, weil dieselben in der falschen Lehre sich begründeten; ihr aber „hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung naht.“ Amen.  Euer Vater!

 

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380. - Den 27. Januar 1884  Vom Fallen und Auferstehen des Christen, oder die Wege der Gnade

 

„Und Jesus sprach zu ihnen: ihr werdet euch in dieser Nacht alle an Mir ärgern; denn es stehet geschrieben (Zachar. 13, 7.) „Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zer-

„streuen“ u.s.w.  (Mark. 14,27.)

 

 

Liebe Kinder!

Nachdem Ich dort Meinen Kindern das Abendmahl gesegnet  und es mit denselben genossen hatte, konnten sie trotz dieser so wohltuenden Friedensstunde – Meine obigen Worte doch nicht recht verstehen, als Ich sagte: „ihr werdet euch in dieser Nacht Alle an Mir ärgern!“ Sie waren zu sicher über sich selbst, und glaubten ihre Liebe zu Mir sei stark genug Allem tz trotzen, was sie hindern wollte Mir in der Nachfolge treu zu bleiben.

 

Doch Ich weiß es besser, und lasse es deshalb bei Meinen Kindern zu, daß sie dieselbe erproben können, und während ihre Liebe gegen Mich, legte ich mit Meiner Liebe gegen dieselben immer mehr zu, und stärkte sie nach solchen Niederlagen aufs neue. So war es auch bei Petrus der Fall! Er hielt zu viel von sich, und hätte in der Zukunft nach Meinem Hingange sich eine Überhebung über seine Mitbrüder zu Schulden kommen lassen; darum wollte Ich diesen seinen Fall nicht verhüten, sondern denselben desto mehr segnen.

 

Und wie es einst Petrus erging, welcher bei Euch in der Kirche als Symbol des Glaubens hingestellt wird, so ist es auch mit dem Glauben im Allgemeinen. Viele Christen sins stolz auf ihren kirchlichen Glauben, und meinen, daß wenn sie denselben festhalten, keine Macht ihnen die Seligkeit abstreiten könne, besonders weil sie Mich nach ihrer Art auch lieben; dennoch kommt es aber bei irgend einer Gelegenheit darauf an die Bedingungen der Liebe zu erfüllen; allein da weichen sie zurück und halten manche Wahrheiten von Mir, über die Liebe ausgesprochen, für unfassbar, für Überbürdung oder für falsch ausgelegt. Dies ist die Magd, die sie zur Verleugnung veranlasst; denn gleichwie eine Magd tätig sein muss im Dienen, so muss auch die Liebe tätig sein und dienen, und wenn die Liebe spricht: „Ich kenne ihn nicht“, damit er sich den weiteren Folgen oder Ansprüchen des liebetätigen (und also lebendigen) Glaubens nicht unterzuordnen braucht.

 

Auch in der Jetztzeit geht es so mit dem wahren Glauben! Soll derselbe sich offen zeigen, auch da, wo ihm eine Niederlage droht, sei es ein Verlust von Ehre oder Besitztum natürlicher Art, so wird derselbe gar oft auch von Solchen verleugnet, die meinen, daß sie in ganz inniger Verbindung mit Mir stehen, während sie doch in kurzen Zeitabschnitten Mir als Verleugner gegenüberstehen, weil sie nicht auf Mich, sondern auf die Weltmenschen blicken.

 

Gleich wie aber ein einziger Blick nach Mir Petrus wieder umwandelte, so gedenke Ich euch Alle, die sich zu Mir nach solchen Beirrungen wenden, wieder für Mich zu gewinnen, und wie jetzt Viele Mich wiederum verleugnen, und so der Glaube nun gleichfalls dem schwachen Petrus gleicht, so will Ich abermals der Welt Mich zuwenden mit der Frage: „Warum verleugnest du Mich, während du doch vorgibst, daß du ein Fels seiest, worauf Ich bauen könne?“

 

Die Kirche wird durch die vielen Ereignisse, die von Gottentfremdung zeugen, sich noch überzeugen müssen, daß ihr Glaube eine Niederlage erlitten hat, welche nur durch Mich Selbst wieder gut gemacht werden kann. Darum sehet auf Mich mit der Bitte: euch eines Gnadenblickes, wie Petrus zu würdigen, wenn auch ihr oft in die Lage kommet, Mich vor den Weltmenschen zu verleugnen! Euer Vater!

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381. - Den 3. Februar 1884 Lebenswinke  für die Arbeiter im Weinberg des Herrn

 

„Der Herr aber sprach: Wie ein groß Ding ist es um einen treuen und klugen Haushalter, welchen der Herr setzet über sein Gefilde, damit er ihnen gebe zu rechter Zeit ihre Gebühr. Selig ist der Knecht, welchen sein Herr findet also tun, wenn er kommt, wahrlich Ich sage euch : Er wird ihn über alle seine Güter setzen.“  (Luk. 12,42.)

 

Liebe Kinder!

Wie ein groß Ding ist es um einen treuen Haushalter. Hier aber wird von einer Treue geredet, die nicht auf das materielle Verwalten der Güter und Besitztümer sich bezieht, sondern Ich meinte da in diesem Gleichnisse: Haushalter in Meinem Reiche, welche die ihnen anvertrauten Seelen mit solcher Liebe behandeln, wie Ich sie geboten habe; denn keine andere Verwaltung gibt es für Mich, als daß Meine Kinder und Nachfolger durch die Liebe Mir dienen, und ihren Mitmenschen gleichfalls ein Beispiel in der Liebe geben, damit auch sie dadurch für Mich gewonnen werden.

 

Der Diener eines Herrn, welcher beauftragt ist, seinen Mitknechten ihre Gebühr zu geben, muß Sorge tragen, daß solches nach des Herrn Willen geschehe, und muss sich stets bewußt sein, daß er selbst ein Knecht ist, und ebensogut von seinem Herrn anhängt, wie seine Mitknechte; darum er sich doppelt verfehlt, wenn er dessen Gebote nicht achtet; er wird seine Mitbrüder zum Zorne reizen, wenn er denselben statt Liebe, Lieblosigkeit entgegenbringt, weil dieselben wohl auch die Gebote des Herrn kennen, und vor ihm sich zu entschuldigen suchen mit der ungerechten Behandlung ihres Vorgesetzten, welchen der Herr über sie gestellt hat, und der sich so der Untreue gegen seinen Herrn schuldig macht.

           

In diesem Gleichnisse ist ganz klar dargestellt, wie sich Diejenigen zu verhalten haben, welche Ich berufe, in Meinem Weinberge zu arbeiten, und Mir Seelen zu gewinnen, was ihnen nur durch die Liebe möglich ist, und zwar muss diese Liebe sogleich an Jedem geübt werden, welchen Ich ihnen zuführe, weil Ich oft unverhofft Rechenschaft von solchen Arbeitern verlange, die oft meinen, daß zu diesem oder jenem Liebesunternehmen noch lange Zeit sei; diese wollen sich oft vorher gütlich tun, ehe sie an eine Arbeit gehen, die ihnen oft sauer geschieht, anstatt daß sie sich freuen sollten, von Mir dazu berufen zu sein.

           

Es ist dieses bei der Mehrzahl Meiner Nachfolger der Fall, daß sie die Ausführung ihrer guten Vorsätze hinauszuschieben suchen, in der Meinung, Mein Herr versucht zu kommen; darum legen sie ihre Arbeit für Mich bei Seite, und frönen lieber ihren natürlichen Genüssen, aber Ich sage euch: da werde Ich unverhofft eintreten, sie aufrütteln von ihrer Sicherheit und Rechenschaft fordern von ihrer Berufung.

           

Sie werden dann in einen Zustand kommen, welcher das Los derer ist, die nie in Verbindung mit Mir standen; denn wehe Solchen, die Meinen Willen wissen, und denen Ich ganz besonders Meine Gnade zuwendete, wenn sie denselben missachten und wiederum sich dem materiellen Weltgeiste zuwenden: für diese wird doppelte Strafe sein, wenn sie untreu erfunden werden!

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382.  - Den 10. Februar 1884  Lebenswinke  für die Treue in  der Liebe

 

„So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet; vor allen Dingen aber habt untereinander eine brünstige Liebe decket auch der Sünden Menge.“ „Seid gastfrei untereinander, ohne Murmeln. „Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.“  1. Petri 4, 7.

 

Liebe Kinder!

Ich weise euch heute hin auf die Worte des Apostels Petrus, welche derselbe in Meinem Namen an die Gemeinde richtete, oder an einen Bund, dessen Glieder sich durch Meine Gnade berufen fühlten Mich als ihr Oberhaupt und als Gott anzuerkennen, und die sich somit auch verpflichteten Mir in allen Dingen Gehorsam zu leisten; hauptsächlich aber auch in der gegenseitigen Liebe, weil ein jedes Einzelne Gelegenheit hat, die Liebe an den Andern zu betätigen, welche aus Dank gegen Mich Selbst euch veranlassen soll, daß ihr, da ihr Mich nicht sichtbar um euch habt, dieselbe an euren Mitbrüdern und Mitmenschen ausübet, was euren nächsten Wirkungskreis ausmacht, in welchem ihr stets wachsen und zunehmen sollet.

 

Denn, wenn ein Jedes in solchem Bunde sich bemüht, die Liebe zu pflegen, so geht es leicht, weil dann ein großer Genuss damit verbunden ist, indem ihr Jedem einfach geben könnet; aber dafür von der Mehrzahl wieder Liebe empfanget, und ihr somit gleichfalls von der Liebe gepfleget und getragen werdet. Dagegen wenn ein Mensch Hass ausübt, er wiederum nur Hass erntet und sich selbst dadurch die Hölle bereitet.

 

Dieses so ganz klare Bild von der Liebe und ihrem Gewinne herzustellen, ist die Aufgabe solcher Gemeinschaften, die sich nach gütige und demütige Liebe untereinander machen sie dann Meinem Namen Ehre, und ziehen noch Andere nach in ihre Bedingungen einzugehen, welche von Mir Selbst gestellt sind, und Liebe heißen in allen Fällen des Lebens.

 

Darum, wenn Jemand sich schwach fühlt die Liebe so auszuüben, wie Ich’s gebiete, z, B. wenn ein Mitglied sich derselben selbst unwürdig gemacht hat, so sage ich euch: Um Meines h. Namens Willen übet euch in der Liebe! Und ihr werdet immer mehr in derselben erstarken, um auch Solche mit Geduld zu tragen, welche eure Liebe entweder gering schätzen, oder sie gar zurückweisen.

           

Bedenket aber auch dabei, daß der Feind am meisten die Liebe zu schmälern sucht, weil er weiß, daß wenn diese erkaltet, er überall den Sieg davon trägt. Darum alle Mahnungen von Meinen Aposteln und von Allen, welche für Mich werben, das Symbol der Liebe festhielten und stets festhalten müssen. Ohne Liebe gibt es keine wahre Treue, keine wahre Demut, keine reinen Opfer, keine wahre Gerechtigkeit; nur durch die Liebe können in Meinem Weinberge die Früchte geraten, sie ist gleichsam die Sonne, die alle andern Stoffe filtriert zu einer genießbaren Frucht, und einen Gemeinschaftsleib nährt.

           

Wollt ihr denselben zerstören, so ist dies bald geschehen. wenn die Liebe in euch nicht gepflegt wird. Und gleichwie an einem Leibe jedes Glied beachtet werden muss, so auch muss in einer Gemeinschaft jede Seele gepflegt werden, damit der Leib oder die Gemeinschaft ein vollkommenes Ganze bilde, (B. 11.) „auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christum! Amen!“ Also „liebet euch untereinander, gleichwie Ich euch geliebet habe!“ Euer Vater.

 

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383. - Den 17. Februar 1884  Vom Wesen Gottes – und des Menschen

 

„Da sprachen etliche der Pharisäer: „Der Mensch ist nicht von Gott, dieweil er den Sabbat nicht hält.“ Die Andern sprachen: „Wie kann ein Mensch solche Zeichen tun? „Und es ward eine Zwietracht unter ihnen. (Joh. 8, 19.)

 

Liebe Kinder!

Als Ich auf Erden wandelte, fand Ich den Unglauben am größten bei den Pharisäern und Schriftgelehrten, weil die diesen der Hochmut und die Überhebung am stärksten und größten waren, und sie darum sich selbst geltend machen wollten, (sich zwingend) als wahre Abkömmlinge Luzifers, von dem es heißt: „Er wollte sein wie Gott.“

 

Gerade in diesem Punkte und in dieser Sünde des Hochmuts liegt das Verderben und der Untergang alles Guten, weil dasselbe nur auf Grund wahrer Demut und Liebe sich gründen muss; denn Mein Urwesen, nach welchem Ich Mir Kinder schuf, ist Demut und Liebe, eine Entäußerung von dem, was Ich allein im Besitz hatte, an Meine geschaffenen Wesen; darum auch gab Ich denselben den freien Willen, als die größte Gabe der Liebe, welche Ich geben konnte.

 

Das seht ihr auch am Beispiel eines irdischen Vaters; wenn derselbe seine Kinder in allem selbst wählen lässt, so ist dies ein Zeichen, daß er sie so liebt wie sich selbst, indem er ihnen in dieser Liebe etwas von seinem Vaterrechte abtritt, was denn auch die Kinder gegen den Vater mehr zum Danke verpflichten soll, als alle anderen Genüsse im Hause des Vaters.

 

So wollte also auch Ich Meinen Kindern einen Teil Meines Vaterrechtes überlassen, welches aber nun der größte Teil derselben missbraucht, indem sie sich über Mich erheben.

 

Wie groß diese Überhebung gegen Mich ist, das könnet ihr aus der Geschichte wissen; aber in eurer gegenwärtigen Zeit hat dieselbe ihren Höhepunkt erreicht, so daß Ich nicht nur nicht mehr als Vater anerkannt werde, sondern auch nicht mehr als Gott; ja Meine Existenz wird ganz geleugnet, und bei den Besseren nur noch soviel anerkannt, als sie es noch für nötig finden, es zu ihrem eigenen Interesse festzuhalten; daher hauptsächlich die Wirkungen des h. Geistes als ein Geheimnis, welches nur blindlings noch geglaubt werden müsse, dargestellt werden.

 

Das der h. Geist (oder Ich in Meiner göttlichen Beeinflussung) gerade jetzt sich am kräftigsten bei solchen Seelen tätig macht welche noch zu retten sind, dies wird sogar von Denen geleugnet, die sich nach Meinem Namen christliche Kinder Gottes nennen. Solches kommt daher, weil sie nicht einfältigen Herzens sind; darum hören sie Dessen Stimme in ihnen nicht, sondern besprechen sich mit ihrem Verstande, welcher sich bei ihnen an Meine Stelle zu setzen sucht.

           

Geht, so geht der Sündenfall in dem Menschen stets erneuert fort, als die Überhebung des Natürlichen gegen den Einfluss des Göttlichen, und darum ist Mein Wiederkommen, um die Seelen zu retten, ein Werk des h. Geistes! Ich sage es euch, M. l. Kinder, daß nun Mein Erscheinen durch den h. Geist geschieht, was nur Solche zu fassen vermögen, welche wissen, daß Ich (der Vater), Jesus (der Sohn) und der h. Geist nicht getrennt werden können, sondern Eins sind.

           

Und gleichwie einst die Pharisäer und Schriftgelehrten Mich in der Person Jesu nicht als ihren Messias oder Retter anerkannten, so geht es jetzt wieder. Die Verstandesgelehrten weisen Mich zurück, und erkennen Meine Wirkungen an den Menschen nicht an, sei es im Innewerden oder im direkten Worte; es ist ihnen beides eine Torheit, denn „der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geiste Gottes, denn es muss geistig gerichtet sein.“ (1. Cor. 2, 14.)

 

Darum wundert euch nicht mehr, wenn auch ihr bei der Übermacht des Bösen überall zurückgewiesen werdet, wenn ihr in Meinem Namen etwas tun wollet; aber bleibet stark im Vertrauen, daß Ich euch dazu erwählt habe, Mir als Vorbereiter Meines Wiederkommens zu dienen, und da und dort Seelen zu gewinnen durch Meine euch zugewiesenen Worte. Es liegt so in Meinem Rettungsplane, daß in solch unscheinbarer Tätigkeit dennoch die größte Kraft Meines Geistes verborgen liegt.

           

Darum, wenn ihr auch nicht erschauet, welchen Erfolg diese kleine Aussaat hat, so säet dennoch ruhig fort im Vertrauen und aus Liebe zu Mir; eure Ernte wird einst doch reichlich ausfallen, und eure Vereinigung mit Mir (eine feste sein). Amen.

 

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 384. - Den 23. Februar 1884  „Jesus aber antwortete Nichts mehr“

 

„Und die Hohenpriester beschuldigten ihn hart; Pilatus aber fragte ihn abermals und sprach:

„Antwortest du Nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen ?“„Jesus aber antwortete Nichts mehr!“   (Mark. 15, 3.-5.)

 

Meine Lieben Kinder!

Wir wollen uns nun in die Zeit hineindenken, wo Ich vor den Richterstuhl der Menschen geführt wurde, um Rechenschaft abzulegen über Meine Taten, Meine Lehre und Meine Person. Hier hätte Ich Gebrauch von Meiner Allmacht machen und dadurch viel Volk zum Glauben bringen können, was nachher mit so viel Leiden und Trübsalen sehr langsam geschehen musste, weil durch Meine Hingabe und Meinen Tod Viele sogar wieder von Mir abtrünnig wurden.

 

Ich sag dieses voraus, was Mir Meine Leiden auch noch erschwerte; allein es war in der göttlichen Ordnung also beschlossen, wie ihr es schon in den Vorhersagungen der Propheten lesen könnet (Jes. 53), und darum musste Alles pünktlich erfüllt werden, um das Werk der Erlösung ganz zu vollenden, und Meinen Nachfolgern durch Mein Beispiel den wahren Weg zu zeigen, der zum Leben führt.

 

Also kann Ich Meine Worte, welche Ich zu Meinen Jüngern sagte, gleichfalls nicht ungültig machen, wenn es heißt (Luk. 9, 22. bis 26.): „Wer Mir folgen will, der verleugne sich selbst, „nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge Mir nach!“ ihr sehet deshalb, wie wenig ich eine Bitte um eine auffallende schnelle Durchhilfe Meiner Reichs-Sache erhören kann, welche Meine Kinder in ihrem blinden Eifer Mir vortragen; denn, hauptsächlich was göttlicher Art ist, muss rein und lauter nach göttlicher Ordnung geschehen, so angefangen und so vollendet werden; und so müssen auch Meine Nachfolger auf Mich sehen, wie Ich einst vor dem Richter Pilatus stand, wo geschrieben steht: „Jesus aber antwortete Nichts mehr.“

           

Unterlasset auch ihr das Reden vor Solchen, von welchen ihr wisset, daß sie die Stimme des h. Geistes in sich überhören, um nach außen ihr eigenes Ansehen und ihren Eigendünkel zu behaupten. Denn, weil Ich den Pilatus sowohl Selbst warnte, als ihn durch sein Weib warnen ließ, nicht Unrecht über den Unschuldigen auszusprechen, darum antwortete Ich demselben von außen her nicht mehr, und sein Urteil wurde ihm zum Gerichte! So ist es gleichfalls mit solchen Gegnern heutzutage, welche die Gnade von Innen zu belehren sucht.

 

Wenn sie dann mit euch rechten wollen, so antwortet nicht mehr, sondern stellet es Mir anheim; denn, wenn sie euch auch wollen, kreuzigen lassen, so wisset ihr ja, daß auch Ich als euer Meister gekreuzigt wurde; aber das Auferwecken und Auferstehen nur Mir allein zusteht. Dasselbe können die Menschen nicht verhindern, und weil es bloß durch den Tod möglich ist, das ewige Leben zu erlangen, so begebet euch mit Freuden in den Tod, oder in die Niederlage eures natürlichen Lebens, welches da ist: Euer Eigendünkel, euer Hochhuth, eure Eigenliebe und dergleichen, welche nie ganz getötet würden, wenn statt Verfolgung und Schmach – Ruhm, Lob und Überhebung euch gespendet würden.

           

 

Darum könnet ihr euch diesen Gnadenführungen nicht entziehen durch Bitten um Abnahme dieser Heimsuchungen, sondern ihr sollet lieber zu Mir kommen um Kraft, in dieser Schule etwas zu lernen, was euch zu tüchtigen Nachfolgern von Mir macht. Sehet, so sorgt eben immer wieder Meine Liebe für euren geistigen Fortschritt; auch in Fällen, wo ihr am wenigsten erkennet, wie dieselbe darin verborgen liegt. Darum nehmet euch vor, stets auf Mich, al euren Vorgänger zu schauen, und gedenket bei ungerechten und lieblosen Urteilen des Winkes: „Jesus aber antwortete nichts mehr!“ Amen! Euer Vater.

 

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385. - Den 2. März 1884   Das gottselige Geheimnis vom Wesen Jesu Christi

 

Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: „Ich preise Dich Vater und Herr Himmels und der Erde, daß Du solches den Weisen und Klugen verborgen und hast es den Unmündigen  geoffenbaret; ja Vater, denn also ist es wohlgefällig gewesen vor Dir !“   Matth. 11 25 ff.

 

Liebe Kinder

Dieses Dankgebet, welches Ich eist aussprach, ist Vielen ein Stein des Anstoßes in Meinem Wesen, daß Ich als Gott Selbst zu dem Herrn Himmels und der Erde betete, und Ihn als Vater anredete; denn es glauben die Meisten, daß Ich als Sohn selbständig neben dem Vater nur in gutem Einverständnisse mit Demselben stehe, und zu Dessen Geboten Mich stets bekenne, daß Wir also einig in der Gesinnung, aber nicht Eins in der Person sind. Um diese Annahme zu widerlegen, muss Ich euch erklären, Wer dort eigentlich betete. Seht, es war die Seele (in Jesu), welche sich dem Geiste (Gott in Jesu) völlig und willig unterordnete, als Demjenigen, Der sie erzeugte, sie dann regierte, und Der somit Vater und Herr und Regent der Seele ist.

           

Denn die Seele, oder das Organ des Geistes, und der Leib, als Organ der Seele, waren (in Mir als Jesus) in ihrem Willen durchdrungen vom göttlichen Willen, und somit Eins auch im Urwesen; während, obgleich Geist, Seele und Leib im Menschen gleichfalls nur Eines sind, unter der Form „Mensch“, aber hier doch eine Verschiedenheit im Willen herrscht, weil göttlicher und eigener Wille denselben leitet; Ich aber, als Gottmensch, nicht von einem andern Willen beeinflußt werden konnte, als nur vom göttlich-guten. Obgleich auch Meine Seele und Mein Leib, durch die Beeindruckung und Sinneswahrnehmung von außen her, sich auch selbst Gutes und Böses wählen konnte, so blieb der Sohn dem Vater doch treu und war eins mit Ihm, oder – die menschliche Fleischhülle, die Ich (als Jesus) trug, und über welche der Satan Macht hatte, sie durch allerlei Versuchungen zu bestürmen, bewährte sich in ihrer Reinheit und göttlichen Ausstattung, so daß dieselbe befähigt war, den Einhüllungsleib Meines Geistes den Geistern im Gefängnisse als vom Satan unbesiegbar zu zeigen, sowie auch den Menschen nach seiner Auferstehung, und auch in den Himmel einzugehen.

           

Und so wurde auch den Menschen, die nach Meinem Ebenbilde geschaffen sind, gleichfalls das Recht erworben, nach dem Tode den Auferstehungsleib der Seele, wenn er vereint mit dem Geiste ist, den sie von Mir eingehaucht erhielten, zu tragen, welches das Zeichen der Kinder Gottes ist. Aber, um dieses zu erlangen, müssen dieselben sich von Mir, als dem ewigen Urgeiste, belehren lassen, und genau befolgen was Ich sage, sowohl durch die stetige Beihülfe im Innern, als Stimme des Gewissens, wie auch durch die Belehrungen mittelst Meines (alt- und Neugehoffenbarten) Wortes, auf daß auch sie sagen können: „alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater“, oder „all mein Wollen wird von dem Urgeiste als Meinem Vater regiert.“

           

Je mehr ein Mensch sich bemüht dieses zu erlangen, desto klarer wird er auch das Band erkennen, das Mich (als Vater) mit dem Sohne und h. Geiste zu Einem Wesen zusammenhält. Und so wird es (das gottselige Geheimnis) dem kindlichen Sinne, der sich der Beeinflussung des inneren Geistes unterwirft, viel fassbarer sein, als demjenigen, welcher seinen Willen durch sich selbst oder durch seinen Verstand ordnet, der doch nur mehr durch die äußeren Sinne beeindruckt ist; denn solch ein Mensch wird noch lange nicht Mein Wesen begreifen lernen; weil Göttliches nur wiederum durch göttliches Wollen erreicht werden kann! Amen!

 

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 386. Den 9. März 1884 „Im Anfang war das Wort“

 

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort, dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen, und das Licht scheinet in der Finsternis, aber die Finsternis haben’s nicht begriffen.“ ( Joh. 1.)

 

 

Liebe Kinder!

Obgleich in eurem Bibelbuche Vieles durch die Menschen weggelassen worden ist, was Ich in Meinem Erdenleben lehrte und predigte, so geschah dieses doch unter Meiner Zulassung, und durfte deshalb mancher Vers und mancher Akt, welcher die Gelehrten, vielmehr Solche, welche mit Gewalt die Herrschaft über ihre Mitbrüder sich aneigneten, ärgerte, (weil sie dieselben nicht dienlich für ihre Zwecke fanden), dennoch nicht weggelassen werden, so daß Mein ganzes Wesen in der Bibel dargelegt ist; nur ist es nicht so klar zu verstehen, weil dort der Zusammenhang der Worte (oft) fehlt, und es daher dann nicht gleich ganz klar ist, auf was sich solche Worte bei einer Frage und Antwort beziehen.

           

Bei Meinen Jüngern und bei den ersten Christen war Manches denselben noch mündlich übertragen, und erschien so von den Evangelisten ganz gewissenhaft geordnet, durch den Beistand des h. Geistes, welcher das Lehramt unter sich hat, und somit durfte nichts um der Wahrheit willen dazu gemacht, wohl aber weggelassen werden, welches jedoch allen Seelen, welche zu Mir um Wahrheit kommen, durch den h. Geist gegeben wird.

           

Der Glaube, daß Ich bei den Menschen in ihrem Herzen Wohnung nehme, wenn sie nach Mir verlangen, ist Vielen eine Torheit, sie können es nicht begreifen; dagegen Solche, welche noch auf die Stimme hören, welche sie im Innern belehren solle, werden Ursache haben, die Gnade zu rühmen, die sich herrlich an Ihnen bezeuget, und Diese können auch unsere heutigen Losungsworte auf sich anwenden, wo es heißt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott.“

           

Es ist in diesen Worten die Erschaffung des geistigen Menschen angezeigt, der durch das Wort aufmerksam gemacht wird, oder durch Gott Selbst, weil nur durch Gott Alles erzeugt werden kann, und somit auch die Wiedergeburt ein Werk der Gnade ist; gleich wie auch alle Dinge nur durch Gott gemacht sind und bestehen können. Von Ihm allein geht sowohl das kreatürliche als das geistige Leben aus, und weil deshalb das Leben ewig und göttlich ist, so ist es auch als ein geistiges Licht den Menschen gegeben, auf daß sie ihre Abkunft, ihr Sein und Wesen erkennen sollen, welches nach dem Ebenbilde Meines Ich’s ausgestattet ist.

           

Darum beziehen sich diese Worte nicht auf die Erschaffung der Erde und Meines Wesens, sondern sie sind den Menschen gegeben, damit dieselben herausfinden sollen, auf welche Weise ihr geistiges Leben den Anfang machen soll, um die Neu-Erschaffung oder Wiedergeburt zu erlangen. Nur so bergen diese Worte Segen für Meine Kinder und sind denselben fassbar!

           

Daher heißt es: den Weltklugen bleibt dieses Geheimnis dunkel, „die Finsternis haben’s nicht begriffen,“ aber die einfältigen und redlichen Herzens sind, werden Meine Stimme hören (in sich) und erkennen als die Stimme eines göttlichen Vaters, und ferner (B. 12,) „wie viele Ihn aber aufnahmen, denen gab Er Macht Gottes Kinder zu werden.“ Alle, welche diesen Glauben haben, daß Ich Selbst Wohnung bei ihnen nehme, werden zur Vollendung als Kinder von Mir gelangen! Amen!

 

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387. Den 16. März 1884  Zeitentsprechung vom Leiden Christi

 

„Denn in diesen Tagen werden solche Trübsale sein, als sie nie gewesen sind bisher, von Anfang der Kreaturen, die Gott geschaffen hat, und als auch nicht werden wird. Und so der Herr diese Tage nicht verkürzet hätte, würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen, die Er erwählet hat, hat er diese Tage verkürzet.“ (Mark. 13, 19. u. 20.)

 

Liebe Kinder!

Es ist nötig, euch immer wieder darauf aufmerksam zu machen, daß die Worte, welche Ich zu Meinen Jüngern sagte über die Zeit, in welcher Mein Leiden und Sterben sich abermals geistig wiederholt, jetzt in Erfüllung gehen, und teilweise sich schon in dieser eurer Gegenwart erfüllt haben.

           

Wenn ihr auf dem Religions- und Glaubens-Gebiete umher blicket und prüfet, welche Stellung Ich bei der Mehrzahl der Christen einnehme, so werdet ihr erkennen, wie tief Meine Liebe sich gekränkt fühlt, da sie so verkannt, missbraucht, verachtet, zurückgestoßen ist, und wie Mein Gegner durch List und Gewalt sich auf den Thron setzt, um zu regieren und alles zu zerstören, was durch Meine Liebe bewirkt wurde; ja er hat schon an vielen Herzen den Sieg erreicht, daß sie Mich gänzlich verleugnen und somit ins Grab legen, oder in Vergessenheit zu bringen suchen.

           

Wie viele Christusleugner gibt es heutzutage unter euch, und weil dieselben sehr herrschsüchtig und prahlerisch sind, so verführen sie täglich von Denen, die in kindlichem Sinne nach Wahrheit und Licht trachten.

           

Darum ist es so nötig, daß Ich durch den Geist der Wahrheit immer aufs Neue euch Aufschluss über Mein Wesen gebe, das da lebte und wirkte durch Christus, und Sich gründlich offenbarte in damaliger Zeit. Aber leider wurde durch Menschen, welche mehr dem Materiellen als dem Geistigen huldigten, diese Offenbarung entstellt, auf eine Weise, daß dieselbe für materielle Interessen mehr ausgebeutet werden konnte, wodurch der geistige Segen in Folge der entstandenen Gottlosigkeit nicht mehr geachtet und also auch nicht mehr verlangt wird.

           

Nur Wenige sind es, die noch Sehnsucht nach Mir und nach Erleuchtung von Mir in sich tragen; aber diese Wenigen will Ich jetzt auf tausendfache Art segnen, daß sie aufkeimen und Früchte tragen, welche wiederum zur Saat dienen sollen, um eine reiche Ernte für Mich zu erzielen; ja, Ich will Mich derer annehmen, die zu Mir halten, auf daß sie zeugen von Mir, in Meinem Namen hinausgehen und einladen an Meinen Tisch und zu Meinem Mahle, das Ich mit ihnen und unter ihnen halten will; denn Ich will Mich erquicken an ihrer Liebe und Treue zu Mir, und will ihre Arbeit segnen, die, wenn sie gleich oft schwer ist, doch mit reichlichem Erfolge gekrönt werden soll.

           

O Meine Kinder! Ihr wisset noch lange nicht, wie nötig Ich eure Beihilfe habe,*) weil ihr eben Meinen Heilsplan noch lange nicht völlig begreifen könnet, wie derselbe mit Meiner göttlichen Ordnung und Liebe zusammenhängt; denn auch ihr selbst seid durch den Zeitgeist so angesteckt, daß ihr noch zu materiell seid, um Geistiges mehr fassen zu können; daher muß Ich in Meinen Mitteilungen Mich ganz nach eurer Fassungskraft richten, und langsamen Schrittes euch weiterführen. Doch sorget nicht um dieses, sondern vielmehr, daß ihr immer mehr Mich liebet und Mir treu bleibet, damit Ich Meine Liebe und Meine Macht an euch Allen beweisen kann, als Euer Vater.

 

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 388. -  Den 23. März 1884  „Wer aufnimmt, den Ich sende, der nimmt Mich auf“

           

„Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer aufnimmt, so Ich Jemand „senden werde, der nimmt Mich auf; wer aber Mich aufnimmt, der „nimmt den auf, der Mich gesandt hat.“  (Johs. 13, 20.)

 

 

Liebe Kinder!

Ich will heute diese Worte euch geben, weil sie für den Verstand einen starken Wiederspruch enthalten, und deshalb ihr dieselben wiederum nicht wohl erfassen könnet, ohne Beihülfe Meines Geistes, weil sie einen Doppelsinn haben, für das äußere und fürs geistige Leben.

           

Für das äußere Leben ist unter der Aufnahme verstanden: „Wer einem Lehrer oder Apostel von Mir, oder einem geistigen Bruder, oder einem armen Mitmenschen Gutes, und also demselben um Meinetwillen Liebe erweist, der wird von Mir gesegnet werden, als hätte er diese Liebe Mir Selbst erwiesen.

           

Und weil Ich als Jesus damals zu Meinen Jüngern noch also reden musste, wie sie eben einen Begriff von Mir hatten, so musste Ich sagen: „Wer Mich aufnimmt, der nimmt Den auf, Der Mich gesandt hat.“ Würde Ich ihnen den Glauben abverlangt haben, Mich als den alleinigen Gott zu erkennen, von Welchem sie, zufolge ihrer angelernten mosaischen Lehre, einen gar hohen und erhabenen Begriff hatten, so hätten sie so Manches an Mir gefunden, das ihnen gar zu niedrig für ihren Jehova vorgekommen wäre, und hätten Anstoß an Meiner Person genommen.

 

 

 *) soll ja nicht eigenliebig missverstanden werden; da ist wohl gemeint, daß Organe auf Erden sein müssen, welche reines und starkes Verlangen hegen nach besonderer Gnadenhilfe von Oben; also ein freies Liebe-Mitwirken in sehnsüchtiger Fürbitte, aus teilnehmender Erbarmung? D. Hsg.  Nr. 45. Vaterbriefe, 7. Heft, 3. Auf. 3

 

         

Auf der andern Seite sahen sie in Meiner Umgebung so viele Wunder, daß sie bildeten deshalb durch den „Sohn“ eine Brücke zu Mir, auf welcher sie erst nach Meinem Tode vollends zu Mir geführt wurden, so daß Ich dann von Ihnen als Vater und Gott in Jesu geglaubt wurde (1. Joh. 2, 23., Röm. 9, 5., Col. 2, 8., 9. Joh. 14, 9 – 11.)

           

Nun aber will Ich Meinen Kindern den geistigen Sinn dieser Worte noch erklären, welcher sich mehr auf die Jetztzeit bezieht, obgleich solches auch zu jeder Zeit angewendet werden konnte. „Wer aufnimmt, so Ich Jemand senden werde“ bedeutet hier, „wer auf seine unsichtbaren Freunde aufmerkt, wenn dieselben „ihn zu beeinflussen suchen, wie es ihnen durch Meine gnade gelehrt wird, der nimmt Mich auf, weil dieselben ihre Worte nur „aus Mir Selbst nehmen, und also in göttlicher Liebe für Mich „zu wirken suchen.“

           

Darum sagte Ich: Wer Jemand von Mir Ausgehendem, also einem guten Geiste, Gehör schenkt, der nimmt Mich und den Vater auf, weil wir Eines sind. Und weil Ich heutzutage abermals von Vielen, hauptsächlich von den Leitern der Herzen zu hoch hinaufgestellt bin, weit über die Stellung eines wahren Vaters, Der in herablassender Liebe und Demut mit seinen Kindern verkehrt, und weil Ich mehr als Richter und allmächtiger König hingestellt werde, so schicke Ich nun Meine jenseitigen Diener als Vermittler zu den Menschen, damit sie durch dieselben zu Mir geleitet werden, und Mich in kindlicher Liebe ersehnen, erfassen und aufnehmen; nicht aber in banger Furcht, im Gefühle ihrer Schwachheit.

           

Dieses geschieht nun auch in eurem Kreise, indem Ich mit Jedem von euch verkehr. Ehe aber eine Seele zu diesem Glauben kommt, daß Ich Selbst mit ihr verkehre, braucht es längere Zeit und Vorübungen, welche der Fürst der Finsternis mit großer List zu benützen weiß, und wobei Diener der Lüge sich einstellen, um Ärger und Irrtum zu verbreiten, was aber nur so lange möglich ist, bis die Seele entschieden im Vertrauen auf Meinen Beistand, diese Einflüsterungen zurückweist, und dann in Meinem Namen fortmacht. Darum kommen dann in solchen Kundgaben keine Widersprüche des Falschen mehr, wohl aber oft solche vor, die geistige Entsprechungen in sich bergen, und deshalb nicht gleich ganz begriffen werden.

           

Wenn deshalb ein (Mir ergebenes) Medium sich gedrängt fühlt, Schreibversuche zu machen, so geschieht es meist zuerst mit bekannten guten Geistern, weil dasselbe sich noch für zu unwürdig hält, sogleich mit Mir in Verkehr zu treten, und da frage Ich euch nun: „Wäre es Mir wohl möglich, je mit euch, sei es innerlich oder schriftlich zu verkehren, wenn Ich euer Würdigsein abwarten wollte?“ Gehet da seid ihr noch zu sehr mit dem angelernten Glauben behaftet, anstatt daß ihr euch ganz auf Meine Gnade und Liebe verlasset, welche euch stets wieder zuruft: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“

           

Darum werdet stark im Vertrauen und in der Liebe zu Mir! Auf daß ihr Meine Hirtenstimme erkennet, die euch lehren will Meine Schafe zu weiden. Wie Ich einstens Petrus fragte: „Hast du Mich lieb, so weide Meine Lämmer;“ also rufe Ich auch euch nun zu: „habt Ihr Mich lieb, so weidet Meine Schafe“, wie Ich Selbst es euch lehren will! Amen.

 

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 389. - Den 30. März 1884  Gehorsam aus Liebe, Demut und Vertrauen

 

„Fahre auf die Höhe! Und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug tuet.“ Und Simon antwortete und sprach zu Ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf Dein Wort will ich das Netz auswerfen.“ Und da sie das taten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriss.“ (Luk. 5, 4-8.)

 

Liebe Kinder!

Auch zu euch sage Ich abermals: „Fahret auf die Höhe – des Glaubens und der Liebe! Dann werfet eure Netze aus, um Seelen für Mich zu fahen, und wenn euch da große Hindernisse entgegentreten, und ihr keinen Erfolg sehet von eurer Mühe und Arbeit, und euch die Seelen statt mit Liebe sogar mit Hass vergelten, so sprechet mit Simon: „„Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und Nichts gefangen; aber auf Dein Wort will ich das Netz auswerfen.“

           

Ihr sehet, wie nötig es ist, daß ihr im Glauben an Meine Worte feststehet; denn nur diese geben euch noch Muth, wenn Alles um euch her einer Arbeit in der Nacht gleicht, die da keinen Erfolg zeigt. Meine Jünger hatten zu dieser Zeit, als sie im Vertrauen auf Mich das netz auswarfen, noch wenig Aufschlug über Meine Person; aber sie liebten Mich, welche Liebe Ich ihnen durch Meinen Umgang mit denselben beibrachte. Es war deshalb ihr Gehorsam gegen Mich mehr aus der Liebe hervorgegangen, als aus dem Glauben an Meine Mac hat, und darum wurde ihre Arbeit so reichlich gesegnet, und sie würdig gemacht in Meine Nachfolge einzutreten; denn jetzt erst erkannte Mich Petrus auch in Meiner Macht, nachdem er den Erfolg seines Gehorsams durch die Menge der Fische sah, welche er im Netze hatte, und seine eigene Schwachheit wurde ihm durch Meinen Geist aufgedeckt. Ich verhalf ihm zur wahren Demut, (Vers 8) „Petrus fiel auf seine Knie und sprach: „Herr gehe von mir hinaus, denn ich bin ein „sündiger Mensch.“

           

Ihr sehet hierin, welche Wirkung Mein Segen auf Petrus machte; er wurde nicht übermütig bei Gelingen seiner Arbeit, sondern nahm den Erfolg ganz als Mein Werk an. Es kam sie Alle ein Schrecken an; denn diese unerwartete Ernte wirkte so sehr auf ihr Herz, daß sie ihre Mühe dabei gar nicht achteten, sondern nur Mir allein alle Liebe und allen Dank mit demütigem Herzen darbrachten, und dieser Zustand ihres Innern Mir gegenüber würdigte sie, daß Ich zu ihnen sagte:

           

„Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen sahen;“ und sie führeten das Schiff ans Land, verließen alles, und folgten Mich nach. – So ist auch in diesem Akte euch gezeigt, welchen Standpunkt ihr anstreben müsset, um euch immer tüchtiger für Meinen Dienst zu machen, wahres Vertrauen zu Mir, unermüdetes Fortarbeiten aus Liebe zu Mir, und bei dem Segen, der damit verbunden ist, die wahre Demut bewahren.

           

Also werdet auch ihr eure Netze nicht vergeblich auswerfen, wenn Ich euch den Auftrag gebe, es zu tun. Auch Petrus konnte sagen: „Meister! Ich habe die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen“, und so hätte er Ursache gehabt mutlos zu werden; doch er sagte „Aber auf Dein Wort will ich das Netz auswerfen.“ O sprechet auch ihr in euren Herzen diese Worte mit wahrer Glaubenszuversicht, damit Ich eure Netze füllen kann! Amen! Euer Vater Jesus.

 

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390.-  (Palmsonntag) den 6. April 1884   Von der Fußwaschung  (Joh.13.)

 

 

Liebe Kinder!

Vor dem Feste der Ostern war es, als Ich Meinen Jüngern durch die Tat der Fußwaschung noch einen Beweis von Meiner Liebe und engverbrüderten Verbindung mit ihnen geben wollte; denn das Fußwaschen war sonst die Arbeit eines Dieners im Haufe, und darum wollte Ich damit sagen, daß Ich auf die Erde gekommen sei, um zu dienen, und sie zu reinigen von all ihrem Unflat, auch wenn dieses durch die tiefste Erniedrigung für Mich geschehen sollte.

           

Ihr sehet an dieser Handlung, wie der Glaube an einen hocherhabenen, majestätischen König- und Richter-Gott so gar nicht mit der Fußwaschung stimmen will; denn es ist den Lehrern eines unzugänglichen Gottes unbequem, die tiefe Liebe Gottes in diesem Akte herauszufinden. Darum auch Petrus, welcher immer als dem Glauben entsprechend redete, sprach: „Herr, solltest Du mir die Füße waschen?“ Er wollte damit andeuten, daß diese Herablassung eine Entwürdigung Meines Wesens sei; denn teilweise war diese seine Äußerung einem Herzen entsprochen, welches mit Ehrfurcht und Achtung gegen Mich erfüllt war; darum Ich ihm auch erwiderte:

           

„Werde Ich dich nicht waschen, so hast du keinen Teil an Mir!“ Ich musste ihn von den ihm noch anklebenden Vorurteilen, welche er in mancher Beziehung noch gegen Mich hatte, reinigen, und ihn Meine herablassende tiefe Liebe fühlen lassen, damit er sich inniger an Mich anschließen konnte, weil nur die Liebe dieses Band zwischen Mir und den Menschen beseitigen kann, und alle Meine anderen Eigenschaften für den Menschen zu unnahbar sind. Dieser Hauptpunkt Meiner Lehre ist aber leider in der Jetztzeit ganz verdunkelt, und kann nicht mehr begriffen werden, daß Ich in Meiner herablassenden Liebe nun abermals Mich erniedrige, um Meinen Kindern die Füße zu waschen, durch das Wasser der Wahrheit, welches Ich direkte zu denselben bringe, um sie zu reinigen, (von ihren irrtümlichen Ansichten). Joh. 17, 17.

           

Es wird dieser trauliche Verkehr Meines Vaterherzens mit Meinen Kindern, welche Mich suchen und die Meine Stimme erkennen, in dem, was innerlich in ihnen vorgeht, nur von gar Wenigen anerkannt; denn da heißt es, hauptsächlich von Seite der Gelehrten der Kirche, mit Hohn und Spott – „Gott ist viel zu ehrwürdig, zu erhaben und anbetungswürdig, als daß Er sich mit einzelnen Menschen auf diese Weise abgäbe.“

           

Ich möchte Solche fragen, was sie überhaupt von ihrem Gott halten? Nach ihrer Ansicht müsste Ich es ihrem Stolz und Eigendünkel noch weit zuvortun, um hoch über sie hinaufgestellt werden zu können. Wo aber bliebe da Meine Lehre und Mein Beispiel in Meinem Erscheinen auf Erden, als eine Wahrheit, welche stets und überall das Symbol der Demut und Liebe an sich trägt!

           

Entweder können sie Mich als Jesus gar nicht brauchen, oder sie müssen zugeben, daß Ich von Ewigkeit her immer Derselbe bin, Welchen die Liebe stets drängt, Sich mit Seinen Menschenkindern zu vereinen, welches Drängen nie aufhören wird, so lange es Menschen gibt; daher auch dieser Verkehr zwischen Mir und den Menschen stets bei Einzelnen stattfindet, nicht nach außen und für den Verstand fassbar; denn ein Solcher erkennt das Wirken des h. Geistes in ihm, welcher da aufdeckt, wie Alles Gnade ist, was in ihm und um ihn vorgeht, um ihn dadurch tüchtig zu machen zu einer immer innigeren Verbindung mit Mir.

           

Diese innere Fußwaschung, welche Ich Selbst übernehme, ist es, gegen welche so Viele sich sträuben, meinend, daß Ich dazu zu groß, zu erhaben und zu unnahbar sei? So lange aber dieser Glaube nicht beseitigt wird, gilt das von Mir an Petrus gerichtete Wort: „Werde Ich dich nicht waschen, so hast du keinen Teil an Mir!“ So bin Ich abermals bereit, Meine Kinder mit dem reinen Wahrheits-Wasser zu bedienen, auf daß sie ihren Lebenswandel reinigen von allem, was nicht mit Meiner göttlichen Liebe übereinstimmt, auf daß wir immer mehr vereint werden! Amen!  Euer Vater Jesus.

 

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391. - 11. April 1884 Karfreitag „Mich dürstet“ (Joh. 19, 28.)   

 

Liebe Kinder!

„Mich dürstet!“ sind Worte, die Ich einst am Kreuze aussprach, nachdem das Blut in Strömen über Meinen Leib geflossen und er Tod nicht mehr ferne war. Es ist dieses Blut eine Entsprechung Meiner Liebe; weil Liebe und Leben nicht ganz getrennt werden können, so floß mit dem Blute auch Mein Leben und Meine Liebe für die Menschen; aber weil Mir von denselben keine Gegenliebe geboten wurde, sondern vielmehr Hass, so musste Ich verschmachten; denn es war für Mein liebendes Herz gar schwer, trotz der großen Aufopferung und der vielen unsäglichen Schmerzen, sogar von Solchen noch verachtet und verspottet zu werden, welchen Ich noch kurze Zeit vorher soviel Liebe und Wohltaten persönlich erwiesen hatte, denn unter der Rotte Meiner Feinde befanden sich Viele, welche Ich zuvor von schweren Leiden und Krankheiten geheilt hatte.

           

„Mich dürstet!“ Es ist der Durst ein großer Schmerz, ein tiefes Empfinden, daß etwas mangelt, die Entbehrung einer belebenden Erfrischung. Dieser Durst stellte sich bei Mir vielmehr in geistigem Sinne ein, denn als ein Bedürfnis für Meinen schmachtenden Leib; aber Meine Umgebung verstand diese Worte bloß dem äußerlichen Sinne nach, und brachte Mir Essig und Myrrhen, gleichfalls eine Entsprechung ihrer Herzen, die voll Hass und Bitterkeit waren; doch Ich nahm dieses Anerbieten nicht an.

           

So geht es auch heutzutage! Nur hat, weil Ich persönlich sichtbar nicht mehr unter den Menschen weile, nun der äußere Sinn dieser Worte aufgehört; aber leider um so mehr kann der geistige Sinn angewendet werden; denn „Mich dürstet.“ Auch jetzt wieder suche Ich bei Meinen Menschen Gegenliebe; aber Ich finde sie nicht, sie lassen Mich verschmachten in Meiner Liebeglut, und wenn es hoch kommt, so bieten sie Mir Essig und Myrrhen, oder statt Liebe, mit welcher sie Mich erfreuen und erquicken könnten, bringen dieselben eine falsche Bekehrung Mir dar, die in Zeremonien und Heuchelei besteht, und Solche welche bereit sind, Mir im Geiste der Wahrheit zu dienen, da sie die Liebe zu Mir dazu antreibt, werden verfolgt und statt Meiner nun geschmäht.

           

Es ist somit nun in geistiger Entsprechung die zeit da, wo Ich abermals ausrufe: „Mich dürstet!“ Darum, Meine lieben Kinder, sorget ihr Mir für eine Erfrischung, damit Meine Liebe nicht vergebens an euch gearbeitet hat, und bringet Mir in eurer Gegenliebe euer ganzes Herz. So wollen wir diesen Gedenktag an Meinen Leibestod in inniger Verbindung miteinander feiern, indem ihr suchet in Brod und Wein Meines Fleisches und Blutes teilhaftig zu werden; ja, nehmet die göttliche Liebe, die da stets fließet für euch, in euch auf, auf daß sie als Rechtspfand für Erlangung der Gelegenheit einst con euch vorgewiesen werden kann, wenn ihr dieselbe rein und lauter zu erhalten euch bemüht habt, und euer Aufnahmegefäß, euer Herz, nicht mit Unrat beschwert ist, wie ein Gefäß der Unehre, sondern als ein Gefäß, in dem Mein Blut oder Meine Liebe Eingang gefunden hat. In diesem Sinne nehmet hin den Kelch und das Brod, die Ich euch schon längst gesegnet habe als euer Vater!

 

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 392. - Ostertag, 13. April 1884  Die Liebe ist der Eckstein und die ewige Grundlage des geistigen Lebens

 

„Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberge hinaus und töteten ihn. „Wenn nun der Herr des Weinberges kommen wird, was wird er diesen Weingärtnern tun?!  (Matth. 21, 39-40.)

 

Liebe Kinder!

Diese Frage sollte in dieser Zeit manch redlich denkende Seele beschäftigen; denn es sind der ungetreuen Arbeiter in Meinem Weinberge viele, welche Mich hinausstoßen aus Meinem Reiche der Liebe und Mich täten wollen, oder Mich als einen unzugänglichen Gott erklären, also als ob Mein Wesen ohne Liebe wäre, während doch die Liebe Mein ganzes Leben ausmacht.

           

Auch diese Arbeiter würden Mir antworten: „Er wird die Bösewichter übel umbringen, und Seinen Weinberge anderen Weinberggärtnern austun, die Ihm die Früchte zu rechter Zeit geben;“ denn eben solch ungerechte Knechte, die aller Liebe los sind, beurteilen Mich nach ihrem Wesen, als einen strengen Richter, und Ich habe deshalb stets wieder Arbeiter berufen, die nach Meinem Sinne Meinen Weinberg in Meiner Liebe zu bauen suchen: allein dieselben werden stets verfolgt von solchen Pharisäern von Lehrern, welche dabei noch in dem Irrtume leben, als ob Ich Mich rächen würde nach menschlicher Weise für solche Empörung gegen Mich. (V. 42.)

           

Jesus sprach zu ihnen: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.“ Gleichwie ein Eckstein die Grundlage eines Hauses bildet und am meisten Festigkeit besitzt, den Bau zusammenzuhalten, damit derselbe ein Ganzes ausmache; eben also ist’s die Liebe, welche nicht fehlen darf bei dem Glaubensgebäude; denn ohne sie würde dasselbe zerfallen zu einer Ruine. Sie muss also die Grundlage bilden, und sehet, darum ist auch die Jetztzeit ein Grablegen derselben, weil sie nicht mehr so geglaubt und betätigt wird, wie es nötig ist, um Mich mit den Menschen wieder in nähere und engere Verbindung zu bringen; was aber geschehen muss; denn ein Auferstehungsfest Meiner Liebe muss anbrechen, wie auch in den Worten: (V. 42.) „der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden“, eine tiefe Verheißung liegt.

           

Die Liebe muss wieder auferstehen, sie wird von Meinen wahren Kindern zuerst (und zwar geistig) erschaut werden; auch werden sie es erfahren und erkennen, daß Ich nur durch die wahre Liebe Mich ihnen nähern kann; aber sie werden auch Meine Nähe glauben und fühlen. 

Gehet, dies ist auch für euch ein freudiger Ostermorgen, wenn ihr im Glauben so weit gekommen seid, daß ihr nicht mehr an Meiner herablassenden Liebe zweifelt; und wenn ihr so an Mein Grab gehet und darum trauert, daß Ich nun unter den meinigen nicht mehr wirken kann, als Derjenige., Welche Ich in Meinem Urwesen bin, nämlich die ewige Liebe und euer Vater, so sind auch für euch die Engel bereit, euch die „frohe Botschaft“ zuzuflüstern: „Wen suchet ihr? - - Er ist auferstanden, Den ihr suchet!“ denn eure Liebe hat dann das Grab geöffnet, und so ist es Mir möglich geworden, Mich als den Lebendigen in euch zu beweisen. Amen!

 

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393. - Den 20. April 1884  „Eines fehlt dir! - - -„

 

„Und da Er hinausgegangen war auf den Weg, lief Einer vorne vor, kniete vor Ihn und fragte Ihn: guter Meister, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben erbe?“ (Mark. 10. 17.)

 

Liebe Kinder

Dieser Akt, wo eine Seele durch irgend ein Vorkommnis, sei es eine Predigt oder sonst ein Fall mehr angeregt wird, sich an Mich zu wenden, mit der Frage: Was soll ich tun, daß ich selig werde? Findet bei vielen Seelen statt. Es kommt solches von Meinem starken Anklopfen her; denn sie hören Meine Stimme und sind willens derselben zu folgen: aber lieber durch Verehrung, als durch Liebe, welche sich tätig beweisen soll.

           

Ich sag den inneren Zustand dieses Mannes, welcher von Mir ein Lob zu erhalten hoffte über seinen bisherigen, vor den Menschen strengen Lebenswandel; denn er liebte das Gesetz und hielt es; darum sah Ich denselben auch an und liebte ihn mit den Worten: „Eines fehlet dir!“ Und so muss Ich gar vielen suchenden Seelen sagen: „Eines fehlet dir!“ Es ist die tätige Liebe, wie sie in diesen Versen beschrieben ist, und das Vertrauen zu Mir, daß wer in Meine Nachfolge mit voller Verleugnung seiner selbst eintritt, dennoch – sowohl äußerlich als geistig keinen Mangel leidet.

           

Obschon viele Seelen es glauben, daß sie geistig dabei gewinnen, wenn sie sich auf Mich verlassen, so ist doch die Selbstsorge im Äußeren so tief bei denselben eingewurzelt, daß sie stets ihre Opfer auf Meinen Liebesaltar mehr mit dem Verstande als mit dem Herzen geben. Gehet, solches war auch bei diesem Jünglinge der Fall; er nahm Ärgernis an diesen Worten, weil sein Vertrauen noch zu schwach war; ebenso war auch für Meine übrigen Jünger diese Probe des Vertrauens vor ihren Augen zu groß, (V. 23) „sie entsetzten sich aber noch viel mehr, und sprachen untereinander: „Wer kann dann selig werden?“ Und Ich antwortete: „Solche, die ihre ganze Kraft aus Meiner Hand nehmen.“

           

Leider gibt es aber gar wenige Seelen, welche so fest im Glauben stehen, daß auch diese Meine Worte der Verheißung (V. 29 – 30.) sie tüchtig machen, im Fall es noth thut, ihre ganze zeitliche Habe aus Liebe zu Mir aufzuopfern. Obgleich Ich Mich an den Wenigen, die es um Meinet willen schon getan haben, als einen starken, reichen und allmächtigen Gott beweise, wie die Geschichte ausweist, daß Ich alle Unternehmungen im Glauben an Meine Durchhülfe reichlich segne, so schleicht sich doch bei allen Unternehmungen auch viel Schwäche ein.

 

Die Triebfeder dazu oder die völlige Übergabe an Mich bewirkt allein den rechten Segen. Hat eine unbedingte Übergabe stattgefunden, so gehört das Herz Mein oder der freie Wille, und dann wird derselbe von Mir also geleitet, daß der Verstand schweigt, wenn es gilt im Glauben und Vertrauen zu handeln. So leset dieses Kapitel als eine wahre Antwort auf die Frage: „guter Meister, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?“ Amen. Euer Vater!

 

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394. - Den 27. April 1884  „Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid!“

 

„Und sie nahmen Ihn daselbst nicht an; darum, daß Er Sein Angesicht gewendet hatte zu wandeln gen Jerusalem. „Da aber das Seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: „Herr, willst Du, so wollen wir sagen, daß Feuer von Himmel falle und verzehre sie, wie Elias tat?“„Jesus aber wandte Sich, bedrohete sie und sprach: „Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid!“ u.s.w. (Luk. 9. 53-55.)

           

Liebe Kinder!

Auch diese Worte, welche Ich euch heute zur Betrachtung gebe, sind besonders für die Jetztzeit geeignet, und bezeichnen den Zustand der Mehrzahl der heutigen Christen; hauptsächlich Derer, die in ihrem Eigendünkel sich für besser halten, als Andere, und darum der Meinung sind, als ob ihr Gott und Vater Seine unendliche Liebe bloß ihnen zufließen lasse; Seine übrigen Kinder aber nicht besuche!

           

Gegen eine solche Annahme empört sich die wahre Liebe, welche erkennt, daß Ich allen Menschen mit gleicher Liebe nachgehe; aber auch diese Johannes-Jünger sind in ihrem Eifer für Mich noch nicht rein genug, ihre Liebe ist noch zu wenig vergöttlicht, und sie möchten ihre Überzeugung ihren Mitmenschen mehr mit Gewalt und mit Wundern beibringen, satt durch Geduld und Sanftmut: „Herr, willst Du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und verzehre sie?“

           

Diese Richtung hat die Mehrzahl Meiner Jünger, weil sie versäumen, durch die Macht der Liebe den Menschen die Wahrheit beizubringen. Darum geht es so langsam mit der Ausbreitung der Wahrheit, die Meinem Kommen Bahn bricht; denn auch unter Meinen Nachfolgern und Verehrern herrscht eine zu große Meinungsverschiedenheit. Da ist überall gegenseitige Eifersucht um Mich, jede Partei will Mir am nächsten stehen, während sie durch solche Eifersucht es selbst verhindern, daß Ich völlig bei ihnen einkehren kann! –

           

Darum, liebe Kinder, wenn euch ebenfalls ein liebloses Urteil gegen eure Mitchristen anwandelt, so bedenket, Wessen  Geistes Kinder ihr sein, und statt zu Mir zu kommen, um dieselben zu bedrohen, bittet für sie, in der wahren göttlichen Liebe, um mehr Erleuchtung. Nur so ist es möglich, immer mehr Meine Schafe zu sammeln unter einem Hirten, oder vielmehr unter einem Hirtenstabe, der sie leitet, und dieser sanfte Stab ist Meine Liebe, welche ihr immer mehr erkennen dürfet, indem sie euch fassbar gemacht wird in Meinen Worten der Wahrheit, die euch immer wieder zukommen, auf daß ihr diese Liebe auch in solchen Fällen herausfinden könnet, die anscheinend mehr als strafende Gerechtigkeit dem Verstande vorkommen, damit eure Verbindung mit Mir nicht durch Klagen gehindert, sondern durch Dank befördert wird.

           

Somit liegen auch in diesem Akte nicht nur für die Gesamtheit, sondern für jede einzelne Seele segensreiche Entsprechungen verborgen. Tuet darnach, so werdet ihr leben!   Amen! Euer Vater Jesus.

 

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395. - Den 3. Mai 1884  „Bittet – aber bittet recht – so wird euch gegeben“

 

„Bitter, so wird euch gegeben! Suchet, so werdet ihr finden! klopfet an, so wird euch aufgetan! Denn wer da bittet, der nimmt, und wer da suchet, der findet, und wer da anklopft, dem „wird aufgetan!“ (Luk. 11, 9, 10.)

           

Liebe Kinder!

Diese Worte sprach Ich zu Meinen Jüngern, nachdem sie Mich vorher gebeten hatten, sie beten zu lehren. Wenn ihr diese Worte nun leset, so werdet ihr herausfinden, daß die Gebetserhörung, welche Ich verheißen habe, sich auf geistige Dinge bezieht; denn wo das Verlangen nach solchen in einer Seele ist, und diese sich deshalb im Vertrauen an Mich wendet, so ist ihr die Gewährung der Bitte zum Voraus zugesagt.

           

Darum seid auch ihr unverzagt im Bitten, und seid überzeugt, daß wenn dasselbe auch noch so oft an Mich geschieht, es euch doch jedesmal Segen bringt, wie es im Gleichnisse heißt: „Ich sage euch: „und ob er nicht aufsteht und gibt im dar- „um daß er sein Freund ist, so wird er doch um seines unver- „schämten Bettelns willen aufstehen und ihm geben, soviel er be- „darf; wie viel mehr wird der h. Vater Denen geben, die Ihn „bitten“; besonders wenn sie um wahre Geistesspeise zu Mir kommen, so will Ich ihnen geben im Überflusse, damit sie nicht allein sich laben und erquicken, sondern auch Andern mitteilen können.

 

Wenn sich eine Seele arm fühlt, so komme sie mit ganzem Vertrauen zu Mir, Ich werde sie reich machen über Bitten und Verstehen, nur muss sie sich gewöhnen an der Gabe sich zu erfreuen, mit welcher Ich sie zu ewiger Freude bereichern möchte, und den wahren Wert der geistigen Güter von den weltlichen zu unterscheiden wissen, weil Ich als treuer und weiser Vater keinen Stein gebe, statt wahrem Himmelsbrote, oder Schlangen statt Fische, sondern nur Edles und Wahres zum ewig Beglücken; und weil alles Irdische nicht ewig beglücken kann, so gebe Ich geistige Güter, welche aber von den Bittenden auch mit dankbarem Herzen empfangen werden sollen.

           

Aber eben daher bin Ich so vielen Betern ein unerforschlicher Gott, weil ihre Gebete gleichsam Mit Verhaltungsregeln vorschreiben, wie Ich bald da bald dort einschreiten und handeln solle; denn dieselben erkennen zu wenig, daß Ich geistig mehr Gutes tun will in Fällen, wo Ich äußerlich oft als lieblos gerichtet werde, weil sich die Menschen gar wenig Mühe geben, Meine Regierungsweise zu erforschen. Würden sie Mir mehr Aufmerksamkeit in diesem Punkte schenken, so könnte es ihnen stündlich mehr klar werden, daß Ich nur Gutes will, auch wenn Ich äußerlich oft Heimsuchungen zulassen muss.

           

Darum ist es so nötig, daß Meine Kinder Mich und Mein ganzes Wesen immer mehr kennen lernen, damit Ich sie desto mehr segnen kann durch ihre Führungen, welche Ich ihnen angedeihen lasse. Darin liegt in jetziger Zeit der größte Verfall der Menschen, hauptsächlich der Christen, weil sie zu sehr mit einem blinden Glauben zufrieden sind, und sich blinden Leitern anvertrauen; daher auch dem Blinden gleichen, der sich von einem andern Blinden führen lassen will, wo dann Beide in die Grube fallen.

 

Würden die Menschen nach dem wahren Lichte trachten, so kämen sie, wenn auch erst nach lange vergeblichem Suchen, doch endlich zu Mir, und somit zum wahren Lichte; ehe aber dieses bei einer Seele geschieht, stößt sie sich oft zuvor in der Finsternis an gar viele Steine; bald verwundet sie sich selbst, bald wird sie sonstwie aufgerüttelt aus ihrer Nacht. Sehet! Also muss die Gnade stets sich Wege bahnen, welche die Menschen gar nicht verstehen, und anstatt Mir dafür zu danken, fluchen Viele über Mich! Euer Vater Jesus.

 

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 396. - 11. Mai 1884  Das Himmelreich gleicht einem Netze, (Aufgabe der Engel)

 

           

„Abermals gleicht das Himmelreich einem Netze, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung sähet; wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die Guten in ein Gefäß zusammen; aber die Faulen werfen sie weg. „Also wird es auch am Ende der Welt ergehen. „Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten

scheiden u.s.w.“  (Matth. 13, 47-49.)

 

Liebe Kinder!

In diesem Gleichnisse sind die Zustände beschrieben, welche nach Meinem Tode bei Ausbreitung des Evangeliums eintraten und in jeder Zeitperiode unter den Christen stattfinden; denn es ist nicht möglich nur Seelen zu sammeln, die blos gut und rein sind, weil die Seelen selbst zuvor erprobt werden müssen, nach ihrem freien Willen zu wählen, was erst stattfinden kann, wenn sie belehrt und vom h. Geiste erleuchtet sind, so wie es eben nach ihrer Bereitwilligkeit tunlich ist.

           

Gutes und Böses zu unterscheiden, ist jedem Menschen durch das Gewissen leicht möglich; aber Gutes zu wählen und das Böse zu meiden, dazu gehört schon ein Zutun des Menschen, der durch seinen Willen wählen muss. Will er Gutes, so muss er die Mittel ergreifen, die ihm sowohl durchs göttliche Wort, als durch einen inneren Antrieb geboten sind, und welche ihm dann durch Meinen Beistand gesegnet werden, damit es ihm möglich ist, dasselbe auszuführen. Darum aber kann das Böse nicht sogleich ausgeschieden werden, sondern es wird erst durch immerwährend entschiedenes Wollen von Seite des Menschen nach und nach besiegt

 

           

Wenn nun das Himmelreich einem Netze mit guten und faulen Fischen verglichen wird, so heißt solches so viel, als daß bei der Ausbreitung der Wahrheit dieselbe sowohl den Guten als den Bösen angeboten werden muss, und weil nicht alle Menschen sogleich, sondern der Eine früher, der Andere später sich fürs Gute entscheidet, so muss auch die allgemeine Entscheidung hinausgeschoben werden bis ans Ende der Welt, oder das Böse darf nicht mit einer Gewalt, welche den freien Willen beeinträchtiget, ausgerottet werden, sondern die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Guten scheiden.

 

Es ist diese Geschäft eine Arbeit der Liebe; darum sind die Engel damit beauftragt oder solche Geister, die in der göttlichen Liebe stehen, und also mit Sanftmut und Geduld das Böse zu überwinden suchen, ansonst sie selbst böse sind, wenn sie die Menschen in ihrem höchsten Gute, d. h. im freien Willen beeinträchtigen würden. Nur durch Überzeugung soll der Mensch das Gute wählen, und darum muss er zuvor Gutes genießen, um für dasselbe angereizt zu werden; deshalb muss die Liebe tätig sein und Gutes wirken, sowohl an sich als an Anderen, auf daß ihr die Seelen von selbst zufallen.

           

Diese Scheidung ist eine geistige und somit eine verborgene, und geht dieselbe täglich und stets vor sich. Obgleich gute und böse Menschen nebeneinander wohnen und miteinander leben, so findet doch stets ein Wirken und Schaffen von Seite der unsichtbaren guten Geister statt, um die Guten und Bösen in der Weise zu scheiden, daß die Seelen dabei gewinnen; darum auch oft so unerklärliche Vorkommnisse im menschlichen Leben eintreten, welche oft von einer Gärung oder Entscheidung zwischen Gutem und Bösem herrühren.  Dies von eurem  treuen Jesus-Vater.

 

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397. - 18. Mai 1884   Von der Freude über das Wiedergefundene

 

Liebe Kinder!

In diesem Gleichnisse ist der Zustand bezeichnet, welchen Meine wahren Kinder einnehmen sollen, wenn sich wiederum eine Seele zu Mir wendet, oder über einen Sünder, der Buße tut. Sie sollen sich freuen mit Mir; aber leider ist es sehr oft der umgekehrte Fall; denn anstatt daß solche wahre Kinder gerne zurücktreten im Vorgenusse Meiner Liebe, was dadurch geschieht, daß wenn ihnen ein solcher Neuling in Meiner Liebe erzählt, welch’ wonnige Gefühle ihn beherrschen, wie er diese oder jene Wahrheit so klar erfasst habe, so sind dieselben kritisch, misstrauisch, meine, daß noch zu viel Eigenliebe in solcher Seele stecke, und anstatt sich mit ihr zu freuen, bemitleiden sie oder tadeln gar solch erste Aufwallung, welche doch erst nach und nach zum wahren Ernste wird.

           

Es ist auf diese Art schon manche Seele abgeschreckt werden, sich mehr an Solche anzuschließen, die schon länger erleuchtet sind. Daher gab Ich auch in diesem Beispiele zu erkennen, daß es sogar im Natürlichen ganz  in der Ordnung ist, über etwas Wiedergefundenes sich zu freuen; wie viel mehr aber soll diese Freude stattfinden, wenn eine Seele zu Mir gezogen und wieder für Mich gefunden wird, weil dadurch Ich und die Seele dabei viel Freude gewinnen; also sollen auch Meine Kinder sich mit Mir freuen und ihre Freude durch Liebe an solchen Neulingen beweisen. Doch auch schon zu Meinen Jüngern musste Ich sagen: „also auch, sage Ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“

           

Es ist aber diese Freude nur bei Solchen zu suchen, die in der rein göttlichen Liebe stehen; darum sagte Ich: „Es wird bei den Engeln im Himmel Freude sein“, weil diese den hohen Werth einer bekehrten Seele mehr zu schätzen wissen, als die Menschen. Wenn nun ihr, Meine l. Kinder, Gelegenheit habt, eine solche Seele zu finden, o so seid kindlich in eurer Freude, teilet dieselbe mit eurem himmlischen Vater und wisset, daß Er auch euch so angenommen hat, wie ihr eben gekommen sein, und bedenket, daß Er das Werk der Reinigung Selbst übernimmt!

           

Freuet euch, wenn es auch nur den Anschein hat, als ob eine Seele sich zu Mir wende; denn es ist dadurch schon oft ermöglicht worden, dieselbe fest zu halten. Haltet euch stets ferne voreilig zu urteilen, denn Ich allein kenne den göttlichen Brenn punkt (im Menschen), wie weit derselbe noch Kraft hat, zur Flamme aufzulodern. Es kommt immer mehr die Zeit, wo ihr mit Neulingen verkehren sollet; darum richtet euch auch in diesem Punkte nach Meinem Willen! Amen! Euer Vater Jesus.

 

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398. - 22. Mai 1884. Zur Himmelfahrt Christi (Joh. 6, 26. )

  

Liebe Kinder!

Das Volk suchte Mich dort, nachdem Ich auf wunderbare Weise mit so wenig Vorrat so Viele gespeist hatte. Es war mehr der Trieb des Eigennutzes noch bei ihnen vorhanden, als die innere Überzeugung von Meiner Göttlichkeit, welcher sie dazu bewob; darum entwich Ich und ließ Mich nicht finden. Ich sagte ihnen: „Ihr suchet Mich, nicht darum, daß ihr Zeichen gesehen habt, „sondern daß ihr von dem Brod gegessen habt und satt geworden „seid!“

           

Es war eine leidliche Sättigung und Ich musste dieselbe geben; denn der geistige Hunger war nicht groß bei ihnen; ihre Nachfolge hatte stets einen andern Grund, sie wollten nur Zeichen sehen und die Kranken sollten geheilt werden. Es sind diese Beweggründe zwar erlaubt; denn auch heutzutage noch suchen Mich die Meisten aus äußeren Interesse, bald soll Ich ihnen geben, bald etwas Drückendes abnehmen, was Ich auch immer wieder tue, z. B. wie Ich dort das Volk speisete; aber es soll bei solchen, die Meine Durchhülfe erfahren haben, dadurch ein Bedürfnis nach geistigen, göttlichen Gaben erweckt werden, die für ihr ewiges Heil Segen bringen!

           

Nach solcher Ausstattung ist gar wenig Verlangen, wie auch nach Meinem Worte, das alle Anleitungen enthält, welche tüchtig machen, das ewige-selige Leben zu erreichen. Darum auch schon den Pharisäern die Worte ein Ärgernis waren: „Ich bin das Brod des Lebens“, und heutzutage geht die Mehrzahl der Christen leicht darüber hinweg, ohne zu prüfen, was eigentlich das wahre Glück in ihnen sein solle; die Wenigsten sind befriedigt, oder es ist eine falsche Ruhe, deren sie sich rühmen, so lange sie nicht in inniger Verbindung mit Mir oder in der wahren Liebe zu Mir stehen, welche aus dem Erkennen hervorgeht, daß nur Ich als wahre Sättigung dem Geiste genügen kann; alles andere bleibt für ein wahres G.-Kind schon im leiblichen Verhältnisse untergeordnet, und es würde gerne auf alles verzichten, um nur den Vater behalten zu dürfen; denn kein anderer Lohn, kein anderes Gut kann demselben den Vater ersetzen, und nur Dessen Worte nehmen die erste Stelle im Herzen ein.

           

So sehet ihr an diesem Beispiele, wie es in euch gelegt ist die Leibe als erstes Gut zu besitzen, dem alle anderen Dinge untergeordnet sind. Also warum wollet ihr der geistige göttlichen reinen Liebe, d. h. Mir Selbst, als vollkommenstem Vater, nicht gleichfalls in eurem Herzen die erste Stelle geben? Denn, „wer zu Mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an Mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ (V. 36.) Denn – „dies ist das Brod, das vom Himmel kommt, und gibt der Welt das ewige Leben.“ (V. 33.)

           

Die ewige Liebe oder „der Vater“ gibt es Seinen Kindern in reicher Fülle, so sie Ihn darum bitten; denn in der Bitte liegt das Vertrauen zu Mir, und wer so zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen (Jobs. 16, 37.), dieweil Ich ja Mich Selbst zuerst erniedrigt habe, um die Menschen auf Erden zu besuchen, und also den Zugang zu Mir als zum Vater zu bereiten. Ich habe Meinen Jüngern durch Meine Himmelfahrt gezeigt, daß Ich durch die persönliche Annahme der menschlichen Form ihnen auch noch im Himmel ebenso nahe verbunden bleibe; denn Meiner Liebe und Macht steht durch diese äußere Trennung kein Hinderniß im

Wege, Mich an Solchen zu bezeugen, welche Nach Meiner Liebe hungern, weil dieser Hunger gleichfalls geistiger Weise ist, und nur auf geistige Weise gestillt werden kann.

 

           

Nr. 45. Vaterbriefe, 7. Heft. 3. Aufl. 4

 

So bleibt diese Sättigung des Geistes stets ein Wunder für die natürlich-genusssüchtigen Menschen; aber für Meine wahren Kinder ein Labsal, um sich fürs ewige Leben zu stärken; deshalb „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, (die vor Gott gilt): denn sie sollen getröstet werden!“ (Matth. 5, 6.) Euer Vater Jesus.

 

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399. - 25. März 1884  Von der herablassenden Liebe Gottes

 

„Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit Ihm, dann wird Er sitzen auf dem Stuhle seiner Herrlichkeit!“ (Matth. 25, 31.)

 

Liebe Kinder!

Ich habe euch schon öfter gesagt, daß Meine Herrlichkeit sich am größten in Meiner herablassenden Liebe zeigt, und darum werdet ihr den Sinn dieser Worte besser verstehen, als Solche, die noch zu viel Werth auf Mein äußeres Erscheinen als König und Richter in großer Pracht legen. Ihr sollet euch aber auch im Stillen auf Mein Kommen vorbereiten, und euch würdig zu machen suchen, damit, wenn Ich bei euch anklopfe, ihr Mir mit Freuden entgegen kommet.

           

Ist euer Herz fähig gemacht Mich aufzunehmen, so werde Ich in Meiner großen Herrlichkeit, d.h. in Meiner großen Liebe, Einzug halten; weil diese Meine Herrlichkeit in Meiner herablassenden Liebe besteht, welche trotz eurer vielen euch noch anklebenden Schwachheiten und Fehler, doch immer mehr sich euch zuwendet, bis ihr ganz für Mich gewonnen seid.

           

Bei dieser Arbeit an euch dürfen auch die Engel und seligen Geister teilnehmen, und zwar so, daß wenn eine Seele in diesen innigen Verkehr mit Mir kommt, auch die Engel und Seligen sich darüber freuen, und führbittend zu mir kommen, um solch strebsame Seelen durch ihre Beeinflussung schützen zu dürfen, was Ich oft in einem hohen Grade zulasse, so daß eine solche mit Mir verbundene Seele diese Schutzgeister oft ganz in ihrer Nähe ahnt und fühlt, und oft auch augenscheinliche Beweise von der liebenden Fürsorge solcher von göttlicher Liebe durchdrungener Wesen erhält.

           

Es ist in obigen Worten der Standpunkt der Seelen angedeutet, und die Verherrlichung des Sohnes geschieht und wiederholt sich also täglich, bald an dieser bald an jener Seele, und wird sich auch an ganzen Gemeinden und Völkern fühlbar machen, wenn dieselben eine Sehnsucht nach Mir haben.

           

Weil aber durch die große Verstockung in Materielle diese Sehnsucht beinahe erloschen und nur noch bei gar Wenigen vorhanden ist, und also Mein Kommen für die meisten Menschen keinen Werth mehr hat, deshalb muss diese Sehnsucht in ihnen durch allerlei Mittel wieder mehr geweckt werden, und dazu sind leider Trübsal und Leiden geeigneter, als äußeres Wohlbehagen.

           

Der Fürst der Finsternis kennt diese Einrichtung genau, und lässt es, wenn Ich anklopfe, nicht fehlen, so viel als möglich eine einzelne Seele oder die Mehrzahl der Menschen dann zu belügen, als ob Ich nun als unbarmherziger Richter erscheine, während gerade in solchen Stürmen Meine erbarmende Liebe verborgen ist, die sich dadurch nur die Wege ordnet zu Meinem Erscheinen! Amen! Euer Vater!

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400. - 1. Juni 1884, Pfingsten  Von der  Einigkeit Gottes und des Menschen

                                   

„Aber Ich sage euch die Wahrheit; Es ist gut, daß Ich hingehe; denn so Ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so Ich aber hingehe, will Ich ihn zu euch senden.“  (Joh. 16, 7-15.)

 

Liebe Kinder!

Einst musste Ich Meine Jünger vorbereiten auf Meinen Leidestod und auf ihre eigene Verfolgung, welche Ich nicht verhindern wollte; denn nur durch diesen Weg, welchen Ich Selbst auch gehen musste, konnten sie selbst zu ihrer Seligkeit gelangen, und weil eben das Ziel selig zu werden, so schwer zu erreichen ist, ohne den Leidens- und Kreuzweg, darum sind alle Meine wahren Nachfolger nicht verschont von Heimsuchungen, die aber in ganz verschiedener Weise stattfinden, wie eben Meine Gnade einem Jeden sie zuteilt; denn Meine Weisheit wählt für jeden Einzelnen dasjenige, was am meisten geistigen Gewinn bringt, und zwar oft nicht allein für ihn, sondern auch für die Umgebung.

           

Um aber diese Heimsuchungen als Gnade zu erkennen, dazu gehört die innere Erleuchtung, und solche ist Wirkung des h. Geistes in euch, welcher belehrt und tröstet: „Derselbe wird Mich verklären (als die ewige Liebe), denn von dem Meinen wird er’s „nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater 4*„hat, das ist Mein; darum habe Ich gesagt: „„Er wird’s von dem Meinen nehmen und euch „„verkündigen.““

           

Ihr sehet, wie die ewige Liebe oder der Vater das Urwesen in Allem ist, und so steht der Vater durch den Sohn, und der Sohn durch den h. Geist mit dem Menschen in engem Zusammenhange; denn der Mensch durch sich selbst weiß nicht einmal sein eigenes menschliches Wesen überall richtig zu beurteilen und zu unterscheiden, bald schreibt er seine Gedanken seinem Verstande, bald einem anderen Einflusse zu. So ist schon das Wort beim Menschen eine Zusammensetzung von Tierischem und Geistigem. Der Schall oder der Ton ist tierischer (d. h. natürlicher oder materieller) Art! Aber der Sinn, der sich durch den Schall kund gibt, ist geistig, und wendet sich wieder an den Geist. Beides ist in der Form des Menschen eingeschlossen, und doch ist jedes für sich bestehend. So sind auch die Gedanken vermengt und verworben von tierischem oder leiblichem und geistigem Inhalte, und können nicht ohne den göttlichen Geist richtig unterschieden werden.

           

Es bleibt daher der Mensch, so lange er die menschlich-irdische Form trägt, ein geheimnisvolles Ganzes, obgleich er weiß, daß er aus 3 Teilen besteht, welche harmonisch ineinander greifen, und daß er nach Meinem Ebenbilde geschaffen ist. – So bin auch Ich für die Menschen ein geheimnisvolles Ganzes, das sich dem Menschen nach seiner Fassungskraft offenbart, und zwar als Gott, Schöpfer und Vater in der Schöpfung, als Sohn in der Menschwerdung, und als h. Geist, wirkend als Tröster. Diese Drei können aber mit dem Verstande ebenso wenig getrennt werden, als der Mensch in seiner Zusammenstellung getrennt werden kann.

           

Die Urkraft (der Urgeist) ist „die ewige Liebe“ durch welche Alles erzeugt, entwickelt und erkalten werden muss; deshalb soll der Mensch sich die Liebe immer mehr anzueignen suchen, um dem Urgeiste stets ähnlicher zu werden. Ist der Mensch Willens, dieses Ziel anzustreben, so wird er unterstützt von diesem Urgeiste, welcher stets bemüht ist Seine geschaffenen Kinder z Sich zu ziehen, und um dieses besser tun zu können, hüllte Er Sich in menschliche Form, und gab hiermit Seinen Kindern einen Leitfaden durch Wort, Lehre und Trat, in Liebe und Erbarmen ohne Ende, damit Er nach diesem Akte im herzen des Menschen wieder besser verstanden werden sollte,

           

Durch den Tröster oder h. Geist, welcher gleichfalls die Beeinflussung des Urgeistes oder der ewigen Liebe ist, wurde diese bei den Menschen mehr zugänglich gemacht, sowohl der Vater, Sohn und h. Geist, oder als Drei-Einiger Gott. Amen. Euer Jesus.

 

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 401. - Drei-Einigkeitsfest, 8. Juni 1884 „Wer Mich sieht, der sieht Den, Der Mich gesandt hat“

                       

(Man vergleiche auch Predigt 27 [in Nr. 37 u, Nr. 40].)

 

Jesus aber rief und sprach: „Wer an Mich glaubt, der glaubt nicht an Mich, sondern an Den, Der Mich gesandt hat, und „Wer Mich siehet, der sieht Den, Der Mich gesandt hat!“ (Joh. 12. 44 )

 

Liebe Kinder!

Schon in Meinem Erdenwandel waren die Menschen und Jünger, die Mich umgaben, unklar über Meine Persönlichkeit; denn die Wirkung Meiner Worte und der ausgeführten Wunder beeindruckte die Menschen, daß Ich der wahrhaftige Gott sein müsse, und doch auf der andern Seite war der Begriff von ihrem Jehovah ein so entgegengesetzter zu der herablassenden Liebe (in Mir als Jesus), der wie ein Bruder mit ihnen verkehrte, daß sie meinten ihren Gott zu entwürdigen, wenn sie dieser inneren Überzeugung mehr Gehör geben würden.

           

Darum konnte Ich Mich auch (hierüber) nicht so deutlich aussprechen, wie „Ich bin euer Gott und Vater“, sondern Ich durfte nur nähere Winke darüber geben, welche ihre Ahnungen bestätigen sollten. Diese inneren Ahnungen rühren von der nahen Verwandtschaft des Geistes (im Menschen mit Mir) her, welcher als Abkömmling von Mir fühlt, daß Ich sein Schöpfer und Vater bin, und der dann bei dahin zielenden Worten oder Thaten in diesem Gefühle noch mehr bestärkt wird. Fehlen aber diese (Gefühlsahnungen) bei ihm, so bleibt er unempfindlich und gleichgültig; denn er ist von dem Einflusse und von der Anregung abhängig. Darum Ich auch stets sorge, daß ein jeder Geist dieselben in reichem Maße erhält, und es ist die Gnade, welche solches ausführt, durch Meinen göttlichen Geist, welcher sich in Verbindung mit dem menschlichen Geiste setzt.

           

Zuerst näherte Gott Sich den Menschen in der Schöpfung; dann erschien Er einzelnen Menschen, welche Er zur Vermittlung erwählte, bald auf diese, bald auf jene Weise für kurze Zeit, wie z. B. Adam, Henoch, Abraham, Moses und den Propheten. Als aber die Menschen vorbereitet waren, einem Gott dem Geiste nach zu erkennen, da nahm Ich (in Jesus) auf längere Zeit die menschliche Form an, um persönlich sie belehre zu können, und deshalb musste Ich Meine Gottheit unter einem anderen Namen (als Sohn) zu verbergen, damit sie in ihrer geistigen Freiheit nicht beeinträchtigt wurden, und nur Einzelnen wurde es zu Teil, Mich klar (als den einzigen Gott) zu erkennen.

           

 

Meine Auferstehung gab indessen über die Winke, welche in Meiner Lehre darauf hinwiesen, auch viel Ausschluss; doch dem Einflusse der Verstandes-Vernunft und Meinen Gegnern gegenüber sind dieselben noch für Viele ein Ärgernis, und hauptsächlich den Volks-Leitern selbst, weil eben ihr Vermittler-Amt zwischen Mir und den Seelen keinen Werth mehr hätte. Darum sucht der Eigennutz und der Ehrgeiz derselben diese Meine Worte und Winke gerne in ein Geheimnis zu stellen, und den Menschen zum blinden Glauben zuzusprechen, welcher aber so wenig Früchte tragen kann, als die Spreu, aus welcher der Kern ausgedroschen ist.

           

 

Darum muss Ich eben die falsche Anschauung und die irrige Lehre von der Versöhnung durch Jesum immer noch dulden, um doch auch aus diesen Seelen, welche dadurch zu Mir kommen, noch wahre Kinder zu erziehen, durch kräftiges Einwirken auf dieselben durch die Liebe. Dieser Weg ist zwar ein längerer und mühsamerer; aber er führt doch auch zum Ziele; denn wo die Liebe zu Mir vorhanden ist, da kann Ich beeinflussen. Freilich muss dieses auf vielerlei Weise geschehen; doch es muss also vollendet werden das Wort der Verheißung: „Es wird Ein Hirt und Eine Herde sein!“

           

So lange es aber noch viele Herden gibt, wird auch Ein Hirte nicht anerkannt; darum muss der Glaube an (und die Liebe zum) Einen Hirten zu der Vereinigung mit beitragen! Amen! (Sacharia 14, 9.)

 

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402. -  15. Juni 1884   Vom Verhältnis zwischen Gott, Vater und Sohn

 

 Solches redete Jesus, und hub seine Augen auf und sprach: „Vater, die Stunde ist hier, daß Du Deinen Sohn verklärest, auf daß Dich Dein Sohn auch verkläre!“   (Joh.- Kp. 17, V. 1.)

 

Liebe Kinder!

Obgleich dieses Kapitel mit seinen Worten stets wieder die innige Verbindung zwischen Mir und dem Vater ausdrückt, so sind dieselben doch schon vielen Menschen ein Stein des Anstoßes geworden in dem Glauben, daß Ich, Gott Selbst, solches ausgesprochen habe als Jesus, weil sie dabei eine andere oder zweite Person für nöthig halten, um eine solche Ansprache zu begründen.

 

Es geht eben diese Meinung von ihrem natürlichen Verstande aus, welchem noch vieles rätselhaft in geistigen Dingen ist, weil geistige Begriffe eine geistige Eigenschaft sind, und daher eine besondere Gnadengabe vom h. Geiste gegeben werden müssen. (1. Kor. 2, 14.) So ist es auch mit diesen angeführten Worten, welche Ich so geben musste, indem Ich Mich nach der Auffassungsfähigkeit Meiner Jünger zu richten hatte, um sie schrittweise zu der Überzeugung gelangen zu lassen, daß Ich Selbst ihr göttlicher Vater bin!

 

Diese Überzeugung ist auch heute noch nicht durch das bloße Lesen dieser Worte zu erhalten, sondern nur durch ein redliches Suchen mittelst des Gebetes, und durch treue Erfüllung Meines Willens, wozu der Mensch durch die Liebe zu Mir angetrieben werden soll. Steht derselbe in der Liebe zu Mir, so wird er durch innere Erleuchtung gesegnet, und findet Ausschluss über das Wesen Meiner Gottheit in seinem eigenen Innern. Jeder denke darüber nach, ob er nicht schon in Fällen war, wo er mit sich selbst redete, besonders wenn eine Entscheidung zwischen Natürlichem und Geistigem, oder zwischen Gutem und Bösem vorlag.

 

Wie oft geht der Mensch mit sich selbst zu Rate, und spricht mit sich wie zu einer andern Person, und so kann auch Ich dem Menschen keine bessere Erklärung über den Zusammenhang Meines (göttlichen dreieinigen) Wesens in Beziehung auf Meine Menschwerdung geben, als den Hinweis auf sein eigenes Wesen, das gleichfalls aus Geist, Seele und Leib besteht, und somit die Urkraft, das Anregen und das Ausüben in sich vereinigt.

 

Ebenso ist Mein Wesen durch verschiedene euch begreifliche und anschauliche Kundgebungen mit euch in Verbindung getreten, und wenn ihr an dieser Verbindung zwischen Mir und euch festhaltet, was nur durch eure Liebe zu Mir möglich ist, so werdet ihr immer mehr in die Geheimnisse der Gottheit eingeführt, um dadurch euch selbst mehr zu vergöttlichen, als Meine Abkömmlinge.

           

Darum leset die Worte aus wahrer Liebe zu Mir, weil auch sie euch Zeugnis geben von Meiner Liebe zu euch, und ihr werdet, anstatt euch daran zu stoßen, euch freuen, mit derjenigen Freude, welche Ich Allen gebe, die Mich lieben – Als ihren treuen Vater in Jesu! Amen!

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403. - 22. Juni 1884  Winke über Paulus als Saul, mit Entsprechungen (Apostelgesch. 22, 23.)

 

Liebe Kinder!

Leset die Erzählung von Meinem treuen Diener Paulus, einem „Eifer um Gott“, wie er mit Recht sich dieses Zeugnis selbst ausstellte; aber weil er es aus redlichem Herzen war, und seine Liebe zu Mir keine Mühe und Arbeit scheute Mir wohlgefällig zu werden, darum musste Ich auch Meine Gnade desto mächtiger an ihm bezeugen, und zwar durch ein Wunder, in welchem er Meine Stimme erkannte. Würde er in blindem Eifer die Christen verfolgt haben, so wäre solch eine Zuwendung der Gnade ein Eingreifen in seinen freien Willen (und also gegen Meine Ordnung) gewesen; weil er aber in seinem Sinne Meinen Willen aufrecht halten und denselben ehren wollte, so konnte die Gnade desto mächtiger an ihm wirken.

           

Es ist irrig, wenn die Menschen meinen, daß Saulus ein Gegner von Mir und somit ein gottloser Mensch gewesen sei; er war sogar mit Mir innig verbunden, daher Ich ihm nur im wahren Lichte erscheinen durfte, um ihn umzuwenden; deshalb vollzog Ich Meine Annäherung an denselben durch ein Licht (Vers 6) :„da umblickte mich schnell ein großes Licht vom Himmel.“

 

Sehet, damals konnte Ich noch nicht erwarten, daß Meine Lehre in Solchen Glauben finden sollte, die Eiferer für Mein Gesetz in Wahrheit waren, und noch nicht hinlängliche Beweise von Meiner Gottheit hatte,; denn obschon Ich zwar viele Wunder tat und auch Meine Auferstehung den größten Beweis dazu lieferte, so waren die Gerüchte über Mich, hauptsächlich von den Volksleitern ausgehend, so abschreckend, daß gar Wenige es waren, welche die Wahrheit erfahren haben; denn zu damaliger Zeit waren ganz andere Einrichtungen, die Entfernung der Menschen von einander war größer, das Reisen weit schwieriger, die schriftlichen Aufzeichnungen eine seltene Kunst, und meist hatten nur die Pharisäer und Schriftgelehrten die Mittel, diese Hindernisse zu überwinden, welche aber Alles zu unterdrücken suchten, was Mir hätten Seelen gewinnen können.

           

So musste Ich denn solche Seelen, welche Ich zu Meinem Dienste berufen wollte, Selbst und zwar unmittelbar auf geistige Weise aufsuchen, wie es bei Saulus geschah. Diese Art und Weise wende Ich bis auf den heutigen Tag bei Manchen Meiner Nachfolger noch an, um ihrer Liebe zu Mir diejenige Richtung zu geben, bei welcher sie am meisten geistig gewinnen. Unverhofft, überraschend werden solch einer Seele ihre Anschauungen in einem anderen Lichte dargestellt; ihr Herzensgespräche mit Mir lässt sie andere Worte vernehmen, und sie wird angetrieben, von Neuem nach Wahrheit zu suchen, welche aber schon zuvor für sie bereit ist, so daß sie solche nur empfangen darf, bald durch den Verkehr mit schon von Mir Erleuchteten, bald durch Meine gegebenen Worte, und hauptsächlich durch den h. Geist Selbst.

           

Äußere, wunderbare, auch für die Umgebung ersichtliche Vorgänge gibt es in der Jetztzeit ganz wenige; denn nach so vielen Beweisen Meiner Macht und Göttlichkeit, welche in der Ausbreitung Meines evangelischen Reiches und dessen mächtiger Wirkung auf die Völker schon in ihren äußeren Verhältnissen liegen, kann jede forschende Seele zu Mir gelangen, und von Innen durch den h. Geist erkennen, wie viele Menschensatzungen zu Meinen Worten hinzugekommen sind, und daß letztere nun durch ein ernstliches Ringen nach Wahrheit wieder rein und lauter gemacht werden müssen.

           

Wer dieses erkennt, der wird auch gerne glauben, daß Meine Liebe nun abermals Sich herablässt und jener Mittel Sich bedient, welche solches ermöglichen, wie es jetzt durch von Mir erwählte Schreiber der Fall ist, denen Ich Meine Worte ins Herz diktiere, gleich wie Ich auch einst Selbst mit Saulus (und mit vielen Anderen im alten und neuen Bunde) sprach. Ich bin und bleibe Derselbe Gott – Jesus! Entweder muss die h. Schrift unecht sein, oder sie enthält Wahrheit, alsdann muss auch der Glaube an einen fühlbar hörenden Verkehr mit Mir anerkannt werden. Amen! Euer Vater Jesus.

 

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404. - Zum Reformationsfest, 29. Juli 1884  Zum Reformationsheft (Wink über Luther) Apostelgeschichte 2, 17. 18.     

 

Liebe Kinder!

Alle Jahre wird in eurer protestantischen Kirche das Reformationsfest gefeiert, um darüber sich zu freuen, daß durch Luther, welchen Ich erwählte und mit Muth und Kraft ausrüstete, ein Licht angezündet ward, auf daß es in der Finsternis helle werde, wozu Ich ihm die h. Schrift wert machte, und deren Inhalt durch Meinen h. Geist ihm deutlich erklärtem (wie es dem damaligen Bedürfnisse angepasst war), so daß er also selbst zuvor erleuchtet werden musste, ehe er Andere sicher zur Wahrheit hinleiten konnte.

           

Es wurde Mir durch diesen Diener in Meinem Reiche manche Seele wieder gewonnen, was aber durch vielen Kampf und Streit ging, und mit vielem Blut erkauft werden musste! Darum hat das Reformationsfest für Wahrheit suchende Seelen einen großen Segen, wenn sie dasselbe mit der Bitte feiern, daß Ich Mein Licht stets wieder helle in die Nacht der Welt scheinen lassen möge; denn es ist bereits abermals gar dunkel geworden bei Vielen; hauptsächlich aber auch hat sich in der Kirche selbst viel Mißbrauch und Lauheit eingeschlichen; denn die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist nun ohne alle Schranken, und somit keine Freiheit des Glaubens mehr, sondern eine Wirkung des Unglaubens, welcher der Menschen Verderben ist, indem sie dadurch ihr göttliches Ich entehren, so daß alle Verbindung mit Mir aufhört, weil der Mensch da nur vom materiellen Streben sich gefangen nehmen lässt, und nicht mehr an eine Veredlung seiner selbst glaubt.

           

Dieser Zustand der Seelen ist nun derjenige des bei weitem größeren Haufens, so daß auch die redlich suchenden Seelen noch verführt werden können, an der lebendigen Kraft des Evangeliums zu zweifeln; daher Ich abermals mit Meiner Hilfe einschreiten muss, zwar nicht mit Donner und Blitzen, nicht im Sturme, sondern im sanften stillen Säuseln, auf welches Alle merken, die Mich lieb haben und dieses Mein abermaliges Annähern erkennen, vermittelst des ihnen innewohnenden h. Geistes, Der sie Selbst lehrt und leitet nach der Verheißung: „sie werden Alle von Gott gelehret sein“ (Jobs. 6, 42 Jes. 54, 1. Jer. 31, 33.)

           

So sollet ihr nun durch eure Fürbitte für eure Mitmenschen stets um den h. Geist flehen, anstatt mit vielen Worten dieselben überzeugen zu wollen. Ich will euch die Worte in den Mund legen, die da die wahre Frucht zum ewigen Leben bewirken sollen; denn bei Meinem nunmaligen Reformationswerke solle weder Krieg noch Blutvergießen stattfinden, sondern das Feuer der Liebe solle der Wahrheit Eingang in die Herzen verschaffen! Amen! Euer Vater.

 

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405. - 8. Juli 1884  Vom Urgrundgesetze der Liebe

 

„Denn Ich sage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Titel vom Gesetze, bis daß es Alles geschehe. „Wer nun Eins von diesen kleinsten Geboten auflöset, und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird groß heißen im Himmel.“ Matth. 5, 18. 19.

 

Liebe Kinder!

Diese Worte sprach Ich einst nicht allein für diejenigen, welche um Mich versammelt waren, sondern sie gelten auch den nachfolgenden Geschlechtern, weil Ich ja wohl wusste wie die Menschen aus Meinen Worten und Meiner Lehre immer dasjenige sich am liebsten merken, was weniger Selbstverleugnung kostet; daher am meisten gegen diese Worte gelehrt und überall am göttlichen Gesetze zu rütteln gesucht wird, um – nachdem die Menschen demselben fast entfremdet sind, ihnen menschliche Gesetze einzuprägen, welche oft die gröbsten Zweideutigkeiten enthalten, damit sie von den Leitern des Volkes nach Belieben gedreht werden können, während die Summe Meines Gesetzes von jedem einfältigen Menschen begriffen werden kann, weil es einfach heißt: Liebe Gott über Alles, und Deinen Nächsten wie dich selbst!

           

 

Wer immer an sich beobachtet, was ihm wohl oder wehe tut im Herzen, der wird sich bald selbst sagen können, wie er gegen seine Mitmenschen sich zu verhalten hat, wie ja auch die Worte lauten: „Alles was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut auch ihr ihnen! „Wer aber nur Eines von diesen Worten auflöset und lehret die Leute anders, der wird der Kleinste heißen im Himmel.“

           

Ihr sehet nun, wie weit die Auflösung dieses Gesetzes in der Jetztzeit gekommen ist; darum aber sind Solcher, welche eins groß im Himmelreiche sein werden. Gar Wenige, und ist Mein Reich auf Erden immer entstellter, so daß Viele nicht mehr glauben, daß Ich auf Erden stets noch fortwirke, sondern sie wollen in sorgloser Ruhe warten, bis Ich komme und Ihnen ein Reich bereite, in welches sie mit allen Begierden und Leidenschaften bequem eingehen zu können meinen; Ich aber sage; bis Ich so Meine Herde sammle, könnten Ewigkeiten vergehen, und doch wäre noch nichts geschehen! –

           

Für Alle, welche Mich lieben, ist das Gesetz, welches von Mir ausgeht, von großem Werte, und Ich werde einst Jeden nach der Liebe richten, denn alle Meine Gesetze enden oder wurzeln in der Liebe; die Werke, welche aus Furcht oder Lohnsucht geschehen, sind keine gute Werke nach Meinem Sinne, sondern die Triebfeder dabei war dem Natürlichen entsprossen, während die wahre Triebfeder zu guten Werken Liebe sein muss.

           

Darum auch vor den Menschen scheinbar böse Werke in Meinen Augen oft ganz anders beschaut werden, indem dieselben oft sogar einem erregten Eifer in der Liebe entspringen, und deshalb zu entschuldigen sind, wenn sich auch eine Schwäche dabei einschleicht. Bei solchen Werken verhüte Ich Selbst die nachtheiligen Folgen und mache aus Bösem Gutes, was ihr schon oft wahrnehmen konntet, wo es heißt, es ist noch gut gegangen, es hätte bei diesem oder jenem (Jähzornausbruch od. dergl.) übel ergehen können, oder werden falsche Anklagen noch zu rechter Zeit entdeckt, wenn sie auf Irrtum beruhen.

           

Denen, die Mich lieben, gehe Ich auf allen Wegen nach und behüte sie vor jedem Unfalle, welcher geistig schaden könnte, obgleich es im Natürlichen oft sehr trübe bei ihnen aussieht, und auch Meine Kinder beim Aussprechen des Vater-Namens ihr Herzeleid oft nicht verbergen können, weil sie meinen: Ich habe sie hart bestraft, wenn sie Meine Liebesschläge fühlen; aber hier heißt es: hernach wirst du es erfahren, daß Ich nicht allein ein liebevoller, sondern auch ein weiser Vater bin.

           

Darum so haltet fest an der Liebe, welche das Gesetz nicht auflöst, sondern es erfüllt; aber fürchtet euch nicht zu sehr vor dem Richter, Welcher Gesetze gegeben hat, sondern beachtet wohl, daß Ich zugleich euer liebender Vater bin! Amen.

 

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406. - 13. Juli 1884  Winke über die Versöhnungslehre

 

„Ich bin ein guter Hirte; Ich erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen! Darum liebt Mich Mein Vater, daß Ich Mein Leben lasse, auf daß Ich es wieder nehme. „Niemand nimmt es von Mir, sondern Ich lasse es von Mir selber. Ich habe Macht es zu lassen, und habe Macht es wieder zu nehmen. Solches Gebot habe Ich empfangen von Meinem Vater.“ (Joh. 10, 14.-18.)

 

Liebe Kinder!

In diesen Worten ist ganz deutlich ausgesprochen, wie Ich in Mir Selbst das Erlösungswerk wählte, d.h. wie in Mir die Weisheit sich der Liebe unterordnete und demnach handelte; „denn solches Gebot habe Ich empfangen von Meinem Vater.“ Es hätte Meine Weisheit noch viele Mittel und Wege, die Menschen wieder mehr zu geistigem Streben anzutreiben; aber doch oft mehr zwangsweise, verbunden mit allerlei Strafgerichten, welche die Menschen schwer fühlen müssen; aber Meine Liebe trat der Weisheit entgegen, und wollte lieber durch die größten Liebesbeweise die Menschen locken, Mich wieder zu lieben.

           

So gab Ich ihnen für alle Verhältnisse des Lebens ein Beispiel, wie sie sich verhalten sollen, sowohl im Geben, als im Nehmen, im Lieben, im Verzeihen, in der Selbstverleugnung und in der Armut. Wenn es euch ernst ist, euch nach diesem Beispiele zu richten, so werdet ihr fast staunen, wie Ich Alles durchlebt habe, was nötig war, um den irdischen Menschen zu vergeistigen; dazu habe Ich alle Macht aus Mir Selbst genommen, nämlich aus dem Geiste.

           

Meinen Leib machte Ich dem Geiste völlig untertan, *) weil der Geist sich mit dem Leibe vereinigen wollte, um einst in Gemeinschaft mit ihm im Himmel zu sein, und somit übergab der Geist auch seinen Willen an den Leib, und ließ denselben wählen, zu welchem Streben er sich entschließen wollte, was die Worte besagen „der Vater hat alles dem Sohne übergeben.“

           

Weil aber auf diese Weise Vater und Sohn Eines sind, so können sie nicht getrennt werden! Denn der Vater ist das Innewohnende und Anregende, der Leib die äußere Erscheinung und das Ausführende, wie ihr an euch selbst sehet. Wenn aber der Vater das Innewohnende und Anregende ist, wie kann Derselbe nachher durch den Sohn dadurch Versöhnt werden, daß der Leib sich töten lässt! Ihr sehet hieraus, wie grundfalsch die Versöhnungs-Lehre in der Christenheit lautet, und wie diese Lehre  Mein ganzes Wesen entstellt.

           

Es ist daher nötig, einen richtigen Begriff von Meiner Menschenwerdung, welche zur Erlösung für die Menschen geschah, zu geben, und darum muss Ich ganz von vorne anfangen mit Belehrung der Menschen, Mich denselben als Den zu erkennen gebend, Der Ich in Wahrheit bin! Sobald nun ein Mensch redlich sucht und darüber nachdenkt, so wird ihm vom h. Geiste eine Erleuchtung zu Teil, die ihn aus allen Zweifeln reißt. Machet auch ihr eure Mitmenschen auf dieses Kapitel aufmerksam, und wer es mit Liebe zu Mir liest, dem soll zur Jetztzeit der wahre Sinn desselben aufgeschlossen werden. Amen! Euer Jesus-Vater.

 

 *) siehe Jugendgeschichte Kp. 298, 299. D. Hsg.

 

 

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407. - 20.Juli 1884  Durch Nacht zum Licht! (Joh. 12, V. 20. 23. 27.28.)

 

 

Liebe Kinder!

Wieder muss Ich euch auf ein Kapitel hinweisen, aus welchem ihr erkennen könntet, wie Ich überall suchte das Volk über Mein Wesen und Meine Person zu belehren, und die enge Verbindung zwischen Vater und Sohn (Geist und Seele, Inneres und Äußeres) fassbar zu machen. Darum auch (V. 20) in die Griechen der Drang gelegt wurde Mich zu sehen; denn die Zeit war gekommen, wo die Menschen erfahren sollten, daß und wie Ich als „Menschen- sohn“ unter ihnen weilte.

           

Um aber zu solch geistigem Schauen zu gelangen, daß die Menschen Gott in Mir (Jesu) erkennen, dazu gehört von denselben zugleich eine Opfer-Fähigkeit, auch im Materiellen, d.h. sie müssen es erkennen, daß wenn sie mit Mir in Verbindung kommen wollen, indem sie suchen Mein ganzes Wesen näher kennen zu lernen, sie die Hindernisse, welche ihnen dabei in den Weg kommen, nicht scheuen dürfen, sondern bereit sein müssen, gerne einen Tausch einzugehen, um für Materielles (Güter, Gesundheit, Ehre u.s.w.) geistige Schätze zu erhalten.

           

Darum finde Ich es öfter für nötig, das aus dem Wegeräumen zu lassen, was eine Seele stören kann ihrem Zuge nach Mir Gehör zu geben. In solchen Erziehungszeiten einer Seele hat dieselbe oft viele Proben durchzumachen, weil sie selbst wählen muss, was sie beglücken soll. Auf der einen Seite wird ihr der große Werth des geistigen Gewinnes vorgestellt, und sie hat deshalb A