Weihnachten

Sammlung neu – theosophischer Schriften Nr. 44   

 

Betrachtungen

an

Weihnachten

nebst Worten zum

Jahreswechsel

Erscheinungsfest, Geburtstag, Karneval, Tanz und Frühling

(Erstmals herausgegeben 1882, und zum Neudruck gebracht von C. F. L.)

 

Neu-theosophischerVerlag

(Johs. Busch Nachf.)

Bietigheim an der Enz, Württemberg

1899


 

Motto:

 

Ehre sei Gott in der Höhe!

und Frieden auf Erden,

und den Menschen ein Wohlgefallen!

Lukas 2

 

Weihnachten

oder

die geweihte Nacht

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer in Triest am 13. Dezember 1870)

   1       Ihr feiert in Kurzem das Geburts- oder Erinnerungsfest, an dem Ich begonnen habe, auf eurer Erde für euch und für die ganze Geisterwelt den letzten Stein dem Weltgebäude einzufügen, und so seinen materiellen und geistigen Fortbestand auf ewig zu sichern, denn vor Meiner Darniederkunft auf diese Erde war noch immer eine große unübersteigliche Kluft in der Geisterwelt geblieben, welche jedes Weiterschreiten und die Annäherung an Mich verhinderte.

   2       Schon bei der Erschaffung des ersten Menschen der Erde wurde diese Meine Annäherung ersichtlich, denn dort ward schon beschlossen, daß eben ihr Bewohner dieses kleinen Planeten zu den größten Missionen aufgespart werden solltet.

   3       Dort und auch in der Folge, so oft Ich auf Erden erschien, war Mein Kommen immer nur ein Bedingtes; denn die Menschen, wollten sie sich Mir nahen, um Meine Kinder zu werden, mußten selbst das Meiste tun, und auch den andern lebenden Wesen in allen Erden und Sonnen war der Weg zu Mir, wenn nicht abgeschnitten, so doch sehr erschwert.  Schon zu Adams Zeiten kam Ich zur Erde, lehrte und führte die Menschen. Allein nach dem Sündenfalle des Ersten blieb ihnen und ihren Nachkommen stets eine Lücke, sie konnten zwar sich Mir nähern, sich höher schwingen, aber zu dem, zu was Ich Meine einstigen Kinder erziehen wollte, zu dem konnten sie sich nicht erheben. Sie konnten alle große Geister, aber nie „Meine Kinder“ werden. – Als nun die Zeit herankam, zu welcher auch schon ein Volk bestand, welches einen Glauben und eine Religion besaß, die am meisten Meiner für alle Geister und alle Welten bestimmten Lehre entsprach, da ward auch der letzte und größte Schritt von Meiner Seite getan. Ich, der Schöpfer aller Welt, erniedrigte Mich, soweit es einem Geiste und, was noch mehr, Meinem Geiste möglich war, um das Beispiel allen Geistern zu geben, und ihnen auch nebenbei die Grenze zu zeigen, wie weit auch sie gehen müssen, wollen sie Meine Kinder werden.

   4       Ich erniedrigte Mich, zog das irdische Kleid eines Erdenmenschen an, und machte, als Kind anfangend, das ganze irdische Leben durch, mit all seinen Schickungen, und krönte mit Meinem Tode Mein eigenes Werk der Demütigung und der Darstellung der eigentlichen moralischen Wahrheit, indem Ich allen Geistern in dem ganzen Schöpfungsraume zurief:

   5       „Wer Mein Kind werden will, muß sich so erniedrigen können, wie Ich es Selbst getan habe, muß sich selbst so verleugnen und seine Leidenschaften und Begierden so beherrschen können, wie Ich es als Beispiel nun allen zeigte!“

   6       Diese letzte Periode also des ganzen Schöpfungsbaues begann Ich Selbst mit Meiner sichtbaren Geburt, und vollendete oder beschloß selbe mit Meiner Auferstehung und Rückkehr in Mein Reich.

   7       Den ersten Teil oder Anfang feiert ihr nächstens wieder, und zwar unter dem Namen „Weihnachten.“ Ja, es war nicht allein für euch auf dieser kleinen Erde, sondern auch für alle Geister bis zum größten Serapf und Cherup diese Nacht eine geweihte Nacht, denn alle hatten die Augen dieser finsteren Erde zugewendet, erwartend die Ereignisse, die dort sich abwickeln würden, denn eine klare Voraussicht des Künftigen hatten sie nicht, wie wußten nur, daß Ich, der Herr und Schöpfer, dort den größten Akt Meiner Liebe und Gnade vollziehen würde, um ihnen die letzten Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit sie sich Mir stets mehr und mehr nähern könnten; denn bis dorthin waren sie eben geblieben zu was Ich sie zuerst erschaffen hatte. (Es ist nicht in Rechnung zu bringen das allmähliche Fortschreiten der untersten gebundenen Natur-Geister, die durch's Bestehen und Vergehen ihrer körperlichen Hülle langsam den Gang der Entwicklung vorwärts gingen.) -

   8       Mit Meiner Eingeburt in die menschliche Form war allen andern Geistern der Weg des Fortschrittes gezeigt: Nämlich nur durch eine eben solche Eingeburt und durch die Wanderung durch eine menschliche Lebensbahn auf der Erde war und ist es allen möglich, Mir als Kind näher zu kommen. In allen anderen Verhältnissen bin Ich den Geistern gegenüber nur ihr, obwohl überguter „großer Geist,“ aber sonst nichts.

   9       Eine namenlose Ehrfurcht hielt sie alle von Mir fern, und eben gerade Diejenigen, welche Mir am nächsten standen und Meine Allmacht „von Angesicht zu Angesicht“ schauen konnten, eben diese begriffen mehr als alle andern die große Kluft, die sie von Mir trennte. Cherubim und Seraphim waren wohl um Meinen Thron versammelt, erfüllten stumm und ehrfurchtsvoll Meine Befehle. Es war überall die größte Verehrung, aber keine Liebe, kein Zutrauen, sondern nur ein Staunen vor Meiner Weisheit und Macht, im Gegensatze zu ihrer vernichtenden Ohnmacht und ihrem gebundenen Willen.

   10    Da trat also der letzte Schritt ein. Ich wollte kein Despot sein, Ich wollte nicht unbedingten Gehorsam. Ich wollte daß Meine Geschöpfe ihrem Urheber klar und ohne Scheu ins Angesicht schauen sollten, Ich wollte keine Minister und stumme Diener, oder blinde Vollführer Meiner Wünsche und Gesetze. Ich wollte als ewig liebender Vater nur Kinder! Kinder, die ohne hindernde Furcht und Scheu sich an Meine Brust zu werfen getrauen, Mir liebend ins Auge blicken lernen und keine Scheu vor Mir, als unendlichem Wesen, sondern nur Liebe für Mich als Vater haben sollten! -

   11    Um ihnen diesen Weg zu zeigen, wie man solches erreichen kann, so wies Ich ihnen den kleinen finstern Erdball [zu] und sagte zu ihnen:

   12    „Meine lieben Geschöpfe! Um euch zu erlösen von dem Zwange, den euch Meine unendliche Schöpfermacht auflegt, sehet, dort auf jenem winzigen Staubkörnlein, das eine kleine Sonne umkreist, dort will Ich, der Größte in der Schöpfung, euch ein Beispiel der Demütigung geben. Unter jenen kleinen Geschöpfen der kleinen Erde will Ich Mich gebären lasen, will dort alle die Mängel eines unmündigen Kindes, wie Ich selbe dort eingeführt habe, ertragen; will alle Meine Macht verleugnen durch das Knaben- und Jünglings-Alter, diese für euch winzige, jedoch für Mich dann lange Zeit der Demütigung durchmachen; will als reifer Mann dort Meine Lehre für alle Geschöpfe dieser kleinen Erde, sowie für alle Welten verkünden, und sogar, höret und erstaunet, will Mich wegen eben dieser Lehre von einem Volke dieser Erde schmählich töten lassen, und das alles, damit ihr sehet und begreifet, daß um wirklich Mein Kind zu werden, ein jeder eben diese Schule durchmachen muß.

   13    Ein jeder Geist, der auf Meine Kindschaft Anspruch machen will, muß sich seiner Macht, seiner Größe, und selbst alles dessen, was er lieb hat und von Mir als eine Gnade empfing, alles dessen muß er im Stande sein, sich zu entäußern. Er muß, wie Ich, der Herr der Unendlichkeit, es euch Selbst zeigen werde, bis auf das letzte Atom seines geistigen Ichs sich zu demütigen wissen, und nur derjenige, welcher Mir auf diese Art alles zurückgibt, nur der wird Mein Kind werden, und in Meinem Reiche alles sein! Dieses ist die Stufenreihe, welche ihr alle gehen müßet, ohne sie ist kein „weiteres Fortschreiten“ möglich!“

   14    Ebendeswegen, wie euch Meine Geschichte erzählt der großen Bedeutung wegen, war bei Meiner Geburt alles stillstehend. Millionen von Engeln standen dort staunend über das ihnen nicht denkbare Beispiel, wie Ich als unmündiges Knäblein, und zwar unter solch armen, ja erbärmlichen Verhältnissen zur Welt kam. Selbst die ganze tierische Natur eures Erdballs stand still und wußte nicht, was hier geschah. Sie ahnte nur ein Ereignis von großer Wichtigkeit, ohne begreifen zu können, was es wirklich wäre.

   15    Also jene Nacht, wo Ich herunterstieg von Meinem für alle Wesen unerreichbaren Throne, Mich einkleidend in eine winzige geschöpfliche Form und den Mitmenschen sichtbar in die Welt trat, diese Nacht war eine geweihte, denn sie war die Nacht, wo Ich Meine Schöpfung (durch Einfügung des Schlußsteines) einweihte, und ihr die Fesseln löste, welche selbe bis dahin gebunden hielt.

   16    Feiert sie, Meine Kinder, als eine Nacht, wo soeben der größte Tag die Welt erblickte, wo Ich, das Licht des Universums, als Kindlein zu euch unmündigen Wesen kam, wo Ich aus Millionen von Welten diesen finsteren Winkel Meiner großen Schöpfung auserkor, um gerade dort, wo niemand es ahnen konnte, den größten Triumph Meiner Macht an Mir Selbst vollführen zu lassen.

   17    Ihr feiert diese Nacht mit dem Weihnachtsbaume, der mit kleinen Lichtern und Geschenken für die Kinder,  das heißt, für die minderschuldigen Wesen behangen ist. Auch als Ich geboren wurde, funkelten Millionen von Sonnen als Lichter am großen Schöpfungsbaume der Unendlichkeit, und auch Ich hängte dort für die unschuldigen, sich noch nicht bewußten Geister des ganzen Universums das Geschenk der geistigen Freiheit auf, welches gemäß der Individualität eines jeden Geistes millionenfach verschieden sein konnte.

   18    Ich ließ Mich als Menschenkind in jener Nacht ausgebären, und habe dadurch in jener Nacht auch die nahe bevorstehende Geburt oder Wiedergeburt eines unermeßlichen Geisterreiches besiegelt. Ich gab Mich in irdische Fesseln gefangen, um alle Meine geistigen Schöpfungen vom geistigen Zwange zu befreien.

   19    Bedenket also, Meine lieben Kinder, in jener Nacht ward auch Ich ein Kind, ein unmündiges Kind dem Anscheine nach, und gab Mich ganz den liebenden Sorgen Meiner Leibesmutter hin.

   20    Mit diesem ersten Akte habe Ich auch euch, die ihr diesen Tag nicht mehr als unmündige Kinder feiert, von den geistigen Fesseln befreit, die euch seit dem Falle des ersten Menschen gefangen hielten, und habe euch die Bahn geöffnet, Meine Kinder ganz werden zu können, jedoch nur unter den nämlichen Bedingnissen, als Ich Selbst Kind geworden bin, das heißt, mit Hintansetzung aller weltlichen Vorteile, und Verleugnung aller Begierden und Leidenschaften. Was den Geistern der anderen Welten  als Ersatz gegeben wurde, als: glückliche Zustände etc., deren Verzicht mußte auch Hauptbedingung für euch selbst sein. -

   21    Bildlich pflanzet ihr eine junge Tanne als Baum in euer Zimmer, und behänget ihn mit Lichtern und Geschenken. Auch Ich pflanzte euch einen Baum auf, den Lebensbaum Meiner göttlichen Wahrheiten.

   22    Das Tannenreis hat statt der Blätter lauter Nadeln oder Spitzen, vermittelst deren es das Elektrische im Lichte und in der Luft aufsaugt, und es dann zu seinem Ich verwandelt.

   23    Auch Mein Lebensbaum hat lauter saugende Werkzeuge, womit er das ganze Geisterreich in sich ziehen und alle lebende Wesen, ja selbst das materielle Grobe in Geistiges, in sein eigenes Edle verwandeln will.

   24    Am Weihnachtsbaume glänzen Hunderte von vielfarbigen Lichtlein und hängen Geschenke daran für die unschuldigen Kinderseelen, die noch nicht das Gift der Welt eingesogen, und ihre Wünsche noch nicht über diesen frommen Gebrauch erhoben haben.

   25    Auch an Meinem Lebensbaume, der zugleich auch die ganze Schöpfung geistig durchdringt und umfaßt, glänzen Millionen von Sonnen; und vielerlei sind die geistigen Geschenke, die Ich denen vorbehalten habe, die auch, wie die Kinder, Meine Freuden den Weltfreuden vorziehen werden, denn eben hier klingt der Spruch wieder am rechten Platze:

   26    Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in Mein Reich eingehen!“

   27    Ja, wie die Kinder, welche sich am beleuchteten Baume oder Tannenreisig und seinen Geschenken erfreuen, wie die Kinder, denen an jenem Abend das beleuchtete Zimmer eine Welt, ja ihre ganze Welt ist, so sollet auch ihr werden, mit einfältigem, kindlichen Gemüte Meine Lehre aufnehmen, an Meinen Geschenken und an Meinen Gaben Ersatz für alles weltliche finden. Dann wird auch Meine einstmalige Geburt in der geweihten Nacht den eigentlichen Wert für euch haben. Ihr werdet, als Kindlein erlöst, selbst wieder Kinder werden, und zwar Kinder eures himmlischen Vaters, Der als „Menschensohn“ den Erlösungsakt einst vollbracht, und euch und allen Geistern der ganzen Schöpfung den Weg zu Seinem Herzen angebahnt hat!

   28    Nehmet diese Worte wohl zu Herzen! Der einst an diesem Erinnerungs-Tage, wo ihr es leset, unmündig als Kindlein in der Krippe lag, Der Nämliche wird als Mann in Bälde wiederkommen, und von euch eine ähnliche Geburt wie die Seinige, eine Eingeburt ins Geisterreich verlangen! (Wiedergeburt.) Dort lag Er einst als Kindlein da, und jetzt redet Er als euer Vater zu euch, nachdem Er, gerade durch jene Weih-Nacht euch zu Seinen Kindern weihte!

Amen, Amen, Amen!

*

Ein Weihnachts-Gruß

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer in Triest am 18. Dezember 1870)

   1           Meine lieben Kinderchen! Wenn ihr beisammen sitzen und diese Zeilen in Augenschein nehmen werdet, so seid versichert, daß dann auch Ich in eurer Nähe sein werde, eure Herzen mit Aufmerksamkeit betrachtend, und wenn selbe vor Freude und Dank gegen Mich überfließen werden, Ich sodann Meinen Segen in selbe einströmen lasse.

   2           Machet auch ihr jene Nacht zu einer „geweihten“. Doch weihet euch ganz „Meiner Lehre und Meinem Dienste.“ Vor mehr als 1000 Jahren lag Ich an diesem Abende im Schoße Meiner Leibesmutter, unmündig und hilflos, alles nur von ihr erwartend.

   3           Heute, als am Erinnerungstage an jenen Liebesakt von Meiner Seite gegen euch Menschen und gegen alle Geister Meiner Schöpfung, werfet auch ihr euch in den Schoß eures euch längst liebenden Vaters, vertrauet auf Ihn, wie Ich einst Meiner Leibesmutter, so nun ihr Mir, eurem geistigen Vater alle eure Bedürfnisse und Sorgen an. Wie dort die Maria Mich unmündiges Kindlein beschützte und groß gezogen hat, ebenso gebet auch ihr euer Leben in Meine Hand; auch Ich will euch beschützen, groß ziehen an Meiner Brust, wie einst Meine Mutter Maria Mich groß gezogen hat.

   4           Ich will euch geben die wahre Geistesmilch als Nahrung und Bekräftigung, und wie Ich dort Mein Lehramt als Mann angetreten habe, und frei und offen Den bekannt habe, Der Mich gesandt hat, so möget auch ihr, großgezogen durch Meine Lehre und Meine Liebe, frei Mich bekennen, keine Gefahr fürchtend, um am Ende eures Lebens, wie am Abende eines jeden Jahres-Abschlusses ohne Reue und Vorwürfe auf das verflossene Jahr und Leben mit Ruhe zurücksehen und getrost ausrufen zu können:   Ich tat alles durch Ihn und nur für Ihn!“

   5           Diesen Segen, Meine Kinder, gebe ich euch heute, als zum Erinnerungstag, wo Ich allen Menschen das Recht eingeräumt habe, gemäß ihres Fortschrittes einst Meine Kinder werden zu können.

   6           Amen!

*

Am Weihnachtsabend

Worte bei Betrachtung der „Krippe“ in der Wohnung des L.v.M-ch.

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer in Triest am 25. Dezember 1870)

    Nun, nachdem du deiner versammelten kleinen  Gesellschaft noch einige Worte von Mir geben möchtest, so schreibe denn, daß es wahr ist, wie dein Bruder soeben gelesen hat: Ich bin bei euch und um euch, und feiere auf diese Art Meinen eigenen, irdischen Geburtstag mit euch, Meine lieben Kinder!

Gestern stürmte und schneite es, Felder, Wälder und Berge bedeckten sich mit dem jungfräulichen Kleide der Unschuld, mit dem weißen Kleide des Schnees. So wollte Ich es, daß auch die Erde ihr jungfräuliches Brautkleid anziehe. Die Winde (Bora) stürmten und reinigten die Lüfte, damit alle schädlichen Dünste entfernt würden, und in heutiger Nacht alle Sterne ihre Lichtstrahlen aus Millionen Meilen weiten Entfernungen klar und rein zu euch senden können.

Auch ihr habt kleine Lichter um die Grotte, die Meinen einstigen Geburtsort vorstellen soll, angezündet, und so habe auch Ich Meinen heutigen Geburts-Tag und -ort, eure Herzen, ebenfalls mit solchen Gefühlen und Gedanken durch Meine euch gegebenen Worte und Mein Einfließen erleuchtet, und wie ihr mit Kerzen diesen Ort, so beleuchte Ich diese Nacht mit großen Weltensonnen.

Ja, liebe Kinder! Ich bin mit euch und sehe eure Herzen, wie sie Mir entgegenschlagen, sehe wie in manchem der Vorsatz emporsteigt, so weiß als möglich sein Herz zu machen, damit er im nächsten Jahre bei ähnlicher Feier ausrufen kann: „Dank dem Herrn, ich bin keinen Schritt zurückgewichen!“

Bleibet bei diesem Vorsatze, werdet wie die Kinder, welche heute freudestrahlend ihre Geschenke bewundern und dem Vater dankend in sein mit Liebe gefülltes Auge blicken. Ja, werdet auch ihr so wie sie! Erfreuet euch an den geistigen Geschenken, welche Ich euch bis heute gegeben habe, und blicket getrost in Mein väterliches Auge, das einst Selbst als Kind lächelnd Seine Mutter anblickte, jetzt mit derselben Liebe euch anschaut, und euch ins Gedächtnis ruft, was einst in dieser Nacht Heiliges ist geschehen, und wie ihr jetzt Nutzen daraus ziehen könnet und sollet!

Auch in allen Himmeln wird dieser Tag gefeiert, dort jubeln und freuen sich ebenfalls alle die Geister, die durch diesen Akt zu Meinen Kindern erhoben wurden, sowie jene, welche einst Augenzeugen Meiner Geburt selbst waren. Jubelt mit ihnen, ihr, die ihr zwar Mich nicht sehet, aber doch an Mich und Meine Lehre glaubet und selbe in euerem Leben befolget. Jubelt mit ihnen, und singet ein Hosianna, wie einst der Chor der Engel bei Meiner Geburt!

Nochmals wiederhole Ich es, wie Tausende und Tausende von Augen aus dem dunklen Himmelsgewölbe auf euch herableuchten, und euch Grüße aus nie geahnter Ferne senden, so schicket auch ihr eure Grüße und Gebete zu Mir und Meinen Geistern hinauf, und stimmet mit ihnen in Jubel und Dank überein; denn euch und Meinen Geistern habe Ich mit diesem Tage die Pforten des Himmels eröffnet, die seit dieser Zeit nimmer geschlossen wurden und euch und noch viele andere erwarten.

Mein Segen, der einst persönlich in Mir auf die Erde kam, strömt auch jetzt über dieselbe und umschwebt euch und alle, die Mich lieben. Befleißet euch, daß ihr desselben so stets würdig seid und würdiger werdet, damit wenigstens die Opfer Dessen nicht umsonst gebracht worden sind, Der euch schon längst liebte, ehe ihr noch eine Ahnung von Ihm hattet, und Der euch auch jetzt nicht mehr verlassen wird.

Was Er einst beschlossen und als Kindlein segnend für diese ganze Erde begonnen hat, das wird Er jetzt als Vater gewiß halten, des könnet ihr versichert sein, und so möge dieser Abend für euch ein geweihter werden, er möge der Liebe und der Andacht geweiht sein, welche die wahren Eigenschaften sind, an denen Ich Meine Kinder erkennen werde!

Amen!

*

Weihnachts – Predigt

(Lukas 2. Kapitel)

„Es ging ein Gebot vom Kaiser Augustus aus.“

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer in Triest am 11. Dezember 1871.)

Dieses Kapitel handelt von Meiner Geburt, ein Fest, welches ihr jedes Jahr nach kirchlichem Ritus am 25. Dezember feiert). Schon früher habe Ich euch Worte gegeben über dieses Fest. Die Einzelheiten, welche Meine Geburt begleiteten, wisset ihr teils aus Meiner „Jugendgeschichte,“ teils aus dem Evangelium Meiner Apostel, und doch liegt noch manches unaufgeklärt in diesem Akte Meiner ersten sichtlichen Erscheinung auf eurer Erde, dessen tiefere Bedeutung in geistiger Entsprechung ihr noch nicht wißt, und so will Ich denn beim Anlaß des Textes dieses Kapitels von Lukas die weiteren Enthüllungen für euch und alle Meine künftig gläubigen Kinder geben, damit ihr daraus ersehet, daß auch das Kleinste, was Mich und Meine Erscheinung auf eurer Welt betrifft, eine hohe Bedeutung hat, und auch geistig bei Meiner nächsten Darniederkunft auf diesem kleinen Sterne, als Wohnort Meiner einst großen Kinder, sich wiederholen wird.

Denn wenn dort in den Verhältnissen eurer Erde gerade dieser Moment und dieses Volk bestimmt war, Zeuge zu sein von dem großen Gnaden- und Liebes-Akte, welchen Ich für euch und für Meine ganze Geisterwelt vollzog, so möget ihr überzeugt sein, daß eben bei Meinem zweiten sichtbaren Erscheinen auf eurer Erde Zeit und Land so gewählt werden, welche eben diesem Schlußakte am meisten angemessen sein werden.

Nicht umsonst habt ihr dieses Fest „Weihnachten“ betitelt. Ja, es war eine geweihte Nacht, wo Ich Mich euch und der ganzen Wesenheit zu lieb als Opfer der Demütigung weihte, indem Ich, der unendliche Herr der Schöpfung, ein zerbrechliches, verwesliches Kleid anzog, das unter Millionen von anderen lebenden Wesen weit hinter dem höchsten Typus eines Menschengebildes zurücksteht, da in anderen Welten, was das Äußerliche anbetrifft, viele so ausgestattet sind, daß der Mensch (hier) nur eine leise, schwache Nachahmung erscheint dessen, was Ich als Abbild Meines eigenen Ichs eigentlich in diese Form hineingelegt habe.

Und doch, wenn gleich die auf anderen Welten lebenden Menschen den Erdbewohner in vielem übertreffen, so sind die Letzteren in geistiger Hinsicht doch bei weitem zu etwas Größerem bestimmt, als jene in den paradiesischen Welten und Sonnen Lebenden. Denn während jenen ein ewiger Frühling lacht, während sie in Verhältnissen leben, die eure Einbildungskraft nicht zu erreichen vermag, so geht ihnen doch die klare Kenntnis Meines Ichs, Meiner geistigen Schöpfung und Meiner Vaterliebe ab. Sie sind gut, weil kein Böses sie zum Gegenteil zu verleiten sucht. Sie erkennen ein höchstes Wesen, sinken vor Ehrfurcht vor Ihm darnieder, aber keiner aus ihnen wagt den Gedanken zu denken, als würde dieses hohe Wesen ein von Ihm geschaffenes an Seine Vaterbrust drücken wollen, und ihm den süßen Namen des Kindes geben! Das war nun jenen vorbehalten, die solch eine Stellung durch Kampf und Sieg erringen müssen, damit sie Kinder eines Gottes werden können.

Wo also die Bildungsschule solcher Kinder ist, mußte neben der größtmöglichsten geistigen Erhebung auch das Gegenteil, die größtmöglichste Erniedrigung oder Abfall vom Guten stattfinden können, damit zwischen solchen Extremen doch ein Fortschreiten zum bessern, ein siegen über alle möglichen Hindernisse möglich sei. Ebendeswegen kleidete Ich mich Selbst in die Hülle von einer der letzten, unansehnlichsten Menschengestalten, stieg Selbst auf euren finsteren Erdball herunter, der in Bezug auf Ausstattung und Größe in Meiner Schöpfung gerade so gerechnet werden kann, als wie bei euch zwischen allen Schönheiten und Wundern eurer Erde der Rang, den ein Infusionstierchen einnimmt.

Wie aber in Meiner ganzen Schöpfung alles mit gleicher Sorgfalt gebildet ist, und das letzte Infusionstierchen ebenso vollkommen gebaut ist, wie der Mensch als Herr der Erde selbst, so bestätigt euch dieses wieder Mein Schöpfungsprinzip, welches durch alle Stufen des  Geschaffenen durchgeht, nämlich daß gerade im Kleinsten Ich am Größten bin, gerade im Kleinsten Ich als  mächtiger Schöpfer und Herr dastehe, und dieses war der Grund, warum Ich auch eine der kleinsten Erdkugeln wählte, um dort Meine ganze Größe erst zu zeigen, indem Ich Meiner Geister- und Seelen-Welt dadurch bewies, daß gerade im Kleinsten nur das Größte möglich, gerade in der größten und reinsten Selbst-Erniedrigung aus Liebe die größte Herrlichkeit zu erlangen ist, und daß gerade Der, welcher alles hergibt, würdig ist, alles zu besitzen.

So ward Meine Geburt nicht in Palästen, nicht von Hochgestellten, sondern in möglichst niedriger Stellung bewerkstelligt. Es mußte aber doch in all diesen Umständen, die dort zusammentrafen, das Hohe, Geistige Meiner Geburt angedeutet werden. So war es gerade dort bestimmt, daß die Volkszählung durch Herodes anbefohlen wurde, so war es gerade dort, daß nicht in einem von Menschen gebauten, sondern in Meinem Hause, d.h. unter freiem Himmel in einer Höhle, Ich das Licht der Welt erblickte. Zeugen Meiner Geburt waren nicht Kaiser und Könige, nicht einmal gewöhnliche Menschen, sondern bloß Tiere, Geschöpfe, die, nicht verdorben, das noch waren, zu was Ich sie erschaffen hatte.

Die Volkszählung mußte dazu beitragen, daß Maria sich zur Reise nach Bethlehem anschickte, um gerade das zu vollführen, was dem König aller Schöpfung allein zur Ehre gereichte. Millionen von höheren Geistern sangen Mir das Loblied:

„Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden!“ Diese waren die Repräsentanten bei Meiner Geburt, und  die Tiere, wie sie aus Meiner Hand hervorgingen.  Solche Zeugen gebührten Mir, dem in Windeln eingehüllten Herrn aller Heerscharen!

Gerade die Volkszählung mußte geschehen, wo ferner eine Geburt nicht mehr unbeachtet vorübergehen konnte, gerade der grausame Herodes als Landpfleger oder Vierfürst mußte in Jerusalem herrschen, um neben der dürftigen Lage, in welcher Ich geboren ward, die Schwierigkeiten Meiner ferneren Erziehung und Meines späteren Lebenslaufes zu erschweren, und eben gerade dadurch zu beweisen, daß erstens Ich Mich Selbst in die möglichst niedrigste Stellung gesetzt habe. Aber daß Ich im Angesichte Meiner ganzen Geisterwelt Meine Aufgabe dennoch lösen werde, nämlich außer dem Beispiel der Demut und Verleugnung auf dieser kleine Erde eine Pflanzschule für Meine Kinder zu machen, welche einst alle bestimmt sein sollen, den auf anderen Sternen und Sonnen lebenden Wesen das Bild eines großen Geistes und Schöpfers aller sichtbaren Natur in einen liebenden Vater umzuwandeln. -

Was Ich schon vor Äonen von Zeiträumen beschloß und vor beinahe zweitausend Jahren begonnen habe, nähert sich jetzt dem Schluße. Meine Religionslehre, Mein Wort, das mit keinem bessern vertauscht werden kann, es mögen die Menschen noch so grübeln und nachdenken, Meine Liebe-Lehre muß zur allgemeinen Geltung gelangen, es muß die Liebe allein regieren, und alle Leidenschaften des menschlichen Herzens, die nur in selbes von Mir gelegt wurden, um durch Kampf gegen sie diese Liebe zu verdienen und zu erreichen, alle diese Leidenschaften müssen beherrscht zu den Füßen des Altares der Liebe liegen. Haß, Rache, Stolz, und wie sie alle heißen, diese mächtigen Triebe des Bösen im Menschen, sie müssen alle zum Schweigen gebracht werden, das Kreuz, auf welchem Ich einst angenagelt war und für die verirrte Menschheit um Verzeihung bat, diese Form muß als Symbol der Versöhnung willig von jedem geliebt, geehrt und im Notfalle selbst getragen werden, als Prüfungszeichen dessen, dem Ich als Gott Mich unterzog, und was auch den Menschen nur allein zur geistigen Höhe leiten kann!

Daher diese mißlichen Umstände und Ereignisse, die jetzt sich stets mehren werden! Wie in Meinem Lebenswandel auf Erden gegen das Ende scheinbar die Umstände gegen Mich arbeiteten, scheinbar Meinen Untergang, Meinen Tod herbeiführten, und doch Meinen größten Triumph, die Lösung Meiner Sendung bewirken mußten, durch die Auferstehung aus der Materie und die Heimkehr in Mein geistiges Reich, so mehren sich auch jetzt für die Menschen scheinbar die Unglücksfälle, mehren sich die Anzeichen furchtbarer Katastrophen, um aus ihnen endlich, wie nach einer griechischen Sage der Vogel Phönix unversehrt aus der Asche, so dann der geläuterte Mensch und Meine reine Lehre aus den verbrannten weltlichen Ansichten und Vorurteilen, als geistiges Produkt eines Schöpfers, als geistiges Kind eines noch höheren geistige Vaters hervorzugehen! Dahin zielt alles, dahin treibt unwillkürlich, wie ein Wind ein vom Steuer verlassenes Schiff die ganze Menschheit. Zerbrochen müssen sie alle werden, die künstlichen Schutzwände, die der Verstand wie Eisenpanzer um das nur für die Liebe schlagende Herz gezogen hat, es müssen geklärt werden die beschränkten Ansichten von Geburt, von Rang, von oberflächlichem Wissen, der Mensch muß aufhören mit dem Verstande zu denken, und zuerst mit dem Herzen fühlen lernen. Das geistige Feuer der reinen Liebe muß zuerst seine ganze Seele erwärmt haben, dann erst kann die Weisheit als regelnder Trieb der Liebe, dieser Schranken setzend, die Menschheit alles das recht fühlen machen, womit Ich sie ausgestattet, und zu was Ich sie so und nicht anders erschaffen habe. -

So wie Ich als Christus auf die Welt kam, und so oft Ich Meinen „Vater“ im Himmel anrief, so war es stets die Weisheit, welche die Liebe in Mir anrief, und eben durch dieses Anrufen ihr unbegrenztes Wirken zügeln wollte. So wie die Weisheit und Liebe nur miteinander bestehen können, ebenso war Ich als Christus mit Meinem Vater mit der Liebe verbunden nur Eines, und ebendeswegen konnte Ich nur sagen: „Mich kennt niemand, als der Vater im Himmel, und nur Ich kenne Ihn,“ oder: „Ich gehe heim zum Vater“, weil Ich dadurch sagen wollte: die ganze Welt ist geschaffen aus Liebe, aber die Weisheit hat ihre Bedingungen geregelt. Die Liebe schuf, die Weisheit erhält. Die Liebe, als Vater, setzte das höchste Symbol der Reinheit auf, und Christus als Weisheit bewies sie durch die Tat.

Und wie Liebe und Weisheit nur vereinigt und das ganze Ich Meines eigenen Wesens ausmachen und in Mir im vollkommensten Bilde bestehen, so soll auch der Mensch, als Abkömmling von Mir, der Ausdruck von Liebe und Weisheit werden.

Er soll zuerst lieben, und dann weise zu sein lernen, um ganz Mich, Meine Schöpfung und seine Mission zu erkennen und zu begreifen. Dahin zielt Mein Streben mit euch, dahin treiben euch alle die Ereignisse, um die Wiedergeburt eures Jesus in eurem Innern zu vollführen, damit Er dort als Ausdruck von Weisheit und Liebe euch führe und leite, bis in kurzer Zeit eben dieser Schöpfer alles Sichtbaren, der Herr aller Heerscharen, als Vater (Liebe) gepaart mit Weisheit (Sohn oder Christus) in Person wieder sichtlich auf Erden tritt, und zum zweiten und letzten Male aussprechen kann, was Er am Kreuze ausgerufen hat, nämlich: „Es ist vollbracht!“

„Es ist vollbracht das große Werk der Sühne! Ich habe Meinen Geistern gezeigt, wie das für sie Unmögliche möglich geworden, Ich bin mit dem Beispiel vorangegangen, und habe nun Meine menschlichen Wesen auf dieser kleinen Erde zu großen Bürgern Meines unendlichen Reiches, zu Meinen einzigen Kindern gemacht!“

Es ist vollbracht, was Ich einst in der Wiege als unmündiges Kind in einer Höhle bei Bethlehem begonnen habe, was dort schon von Millionen Engelsgeistern besungen, aber von den Menschen nicht verstanden, sondern höchstens von einigen schwach geahnt wurde.

„Ich habe es vollbracht das Werk der Sühne, der Liebe, der Verzeihung! Gereinigt ist die Welt von allen unreinen Schlacken des Eigennutzes, und wenn auch Drangsale und Unglücke die weltlichen Körper der Menschen zerknickten, dem Geist oder Seelenmenschen konnten sie nichts anhaben, er stand hoch erhaben über den Trümmern der Welt, seine Arme ausbreitend nach dem göttlichen Retter, der wie einst auch dort allen zurufen wird:

„Kommet her ihr alle, die ihr beladen seid, auf daß Ich euch eure Last abnehme und euch erquicke!“

„Kommet her ihr Kämpfer für Liebe und Weisheit, euch sei die Krone des Lebens, euch seien die Schranken der Geisterwelt eröffnet, damit ihr sehen möget, wie die Engelsscharen wieder frohlocken und Loblieder singen dem Herrn, dem Vater, mit den nämlichen Worten wie einst:

„Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden; denn Er kam in Sein Eigentum, und Seine Kinder haben Ihn erkannt!“

Amen!

*

Der Christbaum

    (Empfangen durch Gottfried Mayerhofer in Triest am 20. Dezember 1873)

Schon früher habe Ich euch einige Worte gegeben über das Fest Weihnachten, teils wie es gefeiert wird, teils wie ihr es geistig auffassen sollet. Heute will Ich zu dem Zeichen dieses Festes übergehen, welches an dem Vorabende des Festes vielfach in den Familien aufgepflanzt steht, mit Lichtern und Früchten geschmückt, und darunter allerlei Geschenke für Groß und Klein bergend, Freude und Zufriedenheit unter Gebenden und Empfangenden verbreiten soll.

Ihr habt diese geschmückte junge Tanne „Christbaum“ getauft, und da doch in allem etwas Geistiges verborgen liegt, so will Ich euch diese geistig entsprechende Seite des Christbaumes näher vor das Auge rücken, damit ihr wieder erkennen möget, wie oft ihr unbewußt mit geistigen oder vielsagenden Dingen weltliche Beschäftigungen oder sogar Vergnügungen verbindet, ohne zu ahnen, was ihr eigentlich tut, oder was als Geister angesehen euch eine weit schönere, genußreichere Aussicht und Einsicht in Mein Reich geben könnte, wäret ihr fähig, die Entsprechungs- oder symbolische Sprache der materiellen sichtbaren Welt zu verstehen.

Nun, ein altes Herkommen bei allen christlich-katholischen Völkern war es, am Abende oder Vorabende der Feier Meiner Geburt ein Familienfest zu veranstalten, und den Kindern das Christuskind als Beispiel vorstellend, Geschenke allerlei Art zu geben, unter dem Vorwande, als hätte das „Christkindlein“ selbe den frommen Kindern zum Andenken an seinen ersten Eintritt in die materielle Welt gegeben.

Da das Christuskindlein als vollkommenstes Kind alle Eigenschaften besaß, die je nur ein weltliches Kind besitzen oder sich eigen machen sollte, so war auch bei Erwartung dieses Festes stets die Erwartung der Kinder mit der Furcht gemischt, weil sich in ihrem jugendlichen Gemüte der Gedanke oft lautbar machte: Verdiene ich auch ein Geschenk oder nicht, da gewiß ein jedes Kind sich doch auch gewisser menschlicher Fehler bewußt war, die eher eine Rüge, als eine Belohnung verdient hätten? Um so größer war die Freude, wenn dann statt Recht die Gnade Geschenke brachte, und zumeist unerwartete. Später mischten sich auch die großen Kinder in dieses Fest der Jugend, und beschenkten zeremoniell auch einander, ohne jedoch weder an den primitiven Grund, noch weniger an die symbolische Deutung dieses Weihnachtsgeschenkes zu denken.

Nun, das Fest der „Weihnachten“ steht vor der Türe, ein jeder Vater beschenkt seine Kinder, so viel es ihm möglich ist, und so will auch Ich euch, die ihr Meine Kinder seid, mit etwas beschenken, damit, wenn Ich bei euch eintrete, Ich auch freudestrahlende Gesichter erblicken kann, wo im Blicke des Auges Dank und Ergebung mir entgegen leuchten mögen! -

Dieses Geschenk sei – die geistige Erklärung eures Christbaumes, der doch Meinen Namen trägt, und Mir zu liebe aufgerichtet wird. -

Als Ich vor fast zweitausend Jahren eure kleine Erde betrat, und die Engel bei Meiner Geburt „Hosianna“ sangen, und euch Menschen allen zuriefen: „Freuet euch, denn es ist euch eine große Ehre angetan worden! Friede sei auf Erden und in den Himmeln!, da legte Ich den ersten Keim dieses geistigen Christbaumes, daran Ich Selbst (wie am höchsten Punkte, bildlich wie euer Christbaum eine pyramidale Form hat,) als Ausgangspunkt alles  Geschaffenen throne, und auch die Wurzel desselben ausmache, und so wie Ich einst sagte: „Ich bin der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega“ - Meine Allgegenwart bildlich darstellte.

So wie euer Christbaum seine Arme nach allen Seiten ausbreitet, stets in geraden Linien, wie auch der Stamm eines Tannenbaumes stets nur gerade ist, also sollte auch Mein geistiger Christbaum der Baum der geistigen Erkenntnis und des Wertes der Menschenwürde, geradeaus vorwärts und aufwärts dringen nach dem Lichte, das von oben ihn beleuchtet und erwärmt, wie der materielle Baum selbst.

Dieser Christbaum, den Ich in jenen Zeiten pflanzte, sollte der Baum sein, auf welchem Meine ganze geistige und materielle Schöpfung gleich euren Lichtern und Kerzen auf den Tannenzweigen, zu Gottes Ehre, zur Ehre ihres Schöpfers ewig brennen und leuchten sollte. Wie jetzt in den Tannenwäldern die Bäume mit kristallisierten Tautropfen und Schneeflocken geziert, trotz der klimatischen Kälte des Winters doch durch ihre Nadeln Elektrizität einsaugen, und während die ganze Natur um sie her in den mehrmonatigen Winterschlaf versunken ist, sie noch grünend erhält, ebenso leuchten auf dem großen Christbaume Meiner ganzen Schöpfung, wie ihr es in jeder sternenhellen Nacht sehen könnet, Millionen und Millionen Welten, die Ich als liebender Vater als leuchtende Kerzen und Lichter angesteckt habe, damit alle Meine Geschöpfe und Meine Geisterwelt erkennen mögen, daß ein liebender Vater Seine Kinder zu beschenken weiß, je nach ihrem Verdienste, und meistens mit mehr, als sie verdienen.

Mein Christbaum, welchen Ich in der Schöpfung und auf eurer Erde in jener Zeit aufpflanzte, war der Baum der Liebe, der Erkenntnis, daß ein Vater, will er diesen Namen verdienen, nur ein liebender Vater sein kann!

Bei Meiner Geburt auf eurer Erde beging Ich für Mich den größten Erniederungsakt, nur um euch die Gelegenheit zu geben, euch so hoch als möglich zu erheben.

Wie ein jeder Baum mit dem Samen und der Wurzel anfängt, so legte auch Ich durch Mein Darniedersteigen den Samen des Erhabenen vorerst durch Mich Selbst in eine materielle, sichtbare Gestalt, und ferner als geistigen Keim in die Herzen der Menschen, daß sie erkennen mögen, woher sie gekommen sind, und wohin sie gehen müssen.

Mein Christbaum richtete sich nach und nach auf, mußte, wie mancher Tannenbaum auf den hohen Gebirgen, viele Stürme und Gewitter ausstehen, mußte sogar wie mancher Baum seine sonst gerade auf- oder vorwärts stehenden Äste nach dem Winde drehen. Aber der Baum blieb doch, was er sein sollte, und zu was Ich ihn in die Schöpfung gestellt hatte: Ein Läuterer der Atmosphäre, ein Einsauger himmlischen, ätherischen Lichtes, und ein Verbreiter heilsamer Gerüche, deren Substanzen in verschiedenen Formen den kranken und leidenden Menschen zu gute kommen werden, je mehr die Wichtigkeit dieses Baumes in so heilsamer Bedeutung anerkannt wird.

Alle diese Eigenschaften, die euer Tannenbaum besitzt, welchen   als junge Tännlein ihr oft zum „Christbaum“ schmückt, alle diese nämlichen Eigenschaften hat auch Mein großer Christbaum, der Baum, Meiner Weltenschöpfung. Auch er strebt aufwärts zu Mir, als höchsten Punkt, von dem er ausgegangen ist. Auch er breitet sein Äste in die Unendlichkeit hinaus, mit tausend und tausend Wundern prangend, saugt materiell aus dem Äther seinen Lebensstoff zur Fortdauer und Vervollkommnung, und gibt den in ihm lebenden Wesen Leben, Wärme und Licht wieder.

Auch geistig vollführt er das Nämliche. Mein Geisterreich steckt seine Arme nach allen Seiten aus, Mein Geisterreich hat seine höchste Spitze in Mir, und bereitet allen Jenen, welche es verstehen, suchen und lieben lernen, den geistigen Genuß einer Liebe, die, weit erhaben über alles Menschliche, nie schwächer und nie enden wird, nämlich die allumfassende Vater-Liebe, welcher der kleinste Wurm sowie der größte Engelsgeist gleich sehr am Herzen liegt.

Wenn ihr nun im häuslichen Kreise mitten zwischen steinernen Mauern einen grünenden jungen Tannenbaum aufgerichtet habt, wenn ihr selben mit Lichtern und Geschenken verzieret, und die Kinderchen freudig um selben herumspringen, und jedes sein ihm beschertes Geschenk mit freudigem Auge betrachtet, so bedenket, wie viele Geschenke Ich, euer Vater, euch stets zu Teil werden lasse, wie viele Lichter Ich euch anzünde, damit ihr Meine Geschenke im größten Glanze eines himmlischen Lichtes besehen und euch daran erfreuen könnet. Wenn ihr an diesem Abende eure eigenen vergangenen Kinderfreuden wieder in den Freuden eurer Nachkommen zum zweitenmale und zwar alljährlich erlebet, so erinnert euch jener Worte aus Meinen Lehrjahren, wo Ich sprach:

„Lasset die Kindlein zu Mir kommen, denn ihnen ist das Himmelreich“ und noch beifügte:

Wenn ihr nicht werdet wie diese, so könnet ihr nicht eingehen in Mein Reich!“

Ja, Kinder sollet ihr werden, d.h. kindliches Gemüt, kindliches Vertrauen zu Mir haben. Nur dann könnet ihr Geschenke von Mir, wie eure Kinder am Christabende, so ganz mit reiner unschuldiger Freude genießen. Dann blüht auch für euch ein Baum, den die Christenliebe gepflegt und groß gezogen hat, der Baum der ersten Gottes- und Vater-Liebe.

Daher befleißigt euch, Kinder zu werden! Seid nicht wie eine kleine Pflanze, die zwar bei Bewegung des Lebenswassers auf dessen Oberfläche auf einige Zeit schwimmend, sich des Einflusses des Sonnenlichtes und seiner Wärme erfreut, aber kaum daß die Bewegung aufgehört, wieder dem Zuge der Schwere gehorcht und auf den Boden des weltlichen Lebens zurücksinkt, ganz die vorige selige Stimmung sowohl, als den Grund derselben vergessend. - Wie der Christbaum als Symbol des Friedens, der Ruhe und Glückseligkeit in den Familien alle Verwandte vereinigt, so sollet auch ihr trachten, „mit der Welt im Frieden zu leben.“ Am Tage Meiner Geburt sangen die Engel: „Friede sei mit euch!“ Bei jedem Weihnachtsfeste, bei jedem Weihnachtsabende tönt dieser Ruf in euer Herz, es ist der Ruf, den einst die Engel bei Meiner Geburt sangen, und den Ich jetzt Selbst wiederhole:

„Friede sei mit euch!“

Friede des reinen Bewußtseins der wahren Liebe!

Und wie jetzt um einen mit Kerzen beleuchteten Christbaum nur freudige Blicke allen entgegenstrahlen, so sollen in Meiner Schöpfung, auf Meinem großen Christbaume die Welten und geistigen Sphären-Bewohner ebenfalls einst Den erkennen, Welcher als Liebe den Keim zu diesem Schöpfungsbaume legte, und als höchste Vaterliebe an dessen Spitze thront, wohin alle Triebe, alle Nadeln des Baumes gerichtet, nur von dort die geistigen Genüße erhalten, welche fähig sind, euch die ganze Welt zu einem Paradiese umzugestalten, wie eben jetzt bei dieser Gelegenheit des Weihnachtsfestes durch das Errichten des Christbaumes ein Paradies im Familienkreise geschaffen wurde.

Ihr habt Meine Geburt, Mein Darniedersteigen auf eure Erde mit einem Symbole schmücken wollen, welches euch gerade eben im Winter entsprechend nichts anderes sagen will, als, steril, ohne Herz, ohne Wärme sind eure steinernen Wohnungen. Aber inmitten derselben grünt der nie verwelkende Baum eines geistigen Lebens, der symbolisch als junger Tannenbaum vor euch steht.

Wie er seine Düfte in die Himmelslüfte ausstreut, so streuet auch ihr eure Menschen-, Nächsten- und Bruder-Liebe in alle Welt aus, damit die Welt wisse, daß ihr „Kinder eines himmlischen Vaters“ seid, welche nicht nur gerade am Weihnachtsfeste, sondern stets Freuden bereiten wollen, wann und wo sich Gelegenheit zeigt. Dann grünet für euch stets der Baum der Erkenntnis, der Christbaum, denn ihr benehmet euch Meiner, des einstigen Zimmermanns-Sohnes „Christus“ würdig, und dankbare, von Freude trunkenen Augen mögen die Lichter sein, welche an eurem Christbaume leuchten mögen, immer und ewig als Beweis, daß ihr wahre Christen und wahre Nachfolger Desjenigen sein wollet, Der einst im dürftigen Zustande geboren, euch das reichste Geschenk eines geistigen Christbaumes brachte, an dem unzählige Geschenke hängen für diejenigen, die während ihres Lebens es verstanden haben, Kinder zu werden, kindlich zu denken und kindlich zu lieben denjenigen, Der in diesen Tagen von vielen wohl gefeiert, aber bis heute doch noch von wenigen verstanden und aufgefaßt worden ist. -

O, wie manche schöne Gebräuche habt ihr, die aus einer besseren Zeit entstammend, euch künden könnten, was sie einst bedeuteten. Allein nicht immer findet sich ein Vater, wie Ich, Der den Verirrten hilft, die Schale des Zeremoniells zu zerbrechen, um ihnen den leuchtenden Kern zu zeigen. Daher feiern dieses Fest meist nur die unmündigen Kinder, die das Geistige nicht ahnen, und mündige Erwachsene, die nur das Materielle im Auge haltend, von dem Geistigen keine Idee haben, und nur wenigen ist es gegönnt, mit wahrer Christusliebe dieser Feier und den Sinn des Christbaumes zu erkennen, zu begreifen und den Geber desselben geistig zu beurteilen.

Damit aber ihr in den Kreis derjenigen tretet, welche schon längst Mein Wort haben, und daher auch verstehen sollten, was unter Gebräuchen oft Geistiges verborgen liegt, so ist euch dieses Wort gegeben, das am Vorabende der geweihten Nacht gelesen, euch wieder beweisen soll, wie viel Liebe Ich schon gespendet und an euch vergeudet habe, um euch eben zu solchen Kindern zu machen, die freudig mit liebestrahlenden Blicken Meinen Christbaum umstehen sollen, um das „Hosianna“ anzustimmen:

„Friede sei mit allen, ewiger Friede, den  Du, Vater, als „Sohn“ uns einst gebracht hast, und jetzt als größter Geist in unser Herz gießen willst! - Ewig grünend, wie das Symbol des Tannenreises, blühe unsere Liebe zu Dir und zur Menschheit, und unser Herz sei erleuchtet, wie so viele Bäumchen mit Lichtern, mit guten Taten und heiligen Vorsätzen, um ein jedes Jahr dieses Fest mit noch schönerem Tatenkranze zu begehen, damit, wenn unser Auge für das irdische Licht erlischt, der geistige große Christus-Baum im vollen Glanze seiner unendlichen Wunder uns entgegenstrahle, wo auch wir, wie hier die kleinen Kinderchen, dann die Geschenke des liebenden Vaters vom ewig grünenden Baume der Erkenntnis pflücken und uns kindlich daran freuen können, Kinder eines liebenden Vaters zu sein, Der hier auf dieser Erde den Baum der Liebe gepflanzt hat, welcher so weit hinausreicht, noch dorthin, von wo des langsamen Fluges des Lichtes wegen noch kein Strahl von Welten zu uns gekommen ist, um uns zu beweisen, daß auch dort noch Leben, Licht und Liebe weilen, und die Liebe nicht erloschen ist, sondern in bei weitem höherem Maße noch blüht, als Produkt der ewigen Quelle, aus der sie geflossen ist und zu der sie zurückkehren will!“ -

So, Meine Kinder, feiert das Weihnachtsfest. Die geweihte Nacht war der Gründer eines geweihten Tages, der Christbaum ist ein stetes Symbol der ewigen Liebe, die auszuüben oder in selber euch einzuüben ihr euer Prüfungsleben beginnen mußtet, das ihr mit Meiner Hilfe glorreich vollenden werdet, wohlgemerkt solange ihr „Kinder“ seid und Ich euer Vater bin, so lange wird der Christbaum für euch Geschenke und Früchte, und für Mich Freuden besitzen, welche nicht verwelken werden.

Jetzt, denke Ich, werdet ihr auch diesem Tannenreise in eurem Zimmer eine höhere Bedeutung zu geben vermögen, und dadurch in den Stand gesetzt werden, auch bei anderen herkömmlichen Gebräuchen etwas tiefer zu suchen, wo und was eigentlich der Kern des Ganzen ist. So übet denn euer geistiges Auge, veredelt euer Herz und bestärket euer Vertrauen und euren Glauben an Mich stets stärker, und bereitet euch vor, mitten im Weltlichen und Materiellen nur Geistiges zu sehen, zu finden und zu verstehen, wie es Meinen Kindern geziemt, die mit kindlichem Gemüte die geistige Sehe verbinden sollen.

An dem Tage, welchen ihr als Weihnachtsfest feiert, lag Ich einst in den Windeln, und nach und nach befreite Ich Mich davon. Jetzt seid ihr oder wenigstens viele noch in geistigen Windeln. Daher befreiet auch ihr euch von diesen, damit auch über euch bei eurer geistigen Taufe der Ruf erschallen möge: „Das ist Mein Sohn oder Meine Tochter, an denen Ich Mein Wohlgefallen habe,“ denn ich errichtete in jener Zeit, was jetzt seine Früchte tragen soll! - Geistig ist Mein Reich, und nur Geistesfrüchte sind dort von Wert. Traget Sorge, euch davon so viel als möglich zu sammeln, damit nicht, wie an vielen von euren heurigen Tannenreisern oder Christbäumchen vergoldete Nüsse hängen, deren Außenseite zwar glänzt, die aber im Innern einen verfaulten Kern einschließen. Lebendige Früchte oder geistige Lichter sollen euren Christbaum zieren, und Tränen des Dankes als Geschenk euch jene Freuden genießen lassen, die ein geistiges Kind nur von seinem himmlischen Vater erhalten kann, so wird dann jeder Abend zu einer Weihnachtsfeier, und jeder Tag zu einem Feste, an welchem euer geistiger Christbaum ein Lichtlein mehr erhält.

So sollet ihr die Feste und ihre geistige Bedeutung auffassen, damit euer ganzes Leben ein geistiges Fest werde, wo steter Lobgesang und stete Erhebung über die irdische Welt das Resultat sind. - Feiert also dieses Fest, als Christen eines „Christbaumes“ würdig, und Ich werde mit euch diese Freuden genießen, wie jeder Vater unter Seinen geliebten Kindern!

Amen!

*

Wegen zeremonieller Kommunion

(speziell am Weihnachtsabende)

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 15. Dezember 1870.)

Nachdem es sich hier um die Frage handelt, ob ihr eine zeremonielle „Kommunion“ am Weihnachtstage halten sollet, so will Ich euch einige Worte über diesen Punkt sagen, damit deine Mitbrüder und Schwestern einmal einsehen sollten, was Ich denn eigentlich mit ihnen im Sinne habe! - Denn siehe, was heißt denn eigentlich „einen zeremoniellen Kult“ einführen? - d.h. Meine heiligsten Lehren ins Materielle herabziehen. Denn selbst an jenem Tage, wo Ich einst das Abendmahl eingesetzt habe, war es kein „Abendmahl“, das als religiöses zu betrachten sei, sondern Ich sprach nur zu Meinen Jüngern: Wenn ihr wieder am „selben Tage versammelt sein werdet, tuet dies zu Meinem Andenken!“ Will aber jemand mit dem Akte des Abendmahles einen reinen geistigen Sinn verbinden, so braucht er ja das Mahl – d.h. Brot und Wein – nicht, denn Ich sehe nicht darauf, was ihm am selben Abende in den Magen hinuntergleitet, sondern nur darauf, wie es in seinem Herzen ausschaut!

Will also jemand am Ende eines Zeitabschnittes eine Rundschau in seinem Herzen vornehmen, oder auch des Jahres öfter, oder gar täglich, so soll er da nur den Zweck vor Augen haben, stets weiter fortzuschreiten, und sein Herz von allen Mängeln mehr zu reinigen, das übrige alles hat vor Mir keinen Wert. Ich bin ja ein Geist, und ein Geist kann nur geistig geehrt und auch nur geistig gepriesen werden. Von diesem Standpunkte aus sollet ihr alles auffassen, was ihr zu Meiner Ehre und zu eurem Wohle unternehmen wollet, und dann wird sich in Kürze zeigen, wie diese Frage gelöst werden soll, ob ihr eine zeremonielle Kommunion am Weihnachtsabende abhalten sollet oder nicht. -

An dem Tage, wo ihr Meinen Geburtstag feiert, sollet ihr mehr daran denken an eure eigene „Wiedergeburt in Meiner Lehre“, als mit eitlen Zeuge die Zeit verlieren, sollet euch mehr vertiefen in den wichtigen Moment, welcher der war, als Ich Mich entschloß, zu euch auf die Erde zu kommen, sollet auf die Folgen dieser Geburt und auf das Gute denken, was aus selbem für euch hervorgegangen ist, daß ihr jetzt, geführt von Mir Selbst, die Geburtsfeier eures Vaters und Jesus in euch zum zweiten Male feiern könnet“

Diese Gemeinschaft mit Mir, oder „Kommunion“ eures Geistes mit dem Meinigen, diese geistige Vereinigung ist das wahre Zeremoniell, danach strebet, alles Übrige führt euch um keinen Schritt vorwärts, ja eher rückwärts! -

Betrachtet diese Worte als einen guten Rat in Bezug auf eure Beschlüsse, das Übrige werdet ihr am Vorabende dieses Erinnerungsfestes aus dem eigens dazu gegebenen Worte von selbst näher bezeichnend herauslesen können. Bis dorthin lasset die Sache ruhen. Ob ihr es nach Lesung jenes für heute euch noch unbekannten Wortes dennoch für angemessen haltet, das überlasse Ich dann euch ganz, denn als freie Wesen könnet ihr handeln wie ihr wollt. Dieses zu Nachachtung mit Meinem Segen. 

Amen!

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Das Leben

Eine Weihnachtsgabe für Materialisten und Atheisten

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 25. Dezember 1872)

Nachdem du mich bittest, Ich solle dir ein Wort geben, um diesen Tag der Weihe für die ganze Menschheit gehörig mit einem geistigen Geschenke zu bekräftigen, so will Ich deine Bitte erhören, und dir gerade über ein schon öfter behandeltes Thema „das Leben“ nämlich, eben an diesem Tage eine tiefere Aufklärung geben, an welchem ihr alle das Erinnerungsfest begeht, wo Ich vor tausend und so vielen Jahren den Grundstein zum eigentlichen geistigen, künftigen Leben gelegt habe, um euch zu erheben, nachdem ihr der Menschenwürde auf eurer irdischen Laufbahn Genüge geleistet haben werdet.

Über den heutigen Tag, seine Wichtigkeit als Erinnerungsfest, und wie er gefeiert werden sollte, habe Ich euch schon mehrere Worte gegeben, ob ihr diesen gemäß gehandelt habt und noch handeln werdet, das lasse Ich einem jeden selbst über, inwieweit er diesen Worten nachgekommen ist oder nicht! Heute will Ich euch von etwas anderem, nämlich von dem Leben, über welches ihr auch schon manche Aufklärungen erhalten habt, eine tiefere geistige Seite zeigen, welche, wie es der Titel des heutigen Wortes sagt, für diejenigen Menschen bestimmt ist, die vermöge ihrer schwachen wissenschaftlichen Erkenntnis Meiner Natur und ihrer eigenen, Mich gerne aus selber hinausdisputieren, und wo möglich sich selbst als Götter der gläubigen Menge hinstellen möchten!

Ihr werdet Mich fragen: „Aber warum, Vater, willst du den Tauben „predigen“? Sie lesen ja diese Worte doch nicht, und wenn sie selbe auch lesen, so schenken sie ihnen keinen Glauben!“ Ich antworte aber darauf: „Was nicht ist, kann werden!“ Nicht immer wird die Zeit währen, wo der Mensch auf sein bisschen Verstand stolz Meine Macht verleugnen oder Mich ungestraft kritisieren kann! Sie mögen ihre besseren Herzensstimmen übertönen wie sie wollen, es werden doch Verhältnisse auch in ihrem Leben eintreten, wo all ihr gelehrter Kram nicht ausreichen wird, ihnen Trost und Ruhe zu verschaffen, und dann mögen sie, wenngleich erst spät, sich erinnern, wie oft sie „den Fleck neben's Loch gesetzt“ haben.

Ihr müsset bei allen Meinen Worten stets bedenken, daß nicht ihr die Hauptsache seid, warum Ich diese vielen Aufklärungen über Mich, Meine Schöpfung und euer eigenes ich und eure Bestimmung als Menschen gebe, sondern daß, so wie einst die aufgezeichneten Worte während Meiner Lehrjahre eben nicht nur für Meine Jünger und dortigen Anhänger, sondern auch für euch und auch für alle Menschen und Geister gesprochen und aufgezeichnet wurden, ebenso sind alle diese jetzt gegebenen Worte ja ebenfalls Worte eines Gottes, Worte des allerhöchsten Wesens, welche so wenig wie Er Selbst verloren gehen oder in die Vergessenheit geraten können.

So soll also eben der heutige Tag Meiner einstigen Niederkunft auf eure kleine Welt der Tag sein, wo Ich wieder ein geistiges Licht den Ungläubigen anzünden will, wie einst dem ins Materielle fast ganz versunkenen Judenvolke. In einem früheren Worte sagte Ich euch, daß wo Licht ist, da ist auch Wärme, und daß besonders letztere, welche durch die Vibration der Materie erzeugt wird, eben durch dieses vibrieren Bewegung oder Leben verursacht. So ist es also die stete Vibration im ganzen Universum, welche das „Leben“, d.h. Zersetzung der geringsten Atome und Elemente, die Anziehung oder Abstoßung, Vereinigung oder Trennung hervorbringt, und wodurch auf diese Weise Dinge, Wesen und Luftarten entstehen und wieder vergehen. - Dieses allgemeine Gesetz erschafft, erhält und zerstört, sowohl die kleinsten, wie die größten Körper, Moleküle wie Weltkörper.

So, wie Ich es jetzt beschrieben habe, nehmen auch eure Gelehrten so manches an, daß es entsteht, besteht und wieder vergeht. Nur glauben sie, weil sie nur die Wirkungen, nicht aber die Ursachen kennen, daß dieses Entstehen und Vergehen entweder dem Zufalle oder dem Assimilations-Gesetze angehört, die gerade so und nicht anders verfahren müssen. Sie wollen nur das annehmen, was sie sehen, oder mit ihren Sinnen überhaupt wahrnehmen können, was darüber hinausgeht, ist für sie nicht bestehend, nicht daseiend.

Geistiges wollen sie nicht annehmen, weil ihnen selbst der analoge Geist zum Verständnisse desselben fehlt!

Einen Gott, Der diese, wenn gleich von ihnen oft zugestandenen Naturgesetze geschaffen hat, und selbe stets in ihren Normen erhält, dieses scheint ihnen, weil sie da, die gelehrten Herren, vor einem gescheiteren Wesen sich beugen sollten, als ihrer Würde nicht angemessen, und so verleugnen sie Ihn lieber, als daß sie offen ihre Untertänigkeits-Erklärung vor der ganzen Welt abgeben möchten. Um ihnen nun doch Hinweise zu geben, daß es einen Gott gibt, daß nicht „Zufall“ in der Schöpfung die chemischen Verbindungen oder andere unwandelbare Gesetze gibt, welche doch einen Gesetzgeber voraussetzen sollten, so will Ich sie mit ihren eigenen Waffen schlagen, und so  sollen denn die Beweisgründe, welche sie aufstellen, daß es keinen Gott gibt, eben den größten Beweis geben, daß Derselbe existiert, und existieren wird, sie mögen Vorträge dagegen halten und Bücher dagegen schreiben so viele sie wollen.

Nun sehet, Meine lieben, verehrten Herren Naturforscher, Philosophen und wie sie alle heißen. Wir wollen vorerst damit anfangen, nachzusehen, was ihr denn bis auf heute alles entdeckt und gefunden habt, und dann aus diesem Fortschritte eurer vermeintlichen Wissenschaften erst den großen geistigen Rückschritt eures eigenen Geistes beweisen.

Sehet, ihr habt entdeckt erstens eine kleine Zahl unauflöslicher „Elemente“. Zweitens habt ihr entdeckt die Prozesse des Fortpflanzens im Pflanzen- und Tier-Reiche. Drittens habt ihr entdeckt einige Gesetze des Lichtes, der Wärme, der Elektrizität und des Magnetismus. Viertens habt ihr gefunden die Unendlichkeit des, wie ihr es heißt, Mikro- oder Makro-Kosmos, habt Meine Werke klassifiziert, wie selbe eurem Auge als Sterne verschiedener Größe sich zeigen, habt fünftens die Bahnen der Planeten und Kometen eures Sonnensystems berechnet, suchet sogar jetzt durch Instrumente (Spektral-Apparate) die Substanzen zu erforschen, aus denen die weit entfernten Welten zusammengesetzt sind. Ihr habt Theorien über die Sonne und die Erde aufgestellt, Hypothesen der Weltschöpfung erfunden und strebet noch immer weiter, so lange die Instrumente es erlauben, euch Geheimnisse zu enthüllen, welche mit euren gewöhnlichen Sinnen nicht wahrnehmbar sind.

In allen Regionen, in der Luft, in der Erde, im Wasser, überall habt ihr nachgeforscht, um das Erschaffungs-Prinzip zu finden, habt alles chemisch zersetzt, mit dem Seziermesser zergliedert, in Klassen eingeteilt, selbst den Menschen habt ihr in eurem Eigendünkel vom Affen herleiten und euch die Macht anmaßen wollen, als könnet ihr die Rassen verbessern, veredeln, wie ihr die fruchttragenden Bäume veredelt, und alles dieses nur deswegen, damit ihr keine Gott (oder ein höheres Wesen) über euch anerkennen müßet, Der eurem Eigendünkel ein „Halt“ zurufen könnte, „bis hierher und nicht weiter.“

Und nun frage Ich: „Was habt ihr aus all diesen Forschungen auf so vielen wissenschaftlichen Gebieten gelernt?“ Sehet, Ich will es euch sagen: sehr wenig, denn „unauflösbare Elemente“ gibt es noch ganz andere, als ihr sie kennt, „Assimilierungs-Gesetze“ ganz andere, als ihr sie wißt. Das „Warum“ in der Fortpflanzung von Wesen und Pflanzen ist euch ganz ein Geheimnis. Das Licht, was es ist, seine Wärme, was sie bewirkt und warum sie solches bewirkt, die Vibration der kleinsten Atome, die Gesetze der Schwere, der Anziehungskraft, Eigenschaften der von euch entfernten Weltkörper, wie Sonne, Planeten und Kometen, sowie die noch weiter entfernten großen Zentral-Sonnen und ihre sie umkreisenden kleineren Weltkörper, die Bildung der Kometen, Nebelflecke usw.

Dieses alles bleibt für euren Verstand noch lange verschlossen, und wird so wenig euch klar werden, als ihr ja nicht einmal den Boden kennet, auf welchem ihr selbst wandelt, da ihr von dem Innern der Erde ganz verkehrte Hypothesen aufgestellt habt.

Sehet, bei allen euren Forschungen habt ihr noch nie ein Hauptgesetz des Bestehens, des Werdens und Vergehens (item des Lebens) gefunden, sondern nur Nebengesetze, die als Folgen von den Hauptgesetzen erst euren Sinnen sich sicht- und fühlbar machen. -

Diesen Punkt (wie einst ein alter Weltweiser zu seinem Volke sagte: „gebt mir einen Punkt außer der Welt, und ich hebe sie aus den Angeln“) diesen Punkt habt ihr noch nicht gefunden, und werdet ihn auch nicht finden. Denn ihr werdet ewig geschaffene, endliche Wesen sein, aber Schöpfer und Selbsterschaffer, wie ihr es zwar sein möchtet, das ist nicht ein Prärogativ (Trennung) einer Kreatur, sondern eines Schöpfers nur!

All eure Wissenschaft begrenzt sich immer auf einzelne Fakta, herausgerissen als Beweise eines allgemeinen Naturgesetzes. Aber dieses allwaltende große Gesetz, welches alles antreibt zum Werden Vermehren und Vergehen, versteht nur der, welcher an Mich glaubt, welcher anerkennt, daß wo Gesetze sind, es auch einen Gesetzgeber geben muß! -

Ihr erkennet alle Bestandteile von verschiedenen Dingen, von Steinen, Pflanzen, Tieren und selbst vom Menschen, ihr habt die genaue Analysis, ihr kennet diese Stoffe, aus welchen sie bestehen, auseinander trennen. Aber nie zu dem machen, was sie früher waren, das steht nicht in eurer Macht, und nicht in der Macht der geschiedenen Elemente selbst. Diese Elementarstoffe werden sich vermengen, vermischen, werden „chemische Verbindungen“ eingehen, wieder nur nach Gesetzen, aber aus ihnen wird kein Stein, keine Pflanze, kein Tier und kein Teil eines Menschenkörpers entstehen. - Hier, wo eure chemische Analyse aufhört, existiert ein anderes Gesetz, nicht ein Gesetz der Anziehung oder Abstoßung, sondern ein Gesetz, welches der Chemie zur Schande andere Verbindungen benützt, andere Assimilationen und andere Zersetzungen hervorrufen muß, um seinen Zweck zu erfüllen, und dieses Gesetz heißt mit einem Worte „Leben!“ Dieses Gesetz, welches sich als Leben manifestiert, welches den chemischen, von euch gefundenen Gesetzen Hohn spricht, und alle Dinge und Elemente des ganzen Universums anders verarbeitet, als ihr es begreifen könnet, dieses Gesetz mit dem Titel „Leben“ kennt nicht euch als Herrn an, sondern gehorcht einem höheren, größeren Willen, einem höheren, größeren Erschaffungs-Prinzipe, und dieses Prinzip, welches soweit von den Assimilations-Gesetzen entfernt ist, wie ihr von der tiefsten Zentral-Sonne im Universum, dieses Gesetz, welches alles schafft, vervollkommnet, war und wird ewig niemand anderer sein als nur Ich und wieder Ich! (d.h. Mein Wille.) Mögen die Herren Gelehrten sich noch so sträuben gegen diesen Satz, er ist doch wahr und unumstößlich!

Nur das Leblose ist in eurer Macht, das Leben kennet ihr nicht, es entflieht euren Retorten, euren Messern, denn wenn ihr Dinge zersetzet, zerschneidet, so habt ihr sie aus dem allgemeinen Verbande des Lebens herausgerissen, und sie sind nicht mehr, was sie lebend waren.

Toren! Ihr untersuchet einen in andere Verwandlung übergegangenen Leichnam, aber das Leben ist nicht mehr darin, es ist entwichen, dorthin, wo ihr es nicht suchen und nicht finden könnet. Wollte Ich euch eure falschen Schlüsse alle aufklären, Ich müßte viele Bücher vollschreiben lassen, denn wo Ich auch anfangen wollte, überall sind Irrtümer auf Irrtümer, falsche Schlüsse auf Hypothesen gebaut.

Ihr armen Menschen leugnet Gott, weil Er euch nicht dienstbar war während Er doch mit jedem Atemzuge in euch selbst tausend Wunder bewirkt!

Betrachtet euren eigenen Körper, was wisset ihr eigentlich von selbem aufzuzählen? Das Gröbste, Materiellste nur ist euch sichtbar, aber das feine Lebensfluidum, welches denselben aufbaut, ihn erhält, alle von außen eingenommenen Stoffe auf seine eigene Art zersetzt, und so zum Bestehen des Körpers selbe in andere Körperteile verwandelt, dieses Lebensgeheimnis ist und bleibt euch ein Rätsel, geschweige erst die geistige Intelligenz eures Ichs, seine Tragweite, seine Befähigung mit mehr als elektrischer Schnelligkeit zu vollführen, was dem Körper, was des Geistes ist.

Sehet, der Körper, welchen ihr auf kurze Zeit als irdischen Begleiter auf Erden mit herumschleppt, er ist euch ein Rätsel, ein unerklärliches Etwas, denn das chemische Zersetzen des Blutes, der Nervensubstanz, der lymphatischen Säfte usw, alles dieses zeigt euch bloß, daß in eurem Körper, wie in jedem anderen die nämlichen Elemente auch vorhanden sind, aber das verarbeiten zur eigentlichen Individualität, wie das „Warum“ der Pflanze, des Tieres oder des Menschen ist Lebens-Prinzip, ist Sache einer höheren Potenz, wovor ihr alle miteinander stehet, so wie ihr sagt „wie eine Kuh vor einem neuen Tore.“ - Dieses Lebens-Geheimnis erfaßt euren Verstand nicht, denn mit dem Verstande begreifet ihr auch Mich nicht!

Der Verstand ist euch gegeben, die weltlichen Dinge zu weltlichen Zwecken zu verarbeiten und Nutzen daraus zu ziehen, wo aber das Leben oder das größte Prinzip anfängt, da hört dieser berechnende Faktor auf, dort fängt etwas anderes an, welches im geistigen Herzen der Seele oder eures Lebens-Faktors den Sitz hat. Denn wenn ihr euch aufmerksam belauschet, so könnet ihr leicht wahrnehmen, daß Begeisterung, erhabene Stimmung, selige Gefühle nicht Sache des Verstandes, sondern Sache des Gemütes sind. Und was ist denn dieses Gemüt? Das ist – das geistige Leben, welches in jedem geistigen Wesen sein geistiger Faktor ist, der es zu höheren Stufen erzieht und stets neu anregt, und beim Menschen zu dem schönen Bewußtsein wird: „Ich bin ein Bürger aus zwei Welten“, der geistig und körperlich materiellen.

Dieses Bewußtsein habt ihr euch mehrenteils selbst abgeschnitten, habt euch einer Masse schöner, erhabener Stunden beraubt, wo euch die Natur in weit schönerem Lichte vorgekommen wäre, als wenn ihr entweder mit chemischen Apparaten Gase und primitive Stoffe zersetzt, oder lebende oder tote Tiere mit dem Seziermesser gequält habt, wo ihr doch wieder nicht fandet, was ihr suchtet, da das Tier, selbst stumm, euch wißbegierige Quäler unverrichteter Sache wieder von dannen ziehen ließ.

Das Leben, das euer Blut zu dem macht, was es ist, d.h. zum Träger von lebendigen Stoffen für den menschlichen Körper, das unauflösbare Elemente in sich aufnimmt, sie dort verschwinden macht, oder selbe anders zersetzt zum Gebrauche des Körpers, dieses Leben ist nicht an die groben Gesetze gebunden, an die ihr als einzige Naturgesetze glaubet, dieses Leben ist ein Ausfluß Meiner Göttlichkeit, durchströmt alles, belebt alles, zwingt alles zur Verwandlung, zur Erhaltung, zur Vervollkommnung. Diesen göttlichen Ausfluß könnet ihr Geschöpfe nur ahnen, nur eben wieder in dem Sitze des Lebens im geistigen Herzen begreifen.

So lang ihr diesen Herd der geistigen Lebenswärme nicht gefunden habt, so lange ihr glaubt, in dem Verbrennungs-Prozesse der Luftarten bei der Einatmung  das Lebens-Agens gefunden zu haben, so lange irret ihr nur im Finstern herum, und sehet den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das belebende Band, welches das ganze Universum umschlingt, welches in kleinen und großen Parzellen verteilt in den Miraden von Wesen und Geistern fortlebt, dieses belebende Etwas ist nur Mein Ich, ein Ableger, eine Emanation von Mir! (d.h. absoluter Geist.)

Vergebens bemüht ihr euch selbes zu definieren, es ist und bleibt unerklärbar nach wissenschaftlichen Begriffen, leichtfaßlich nach den Gesetzen des Gefühles. Fühlen könnet ihr und ahnen, wie im Leben selbst ihr fühlet. Ich lebe, ich bin, und ahnen könnet ihr, daß solch ein wunderbarer Bau, wie der Mensch selbst, frei vom Gängelbande der Natur, auch nicht bloß deswegen erschaffen ist, um nur auf diese kurze Zeit ein körperlich irdisches Leben zu führen, sondern daß hier ein größeres, höheres Ziel vorherrschen muß, wohin dieser schöne Lebensfunke zielt, und von wo er ausgegangen ist. So lange solche Gedanken nicht in der Menschenbrust auftauchen, so lange bleibt die Erkenntnis des Geistigen zurück, es bleibt finster im Herzen, und das kleine Verstandeslichtlein ist wie ein Nachtlicht am Fenster eines Schlafenden gegen die im vollen Glanze aufgehende Sonne.

Dieses große Lebensprinzip, das selbst ihr Gelehrte in soweit erkannt habt, daß nämlich „nichts auf dieser Erde sich vernichten läßt,“ dieses große Prinzip in Meiner Person zusammengefaßt, ist also ganz klar ein Erhaltungs-Prinzip, und was jemand erhalten will, wo er alle Sorge trägt, daß es sich nicht verliere, bedingt also eine Zuneigung zu diesem Gegenstande voraus, oder mit anderen Worten eine Vorliebe, oder noch kürzer eine Liebe. Es ist also in der ganzen Schöpfung aus dem Erschaffenen leicht zu ersehen, daß eben weil nichts ganz vernichtet werden kann, die Liebe der Hauptfaktor alles Geschaffenen sein muß, und da Ich nun der Schöpfer alles Geschaffenen bin, so muß Ich auch die Liebe im höchsten Grade sein, sonst könnte Ich nicht mit so großer Hartnäckigkeit alles erhalten wollen, was Ich geschaffen habe!

Dieser Erhaltungstrieb hat aber noch eine andere Seite, nämlich da Ich die Liebe bin, so muß Ich auch einen Endzweck mit Meinen Schöpfungen haben, und mit euch Mathematikern folgerecht zu schließen, muß dieser Endzweck das Ziel der Vollkommenheit sein!

Nun, zu dieser Vollkommenheit können nicht alle geschaffenen Dinge und Wesen gleich befähigt sein, daher müssen die minder Begabten verschiedene Stufe, Verwandlungen durchlaufen, bis ihnen auch ein geeigneter Organismus das Fortschreiten erleichtert, daher das ewige Bestreben und Vergehen und Verwandeln. So sind euch denn auch erklärlich die Zerstörungen, wo ihr vielleicht einen Schöpfer grausam schelten möchtet, weil ihr das „Gesetz des Fortschreitens“ und das „Gesetz des Lebens“ nicht kennet. Allein von Meinem Standpunkte aus gesehen, ist alles nur Schale, nur ein „Muß,“ ohne welches die ganze Kette der Schöpfungen sich lösen würde. Würdet ihr Gelehrte so Meine Schöpfung, Meine Revolutionen und Verwandlungen in selber betrachten, so würdet ihr trotz der Zerstörung doch das Gesetz der Erhaltung, der Liebe erkennen, das weit über menschliche Begriffe erhaben, höhere und größere Zwecke verfolgt, als bloß die scheinbar irdische Existenz!

Deswegen erkläre Ich euch das Leben hier, und eben an diesem Tage, an welchem Meine Darniederkunft auf diese Erde gefeiert wird, damit ihr erkennen möget, wenn ihr einst, von irdischen Leiden und Trübsalen bedrängt, nach diesen Blättern greifen werdet, daß ein Gott es war, Der wie einst den verirrten Menschen Geistiges bringend, auch euch hier etwas Geistiges, Ewiges hinterlassen hat, damit ihr, wie einst die Juden, von eurer geistigen Blindheit geheilt, Den erkennen möget, Der schon lange vor euch die verirrten Kinder Seine nie versiegende Liebe lehren wollte, und auch jetzt euch, die ihr ebenfalls verirrt, aber nun reuig nach Brot verlangend aus der Hand der Liebe nun das empfangen sollet, was euch bei eurer Schöpfung eingehaucht, wohl jetzt in euch lebt, euch zieht und führt nach dem Urborne, aus dem es geflossen ist, zu der Liebe, selbst nur ein Liebesfunke seiend, welchen ihr bis jetzt außer acht gelassen habt, und der darum nicht mir seiner ganzen Stärke erwacht ist!

Fasset diese Hand, welche Ich, der Schöpfer, euch Verirrten durch diese Worte gebe, es ist die Hand der Liebe und Verzeihung, und wenn ihr auch bis jetzt Mich  verleugnet, verkannt habt, so beginnet jetzt ein geistiges, höheres Leben, und erinnert euch dabei, es war ein Tag der Weihe, als es geschrieben wurde, und es soll auch ein Tag für euch werden, ein Tag der Freude und Seligkeit, wann ihr eure materiellen und atheistischen (wahnwitzigen) Tendenzen verlassen habt, und euch dann ganz Mir, Der allumfassenden Liebe, Dem ewig liebenden Vater geweiht habt.

So wird euch dann später jeder Christtag an eure frühere Denkungsart erinnern, und euch zu weiteren Kämpfen gegen alle Vorurteile anspornend weiter und weiter befördern, bis ihr das Leben in euch und in der ganzen Welt anerkennend, erst den Gründer alles Lebens, den Erschaffer und Erhalter Selbst recht kennen und lieben lernet.

So sei dieses Wort gegeben Meinem Schreiber, der Mich bat, eben diesen Tag durch etwas Wichtiges zu weihen. Es sei dieses Wort ein ewiger Beweis, daß, wenn  gleich oft verkannt und verleugnet, Ich doch bin und stets sein werde, als einziger Lebensfaktor, die Liebe, welche alles erhält und (zur Beseligung) alles an sich ziehen will.       Amen!

* * *

Die Palme

als Weihnachtsgabe

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 22. Dezember 1873)

Nachdem du der Tochter deines Bruders ( †  Mch.) mit einer Palmenpflanze ein Geschenk machen willst, und zwar gerade zum Weihnachtsfeste, so will Ich dir und durch dich ihr vorerst erklären, was die Palme im Pflanzenreiche ist, und ferner, wie gerade die Palme als geeignetes Geschenk an diesem Abende recht am Platze ist.

Auch du hättest ihr so manches Gute und Schöne darüber sagen können, doch deine Worte verhallen im Winde, während die Meinigen ewig stehen bleiben, und zwar für sie, für dich, für euch alle, und für die ganze Menschheit, und so schreibe ihr:

Nun siehe, Mein liebes Kind, du erhältst heute als Geschenk drei Palmen-Pflanzen (es sind Dattelpalmen gemeint, eine größere und zwei kleinere, eng verwachsen), die gemeinschaftlich in einem Topfe emporgewachsen sind. Diese drei Palmen-Pflanzen entsprechen ganz dem Beisammenleben deiner Familie, wo ihr Erwachsenen auch Dreie seid, die nämlich wissen, warum und zu was für einen Zweck sie leben. Deinen jüngsten Bruder rechne Ich nicht mit, weil er noch zu unmündig ist, - ihr Drei seid ebenfalls vereint unter einem Dache, strebet vereint wie die Palme dem Lichte entgegen, welches im Überfluß auf euch herabströmt, und sauget aus diesem Lichte alle Stoffe ein, die zu eurem geistigen Emporkommen nötig sind.

Die Palme als Pflanze treibt in der ersten Zeit nur ganze Blätter, wo durch die gerippten Furchen ihre zukünftige Blatt-und Stengel-Form wohl angedeutet, aber noch nicht ausgebildet ist. Die Palme setzt eine Krone von Blättern an, während die unter ihr liegende verwelkt, verdorrt, und so sich das Ganze langsam aufwärts schiebt, ohne weder recht dem Pflanzenreiche noch den Baumgattungen anzugehören. So wie die Palme, wenn sie gebaut ist, dann ihrem Ziele der Fruchtbringung entgegengeht, so wie in frühester Zeit ihr fernerer Beruf nur angedeutet ist, ebenso entsprechend ist im Menschen sein künftiges Wesen ausgesprochen, durch die schlummernden Anlagen der geistigen Bildung im reiferen Alter, und wie die Palme weder ganz Pflanze noch Baum ist, also zwischen zwei Geschlechtern des Pflanzenreiches als Mittelding besteht, so steht der Mensch, eine materiell-geistige  Schöpfung, zwischen zwei Welten, mit dem Körper in der Materie fußend, und sein Geist oder seine Seele dem höheren Lichte entgegentreibend.

Wie die Palme Krone um Krone abwerfend aufwärts drängt, und von Krone zu Krone von Jahr zu Jahr ihre Säfte verfeinert, mehr vom Irdischen befreit, und durch Licht, Wärme und Äther-Strahlen ihrer Fruchtbringung, der nur aus heilsamen und Zucker-Stoffen bestehenden Datteln, entgegengeht, so auch der Mensch, welcher seiner Bestimmung gemäß eine Erfahrung, eine Errungenschaft um die andere von Jahr zu Jahr abwirft, stets höher strebend, sein geistiges, religiöses Gefühl verfeinernd, dem Stande der Reife sich naht, wo dann die Frucht seiner Taten als Lohn seiner Kämpfe und Siege, wie ein Büschel süßer Datteln an einem langen Stengel weit über das Blätterwerk hinausragend, von Weitem schon anzeigt, wie glänzend die Ernte seines Prüfungslebens war. So entspricht die Palme ganz dem seelischen Geistes-Menschen, und so soll dich, Meine liebe Tochter, täglich die Form der Palme an deine geistige Mission erinnern.

Ihr wisset nicht, Meine lieben Kinder, wie viele geistige Entsprechungen in den Pflanzen und Bäumen liegen, wie selbe so ganz harmonierend mit den Menschen sind, auf deren Länderstrichen sie wachsen.  Könntet ihr in Meinem Buche der Natur lesen, ihr würdet erstaunen, wie ganz die Tanne zu Gebirgsvölkern, oder die Eiche zu den Bewohnern eines Flachlandes paßt, allein um euch dieses alles klar zu machen, gehörten viele Bogen dazu, um nur in euch diese Ahnung zu vergewissern, daß nichts (bloß) materiell, sondern alles nur geistig ist, eine Entsprechung eines Schöpfungsgedankens, wie er mit seinem Platze und Umgebung nur allein im Einklange fortbestehen konnte. Oder glaubet ihr, auch die kleinste Form eines Moospflänzchens habe nicht sein „Warum“, warum es so gefärbt, so gezeichnet, in diesem Breitengrade so und  in jenem anders vorkommt? Da irret ihr euch gewaltig, wenn ihr diese Verschiedenheiten bloß auf Wärme oder Witterungsverhältnisse oder Höhenmessungen bedingt glaubet.

Bei Mir ist alles wohl durchdacht, eine Kette von Konsequenzen, welche so sein mußten, sollte ein Ganzes hervortreten, welches Mir als Schöpfer würdig sein kann. So waren und sind auch die Palmen nur dort, wo sie hingehören, mit der ganzen Pflanzen-Vegetation und mit dem Tier- und Menschen-Leben harmonierend gewesen, als Ich selbe in jene Gegenden setzte, wo auch Ich einst meine Darniederkunft bestimmt hatte. Nicht ohne geistigen, ja tiefen Grund wählte Ich bei Meinem Einzuge in Jerusalem die Palme, nicht ohne Grund verzierten die Bewohner ihre Häuser und belegten ihre Straßen mit Palmenzweigen. Es war die Palme, welche ihnen die süßeste Nahrung gab, es war die Palme, welche  ihre Häuser beschattete, es war die Palme, welche ins Familienleben verwebt für sie vieles, für manchen alles war, und auch bildlich den Charakter des Volkes, wie es einst dort lebte, darstellte.

Die Palme war das Zeichen des Friedens. Mit diesem Zeichen begrüßten Mich die Einwohner von Dörfern und Städten, und mit dieser Palme oder Palmenzweigen zog Ich in Jerusalem ein. Frieden, geistigen Frieden wollte Ich den Menschen bringen, hatte das Zeichen ihres häuslichen Friedens in der Hand, und wie bei Meiner Geburt die Engel sangen: „Friede sei mit euch!“ so wollte Ich als erwachsener Mann wiederholen, was Engelsgeister bei Meinem ersten Erscheinen der ganzen Welt zugerufen haben.

Frieden wollt' Ich ihnen bringen, hatte das Zeichen ihres häuslichen Friedens in der Hand, und wie bei Meiner Geburt die Engel sangen: „Friede sei mit euch!“, so wollte Ich als erwachsener Mann wiederholen, was Engelsgeister bei Meinem ersten Erscheinen der ganzen Welt zugerufen haben.

Dir, Mein Kind, sendet Mein Schreiber junge Palmen-Pflanzen, mögen sie in deinem Hause, in deinem Familienkreise die Zeichen des Friedens sein, welche dich erinnern sollen, daß Meine Lehre auf Frieden gegründet, nur im Frieden gedeihen kann. Suche Frieden im Innern zu gewinnen, und Friede mit der Außenwelt zu erhalten. Gerade am Tage, wo du dieses Geschenk erhältst, drang in seliger Nacht durch alle Himmelsräume dieser Ruf: „Friede sei auf Erden und im Himmel!“ Und jetzt, wo ihr diesen großen Tag für eure kleine Erde würdig feiern wollet, jetzt rufe Ich dir und den Deinen dieselben Worte zu, so wie Ich sei einst von Meinen Engeln gesungen hörte, wie Ich sie im Einzuge von Jerusalem bildlich zeigte, und nach Meiner Auferstehung zu Meinen Jüngern sagte, als Ich bei ihnen durch verschlossene Türen eintrat: „Friede sei mit euch!“ so rufe ich dir, rufe ich allen zu: „Frieden erhaltet!“ und die Friedenspalme wird einst einem jeden zu Teil werden, der hier mutig gekämpft, den Sieg errungen hat.

Dieses seien die Worte, welche Ich dir, Meine Tochter, als Mitgift  gebe bei der Sendung von Palmen-Pflanzen, welche Mein Schreiber dir gerade an dem Tage gab, wo es wieder in aller Herzen ertönen sollte:

„Friede, ja ewiger, geistiger Friede ströme hernieder an jenem Tage, wo einst unser Herr und Schöpfer herabgestiegen ist, um uns am selben Teil nehmen zu lassen, so wie Er, wie Seine ganze Geisterwelt es wünscht, und wie nur durch Frieden mit sich selbst und andern die geistige Mission des ganzen Menschengeschlechtes erfüllt werden kann!“

Daher: „Friede dir und allen!“ Friede ohne Liebe ist nicht möglich, daher „liebet einander, liebet die Menschen und liebet Mich!“ Je mehr ihr eure Liebe ausdehnt, desto näher kommt sie Mir. Nur wenn sie „über alles“ Geschaffene gleich ihre Arme ausbreitet, nur dann gleicht sie der göttlichen, nur dann bereitet und gibt sie Frieden, so wie in der geweihten Nacht Meine Engel es meinten, so wie Ich selben predigte, und so wie Mein Schreiber dir durch dieses symbolische Zeichen auch ausdrücken möchte, daß Friede dich stets begleite, Friede dir zur Seite stehe, und selber bei jeder wiederkehrenden „Weihe-Nacht“ stets reiner, geistiger werde!

Diesen seinen Wunsch zu bekräftigen, zu bestärken, habe Ich es übernommen, mit einigen Worten aus Meinem Munde zu erläutern und festzustellen, was sonst nur in Form von leeren Glückwünschen mit der Zeit gekommen und mit der Zeit zerronnen wäre. - Dieses statt Meinem Schreiber dir zum zeitlichen Beweis, wie dein himmlischer Vater möchte, daß alle Seine Schöpfungen verstanden und aufgefaßt werden möchten, um so mehr von Seinen Kindern, denen Er schon so viele Lichter angezündet und bei denen Er doch noch so viele Finsternis in ihren Herzen entdecken muß.

Amen!

*

Worte am Weihnachtsfeste

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 25. Dezember 1876)

Was willst du denn, Mein Kind, daß Ich dir heute sagen soll, da Ich doch für den Weihnachtsabend zur Genüge gezeigt habe, wie er gefeiert werden sollte, und des seid euch versichert, wie er größtenteils nicht gefeiert wird.

Wie einst vor mehr als tausend Jahren nur wenige von Meiner Geburt etwas wußten, nur wenige selbst Augenzeugen aller jener merkwürdigen Umstände waren, die Meine Geburt begleiteten, ebenso waren es auch gestern nur eine kleine Zahl von Menschen, welche Meine Geburtsfeier würdig begingen, und noch weniger die, welchen Ich wie dir und deinen Freunden direkt wieder in Erinnerung gerufen habe, was dieser Akt war, welches seine Folgen waren, und wie der geistigen Würde des Menschen angemessen derselbe gefeiert werden sollte. Heute ist das Weihnachtsfest, d.h. der jener geweihten Nacht folgende Tag, wo wie bei jedem Tag, wenn in vergangener Nacht Begeisterung für was immer für einen Gegenstand das Gemüt des Menschen erregte, bei Tageshelle, beim klaren Sonnenschein wieder der kaltberechnende Verstand hinzutritt, um zu erforschen, was von dem in der Nacht Erlebten haltbar, vernünftig bleibt, und was in das Reich der Träume verwiesen werden muß.

So war es auch in jener Zeit, wo selbst die Augenzeugen Meiner Geburt, als wie die andern, welche von dem Ereignisse Kunde erhielten, erst des andern Tages darüber nachdachten: „ist das, was wir gestern Abend gesehen und gehört haben, Wahrheit oder Täuschung?“ So geht es jetzt auch vielen Menschen, denen es Mühe kostet, das Schöne und Erhabene, welches besonders in nächtlicher Stille, bei prunkvollen kirchlichen Zeremonien, bei Lesung andächtiger Bücher sie gefühlt haben, bei Tage, wo wieder die ganze materielle Welt auf sie einstürmt, festzuhalten und praktisch dann auszuüben, was sie sich in der geweihten Nacht vorgenommen hatten. Dieses Doppelsein des Menschen bei Tag und bei Nacht hat eben wieder einen tieferen physisch-geistigen Grund, als die meisten Menschen ahnen. Um euch dieses klarer zu machen, wollen wir hier selbes einer genaueren Untersuchung unterwerfen, und dann auf das Resultat derselben weiter bauen.

Siehe, Mein Sohn, der Mensch bei Tage und der Mensch bei der Nacht sind zwei ganz verschiedene Wesen. Der Mensch bei Tage ist mutig, entschlossen, läßt sich durch nichts so leicht betören, urteilt klar, ist sich seiner selbst als Geist bewußt. Der Mensch bei der Nacht ist furchtsam, oft bis zur Feigheit, kann keinen festen Entschluß fassen, ahnet, ohne zu wissen, warum, eine Geisterwelt. Es fehlt ihm bei Nacht das Vermögen des klaren Überblickes, der kalten Überzeugung, er traut sich nichts zu erklären, ist meistens bereit Dinge zu glauben, welche er beim Tage vorerst einer genaueren Prüfung unterziehen würde, ehe er als Tatsache annimmt, was oft gar keine ist. Beim Tage ist der Mensch nicht leicht zu betrügen, bei der Nacht aber fehlt ihm die gehörige Urteilskraft und er macht dann Schlüsse, welche beim klaren Sonnenstrahl wie Schnee vor dessen Wärme zerschmelzen.

Auch Meine leiblichen (oder irdischen) Eltern, sowie andere Augenzeugen Meiner Geburt wußten am anderen Tage nicht, was sie von dem Vorgefallenen halten sollen, und es bedurfte eines Engels, welcher Meine Eltern bewog, um Mein Leben zu retten, nach Ägypten zu fliehen, weil sie sonst nicht von der Stelle gegangen wären. Bei großen Ereignissen (besonders bei Erscheinungen aus der Geisterwelt), die von Menschen gesehen werden, ist es stets so. Die anderen, welchen man sie erzählt, glauben sie nicht, möchten alles auf Sinnestäuschung reduzieren, was doch dem Beteiligten bei klarem Sinne begegnete. Diese Widersprüche, diese Streiten zwischen den Fragen: „träume ich oder wache ich?“ - diese beruhen vorerst auf den Gefühle der menschlichen Organisation, welche das Licht, besonders Tageslicht obenanstellt, denn was der Mensch durch sein Sehorgan seiner Seele mitteilen kann, gewinnt eher den Schein der Wahrheit, als was er nur gehört oder gefühlt hat, da das Sehen aus klaren materiellen Bildern besteht, während beim Fühlen und Hören imponderable Gegenstände Ursache sein können, wo Sehen mit Menschenaugen unmöglich ist.

Der zweite Grund, warum der Mensch des Tages von dem bei der Nacht sich unterscheidet, ist ein siderischer Einfluß, welchen das Sonnenlicht auf die Materie ausübt, und auch auf die Menschen überträgt. Der Mensch erhält durch die Sonne, so wie seine Erde Kraft und materielles Leben, Immerwährend strömt selbes von oben ein, es macht den Menschen seiner Kraft, seiner Stärke sich bewußt. Der Mensch wagt, denn er sieht, was er tut, und wie er es tut. Diese stets einfließende Kraft des Sonnenlichtes verschwindet bei ihrem Untergange, und mit ihrem Lichte die Tatkräftigkeit des menschlichen Geistes. Bei Tage glaubte der Mensch ein Herr der Schöpfung zu sein, und bei Nacht ist er ihr Knecht. Bei Nacht, wenn die Erde das während des Tages eingesogene Licht verdaut und zu dem ferneren Bestand ihres eigenen Organismus verwendet, bei der Nacht ist die Erde passiv, während sie bei Tage aktiv, das heißt: aufbauend wirkend war. So auch der Mensch. Bei Tage wirkt die materielle Welt auf ihn ein, und bei der Nacht die Geistige. Beim Tage ist der Seele der Blick ins Universum verschlossen, bei der Nacht tut es sich dem staunenden Auge auf, und bei Nacht, wenn die materielle Welt in ihren Schlafzustand eingetreten ist, da fängt die geistige Wirkung an, welche dem Menschen zeigt, daß hinter dem Hinsinken in scheinbare Ruhe erst ein großes geistiges Wirken beginnt.

Eben dieses dunkle Ahnungsgefühl, welches andeutet, daß hinter der schwarzen Decke der Nacht noch etwas anderes verborgen ist, eben dieses macht den Menschen furchtsam, unschlüssig, weil eine höhere Macht, welche über die Materie erhaben ist, ihren Einfluß fühlen läßt, wo sodann leicht bei oft nicht gerade zu erklärenden Ereignissen selbst die Phantasie das Übrige tut und aus Mücken Elefanten macht. Ich sagte eben, daß bei der Nacht die Natur im nächtlichen Schlafe hinsinkend das eingesaugte Sonnenlicht verdaut und zu ihrem Bedarfe verbraucht. Was geschieht denn eigentlich beim Schlaf im Allgemeinen? Sehet, dieses müssen wir vorerst erörtern, ehe wir diese Phase, welche eben angeführt wurde, geistig begreifen können.

Beim Menschen geht im Schlafe ein eigener Prozeß vor, der ihm die materielle Welt verschließt und die geistige öffnet. Sobald die Tätigkeit des Sonnenlichtes aufgehört hat, dessen erregenden Einfluß auf alles Lebende zu äußern, so tritt ein anderer Stoffwechsel ein, als er beim Tage gewesen, d.h. beim Tage war es nur Geben und Empfangen, bei der Nacht empfängt die Natur wenig oder gar nichts, gibt aber dafür doch vieles aus. Beim Tage war durch das Licht der Sonne die Tätigkeit bis in die äußere Umhüllung alles Geschaffenen getrieben, bei Tage strömte durch Blätter, durch die letzten Ausläufer der Bäume, durch die Äste, durch die Umhüllungsschichte, die Rinde, alles Verbrauchte aus und durch dieselben Organe wurde stets Neues eingesogen. So treibt bei den Tieren und Menschen das Herz das Blut bis in die letzten Haargefäße mit größerer Hast, um den Austausch mit dem Neuzubelebenden zu beschleunigen. So war es ein bildliches Außenleben während des Tages. Bei herannahender Nacht ist es umgekehrt, das nach außen strebende Drängen wird nicht mehr ergänzt, es beginnt ein anderes, aber inneres Leben.

Die Blumen schließen ihre Kelche, die Blätter ihre Sauggefäße, die Außenseite der Steinwelt erkaltet, der Kreislauf des Blutes bei Tieren und Menschen beschränkt sich mehr auf das innere Leben, und läßt der Haut wenig Wärmestoff, welches ihr an euch selbst bemerken könnet, da die Kleidung, welche ihr am Leibe traget, wohl genügt am Tage, für den nächtlichen Schlaf aber durch Decken von festeren Stoffen ersetzt werden muß, um eine geeignete Wärme-Atmosphäre zu erzeugen, weil die Natürliche nicht mehr genügt. Sobald das Blut sich zurückzieht, weil es nicht mehr durch die Außenwelt aufgeregt wird, und einen langsameren Lauf beginnt, schwindet auch die seelische Tatkraft, welche mittelst der Materie sich nach außen während des Tages geäußert hatte. Die Seele, sich nicht mehr des großen Zuflusses von außen bewußt, hat nicht mehr das feste Selbst-Vertrauen, als könnte sie allen Ereignissen die Stirne bieten. Vorerst fehlt ihr das Licht, und zweitens ist im Finstern alle Bewegung unsicher und jede Kraftäußerung sich keines Erfolges gewiß. Bei dem langsamen Blutumlaufe gewinnt die Seele ebenfalls auch mehr Zeit, alles kaltblütig abzuwägen, Schaden oder Nutzen, und da das Selbsterhaltungsgefühl in jedem lebenden Wesen vorherrschend ist, so ist auch eher die Furcht bei der Hand, welche man sonst bei Tage nicht kennt. Der Mensch bei Tage fühlt sich frei, bei Nacht aber gebunden. Er fühlt, daß außer der Materie noch etwas existieren könnte, welches ihn beeinflußt, ohne daß er sich dessen Einfluß entziehen könnte.

Die nächtliche Stille, wo jedes Geräusch ihn aufschreckt, der dunkle oder gestirnte Himmel mit seiner Geistersprache, die oft schon mystische Erziehung seit der Kindheit, alles dieses trägt dazu bei, die Menschen bei Nacht empfänglicher für Geistiges und bei Tag empfänglicher für Materiells zu machen. Das klare Sonnenlicht ist mit dem wirklichen materiellen Leben zu vergleichen, das Sternenlicht, das bloße Mondlicht, die dunkle Nacht, mit dem Leben nach Ablegung der Materie, mit dem geistigen Sein, wo die Menschen für uns nur schwache Umrisse, aber keine deutliche Formen besitzen (wie auch im Sommer die materielle und im Winter die geistige Tendenz vorwiegt).

So war der erste Satz dieses Wortes, wo Ich sagte: Heute ist der geweihte Tag, welcher auf die geweihte Nacht folgt ebenso gemeint, weil eben am Tage bei klarem Sonnenlicht oder beim klaren Verstandes-Urteil die erlebten Ereignisse erst abgewogen werden, welche im abenddämmerlichen oder nächtlichen Dunkel sich ereignet hatten.

So erging es Meinen Eltern und ihren Freunden, so ergeht es jetzt noch Tausenden und andern Tausenden, und wieder andere Tausende haben von der gestern verflossenen Weihnachts-Nacht kein anderes Andenken mit sich in den heutigen Tag mitgebracht, als daß sie Kopfweh wegen zu vielem Genießen haben, und den Magen durch zu viel Durcheinander-Essen verdarben.

Von den letzteren Tier-Menschen wollen wir nicht reden, denn diese haben noch einen weiten Weg, bis sie zur Einsicht kommen werden. Erstens, daß es etwas besseres als Essen und Trinken gibt, und zweitens bis sie einsehen werden, wenn sie einen Religions-Kultus wirklich befolgen, was Zeremonie und was Geist ist! Daß es der letzteren ein Unzahl gibt, weiß Ich leider. Allein die Ewigkeit ist lang, und es wird schon auch für sie noch eine Stunde schlagen, welche sie zum Nachdenken über ihre und Meine Existenz zwingen wird.

Mit was Ich heute Mich beschäftigen und euch noch mehr ans Herz legen will, das ist eben das für gestern euch gegebene Wort (v. 15. Dez. 1876). Gut, ihr kennt nun dessen Inhalt, habt den guten Eindruck davon mit nach Hause genommen, habt, eben weil es Abend war, mehr den geistigen Einfluß Meines Wortes gefühlt. Jetzt frage Ich euch aber, wie viel von alldem ist für heute, und wie viel fürs künftige Leben übrig geblieben? Euch schöne Worte vorzusagen, eure Neugierde zu befriedigen, ist aber nicht Mein Zweck, wie es auch nicht gerade für euch allein ist, was jetzt Mein Schreiber zu Papier bringen muß, sondern alles dieses, was ihr schon erhalten habt und noch in Aussicht stehet, gehört für eine andere Generation, wo ihr dann als Geister ebenfalls Teilnehmer sein könnet, um dasjenige nachzuholen, was ihr hier versäumt habt.

Es ist wahr, Ich gebe euch diese Worte. Allein eben weil Ich sie euch gebe, so lade Ich auch eine größere Verantwortlichkeit auf eure Schultern, da bei Mir das Wissen allein nicht genügt, sondern das Tun nach Meinen Worten erst dasjenige ist, was Ich von euch verlange! Nun, was dieses Tun betrifft, so muß Ich euch schon das Zeugnis geben, daß ihr da eben gar nicht zu eifrig seid, und heute schon, wo eine schwache Erinnerung von gestern nur geblieben ist, sehr wenig es euch angelegen sein lasset, das, was Ich euch gestern sagte, auch heute schon auszuüben.

Du, Mein Schreiber, batest Mich um ein Wort, um heute, wo Ich als geboren betrachtet bin, auch in deinem Gemüte Mich auszugebären, und Meine Lehre dir stets mehr eigen zu machen, und Geduld, Verzeihung und Vergessen auszuüben, wozu Ich's bei dir nicht fehlen lasse. Dir habe Ich dieses Wort gegeben, du hättest auch ohne dasselbe an Mich gedacht, das weiß Ich, aber da du Mich aufforderst, mit dir den heutigen Tag zu feiern, so wollen wir beide miteinander arbeiten. Ich gebe dir den Samen, und du sollst ihn ausstreuen, vielleicht fällt er auf manchen guten Boden, und wenn unter hundert Fruchtkörnern auch nur eins zur Reife gelangt, so hast du genug getan. Ich wirke dann schon noch länger im gegebenen Worte, und werde noch Anhänger finden und erwecken, wenn du längst von dieser Erde abgetreten im Geisterreiche bei Mir sein wirst, und dich des Resultates erfreuen kannst, wozu du ebenfalls ein Werkzeug (Medium) warst. Feiere du diesen Tag nach deiner Weise und trage dazu bei, daß auch deine Anhänger Meine Worte nicht gerade heute, sondern für das ganze Leben hindurch den gestrigen Abend und den heutigen Tag nicht vergessen, wo gestern auch in ihnen der Christus wiedergeboren wurde, ebenso wie Meine Lehre ewig in ihrem Herzen fortleben soll.

Sage ihnen, daß Meine Eigenschaften nachzuahmen der Hauptzweck Meiner Worte ist, die Ich bei so vielen Gelegenheiten  an sie verschwende. Sage ihnen, daß sie sich befleißigen sollen, ihr geistiges Ich aufzubauen, denn wie Ich gestern anführte, die Zeit flieht, flieht mit Sturmeseile, und will und soll benützt sein, denn wer der materiellen Welt anhängt, richtet sich selbst, da er, wenn er heute das Zeitliche mit dem Ewigen vertauschen muß, nur dorthin kommt, wohin ihn sein Herz zieht. Lebt er der Materie, so wird er an selber haften bleiben, lebte er ein geistiges Leben, so wird sich ein Geisterreich vor ihm auftun, welches seiner Individualität angemessen sein wird. Zwischen beiden in der Mitte stehen und bald das eine und bald das andere zu bevorzugen, wird zu keinem Resultate führen, denn erinnert euch, was Ich euch Selbst sagte:

Zwei Herren kann man nicht dienen!“

Also entscheidet euch mit Ernst! - Wie heute Christus als geboren angesehen wird, ebenso soll in eurem Herzen Er und Seine Lehre neugeboren euch dem kommenden Jahr entgegenführen, damit ihr würdige Schüler Meines Schreibers und einst würdige Kinder eures Vaters im Himmel werden könnet.

Amen!

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Kleinere Worte zu Weihnachten  I.

(Empfangen durch Th. B. (H.L.B- am 23. Dezember 1878)

(Nr. 45, 87.)

Meine lieben Kinder!  Arm und klein war die Stätte, wo Ich geboren wurde. Es war eine Höhle, ein leerer, finsterer Raum, also ein entsprechendes Bild für die Herzen der Menschen, welche auch leer und finster sind und den Zweck nicht kennen, welchem sie dienen sollen, und doch ist Meine Liebe zu euch so groß, daß Ich Mir eine solche Stätte zu Meiner Geburt erwählte. Die Verheißung, welche in der Entsprechung der Höhle liegt, soll euch zur Freude und zum Troste dienen, wenn ihr sehnsüchtig nach Mir verlanget, und euch bestrebet, würdig zu werden, daß Ich zu euch komme, dabei aber bei eurer Selbstprüfung erschrecket und zaghaft über eure großen Mängel werdet.

Die Stätte, wo Ich Mich niederließ, war also leer, ohne alle Einrichtung, welche das Leben darin bequem machen konnte. Daher trachtet auch ihr danach, daß eure Herzen immer freier von Wünschen und Verlangen nach äußerer Bequemlichkeit werden, denn im Hegen dieser Wünsche ist die Gefahr verborgen, solche Wege zu gehen, die von Mir abführen.

Meidet deshalb zuviel Bequemlichkeit und vielerlei Bedürfnisse im Leben euch anzugewöhnen, denn wo das Herz ohne viele Wünsche ist, da ist für Mich mehr Raum, und Ich werde es Selbst erleuchten, ohne daß Ich zuvor Anspruch auf Licht mache.

Meine Leuchte ist das ewige Licht, und wo dieses erhellt, da steigen auch die Engel auf und nieder. Also erwartet die wahre Erkenntnis nur von Mir, wenn Ich zu euch komme, und es wird der helle Tag für euch anbrechen. Deshalb gehet fleißig in das Kämmerlein eures Herzens, räumet dort aus, was von unnötigen Wünschen darin steckt, und hoffet bei Erkenntnis der Finsternis, die dort noch herrscht, auf Mein Gnadenlicht.

Und wie einst in Bethlehem Meine große Demut die dürftigsten Umstände für Mich Selbst erwählte, um mit Meiner Liebe überall durchzudringen, also ist es wieder bei Mir die größte Demut, welche mit der allergeringsten Übergabe (bei der Neu-Geburt) vorlieb nimmt, um später Meine Liebe in reichem Maße austeilen zu können.

Wie Ich Mich damals allen weltlichen Anordnungen willig unterzog, so ehre Ich allezeit euren freien Willen und freue Mich, wenn Ihr Mir denselben als Geschenk zu Meinen Füßen leget, indem ihr erkennet, daß Ich es bin, Der euch reich in Liebe und Erkenntnis machen will. Schätzet diese Gaben hoch und holet sie mit Bitten und Vertrauen als Weihnachts-Gaben bei Mir ab.

Euer Vater im Kinde Jesu.  Amen!

*

II.

(Empfangen durch Th. B. (H.L.B.) am 25. Dezember 1878.)

(Nr. 45, 148.)

Meine lieben Kinder!  „Frieden auf Erden!“ sangen die Engel, als sie Mich zu Bethlehem in der Höhle erblickten. In diesen Worten liegt der ganze Segen Meines Kommens in das Fleisch oder Meiner Menschwerdung!

Was ist der Friede, den Ich der Erde brachte? Es ist die ewige göttliche Liebe, die Ich durch Meinen persönlichen Verkehr wieder in den Menschen zu erwecken suchte, denn jeder Mensch hat einen Funken dieser göttlichen Liebe in sich (sonst wäre er nicht  Mensch). Diesen Funken wollte Ich (Jesus) in Mir Selbst zur Flamme werden lassen (Luk. 12, 49), um durch Mein Beispiel Meinen Mitmenschen zu zeigen, welch' großer Reichtum in ihnen verborgen liegt, welcher gar nicht mehr erkannt wurde, weil er zu sehr von der Sünde überwuchert war. Durch dieses Beispiel der Liebe sollte der Sieg zwischen Geist und Fleisch auf die Seiten des Geistes treten, und sollten die Menschen wieder mehr eine geistige Richtung erhalten. Wenn dieses der Fall ist, daß die Menschen ihre Lebensaufgabe mehr geistig erfassen, wird der Friede auf Erden regieren; sowohl bei jedem Einzelnen wird Ruhe und Friede im Herzen zu finden sein, als auch in der Gesamtheit wird  eine Friedenszeit die Zeit des Haders und Zornes (Krieges) vertreiben.

Dies wurde von den Engeln schon bei Meiner Geburt erkannt, und sie waren von seliger Freude durchdrungen ob der Segnungen, welche den Menschen zu Teil werden sollten.

Wo ist aber der wahre Frieden zu finden?

Ich sage euch: nirgends, als an Meiner Krippe! Wer sich dort wohl fühlt, dem wird der wahre Friede im Herzen zu Teil werden, denn er weiß, daß er alles, was er besitzt, als Gnadengeschenk von seinem Herrn und Meister zu betrachten hat, Der Selbst als der Reichste im Himmel und auf Erden dennoch die Armut vorgezogen hat, um andere reich zu machen. Die Anordnungen, welche getroffen sind, damit der Mensch einst als Kind Gottes in des Vaters Reich als Miterbe der Seligkeit eingehen kann, habe Ich als Miterbe von der Wiege an bis zum Kreuzestode geheiliget. Wer dieselben zu befolgen strebt, dem wir die Gnade zum Vollbringen helfen, und so werden den Frieden, den die Engel empfinden, auch die Erdenkinder inne werden. -

Liebe Kinder, ihr begreifet noch lange nicht die große erbarmende Liebe, welche euch Erdenkindern durch Meine Menschwerdung nachgegangen ist und immer noch nachgeht, und euch die  Gnade anpreist. So wenig ihr den Segen begreifet, wenn ihr euch an Mich haltet, so wenig begreifet ihr aber auch, welch großes Unrecht das Kind gegen den Vater begeht, wenn es allen Weltfreuden, allen weltlichen Einflüsterungen mehr Gehör gibt, als dem Zuge des Vaters, Der nichts unterläßt, durch Seinen heiligen Geist täglich und stündlich auf die Heilsordnungen hinzuweisen. Wie viel äußere Mittel muß Ich noch anwenden, die Menschen vom Verderben zurückzuhalten, und leider, der Mehrzahl nach, fast alles umsonst. Nur wenige hören noch Meine Stimme und folgen Mir! Diese wenigen will Ich segnen und Mich bei ihnen niederlassen, wenn Ich wieder komme, und damit nicht alles vollends dem Verderben zueilt, mit kräftigen Mitteln den Tag verkünden lassen, wo Mein Erscheinen vielen zum Gericht werden wird.

Wohl denen, die dann an der Krippe im Kinde Jesu ihren Herrn schon erkannt haben, und so derjenige Frieden bereits in ihr Herz eingezogen ist, welchen die Engel verkündet haben. Diese werden Mich dankbar ersehnen und bewillkommnen als den großen Friedensbringer für Himmel und Erde, und mit einstimmen in den Lobgesang: „Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen!“ 

Amen!

*

III.

(Empfangen durch Th. B. (H.L.B.) am 25. Dezember 1880.)

(Nr. 45, 208.)

Meine lieben Kinder!  Ihr wollet heute Christtag feiern nach Meinem Sinne, es sei! Ich komme zu euch mit dem Gruße:  „Friede sei mit euch!“ und aber auch mit der Bitte: „Friede sei mit Mir!“ Diese Bitte soll euch nicht befremden, sie ist in der Jetztzeit so nötig, denn das meiste von Kreuz und Leiden, in welchem sich die Menschen dünken, kommt davon her, weil sie keinen wahren Frieden in sich finden. Zuerst für sich selbst, denn sie haben noch zu viel eitle Wünsche und Bedürfnisse für ihren Leib und setzen dessen Bedienung immer obenan. Daher kommt es, daß man mit Mir nicht zufrieden ist, weil Ich als Vater geistiger Kinder bei euch walten will, und daher nur solche Güter euch zuwenden will, die euch geistigen Gewinn bringen und also wahrhaft beglücken. Wenn Ich denn um Frieden mit Mir bitte, so liegt in dieser Bitte eure ganze Stellung Mir gegenüber, denn gleich wie am Christtag die Kinder nur freudig den Eltern entgegen kommen, und mit dankbarem Herzen ihre Geschenke betrachten, und in ihren Blicken Liebe strahlt, so sollten all die Meinen zu Mir kommen, vertrauensvoll und dankbar für die geistigen Geschenke, die Ich ihnen oft nicht anders als durch die Kreuzboten schicken kann. Allein sie bleiben zu sehr mit den Boten beschäftigt und vergessen dabei den eigentlichen Wert, den der Geber ihnen damit zugedacht hat, hoch zu schätzen, und murren dann oft gegen Mich, als den Geber aller guten Gaben.

So ist Meine Geburt schon für die Umgebenden, den Joseph und die Maria, zuerst zu einer großen Heimsuchung und Kreuz geworden, sie konnten den großen Segen darin nicht verspüren. Also ist es jetzt noch. Wenn Ich jemand besuche, so sind die ersten Augenblicke zu sehr gegen das Natürliche gerichtet, und dieser Widerspruch, welcher dabei entsteht und meistens durch Leiden und Kreuz bewirkt wird, erzeugt in euch Unzufriedenheit mit Mir, daher Ich euch nun bitte, in solchen Fällen, wo Ich stärker anklopfe und so euch besuche, doch ein Beispiel an den Kindern zu nehmen, die vor dem Christbaume stehen. Kommet Mir freudig entgegen, auch wenn ein Geschenk noch verdeckt ist, Meine Liebe wird es euch dann desto bälder enthüllen. Und wenn ihr auch mit verzagtem Herzen es tuet, weil ihr keine Freudigkeit dazu fühlet, so kommet doch. Meine Gnade und Erbarmung ist so groß, daß sie diese Anwandlung von Murren schon verzeiht, wenn eine Überwindung dabei angestrebt wird.

Diese Versicherung Meiner Vaterliebe soll eure gesegnete Weihnachtsgabe sein. Dagegen bringet Mir statt Gold und Silber ein volles Vertrauen, daß Ich euch richtig führe, damit ihr dadurch auch zunehmet in der wahren Bruderliebe, indem ihr alle eure Vorkommnisse von Mir ausgehend ruhig annehmet, und nicht ein Glied das andere beschwert, als ob es ihm hinderlich wäre bei seinem Wirken. Ich will euer Haupt sein, und ihr sollet in Liebe verbunden Mein Leib sein, so wird euch allen geholfen werden. - Meinen Frieden gebe Ich euch, nicht wie die Welt gibt, sondern so wie ein himmlischer Vater Seinen geistig strebsamen Kindern geben kann.

Amen!

*

Zum Sylvester-Abende

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest, am 31. Dezember 1874.)

Meine lieben Kinder!  Ihr stehet wieder vor der Türe eines neu sich öffnenden Jahres, und heute als am letzten Tag des scheidenden wäre es am rechten Platze, doch etwas Rechnung mit sich zu halten über das Erlebte und noch zu Erlebende und zu Erhoffende. Wenige Menschen betrachten diesen Tag von diesem Gesichtspunkte aus, sie gehen so blindlings fort, als wie sie an die Scheide dieses Jahres gekommen sind. Für sie ist die Zeit nichts, hat keinen Wert, ja sie scheint ihnen so wenig beachtenswert, daß sie alles Mögliche tun, um selbe recht zu vergeuden, damit sie ja nur recht geschwind vergeht.

Sorget euch nicht, ihr armen verirrten Kinder, die Zeit läuft schnell und für die meisten wird ihre Lebensuhr früher ablaufen, als sie es vermuten oder ahnen. Aber so ist es in eurer Welt, und besonders jetzt, wo nur der Genuß der Gegenwart die Hauptsache ist, und wo man weder vor- noch rückwärts zu schauen gewohnt ist, sondern gerne von einem Taumel in den andern, von einem Vergnügen ins andere gehen möchte.  Nicht so sollte es bei denen sein, welchen Ich so viel Licht angezündet habe, damit sie im dunklen Weltleben mit dieser Leuchte doch den rechten Weg finden sollten, um, wenn nicht die ganze Menschheit vor dem gänzlichen Verfalle zu retten, doch einige noch auf Erden zu haben, die Meiner gedenken, sich Meiner Werke freuen, Mich lieben und Mir zu lieb selbst Mühen und Drangsale gerne ertragen.

Eben diesen wenigen, welche auf besseren Wegen und mit klarerem Bewußtsein, warum sie leben, stets vorwärts schreiten, eben diese wenigen will Ich mit diesen Wirten wieder einen Beweis geben, wie sehr es Mir daran gelegen ist, daß nicht auch sie mit der Masse verloren gehen; und dieses ist der Grund, warum wir heute, als am letzten Tage des scheidenden Jahres, ein ernstes Wort miteinander reden wollen, wie es sich für Menschen geziemt, die doch wähnen, von Mir abzustammen, und einst in dem großen Geisterreiche sich Mir stets nähern dürfen.

Sehet, „Meine Kinder,“ so nenne Ich euch, obwohl ihr noch lange diesen Name nicht ganz verdienet, sehet, ihr habt der Zeit ein Maß gegeben, habt sie eingeteilt, und so auch die Bewegung eurer kleinen Erde um ihren Sonnenzentralkörper und ihre Umlaufszeit festgestellt. Auch die Erde hat also mit „Heute“ wieder einen Umlaufskreis ihrer Bahn vollendet, und ist an dem Punkte angekommen, von wo nach eurer Rechnung sie einen neuen Zyklus beginnt. Sie ist an dem Punkte angekommen, wo ihr den Jahreswechsel festgesetzt habt. Allein eben diese Erde ist wohl an dem Punkte heuer wieder angekommen, nicht aber in den Umständen, wie sie selben voriges Jahr berührte (siehe die Schraube in „Schöpfungsgeheimnisse S. 251.) Verändert beginnt sie ihren Lauf, denn in ihrer Entwicklung hat sie manches aufzuzählen, was sie für ihre Mission reifer gemacht oder was sie zur Vollführung ihres Endzweckes aufgehalten hat. - Die Erde hat wie alles auf der Welt ihren Bildungszweck und muß selbem nachstreben, wozu sie ihre Sonne antreibt, so wie überhaupt alles entstehen, bestehen und vergehen muß. Auch sie am heutigen Jahreswechsel steht an diesem Punkte um ein Jahr reifer, um ein Jahr näher ihrem Endziele, und alles, was auf und in ihr lebt, hat diesen Wechsel als einen neuen Anfangspunkt zu bezeichnen, wo es wieder vorwärts gehet, einer Zukunft entgegen, die niemand als nur Ich allein bemessen und beurteilen kann. So wie die Erde ihren Ausbildungszweck verfolgend stets von einem Jahre zum andern sich demselben nähert, ebenso gehet auch ihr Menschen, geistig und weltlich, eurer Mission gemäß dem Ziele entgegen, welches Ich euch gesetzt habe, und obwohl die Menschen frei sind, und tun können, was sie wollen, so hat doch die Menschheit gewisse Aufgaben, denen sie sich nicht entwinden kann und denen sie obliegen muß, ob hier oder jenseits ist gleichviel. Da die Menschen aber aus Körper und Seele bestehend, entweder das eine oder das andere mehr ausbilden oder vervollkommnen können, so ist es natürlich, daß entweder eine verfrühte Entwicklung des eigentlichen Zieles eintreten kann, oder aber nicht auf Zeit reflektierend selbe doch einmal eintreten muß.

Ihr, Meine lieben Kinder, stehet am Ende eines scheidenden Jahres. Dunkel steht die Zukunft vor euch, ihr wißt nicht, was sie euch bringt, und ihr hoffet nur. - Nun so sage Ich euch:

     Hoffet von der Zukunft nichts; aber von euch selbst viel! -

     Hoffet von euch, daß der nächste Jahreswechsel euch besser, moralischer, gediegener und reifer antrifft, als ihr jetzt an seiner Schwelle stehet!

     Hoffet, daß ihr im nächsten Jahre Meine Lehre mehr im praktischen Leben ausüben könnet!

     Hoffet, daß Mitleid mit dem Nächsten, Toleranz mit den Fehlern anderer, und ein Kranz schöner und edler Taten euch als Erinnerung des vergangenen Jahres ziere!

     Hoffet, daß ihr, kommen Versuchungen, selben mannhaft widerstehen werdet!

     Hoffet, daß wie auch die Zukunft sich gestalten möge, und eure Umstände, ihr das Vertrauen auf Mich nie verlieren werdet!

     Hoffet, daß ihr wie eure Erde, getreu eure Aufgabe erfüllet, einst Anspruch auf den Titel „Mein Kind“ zu sein erworben habt!

Dieses alles hoffet, und zu diesen Hoffnungen und Erwartungen gebe Ich auch Meinen Wunsch als „Neujahrswunsch“ dazu, daß eure Hoffnungen erfüllt werden mögen! Dann könnet ihr getrost und ruhig das Rad der Zeit mit Schnelligkeit dahineilen sehen, ihr habt eure Zeit im Dienste der Menschheit und zu Meinem Wohlgefallen angewendet, habt Gutes gestiftet, wo es möglich, habt manchen Samen ausgestreut, der Früchte tragen wird, für euch und andere, und so gelanget dann ihr, wie eure Erde, auf einem Wendepunkt an, wo das Erworbene nicht verloren und das zu Erwerbende ein neuer Zusatz sein soll, um dem Ziele stets näher zu kommen, welches euch, sowie allem Geschaffenen gesetzt wurde, dem Ziele, inmitten der Materie, gebunden durch sie, doch frei zu sein, und das geistige Endziel als Hauptsache betrachtend.

Auch die Erde vergeistigt sich tagtäglich, gibt dem Geisterreiche wieder zurück, was sie vor Äonen von Jahren zu ihrem Entwicklungsprozesse erhalten hat. Ebenso auch ihr Menschen, einzeln und insgesamt, auch ihr müsset das Geistige gebunden in Materie, verfeinert, vergeistigt Mir wieder zurückerstatten. Als unausgebildeter göttlicher Funke ward es in euch gelegt, alle Kraft, die geistigen Eigenschaften mit der Zeit zu entwickeln und geltend zu machen, liegt zwar in dem Funken, jedoch die Entwickler, Ausbildner müssen die Menschen selbst sein. So ist Verdienst nur möglich, denn ohne Mühen keine Siege, und ohne Siege kein Bewußtsein einer geistigen Würde!

Daher kämpfet und arbeitet, um euch eure geistige Würde zu erringen. Jedes Jahr bringt euch diesem Ziele näher. Streifet das überflüssige weltliche von euch ab und suchet, wenn euch doch Meine Worte gefallen, wenn sie euch begeistern und erheben, selbe auch im Leben praktisch zu verwerten, denn das Lesen und sich begeistern ist nur eine angenehme Stunde in eurem eigenen Leben, hat aber keine anderen Folgen, als einen sanften Nachklang einer angenehm verbrachten Zeit. Allein deswegen gab Ich sie euch nicht, Mein Zweck war, nicht euch zu unterhalten, sondern euch zu belehren, was ihr tun sollet, wie ihr das Scheinleben vom wahren, intellektuellen Geistesleben unterscheiden sollet, damit ihr nicht wie törichte Kinder am einfachen Geflimmer von Glasperlen eine Freude haben sollet, sondern damit ihr den wahren Diamant (Dia-mant deutet auf „Gottesliebe) hin) mit seinem nach allen Seiten strahlenden Lichtermeere in Meiner Lehre finden und danach leben sollet.

Dieses [ist] der Zweck Meiner Worte, und jenes der Grund eurer Aufgabe. Handelt danach, und ihr werdet schon selbst bald erfahren, wer am besten von uns daran ist, Ich, der Ich euch rate, lehre und führen möchte, oder ihr, die ihr tatsächlich zeiget, daß ihr Meine Lehre verstanden und mit eurem geistigen Ich verkörpert habt, und schon durch Gutes-tun auf Erden Seligkeiten genießet, die vielen erst im Jenseits und dort nach langen Prüfungen erst zu Teil werden.

So tretet denn dieses neue Jahr an mit Vertrauen auf euch selbst und auf Mich. Die Welt, wie sie jetzt geht, könnet ihr nicht aufhalten, aber euch selbst könnet ihr den Hemmschuh anlegen, damit nicht auch ihr mitgerissen werdet von dem Strome des Materialismus, der am Ende nichts mehr anerkennen will, als materiellen Genuß, und wo noch nebenbei der Mensch sich selbst zum Hauptgegenstande der Schöpfung machen möchte.

Haltet an Mir fest, als einzigen Anker, und ihr werdet nicht schlecht fahren, wenn gleich die Zeit so manches bringt, so bringt sie euch doch auch Meine Liebe und Meinen Segen für's künftige Jahr, wie Ich selben euch angedeihen ließ im vergangenen!

Amen!

*

Zum Jahreswechsel

I.

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest am 19. Dezember 1870.)

Nachdem auf eure Erde der von Menschen berechnete Anfang eines neuen Jahres oder ein neuer Beginn des Umkreises, auf welchem die Erde in ihrer Bahn um die Sonne getrieben wird, eine Art Festtag ist, wo ein jeder freudig dem andern einen guten Anfang und ein gutes neues Jahr wünscht, so will auch Ich nicht zurückbleiben und euch auf dieser neuen Bahn Meine Glückwünsche darbringen, nur unterscheiden sich selbe von denen der Menschen, weil Ich Dinge für Glück halte, welche dem Menschen oft als Unglück vorkommen. Bevor Ich aber Mich ans Glückwünschen mache, wollen wir zuvor dem Festtage noch eine andere wichtige Seite abgewinnen, die für euch vielleicht lehrreicher ist, als das (Glück-)Wünschen; denn von allen Wünschen, die Meinigen ausgenommen, erfüllt sich höchst selten einer, und schon aus dem Grunde nicht, weil er im voraus nicht mit ganzem Herzen von dem Wünschenden als erfüllungsmöglich gehegt ward.

Jeder Zeitabschnitt, sei es Geburts- oder Neujahrstag, oder der Tag eines sonstigen wichtigen Ereignisses, hat immer sein eigenes Interesse, und um selben gewissermaßen zu feiern, wie es sich gebührt, so sollte man an jenem Jahrestag eine Art von Gewissenserforschung mit sich selbst halten, in das verflossene Jahr zurückgehen, dort genau erforschen, was gewünscht wurde, ob es sich verwirklicht hat und ob auch das Wünschen des einen oder des andern in der Tat ein dem Menschen würdiges war. Was dann die Zukunft mit ihren Hoffnungen betrifft, so würden die Erwartungen vom kommenden Jahre sich bei weitem reduzieren, wenn man diese oben vorgeschlagene Rundschau in seinem Herzen gehalten hätte. Ebendeswegen schicke auch ich Meine Betrachtungen über das Vergangene voraus, ehe Ich auf die Zukunft übergehe. Nun, so höret denn:

Im Allgemeinen ereignet es sich, daß wenn jemand so ein verflossenes Jahr durchblickt, er dann als Endresultat herausbringt, daß von dem Gewünschten und Gehofften nichts oder nicht viel wahr geworden oder sich erfüllt hat. Was geht also so ganz eigentlich aus dieser Schlußfolge hervor, als erste Regel  für's nächste Jahr? Es geht daraus hervor, daß man sich nichts oder gar weniges wünschen soll, und das noch nebenbei in so begrenzten Verhältnissen, daß wenigstens eine Möglichkeit der Erfüllung zu erhoffen wäre.

Ein zweites, was aus dieser Rundschau zerstörter Hoffnungen und nicht erfüllter Wünsche hervorgeht, ist, daß man wahrscheinlich sich Dinge gewünscht hat, die Ich, als der Herr über alles, Der aber nur das Beste der Menschen will, selbes nicht zulassen konnte, weil Ich damit vielleicht zum geistigen Ruine so mancher Menschen sehr viele Selbst mitgeholfen hätte. Was geht aus diesem Resultate hervor? Es geht daraus hervor, daß der Mensch zur Einsicht kommen und begreifen sollte, daß nicht alles, was er will, zu seinem Nutzen ist, wenn es wirklich so in Erfüllung ginge, wie er es wünscht. Die daraus folgende Lehre also für das künftige Jahr ist:

Wünsche dir nur Dinge und Verhältnisse, die zu deinem geistigen Wohle beitragen können, denn der Vater im Himmel müßte dein Feind sein, wenn Er dir solche Wünsche gewähren wollte, die das Entgegengesetzte bezwecken würden!“

Jetzt haben wir schon zwei Hauptfragen und ihre Antwort. Wir wollen nun sehen, ob nicht noch etwas in den gebräuchlichen Wünschen steckt, welches ebenfalls im nächsten Jahre vermieden werden könnte. Und siehe, da taucht schon wieder ein Hauptfehler auf, und der besteht überhaupt in dem Wünschen und Hoffen selbst, denn was meint da der Mensch im Ganzen, kennt er oder Ich besser, was ihm gut tut? Wenn also, wie doch jeder denkende Mensch es zugeben sollte, seine Ansicht in Bezug auf gut oder schlecht stets eine beschränkte ist, so sollte er ebendeswegen weder sich noch andern etwas wünschen, denn er weiß nicht, ob er damit sich oder andern etwas Gutes oder Schlechtes wünscht.

Also eine dritte Lehre für's neue Jahr wäre: das Wünschen ganz und gar nur Mir zu überlassen und alles Mir anheimzustellen, denn eben dieses Wünschen und Hoffen zeigt am meisten, wie wenig die Menschen Vertrauen in Meine Führungen haben und nur immer selbst sich ihr Schicksal schmieden wollen, wie sie es in ihrem Wahne für am besten glauben.

Noch eine andere Seite wäre auch die, daß die meisten Menschen gerade in solchen Tagen gegen sich, den Nächsten und gegen Mich fehlen, indem sie bei den Wünschen und Gratulationen, welche die anderen sagen, oft gar nichts oder gerade das Gegenteil von dem denken, was sie in Worten aussprechen und wie ihr selbst sagt, eine Augenblick „Konvenzienz-Lügner“ (Verlegenheitslügner) sind.

Diese Seite des Wünschens ist bei Mir gerade die Schlechteste, welche dem Menschen an seinem moralischen Werte am meisten raubt. Denn ein Mensch, der einst Mein Kind werden will, soll nie lügen, unter welchen Umständen es auch sei. Hier ist aber die Lüge von zweifacher Natur, er lügt sich und die anderen an, mißbraucht oft Meinen Namen, und vergeht sich dadurch gegen Meine Heiligkeit. Alle diese Sünden schmerzen aber den Haufen nicht so sehr. Man entschuldigt sich damit: „man muß eben mit den Wölfen heulen,“ oder „man kann gegen den gewohnten Gebrauch sich nicht verstoßen.“

Was heißt das aber alles? Das heißt: Man setzt die Achtung, die Ich von einem Menschen haben soll, hinter die von seinem Nächsten zurück und denkt sich: „Wenn einmal die Zeit der Abrechnung kommt, so werde ich mit meinem Herrgott schon fertig werden, bis dahin aber haben wir Zeit!“ So denkt der Mensch, aber Ich denke anders. Ich lasse dann manchmal zu, daß gerade dasjenige, was ein Mensch jemanden wider Willen wünscht, in Erfüllung geht, und daß, nach was er sich im Stillen sehnt, unerfüllt bleibt.

Ihr sehet also aus allem diesem Vorhergehenden, daß mit dem Wünschen und Hoffen eben nicht gar zu viel herauskommt, und daß es beinahe am gescheitesten wäre, statt am Neujahrstage zu aller Welt zu laufen, Besuche abzustatten, und dabei „leeres Stroh zu dreschen“ und Wünsche und zusammengelogenes Zeug vorzubringen, es bei weitem besser wäre, man schlöße sich im einsamen Kämmerlein ein und redete gar nichts, würde sich dort mit Mir unterhalten, würde dort sehen, wie weit man seiner Bestimmung als Mensch nachgekommen ist, und wie viele gute Taten man aus dem verflossenen Jahr ins künftige mit hinübernehmen kann, und ob man nicht im neuen Jahre Unrecht vergüten kann, das man im alten mit oder ohne Willen an anderen ausgeübt hat. Aus diesem Examen ginge dann wahrscheinlich der Vorsatz hervor, das neue Jahr mit besseren Handlungen zu beginnen, stets auf der Hut zu sein, nichts Unrechtes zu tun und alles andere ganz Mir zu überlassen, mit dem Bemerken, daß, schicke Ich Gutes, der Mensch bekennen soll, er habe es nicht verdient, schicke Ich Schlechtes, er selbes nicht als Strafe, sondern als Prüfung geduldig ertragen solle.

So wäre dann eine geregelte Abrechnung zwischen „Haben“ und „Sollen“ abgeschlossen, und der Mensch ginge ruhig allen Ereignissen entgegen, welche das kommende Jahr bringen wird; denn er vertraut nur auf Mich. Was Ich ihm gebe, ist ihm recht, und was Ich ihm nehme, verdient er ebenfalls, von Mir kommend, als Heilmittel, um besser zu werden.

Sehet, auf diese Art sollet ihr allem Meine lieben Kinder, am Neujahrsabende eure Rechnung mit dem vergangenen Jahre abschließen. Dann komme Ich dazu und wünsche euch als Glückwunsch für das neue Jahr, bei euren Vorsätzen streng auszuharren und nicht zu wanken.

Dieses ist Mein Neujahrswunsch! Denn ihr müßt dabei bedenken, daß mit jedem Neujahr auch wieder ein Jahr mit all seinen guten und schlechten Handlungen ins Meer der Zeit hinabgeflossen ist, und ihr aber um einen Schritt dem Ende eurer Lebensbahn näher gerückt seid. Wie viele wünschen sich alles Erdenkliche am Neujahrs-Tage, welche beim nächsten schon unter der Erde modern und deren Seele den Lohn für ihr Erdenleben bereits erhalten hat. Auch euch rufe Ich zu: wer weiß denn von euch, ob Ich nicht bis zum nächsten Jahre einen oder den andern aus eurer Mitte abrufe?

Also was geht aus dieser Betrachtung hervor? Es geht hervor, daß ihr diese Gewissenserforschung, wie Ich selbe oben nannte, nicht so leicht nehmen sollet, sondern im größten Ernste, denn das zur Rechenschaft ziehen von Meiner Seite wisset ihr nicht, wann Ich es vollführen will. Bereitet euch daher auf alle Fälle vor, und dann legt euch ruhig zu Bette, denn dann seid ihr bereit, und auch das Ärgste vom menschlichen Standpunkte aus genommen, der Tod, kann euch nicht überraschen, denn er, statt euch augenscheinlich zu vernichten, wird euch erst zum ewigen Leben auferwecken.

So, Meine Kinder, bedenket diesen Jahreswechsel, damit er für euer Herz heilsam werde. Denket doch nur, daß hinter diesem Scheinleben (der Probung) noch ein großes Geisterleben existiert, als das eigentliche, und wohlgemerkt, das ewige Leben. Hier gilt alles für vergänglich, dort aber trägt alles einen bleibendem Typus.

Nachdem also dort der größere, längere Aufenthalt stattfindet, so ist es doch natürlich, daß man bei einem vorübergehenden Scheinleben nur das längere, künftige im Auge haben muß, und man das kürzere nur dazu benutzt, um sich für das große ewige Geisterleben vorzubereiten und sich für dasselbe würdig und tauglich zu machen.

Daher arbeitet Jahr aus Jahr ein an eurem Seelenheile, damit am Ende eines jeden Jahres keine großen Lücken und schwer auszufüllende Scharten bleiben. So verbessert ihr stets euren geistigen Leib, und während der Materielle nach und nach der Auflösung oder seinem Ende entgegengeht, so kommet ihr tüchtig und gerüstet zum Anfang des andern, nie endenden, seligen Lebens.

Dieses Vorwärtsschreiten wünsche Ich als Vater euch. Trachtet, Meine Kinder zu werden, und zwar so weit es möglich schon auf Erden, damit euch in der anderen Welt der Weg zu Mir nicht mehr so lang sein wird.

Dieses ist Mein Neujahrswunsch, und Ich gebe euch allen Meinen Segen dazu, zur Bekräftigung im Kampfe mit dem Scheinleben, damit ihr dann bald von Angesicht zu Angesicht schauen möget Den, Der euch am scheidenden Jahrestage dieses als euer liebender Vater zuruft.

Amen!

*

Neujahrs – Wunsch

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest am 31. Dezember 1870.)

Da ihr doch am Ende, wenn ihr heute von einander scheidet, einer dem andern für's nächste Jahr einen Glückwunsch mit auf den Weg geben möchtet, so will Ich dir, um euch aus der Verlegenheit zu helfen, einen Glückwunsch für alle hier geben, an welchen ihr euch halten könnet. Und der lautet:

„O Herr und allerliebster Vater! Der Du uns alle in diesem Jahre durch so viele Klippen der Versuchung glücklich durchgeführt hast, und da wir jetzt am Ende dieses Jahres noch alle beisammen sind, so segne unser Streben auch im nächsten Jahre, daß wir Deinen Wünschen gemäß stets mehr und mehr vorwärts gehen mögen auf der Bahn  des Lichtes und der Gnade, laß uns alle nie Deinen Segen missen, und stärke uns in kritischen Fällen mit Mut und Ausdauer, auch das Herbste mit Geduld zu ertragen. Gib uns unser tägliches Brot, und halte uns fern von der Welt und ihren trügerischen Freuden, nehme uns im Falle die Last zu groß wird, selbe ab, und lasse so deine Kinder alle wieder am nächsten Jahreswechsel beisammen sein, auf daß kein teures Glied davon mangle. Dieses Wünschen glauben wir gerecht vor Deinen Augen, und deswegen bitten wir um dein Jawort oder Deinen Segen zur Erfüllung dieser kindlichen Bitte.

Amen!

Hier habt ihr einen Wunsch, wie er Mit gefällt. Trachtet ihm nachzukommen, und Mein Ja und Segen wird euch nicht fehlen. Dies sagt euch euer Vater als Glückwunsch fürs nächste Jahr.

Amen!

*

Das Leben

Ein Wort in Bezug auf den Jahreswechsel

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest am 31. Dezember 1872.)

Schon mehrere Worte habe Ich euch gegeben über dieses Wort „Leben,“ und doch gibt es immer noch interessante Seiten, welche dieses Wort darbietet, die noch lange nicht alle erschöpft sind.

Ihr habt das Leben kennen gelernt in materieller Hinsicht, wie es sich entwickelt, wie es sich erzeugt, und wie das Leben selbst wieder anfangs Erzeuger, dann Erhalter und später wieder Zerstörer oder Verwandler des nie versiegenden Materiestoffes ist. Ihr habt gesehen, wie das Leben als geistiger Träger in allen Wesen und allen erschaffenen Dingen eine höhere Macht zur Grundlage hat, wie das Leben als ein Funke Meines Ichs alles umfaßt, und das materielle, scheinbare Leben nur eine sichtbare Erscheinung von dem geistigen eigentlichen Leben ist. Ihr habt gesehen, wie das Leben so einem höheren Zwecke gehorchend alles vervollkommnet, alles zu höheren Stufen führt, um wieder dorthin zu gelangen, von wannen es gekommen, und ebendeswegen weil Ich euch dies Leben von so viele verschiedenen Seiten gezeigt habe, so war auch das Wort über „die Zeit“ (s. letztes Kapitel in dieser Nr.) die Folge, weil eben die Zeit euch zeigte, wie das Leben, als ewig wirkendes Etwas, doch mit materiell sichtbaren Dingen gemessen werden kann.

Nun, eben heute, wo gerade wieder ein solcher Zeitabschnitt, den ihr „Jahr“ nennt, zu Ende läuft, eben an diesem Tage, welcher für alle Menschen wichtig sein sollte, weil ein Zeitraum dahingeflossen, welcher, so wie er von euch betitelt und eingeteilt wurde, auch einen gewissen Zeitabschnitt in eurem Leben ausmacht, weil ihr euer Leben nach solchen Zeitabschnitten zählet, so will Ich euch auch hier in Bezug auf euer soziales Leben einige Worte geben, welche wahr und getreu aus Vaterhand  kommen, welche als Gegensatz von den vielen Worten, welche heute und morgen in der ganzen Welt gesprochen werden, die beinahe nichts Wahres oder aufrichtiges enthalten, damit ihr den morgigen Tag geistig so betrachten und begehen sollet, wie es Meinen Kindern geziemt.

Sehet, ob eure Erde oder Welt um die Sonne kreiset, und dort wieder im unbegrenzten Ätherraume nach 365 Tagen am nämlichen Flecke ankommt, von wo sie vor ebenso vielen Tagen ausgegangen ist, dieses hat für Mich keine Wichtigkeit, und ist kein merkwürdiges oder zu beachtendes Ereignis. Denn so wie eure Erde kreisen Millionen und Millionen Welten eine um die andere, folgen schon seit undenklichen Zeiten diesem Wege, sich stets vervollkommnend, bis auch ihnen der letzte Umkreis bestimmt sein wird, wo sie in andere Verhältnisse eintretend wieder zwar wie früher von mächtigen Sonnen und Welten angezogen, selbe auf ihrer großen Bahn im unendlichen Äther begleiten werden, bis Veränderung auf Veränderung folgend, sie vergeistigt sich vereinen werden mit denjenigen Welten, welchen sie früher als gezwungene Satelliten folgen mußten.

Was die Welten, Sonnen und Erden in ihrer materiellen Entwicklung bis zur geistigen letzten Vervollkommnung tun müssen, das ist auch die Bahn alles Geschaffenen, und mithin auch aller lebenden Wesen, Geister und Menschen, und die verschiedenen Umwandlungsperioden, zu deren Zählung ihr keine Zahlen habt, eben diese Perioden verwirklichen sich im Kleinen in den Zeitabschnitten, welche jedes geschaffene Ding und jedes lebende Wesen als Zeitperiode erhalten hat, um sich zu vervollkommnen und sich zur nächsten Stufe vorzubereiten. Was bei den Welten im Großen die Bewegung, durch die Bewegung die Reibung, durch die Reibung die Wärme, und durch die Wärme das Licht, und durch alle diese das Leben  im Großen ist, das ist bei den geschaffenen Wesen ihre normalmäßige Entwicklung vom Embryo bis zur höchsten Tätigkeit, in welcher das Leben sich äußern kann und muß, um seinen Zweck zu erfüllen.

Nun, eben diese Perioden als Kinder-, Jünglings- Mannes- und Greisen-Alter in allen lebenden Wesen mit oder ohne geistiges Bewußtsein, welche bei allen auch als Zeitabschnitte gemessen werden können, diese bei euch „Jahre“ genannt, werden ebendeswegen für euch wichtig, weil sie den Ein- sowie den Aus-Tritt einer jeden Lebensphase und selbst sogar auch den gänzlichen Austritt aus dem euch sichtbaren Leben bezeichnen. Diese Zeitabschnitte, sowie deren Anfang und Schluß sind daher von Wichtigkeit, und nicht umsonst gab die Ahnung den Menschen ein dunkles Gefühl ein, solche Tage des Wechsels zu feiern oder in selben das vergangene Leben, sowie das Kommende ernster zu betrachten.

Damit ihr nun, die ihr anstrebet, Meine Kinder zu werden, eben diesen Jahreswechsel so antretet und das scheidende Jahr so verlasset, wie Ich es bei Meinen Kindern gerne sehe, so soll dieses Wort, das hier heute euch gegeben wird, sowie allen euren künftigen Nachkommen und selbst einst der ganzen Menschheit ein Fingerzeig sein, wie man solche Wendungen von Zeitabschnitten im großen Weltenbau, übertragen auf euer winziges Leben, doch euer würdig, als geistige Wesen feiern, und nicht in Festgelagen betrunken aus einem Jahre hinaus in das Neue hineintaumeln sollte.

Alles in der Welt hat seinen Anfang und sein Ende, und wenn heute Abend euer Zeitmesser mit ehernen Schlägen, wovon die Luft erzittert, auf euren Kirchtürmen die zwölfte Stunde kündet, so sollte auch ein jedes Herz mit Schaudern und Schrecken erzittern, denn dieser dumpfe Glockenschlag in einsamer Nacht ist ein ernster Mahner, daß ein Jahr vorüber ist, und ein Neues mit all seinen Umständen und Verhältnissen geheimnisvoll gegen euch im Anzuge ist, und euch wahrscheinlich bringen wird nicht das, was ihr hoffet und wünschet, aber doch gewiß ohne euren Willen euch einen Schritt näher zum Grabe führt, wo ein anderes geistiges Leben seinen Anfang nimmt, dem das Materielle nur als Grundlage dienend dem künftigen den Stempel des Friedens oder des Kampfes aufdrücken wird.

Es gibt kein sorgenloseres Wesen in der ganzen Schöpfung, als eben gerade die von Mir ganz frei gegebenen Menschen, welche neben Abgründen und Gefahren taumelnd umhertanzen und sich den größten materiellen Freuden hingeben, während auf allen Seiten Abgründe voll geistiger Qualen ihnen entgegenklaffen.

Statt solchen Jahreswechsel mit ernsten Betrachtungen zu begehen, statt, wenn es nur der reine Himmel erlaubt, einen Blick auf das Sternenzelt zu werfen, welches um Mitternacht sich über des Menschen Haupte ausbreitet, ihm die Sprache der Unendlichkeit, der ewigen Dauer, der ungeheuren Größe und der winzigen, eigenen Ohnmacht zeigt, statt allem dem verschließen sich die Meisten zwischen vier Mauern, suchen durch Füllung ihres Magens und Betäubung ihrer Sinne den geistigen Mahner zu vertreiben, der von der einsamen Turmuhr ihnen zuruft:

„Menschen! O ihr eitlen Geschöpfe! Bedenket, ein Jahr geht zu Grabe, ein Neues steigt aus dem Schoße der Ewigkeit herauf. Das eine trägt von euch so manche Hoffnungen und nicht erfüllte Wünsche hinweg in die Ewigkeit, und bei manchen hat es ihm auch manche liebe Seele von der Seite gerissen, während das andere im dichten Schleier verhüllt vor euch steht, euch mahnend und bittend, doch eure Erfahrungen im vergangenen Jahre zu betrachten, damit ihr nicht so blindlings in das neue Jahr hineinstürmet, und euch so bittere Enttäuschungen erspart bleiben.“

Das, was dieser Wechsel, dieses Ablaufen eines Jahresabschnittes und der Beginn eines Neuen bezeichnet, ist ein Bruchteil des großen allgemeinen, und ein Partikel eures kurzen menschlichen Lebens. Bedenket wohl, es ist das Leben die nie versiegende Kraft, die, wie sie die großen Welten in ungeheuren Zeiträumen ihrer Entwicklung und Vergeistigung entgegenführt, auch euch Kinder einer geistigen Welt ebenfalls eurer hohen Bestimmung näher bringt, damit erfüllt werde, was des Schöpfers Zweck einst war, daß nämlich alles Geschaffene, in Materie Gekleidete, einst wieder in Geistiges verwandelt, zu seinem Ursprunge zurückkehren soll.

Betrachtet so einen Jahreswechsel, betrachtet das vergangene Jahr als eine Probe- oder Vorschule für's nächste Kommende, betrachtet es als eine Gnade von Mir, der Ich euch dieses Leben bis auf den heutigen Tag geschenkt habe, um hier auf dieser Erde eurem Ziele leichter entgegenzukommen, betrachtet das vergangene Jahr mit geistigen Augen, damit ihr das Wertlose eurer materiellen Wünsche erkennet, mit welchen ihr es angetreten habt, und wie enttäuscht ihr jetzt aus selbem austreten müsset, und ihr werde die Heiligkeit des Momentes, den euch die Turmuhr angibt, eher begreifen, eher seine ernste Seite erkennen, als wenn ihr von Wein und Speise erregt, mit fröhlichen Gesichtern dann im kommenden Jahre furchtbar enttäuscht werdet von der Erfolglosigkeit eurer Wünsche, eurer Hoffnung, weil selbe meistens Glück von Außen suchten, während der Friede und die Zufriedenheit nur im Innern allein zu erringen ist.

Das Leben, das große unendliche Leben, ein Ausfluß Meiner Göttlichkeit, welches alles vereint, alles umschlingt und alles mit sanfter Führung zur Vergeistigung führen will, dieses große Leben in kleinen Zeitabschnitten als Jahre und sein Wechsel, sein unaufhaltsames Fortschreiten, dem nichts Geschaffenes widerstehen kann, zeigt euch mit warnendem Finger die Wichtigkeit der Benützung jeden auch noch so geringen Zeitabschnittes, denn wie  bei euch jeder Pulsschlag neues Leben mit alter verbrauchter Lebenskraft austauscht, ebenso in etwas größeren Proportionen ist der Jahreswechsel ein ähnlicher Augenblick, wo vergangene Leiden, vergangene Kämpfe neues Leben, erneuerte Tätigkeit in eurem geist-seelischen Organismus hervorrufen sollen, männlich dem kommenden Jahre entgegenzutreten, seine kleinen Zeitabschnitte bis auf Minuten stets geistig zu benützen, damit am Ende, wenn wieder ein solcher Glockenschlag euch an die Flüchtigkeit der Zeit mahnt, ihr als geistige Wesen ruhig auf die Vergangenheit zurücksehen könnet, wo euch keine Enttäuschung bittere Momente gebracht haben, denn ihr habt von der materiellen Welt nichts erwartet, nichts gehofft, und konntet daher auch nichts verlieren, während vielleicht die geistige Ernte um desto größere Früchte getragen hat, indem ihr angefangen habt zu begreifen, was die eigentliche Welt, was das irdische Leben als Wanderzeit wert ist, die nur als Unterlage zum geistigen ewigen Sein beitragend euch dem Ziele näher gebracht hat, zu dem Ich euch auserkoren habe.

Dann könnet ihr ruhig in nächtlicher Stille nach Beschauung eures Innern den Blick zum gestirnten Himmel lenken, wo euch himmlische Ruhe und ewiger Friede entgegenlächelt. Dann könnet ihr getrost euch ergehen in jenen Räumen, wo kein Anfang, kein Ende ist, und beten dem großen allmächtigen Schöpfer danken, Der dort oben euch und tausend andern lebenden Geschöpfen euch nie begreifliche, nie zu ahnende Seligkeiten bereitet hat, denn auch ihr habt ein Jahr voll Trostes und voll Sieges hinter euch und könnet sagen:

„Vater! Du, Der Du dort oben in jenem unermeßlichen Universum, von wo aus nur als Lichtpünktchen einzelne Welten ein Dasein verraten, daß dort nicht Deine Schöpfung aufhört, sondern erst recht zu beginnen anfängt. O Vater! Jetzt hast Du mich wieder einen Zeitabschnitt, welchen wir Jahr nennen, meinem Ziele und dem Grabe, als Grenze zwischen hier und dort, entgegengeführt! Dank sei Dir! O Erhabener! Der Du mir es erlaubst, zu Dir zu flehen, Der Du mir es erlaubst, Dich Vater zu nennen!

Gebe zu, daß wenn Du mir auch im jetzt antretenden Jahre Kämpfe bereitest, der Sieg stets auf meiner Seite sei. Hilf dem armen Kinde seine Last siegreich zu tragen, um eben dieser großen Schöpfung Weltbürger, dieser großen Unendlichkeit wahres Geisteskind zu werden, welche jetzt, so stumm über meinem Haupte thront, und von wo tausend und tausend funkelnde Sterne mit de Worte zuflüstern:

„Auch wenn neben diesen unendlichen Welten, neben dieser großen, alles umfassenden Unendlichkeit, hat dein Schöpfer und liebender Vater dich, o Mensch, nicht vergessen, ja sogar dich bevorzugt, indem Er, während Er auf vielen großen Welten nur als großer Geist bekannt, verehret und angebetet wird, dich gewürdigt hat, auf deine kleine Erde herabzusteigen und auf ihr euch kleine Menschen zu Seinen einstigen alleinigen großen Kindern zu machen! Was sind wir entfernte Welten für dich, o Mensch, kleine winzige Sternchen, und doch, dieses geborgte Licht, das von andern entfernten Welten uns geliehen und nur von Ihm allein ausgeht, dieses kleine Flimmern, welches dein Auge und seine Sehnerven angenehm in Bezug setzt, ist das Zittern des nie vergehenden Lebens, ist das Vibrieren der nie verwelkenden Liebe, welche bei Ihm anfangend bis zum letzten Atome des Weltenstaubes sich gleich geblieben, stets nur dem einsamen Beobachter dasselbe sagt:

Gott ist die Liebe!

Er ist Schöpfer, Erhalter, Vervollkommner und ewiger Urborn alles Lebens, welches in den entferntesten Räumen ebenso mächtig wirkt, wie in deinem Herzen, o Mensch, wenn du begeistert deine Blicke zum nächtlichen Himmel erhebst, wo einst bei der Geburt des Erlösers von Engels-Chören die Worte erschallten: Preis dir, o Erde! Denn dir ist ein großes Heil widerfahren!“

„Dieses Heil benütze, o Mensch! Und du wirst immer mehr Frieden in deinem Herzen finden, und jedes Jahr werden dir die Sterne mit ihrem funkelnden Lichte das Nämliche sagen, was in begeisterter Stunde aus deinem Herzen als Gebet zu Ihm emporgeströmt, du, das unmündige Kind, im verflossenen Jahre geistig zum Vater gesprochen hast!“

So feiert, Meine Kinder, die Jahreswende, so überdenket euer vergangenes Jahr, erforschet euch, was noch übrig geblieben ist, um im kommenden Jahre den Bau eures geistigen künftigen Leibes zu ergänzen, und so von Zeitabschnitt zu Zeitabschnitt, von Jahr zu Jahr dem großen, über euch gewölbten Himmel des Friedens und der Ruhe immer näher zu rücken, wo auch für euch das materielle Leben ein Ende haben, ein Lebensabschnitt im gebundenen Gewande aufhören, und ein nie versiegendes, ewiges Leben anfangen wird, wo ihr dann mit geistigem Blicke des Vaters Wohnungen mit Wohlgefallen betrachten könnet, die Er Denen bereitet hat, die Seinen Willen erfüllt haben.

Dieses sei das Wort des Lebens, welches euch der Vater aus den Himmeln sendet, damit auch ihr euer geistiges Leben im wahrsten Sinne begreifen, nicht gegen eure Menschenwürde euch versündigen, euch als wahre Kinder eines ewigen Schöpfers beweisen, wie Er den Wert der Zeit, den Wert des Lebens, ob irdisch oder geistig, und den Wert des Jahreswechsels als Bürger einer Geisterwelt, als wahrhafte Kinder eines euch liebenden Gottes und Vaters erkennend, Seiner würdig, ihn (den Jahreswechsel) begehen sollet. Dieses ist der Zweck dieses Wortes an euch, welche Ich mit so vieler Liebe und Nachsicht bis jetzt geführt habe, und darum Ich alle diese Liebe und Gnade von euch auch richtig beurteilt sehen möchte.

So möge das neue Jahr, obwohl dunkel für eure Blicke, doch nichts Erschreckendes besitzen, denn so lange ihr an Mich glaubet, Meine Lehre befolget und Vertrauen zu Mir habt, so lange werden euch weder die Umstände noch Verhältnisse der materiellen Welt etwas anhaben können.

So lange ihr Frieden in euch habt, so lange lebet ihr im Frieden mit Mir,  mit Meiner Natur und mit Meiner Geisterwelt, die euch überall umgibt. Daher Vertrauen!

Ich strafe nie! Ich war einst auf Erden „der Heiland“, und werde es ewig bleiben, indem Ich die wunden Flecke in den Herzen Meiner Kinder ausheile, und zwar nicht mit Giften, sondern mit dem Balsam der Liebe.

Amen!

*

Zum Jahrestag der ersten Kundgebung des Herrn

(in der Triestiner Schule).

Bitte des Schreibers:

(1871.)

„Liebevollster Vater! Am 9. dieses vollendet sich der Zyklus eines Jahres, in dem Du unaufgefordert Dich uns unmündigen Kindern kund gabst. Nachdem wir alle die Tage, welche entweder auf Dein einstiges irdisches Wandeln Bezug hatten oder die wichtigste Institutionen Deine göttliche Lehre betrafen, im stillen Kreise stets gefeiert haben, ja sogar nicht diejenigen Tage vorübergehen ließen, die nur weltliche oder persönliche Dinge betrafen, so versteht es sich von selbst, daß der Tag, an den Du, o überguter Vater, uns die unerwartete Gnade erteiltest, und Dich mittelst Einem unserer Brüder kund gabst, einer der wichtigsten Tage in unser aller Lebensbahn, ja der allerwichtigste geworden ist. Jetzt erneuert sich dieser in der Reihenfolge der Tage wieder, und wir alle senden nun mit demütigem Herzen zu Dir, o Vater, unsern schwachen Dank für diese nicht verdiente Gnade, und flehen Dich alle insgesamt an, uns auch in diesem Jahre diese Gnade und Dein geistiges Brot nicht zu entziehen, damit wir den Weg, den Du uns geführt hast, nicht verfehlen, und so unserer hohen Bestimmung getrost entgegen gehen können.

Amen!

Huldreichste Antwort des Herrn

(durch G. Mayerhofer, am 6. Januar 1871.)

Meine lieben Kinder, und auch du, Mein Schreiber, der du dich als Dolmetscher deiner kleinen Gesellschaft an Mich wendest, seid alle versichert, daß, hätte Ich euch nicht schon dort reif gefunden, Meine Gnadenworte würdig zu empfangen, Ich euch selbe auch nicht gegeben hätte. Es freut Mich an euch wenigstens das schöne Gefühl der Dankbarkeit nicht zu vermissen, aus dem hervorgeht, daß ihr den Wert Meiner Mitteilungen anerkennet, und selbe auch tätlich in euren Lebenswandel ausführen wollet. Fahret fort, wenigstens diesen Willen zu haben, denn ohne den Willen ist die Ausführung eine Unmöglichkeit, was aber die letztere anlangt, so läßt sie noch viel zu wünschen übrig. Noch sind manche unter euch, die Meine Worte nicht genug zu schätzen wissen, bei denen noch sehr viel Gemisch weltlicher Ideen unter Meinem Weizen vermengt sich vorfindet, wieder andere, die diese ganzen Kundgebungen nur so oberflächlich nehmen, nicht Verleugnung oder Entsagung von angewohnten Lebensideen fahren lassen wollen. Andere wieder, die von einem Extreme leicht zum anderern übergehen, deren innerer Glaube noch keine rechte Festigkeit hat. Sehet, alle diese haben im kommenden Jahre noch viel zu überwinden, und ebendeswegen in diesem Momente, wo ihr euch Mir nahet, um euren Dank gegen Mich auszudrücken, finde Ich es eben angemessen, euch daran zu erinnern, in wie weit ihr Meine Gnade gewürdigt habt, und Meinen Wünschen nachgekommen seid.

Geistiges Brot habt in in Fülle durch Meine Schreiber erhalten, ihr habt es wohl verwahrt und aufgehoben, aber verspeist und geistig verdaut habt ihr wenig davon. Befleißiget euch stets mehr, diese Lichtfunden Meiner göttlichen Liebe in euer Herz aufzunehmen, sie stets im Sinne zu haben und danach zu handeln, dann werdet ihr erst das Endresultat Meiner Gnade erkennen. Was hilft das Lesen, das Abschreiben und vielleicht gar in Goldschnitt einbinden. Im Herzen müssen Meine Worte mit goldenen Lettern geschrieben stehen, dort müssen sie aufbewahrt werden, und der schöne Einband sei dann euer Ich, eure Seele selbst.

Trachtet die Wichtigkeit dieser Gaben und deren Inhalt in ihrem ganzen eigentlichen Werte erst zu erfassen, erkennet dieses Geschenk, um welches euch Geister und Engel beneiden, als das an, was es ist, und ihr werdet erst dann die Tragweite jedes einzelnen Wortes aus Meinem Munde zu würdigen und zu schätzen anfangen.

Leget die Hand auf eure Brust und fraget euch selbst, wie viele Aufopferungen habt ihr denn Mir zu lieb schon gemacht? Was habt ihr Mir zuliebe getan? Und Ich versichere euch, es wird bei dieser Untersuchung ganz wenig herauskommen. Wie habt ihr die Pflicht der Nächstenliebe in Wort und Tat ausgeübt? Wie habt ihr die einzelnen Worte, die Ich aus Gnade dem einen oder dem andern, ja sogar auf sein eigenes Bitten gegeben habe, in eurem praktischen Leben ausgeführt? Oder habt ihr nicht meistens diese an euch individuell gerichteten väterlichen Worte nur mehr der Neugierde halber gelesen, und dann selten mehr an deren Inhalt, an deren geistigen Sinn gedacht? - -

O Meine Kinder, ihr wisset und kennet noch den hundersten Teil des geistigen Sinnes und der unendlichen Liebe nicht, die in diesen vielen Worten verborgen liegen, ihr ahnet wohl manchmal so etwas, allein würdet ihr euch vertiefen, ja nur in einen Satz, aus welchem Diktat er auch sei, so würde eine ganze unermeßliche Welt von geistigen Wahrheiten daraus in euren Herzen emporsteigen.

Sehet, um Meine Kinder zu werden, braucht es in der Wahrheit alles dieses Diktierte nicht, was seit (nun mehr denn 40) Jahren euch und der Menschheit gegeben worden ist, es genügten die zwei großen und einzigen Gebote der Liebe. Aber eben deswegen, weil die Menschen gern nur an der Oberfläche das Wichtige suchen und selten bis ins Innere, Geistige einer Sache eindringen, ebendeswegen gab Ich so vieles und werde noch mehreres geben, damit auch das oberflächliche Wort schon so voll von geistigen Liebe-Wahrheiten ist, daß selbst dem nur leicht vorübereilenden Blicke genug zur Labung dargeboten wird, und aber erst dem eifrigen Forscher das ganze unermeßliche Geisterreich im Innern sich auftut.

Ist es denn in der Natur nicht ebenso? Den oberflächlichen Beobachter bezaubert eine schöne Gegend, eine schöne, wohlriechende Blume, ein mit herrlichem Gefieder ausgestatteter Vogel usw. So manchem drängen sich da unwillkürlich die Worte auf: Was hat unser Herr und Gott nicht alles Schönes geschaffen, und alles den Menschen zulieb! Fraget nun einen Naturforscher, was der erst gefunden hat, was der für Wundergesetze und weise Einrichtungen im kleinsten Gegenstand, im kleinsten Teile einer Moospflanze, in dem Bau einer Flaumfeder gefunden hat, und, wenn er aufrichtig ist, was er euch sagen wird, welch unermeßlicher Reichtum noch verborgen liegt, wo eure Sinne nicht mehr hinreichen, selbe zu erspähen.

So wie hier der Unterschied gezeichnet ist zwischen einem harmlosen Wanderer durch blühende, fruchtbare Gegenden und einem emsigen Forscher, ebenso besteht auch bei euch der Unterschied zwischen Feinschmeckern Meines göttlichen Brotes und dem wirklichen Esser und Verdauer desselben. Bleibet nicht bei der leichtfertigen Feinschmeckerei, sondern genießet das Himmels-Manna, das beinahe tagtäglich auf eure Herzen herabträufelt, verwandelt es in euer eigen Blut und Fleisch, dann wird aus diesem geistigen Fleische und Blute der eigentliche Geist-Mensch hervorgehen, der den (Geist-) Leib anziehen wird, den er für sein großes künftiges Leben nötig hat.

Am Erneuerungsfeste dieses Tages, wo hier zum ersten Male Mein Wort euch kundgegeben ward, will Ich euch erinnern: seid nicht eitle Hörer und Leser Meines Wortes, sondern übet es tatsächlich aus. Deswegen gab Ich es euch, denn nur durch die Taten könnet ihr Meine Kinder werden, durch's Lesen aber nie!

Beherziget, was Ich euch heute sage, damit im nächsten Jahre Meine Wünsche eine vollendete Tat geworden sind. Mein Segen wird euch dazu nicht fehlen, nur müßet ihr bedenken, Mein Segen unterstützt bloß, das Hauptwerk müßet ihr selbst vollführen. Kämpfen müßet ihr, eure Kraft im Kampfe unterstützen tue dann Ich, und so nehmet Meine Liebe und Meine Gnade mit ins künftige Jahr, dem Flehenden wird sie nie entzogen, dem Saumseligen aber nicht angeboten werden.

Amen!

*

Eine Jahresrückschau

Zum 15./17. März

Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest am 15. März 1872.)

Es ist heute wieder der Tag, wo auch vorigen Jahres du ein Wort von Mir erhieltest, in Bezug auf den Jahrestag (den 17. März), wo du zum ersten Male Meine Stimme vernahmst, und eben da dieses Jahr voll von Gnaden für euch morgen abgelaufen ist, so willst du wieder ein anderes Wort, ein Wort der Gnade und Liebe für dich und die Deinen, damit ihr Stärkung und Labung erhalten möget für alle Ereignisse, welche euch im künftigen Jahre begegnen könnten. (Lorber begann am 15. März 1840.)

Ja, Meine Kinder, es ist wieder ein Jahr verflossen, in welchem Ich zu euch viel gesprochen habe, ihr aber davon wenig verstanden und noch weniger in eurem Wirken recht aufgefaßt und ausgeübt habt. Ihr habt alle noch die dreifache Decke Moses vor euren Augen hängen, noch immer ist die Neugierde und das Haschen nach neuen Gnadenworten von Mir größer als der Drang, auch im strengsten Sinne das ausführen zu wollen, was oft nur in einem einzigen Worte schon liegt.

Wie viele einzelne Worte habe Ich euch schon erklärt, deren geistige Bedeutung aufgedeckt, euch mittelst dieser Erklärungen in die Tiefen Meiner Schöpfung, in die Tiefe Meiner Weisheit und in die Tiefe Meiner Liebe und Gnade schauen lassen, und was ist und war stets das Endresultat? Fleißig Meine Worte abschreiben, sie zu den andern empfangenen zu legen, und dort in Ruhe liegen zu lassen! Sehet, das ist das Schicksal Meiner Gnadenblumen aus dem Geisterreiche, welche ihr empfanget, und die euch mit ihrem Wohlgeruche zu Mir erheben sollten. Statt dessen macht ihr es wie die Botaniker oder Kräutersammler, welche die Pflanzen als Spezies eifrig sammeln, sie dann zwischen Fließpapier fleißig trocknen, um sie gut aufzubewahren, ohne sich nur im  Mindesten zu bekümmern, wie viele tausend Wunder schon in einem einzigen Blatte, in einem einzigen Blümchen liegen. Es handelt sich bei ihnen nur, um ihre Sammlungen zu vermehren, so wie bei euch, wenn ihr nur Diktate und Worte von Mir habt, so seid ihr schon zufrieden. Wie es aber mit der Ausführung auch nur eines Wortes geht, da greife ein jeder an seine eigene Brust und hole sich dort die Antwort heraus. Glück für ihn, wenn sie nach ernster Forschung genügend ausfällt.

Der Jahrestag Meines Gnadenwortes läßt in euch den Wunsch aufsteigen: Werden wir doch wohl wieder vom Vater etwas in dieser Beziehung bekommen? Und Ich sage euch: Ja, ihr sollt ein Wort von Mir erhalten, aber ein Wort, das euch etwas aus dem Bequemlichkeitsschlafe aufrütteln soll, damit ihr bedenken möget, was es heißen will: Ich, der Schöpfer und Herr der Welt, habe Mich herabgelassen, euch Selbst zu führen und zu leiten, während tausend andere den Weg allein gehen müssen. Wann ihr dieses in seinem tiefsten Sinne erwägen möchtet, so würden euch die Haare zu Berge stehen, wie ihr sagt, ob der Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit, mit welcher ihr Mein Himmelsbrot behandelt.

Jahrestage und Jahresfeste von wichtigen Ereignissen sich ins Gedächtnis zu rufen ist gut, weil da im allgemeinen die Frage in Betracht gezogen werden soll: Wo stand ich voriges Jahr? Was habe ich seither getan? Habe ich meinen Vorsätzen getreu gehandelt? Bin ich vorwärts oder rückwärts gegangen? Lauter sehr verfängliche Fragen, worauf wohl nicht immer die schmeichelhaftesten Antworten folgen können. Wenn ihr nun unter euch so fragen würdet, oder wie auch in wenigen Tagen die österliche Beichte bei den Katholiken ebenfalls zu solchen Fragen anregt, wie soll da erst diese Beichte ausfallen, wenn Ich, euer Vater,voll Liebe und Geduld, euch frage:

„Kinder, was habt ihr mit all Meinen Worten getan, die Ich euch wieder während eines Jahres gegeben habe? Wie habt ihr sie ausgeübt, geistig verdaut, selbe euch zu eigen gemacht und zwar so, das selbe und euer eigener Seelen-Mensch eins geworden sind?! Wie habt ihr Meine Licht-Wellen aus dem ewigen Geister-Reiche aufgefaßt? Aus einem Geisterreiche, wo ewig die Sonne der Wahrheit und nur Wahrheit leuchtet, und als Aurora boreale (Nordlicht) oder ewiges rosiges Liebelicht alles mit den sanften Strahlen der Demut, Duldung und Versöhnung bestrahlt, wie habt ihr diese Strahlen in euer Inneres eindringen lassen, und habt ihr nicht bloß unter dem Wiederschein oder Reflexe dieses Weisheits-Liebe-Lichtes momentan euch erwärmen lassen, sondern selbe Strahlen euch ganz zu eigen gemacht, um auch im Notfalle andere etwas davon teilhaftig werden zu lassen?!

Sehet, bei diesen Fragen eures himmlischen Vaters wird vielleicht bei den meisten von euch eine ungenügende Antwort herauskommen. Aber eben, weil diese Fragen gerade nur alle Jahre einmal, nämlich bei Erneuerung eines Zeitabschnittes vorkommen, so müssen sie auch ernster beurteilt und noch ernster erwogen werden. Denn wer von euch weiß, ob nicht eben dieser jetzt nahe liegende Zeitabschnitt oder Jahreswechsel der letzte ist, welchen er in körperlicher Hülle an sich vorüberziehen sieht? Wer von euch weiß denn, ob nicht der nächste ihn in andern Verhältnissen im andern Jenseits überrascht, wo die Frage vielleicht wieder kommen könnte, aber eine strengere Rechenschaft gefordert wird, weil auch dort größere Aufgaben zu vollführen wären? -

Deswegen verschiebet nicht auf morgen, was heute noch getan werden kann, d.h. arbeitet täglich, stündlich an dem Kleide eures Seelenmenschen, es ist dasjenige, welches ihr nur allein ins Jenseits einst mitnehmen und gemäß diesem Kleide eure Gesellschaft dort treffen werdet, und wo gemäß diesem Kleide euer weiteres Handeln und Fortschreiten, eure geistige Fern- und Kurzsichtigkeit beschaffen sein werden. Deswegen Meine vielen Worte an euch, deswegen Meine vielen Mahnungen, Prüfungen, die Ich euch zukommen lasse. Sie alle sollen euch zu einem besseren Seelenkleide verhelfen, sie alle sollen euch helfen, alle schmutzigen Flecken aus selbem zu entfernen, alles Häßliche davon abzustreifen, damit einst in jenem Reiche, wo innen und außen gleich ist, euer Inneres der Außenseite oder dem leichten Seelen-Vehikel diese gefällige, schöne Form gibt, die dem Adel der Seele und ihrem geistigen Werte entspricht.

Nehmet daher euer Leben auf dieser Welt nicht so leicht, es ist weit ernster, als ihr es wähnet! Ich, euer Vater, Der die Zukunft, die euch erwartet, besser kennt, sage euch dieses, damit ihr dann nicht über Enttäuschungen klaget, wenn die Verhältnisse und Umstände sich nicht so gestalten, wie ihr es in eurem Kopfe ausgehegt hattet. Daher diese vielen Worte, teils für Einzelne, teils für alle, daher diese väterlichen Mahnungen, diese Aufklärungen, dieses Einführen in das eigentliche geistige Entsprechungswesen der Worte, damit sie alle Fingerzeige und Wegweiser sein sollen auf eurem Lebenswege, um stets euch zu mahnen, wenn ihr wanken oder vom rechten Wege ablenken wollet, stets dorthin zeigend, wo allein Friede, Trost und Ruhe ist.

So sollet ihr diesen Jahrestag als Abschnitt eines vorübergegangenen, nie mehr zurückkehrenden Lebensabschnittes betrachten, sollet euch ernstlich fragen: Wo war ich? Und wo bin ich? Und wohin will und wohin soll ich gehen? - Diese Fragen müssen zur Zufriedenheit einst gelöst werden, sonst ist kein Heil für eure Seele zu hoffen! 

„Mein  Kind“ zu sein, Ich habe es euch schon oft gesagt, ist nicht so leicht. Verlangt ja doch ihr selbst auf Erden mit euren beschränkten Begriffen, daß eure Kinder euch Ehre machen sollen. Und was ihr endliche Geschöpfe verlanget, sollte es Mir, dem Herrn alles Geschaffenen, nicht noch mehr zustehen?

Es ist also gerade dieser Jahrestag Meiner ersten Gnadeneröffnungen an euch, wie einst vor mehr als 30 Jahren durch Meinen früheren Schreiber (J. Lorber), wo Ich auch eine kleine Schar auserkoren hatte, bei welchen Ich Selbst der Sämann Meines geistigen Wortes sein wollte. Von jenen sind wenige übrig, die noch auf dem Wege zu Mir geblieben sind, wie Ich selben ihnen zeigte. Von euch sind beinahe alle noch im Fortschreiten auf der engen Straße des Lichtes und der Wahrheit begriffen.

Tuet das Möglichste, euch auf dieser geistigen Höhe zu erhalten, die ihr erlangt habt, und hütet euch vor dem Herab-, vor Zurück-
Schreiten. Ein jeder Jahrestag dieses Gnadentages soll euch reiner, besser und näher bei Mir finden! Ein jeder dieser Jahreswechsel soll euch stets mehr in den Untersuchungen eures Herzens und eures zurückgelegten Lebensjahres mit Zufriedenheit erfüllen!

Bei allem Mühen, bei allem Streben wird euch doch stets noch genug zum Hinwegräumen für ein anderes Jahr übrigbleiben, denn jedes Jahr, jeder Tag, jede Stunde bereitet andere Verhältnisse, andere Prüfungen, und Meine Kinder müssen wie eine Generals-Beichte, so auch ein General-Examen bestehen können, sie müssen nicht allein ihren Körper für alle möglichen Witterungsverhältnisse abgehärtet, sondern ihren Seelenmenschen so erzogen haben, daß auch er jedem Sturme trotzend, sich stets seiner hohen Mission bewußt, nicht fallen, nicht zu Grunde gehen kann.

Sehet die Bäume an, der Sturmwind bewegt sie, rüttelt sie, macht selbe oft bis in ihre tiefsten Wurzeln erbeben, aber eben dieses Lockermachen, dieses Zittern ist das einzige Mittel, um sie mit ihrem Grund und Boden noch mehr zu verbinden, um ihren Wurzeln noch mehr Tätigkeit und mehr Kraft zu verleihen. So sollen auch die Stürme, welche von allen Seiten heranbrausen werden, nur dazu dienen, euch in eurem Grund und Boden, d.h. in Meiner Liebe und Meiner Lehre mehr zu befestigen.

Die Stürme sollen dazu dienen, euch im Vertrauen auch Mich zu befestigen, und im steten Hinblick auf Mich als euren langmütigen, liebenden Vater stets eingedenk sein zu lassen, daß ihr einst schon wert waret dieser direkten Mitteilungen, und daß ihr daher auch alles mögliche anwenden müsset, zur eigenen Ruhe und Meiner Zufriedenheit, damit ein jeder Jahreswechsel dieses wichtigen  Ereignisses euch als besser antreffe, wie im vergangenen Jahre, und daß so stets fortschreitend, ihr euch reif machet zum Wechsel des Dies- mit dem Jenseits, wo die eigentliche, ewige Lebensbahn als Geister erst anfängt, und dieses Leben, gerade wie bei einem Buche die Vorrede, selbes nur der Prolog gewesen ist, der jedoch dem nachfolgenden Inhalte des Buches nicht zur Schande gereichen, sondern demselben ganz entsprechen soll.

Amen!

*

Zum Geburtstag.

I.

(Empfangen durch J. Lorber am 13. Oktober 1842)

Schreibe für heute an N.N., das da ihm dienen solle zur Erkenntnis, daß der Vater im Himmel es gar wohl weiß, wann und an welchem Tage ein Mensch dem Fleischleibe nach ist zur Welt geboren worden.

Höre, Mein lieber N.N.! Es ist wahrlich nichts Geringes, wenn ein Mensch aus dem Mutterleibe ist zur Welt geboren worden. Denn was dazu gehört, bis eine Menschenseele aus allen Stufen reif wird zur Ausgeburt in die Welt, glaube es Mir, ist mehr fürwahr, als du in Ewigkeiten zu fassen im Stande sein wirst! Daß die Werdung eines Menschen für Mich Selbst keine solche Kleinigkeit ist, so wie sich eben einige philosophische Toren träumen lassen, beweisen ja alle die Taten und alle die Vorschöpfungen, welches alles allein nur für den Menschen bewerkstelligt und gemacht wurde! Demnach aber ist es denn ja auch billig und gerecht, daß selbst der leibliche Geburtstag für jeden Menschen ein wichtiger Tag sein muß, da er kein zufälliger, sondern ein schon von Ewigkeit her wohlberechneter Tag ist. Warum und wie aber ein solcher Tag ein von Ewigkeiten her wohlberechneter ist, soll sogleich gezeigt sein, und also höre denn:

In dem endlos tiefen Zeiten- und Ewigkeiten-Raume wurden nach der Zahl 3 und 7 in der endlosesten Zahlenfülle Geister, Mir ähnlich, von Mir aus ins freie Dasein hervorgerufen. Eine Unzahl hat sich durch den Mißbrauch ihrer Freiheit von Mir getrennt, aber auch eine Unzahl hat sich mit Mir auf ewig vereinigt. Was sollte denn mit der getrennten Unzahl werden? Sollte sie für ewig zu Grunde gehen, oder sollte sie, nur Mir allein möglich, zurückgeführt werden? Siehe, das war selbst für Mich, den Allmächtigen und allerhöchst endlos weisen Schöpfer, keine so geringe Frage! Denn lasse Ich sie zu Grunde gehen, so ist auch in Mir der Tod zu Hause. Führe Ich sie aber zurück, da ist die unantastbare Heiligkeit Meiner urewigsten Ordnung gefährdet. Was war und ist sonach hier zu tun? Siehe, die Löse dieser großen Fragen liegt jetzt noch vor deinen Augen, und gar viele Ewigkeiten werden damit nicht fertig werden! Worin aber bestand diese, besteht jetzt noch, und wird ewig bestehen? Die Liebe, als das alleinige Leben in Gott, mußte sich gewisserart trennen, die getrennte Unzahl der Geister ergreifen, sie binden mit Ihrer Macht, und aus ihnen gestalten zahllose Weltenmassen aller endlosen Arten, nach der Beschaffenheit der Geister, die darin eingefangen wurden.

Als nun die Welten von der Urzentralsonne abwärts ausgebildet waren, da auch erst wurde jedes Welten-Atom genau auf den tausendsten Teil einer Sekunde berechnet, wann es solle gelöst werden. Und war die große Rechnung einmal bestimmt, da erst begannen die organischen Schöpfungen auf den Weltkörpern durch alle Stufen in der allerhöchsten, weisesten, wohlberechneten Ordnung, und hernach endlich erst der Mensch, als ein vollkommenstes Aufnahme-Organ aller ihm vorangegangenen endlosen Stufen, und als ein vollkommener Wiedervereinigungspunkt des einst aus Mir gegangenen Lebens! Damit es aber bei dieser Neugestaltung der alten Wesen an der Seite Gottes gegen Ihn Selbst keine Widerordnung gebe, mußte Gott Sich gewisserart durch Meine Menschwerdung Selbst neu gestalten, hernach bauen einen neuen Himmel, und endlich machen, daß da alles neu werde gleich Ihm!

Nun siehe, solches Alles steckt hinter einem einzigen Geburtstage! Beachte daher wohl, was er in sich birgt, damit dir dadurch bald ein neuer, großer Geburtstag werde im Geiste! Nimm somit diese Enthüllung als einen Glückwunsch zu diesem deinem Geburtstage im Herzen von Mir, deinem liebevollsten Vater, auf, so wirst du an jedem deiner Geburtstage hier wie Jenseits eine große Freude haben. Denn auch Jenseits erscheinen in entsprechenden Formen dergleichen Tage glanzvoller denn die anderen, für den, den sie betreffen! Nehme damit aber auch Meinen vollen Vatersegen hin, und verharre in Meiner Liebe ewig!

Amen!

*

 

II.

(Empfangen durch J. Lorber am 4. November 1842.)

Also schreibe nur, was du schreiben möchtest. Schreibe, daß Ich, dem N.N. sagen lasse, daß da des Leibes Geburtstag so manches besagt, was der Mensch in seinem Weltleben nicht erfassen kann, so lange er nicht vollends ins geistige Leben übergegangen ist. Sollte Ich es hier etwa völlig kund geben? Das würde wenig nützen, denn alle äußere Wissenschaft belebt den Geist des Menschen so wenig, als wie wenig da belebt die äußere Luft die Organe der Lunge, so sie nicht eingeatmet wird, oder wie wenig da sättigt das alleinige Anschauen von allerlei Speisen einen hungrigen Magen.

Wer demnach wahrhaft geistig gesättigt werden will, der muß die Speisen werktätig in sich aufnehmen, damit durch die stets rege innere Tätigkeit der Geist sich übe, dadurch kräftige, stärke, dann durch diese beständige Tätigkeit sich erwärme, erhitze und endlich erbrenne. Wenn solches da ist geschehen, dann hat auch der Mensch die wahre, lebendige Wissenschaft überkommen, durch welche er in alle Weisheit geleitet werden kann.

Daß unter dem Erhitzen und Erbrennen die Liebe zu Mir, und unter dem Erwärmen aber die Liebe zum Nächsten verstanden wird, braucht kaum erwähnt zu werden. Es steht aber ja schon im Worte: So du den Nächsten, den Bruder, nicht lieben kannst, den du siehst, wie willst du dann Gott lieben, den du nicht siehst? Heißt das nicht eben so viel, als so Ich sagen möchte: Wenn da ein Ding, zum Brennen tauglich, nicht erwärmt ist, wird es ohne die nötigst vorhergehende Erwärmung erhitzt werden? Und wie ohne Erwärmung und Erhitzung dann erst erbrennen zum Lichte des inneren Lebens? Daraus zur inneren lebendigen Wissenschaft und daraus hervorgehenden Weisheit? Man wird sagen: Das Pulver entzündet sich doch sicher ohne vorhergehende Erwärmung und Erhitzung, und der Blitz zuckt aus kalter Luft und eisiger Wolke hervor. O ja, sage Ich, aber es ist mit dem Lichte des entzündeten Pulvers wie mit dem Blitze eben nicht viel geholfen, da keins für die Dauer taugt, und zudem noch beide solche Schnellentzündungen allezeit verheerend und zerstörend sind. Was immer plötzlich geschieht oder entsteht, vergeht gewöhnlich wieder so, wie es entstand, und läßt sicher nichts als nur die arge Wirkung zurück, wo nicht für bleibend den Tod! Daher gehört zum wahren wohltätigen Erbrennen die gerechte Erwärmung und Erhitzung zum voraus, ohne die es nie zu einer inneren Erbrennung und dadurch zum wahren bleibenden Lichte kommen kann.

Werde daher auch du, Mein lieber N.N. vollends warm und erhitzt, so wirst du die heilige Wirkung des inneren Erbrennens bald gewahren. Aber das Welt-Eis, was das sind die weltlichen Sorgen, mußt du aus dir schaffen, sonst wird es mit dem Erwärmen und Erhitzen nicht gut vorwärts gehen, denn glaube es Mir: Weltsorgen, welcher Art sie auch sein mögen, und Weltschätze sind pur Eis für den Geist, und des Verstandes Wissen allein ist des Geistes Knechtschaft und Sklaverei! Werde aber gleich dem Kaufmanne, der alle seine Schätze für eine echte und schwere Perle hintan gab, so wirst du am Glanze dieser Perle das heilige Morgenrot des ewigen Lebens in dir erschauen. Glaube es Mir, daß es also ist; denn Ich, dein heiliger Vater, gebe dir ja solches kund, für deine Geburtststund' aus Meinem Mund.

Amen.

*

III.

(Empfangen durch J. Lorber am 19. November 1840.)

An die N.N. Meinen Friedensgruß zum Geburtstag

So lange noch zum geziemenden Empfange der weltlichen Gratulanten eher alle Fußböden in Hause der Welt gereinigt werden, als der einfache Boden des Herzens zu Meinem Empfange, da kann Ich nicht erscheinen vor jenen, für die der Boden zuerst gereinigt worden ist; denn Ich bin immer von ganzem Herzen demütig, und sanfter denn eine Taube, und harre oft ängstlich genug als ein schwaches Kind vor der Türe, sehe da die stolze Welt aus- und eingehen, und getraue Mich nicht ins Zimmer zu treten in Meiner Ärmlichkeit, vor solchen oft gar so prachtliebenden und weltlich majestätisch aussehenden Menschen. Da warte Ich dann so geduldig trauernd so lange, bis ein solcher Rummel vorüber ist, und auch die weltlichen Fußböden ein wenig abgeschmiert worden, da Ich Mich dann ängstlich getrauen kann, schüchtern einzutreten, und da Meinen gnadenvollsten Wunsch am Tage der Eingeburt einer Mich im Stillen ein wenig liebenden Seele zu bringen.

Liebes Kind, höre! Willst du Mich aber haben als ersten Gratulanten, dann wasche zuerst den Boden und fege das Gemach rein, da Ich eintreten möchte, und dann erst sehe auf den Fußboden deines Hauses, zum geziemlichen Empfange der Welt. Denn füglich sollte der Vater wohl der Erste sein, auf Den die Kinder Rücksicht nehmen sollen, und sollen Ihn zuerst, aber nicht zuletzt erwarten, d.h. in der Liebe heiligem Ernste, und daraus im lebendigen Glauben und vollstem Vertrauen!

Denn siehe, wenn eine schöne Jungfrau unter vier Augen sagt zu ihrem sie über alles liebenden Freier: „Ich liebe dich unaussprechlich!“ So sie aber in der Welt hohen Putzgesellschaft auf ihn mit ihren Augen stoßt, eine ärgerliche Miene macht, und es ihr nicht recht ist, daß er ihr aus großer Liebe auch dahin gefolgt ist; und so der Liebhaber nun merken wird, daß ihn seine Geliebte in solcher Gesellschaft kaum eines gleichgültigen Blickes gewürdigt hat, was meinst du, wie bei einer solchen Gelegenheit dem redlichen treuen Liebhaber um sein so heiß liebendes Herz werden wird? Ich sage dir, er wird über die Maßen traurig werden und ärgerlich am Ende, und es dürfte der Jungfrau wieder recht viel kosten bis sie ihn wieder gewinnen wird, und sollte sie mehrere Male so tun, dann dürfte er wohl kaum mehr zu gewinnen sein. Siehe, wenn aber schon ein weltlicher Liebhaber solches täte, der doch mehr tot als lebendig ist, so kannst du dir wohl auch denken, daß Ich, als der allerredlichste und getreueste Liebhaber, Der Ich doch das unendliche ewige Leben Selbsten bin, bei fast ähnlichen Erscheinungen bei dir nicht ganz ungekränkt zusehen kann und darf, wenn du dann und wann Meiner unbekümmert mit der Welt konversierst, und auch den deinen nicht wohl zeigst den schmalen Weg zu Meinem Herzen. Du möchtest nur, daß Ich beständig zu dir kommen solle, Ich sage dir aber, es ist ein und derselbe Weg von Mir zu dir, wie von dir zu Mir. Daher könntest du nach tausend Meiner Besuche bei dir, Mir, deinem Vater, schon auch einmal einen oder auch zwei Besuche ganz ernst in deinem Herzen machen! Siehe, es hat Mich gekränkt, daß du diesmal so spät nach Mir verlangtest, aber der weltliche Freier kann nicht sehen ins Herz seiner Geliebten. Ich sehe aber das deinige, und da es redlich noch geblieben ist, so komme Ich nun wieder zu dir. Nehme Mich auf, auf daß Ich dann auch dich aufnehmen kann in Meine große Gnade.

Das ist der große Wunsch des ewig heiligen Vaters, Der Ich es bin, dein liebster Jesus, und im selben die Wiedergeburt und das ewige Leben in Mir, deinem lieben Jesus.

Amen!“ - Das sage Ich, dein lieber Jesus!

Amen!  Amen!  Amen!

*

Das Fest der drei Könige.

(Matthäus 2)

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 16. Januar 1873.)

Obwohl später, als das Fest bei euch gefeiert wird, so sollst du doch noch diese Erscheinung der drei Weisen aus dem Morgenlande erklärt erhalten, um euch allen wieder zu beweisen, daß bei jeder, wenn noch so unbedeutend  oder gleichgültig scheinenden Handlung während Meines Erdenwandels stets ein tieferer Beweggrund verborgen lag, den Meine Kinder nun erst, nach tausend und so vielen Jahren in seiner ganzen Entsprechung gegeben, zu würdigen und zu begreifen fähig sein werden.

Sehet nun, bei diesem Vorgange oder Ereignisse der Verehrung von drei Weisen aus Persien, also Nicht-Juden, treten noch tätig auf neben ihnen: Maria und Josef, ferner Herodes, der regierende Landesfürst.

Nun, um eine Handlung in Entsprechung geistig zu verstehen, wie selbe in jener Zeit für Meine Geister und Engel, und jetzt für euch verständlich gemacht werden solle, müssen die geistigen individuellen Eigenheiten der dabei beteiligten Personen als Hauptschlüssel der höheren tieferen Erklärung in Anbetracht genommen werden, ohne welchen das, was schon dort in diesem Akte der Huldigung geistig ausgedrückt ward, ewig unverständlich bliebe. So höret also:

Ihr wisset, Ich ward geboren in niedern, erbärmlichen Verhältnissen, in noch erbärmlicherer Behausung, nämlich nicht einmal in einem Hause, nicht in einem Fabrikate menschlicher Hand, sondern in einer Höhle. Es war kalt und Winterszeit (7. Januar, der Tag, an dem die griech.-russ. Kirche Weihnachten feiert). Meine ersten Zeugen und Beisteher waren Tiere, ein Ochs und ein Esel, Meine Wiege eine Krippe, worin man gewöhnlich den Haustieren das Futter vorschüttet.

Die handelnden Personen waren: Maria, Meine leibliche Mutter, Josef, Mein künftiger Pflegevater, und die herbeigekommenen drei Weisen aus dem Morgenlande, welche mir Geschenke brachten, Gold, Weihrauch und Myrrhen, und endlich von ferne der eben nicht zu gut gesinnte Landesfürst Herodes.

Alle diese handelnden Wesen, der Ort, die Zeit, und der geistige und weltliche Stand der Mich umgebenden Menschen drückten entsprechend gerade aus, was geistig in dem Augenblicke Meiner leiblichen Geburt für die auf der Erde lebenden Menschen geschehen war, wie der Verlauf Meines Lebens, der Erfolg Meiner Lehre, Mein weltliches Ende, und das Ende aller gegen Meine Lehre gerichteten Anschläge infolge der Zeit sein würden. So aufgefaßt, werdet ihr dann wieder ersehen, wie schon längst mit großen geistigen Buchstaben in der unendlichen Geisterwelt geschrieben stand, was alle bis jetzt gekommenen und vergangenen Menschen und  Völker nicht verstanden haben, und was Ich eben jetzt als Beweis Meiner unendlichen Gnade und Fürsorge für euch, die ihr ebenfalls den wahren Wert dieses Huldigungs-Aktes nicht verstehet, erklären will, damit endlich einmal der Schleier von euren Augen gelüftet werde, welcher jetzt noch (gleich der einstigen dreifachen Decke über Moses Haupt) vor denselben hängt.

Sehet, Ich kam zur Erde, umgeben von den geistigen Eigenschaften Meiner großen Geisterwelt und Meinen eigenen Ichs, nämlich umgeben von der Liebe, als Mutterliebe in Maria entsprechend dargestellt, denn was Ich als Vater der unendlichen Schöpfung für alle Geschaffenen bin, die ewig unbegrenzte Liebe, das war Maria für Mich dort, als unmündiges Kindlein auf ihren Armen. Ich tue und wirke alles für Meine geschaffenen Wesen, um sie zur Vollendung zu führen. Ich gebe alles hin, wie Ich einst sogar Mein irdisches Leben hingab, um euch Menschen vom Verfalle zu retten. Und dasselbe hatte auch Maria, als Ausdruck der begrenzten Mutterliebe, für Mich getan, auch wenn Ich nicht Der gewesen wäre, welcher Ich wirklich war, sondern nur ein gewöhnliches Menschenkind, entweder geboren von ihr, oder ihrer Obhut anvertraut.

Neben Maria stand als schützende Kraft im Ausdrucke des männlichen Wesens Josef, oder entsprechend die Weisheit, damit er die ungezügelten Regungen der Liebe regle, und sie einem weisen Ziele entgegenführe. Diese Beiden, Maria und Josef, repräsentierten als Menschen Meine eigene Person als geistiger Vater, und sie handelten für und durch Mich nach den Gesetzen der Liebe und Weisheit, bis Ich selbst Mann geworden die Zügel Meiner eigenen Macht ergriff, und dann das große Rettungswerk des Menschen-Geschlechtes begann, und Mein eigenes Wanderleben auf dieser eurer Erde mit dem Heimgange in Meine Himmel vollendete.

Die Tiere, die Mir durch ihren erwärmenden Hauch die frostige Kälte des Wintermorgens weniger fühlbar machten, stellen vor oder sind in Entsprechung nichts anderes, als die in Materie eingekleidete Geisterwelt, welche von dem Aufenthalte, wo Ich geboren, der Grotte aus harten Felsen anfangend  bis zum Tierreiche dargestellt durch die beiden Haustiere, also gerade die friedlichsten, geduldigsten unter allen, Zeugen sein sollten von dem Akte der Demut und Erniedrigung, welchen Ich Mich unterzog; wo am Ende eben sie noch am längsten das bleiben werden, zu was Ich sie geschaffen habe, während die Menschheit statt Meinen Lehren, Meinem Beispiele zu folgen, entartet den entgegengesetzten Prinzipien huldigen wird, die sie zum Verderben, aber nicht zu einer Seligkeit fähig und würdig machen.

Es war bei diesem Akte der Geburt die ganze geistige und materielle Welt vertreten: in dem Wohnorte, in freier Natur, unter Meinem Himmel, und auf Meiner für euch geschaffenen Erde, umgeben von dem Getiere, das euch als Beispiel der Duldung und Demut dienen sollte, und jetzt kommen noch dazu die geistig-seelischen Eigenschaften des Menschengeschlechtes, vorgestellt durch die drei Weisen, als entsprechend die schönen, bessern Eigenschaften des Menschen, nebst dem Herodes, als Typus der schlechten Eigenschaften in der menschlichen Seele, als Herrschsucht, Haß und Zorn. Die drei Weisen stellten eigentlich vor: die Liebe zu Gott, zu den Menschen, als Nächsten, und die gerechte Liebe zu sich selbst. - Der eine brachte die Verehrung als Weihrauch, der Zweite die Myrrhen als besänftigende Nächstenliebe, und der Dritte das Gold, als rechtlich erworbenes, auf den Altar, um Dem zu huldigen, welcher solch edle Eigenschaften in des Menschen Herz gelegt, und so ihn zum einstigen Bewohner eines großen Geisterreiches vorbereitet hat, um selbes nach und nach zu erringen.

Der Stern, welcher sie leitete, ist der göttliche Funke im Innern des Menschen, welcher unbewußt der ewige Mahner ist, und stets dem Menschen das vor die Augen hält, was er werden sollte, aber selten oder gar nie geworden ist.

Das böse Prinzip, oder die eben gegen diese drei göttlichen Eigenschaften stets entgegenwirkenden Leidenschaften der weltlichen Genüsse, stellte in jener Zeit entsprechend der herrschsüchtige Landesfürst Herodes vor.

Er war es, welcher jeder besseren Eigenschaft bar nur dem weltlichen Genuß ergeben, schmeichelnd und falsch, die drei Hauptvorzüge des menschlichen Geistes zwar anerkennend, doch nur seinen eigenen Begierden Rechnung trug, wie ihm sein Plan fehlschlug zum Vertilgungsprozesse nicht allein dieser drei Eigenschaften, der Weisen selbst, als auch durch den Kindermord Den vom Erdenrunde verschwinden zu machen, Der einst ihm und allen seinesgleichen gegenüber, wie ein Retter vor Gefahr den Kopf der Schlange zertreten wird, - so standen um Mich herum in der Höhle: die Schar der Engel und Geister mit ihrem Lobgesange, die Erde mit ihren materiellen Geschöpfen, dem Tierreiche, und die Menschen, geistig vertreten durch ihre guten und bösen Leidenschaften.

So wollte Ich es, daß bei Meiner Darniederkunft auf diese kleine Erde alles Zeuge sein sollte Meiner Demut, Meines großen Opfers, als Herr der Schöpfung, und Meiner geistigen, ewig nie zu zerstörenden Lehre der Liebe, der Weisheit, der Gottes- und der Nächsten Liebe! Alle sollten es erfahren, daß, wie die Engel sangen: „der Erde ein großes Heil widerfahren ist!“ Und so wie in jenen Zeiten bildlich dieser große Triumph Meiner Glaubens- und Liebe-Lehre ihren Anfang genommen, ebenso soll in jeder Menschenbrust dieselbe feststehen, damit ein jeder geistige Mensch Meine materielle Natur verstehen und seine eigene Geistige zu schätzen weiß!

Dort war schon bildlich gezeigt, wie die Verhältnisse zwischen „gut“ und „böse“ sein werden. Die Guten waren arme, mittellose Leute, oder wie die drei Weisen, welche sich mehr mit der geistigen als materiellen Welt beschäftigten, und „der Böse“ war regierender Landesfürst. Der Böse hatte die Macht in den Händen, schwor allen Rache und Tod, und die Guten verbreiteten überall Ruhe und Frieden.

Wie in jener Zeit sich diese Extreme bildlich in den genannten Personen entgegenstanden, wo Ich als Kind und zukünftiger Lehrer vermittelnd zwischen ihnen stand, so stehe Ich heute noch am selben Platze, wende alles Böse doch zum Gutem, und vereitle, wie einst dort ein Engel durch Traumgebilde in Josefs Schlafe selbst, was der Böse aussinnt, und zum Ruine des geistigen Wesens im Menschen im Schilde führt. -

Alle Begebenheiten aus jener Zeit (als der großen Zeit der Zeiten) Meines Erdenwandels sind ein getreuer Spiegel dessen, was sich später bis auf die jetzige Zeit zugetragen hat. Und wenn ihr in Entsprechungen lesen könntet, was in diesen fernen Zeiten Meinen Geistern schon längst klar war, so würdet ihr die ganze Folge von Wohl und Wehe, alle verschiedenen Ereignisse in geistiger und weltlicher Bildung des Menschengeschlechtes, überhaupt Meine ganze Führung desselben bis jetzt und noch weiter, ganz klar vor euch sehen. Aber ihr seid nicht gewohnt, aus Bildern und Ereignissen das Geistige herauszufinden, oder wie ihr sagt: „zwischen den Zeilen zu lesen,“ und so bin Ich gezwungen, von Zeit zu Zeit euch einen Lichtstrahl zukommen zu lassen aus jenem großen Geisterbuche der Entsprechungen, da noch wenige von euch darin eingeweiht, sich leider nur mehr an den Buchstaben hängen, nicht bedenkend, daß das Wort, wie es geschrieben, nur die Rinde eines Lebensbaumes ist, wo wie bei jedem Baume das eigentliche lebende Mark noch weit von der Rinde weg durch viele andere Produkte der Erde, die Holzfasern verwahrt ist.

So lange ihr nun an der Rinde naget, so lange bekommet ihr keine Idee von dem alles belebenden Safte der ewigen geistigen Liebe-Lehre, die im Innern kreiset, und um euch wieder zu überführen, daß, wenn ihr auch glaubet, alles verstanden zu haben, ihr doch nichts wisset, ebendeswegen wählte Ich wieder einen Gegenstand aus der Zeit Meines Lebenswandels, den ihr gewiß oft gelesen, aber nie überdacht habt, damit ihr wieder ersehen möget, welche erhaben geistig große Szene es war, als Ich, der große Schöpfer der Unendlichkeit, als irdisch-weltliches Kind unter Meinen Repräsentanten auf eurer Erde die Huldigungen annahm, die bewußt und unbewußt Meine ganze Schöpfung Mir darbrachte. -

Bei jedem Drei-Königs-Feste sollte es euch in den Sinn kommen, daß die drei Könige drei königliche hohe geistige Tugenden und geistige Eigenschaften vorstellen, und daß, wie einst Herodes, auch jetzt noch, und zwar in jetziger Zeit mehr als je, eben diese Macht des Bösen zu triumphieren scheint. Aber verzweifelt nicht! Mitten unter ihnen, mitten im Kampfe zwischen ihnen bin Ich wie einst, der Gott der Liebe, der Sanft- und der Demut, und vereitle, wie einst durch Josefs Flucht nach Ägypten, auch jetzt überall das berechnende Schlechte, indem Ich es zum Guten, ja zum Besten der Menschheit umwandle.

Und so wie einst in jenen Zeiten Meine Heerscharen von Engeln und Geistern „Halleluja“ sangen, so lobet und preiset auch ihr Mich, euren Herrn und euch selbst, daß Ich euch trotz allem Ungeschick in dieser Welt nicht verlassen, sondern sogar Mich herabgewürdigt habe, wie einst als unmündiges Kind, inmitten einer verkommenen Nation, jetzt als Vater inmitten verdorbener Menschen direkt euch zu raten, euch zu führen, und dadurch zu beweisen, daß der nämliche Gott, Der einst in Kindes- dann Jünglings- und Mannes-Form euer ganzes Weltleben durchgemacht, noch nicht Sein Antlitz von euch gewendet hat, und euch jetzt in Seinen direkt an euch gerichteten Worten die „drei Weisen des Morgenlandes“ in Form der Gottes- Menschen- und Selbst-Liebe ins Gedächtnis zurückrufen will, damit ihr, eingedenk Seines Opfers in jener und eingedenk Seiner Liebe in jetziger Zeit nie vergessen möget, daß, was die Lieber unternommen hat, sie auch zu Ende führen will, ohne welches Ende sie keine Liebe, erhaben über die kleinlichen Gehässigkeiten und Mißgriffe von verirrten Kindern wäre, und daß sie stets den Haupt-Zweck im Auge hat, aus euch jetzt wie einst große geistige Kinder eines nie endenden Geisterhimmels zu machen, wo ihr dann den Lobgesang der Engel und Geister wieder hören könnet. Nur mit dem Unterschiede, daß der Gesang euch ertönen wird, und „Heil euch“ heißen wird, wenn ihr trotz allen Kämpfen und Versuchungen die Palme des Sieges errungen haben werdet, die jedem, der mitten zwischen „Weisen“ und Herodes“ nur dem Kindlein seine Liebe geschenkt und Selbes nachgeahmt hat, und in Seine Fußstapfen getreten ist, zu teil wird. -

So sollet ihr eure Feiertage heiligen, und jeden Feiertag aus Meinem Leben mit einer Feierstunde des Morgens beginnen und mit einer Feierstunde des Abends schließen, wo ihr euch das Zeugnis geben könnet, daß ihr gemäß eurer Bestimmung und gemäß Meiner Lehre dem Morgenlande des ewigen Lichtes nähergerückt seid und euch von keinem Herodes in was immer für einer Form habt abwendig machen lassen.

So wie einst der Dreikönigstag ein Siegesfest für Mich war, wo Liebe und Weisheit, gebundene und freie Geister um Mich her standen, und die ganze Schöpfung in den Lobgesang einstimmte, ebenso werde auch einst ein Tag für euch, wo ihr, wie Ich einst das irdische, ihr das himmlische Licht erblicken und dort Den in Glanz und Herrlichkeit wiederfinden werdet, Der einst  als unmündiges Kindlein die Verehrer mild anlächelte, und dort als Vater wieder die Hände gegen die ausstrecken wird, welche aus dem „Schattenlande“ des menschlichen Prüfungslebens, geführt durch Meinen Stern der Liebe, im bessern Morgenlande Meiner Geisterwelt angekommen sein werden.

Befleißiget euch, diesem Zweck zu entsprechen, dieses Ziel zu erreichen, und ihr werdet bald erfahren, wie viel Seligkeit schon allein im Streben danach ist, geschweige erst jene Freuden, welche euch in jenen Räumen erwarten, wo keine Nacht den Tag vom andern scheidet, wo alle körperlichen Leiden aufgehört und nur die geistigen Seligkeiten ihren Anfang genommen haben und auch nie enden werden.

Würdet ihr Meine ganze Schöpfung begreifen, ihr würdet bald erkennen, warum Ich Selbst so viel anwende, um euch vom Verfalle zu retten, um euch zu helfen, das zu werden, zu was Ich alle lebenden Wesen geschaffen habe, nämlich zu Meinen Kindern, die mit Mir jubeln, mit Mir genießen, aber auch mit Mir arbeiten sollen, die große unendliche Schöpfung ihrem Endzweck entgegenzuführen!

Ihr würdet dann erst begreifen, warum Ich so viele Geduld mit den Verirrten und so viele Gnadenworte für die Gefundenen habe, weil ihr klar ersehen würdet, daß es der Mühe wert ist, ein lebendes Wesen, wie ihr Menschen nach Meinem eigenen Bilde geschaffen, nicht verloren gehen zu lassen, sondern daß es der Mühe wert ist, trotz der tierischen Umkleidung und tierischer Leidenschaften den anderen besseren Eigenschaften zum Siege zu verhelfen, um ein Werk zu vollenden, das Meiner als Schöpfer würdig, ein ewiges, dauerhaftes bleiben soll in Ewigkeit!

Amen!

*

„Karneval“

Oder

Die Gefahren beim Tanze

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest, am 3. März 1876.)

Hier habt ihr einen Namen, der euch bekannt ist, und an welchen sich manche Erinnerungen knüpfen werden, die zwar nicht immer zu den moralischsten gehören, und ebendeswegen Meinerseits auch nicht weiter berührt werden sollen, da Mein Zweck mit dieser Überschrift nicht ist, euch zu erklären, was ihr unter „Karneval“ oder „Fastnacht“ verstehet, sondern weil Ich mit diesem Worte ganz andere Seiten eures menschlichen Lebens beleuchten will, wo, wie bei vielen Dingen, bei euch noch große Finsternis herrscht.

Sehet, der Name „Karneval“ heißt auf deutsch: eine Epoche, wo das Fleisch etwas wert ist. Das ist nach Meiner Meinung eine Zeit, wo bei euch eigentlich dem Fleische oder der Sinnlichkeit mehr gefrönt wird, als sonst, und deswegen in euren Augen das Fleisch, nämlich das menschliche Fleisch oder die körperlichen Reize am meisten beachtet oder zur Schau getragen werden. Es ist eine Zeit, die vernünftigen Wesen, wie Ich sie geschaffen habe, sehr wenig Ehre macht, und selbst den Regierungen, die für das geistige Wohl ihrer Völker sorgen sollten, als ewiger Vorwurf dienen wird, denn sie sanktionieren mit dieser Erlaubnis des Tanzens und Schwelgens gerade das, was sie eigentlich verhindern sollten, da sie sich selbst an den sinnlichen Genüssen erfreuen, wodurch sie bei weitem mehr verderben, als sie glauben oder je berechnen können. Das Warum und das Wie werde Ich euch in der Folge beweisen, auf eine andere Art, als wie ihr es vielleicht erwartet.

Sehet, diese Fastnachtszeit oder Karneval ist ein schon aus den heidnischen Zeiten bekannte Epoche, welche bei den Römern „die Feste des Bachus“ hieß, und unter dem Titel „Bachanalien“ einst gefeiert wurde, wo alles erlaubt war, was sonst sittlich verboten wurde.

Nun bei einem Balle und allen möglichen Vergnügungen dieser Karnevalszeit ist immer das Augenmerk darauf gerichtet, alles sonst Unerlaubte auf eine womöglich anständige Weise zu treiben. Der Karneval ist also nichts anderes, als ein von Regierungen, Gemeinde-Obrigkeit, ja selbst von der Geistlichkeit privilegierter Versuchungsprozeß für beide Geschlechter. Denn auf eines läuft alles hinaus, nämlich auf Erweckung von Gelüsten, die nur die Gelegenheit abwarten, befriedigt zu werden. Nun, wie dieses eigentlich geschieht, solches ist nun Meine Sache, es euch etwas deutlicher vor Augen zu führen.

Da viele nicht wissen, was sie eigentlich tun, und wie sie durch ihr Tun indirekt etwas hervorrufen, so will Ich euch die Karnevalszeit von einer anderen Seite zeigen, wie blind ihr auch da wieder seid, und wie einfältig besonders die Mütter sind, die z.B. um ihre Töchter zu verheiraten, oder wie ihr sagt, „sie an den Mann zu bringen,“ gerade Vergnügungen und Belustigungen aufsuchen, die wohl oft flüchtige Bekanntschaften, aber selten feste Ehebündnisse herbeiführen, weil die Männer, d.h. wie Ich sie Mir denke, von Mädchen, die auf Bällen glänzen, sich entfernen, welche vielleicht bei anderen Gelegenheiten sie angezogen hätten.

Nun zu Meiner großen Frage zu kommen, was geschieht eigentlich während des Karnevals, so muß Ich vorerst weiter ausholen, und zwar auf ein früheres Wort zurückkehren, wo schon eine Andeutung sich vorfindet, welche hier nur fortgesetzt werden soll.

Ihr werdet euch erinnern, daß Ich in dem Worte über „das Auge“ euch aufmerksam gemacht habe, wie aus dem Auge die verschiedenen Seelenzustände sich bemerkbar machen, als wie Zorn Haß, Verachtung, Schlauheit oder Liebe, Sanftmut, Güte usw. Ich habe euch nebenbei gezeigt, daß dieses Ausströmen ein Fluidum ist, welches im Körper bei solchen Erregungen sich entwickelt, und nicht allein mittelst der Augen, sondern ebenfalls durch den ganzen Körper als geistig-seelische Atmosphäre ausströmt.

Nun, an diese Worte hier anknüpfend, will Ich euch nun weiterführen, und euch vorerst aufmerksam machen, daß euch anderswo schon gesagt wurde, daß der Mensch neben seiner körperlichen Hülle noch eine andere atmosphärische Umkleidung feinerer Natur stets mit sich führt, welche eure Ärzte, soweit sie selbe am Organismus besonders bei Amputationen die Gelegenheit hatten, deren Dasein zu konstatieren, „Nerven-Äther“ nannten, welcher Nervenäther (materiell) nicht zu verwüsten ist, und selbst wenn bei einem Körper Hände und Füße fehlen, doch im Gefühle dieser fehlenden Glieder als stets vorhanden sich erweist.

Dieser Nervenäther ist nun dasjenige geistige Kleid, welches hier bei den Menschen die Sympathie oder Antipathie, d.h. Anziehen oder Abstoßen von Menschen bei ihrer ersten Begegnung oft hervorruft, dieses geistige Seelenkleid ist es aber auch, welches den Menschen in seine neue Welt nach dem Tode begleiten und dort auch die sichtbare Umhüllung seines Innern sein wird, welche je nach seiner moralischen Leichtigkeit oder Schwere, oder mit anderen Worten gesagt, je nach der Reinheit oder Trübheit des Seelen-Zustandes von schwarz zu grau bis zum lichtesten Engelsgewande in der Umhüllung den inneren wahren Seelenmenschen kennzeichnet, weswegen eben auch in der anderen Welt keiner dem anderen zu sagen braucht, was er ist. Denn ein jeder erkennt den Vogel am Kleide, da das Licht meiner geistigen Sonne nur dort ein- oder durchdringt, wo geeignete Elemente sich vorfinden, was mit anderen Worten heißt: je mehr materiell-sinnlich entwickelt die Seele und ihr individueller Dunstkreis ist, desto schwärzere, desto schwerere Teile enthält er, und je leichter, vergeistigter die Atmosphäre der Seele schon bei Lebzeiten war, desto selbstglänzender wird auch im Jenseits ihr künftiges Kleid sein.

Auch ein noch anderes Warum ist die Folge dieses schweren oder leichteren, dieses schwarzen oder weißen Geister-Kleides: Je materieller die Seele geblieben ist, desto näher ist sie der Erde, und desto schwerer ist es ihr sich von selber zu entfernen, und je leichter, geistiger der Seelenleib ist, desto leichter der Aufschwung in höhere Sphären.

Nun, um auf unsere Frage zurückzukommen, so muß Ich also weiter sagen, daß wie das Ausströmen von verschiedenen Fluiden dem Auge seinen eigenen Glanz im Zorne, und sein sanftes Licht in der Liebe oder Gutmütigkeit gibt, ebenso verändert es die geistige Atmosphäre bei allen anderen sinnlichen Leidenschaften ebenfalls, und wenn eine so sinnlich gesinnte Seele mit ihrem Dunstkreise eine andere berührt, so geschieht es meistens, daß, um nicht ein Abstoßen hervorzurufen, ein oder selbst viele Menschen in den nämlichen Gemütszustand versetzt werden, auch sodann ihre Atmosphäre verändert wird, und endlich alle mehr oder minder, gemäß des individuellen Temperamentes, von dem ersteren angeregten Seelen-Zustande mit fortgerissen werden. Dieses könnet ihr selbst bei Reden Gebärden, bei Sprache, Tanz, Gesang und allem bemerken, wo es auf eine Anregung geistiger Zustände abgesehen ist, woraus dann der Enthusiasmus, die Begeisterung entsteht, womit ein Mensch oft viele andere zu Schritten bewegen kann, welche selbe vorher oft nicht vermutet hätten. (Geistige Hypnose.)

Nun, dieses Ansteckende bei diesen Seelen-Zuständen wird auch durch die Sinne vielfach bewirkt, wo Auge, Ohr, Sprache, ja selbst das Gefühl als Tastsinn am meisten dazu beitragen. So wird dieses Fluidum als äußerste Umhüllung des Menschen, welches zwar aus leichten Partikeln (einer Art Ausdünstung des menschlichen Organismus) besteht, doch durch solche Zustände je nach Maßgabe verändert, verbessert oder verschlechtert, und so ist auch seine Einwirkung auf andere, gemäß seiner eigenen Beschaffenheit, entweder gut oder schlecht.

Wie das materielle Fluidum stets ein Vehikel ist, das von dem Individuum nur sein Eigenes mit sich führt, so könnet ihr es an den Hunden bemerken, welche die Spur ihrer Herren aus allen anderen Gerüchen, die auf sie einwirken, herauszufinden wissen, eben weil der Mensch, um bildlich zu sprechen, wie ein Komet am Himmel einen langen Schweif seines Dunstkreises nach sich zieht, ebenfalls auf diese Art Spuren seiner Atmosphäre zurückläßt, wo er gewesen, und welche sich nicht sogleich mit den Ausdünstungen anderer Menschen oder Gegenstände vermischen und so dem Tiere kundgeben, wo sein Herr gewesen ist, und wohin er sich begeben hat. Selbst das Aufsuchen des Wildes durch die Spürhunde oder sonst etwas anderes ist immer das nämliche. Alles was ihr sehet, hat, wie die Erde, einen Dunstkreis, organisch und unorganisch, weil eben dieser Dunstkreis die Verbindungsbrücke ist, womit der Gegenstand oder das Wesen von der Außenwelt aufnimmt, was es braucht, oder an sie abgibt, was ihm nicht mehr nütze ist.

So sehet ihr alle Materie, alles Wesende geistig aufgelöst in den verschiedenen Atmosphären, sowohl die kleinsten wie die größten Körper im ganzen Schöpfungsreiche. Diese geistige Umhüllung alles Bestehenden prägt dann den Produkten der Erde ihre eigentümliche Physiognomie auf, weil aus ihnen alles aufgebaut und durch sie wieder alles verändert oder zerstört wird.

Um nun auf den Menschen wieder zurückzukommen, und euch auch diesen Blick in Meine unsichtbare Welt noch mehr zu erschließen, so müsset ihr bedenken, daß bei Leidenschaften in der Seele eben durch sie der Körper beeinflußt wird, und entweder bei guten Einflüssen der normale Gesundheitszustand genährt, und bei schlechten Leidenschaften selbst der Prozeß des Lebens-Organismus gestört, und dadurch auch durch Einsaugen oder Ausscheiden der entsprechenden Elemente vermittelst des eigenen Dunstkreises selber neben den geistig ansteckenden auch materiell gestört und verschlechtert, oder mit verdorbenen Ausscheidungen des Körpers angefüllt wird.

Nun sehet, bei Ansammlungen von vielen Menschen in geschlossenen Lokalen, müssen sich ja die Atmosphären aller dieser versammelten Menschen vermischen, ja selbst, da das einatmen ein notwendiges Lebensmittel ist, und von den Lungen das eingeatmete Element in andere Organe eingeführt, dort ebenfalls Verschlechterungen hervorbringen kann, die dann später in Krankheiten ausarten können, wovon niemand den Grund ahnt, woher sie gekommen sind, so muß nebenbei beachtet werden, wie dann dieser Prozeß oft beschleunigt wird, wenn die in einem Orte versammelten Menschen in Aufregung sind, sei es durch körperliche Bewegung, als wie beim Tanze, sei es durch geistige, wie durch Eindrücke der Sprache oder der Musik, wodurch diese Ausscheidungsprozesse beschleunigt werden, und Tausende von verwesten Partikeln des Körpers in Dunstform demselben entsteigen, und von anderen wieder eingeatmet werden, wo also neben den geistigen Erregungen, selbst das materielle Leben, teils durch eigenes übermäßiges Bewegen, teils durch von andern aufgenommenes, endlich Krankheiten ausgesetzt oder verkürzt wird, so könnet ihr eine schwache Idee haben, was denn eigentlich bei euren so ersehnten und leidenschaftlich betriebenen Tanzunterhaltungen für geistige Sünden verübt werden, wovon dann die meisten keine Idee haben. Aber Ich, Der die Welt nicht wie ihr als Materie, sondern als geistiges Produkt sehe, weiß am besten, was da geschieht, und kenne auch dessen Tragweite für jeden einzelnen, welch unermeßliche Folgen oft ein Ball mit sich bringt. Wenn ihr wüßtet, welche Folgen oft ein Tanz auf einzelne Personen beider Geschlechter oder auf ganze Familien hat, ihr würdet zurückschaudern von den Ergebnissen, die aus solchen, wie ihr sie benennet, „unschuldigen Vergnügungen“ erwachsen.

Abgesehen von den Opfern, die der Tanzwut erliegen, verbleiben die unmoralischen Konsequenzen, welche aus den steten körperlichen Berührungen und dem Amalgamieren (ineinander-vermischen) der Dunsthüllen beider Geschlechter herrühren, wo so mancher schlummernden Begierde nur die Gelegenheit zur Ausübung fehlt, und die Folgen eines Tanzes oft sich noch auf nachfolgende Geschlechter als Unglück und Misere fühlen lassen. - Führet nur eure Töchter fleißig auf Bälle, ihr blinden Eltern, die ihr mit ganz anderen Mitteln das zu erringen glaubt, was euer Sehnen ist! Selten erreicht ihr so, was ihr wollt, und oft ist dann das Kind ewig unglücklich, welchem ihr in eurer beschränkten Ansicht auf diese (verkehrte) Art zum Glücke verhelfen wolltet!

Sehet, was geschieht denn bei Bällen? Sehet, die ungezügelte Putzsucht der Weiber an. Sehet, wie sie alles beitragen, um zu glänzen mit dem, womit sie nicht prunken sollten, mit dem Fleische ihres Körpers treiben sie Handel! Und deswegen ist der Name besonders dieser unzüchtigen Zeit ganz am Platze, „Karneval“ wo „das Fleisch gilt,“ denn es ist wörtlich nur das Fleisch, welches feilgeboten wird, ob aber hinter diesem Fleische eine geistig-gebildete Seele steckt, danach wird gar nicht gefragt, wenn nur das Fleisch recht geputzt und geziert dem lüsternen Auge des Mannes gefällt, so glaubt das verirrte Kind und die blinde Mutter, es sei alles getan, daß vielleicht ein „Gimbel auf den Leim geht“, wie ihr oft sprichwörtlich sagt. Und was ist die Folge, wenn auch eine eheliche Verbindung nebenbei erfolgt? Daß man sich erst später gestehen muß, daß zwischen einem Ball-Abende und einem längeren Beisammensein ein großer Unterschied ist, und daß man erst später bemerkt, was man gleich anfangs hätte sehen sollen, daß zwar beim Tanze die Körper fest umschlungen, die Seelen aber von diesem Band oft nichts wußten, noch je wissen wollten!

Und was ist die Folge solcher Bündnisse? Sehet euch in der Welt um, und in den meisten Familien könnet ihr es an den Fingern abzählen, wo Harmonie und Disharmonie herrscht. Bei manchem Weibe könnet ihr dann einen Fluch auf ihren Lippen sehen gegen die, welche in ihrer großen Blindheit glaubten, mit Bällen ihre Kinder glücklich zu machen, während sie ihnen langes Elend und Leiden aller Art bereitet hatten. Der Karneval hat noch selten gute Resultate gebracht, denn Armut, Unlust zur Arbeit und unmoralische Vorkommnisse sind stets seine Folge geistig, und Krankheit, Siechtum und Elend von der materiellen Seite gesehen.

So sehet ihr, wie eine Zeitepoche, wo das Geistige so ganz mit Füßen getreten wird, wo nur das Fleisch etwas gilt, und wobei nun die Regierungen, welche die Vergnügungssucht besteuern sollten, eher noch die Hand dazu reichen, dem Volke zu einem moralischen, geistigen und materiellen Ruine zu verhelfen, geeignet ist. Wo ist die Züchtigkeit des weiblichen Geschlechtes geblieben? Wo die Eigenschaften der sorgsamen Hausfrau? Wo das Band, welches den Mann an seine Gefährtin und sie an ihn binden sollte? In manchen Romanen könnt ihr es wohl lesen, und auch dieses wurde oft von einem Autor geschrieben, welcher in seinem ganzen Leben gerade das Gegenteil ausübte von dem, was er anderen mit schönen Worten vormalt.

Wie soll da ein Glaube, eine religiöse Tendenz vorherrschen, wo von allen Seiten dagegen gearbeitet und selbst der letzte Funke Gottes aus dem Herzen zu vertilgen gesucht wird?  Was nützen da die Fastenpredigten, wo die Priester sich abeifern, den Zuhörern zu beweisen, was sie hätten  tun sollen und leider eben nicht getan haben? Was nützt das Reden nachher, wenn schon alles geschehen ist? „Was nützt jetzt das Türe-zumachen, wenn die Kuh aus dem Stalle ist“, wie ihr sagt? Vorher sollen sie predigen, diese Herren, und mahnen, daß dieses oder jenes nicht geschehe, aber hintennach sind es Worte in den Wind gesprochen! - Früher hätten die Menschen vielleicht diesen Worten Folge geleistet, aber nachher helfen sie nichts, denn bis zur nächsten Faschingszeit sind alle diese Mahnworte längst vergessen! -

Sehet Meine Kinder, wie viel Geistiges in dieser Zeit, „Karneval“ genannt, mit Füßen getreten wird. Sehet, auf wie viel Weise da die Hand zum Fallen, zum Sündigen geboten wird. Sehet, wie die geistige Vermischung der Fluide den einen oder die andere zu Schritten verleitet, welche sie früher nicht kannten noch ahnten. Sehet, wie alles geistig auf die Materie, auf das Fleisch einwirkt, und bedenket nebenbei, daß selbst die ganze Geisterwelt, die euch stets umgibt, dabei nicht untätig ist, denn je mehr materiell der Geist ist, desto mehr findet er selbst noch Geschmack an diesen Vergnügungen der Menschen, er mischt sich mit ein, beeinflußt, beschwichtigt des Menschen Gewissen auf jede mögliche Art, weil er so die Menschen am ehesten für seine eigenen, jetzt eben nicht mehr zu erfüllenden Genüsse empfänglich findet, und so sind die Menschen in diesen Tanzsälen auch von einer Geisterwelt beeinflußt, die nur schaden will, und in dem Schaden, der dort seinen Ursprung hat, allein Genuß findet. Daher bei manchen Menschen bei solchen Gelegenheiten diese Beklemmung und innere Un-Ruhe, als Einflüsse seines guten Schutzgeistes.

Wenn ihr mit geistigen Augen dieses Gewirre sehen könntet, wo gute Geister beschützen, und wo Schlechte verführen wollen, wo die geistigen Atmosphären sich vermischen, sich in gleichen Begierden entzünden, wo die Menschen dort langsam unter dem Schalle der Musik und rhythmischem Tanze ihr Leben verkürzen, und zwar dadurch, daß sie Krankheitsstoffe einatmend den Grund zu langwierigem Siechtum und zu stets kränkelnden Generationen legen, wenn ihr den geistigen Schaden ersehen könntet, welchen so manche Menschen vom Balle mit nach Hause bringen, wo ihnen durch andere Fluide geistig-Böses, lüsternes Begehren „eingeimpft“ wurde, ihr würdet zurückschaudern vor diesem Chaos aller Schlechtigkeiten, die aus einem solchen Vergnügen herauswachsen können, wo die blinden Menschen im allgemeinen „nichts Gefährliches“ vermuten.

Deswegen lasse Ich euch dieses Wort schreiben, damit ihr wieder sehet, wie blind ihr seid, und daß ihr nicht wisset, daß alles, was euch umgibt, im Grunde nur Geistiges ist, alles nur durch Geistiges zusammenhängt, und geistiger Einfluß die Hauptsache oder das Haupt-Element alles Bestehenden ist! -  Wenn Ich die Welt so gehen lasse, wie sie jetzt ihrem Ruine entgegengeht, so ist es nicht, als wollte Ich es, nein!  Mir tut es ebenfalls leid, wenn Ich trotz Meiner Liebe, trotz Meinen Worten keine Anhänger und Verehrer finde!

Als Gott und höchstes Wesen setze Ich Gesetze ein, welche keine Modifikation (d.h. Abänderungen, wie die wächsernen der Menschen) erlauben, und so müssen auch die Menschen, wenn sie gegen diese Gesetze sündigen, denselben unterliegen! Sie müssen sich selbst zuschreiben, wenn für sie die Zeiten kommen, welche ihnen das Tanzen, Schwelgen und die in Vergnügungen durchwachten Nächte verleiden werden. So wollten sie es, und so sollen sie es haben! Materiell wollen sie genießen, und die Materie wird ihnen auch am Ende beweisen, daß sie nur das Überkleid über ein geistiges Ich war, und eben bei ihrer eigenen Zerstörung dem an ihr Hängenden nichts mehr  zurückläßt, als eine Erinnerung an schön gehoffte Zustände, die sich aber nie verwirklicht haben!

Und so tragen auch Tanzunterhaltungen indirekt dazu bei, die Menschen nach und nach ganz der Materie, den materiellen und sinnlichen Gelüsten in die Arme zu führen, weil sie in selben dann allein Geschmack finden und alles aufbieten, eben diese Genüsse so verfeinert als möglich zu machen, wo das Geistige im Grunde verleugnet und nur das Fleisch den Hauptwert erhalten hat.

Dieses sei ein Mahnungswort für viele, damit sie doch wenigstens einsehen lernen mögen, wie weit oft Affenliebe der Eltern führen kann, wo selbe, Gutes wollend, nur Schlechtes hervorruft, und wo gerade der Hauptfaktor, das geistige Wirken, in der ganzen Welt unbeachtet bleibt! Wie viele eurer staatlichen Einrichtungen und polizeilich erlaubten Vergnügungen gibt es, die ganz andere Resultate haben, als gerade die vielleicht Erwünschten!

Allein, materiell Suchenden kann nicht geistig gepredigt werden, und ebendeswegen wäre es auch umsonst, hierüber viele Worte zu verschwenden!

Dieses Mein Wort über den „Karneval“ möge euch genügen, um aus selbem deutlich zu ersehen, wie viel ihr noch nicht wisset, und wie viel um euch vorgeht, wovon ihr, blind und kurzsichtig, nicht den Hauptfaktor erkennen wollet, welcher auf euer geistiges und materielles Wohl am meisten einwirkt.

Machet eure Augen auf und lasset doch endlich durch die Materie den geistigen Lichtstrahl in euer Auge dringen, welcher euch nicht zu materiellen Menschen, sondern zu Bürgern eines geistigen Reiches stempeln soll, aus welchem ihr einst hervorgegangen und zu dem ihr wieder zurückkehren sollet!

Lasset das Fleisch mit seinen Begierden gehen, suchet als Geisteskinder geistig zu leben, alles geistig anzuschauen und aus allem geistigen Gewinn zu ziehen. Dieses ist die einzige Aufgabe eures Erdenlebens, damit ihr dann in der anderen Welt, die eine Geisterwelt ist, als Geister leichter fortkommen könnet!

Dieses ist Mein väterlicher Rat, der euch wieder eine Seite Meiner Schöpfung geöffnet und euch gezeigt hat, daß selbst in den für euch am wenigsten Geist enthaltenden Vergnügungen viel Wichtigeres dahinter steckt, welches bei weitem mehr in euer Familienleben geistig und materiell eingreift, als ihr es bisher geglaubt habt.

So lernet begreifen, was Ich bin, und was euch bevorsteht, wenn ihr nicht nach Meinen Gesetzen, sondern nach euren schwachen Verstandes-Schlüssen handelt, wo bei den geringsten Ereignissen die richtige Auffassung fehlt, und dann die Resultate nicht so sind, wie ihr es wünschet, und wobei ihr sodann die Schuld Mir zur Last legen möchtet! -

Amen!

*

Zum Tanze

(Empfangen durch J. Lorber am 14. Dezember 1840.)

Du fragst in Dir, was da ist an dem Tanze denn gar so Verabscheuungswürdiges und Mir Mißfälliges und daher Verdammliches? O siehe, du schwachsinniger Mensch, der du die Menschen fürchtest und möchtest in deiner Furcht doch Dinge erfahren, die Ich nur den Tapferen kund gebe. Ich habe dir Dinge gesagt und habe hinweggetan den Schleier von deinen Augen. Allein du hängest am Urteile der Menschen und fürchtest über die Maßen ihre Schalkheit und denkst nicht, daß Ich über alle Menschen hinausreiche, und so du auch für Mich denkst, so denkst du doch stets in deiner Furcht, welche dir am Ende noch das Herz verschließen wird und wird dich blind machen mehr denn einen Maulwurf, und dein Ohr verstopfen mit allerlei Unrat, daß du fürder nimmer vernehmen kannst Meine Stimme in dir, so du von nun an nicht ernstlich verbannen wirst deine Furcht, die zu nichts als zu lauter Unsinn führt. Kannst du wohl dir solches denken, daß Ich Mich des Satans bedienen werde, um einen Menschen zur Demut, Sanftmut, Geduld, Ausharrung, ja zur Liebe zu Mir, daraus zu dem Nächsten, zum strengen Gehorsam gegen den Monarchen und gegen irgend eine bestehende Kirche, und das alles im Geiste und aller Wahrheit lebendig zu ermahnen? O Ich sage dir, der das behauptet, der ist es, der sich gar gewaltig vom Satan leiten läßt. Für den sollet ihr beten, wie für die gesamte römische Kirche, daß sie einsehen möchte ihren Unsinn, und erkennen möchte, das sie hat in Meinem Geiste, in Meiner Liebe und in Meiner Wahrheit, sonst wird ihre Flucht alsobald ins Werk gesetzt werden, denn wer Meinen Namen liebt und zu verherrlichen sucht in seinem Herzen, der ist ja für Mich und nicht wider Mich.

Wie kann aber jemand aus dem Satan nennen Meinen Namen, da im Satan nichts von Meinem Namen, der da ist Meine ewige Liebe, je möglich vorkommen kann, da dieser ist der allerschroffste Gegensatz der Liebe und daher nur die Quintessenz des Zornes Gottes, als ein von aller Liebe ewig ausgeschiedenes Wesen.

Wenn jemand aber aussprechen will ein Wort, daß er damit bezeichne eine Sache, so muß er doch notwendig den Begriff zuvor in und aus sich erfassen, oder er muß wenigstens die Fähigkeit in sich haben, solch einen Begriff sich für's erste aneignen zu können, damit er dann der Zunge auszusprechen möglich wird. Wie kann aber jemand in der Japanischen Art „Vater“ aussprechen, oder noch weniger irgend einen ihm ganz fremden Begriff, der nur diesem Volke bekannt ist als ein Geheimnis, wenn ihm für's erste diese Sprache ganz fremd ist, und für's zweite ihm sogar alle Fähigkeit vermöge seiner Stummheit mangelt, so daß er nicht einmal seiner Muttersprache, geschweige erst der Japanischen je mächtig wird? Und doch sage Ich: Es wäre dem ungeachtet leichter möglich, den Stummen japanische Worte aussprechen zu machen, als den Satan den Namen Meiner Liebe, das ihm unmöglicher wäre, als die Unmöglichkeit selbst. Siehe, wie albern und unendlich unsinnig eine solche Behauptung ist! Die bösen Geister können nur weltlich agieren und zahllose Menschen zu allen erdenklichen Leidenschaften, als da sind Herrschsucht, Hochmut, Stolz, Hoffart, Habsucht, Neid, Haß, Hurerei, Wollust, Tanz, Prasserei, Völlerei usw. gar sicher verblenden und verführen, und ist ihnen in dieser Hinsicht Mein (ihnen) unaussprechlicher Name ganz überflüssig.

(Johannes 13, 18)  Wenn aber schon Weltmenschen von Mir nichts hören wollen, und ihnen Mein Name ein Gräuel ist und sie anwidert, um wie viel muß er dem Satan gräuelhaft, unendlich anwidernd sein!

(Johannes  11,  27)  Wer aber da bekennet und liebet ohne Furcht Meinen Namen, welcher ist Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes, oder das Wort, oder die Liebe des Vaters, der liebet ja auch den Vater und kann unmöglich sein wider den heiligen Geist aus beiden, sondern für denselben, und derselbe mit ihnen durch und durch. Wie solle und was solle denn da der Satan im Zorne und aller Falschheit zu schaffen haben, wo der Geist der ewigen Liebe alles neu aus Gott dem Vater und so durch den Sohn schaffet?

O sehet solches, und seid allezeit ohne Furcht, denn Mein Reich muß allezeit unter mancher Prüfung an sich gerissen werden, und muß die rechte Liebe allezeit die Feuerprobe bestehen, wie das reine Gold, denn ohne solche Probe ist sie Meiner nicht wert. Sehet hin auf den reichen Jüngling im Evangelio, und ihr werdet dort alsobald finden, wie weit er noch von Meinem Reiche entfernet ist, und betrachtet den Samen unter den Dornen (Weltlust etc.) welche Frucht da zum Vorschein kommen kann. Daher seid ihr nicht gleich diesem Jünglinge und dem Samen unter den Dornen, und zeiget Mir das Gold eurer Liebe in der Tat der Aufopferungsfreude alles dessen, was der Welt ist, und so auch das Tanzvergnügen, so werdet ihr leben!

Was jedoch den befragten Tanz betrifft, so habe Ich schon hinreichend gezeigt, welches Wohlgefallen Ich daran habe, und was er für Folgen hat. Nur so viel setze Ich hinzu, daß ja keiner unter was immer für Namen und Art beschönigend sich entschuldigen möchte, sonst wird er nimmer von seinem „Dreher“ los werden, denn wie es im Gehirne einen solchen Wurm gibt, als eine böse Krankheit, den ihr den Dreher nennet, so gibt es auch einen geistigen Dreher, der viel schwerer als der natürliche zu heilen ist, und der nun eine allgemeine (Dreher)Pest geworden ist, und ist gleich dem Schwunde der Bäume.

Eltern aber, die da lassen ihre Kinder im Tanze unterrichten, legen sich nur selbst eine große verantwortliche Last auf den Hals, und wenn dadurch ihre Kinder von was immer für einer bösen Art der Geister verdorben werden, entweder bei den Mädchen in der Fruchtbarkeit, in ihrer Reinigung, in ihrer heimlichen Zucht, in ihrer Sittlichkeit des Herzens, im wahren Glauben und in der reinen Liebe zu Mir und daraus dereinst zu einem allfälligen Gatten, im häuslichen Fleiße und in wahrer christlicher Tugend, Geduld, Sanftmut, Beharrlichkeit in allen Prüfungen und Nöten, ja sogar an dem dem Weibe so nötigen frommen Frohsinne, allzeitiger Nüchternheit, Frische und Heiterkeit und Munterkeit ihres keuschen Gemütes und stiller Ruhe des Geistes, oder bei den Knaben durch Unlust zu allen ernsten Betrachtungen, in der Gottesfurcht, in der geheimen Zucht, in der zu frühen Entwicklung des Geschlechtstriebes und dadurch hernach aber auch in allem, was Mich den Urheber alles Guten und Wahren der Liebe betrifft, sehet, so solches geschieht und auch notwendig entweder das eine oder das andere geschehen muß, so denket selbst, wer daran Schuld ist, und wer es dereinst zu verantworten wird haben!

Und ihr werdet dann gleichen jenem Feigenbaume, der fruchtlos dastand, während es Mich unter seinen Zweigen hungerte, denn ihr Eltern seid solche Feigenbäume, und eure Kinder aber sind die Frucht. Sind diese aber verdorben worden durch den bekannten Dreher so oder so, da wird frühzeitig die Blüte und Frucht abfallen von den Zweigen. Und wenn der Herr vorüberziehen wird und wird den Baum leer finden, so wird Er tun, was Er getan hat mit dem Feigenbaum! Das merket euch wohl, ihr Eltern, und bedenket, wer Der ist, Der euch solches sagt!

Der Tanz aber sei ein Zeichen nur den Wiedergeborenen, daß sie mit Füßen getreten haben die Welt und ihre Nichtigkeit in Meinem Angesichte, da sie tun werden, was David in Meinem Angesichte tat.

Amen!

Das sage Ich, Ich, Ich, euer Vater.  Amen! Amen! Amen!

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Noch etwas zum Tanze

(Empfangen durch J. Lorber am 17. Juni 1840)

Das sage Ich dir, als Meinem faulen Knechte, um anzuzeigen die Weise und die Ursache der Anwiderung dir, welche dich befällt, so du vom Tanze, der Redoute,  der Réunion, dem Balle, Casino und so auch jetzt besonders bei der schlechten Fundation der sogenannten bürgerlichen Ressource wegen irgend etwas vernimmst. Diese Anwiderung ist sehr gerecht, da sie vom Geiste herrührt, doch aber bei dir durch eine dir unbewußte Richtung von Mir ausgehend zuerst naturgemäß so bewirkt wurde, daß dir durch  obenerwähnte Anstalten drei dir (geistig) sehr werte Mädchen gänzlich verdorben und dadurch dir auch über die Haare und bis unter die Fersen untreu geworden sind, was freilich für dich gut, aber im Allgemeinen doch sehr schlecht war, da ein treuloses Mädchen, (die [im natürlichen Sinne] einem Manne untreu wird, entweder weil ihr ein anderer besser gefällt, da er entweder jünger ist und schöner, oder weil er reicher und schmeichelnder ist, und auch mehr Wollust aus seinen geilen Augen auf sie schießen läßt, als ein früherer mit einer Mir wohlgefälligeren Miene und einem aufrichtigen Herzen), ihr Herz in dem Augenblicke ihrer Untreue vom Satan hat gefangen nehmen lassen, und geworden ist zu einer Schlange, häßlicher als der Satan selbst, und ihre Liebe umwandelt hat in das Gift der Hure. Die Hure ist eben eine Hure, aber ein solches (ungetreues) Mädchen ist eine Königin der Huren und nicht wert, daß sie die Erde trägt und die Luft anweht, die Sonne bescheint und der Regen sie befeuchtet (geistig). Ich sage: vor einem Bären, vor einem Hunde, ja sogar vor einem Schweine und allen reißenden Bestien sollet ihr das Evangelium öffnen. Allein vor einem solchen Mädchen soll es verschlossen bleiben (d.h. das Verständnis, auch wenn sie's liest oder hört), da sie gespottet hat des Herzens eines aufrichtigen Mannes.

Das aber ist die Ursache geistig: Wie deine Sinne anekelt, anwidert und angrauet ein Gestank, ein Aas, ein Abgrund, so auch ist es mit den Sinnen des Geistes. Nun ist eine Tanzunterhaltung, eine Réunion und ein Ball ein offenes Grab voller Unrats. Das Casino ist ein Aas von großen toten Amphibien, und eine solche Ressource (Erholung) ist ein Abgrund, da in der untersten Tiefe der Satan nun auch ein Weihrauchfaß gestellt hat, damit man den, hie und da doch mancher geistig empfindlichen Nase sich bemerklich machenden, groben verführenden Gestank seines Unrates nicht merken solle! -

Wenn der Weisheit schon weniges genügt, so habe Ich dir mit diesen kurzen Worten alles gesagt. Aber es sollen auch deine Freunde sich davon ein Notabene nehmen. Daher ist es noch nötig, ihrer beschränkteren Einsicht noch ein paar Worte hinzuzufügen.

Der Satan nämlich hat mit Leidwesen und vielem Ärger gesehen, daß mehrere bessere Familien sich seinen belustigenden Verführungen des Gestankes wegen nicht haben fügen wollen. Darum hat er auch ein Mittel erfunden, nämlich in einem unendlich tiefen Abgrunde, da zu unterst er ein großes wohlverschlossenes Faß gestellet hat, den Abgrund der Hölle aber wohlverdeckt mit schönen, sehr glatten Brettern, und geziert den Abtritt mit sehr wohlriechenden Blumen der Welt, damit ja niemand etwas arges auch nur ahnen solle, denn, sagte er bei sich selbst, hier will ich mir eine gute Mahlzeit bereiten und will vom zarten Fleische der Kinder zu leben anfangen, und nicht immer das zähe Fleisch der ausgemergelten Huren fressen, die sollen in der Zukunft meine (Höllen-)Engel verkauen und verdauen. Ich werde mich hinter den wohlriechenden, anlockend schönen Blümchen verborgen halten, da mich niemand bemerken soll; und so dann die blumensüchtigen Kindlein hinströmen, werde ich sie ergreifen, verschlingen, verdauen und sie als feinen Unrat hinunterlassen ins Faß im Abgrunde. Da sollen dann die Eltern sehen, wie sie dieselben von da wieder herausbekommen, so wahr ich Satan der Mächtigste bin! Einen Fixstern vom hohen Himmel zu reißen soll ihnen leichter sein, als da heraus auch nur ein Haar eines Kindes, sei's ein Fräulein oder auch ein Jüngling, zu retten! Da habt ihr geoffenbart des Satans eigenes Wort und Plan. Was meinet ihr, wie Mir eine solche Anstalt gefalle?

Ich habe euch väterlich und göttlich fürsorgend gezeigt die große Gefahr in aller Meiner unbestechbaren Wahrheit. In ihrer ganzen Tiefe der Bosheit steht der Satan entblößt vor euch, Meinen wenigen Kindern. Daher beherziget wohl Meine Liebe und diese aus ihr fließende große Gnade eures heiligen Vaters, und seid auf der Hut! Denn wer den Feind sieht, der kann ihn fliehen. Wehe aber den Blinden und Tauben, und Denen, die sich nicht kehren werden nach Meinem Rate. Ich will eher in alle Höllen Meine Engel senden, zu bekehren die Verirrten und erleuchten die Finsternisse alldort! Aber wahrlich, wahrlich, sage Ich euch, verflucht sei ein Engel, der ein solches Faß auch nur mit einem erbarmenden Blicke ansehen würde.  Amen!  Wohlgemerkt, das sage Ich, Gott von Ewigkeit.

Amen!  Amen!  Amen!

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Nochmals der verfl. . . .  Tanz

und Winke, wie sich zu benehmen vor der Welt deswegen

(In dieser Angelegenheit geschah [wie sonst] am 17. Januar 1841 für den Brd. N.N. Des Herrn Wort an und in Seinem Knecht J.- Lorber, also:)

Schreibe nur zu, den Ich kenne gar wohl die Frage und die ängstliche Bitte, aber es ist zu spät, daß Ich darob euch eine Antwort des Friedens geben möchte, bevor da gar bald kommen wird über die drei tanzenden geilsüchtigen Töchter des weltfürchtenden N.N. eine Antwort Meines Gerichtes! Denn Ich habe viele Worte des Friedens verschwendet. Diese aber haben verstanden nichts davon und sind geblieben schalkhaften Herzens, und sehen ihre Mutter hinterm Rücken mit ärgerlichen Augen an, so ihnen diese Mir zuliebe nicht gönnen will, darnach ihrem Herzen gelüstet, und schmähen heimlich jetzt schon jeden, der ein Widerrechtler ihrer sinnlichen Geilsucht ist, oder verräterisch an ihnen handelt.

Siehe, der Tanzboden hat ihre Ohren schon hinreichend abgeschliffen und glatt gemacht, so daß die Stimme Meiner Milde heimlich verachtet abprallt und nicht mehr zum Herzen gelangen kann. Daher werde Ich gar bald mit einer anderen Stimme sie heimsuchen, da sie Mich als Richter solcher weltsüchtigen und welthorchenden Kinder werden erkennen müssen, da Ich ihnen als liebevollster warnender Vater zu gering war! Denn sie wissen es so gut als ihr, daß Mir der ewig verfluchte Tanz unter was immer für einer Form, unter was immer für einer Bedingung, und an was immer für einem Orte, eines der allerwiderlichsten Laster ist, weil es fürs erste nichts als eine Art sodomitischer Geilerei ist, durch welche sich heidnische Völker zur Unzucht und allen möglichen Ausschweifungen aufreizen ließen, und fürs Zweite, weil eben dieses Laster sogar unter einem weltlich-moralischen Anstriche pflichtig frei, ohne eine Mißbilligung gang und gebe geworden ist. Darum solle es tausendmal-tausendmale verflucht sein; und fürs Dritte, weil es die Kinder sogar schon von Mir gänzlich abwendet und ihre Herzen versteinert (geistig), die Mädchen verdirbt und sie häufig unfruchtbar oder doch sehr oft schlecht fruchtbar macht (s. 14. Dezember 1840), und die Frucht im Leibe schon mit oft unwiderstehlichem Triebe nach diesem Laster versieht, der sich dann schon nach wenigen Jahren kund gibt, und weil es noch dazu, wie kein anderes Laster, den Menschen, der sich ihm ergeben hat, nicht nur auf eine Zeit, sondern mit sehr seltener Ausnahmen für immer von Mir abzieht, so daß ein solcher sich dann nimmer zu Mir bekehren mag, außer durch ein Gericht, welches ihn aber wenig mehr nützen wird. Denn zu dem Ich im Gerichte komme, über den ist Mein Zorn gekommen mit dem ewigen Tode.

Da vertröste sich ja niemand mehr mit Meiner Erbarmung, denn wen da ergriffen hat Mein Gericht, wahrlich, sage Ich, dessen Geschrei wird ewig nimmer dringen zum Ohre Meiner so oft hintangesetzten und vollends in aller Tat mißachteten Liebe! Wehe aber Denen, die diese Worte mißachten werden, diese sollen Meine Gerichte in der unerbittlichen Art dreimal treffen: Zeitlich, im Tode, und in Meinem ewigen Zornfeuer wohlgemerkt!

Das beste Mittel dagegen aber ist noch dieses, so ihr es beobachten wollet, daß ihr (Eltern) euch der Welt zwar äußerlich gerade nicht widersetzet, aber durch ernste und wohlmeinende Darstellung Meines Willens bei euren Kindern zu bewirken trachten sollet, daß sie sich selbst verleugnen sollen, und sollen widersprechen den tollen Anforderungen der Welt, da öfters (dazu aufmunternde und veranlassende oder gar nötigen wollende) Verwandte mehr Welt sind in solchen Verhältnissen, als die eigentliche Welt selbst. Denn so die Kinder nicht gehen wollen unter was immer für einem verständigem Grunde, so wird die Welt die Eltern gewiß in aller Ruhe lassen; im Gegenteile, ihr alleiniges Bemühen außer einem gänzlichen Weltbruche, wenig fruchten und nützen wird. Möget ihr der Welt vernünftigste Gegenreden stellen, so viel ihr nur immer wollt, so wird euch diese allezeit etwas zu erwidern wissen, das euch betrüben wird, und eure Kinder werden von ihr verschlungen werden so oder so, und werden am Ende euch in ihren Herzen zu hassen anfangen und eure größten Peiniger werden, und gestattet ihr ihnen, den Anforderungen der Welt zu folgen, da wisset ihr ja ohnehin, welchen Dienst ihr dadurch Mir leisten möget!

O hätte der N.N. sich früher an Mich gewendet, statt daß er fürchtete, seine blinde Verwandtschaft, so hätte er nun alles gewonnen. Allein er hat Mich damals ärgerlich auf eine Minute zurückgesetzt, so möge er aber nun auch in allem Ernste schauen, wie er in allem wieder zu Meiner Ordnung zurückkehren wird. Denn Ich werde dereinst mit denen Eltern nicht gut zu sprechen sein, die Mir ihre Kinder anders zurückbringen werden, als Ich sie ihnen gegeben habe, denn da solle jeder sein gleich den Kindern, der zu Mir kommen will. Wenn aber die Kinder werden gleich der Welt voll Ärgernisse, da will Ich denn alles schicken zur Hölle, und solle die reine Lebenswohnung Meiner Heiligen nimmer befleckt werden mit dem Drachenblute solcher weltverdorbenen Kinder!

Denn höret, Ich stehe nicht an auf tausend Welten voll solcher Kinder, denn Mein Reich und Meine Schöpfung ist unendlich, und es liegt Mir an Millionen Welten gerade so viel, als an einem wurmstichigen Apfel, der unreif vom Baume gefallen ist und zertreten wird. Aber jeder von euch steht auf Mich an und muß ihm alles an Mir gelegen sein, so er will, daß Ich ihn ansehe in Meiner Erbarmung.

Der aber Meiner vergessen kann der Welt wegen, wenn Ich ihm so vieles schon getan habe von Ewigkeit her, wahrlich den werde Ich nicht mehr suchen seiner Untreue wegen, und werde ihn gehen und fallen lassen, dahin er will, denn Ich werde Mich in Ewigkeit nicht mehr um ihn kümmern, da Ich auf ihn nicht anstehe, wohl aber er auf Mich. Siehe Ich bin ein überreicher Bräutigam, und freie und lasse Mich freien. Da Ich aber freie, bin Ich voll Eifersucht, und wehe denen, die Meine Hand ausschlagen. Da Ich aber gefreit werde, da bin Ich spröde und schaue Mir die Freier wohl an, ob sie mit Hochzeitskleidern angetan sind? Wehe denen, die mit weltbeschmutzten Händen nach Mir greifen, diese sollen Meine Gerichte hart treffen!

Den wer die Welt mehr fürchtet denn Mich, der ist Meiner nicht wert. Wer die Armut der Welt fürchtet, ist Meiner Schätze nicht wert. Ja, wer Mich neben der Welt herziehen will, ist Meiner nicht wert. Und ein großer Tor ist, der Mich nicht zu seinem allerhöchsten Gute macht, der ist Meiner durchaus nicht wert, und wird einst an der ewigen Armut dafür nagen müssen.

Dir aber, Meinem Knechte, sage Ich, daß du mit diesen dreien so lange nichts zu tun haben sollst, als bis Ich es dir anzeigen werde. Auch sollst du derzeit keine Silbe mit ihnen wechseln, denn sie haben dein Wort im Herzen verspottet, darum daß du nicht ihrer Sache warst. Sonst kannst du wohl ins Haus des N.N. treten, wenn diese drei nicht anwesend sind, und geben dann der Häuslichen deinen Unterricht in der Tonsprache, aber wohlgemerkt zu einer andern Zeit nicht, auch nicht einmal über den Tisch, als bis Ich es dir anzeigen werde. Denn daß Ich das von dir fordere, geschieht aus Liebe für den N.N. und dessen Weib. Das ist alles, was da wohl zu beachten und zu berücksichtigen ist, und ohne dieses kein Heil.

Amen! Das sage Ich, die ewige Liebe noch.  Amen!  Amen!  Amen!

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Hierzu ein kleines NB. Noch zu Obigem für den Vater der drei

(am 18. Januar 1841.)

Das wenige aber sei gesagt noch hinzu als eine (Wund-)Salbe von Mir Meinem lieben „Wortemsig“, denn das ist sein neuer Name in Meinem Buche, daß er sich nicht über die Maßen betrüben solle, so er Meinen (oben angekündeten) Donner vernimmt, auf daß sein ganzes Haus möchte alsobald gewecket werden, denn Meine Wahrheit kommt allezeit unter großem Donner. Aber Meine Liebe im sanften Wehen, doch aber geht das eine wie das andere von einem und demselben liebevollsten heiligen Vater aus.

Wenn Ich aber zum Petro sagte: „Weiche von mir, Satan, denn du bist Mir ärgerlich, da du nicht trachtest nach dem, was Gottes ist, sondern nach dem, was der Welt angehört.“ Siehe, dabei hat Petrus gewiß nichts verloren, sondern nur unendlich gewonnen, und blieb nachher mein getreuer steinfester Apostel!

Siehe, Mein lieber Wortemsig, so Ich zu dir sagen möchte, das Ich zu Petro gesagt habe, so möchtest du sterben vor Angst. Allein Ich kenne deine Stärke und gebe dir zu tragen nach deiner Kraft, und will es ansehen, als wenn du vieles getragen hättest, denn die Ich lieb habe, denen schicke Ich so manche kreuzigende Not, und oft ein außerordentlich groß scheinendes Kreuz, so daß, der es ansieht, gewaltig davor erschrickt! Aber Ich sage dir, daß das Kreuz nur so groß aussieht, aber es ist gar nicht so schwer, denn es ist nur von Papier und Innen ganz hohl; daher es auch gar leicht ist, und ist dann nur ein sanftes Joch und eine leichte Bürde. Daher sei nun getrost, sei ernst mit deinen Kindern, und suche sie ohne Scheu auf Meine Wege zu bringen, es wird dir darob kein Haar gekrümmt werden, und verlasse dich in jeder Not auf Mich, und tue das deinige. Ich versichere dich, daß Ich getreu das Meinige nicht unterlassen werde.

Siehe, selbst in weltlichen Dingen, so Du Not hättest, kann Ich dir geben zehnmal so viel, als du brauchtest. Daher fürchte dich nicht, denn Meinetwegen wirst du niemals zu kurz kommen! Daß eine kurze Zeit Mein schwacher Knecht sich aus Meiner Liebe zu dir und den deinen zurückziehen muß, das ist nichts anderes als eine erste Hilfe von Mir zur Unterstützung deines Ernstes, und das nur auf eine sehr kurze Zeit, damit deine Kinder desto eher einsehen möchten, daß es Mir vollkommen Ernst ist, sie alle für Mich zu gewinnen. Würdest du irgend gefragt ob solcher Zurückgezogenheit, so kümmere dich nicht der Antwort, denn Ich werde dir die Zunge lösen zur rechten Zeit. Darum habe keine Furcht, Mein lieber Wortemsig, denn Ich werde dich ewig nimmer verlassen.

Amen.  Ich, dein lieber Vater. 

Amen!  Amen!  Amen!

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Der Frühling.

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 12. März 1871.)


Eben jetzt, da die Natur wieder auf eurer nördlichen Halbkugel neu erwacht und alles sich regt und neu belebt, jetzt will auch Ich die Zeichen dieser Jahreszeit benützen, um euch, Meine lieben Kinder, so manche Lebens- und Weisheits-Regel ans Herz zu legen, damit erstens ihr in eurem Eifer nicht erkalten, und zweitens, damit ihr die geistige Bedeutung des Frühlings kennen lernen sollet, und seine für den gewöhnlichen Menschen nur ganz gleichgültigen Bilder in dem Sinne Meines Geistes deuten und verstehen könnet.

Nun sehet, fangen wir erst, wie immer, bei der Erklärung der geistigen Bedeutung des Wortes an, und gehen wir auf die Tatsachen über, wie sie sich dem aufmerksamen Beobachter vor das Auge stellen. Das Wort „Frühling“ kommt in eurer Sprache von „frühe“ her, in anderen Sprachen von Wörtern, die etwas ähnliches bedeuten als „zuerst“, „im Anfang“ eines Dinges, so wie „frühe“ auch die Morgenstunden oder den Anfang eines Tages bezeichnet.

Nun, was der Morgen schönes und frisches bringt, wenn der erste Sonnenstrahl die Oberfläche der Erde trifft und alles dann wie neu erwacht sich seines Lebens freut, das ist auch der Frühling in Bezug eines Jahres oder Umlaufes eurer Erde um die Sonne, wo auch der Morgen dieses geistigen Tages für alle lebenden Wesen anbricht, welche nach langem Winterschlafe wieder durch Meine Liebe, ausgedrückt durch die Wärme, ins Dasein gerufen werden. Ihr habt ja ein Sprichwort unter eurem Volke das heißt: „Morgenstund' hat Gold im Mund!“ Dieses Sprichwort wollen wir benützen um so manches aus selbem für euch Nützliches zu ziehen und noch Lehrreicheres daran zu knüpfen. Das Sprichwort besagt: „Wer den Morgen benützt zum Arbeiten, dessen Werke werden gesegnet und besser sein, als diejenigen des Mittags und  Abends“.

Nun, so ist es auch im Geistigen, wer daher in seinem Innern ebenfalls bei Zeiten daran denkt, das Gute in selbes hinein- und das Schlechte herauszuschaffen, auch der wird für seine Seele Gold sammeln, welches weder am Mittag und noch weniger am Abend seines geistigen Lebens so ergiebig gedeihen wird, als gerade in der Jugend- oder Frühlings-Zeit des ersten geistigen Erwachens. Dieses Sprichwort ist also ein Mahner für alle trägen Menschen, welches ihnen sagen will: „Benützet den geistigen Morgen, damit ihr am Abend das eingesammelte und erworbene verzehren oder davon leben könnet!“

Der Frühling ist das materielle Bild des nämlichen Sprichwortes, es zeigt, wie alles, was in der Aufweck- und Blüten-Zeit geschieht, erst später Früchte bringt, und auch materiell wie geistig dazu dienen muß, im Herbste oder letzten Abschnitt der zu erfüllenden Aufgabe, dort als eine neue Unterlage zu höheren Potenzen zu dienen wie die Früchte durchs Verzehrtwerden und die Einverleibung in andere Organismen, nachdem sie ihren Höhepunkt auf jener Stufe erreicht haben, nun in eine höhere übergehen. 

Der Frühling ist also sowohl materiell als auch geistig das schöne und erhabene Bild des körperlichen und seelischen Erwachens, wo die Natur, sich ihrer bewußt, ihrer Mission nachstrebt, und auch die Seele, aufgeweckt durch Meine Liebeslehre, ihre Aufgabe und den Zweck ihres Daseins erkennt!

Der Frühling ist die Zeit in geistiger Hinsicht, wo die Liebe eines Gottes im menschlichen Herzen alle Fibern erzittern macht, wo die Seele erst anfängt, den Blick zu verstehen, den sie so oft in bedrängten Fällen nach oben gerichtet. Es ist der Frühling derjenige Zustand, wo das Bild eines himmlischen Vaters erwärmend auf die tiefgebeugte Seele mit Liebe herableuchtet, und Trost und Frieden im Herzen verbreitet, wie die Sonne in den ersten Tagen des Frühlings die Luft eurer Erde sanft erwärmt, alles zum Jubel und Jauchzen anregt, und den starren Schlaf des Winters und seine Fesseln brechen macht, damit wieder die Liebe werde, was sie früher war, das ist die Trägerin von Tausenden von Leben, und Verbreiterin des Segens für alle ihre auf Erden lebenden Kinder! So auch in geistiger Hinsicht, wo der geistige Wärmestrahl der Liebe die Herzen trifft, da weicht das düstere Ansehen der menschlich-irdischen Laufbahn, alles verkehrt sich in schönere Farben, erleuchtet durch die Gnadensonne eines Vaters, Der erhaben über alle Leidenschaften, der Vater des Friedens und Spender des Trostes für alle Kreaturen gewesen ist und stets sein wird.

Sehet, Meine Kinder, auf der südlichen Halbkugel, der Heimat großartiger Formen und Farbenpracht, aber weniger geistigen Gehaltes, dort hört jetzt diese Blütenzeit auf, weil sie auf eurer nördlichen beginnt, dort geht alles nun seiner Aufgabe gemäß von niederen Formen in höhere über, es bleiben aber nur Formen, und sie sind im geistigen Sinne auch mit der Außenwelt zu vergleichen, während das geistige Leben auf der nördlichen Halbkugel  mit dem Leben des Menschen in seinem Innern Ähnlichkeit hat, und wie auf der Erde das Formenleben gleichsam aufhören muß, wenn das Geistesleben beginnt, so ist es auch in der menschlichen Seele, wo auch sie das Interesse für die Außenwelt verliert, sobald das innere Geistesleben einmal angefangen hat. Aber eben auch beim Menschen geht das Innenleben aus dem Außenleben hervor, wie in der Natur aus den Formen dann das Geistige heraustritt und sie durchleuchtet. Im Süden geht es im Sommer dem Ausreifen der Früchte entgegen, und im Norden fängt das Erwachen des Geistigen an in den Formen, wie auch beim Menschen Taten Formen sind, und wobei der Grund derselben nur eigentlich ihr Wert ist.

* * *

In ein paar Tagen feierst du oder kannst du den Tag feiern, wo Ich dir vor einem Jahre das erste Mal die Gnade zukommen ließ, durch deine Vermittlung so manchen andern nach Licht sich Sehnenden zu erleuchten und zu erwärmen. Das heißt, in Taten ließest du wohl bemerken den geistigen Grund deines Handelns. Aber als Meine Stimme dir ertönte, da ward in dir der geistige Frühling des Nordens, und du hast deine durch Mich dir gegebenen Blumen und Früchte getreu an deine Mitmenschen verteilt und manches Gute bewirkt, wovon du jetzt keine Ahnung haben kannst. Fahre so fort, wie du angefangen hast, und wenn du auch, wie du sagst, bei dieser Verteilung Meines Himmelsbrotes leer ausgehst, so belohne dich wenigstens das Bewußtsein, daß Ich dich unter so vielen zum Verteiler desselben erwählt habe. Wenn du das „Warum“ nicht klar begreifst, so weiß Ich es dafür um so besser.

Was Ich als geistige Gnadensonne im ganzen Universum bin, und wie Ich überall durch tausend verschiedene Mittel Leben und Liebe erwecke, den geistigen und materiellen Frühling anrege, und so die ganze Schöpfung zu ihrer Löse antreibe, das bist du in deinem kleinen Wirkungskreise, du bist die leuchtende Sonne, welche durch Mein Liebelicht erwärmt und getrieben den Segen spenden muß, willenlos, wie eure Sonne am Himmel, die auch nichts davon weiß, was für materielle und geistige Wohltaten sie durch ihren Strahl aussendet, der da oder dort einen wandernden Planeten, einen trägen Stein oder ein kaltes Menschenherz trifft.

Deswegen kümmere dich nicht, wenn Ich deinen Korb oft mit Lebensbrot fülle und du selbes verteilest, so daß dir nur der leere Korb bleibt. Siehe, die andern zehren an dem Brote: aber ist selbes aufgezehrt, so müssen sie doch alle wieder zu dir kommen, und wenn die Hungrigen sich melden, so bist du als „der Mann mit dem Korbe“ stets von Mir mit neuem Brot versehen, teilest es aus, flammest die Herzen zu Liebe und Eifer an, um stets mehr sich Mir nähern zu können, hilfst dem Auge des Nächsten Tränen der Wonne zu entlocken, die dann durch Mich zwar verursacht doch am Ende auch dir zu gute kommen. Nun sage Mir selbst, was ist wohl schöner und erhabener: selbst glücklich zu sein, oder andere selig und glücklich machen zu können?

Was tue denn Ich? Wo ist Meine Freude, wo Meine Seligkeit? Siehe, sie ist im Geben. Auch Ich gehe dabei leer aus, doch das Gegebene gewinnt Mir Herzen, die dann von selbst durch das Gegebene erwärmt und verschönert, zu Mir wieder zurückkehren. So geht es auch dir, gib was Ich dir von Gnaden- und Liebes-Worten in deinen Korb schütte, und brauchst du für dich etwas, so frage nur bei Mir an, und wie Ich im verflossenen Jahre alle Frager und Zweifler besänftigte, beruhigte, so wirst auch du, Mein Bote von Himmels- (oder Liebes-) Broten, nicht leer bei Mir ausgehen.

Trage dazu bei, daß der Frühling, der jetzt materiell auf eurer Erde zu erwachen beginnt, auch in deiner kleinen Gesellschaft geistig blühe, daß die Knospen treiben, edle Blüten sich ansetzen, und im Geistes-Sommer herrliche Früchte zum Vorschein kommen mögen, die dann dem Verteiler von Himmelsgaben und Mir dem Geber, würdig sein sollten.

Amen!

*

Ein Spaziergang

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 07. Juli 1872.)

Seht, Meine Kinder, unter diesem Titel will Ich euch wieder so manches enthüllen, was zu eurem Besten frommt und was ihr unter diesem Namen nicht erwartet. Da aber bei mir alles seinen wichtigen Zweck zur großen Aufgabe im Jenseits hat, so sind auch unter den unschuldigsten Vergnügungen oder unter den gröbsten Fehlern und Mißbräuchen doch immer andere geistige Zwecke verborgen, welche wenige ahnen und viele gar nie wissen werden.

Nun sehet, ein Spaziergang ist ebenfalls gewiß ein unschuldiges Vergnügen, welches von vielen und zu vielem benützt wird. Der eine geht spazieren, weil er zu Haus nicht weiß, was er anfangen soll, es fehlt ihm an innerer geistiger, oder an äußerer materieller Beschäftigung, er flieht sein Haus und eilt hinaus auf die Straßen oder Gärten und Felder, und erwartet eine Unterhaltung und Zerstreuung von der Außenwelt, weil die innere leer und ihm nichts bieten kann. Ein anderer geht spazieren, um Leute zu sehen, um seine sinnlichen Begierden zu nähren, und durch Angaffen, besonders, ist er ein Mann, weiblicher Formen, seine Gelüste zu fördern, um doch wenigstens, was er nicht in der Tat kann, in Gedanken zu vollführen. Ein anderer geht spazieren, weil es eben Sitte ist, um diese Zeit sich in den Straßen zu zeigen, um seine Kleider zur Schau zu tragen oder die anderen zu bekritteln. Wieder ein anderer geht spazieren, um frische Luft zu schöpfen, und so eine Menge anderer Beweggründe gibt es, die den einen oder den anderen bestimmen, da in den Straßen der Stadt und dort zwischen Fluren und Bäumen oder in Gärten und einsamen Wegen seinem Lieblingsbedürfnisse nachzugehen. Von all diesen Spaziergängern will Ich nicht reden, denn diese gehen unter den Wundern Meiner Natur herum und kennen und sehen sie nicht. Für sie ist ein solcher Spaziergang von materiell, wenig oder geistig von gar keinem Nutzen. Diese sind wie die Blinden, die ebenfalls von der sie umgebenden Pracht einer schönen Landschaft nichts wissen, weil kein Lichtstrahl durch ihr gefühlloses Auge dem Innern Kunde gibt, wie die Außenwelt geziert, der Innenwelt zum Vergnügen gereichen und Erhebung geben sollte.

Diese Spaziergänger alle sind nicht jene, wegen welcher Ich euch aufmerksam machen will auf den Akt des Wandelns in Meiner freien Natur, sondern Ich will euch zeigen, was ein Spaziergang eigentlich sein sollte!

Sehet, in der ganzen Welt sind es stets die Extreme, welche einander ergänzen, so auch im Geistigen. Nach Arbeit will man Ruhe und nach Verweilen im eingeschlossenen Zimmer seht sich die Seele nach frischer Luft, nach angestrengter Arbeit kehrt das Bedürfnis nach Zerstreuung in die Menschenbrust, um eben durch dieses Abziehen von einem geistigen oder materiellen Wirken, im Gegensatze wieder Ersatz und später neue Kraft zu finden, seinem Berufe besser nachkommen zu können.

Der Spaziergang soll eigentlich im Allgemeinen heilbringend für den inneren und äußeren Menschen sein, dann nur ist er Meinen Gesetzen gemäß am rechten Platze. Der Spaziergang soll stets Nutzen und nie Schaden bringen, den Menschen auf seiner moralischen Bahn weiter befördern und nicht zurück oder gar von selber abführen. Wo dieses nicht geschieht, wo er schon mit verkehrten Absichten begonnen wird, dort wird der Schaden sich auch bald kund geben, denn Meine Gesetze mißbraucht man nicht ungestraft!

Nun werdet ihr fragen: also wann ist denn der Spaziergang von Nutzen, und wie soll man denn eigentlich, und wohin soll man gehen, daß der Erfolg Meinen Gesetzen zufolge heilbringend für Geist, Seele und Körper werde?

Hier verweise Ich euch auf Meine eigene Lebensbahn, wo Ich unter Meinen Jüngern auf Erden wandelte. Dort werdet ihr finden, daß Ich oft nicht allein Meinen Zuhören sagte: gehet auf die Berge! Gehet ins Freie, sondern Ich Selbst tat es auch. Stets und meistens predigte Ich im Freien, unter Gottes freiem Himmel, umgeben von allen Wundern, damit Ich bald eines, bald das andere anführend, Meinen Zuhören beweisen konnte, was Ich eben sagte.

So auch für euch. Wollet ihr vom Spaziergang Nutzen ziehen, so gehet auf Anhöhen, Berge, in Wälder, wo nicht allein euer Organismus den großen Lebensfaktor, die reine Luft, im Überflusse findet, sondern wo ihr auch euch vom Städtegewühl entfernend, mehr Ruhe und Zeit zum Nachdenken habt, teils über das getane, teils über das noch tuende! Suchet die Einsamkeit und lasset euch dort von Meiner Natur erzählen, wie stets nur Ordnung, stets nur das große Gesetz der „Liebe“ alles belebt, beherrscht und erhält, vertiefet euch dort in die Betrachtung einzelner Gegenstände, seien es organische oder unorganische, lernet begreifen, daß auch das kleinste Pflänzchen, der kleinste Wurm oder gar der leblose Stein noch von Meiner Macht erzählen, oder sogar sagen kann, was er schon alles gewesen, und was noch alles aus ihm werden kann und wird.

Dort, unter solchen Betrachtungen, werdet ihr die Sprache Meiner Natur verstehen lernen, werdet eindringen können in die Geheimnisse ihres Wirkens, werdet begreifen lernen, wie viel Schönes, Geistiges und Erhabenes auch in einem Tautropfen nur liegt, der sich zitternd auf einem kleinen Blatte einer Moospflanze wiegt. Da werdet ihr die Stimme der Liebe aus allen Ecken und Winkeln vernehmen, welche euch überall zurufen wird:

„Seid einfach und getreu euren in euch gelegten Gesetzen, und ihr werdet wie wir, d.h. erfüllet den wahren Zweck eures Daseins, und ihr werdet bald erkennen, welche Wonne, welche Seligkeit ein Spaziergang mit offenen geistigen Augen euch gewähren kann, und wie, während eure Lungen reines Luftmeer einatmen, und den Stoffwechsel beschleunigend euch neu beleben, auch diese Betrachtung, auch dieses Vertiefen in Meine Schöpfung euch ebenfalls neue Kräfte, neue Ansichten, neue Aussichten und neue Fernsichten in Meine Welt gewährend, euch geistig ebenfalls neu beleben, euch stärken und fähig machen soll, die Widerwärtigkeiten des materiellen Lebens und seinen Einfluß auf euch leichter zu ertragen.“

Seht, Meine Kinder, so seid ihr dann die Könige und Herrscher auf eurer Welt, im geistigen Sinne, denn wie die Könige und Kaiser, welche auf den irdischen Thronen sitzen, von hoch oben die Welt und das ihnen anvertraute Land unter sich wähnen, und nicht eine Einsicht ins einzelne Getriebe des sozialen Lebens haben, sondern eine allgemeine große Umsicht, wo alles Kleine verschwindet, ebenso thront der Geist eines solchen tief und geistig sehenden Spaziergängers über den kleinlichen Bedürfnissen und Wünschen des menschlichen Lebens, und sieht nur, obwohl vom Kleinen anfangend, im Großen das große Gesetz der Liebe, welche seine Fittiche ausbreitet über alles Geschaffene und alles mit gleicher Liebe umfängt und mit gleicher Liebe erhält. So ist denn ein solcher Mensch ein König, ein Kaiser im geistigen Sinne, und steht bei weitem höher, als eure Herrscher, die Ich euch als Zwingherren gab, so wie eins den Juden, als selbe Könige verlangten, und Ich ihnen selbe als Strafe auch gegeben habe.

Eure jetzigen Herrscher sind auch nur dazu da, das Geistige in den Menschen nicht versauern zu lassen, sie fördern indirekt, was sie nicht fördern wollen, und untergraben stets, was sie erheben möchten. Sie haben in ihrer Stellung die Mission,  durch entgegengesetzte Mittel das zu bezwecken, was Ich will, und nicht, was sie wollen. Sie wollen alle Menschen unter ihre Botmäßigkeit, und treiben sie so zur Freiheit, und Ich will die Menschen frei, und erlange selbes durch materiellen Zwang, Unglück und Leiden.

So vollführt sich der Spruch: „Der Mensch denkt und Gott lenkt!“ Je mehr die Herrschenden wollen, desto mehr verlieren sie an Herrscherkraft, und so lange sie nicht herabsteigen von dieser Höhe, von welcher man nicht alles genau unterscheiden kann, so lange werden sie stets mehr verlieren, aber nicht gewinnen! Nur der ist würdig, am höchsten zu stehen, welcher im Kleinsten das Größte begreift, welcher sein eigenes Ich aufgibt, und nur im allgemeinen lebt, welcher nicht für sich, sondern für andere wirkt! So wird der einsame Spaziergänger in Meiner Natur leicht ersehen, wie nichts für sich, sondern eines fürs andere da ist, und wenn auch im großen Gesetze der Erhaltung des Ganzen manches kleine Leben in dem eines größeren Wesens aufgehen muß, so stört dieses doch, geistig genommen diese Harmonie nicht, weil oft viele niedere Wesen mit ihren Eigentümlichkeiten dazu gehören, um ein anderes lebendes Geschöpf auf einer anderen höheren Stufe zu bilden.

So, Meine Kinder, seid ihr Könige, geistige Könige, welche mit Liebe auf alles niedere Geschöpf herabblickend, Meine weise Hand erkennen, die nie zerstörend, sondern nur aufbauend wirkt. So seid ihr „Könige“, welche, ihren „königlichen“ göttlichen Geist verehrend, herabgestiegen sind, um in dem letzten Würmchen Den zu verehren, welcher groß im selben und groß in dem über eurem Haupte ausgebreiteten Sternenhimmel ist. Man muß nicht geborener oder Titelkönig sein, sondern einen königlichen Geist besitzen, der begreifen lernt, daß niemand für sich, sondern alle für alle geschaffen sind. Dann schlingt das Band der Liebe sich um das ganze, und Liebe, Nächsten- und Gottes-Liebe verschmelzen ins Eins zusammen!

So seid ihr Könige in der geistigen Schöpfung und werdet gewiß nicht die beneiden, die auf Thronen sitzend doch keine Viertelstunde Ruhe finden können. Wahrlich, Ich sage euch, sie sind nicht zu beneiden, denn ihnen wird nie ein Spaziergang solchen Genuß gewähren, den ihr euch in jeder Minute herzaubern könnet. Die Ruhe und der Friede wohnen nur in einem bescheidenen und nicht in einem stolzen, herrschsüchtigen Gemüte, und ebendeswegen ist auch die Sprache der Natur nur der Demut aufgeschlossen, nicht aber dem Hochmute.

Euch geistigen Betrachtern Meiner Schöpfung wird jedes Blümchen jedes Produkt der Erde ein wahres Wort zuflüstern: das Wort der Liebe und des Vertrauens zu ihrem Schöpfer. Diesen Machthabern wird auch viel gesagt von ihren sie umgebenden Speichelleckern und Heuchlern, aber kein wahres Wort ist darin enthalten, kein erhebender Gedanke, kein geistig anregendes Gefühl. Deswegen ist nur der „König“ oder „Kaiser“, welcher geistig erhaben über den anderen steht, und nicht durch andere sich Schätze muß sammeln lassen, sondern den größten selbst im Busen trägt, d.h. ein für alles Schöne, Erhabene und Große empfängliches Herz.

Und um dieses Herz stets zu bereichern mit solchen Gefühlen, die für alles andere entschädigen, gehet hinauf auf Meine Berge, gehet hinein in Meine Wälder, und lernet dort das Weltliche vergessen und das Geistige erschauen, und ihr werdet geistig gehoben zurückkehren zu eurer Beschäftigung und die Mißhelligkeiten des Lebens leichter ertragen lernen, denn ein Spaziergang eröffnet euch wieder neue Genüsse und neue Seligkeiten.

So benützet eure freie Zeit! Verjünget euren Körper und verherrlichet eure Seele durch einen lehrreichen Gang in Meine Schöpfung, die ja doch nur deswegen geschaffen ist, damit sie dem aufmerksamen Beobachter begreiflich machen soll, daß nur Liebe der Anfang, der Grundstein, und Liebe das Ende und der Schlußstein alles Geschaffenen ist, und in Mir die ganze Vereinigung stattfindet, zu welcher Einung Ich euch Kinder erziehen will, damit ihr stets mehr begreifen sollet, was Ich als Vater bin, und was ihr als Kinder sein sollet!

Amen!

*

Die Zeit

(Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 07. August 1872.)

Du willst auch noch dieses Wort erklärt haben, nun so schreibe denn, da doch nichts mehr vergeudet wird von euch Menschen, als eben gerade die Zeit, d.h. diejenige, welche euch als Prüfungsleben zugemessen ist.

Sehet, ihr wisset alle nicht, was Zeit ist, was sie bedeutet, und welchen Wert sie hat, sonst würdet ihr alle anders leben, als ihr es wirklich tut. Um euch aber doch einen Begriff von diesem Worte beizubringen, der einem geistigen Wesen, wie ihr Menschen es sein sollet, würdig ist, so will Ich denn euch diesen Begriff so viel erklären, als endliche Wesen Unendliches fassen können.

Was ist also die Zeit und wie erkennet ihr, daß es wirklich eine Zeit gibt? „Zeit ist nichts anderes als ein Abschnitt des Gedankens der Ewigkeit, ein kleines Bruchstück eines großen unendlichen Ganzen!“ Ihr würdet nicht wissen, was Zeit ist, könntet ihr nicht selbe an materiellen Dingen ermessen, wo zwischen Kommen und Entstehen und Verschwinden und Vergehen ein Zeitraum verflossen ist, welcher, wie ihr es auch tut, gemessen oder mit Zahlen ausgedrückt werden kann.

Nur im Sichtbaren ist die Zeit unzählbar, in der Ewigkeit, wo der Raum keine Dimensionen mehr hat, dort hat auch das Maß der Zeit aufgehört, dort herrschen Begriffe und Ideen, die für endliche Wesen nicht fassbar, nicht begreiflich sind. Ein endliches Wesen kann ebendeswegen Mich, den Zeitlosen, nie begreifen, denn wenn gleich die ewige Fortdauer zu denken möglich ist, so ist doch das, nie einen Anfang gehabt zu haben, für geschaffene Wesen ein Absurdum, ein Unbegreifliches, Undenkbares, und darin besteht der Unterschied zwischen Mir und aller Geisterwelt. Es ist dieses Wort „Zeit“, welches Meine Göttlichkeit präzisiert, mehr als alles andere, denn auch der Raum selbst ist ohne Zeit nicht messbar, nicht begreifbar.

Also die Zeit ist eigentlich symbolisch der geeignetste Ausdruck für Meine Größe, denn Zeit als Begriff gab es immer, und wird es immer geben, ob man sie messen will oder nicht. Seht also, wenn ihr diesen großen Faktor, die Zeit, von dieser Seite ansehet, so ist er es allein, welcher euch eine Idee von Mir und einen Begriff von Meiner Schöpfung geben kann. In Zeiträumen erfolgte die Schöpfung, eine aus der anderen, eine nach der anderen, und in Zeiträumen werden diese von Mir geschaffenen Welten sich entwickeln, sich vervollkommnen, und in Zeiträumen werden sie wieder vergehen, und neuen Formen, neuen Welten, neuen Schöpfungen Platz machen. So ist die Zeit der einzige Messer, nach welchem Meine Schöpfung beurteilt werden kann, denn die Zeit als Größe, die Zeit als Entfernung und die Zeit als Dauer eines geschaffenen Gegenstandes gibt dessen Wert, dessen Inhalt und dessen Wirkungskreis an. Was dort im unendlichen ewigen Äther in Zeitabschnitten Meine Welten vollführen, das ist wieder in Kleinen bei jedem erschaffenen Ding und bei dessen Dauer der Fall. Nur die Zeit gibt dem Stein seine Größe, seine Dauer, und bei lebenden Wesen ist es wieder die Zeit, die seinen Lebenswert bestimmt.

So ist also der Begriff Zeit ebensowenig aus der Schöpfung zu vertilgen, als wie Ich Selbst. Ohne Zeit gibt es keine Welt und ohne Mich gibt es keine Zeit! - Was ist der Zeitraum des Menschenlebens, von der Wiege bis zum Grabe? Es ist nichts anderes als ein nur durch Zahlen ausgedrückter Abschnitt der Unendlichkeit, welcher an einem sichtbaren, geschaffenen Wesen in seinem Entstehen, seiner Entwicklung und seinem Vergehen sichtbar ist. Ohne diese sichtbaren Veränderungen wäre keine Zeit zu messen, wenn ihr nicht gerade den Wechsel der Tage oder den Wechsel zwischen Tag und Nacht zählend einen Zeitmesser durch selbes gewonnen hättet.

Die Zeit hat keinen Anfang und kein Ende, sie kommt aus der Unendlichkeit und verrinnt wieder spurlos in selbe. Nur sichtbare Schöpfungen zeugen von ihrem Kommen und Gehen, sonst wäre sie unmeßbar. Diese Zeit also, welche als Maß jedem geschaffenen Dinge seine Dauer angibt, binnen welcher es sich geeignet haben muß, auf der großen Stufenleiter zum Geisterreich fortzuschreiten, diese Zeit ist eben auch das Maß für geistige Wesen, binnen welcher es ihnen auferlegt ist, gewisse Missionen zu erfüllen. Denn so wie die großen Welten und Sonnensysteme ihre angemessene Zeit der Dauer haben, ebenso haben auch alle geschaffenen Wesen eine gewisse Zahl von Zeitabschnitten, welche ihr Leben bis zur nächsten Verwandlung bestimmen.

Die Zeit für den großen Weltenbau ist eine bestimmte, denn nach Verlauf derselben treten andere Verhältnisse ein, welche von anderen Welten bedingt nun geregelt werden, diese Zeit also ist gemessen, und es muß während derselben vollführt werden, was nach dem Plane des Ganzen gerade zur Erhaltung des Einzelnen wieder Ganzen nötig ist. Was nun bei den Welten der Fall ist, das gilt auch für jedes einzelne Geschaffene, auch für den Menschen. Denn auch ihm ist von der Geburt bis zum Tode ein Zeitraum angemessen, während welchem er seine Mission des Prüfungslebens vollenden sollte! Da aber der Mensch ein freies Wesen ist, und da er eben auch ein Komplex von Geistigem und Materiellem ist, so ist es ihm allein gestattet, was er während seiner körperlich-irdischen Lebensbahn nicht erreichen konnte, im Jenseits noch zu vollenden, denn der Mensch ist ein Kind zweier Welten, der geistigen und der materiellen. Eben wegen diesem Verhältnisse sind im Äther so viele Räume mit unreifen verstorbenen Seelen angefüllt, die dort vollenden müssen, was sie hier nicht konnten, sonst wäre ein Übergang von der materiellen Welt zu den geistigen Wohnorten für sie direkt möglich, welches aber so nicht stattfinden kann, da die Seelen der Menschen, leider die meisten, unreif in der anderen Welt ankommen.

Was erhellt aber aus dieser Kundgebung? Sehet, es erhellet aus selber, daß die Menschen ihre Lebensdauer, d.h. die Zeit ihres Erdenwandels, so viel als möglich benützen sollten, ihren Geist reif für die andere Welt zu machen, damit ihnen diese Zwischenreiche erspart würden, und darum gebe Ich euch dieses Wort über die Zeit, damit ihr aufmerksam werden sollet, wie groß der Wert der Zeit ist, und daß dieses vergeudete Gut für euch ewig verloren ist. Ihr müsset euer Leben bei weitem ernster auffassen, als wie bisher. Ihr müsset der Zeit einen bei weitem größeren Wert beilegen, als ihr bisher getan. Es sollen nicht in euren Mund kommen die Worte als „Zeitvertreib“, denn nehmet euch in acht, die Zeit vertreibt euch, oder: „die Zeit totschlagen“, denn die Zeit ist's, welche euch den Tod bringt, nicht ihr der Zeit. Die Zeit, zerfallend in kleine Parzellen, sollte jeder dieser Teile als geistiger Baustein fürs künftige Leben einen Wert haben, wenn auch noch so klein, allein wertlos soll er nicht sein. Die Zeit ist der strengste Rechner eurer Taten, und alles Gute und Schlechte, Überlegte und Unüberlegte, Übereilte, in der Zeit findet es seinen Schätzmeister. Nachdem die Zeit das Geschehene nicht wieder zurückgibt, so müsset ihr alles aufwenden, so wenig als möglich in diese Zeitregister eingeschrieben zu sehen, was ihr zurückhaben möchtet, denn es bleibt eben wegen seine Unwiederbringlichkeit ein ewiger Vorwurf, ein ewiger Dorn, und Dornen verwunden, stechen. Wäre nicht Meine allerbarmende Liebe, was würde der Mensch wohl tun müssen, um das Andenken an manches Getane zu verwischen, das die Zeit hartnäckig ihm nicht zurückgibt? - Nur Meine Vaterhand kann diese Wunden heilen, die die Dornen des Vergangenen, Gemißbilligten  verursacht haben.

Daher benützet eure Zeit! Vertändelt sie nicht, die Zeit bin Ich, die Zeit ist das euch gegebene Prüfungs-, das Lebens- oder Wandel-Maß, welches ihr getreu verwaltend, als geliehenes Gut einst Mir zurückgeben müsset! Die Zeit ist das Talent, welches Ich einem jeden bei seiner Geburt als Angebinde gebe, vergrabet es nicht, sondern benützet dieses Talent,  auf daß es euch recht viele und große Zinsen im Jenseits abwerfe. Bedenket, mit allem, was ihr hier gewinnet, verkürzet ihr eure Wanderjahre jenseits im Mittelreiche, wo das Fortschreiten und der Zeitmesser weit schwerer ist. Es ist wahr, Ich habe für Meine Kinder große Seligkeiten bereitet. Aber nur die genießen selbe einst, welche in jene Räume gelangen können, wo selbe gespendet werden, und welche nur die ertragen können, die auch dort sich nur wohl befinden. So lange euch noch Erdenschlacken von Leidenschaften anhängen, könnet ihr nicht dorthin gelangen, wo die Zeit euch kein strenger Richter, sondern ein lieblicher Freund ist, welcher zwischen seligen Genüssen und Freuden euch langsam vorwärts führt, und wo ihr getrost rückwärts sehend wenig oder gar nichts zu bereuen haben werdet!

Nehmet euch diese Worte zu Herzen! Es sind Worte eines Vaters, Der Seinen Kinder das, was Er ihnen vorbehalten hat, auch genießen möchte lassen, und ebendaher euch mahnt: die Zeit, Ausfluß Seiner Göttlichkeit, nicht zu viel zu materiellem, wohl aber zu geistigen Genüssen zu benützen, denn die Zeit vergeht, führt euch auch zum Vergehen und Verwandeln. - Wohl euch, wenn diese Verwandlung euch in Räume führen wird, wo euch Der, Der euch schon so vieles gegeben, auch fühlbar sein kann, und nicht wie im Mittelreiche bloß geahnt werden muß. Die Zeit ist das Maß der Dauer der Welten, sie ist aber auch das Maß eurer Taten und Werke, benützet sie also so, wie es geistigen und nicht materiellen Menschen geziemt, die Mir ähnlich werden wollen, denn zu diesem Zwecke gab Ich euch dieses Wort!

Amen!

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Aktualisiert am: 17.12.2009 - Home