Über die römisch-katholische Kirche

01] Besonders viel wird heute über die römisch-katholische Kirche geklagt, und vielseitig wird ihre endliche gänzliche Niederlage erwartet und das Aufhören ihres Wirkens, ihres Götzentumes und ihres gesamten finsteren Getriebes. - Der eine hält ihr die Geschichte vor die Nase und zeigt ihr alle die Millionen Greuel aus allen Zeiten, die sie allorts durch ihre Pfaffen verübt hat. Ein anderer hält ihr die ganze Bibel weit geöffnet unters Gesicht und beweist ihr haarklein mit hundert Texten, daß ihr Papst noch weniger von Petrus abstamme als der chinesische Kaiser von der Sonne, und daß er linea recta (direkt, in gerader Linie) statt Christi Stellvertreter nur ein Stellvertreter des Drachen sei und zeigt ihm mathematisch auf Jahr, Tag und Stunde seinen sicheren Untergang. Und wenn die Zeit kommt und das Jahr verstreicht und der Tag und die Stunde und der Drache Babels will noch nicht zur Hölle fahren, da ist entweder die Rechnung unrichtig oder die Offenbarung Johannis ist schlecht übersetzt - oder ist gar nicht authentisch - oder nur ein finsterer Auszug aus den alten Propheten - oder die ganze Bibel ist ein pures halb moralisches, halb altpolitisches Werk, das in diese neuen aufgehellten Zeiten nicht mehr passe. Andere wieder verdammen bloß die Zeremonie und billigen die sonstige Einrichtung dieser Weltkirche. Einigen sind die Mönche ein Dorn im Auge, anderen bloß die sogenannten Jesuiten, wieder anderen der lateinische Ritus, andere verfluchen den Zölibat und wieder andere die Ohrenbeichte, und ein jeder etwas anderes. Alle aber wünschen zum Teile heimlich und zum Teile öffentlich, daß es mit dieser Hure bald ein Ende nehmen möchte!

   02] Aber nichtsdestoweniger will sie einmal ein so vielseitig erwünschtes Ende nehmen, sondern besteht immer fort und fort wie zum ärgernisvollsten Trotze aller ihrer stets mehr werdenden Feinde und allerunbarmherzigsten Richter. Ich aber sage: Nicht nur Rom, sondern jede äußere Kirche ist schlecht, wenn sie das Heil nur in die Äußerlichkeit setzt und nicht bedenkt, daß Mein Reich nicht von dieser Welt, sondern von einer ganz anderen Welt ist, und daß die rechte Kirche nur im Menschenherzen und sonst nirgends anzutreffen ist, durch die allein, alles andere ausschließend, der Mensch zum ewigen Leben seines Geistes gelangen kann. Für jede andere bloß äußere Weltkirche, ob römisch oder protestantisch oder griechisch, aber gilt ohnehin für ewig, was Ich im 51. Kapitel, Verse 36 - 39, des Propheten Jeremias vorausgesagt habe, und das ganz besonders durch die oben angeführten vier Verse des 51. Kapitels, allda es lautet

Bibel Jeremia: Luther 1912
Jer51,36 Darum spricht der HERR also: Siehe, ich will dir deine Sache ausführen und dich rächen; ich will ihr Meer austrocknen und ihre Brunnen versiegen lassen.
Jer51,37 Und Babel soll zum Steinhaufen und zur Wohnung der Schakale werden, zum Wunder und zum Anpfeifen, daß niemand darin wohne.
Jer51,38 Sie sollen miteinander brüllen wie die Löwen und schreien wie die jungen Löwen.
Jer51,39 Ich will sie mit ihrem Trinken in die Hitze setzen und will sie trunken machen, daß sie fröhlich werden und einen ewigen Schlaf schlafen, von dem sie nimmermehr aufwachen sollen, spricht der HERR. 

03] "Darum spricht der Herr: Siehe, Ich will deine Sache ausführen und dich rächen; Ich will ihr Meer austrocknen und ihre Brunnen versiegen lassen. Und Babel soll zum Steinhaufen und zur Drachenwohnung werden, zum Wunder und zum Anpfeifen, daß niemand darin wohne. - Sie sollen miteinander brüllen wie die Löwen und schreien wie die jungen Löwen. - Ich will sie mit ihrem Trinken in die Hitze treiben und will sie trunken machen, daß sie fröhlich werden und einen ewigen Schlaf schlafen, von dem sie nimmer aufwachen werden, spricht der Herr!"

04] Diese Texte, die eben nicht schwer zu fassen sind, zeigen zur Genüge, wie es mit Rom und jeder anderen äußeren Kirche steht und was ihr Los ist für ewig.

05] Ich will deine Sache, das ist, deinen Trug und deine lügenhaften Anmaßungen nach außen kehren, auf daß das Innere des Menschen unversehrt bleibe und dadurch rettbar sein Geist und seine Seele; und eben dadurch sollst du äußere Kirche Meine Rache in dir haben, welche ist der ewige Tod. Deine Bosheit (das Meer von Falschem und Bösem) will Ich ohnmächtig machen und deine reichen goldnen Brunnen stets mehr und mehr versiegen lassen, auf daß deine Macht zum Bösen vermindert werde stets mehr und mehr und vielfach mehr.

          06] Dadurch wird jedes Babel von selbst zu einem toten Steinhaufen werden und zur Wohnung des Drachen, der da ist ein Symbol des ewigen Todes, und eben dadurch zum Spotte aller in sich Lebendigen, welcher Spott angedeutet wird durch Wunder und durchs An- oder Auspfeifen. Und der da lebendig geworden ist im Geiste, wird ewig nimmer wohnen unter deinem Dache; ob sie, solch äußerlicher Kirche Diener, wie Löwen brüllen werden vor Zorn und Wut und bald darauf schreien vor Hunger wie junge Löwen, wenn die Alten mit dem Fraßraube zu lange ausbleiben, so wird das aber dennoch keinen Lebendigen mehr erschrecken, und kein Wieder-geborner wird auf ihr Geschrei merken. Die aber blind und tot sein wollen, die sollen trinken aus dem Kelche den Wein des Todes, den Wein allen Truges und aller Lüge und Anmaßung, und sollen trunken werden davon und dann einschlafen in dieser Trunkenheit, aus welchem Totenschlafe sie nimmerdar erweckt werden sollen weder zeitlich noch ewig!!! –

Zitiert aus Himmelsgaben Band 2 Kap. 356ff: Noch einiges von der Menschen mehrfacher Klage (Voraus ging die Kundgabe vom 14.06.1847 (,Törichte Klagen' jl.him2.356 ff)(15.06.1847)


J. Lorber: 'Himmelsgaben' Bd. 03, S. 050


           04] Mein Reich ist nicht von dieser Welt, daher gebet dem Kaiser, was sein ist, und Mir, was Mein ist - nämlich euer Herz in gehorsamer, reiner Demut. Um alles übrige kümmert euch nicht, denn Ich euer Vater bin ja mitten unter euch. Daher seid gehorsam eurem Fürsten, nehmet willig ohne Murren das leichte Kreuz auf eure Schultern und folget, euch selbst verleugnend, in aller Liebe und Sanftmut Mir nach, so werdet ihr leben und lebendig machen in Meiner Gnade, was ihr nur immer anblicken werdet in Meinem Namen Amen. –

05] Zweitens: Was die äußere herrschende Kirche betrifft, so steht jeder ihr einverleibte Glaubensuntertan in den nämlichen Verhältnissen zu ihr, solange er ihres äußeren Glaubens hinsichtlich aller ihrer Anordnungen ist, wie die Untertassen zu ihrem Fürsten, nur mit dem Unterschiede, daß eine Desertion nicht wie im Staate sträflich, sondern straflos zu tolerieren ist. Jedoch aber setze Ich hinzu, daß Ich den mit zornigen Augen ansehen werde, welcher seine irdische Glaubensmutter verlassen wird, und es soll ihm dereinst nicht viel besser ergehen als einem wahnsinnigen Selbstmörder. Denn da ihr einen Leib habet, durch welchen die ersten Eindrücke zur Seele gelangen und dieselbe nähren, so muß es ja auch eine äußere Speisekammer geben, was die äußere Kirche ist, damit durch dieselbe euer böser Leib durchgebrochen und bearbeitet werde gleich einem Kinde im Mutterleibe. Wer nun seinen Mutterleib aber zu früh verläßt, saget, was wird oder was kann aus einem solchen werden? - Gehorsam und Demut ist die Nahrung der Seele zur Wieder-geburt des Geistes. So euch aber die Römische solches lehrt und das ganz vorzüglich, was treibt euch dann weg von eures Leibes Glaubensmutter? –

06] So bleibe denn ein jeder getreu seiner Kirche, und sei Mir ein Römischer 99 mal gesegnet, so er entspricht im Gehorsame seiner Kirche, und jeder andere nur einmal, da er ein eigenliebiger Rechtler ist, da keine Demut und ganz entsetzlich wenig Liebe herausschaut. Wahrlich sage Ich euch, es wird nicht leicht jemand zu Meinem lebendigen Worte gelangen in irgendeiner Sekte, als nur in der römischen Kirche, allda Gehorsam und die äußerste Demut über Hals und Kopf nach Meinem Willen gepredigt wird. Was aber die Zeremonien in ihr betrifft, so soll sich niemand daran stoßen; denn da ist für den Lebendigen alles lebendig, für den Reinen alles rein, dem Gehorsamen alles recht und dem Demütigen alles geheiligt. Nur eine Sau wälzt sich im Schlamme und sucht Lebensluft im eigenen Kote wühlend. Und so wird der Tote alles tot finden und voll Schmutzes, während der Reine mit ganz anderen Augen schauet.


J. Lorber: 'Himmelsgaben' Bd. 03, S. 051


07] Wie kann aber jemand rechten über die Verhältnisse der Kirche und des Staates, der in Meinem Lichte sich zu sein wähnt? Meint er denn, daß Ich nicht so viel Einsicht und Macht habe, Verhältnisse zu ändern, so sie nicht zusagen möchten Meinem Willen? O solche Richter stehen tief unter einem auch nur schwachen Gläubigen, so sie meinen, daß Ich ihres richterlichen Beistandes benötigte! - Wahrlich sage Ich euch, solche Dinge sind Mir ein Greuel. Denn da geschieht alles zur rechten Zeit, und Ich allein bin der Richter aller Dinge und Verhältnisse, denn Ich allein bin heilig und liebegerecht, - ihr alle aber seid Lügner und voll Hurerei. Daher folget eurer Kirche in ihrem Begehren, und lasset eure Herzen von Mir ziehen, dann werdet ihr sehr bald zum Leben der Gnade und dadurch zur Wiedergeburt des Geistes gelangen und eure äußere Kirche beleben in eurem Leibe amen.

 

         08] Drittens: Was die Zeremonie betrifft , so liegt an dieser weder etwas Beseligendes, noch eben auch etwas gerade Tötendes. Da in der Welt alles unter einer gewissen Zeremonie geschieht, was da ein Prozeß genannt wird, so kann auch die Kirche in ihrer Äußerlichkeit ganz wohl Zeremonien haben. Nur soll niemand darinnen etwas Verdienstliches suchen, das da tauge zum ewigen Leben, denn da hilft nichts als ein zerknirschtes demütiges Herz, voll von Meiner Liebe und Gnade, - was dann die lebendige Kirche in euch ist, in und durch welche erst die tote Kirche lebend und voll tiefen Sinnes wird - entweder so oder so, vom Tode erstehend oder vom Leben in den Tod zurücksinkend. Das heißt: Ihr könnt entweder durch den Gehorsam in ihr in die Demut und dadurch zur Gnade und durch die Gnade zur Wiedergeburt gelangen, oder ihr könnt euch in die tote Zeremonie begraben gleich den Heiden und so zugrunde gehen in ihrem eitlen, hilfelosen Geflimmer.

09] Denn wie ein Baum wächst, Äste und Zweige treibt, dann Knospen, Blätter, Blüte und in derselben weibliche und männliche Staubfäden, was mit der Zeit alles wegfällt als wert- und nutzloses Zeug, damit die Frucht frei und wirksam gedeihe in aller Kraft ihrer geordneten Wesenheit - das ist auch der Fall bei der zeremoniellen Kirche. Würde sich jemand nun hermachen und alles zusammen essen, so würde er zugrunde gehen bei solch unreifer Kost; sondern da ist nur die reife Frucht segnend genießbar, obschon nicht selten auch schon in der Blüte sich öfter heilsame Kräfte bewähret haben, die euch in so manchen Krankheiten ganz gut zustatten gekommen sind. - Nun seht, diese vegetativen Vorgänge sind gleich der toten Zeremonie; aber müßt ihr nicht sagen: Sie sind der Ordnung wegen doch notwendig, denn wenn die Bäume blütenleer stehen, wird wenig Frucht zum Vorschein kommen?

J. Lorber: 'Himmelsgaben' Bd. 03, S. 052


 
             10] Die jüdische Kirche war eine vorbildende, rein zeremonielle, als Blätter und Blüte zur lebendigen Frucht des Wortes der ewigen Liebe. Nun frage Ich: War sie nicht recht, wenn sie war, was sie hat sein müssen? Wenn euch Kinder gegeben werden, womit wollt oder könnet ihr sie Mich und Meinen Willen besser als eben durch Hilfe der zeremoniellen Anschauung erkennen lehren? –

011] Ihr alle seid anfangs nichts als Juden und Kinder und bedürfet daher sehr wohl kirchlicher Zeremonie, solange ihr noch Kinder seid, nur - was sich von selbst versteht - hat es bei derselben nicht zu verbleiben; sondern wer die Elementarklasse durchgemacht hat, der trete in eine höhere Klasse und lerne da lesen und schreiben und endlich rechnen in Meiner Liebe und handeln in der Gnade Meiner Weisheit. Und dessen Herz liebend rein geworden ist, der komme dann in Meine Schule, in der er erst zum ewigen Leben gelangen wird durch die Wiedergeburt. Wer aber, sein Inneres unbeachtend, an der Zeremonie hängenbleibt, die an sich tot ist, der wird selbst tot werden, da er so dumm finster war, in äußeren sinnlichen Mitteln den Zweck zu suchen, was der größte Unsinn ist, ja ein Unsinn, der an die krasseste Tollheit grenzt. Wenn jemand ein Kind samt dem Bade wegwirft, so ist er ein toller Narr; wer aber das Kind unbeachtend verwirft und das Bad behält, der ist schon tot aus seiner abergläubischen Bosheit. Der Weise aber behält das Kind mit der Wanne und schüttet nur das Bad weg - das Kind, da es eine lebendige Frucht ist, und die Wanne, um das Kind noch öfter baden zu können.

12] Daher, so ihr aber wollt wahre Kinder Meiner Liebe und Gnade werden, so laßt euch nicht von der Blüte ärgern; denn sehe die Blüte aus, wie sie wolle, was kümmert euch das? Denket an die Frucht, so wird euch auch die Blüte geheiligt erscheinen, da ihr wißt, daß es bei den Blättern und der Blüte nicht zu verbleiben hat. Aber so jemand zur Frucht gediehen, so fehlet er nicht, wenn er sich öfter umsieht und da die Wendung seines geistigen Lebens wohl achtend durchgeht; wohl aber ist Mir der nicht angenehm, der, seine Kinderschuhe verachtend, sich gleich einem Geier stolz erhebt und dann von schwindelnden Höhen mörderisch die bescheidenen Taubenhäuser anblickt und gierig auf deren Fall hinsieht, um dadurch etwas zu gewinnen!

J. Lorber: 'Himmelsgaben' Bd. 03, S. 053


13] Denket, daß ohne Meine Zulassung nichts geschieht und ewig nichts geschehen kann, so wird euch augenblicklich alles ganz anders vorkommen! Jeder Mensch hat zwar die volle Freiheit seines Willens; aber die Führung der Völker ist Mein Werk. - Dieses habe Ich euch gesagt, damit ihr volle Ruhe haben möget in eurem Herzen, ohne welche ihr zu nichts Höherem tüchtig werden möget. Die Ruhe des Sabbats sei euch der höchste Segen; denn die wahre Liebe ist ein schwangeres Weib, die Ruhe nötig hat in ihrer Entbindung! - Darum sage Ich euch dieses, damit ihr die volle Ruhe habet in Mir, eurem Vater, der da allzeit heilig, heilig, heilig ist in alle Ewigkeiten der Ewigkeiten Amen. –

14] Viertens: Ein ferneres Verhältnis ist das Lesen der sogenannten verbotenen Bücher. Hier sage Ich nicht, ihr sollet sie gar nicht lesen, so sie euch in die Hände kommen, sowenig Ich jemandem untersage, den Namen des Lügenfürsten auszusprechen und wo es not tut, seiner warnend zu erwähnen. Aber nun fraget euch selbst, wozu euch all das schon Gelesene dient! Was steht in den Büchern die vom stolzen Menschenverstande herrühren? Ich sage euch, nichts als Unsinn und über Hals und Kopf tolles Faselzeug, und hat kein mütze, sondern hat euren Kopf angestopft mit allerlei Irrlicht und euer Herz mit allerlei Unrat und euch dadurch vielfältig verschlossen und finster gemacht euren Geist. Oder saget: Tut der recht, wenn Ich ihm zurufe: Komme zu Mir, so du mühselig und beladen bist, Ich will dich erquicken; bitte, so wird es dir gegeben; suche, so wirst du es finden, und klopfe an, so wird dir aufgetan; wenn Ich ihm noch ferner zurufe: Was du immer den Vater in Meinem Namen bitten wirst, wird Er dir geben unverzüglich, und suche vor allem Mein Reich, alles andere wird dir eine freie Zugabe werden! –

15] Wie ist's denn aber, so ihr dieses wisset und doch nicht zu Mir kommet, damit ihr es von Mir empfangen möget und lernen von Mir die großen Wege Meiner Gnade und das ewige Leben empfangen aus Meiner Hand, - es ist denn, daß ihr Mich, gleich euch, für einen baren Lügner haltet, oder haltet Mich für so harthörig und hartherzig, euch zu geben Mein lebendiges Wort, und lasset euch lieber von der Welt etwas vorlügen und verhungern in ihrer Tollheit, als daß ihr im Vertrauen aus wahrer Liebe zu Mir kämet und empfinget da die Wahrheit alles Lebens und Seins aus dem Urborne, statt zu suchen das Leben im Tode. O ihr Narren, Ich gebe euch das Brot des Lebens, und ihr wollt beißen in die harten toten Steine; Ich rufe euch laut zu, zu Mir zu kommen, und ihr rennet tollen Hunden nach und gebärdet euch wie sie. Ich schreie über einen Nachtwächter (lauter als ein Nachtwächter, d.Hg.) euch Tag und Nacht eure Ohren voll, allein ihr verleget euer Ohr mit ganzen Ballen von unratvollen Büchern, damit ihr ja von Meiner Stimme nichts vernehmen möchtet, und suchet gleich Schlaftrunkenen das Leben auf den geschwärzten gereimten Lumpen! Welcher Ausdruck sollte da wohl bezeichnen solche Narrheit? O Ich sage, ihr werdet in Ewigkeit über eure Tollheit weinen, daß ihr, das Gold mißachtend, das Blei erwählt habet, während euch so viel des Edlen geboten wird! - -


J. Lorber: 'Himmelsgaben' Bd. 03, S. 054


16] Daher leset wenig, aber betet desto mehr, so werde Ich zu euch kommen und euch in einer Minute mehr geben, als alle Bibliotheken der ganzen Welt aufzuweisen haben, - wovon Ich euch schon hoffentlich so manche sehr stark sprechende Beweise gegeben habe.

17] Bekümmert euch daher auch wenig über das Verbot der Bücherfreiheit; denn vor dem Ich das große Buch Meiner ewigen Gnade aufgeschlagen habe, der wird das Lesen verbotener Schriften ganz wohl entbehren können, da Mein Buch sich nach keiner Weltzensur richtet; denn es wird allzeit im Herzen der Getrauen aufgeschlagen, wohin kein Weltzensorblick zu dringen vermag und auch keine Schranken gezogen werden ewig Amen.

18] Fünftens: Was aber jedoch die Heilige Schrift betrifft, so soll darinnen lesen, der eines einfältigen Herzens ist und hat da ein gehorsames und folgsames Gemüt; und soll es nicht lesen aus Vorwitz oder Neugierde, denn da wird er finden den Tod kleben am Buchstaben, sondern der es liest, der soll es lesen als einen Wegweiser zum lebendigen Worte und danach handeln - und soll auch nicht grübeln und forschen darinnen, sondern danach alsogleich leben und in der Liebe zu Mir emporwachsen. Alsdann wird ihm zur rechten Zeit gegeben werden die Erkenntnis und wird in seinem Herzen enthüllt werden des Geistes und des ewigen Lebens himmlischer Sinn, gerade wie es bei dir, Meinem Knechte, der Fall ist, da du noch nie dieses heilige Buch ganz durchgelesen hast und bist doch ein Professor der Professoren darinnen in jedem Punkte desselben durch Meine Gnade geworden. Das aber, was du bist und verstehst, kann jedem werden, so er nicht nach eitlem Wissen trachtet, sondern nur nach der Erkenntnis Meiner Liebe und der daraus fließenden Gnade in und durch die fromme, demutvolle Einfallt seines Herzens.

 

          19] Ebenso verhält es sich auch mit jenen mystischen Schriften, deren Lesen euch ebensowenig fruchtet und nützet, als irgendein dummer, eselhafter und saudreckvoller Roman, der sich allzeit ganz wohl mit einer Schlammpfütze vergleichen läßt, wenn ihr davon in euch zu keiner Überzeugung gelangen könnet; denn mit all dem beschweret ihr nur euer Gedächtnis als das Maul eures hochmütigen Verstandes. Statt ihn für Liebe und Weisheit hungrig und durstig zu machen, füttert ihr ihn nur mit allerlei Dreck und benehmet ihm dadurch den Appetit nach der Speise des Lebens. O ihr abermaligen Narren!

20] Ich bin die Heilige Schrift lebendig und Leben gebend, Ich bin der beste Ausleger derselben und bin zugleich der allertiefste Mystiker! - Daher leset wenig, aber handelt danach, dann wird euch alles werden. Denn das Senfkörnlein ist klein, aber es kann da ein gar großes Gewächs daraus werden, unter dessen Zweigen sogar die Vögel des Himmels Wohnung nehmen werden Amen. –

(Fortsetzung am 18. August 1840.)

21] Sechstens: Was die Priester betrifft, da sage Ich: Es gibt deren mehrerlei; darunter es nur äußerst wenige gibt, so diesen Namen verdienen. Denn es gibt solche, die da Priester sind des Ansehens und der Macht wegen, die da anekelt an ihnen selbst Meine große Armut und gänzliche Machtlosigkeit in weltlichen Dingen, da Ich nicht wollte ein Fürst, sondern nur ein Retter der Welt sein. Und es gibt andere, die da Priester sind der geistlichen Kastenwürde halber. Diese maßen sich an, allein die Kirche zu sein, und verdammen dann aus eifersüchtiger Willkür alles von Mir durch irgendeinen armen Fischer Ausgehende und lehren Meinem Willen schnurstracks entgegen und sagen, ihren Bauch weit aufblähend: Ich offenbare Mich niemandem als nur der Kirche, welche sie zu sein wähnen. Auf diese schändliche Art versperren sie dann auch vielen Tausenden und Tausenden die Türen zu Meinem lebendigen Worte.

22] Wahrlich sage Ich euch, diese verräterische Art ist Mir ein Greuel; denn sie ist Mein Feind, da sie sich ärgert Meiner herablassenden Liebe zu den Sündern wegen. Ich aber sage euch: Diese werden nie ein anderes Wort von Mir vernehmen als das große: Weichet von Mir, ihr Verfluchten, denn Ich habe euch niemals erkannt; denn ihr waret allzeit Verächter Meines lebendigen Wortes und widerstrebtet allzeit dem heiligen Geiste! Mein geschriebenes Wort belegtet ihr mit der ewigen Verdammnis, damit sie euch erwarte. Ihr hattet Mich zum Lügner gemacht, denn es steht geschrieben: "Wer Meine Gebote hält, der ist's, der Mich liebt; wer aber Mich liebt, der liebt auch Den, der Mich gesandt hat, nämlich den heiligen Vater, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung nehmen bei ihm und Uns ihm selbst offenbaren." Das habe Ich zu jedermann geredet; allein ihr fluchet und lästert diese Meine allzeit ewig wahre Verheißung und widerstrebet darinnen Meinem heiligen Geiste; darum treffe euch ewig Mein Fluch, denn ihr seid sicher allzeit Diener des Satans gewesen. Darum weichet von Mir und empfanget den Lohn von dem, dem ihr gedient habt in seiner Kapelle, die er sich errichtet hat an der Schwelle Meines Heiligtums!

23] Seht, das sind die sogenannten Priester der geistlichen, gotteslästerlichen Kastenwürde.

24] Wieder gibt es andere, die Priester werden ihres Bauches wegen, um auf einer sogenannten guten Pfründe sich recht mästen zu können. Diese Art hat keinen Geist und ist um eine fette Sau oder um einen gemästeten Ochsen für alles zu gebrauchen. Vor solchen Priestern ekelt es Mir, denn deren Gott ist ihr Bauch, und das Gegrunze ihrer retten Schweine, das Geblöke ihrer Schafe und Ziegen, das Gebrüll ihrer feisten Kühe und wohlgemästeten Ochsen ist ihnen tausendmal lieber, als zu hören Mein lebendiges Wort, welches ihnen gewiß ganz verzweifelt ungelegen käme, so Ich es sie wollte vernehmen lassen. Sie haben aber in dieser allein belebenden Hinsicht auch wirklich nichts zu besorgen, da Ich den Schweinen nie pflege Meine Worte als Perlen vorzuwerfen. Und für den schlechten Dienst, den sie Mir verrichteten, werden sie etwa doch gut genug bezahlt worden sein, da Ich ihnen um fast nichts im Überflusse gab, wonach ihr Herz so sehnsuchtsvoll durchs ganze Erdenleben gedürstet hat. Da sie so genügsam waren, so sollen sie auf solche Bauchstrapazen sich denn auch nach dem Erdenleben in die ewige Ruhe des Todes legen und warten alldort, bis die letzte Sonne verglimmen wird, auf die Auferstehung ihrer Fleischmasse und ihres Bauches!

25] Wieder gibt es andere, die da Priester sind des Geldes wegen. Diese erteilen dann Ablasse ums Geld und verkaufen den Himmel nach Jochen, Klaftern, Schuhen und Zöllen; doch sind sie mit der Hölle und dem sogenannten Fegefeuer viel freigebiger als mit dem Himmel. Wenn ihre Kassen leer geworden, da halten sie Hölle und Fegfeuer recht weit offen, und wer da keinen Ablaß kauft oder sonst recht viele Messen zahlt, der wird ohne Gnade und Erbarmung hineingeworfen, damit es dann wieder etwas zu erlösen gibt, nämlich recht viele klingende Seelen - und zwar aus der Hölle die Füchse und aus dem Fegfeuer die Schimmel. - - -


J. Lorber: 'Himmelsgaben' Bd. 03, S. 057


26] Seht, solche zerreißen sich fast das Maul auf ihren Kanzeln und schlagen mit den Händen wie Besessene herum, um dadurch noch irgend einen letzten Groschen aus seiner Ruhe in der Tasche eines Bettlers aufzuschrecken und ihn zu fangen in ihre verdamnmisvollen Schlingen. Solche eifrige Beförderer Meines Wortes werden einst sehr viel Lohn erhalten; da soll ihr Himmel sein ein goldenes Herz, eine silberne Seele und ein kupferner Leib, und so viel Leben in diesen toten Metallen ist, ebenso viel sollen sie auch haben ewig.

27] Wieder gibt es andere, die da sind förmlich asketische Gleisner und Heuchler, um dadurch das Augenmerk eines Hirten auf sich zu ziehen, sich in seine Gunst zu setzen und dadurch sich bald möglichst in den Besitz irgend einer sehr namhaften Pfründe versetzt zu sehen. Diese drehen sich fast die Augen vor lauter Andacht und Demut aus; ihren Leib biegen sie fast allzeit bis zur Erde nieder; verrichten ihr Opfer außerordentlich langsam, und ihre Lippen bewegen sie fast immer, als wenn sie beteten, reden kaum mit halber, stets gebrochener Stimme; wenn sie Meinen Namen aussprechen, da bringen sie sich fast um; sie fasten und beobachten das Äußere des Äußeren wegen auf das pünktlichste vor den Menschen, - jedoch bei sich lachen sie über alles, und ihr Herz ist fest wie ein Stein, so daß sie vor lauter Andacht der armen Brüder gar nicht gewähr werden, die knapp an ihnen vorbei flehend ziehen. Und wie sie taten als Kapläne und wollten dadurch bald Pfarrherren werden, so tun sie als Pfarrherren, um Dechanten zu werden; und sind sie solche geworden, dann ist ihr Augenmerk auf eine glänzende Domherrenstelle gerichtet, und so weiter bis zur Bischofswürde; und selbst da schwebt ihnen noch immer der Kardinalshut vor den Augen, wo nicht gar die Tiara selbst. - Was aber Mich in der Wahrheit betrifft, um das haben sie sich nie gekümmert. Von Meinem lebendigen Worte wollten sie nie etwas wissen und versetzten Mich - als das Leben alles Lebens - lieber mit Haut und Haaren in die tote Zeremonie und hatten einen förmlichen Abscheu vor der Heiligen Schrift.

28] Seht, solche Schleicher gibt es besonders jetzt sehr viele in der römischen Kirche. Sie sind zwar Priester, die dem Volke gerade kein Ärgernis geben, aber sie bringen auch nur äußerst wenig gute Früchte, da ihr Wort ist gleich einer Frucht, da kein Lebenskern innen ist und geht verfaulend zugrunde in der Erde, welche ist: die Herzen des Volkes. Ich lasse solche öfter erreichen ihr Ziel, während Ich nie ermangeln lasse innere Mahnungen, die ihnen beständig zurufen: Nehme dein Kreuz auf deine Schulter und folge Mir nach, so wirst du leben und wahrhaft beleben die toten Herzen deiner dir anvertrauten Herde! Statt aber das anzuhören und danach zu tun, kaufen sie lieber, wenn es noch gutgeht, ein sogenanntes Kruzifixlein, hängen oder nageln es irgendwo an und blinzeln vor demselben dann und wann, so sie jemand sieht, mit ihren frömmelnden Augen; doch wenn es auf sie ankäme, hätte das Kruzifixlein lange gut ruhen. Und auf diese leichtere Art halten sie ihre zarten Schultern frei. Auch senden sie sogar inbrünstige Gebetlein, teils schriftlich unters Volk, vielfältig aber auch bei sich aus dem Stegreife um die baldige Abrufung irgend eines würdigen, verdientermaßen höher Stehenden aus purer Nächstenliebe - durch irgendeinen Heiligen - zu Mir.

 

           29] O seht, auch diese Art ist Mir ein Greuel. Diese werden einst sehr große Augen machen, wenn sie sehen werden, welche merkwürdige Scheusalsgestalt ihr Leben jenseits nehmen wird.

30] Und noch wieder gibt es andere, die da geiler sind als Hunde und Böcke und da treiben Unzucht aller erdenklichen Art und verscharren ihre Kinder oft lebendig in die Erde, um nicht bei irgendeinem würdigen Bischofs in einem verabscheuungswürdigen Lichte zu erscheinen, wie auch vor dem viel besseren Volke, dem er als ein leitendes wahres Ungetüm gegeben wurde. - Ich sage, diese werden einst sehr stark links zu stehen kommen; wahrlich mit ihnen sollen einst der Huren brennende Kleider gefüttert werden.

31] Und dergleichen mehrere gibt es noch eine Menge, die da alle Priester heißen; allein Ich habe sie noch nie als solche erkannt, besonders aber in den Klöstern, wo sie oft aus lauter Bruder- und Nächsten-liebe miteinander leben wie wilde Hunde und Katzen und jeder dem andern oft jeden Bissen abneidet.

32] Jedoch gibt es doch auch wieder Priester, die da wohlverdienen diesen segenvollen Namen. Diese sind freundlich und liebevoll gegen jedermann. Was sie haben, geben sie den Armen. Sie verdammen niemanden, sondern sie suchen nur sorgfältig zu retten das Verlorne. Sie trösten die Betrübten, sie beherbergen die Fremden und geben ihnen ein weiches Lager und legen sich selbst aus wahrer Liebe einen Stein unter ihr geheiligtes Haupt. Sie lassen sich keine Opfer zahlen, sondern sagen zu dem, der solches tun möchte: Bruder, das Opfer ist heilig und von unschätzbarem Werte; denn es stellt das große Werk der Erlösung im Glauben und in der Liebe wieder lebendig dar. Daher kann es nicht bezahlt und zum Wohle eines einzelnen verrichtet werden, sondern wie durch die Macht der großen Erlösung alle können und sollen wiedergeboren werden zum ewigen Leben, so eben wirkt auch die Kraft des von Christus Selbst zu dem Zwecke eingesetzten Opfers. Daher opfere deine Gabe zuvor als Hilfe einem armen Bruder, und hast du dann noch etwas erübrigt, so bringe es getreu und lege es auf den Altar des Herrn und bete für deine Feinde; dann wird der große Herr dein Opfer im heiligsten Opfer aus meinen Händen mit Wohlgefallen ansehen und dir geben, was dir not tut.


J. Lorber: 'Himmelsgaben' Bd. 03, S. 059


33] Seht, das ist Mir ein wahrer Priester, dessen Opfer Mir unendlich angenehm ist. Wahrlich sage Ich euch, da gehet hin und höret seine Predigt, denn nicht ein Wort ist sein, sondern lebendig Mein! O dieser aber wird bald erfahren, wie groß der Lohn wird, der seiner harret, - wahrlich sage Ich: Er wird bei Mir, seinem heiligen Vater, wohnen ewig! - Mehr brauche Ich euch nicht zu sagen; an ihren Werken aber werdet ihr sie leicht erkennen, wie einen Baum aus seiner Frucht. –

34] Seht, hier habe Ich euch gezeigt die ganze Krankheit des römischen Priestertums, wie sie sind an und für sich; doch sage Ich, das alles geht euch wenig an und - kehre ein jeder vor seiner eigenen Tür und nie vor der seines Nächsten und am allerwenigsten vor der eines Priesters, sondern seid allzeit willig und gehorsam und laßt euch von dem Schlechten nicht ärgern und verführen durch sein Beispiel, sondern befolget als Kinder die Lehre, die da doch sein muß im katholischen Geiste recht, - und soll auch Unkraut sogar dazwischengekommen sein, so wird es zu seiner Zeit schon vertilgt werden. Und rechtet nicht über die Wege eines solchen Priesters; denn Ich, der wahre Rechter, sitze einem solchen schon ohnehin auf dem Genicke, und ehe er sich's versehen wird, wird ihm dasselbe gebrochen werden. Nur lasset euch von niemandem als Ohrenbläser gebrauchen; denn verflucht sei ein Postenträger und Draschler (Schwätzer, d.Hg.), denn er ist gleich dem bösen Sämanne, der da Unkraut unter den Weizen mengte. Der schlechte Priester wird einst rechten für sich und für euch; ihr aber werdet rechten nach eurem Gehorsam und wahrer demütiger Nächstenliebe nur für euch selbst.

35] Daher sollet ihr euch selbst darum nicht stoßen an der Kirche der Priester wegen, da es darunter doch auch recht viele redliche und getreue gibt. - Am wenigsten aber sollet ihr euch stoßen an irgend einem Bischofs. Da ein solcher schon höher steht und vorsteht einem Volke, so könnet ihr euch auch schon ziemlich gut denken, daß er nicht ganz allein dasteht, sondern daß jeder seiner Schritte und Worte und Taten von Mir sehr genau gezählt wird; und es soll durch ihn doch allzeit der äußere Stand der Dinge in guter Ordnung erhalten werden.

J. Lorber: 'Himmelsgaben' Bd. 03, S. 060


36] Doch was euer Inneres betrifft, so wißt ihr ja ohnedies, daß es da allzeit nur auf euch selbst ankommt und hernach auf Meine Gnade, welche euch weder ein Engel des Himmels noch irgendein Bischof, noch wer immer geben kann, sondern zunächst ihr euch selbst durch die wahre Liebe zu Mir und den Nächsten durch genaue Haltung der Gebote - oder als Sünder durch eine ernstliche Buße.

37] Denn aus allem, was ihr tut, leuchte Meine und des Nächsten Liebe heraus. Kümmert euch also wenig und denket gar nicht um einen schlechten Priester, und haltet brüderliche Gemeinschaft in allem Guten unter euch, so werde Ich zu euch kommen und euch lebendig machen durch und durch. Liebet, die euch hassen und verfolgen, und segnet durch Gebete die, welche euch fluchen und verdammen; dann werdet ihr anfangen, große Wirkungen Meines Lichtes in euren finsteren Herzen wahrzunehmen Amen. - -

38] Siebtens: Was schließlich noch die sogenannte Ohrenbeichte und die sieben heiligen Sakramente betrifft, so sage Ich euch und bitte euch sogar, stoßet euch nicht daran, gebrauchet alles gerecht und im rechten lebendigen Sinne, so werdet ihr leben! Denn da ist dem Rechtler nichts recht, dem Gerechten aber alles gerecht und heilig; sogar das Nest eines Vogels wird seinem Herzen ein Lob entlocken, und doch ist es nur ein totes Nest eines Vogels. Um wieviel mehr könnet ihr euch denken, daß Dinge, so da errichtet worden sind zu eurer Heiligung, nicht aus der Luft gegriffen werden, - sondern da hängt es allzeit von euch ab, wie ihr sie gebrauchet.

39] Wer da beichtet und bekennet seine Sünden dem Priester, der hat dadurch seine Sünden öffentlich vor der Welt bekannt, und es wird ihm dereinst ein solches Bekenntnis nachgesehen werden, so er hinfort nicht mehr sündiget. Wer aber sündigt nach wie vor der Beichte, der hat die Beichte zu einer Sündensparkasse gemacht, die ihm dereinst zur Hölle hohe Zinsen tragen wird. - Daher, wer da beichtet und wahre Buße wirket und sofort nicht mehr sündigt, der tut ja sehr recht; jedoch wer das alles für so ganz null und nichtig hält, der wird sich einst sehr täuschen, denn er wird eine Kluft finden, über die er schwerlich je wird springen können.

40] So ihr aber saget: Hätten wir es wie zu den Zeiten der Apostel, dann würden wir gewiß ganz andere Menschen sein, da wir mit eigenen Händen (gleich einem Judas!) könnten in die Schüssel greifen! - Allein Ich sage aber, diese schrieen aus vollem Halse nach einem geregelten Gottesdienste und einer sichtbaren Besserungsanstalt gleich dem israelitischen Volke nach einem Könige, während sie oft wie Wölfe und Bären bei ihren Abendmählern zu raufen gekommen sind.


J. Lorber: 'Himmelsgaben' Bd. 03, S. 061


41] So Ich euch nun gegeben habe Regel, Ordnung und System, was ist es denn, das euch darinnen nicht zusagt? - Gebrauchet es gerecht, und achtet es, wie ihr es habt, und wünschet euch es nicht anders; denn wie schon gesagt, am Äußerlichen ist wenig gelegen, sondern alles an euch, wie ihr es nehmet! So gut es sein kann und wahr, so schlecht aber kann es auch sein und falsch, wenn ihr es so gebrauchen wollet oder nicht. Wenn aber unter der Sonne heilsame und giftige Kräuter wachsen, so denket: Es liegt nicht an der Sonne, so oder so, sondern allzeit an der jeweiligen innern, entweder guten oder schlechten Beschaffenheit der Pflanze, ob da Segen oder Gift. - Daher liegt es allezeit an euch, ob gut - oder schlecht - Amen. Ich euer lieber Vater Amen, Amen, Amen. - - -

 


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Aktualisiert am: 05.06.2009 - Home