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Sammlung neu - theosophischer Schriften. No. 48. ------------------- und Lebenslehr - Winke
mit
Beleuchtung der Schutzpocken Impfung u.s.w. Des Vegetarismus, des Heilmagnetismus u.s.w. Der Krankheitsursachen und des Leidensweckens
vom heiligen Lebens - Meister kundgegeben für Herzens - Einfältige Da eben diese nur fähig sind zur fruchtbaren Erkenntnis der eigentlichen Wahrheit.
Zweite nahezu verdoppelte Auflage (280Seiten) Neu - theosophischer Verlag (Johs. Busch Nachf.) Bietigheim a. E., Württemberg
1895 Inhalt: Heil - Diät *Trost und Licht * An alle Heilkünstler * Über Schutzpockenimpfung * Allopathie, Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie, * animalischer, animaischer und göttlicher Magnetismus. * Über den Heil - Magnetismus. * Winke an einen Magnetiseur. * Wie erreicht man den geistigen Magnetismus? oder vom Weg zur Wiedergeburt. * Heilung mittelst Magnetismus. * Zum Magnetismus und Gewissen. * Vom Wesen des geistigen Magnetismus. * Über Vegetarismus.*) 1. Mose 1, 29. Matth. 15, 11. * Von der ästhetischen und moralischen Seite des Vegetarismus. * Zukunft des Vegetarismus und geist. Vegetarismus. * Winke für Ärzte und Kranke. * Über Kranksein, Heilen und geistige Kur. * Wort an einen Kranken, der seine Krankheit selbst verschuldete, und ein Gebet. * Die wahre Heilmethode oder Über Diätetik und rechtes Heilen. * Fernere Winke über Physiologie, Diätetik und rechtes Heilen. * Wie und wo der Herr heilt. * Grund der Diätetik. (Vom Essen.) * Lebens-Ordnung nach der Sündflut, im Noahischen Bunde. * Zum Prozesse der Verdauung und Ernährung, wozu die 2 Magen. — Entwicklung der Krankheit. * Winke zur geistigen Ernährung. * Winke über den Wein u.s.w.*) * Kartoffel, Kaffee, Tabak. * Diätetische Winke vom Herrn. * Väterlicher Rat für eine Herzleidende. * Für einen Augenleidenden. Mit Winken für Ärzte und Patienten. * Ärztlicher Wink. * Winke über das Schweinefleisch. * Diätetische Winke. Bier. * Vom Wesen und Ursache der Cholera. * Hungersnot in Irland und vom Wesen und Zweck der Kartoffel. * Die Sonnenkur oder Heliopathie. * Diätetische Winke bei einer Sonnenfinsternis. * Ein Brieflein an einen Arzt. * „Morgenstund — hat Gold im Mund!" - „Frisch noch am Abend ist segnend und labend." * Über das Wesen der Seele. * Über die Krankheiten des Leibes und die natürliche Lebensweise * Warum das Hinsiechen, der qualvolle Tod und die Schmerzempfindlichkeit. * Der selige, ruhige Tod. * Warum der Leib langsam verwesen muß? * Ein Nota bene. Zur Behandlung des Fleisches. * Winke des Herrn in Betreff der geschlechtlichen Lebens-Ordnung.*) * Über die Ehe. * Das Grundwesen von Mann und Weib. * Rezept für Verliebte. * Ein Blick in die göttliche Ordnung, betreffend das Verhältnis zwischen Mann und Weib. * Noch etwas über die Weiber. * Lasset die Kindlein zu Mir kommen! * Über Kinder-Erziehung. * Zur Kinder-Erziehung und Seelenbildung. * Noch etwas über Kinder-Erziehung. * Winke zur Erziehung der Kinder nach göttlicher Ordnung und Weg zur Erlangung des Reiches Gottes, und über das Wesen der alten Prophetenschulen. * Der Schlaf. * Die Geburt, das Leben und das Sterben. *Sammlung neu - theosophischer Schriften. * (Neutheosoph. Verlag) * [Johs. Busch Nachf.] Bietigheim, Würtbg.) * No. 48 a. * Neuer Anfang * Über das Sterben an einem Schlag * Winke zur Kur einer Besessenen. * Über fixe Ideen. * Sorgen und Übertreiben — schadet! Noch ein Tabakwink. * Auch ein Diätwink — gegen Putzsucht. * Zur Prophylaxis. Himml. hygienischer Rat. * Liebe ist stärker als Furcht. * Ein gutes Pflaster — besser als schlechte Medizin. * Ein guter Rat vom lieben Heiland. * Wink für Dickblütige. * Vom Segen des Anklopfens mit Kränklichkeiten. * Ermutigung zur rechten Geisteskur. * I. Rezept für Brustkatarr. * II. Weitere Verhaltungswinke bei Brustkatarr und Warnung vor feuchtem Zimmerboden. * III. Ein h. Brustleiden. — Und nochmal Diät-Winke. * IV. Schon wieder ein Rezept?! * V. Kur für Skrofulöse. * VI. Das beste Mittel. * VII. Die reinste Medizin. * Winke über den inneren Vorgang beim Heilungsprozess. * Warum eine magnetische Kur die beste. * Über Wesen und Wirkung der Wunder und Leiden. * Wichtigkeit der Seelenruhe (im Gottvertrauen) bei Krankheiten. * VIII. Ein Gesicht und vom Nervengeist. * IX. Ein wahrer Heilandstrost. * X. Zum Heimgang einer Mutter. * I. Noch einige Winke zur Kinder-Erziehung. * II. Zur Kinder-Erziehung * Gute Winke vom Seelenwohl-Rat. * Fluch der Kleidermode. * Ein Warnungsruf in der schweren Zeit. * Ein Wort über die Influenza. * Winke über Magnetische Heilungen. * Vom Zwecke der Leiden. * Vom Segen des Gebets. * Über Besessensein und die Wirkung der Fürbitte. * „Was zum Munde eingehet, das u.s.w." Matth. 15, 11, 17. * Lebens- und Verhaltens-Winke. * Warum muß ich so Leiden? * I. Was der liebe Heiland über Leiden sagt zu den Leidenden! * I. Wegen einer jungen Magnetisörin in St. * Zu den Diät-Winken. * Nochmals über vegetarische Diät. * Die Hauptsache für Alle. * I. Beim Besuche einer Schwermütigen * Über Schwermut, verschiedene Art, und Winke über wahre und falsche Liebe. * Noch etwas von der Schwermut, und deren üblen Folgen. * Ein Vater-Wort an eine Kranke. * Krankentrost und Heilandsrat. * Heilwinke für Leib und Seele. * I. Verhaltungs-Winke. * Ein Heilandswort. * Noch einmal ein Wort über Diät. * Heil- und Lebens-Winke. * Ein Krankentrost. * Winke über Verhalten in den äußeren Verhältnissen und vom goldenen Mittelweg in der Diätfrage. * Nachwort zum Vorigen. * I. Privatbemerkungen zu den Diät-Winken. * Lebens-Winke, und etwas über die Ehe. * Ein Arzneikästchen. *Sammlung neutheosophischer Schriften. * No. 48 b. * Heil- und Diät-Winken. * Über Kinder - Diät, Kaffee, Kartoffel. * Winke über einen besonderen Krankheitsfall. (Eine Art Besessensein.) * Ein Verhaltungswink bei fleischlichen Anfechtungen. * Winke für Ärzte. * Eine Universal-Medizin für alle Übel durch die Liebe und durch den Glauben. * Eine evangelische Kur. * Die beste Kur. * Ein Zahnweh-Rezept und Mundwasser. * Bleichsuchts-Diät. * Befleißiget euch einer möglichst einfachen Lebensweise! * Spezieller Nachtrag hiezu. * Ein väterlicher Aufschluß für eine kranke Schwester. * Zeitgemäßer Wink. *Sammlung neuer theosophischer Schriften. * No. 48 c. * Heil- und Diät-Winke. * Neue Ausgabe. * Über die natürliche Lebensweise * und Enthaltsamkeit vom Unzuträglichen, * sowie vom Seins-Zweck * der Kinder Gottes auf Erden. * Zeitgemäße Winke vom hl. Vater. * Nachtrag zu Obigem. * Näheres über die neue Diätordnung. * Handelt nicht wie die törichten Jungfrauen weiter schlafend! * Über Heilen durch Handauflegen. * Allgemeine und besondere Winke für Kranke. * I. Prüfet mit kindlichen Herzen und nicht mit den Verstandes-Wissen. * II. * III. * I. Weiteres über die gezeigten vegetarischen Winke. * II. Empfangen durch Schwester T. N. * Augenliderkrampf. * Weiteres zur Lebensordnung! * Weitere Diätwinke. * Ein Wort über die neue Diät-Ordnung. * Diätwinke. * Die Kokosbutter * Über Käse. * Der Geist, so er die Freiheit im Herzen erlangte, macht das Gesetz zur Liebe. * In Sachen der vegetarischen Diätwinke. * An einen kritischen Zweifler der neuen Diätwinke. * Ich bin es, Der in euch vollbringen soll das Wollen und das Vollbringen. * Über das Besessensein. * Über „s’ Brauchen" und Sympathie. * Ein liebevolles Vaterwort und Winke über Trunksucht! * Jegliche Art Krankheit ist eine Art Besessensein. * Nachbemerkung. *
„Unser Wissen ist Stückwerk!" „Einfachheit ist der Stempel der Wahrheit." „Ich, der Herr bin dein Arzt." Es kann dem aufrichtigen Menschenfreunde nicht entgehen, daß die Verirrung der Menschheit in Materialismus nicht allein den moralischen Verfall bedingt, sondern dieser schlimmste Feind, diese geistige Rohheit — so zu sagen — ist auch die eigentliche Pandorabüchse, aus welcher die vielerlei leiden und Krankheiten entspringen; denn diese verkehrte Richtung führt zu allerlei Genußsucht, und also mehr und mehr vom Pfade der Natur ab; so wie die Seele des Materialisten des innersten lebensfernes aller Moral: der Religion entbehrt, und dadurch elend wird, und verschlimmernd selbst auf die sozialen Verhältnisse einwirkt, so sinkt dabei auch der leibliche Gesundheitszustand im Allgemeinen stets mehr; und deshalb ist es als eine wahre Wohltat zu bezeichnen, wenn diesbezügliche, auf das eigentliche wahre (dreifache) Wesen des Menschen gegründete Heil-, Diät- und Lebenslehr- Winke gegeben werden, deren Befolgung so vielfach sich als echt bewährten. Den wenigen treuen Mithelfenden drücken wir auch hier dankbar die Bruderhand mit der Bitte: — fahret fort im edlen wirken, denn „Die Liebe höret nimmer auf!" und der Himmelsvater, als Urquell der liebe, des Lichtes und alles Guten wird Euch auch ewig segnen! So möge den redlich Suchenden aus diesen hier in bedeutend vermehrter 2. Auflage vorliegenden Gnadenwinken Heil und Segen ersprießen, und damit die Herzen sich mit Dank und liebe erfüllen zum hl. Geber! Amen. D. Hsg.
Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer, am 8. Januar 1875. So Viele von euch geben sich mit der Heilkunst ab, widmen derselben ihr ganzes Leben, studieren und mühen sich ab, wo am Ende — wenn ein „Doktor" die Wahrheit reden will — er eingestehen muß, daß er Nichts weiß, und daß es zu viel gesagt ist, ein künstlich aufgebautes Gebäude von Erfahrungssätzen, übertüncht mit lauter griechischen und lateinischen Namen eine „Wissenschaft" zu nennen, von welcher man doch eigentlich überzeugt sein sollte, daß man blind vor einem Labyrinthe von Fakta’s steht, wozu „Der Faden Ariadne’s" noch nicht gefunden ist. Denn was ist der letzte Schlusssatz, mit welchem Ärzte sich entschuldigen, wenn es nicht geht wie sie wollen? er heißt: „nicht ich, sondern die Natur heilt!" Nun eben — hier sind wir bei dem angekommen, von wo aus Ich erst anfangen will, und zwar mit zwei Fragen: Erstens, was heißt „heilen?" und zweitens, was heißt „Natur?" denn der Satz: „die Natur heilt" ist zwar gleich ausgesprochen, aber nicht so bald erklärt, und zwar also, daß Jedermann es fassen könnte. Hier will Ich also wieder einen Baustein zu der Grundmauer Meines Erkenntnis-Palastes hinzufügen, damit ihr wieder deutlicher merken sollet, daß, wenn ihr auch viele Wissenschaften studiert habt, ihr doch Nichts wisset. Meine Gewohnheit ist und war stets, wenn Ich etwas erklären will, selbes deutlich und fasslich vor Jedermanns Blicken darzulegen, wie die Überzeugung, daß 2 mal 2 vier gibt; denn nur wenn etwas klar auseinandergesetzt ist, kann es einleuchtend für Andere sein. Nun sehet, das erste Wort „heilen", was es bedeutet und wie es gebraucht wirt, wollen wir zuvor untersuchen, ehe wir an das „wie" gehen. „Gesundheit" heißt im Allgemeinen ein solcher Zustand, sei es moralisch, geistig oder körperlich, wo der normale Lebensgang aller Organe und deren Funktionen in nichts gestört ist, und der Mensch oder das Tier oder jedes lebende Wesen das Vorhandensein des einzelnen Organes nicht fühlt, oder gleichsam nicht zu sagen weiß, ob und wo es existiert. Sobald nun durch innere oder äußere Einflüsse dieser normale Zustand gestört ist, so fühlt sich das Tier oder der Mensch „krank", in geringem Grade „unpäßlich". In diesem Zustande geben sich Schmerzen in den verschiedenen Teilen des Körpers kund, und zeigen dadurch an, daß es im ganzen Organismus des lebenden Wesens nicht so geht, wie es sein sollte. Diese Störung nun zu beseitigen, damit die Organe ihre Funktionen unbewußt wie früher wieder weiter führen sollen, dieses heißt man „heilen", d.h. den Kranken von seinen Übel ständen befreien. Nun, dieses Heilen geschieht, wie ihr wisset, auf verschiedene Art und nach verschiedenen Systemen, welche Ich euch anderswo deutlich erklärt habe. (siehe Seite 15. D. Hsg.) Nun fragt sich aber: „Was geschieht denn eigentlich bei jeder Heilung, sei es nach was immer für einem Systeme?" Beim Heilen oder Entfernen von Übel ständen, die den Menschen oder jedes andere lebende Wesen betreffen, sucht man durch künstlich angewandte Mittel das Bösartige zu entfernen und durch Gutes zu ersetzen, oder man sucht den eigenen Organismus des Kranken so zu reizen, daß die leibenden Organe selbst das ausscheiden, was den Heilkünstlern durch ihre Heilmittel nicht gelingen will, welches eigentlich die so genannte Heilung durch die Natur selbst ist. Nun — um auf den Grund zu kommen, und um wie einst ein großer Krieger den gordischen Knoten auf Einmal zu lösen, wollen mir diese ganze Sache von einer andern Seite betrachten, und dann dahin, wo mir stehen geblieben, zurückkehren. Sehet, schon oft habe Ich euch gesagt, daß Alles, was besteht, nur geistig als Hauptsache, und materiell als Nebensache zu betrachten ist. Auch hier müssen wir nicht allein die Menschen und alle lebenden Wesen, sondern das ganze geschaffene Universum von einer ganz andern Seite betrachten, um zu dem kleinen Worte „heilen" und zu dem Satze „die Natur heilt" mit Vorteil zurückkehren zu können. Alles Geschaffene ging aus Mir hervor, und wurde durch Meinen mächtigen Willen in’s Dasein gerufen. Alles was geschaffen, ist aber nicht das Nämliche, sondern unzählbare Welten, unzählbare Geschöpfe, unzählbare Geister in allen möglichen Stufen bis in Meine nächste Nähe machen das ganze Universum aus. Alles was geschaffen wurde, hatte und hat noch seine eigene Organisation, seine eigene Art des Entstehens, des Bestehens und des Vergehens, und des Übergehens in andere Formen. Nun fragt sich: „aus was besteht denn Alles?" Sehet, schon früher, durch den Vorgänger Meines jetzigen Schreibers erklärte Ich euch Mein Ich als Wesen von sieben Geistern oder Haupt-Geistes-Eigenschaften Meines Ich’s*) ---- *) man sehe im großen Evangelium „Johannes", Bd. 4, S. 588 ff, (1. Aufl.), sowie in Nr. 21: Schlüssel zur Apokalypse. D. Hsg.);
diese Eigenschaften körperlich Materiell betrachtet sind eben auch die Basis alles Bestehenden; denn wie sie geistig Alle Mich ausmachen, so machen einzelne von ihnen in verschiedenen Verhältnissen alle kreatürliche Welt und alle Materie aus. Die sieben Eigenschaften herausgetreten aus der Drei (faltig) Einigkeit, sind also auch die Hauptsachen in der Schöpfung, welche proportionell die Individuen und Gegen-stände bilden, entsprechend in Materie ausgedrückt. Hier kommt aber noch hinzu, daß wie zu kalt und zu warm das nämliche Produkt erzeugen, wovon man bei euch das Sprichwort hat: „die Extreme berühren sich", welches heißen will: eine jede Eigenschaft Meines Ichs kann im höchsten gesteigerten Falle, ohne weisheitliche Umsicht, in entgegengesetzte Eigenschaften sich verkehren, oder wenn Meine Attribute „Tugenden", die entgegengesetzten „Laster" genannt werden können, so erhellt also auch aus diesem, daß neben Meinen 3 oder 7 Eigenschaften als „göttlichen Eigen-schaften" es ebenfalls ebenso viele höllische geben kann, welche bei der Erschaffung von materiellen und immateriellen Wesen und Gegenständen deren Verschiedenheit mitbe-dingen. Nun gehen wir um einen Schritt weiter und sagen ferner: alle euch bis jetzt chemisch bekannten Elemente, sei es des Erdkörpers, der darauf lebenden Wesen, selbst des Lichtes, bis auf die von euch festgesetzten und euch unauflösbaren Elemente sind zusammengesetzt eben aus materiellen noch feineren Atomen und Elementen, die materiell teils Meine und teils die entgegengesetzten Meines Gegners repräsentieren. Ihr könnet euch auf die Entsprechungs-Sprache nicht berufen, denn ihr verstehet sie nicht; aber seid versichert: sie existiert deswegen doch, und wird euch einst als Geister in höheren Sphären wohl verständlich werden. Wenn ihr nun einen Gegenstand oder was immer betrachtet, so müsset ihr dabei stets denken: dieses Ding oder Wesen ist zusammengesetzt aus Geistig-Gebundenem, als Materie sichtbar oder fühlbar, es enthält Elemente, die dem Einen wohltuend, dem Andern schadend auftreten können; es enthält geistige Eigenschaften, welche mittels anderer Pro-zesse, wie z.B. durch chemische, von einzelnen Eigenschaften befreit, oder welchen auch andere hinzugefügt werden können, was dann den Gegenstand oder das Wesen zu etwas Anderem macht als es früher war. Sehet, so habt ihr alle eure Prozesse der Scheidekunst erklärt; denn die Scheidekunst kann Alles verändern, aber gänzlich vernichten nichts, weil Ich der Grund alles Geschaffenen, ein unendlicher ewiger Gott bin. Euere ganze Apotheke gründet sich darauf, nur hat ‘selbe den speziellen Zweck, die Dinge so zu bereiten, daß selbe für Tiere und Menschen in Krankheitsfällen tauglich seien. Um euch alles dieses noch deutlicher zu erklären, so erinnere Ich euch an den Regenbogen, wo ihr ebenfalls aus dem weißen Lichtstrahle hervorgehend zuerst die drei Grundfarben, und dann durch deren Mischung miteinander die sieben Farben erhaltet, wo ebenfalls eine jede Farbe eine andere Eigenschaft ausdrückt, und auch ein jeder Strahl chemisch zersetzt — wenn es euch möglich wäre — andere magnetische und elektrische Resultate zeigen würde. Hier ist der Lichtstrahl bloß durch Wassertropfen und prisma-tisches Glas gebrochen oder zerteilet erklärt; wie aber seine Eigenschaften in allen Gegenständen anders sich brechen, selbst in eurem Auge, in dessen verschiedenen Substanzen und in der Regenbogenhaut, das könnet ihr wohl bemerken; aber doch nicht bei einem einzigen Blick in die freie Natur enträtseln, welch komplizierter Prozess da in eurer Organisation vorgeht, nicht zu berechnen den geistigen Eindruck auf Seele und Geist. So stehet ihr überall blind vor Allem (in Bezug auf das Eigentlich-Wesentliche), und wäre es nicht „Mein Wort", das euch manchmal den Schleier Meiner Schöpfung lüftete, ihr wüsstet noch gar nicht, was Leben ist, warum ihr lebet und was die euch umgebende Natur euch sein soll. Nun, nachdem mir genug angedeutet haben, was denn eigentlich die Bestandteile eines jeden Dinges oder lebenden Wesens sein könnten, so gehen wir wieder zu unserer ersten Frage über: was heißt also „heilen"? Sehet, „heilen" heißt also nichts anderes als durch andere Mittel, die einem Kranken gegeben werden, die in ihm fehlenden Eigenschaften wieder zu ersetzen, deren Mangel seine Krankheit hervorgerufen hatte, und so den wahren Ausgleich in Organisation wieder herzustellen. Nun, um euch einen kurzen Begriff (oder eine Ahnung des Göttlichen) von allem Geschaffenen zu machen, so will Ich euch nur sagen, daß ihr gar keine Idee — keine Vorstellung habt und je haben könnet davon, was für Elemente nur zu einer einzigen Faser eurer Nerven gehören, um selbe zu dem zu machen, was sie im Körper sein soll. — Eben dieses Nichtwissen bedingt beim kurzsichtigen Menschen das Probieren, er sucht zu helfen, wendet Arzneimittel an, und Ich sage es euch: er weiß selbst nicht, was er dabei eigentlich tut; denn nur die Wirkungen steht er; das „Warum" aber kennt er nicht. So geschieht es auch, daß oft Mittel angewendet werden, die zerstören statt aufzubauen, oder die — wie die den Meinen entgegengesetzten Eigenschaften — als Hass, Zorn ect. in dem Organismus einen Drang hervorrufen, das Fremdartige augenblicklich zu entfernen, welches im Körper und für ihn in diesem Augenblicke — als Gift anzusehen ist. Hier ist es die Natur oder das Gesetz, nach welchem jedes Individuum gebildet ist, welches — angespornt durch den Mißbrauch seiner eigenen Individualität — mit Zorn entfernt oder ergänzt, was dem Organismus im Ganzen schädlich werden könnte. — Die einen Ärzte wollen zum Zwecke kommen, indem sie der Seele Elemente bieten, womit sie sich selbst helfen soll, dies ist wenigstens der kürzere Weg; die Andern wollen erst den materiellen Organismus auf die Beine stellen, wo dann die Seele von selber gesund werden solle. Beide übrigens, wenn sie auch reüssieren, wissen nicht, was sie getan haben; denn sie kennen die eigentliche Wirkung ihrer Medikamente nicht, welche geistige Eigenschaften dieselben eigentlich besitzen, und wie diese entweder helfend oder zerstörend doch zur Herstellung der Gesundheit beigetragen haben. Nicht ein einziges Mittel könnet ihr Mir vorführen, wo ihr Mir sagen konntet: „ich kenne den geistigen Prozess, welchen es im menschlichen Organismus oder in jedem einzelnen Organe hervorbringt." Den geistigen Prozess euch faktisch zu zeigen, ist selbst Mir nicht möglich, jedoch ahnen könnet ihr ihn, und eben diese Ahnung genügt schon, um von der Wichtigkeit, von der Tragweite eines jeden Schrittes, welchen ihr als „Heilende" tuet, euch zu überzeugen, wie ganz eigens Alles gebaut, Alles gestaltet ist, und daß — wenn es euch glückt Jemanden zur Gesundheit zu verhelfen, ihr unbewußt getan habt, was ihr nie ergründen werdet; denn das klare Wissen in diesem Punkte hieße in Meine schöpferische Macht selbst eingreifen, was endlichen (Wesen oder) Kreaturen nie möglich sein wird. So sehet ihr, wie groß (!) eigentlich euere Wissenschaft hierin ist, nicht daß ihr den Grund der Krankheiten nicht immer oder sehr selten richtig beurteilet, sondern auch die Mittel sind nicht immer die rechten, und wie selbe eigentlich geistig wirken, ist euch gänzlich unbekannt; denn dazu gehören weit feinere Gefühle und geistige Augen, um die Mängel zu erspähen, d.h. was eigentlich normaler Stand, was Überfluß von geistigen Elementen in einem Organe ist, und wie dort das Gleichgewicht wieder hergestellt werden kann! Beweise zu dem Gesagten sind die Verordnungen der Schlafwachen (Somnambulen), welche mit schärferen Sinnen begabt Dinge verordnen, sowohl für sich als für Andere, die nach eueren Begriffen oft dem gesunden Menschenverstände widersprechen, und doch zur Heilung beitragen. Ihr begnüget euch höchstens mit der Schluß-Formel: der Arzt „kuriert" und die Natur „heilt". Ja, der Arzt will helfen, und die ewigen geistigen Gesetzt, welche jedem Individuum oder Wesen sein gewisses Quantum von Meinen Eigenschaften in Materie verkörpert angewiesen haben, diese Gesetze heilen, d.h. stellen am Ende ein Gleichgewicht in der Assimilation wieder her, wenn nicht der Mensch von den entgegengesetzten sieben Leidenschaften soviel verkörpert in seinem Organismus hat, daß kein Ausgleich mehr möglich, sondern das Schlechte, die Oderhand gewonnen hat, was dem Verfalle oder der gänzlichen Auflösung gleich zu betrachten ist. — — — So, Meine Kinder, sehet ihr, wie weit über den sichtbaren Elementen noch ein Cyklus unsichtbarer, unwägbarer Elemente besteht, deren verschiedene Verteilung und Vereinigung das Entstehen, Bestehen und Verwandeln bewirkt, wenn nicht die negativen oder schlechten, ebenso feinen Substanzen — Produkte der bösen Eigenschaften, den Prozess der drei Stadien: Entstehung, Entwickelung und Auflösung beschleunigen, ebenso sehet ihr, wie viel Geistiges unter materieller Hülle verborgen liegt, wo von einem wirklichen Wissen noch lange keine Rede ist; denn der Arzt weiß nicht, was er tut, der Apotheker weiß nicht, was er zusammen mengt, und der Kranke weiß nicht, welch geistigen Prozeß das ihm Gegebene in seiner Organisation hervorbringt. Deswegen ermahne Ich euch: „Seid nicht so stolz auf euer Wissen!" es ist nicht weit her und reicht nicht weit hin, seid bescheiden! und setzet immer voraus, daß der Größte unter euch noch sehr klein vor Meinen Augen ist, wenn er nicht demütig seine Unwissenheit eingestehen will. Es gibt noch gar Vieles in Meiner Schöpfung, wo alle euere Gelehrten mit dem Verstande Nichts herausfinden werden, während mit dem Herzen, mit der vertrauenden Liebe zu Mir sich die geistige Sehe öffnet, und auch wenn nicht klar sehen — doch ahnen läßt, was noch hinter dem Sichtbaren verborgen ist, und wie das Alles nach und nach auf ganz einfache Prinzipien, auf ganz einfache Gesetze Meiner Liebe und Meiner Weisheit sich zurückführen läßt, die stets wirkend, doch (offen oder wenigstens verdeckt) die Hauptursachen alles Bestandes, aller Entwickelung und aller Vervollkommnung sind. Die Harmonie Meiner Gottes-Eigenschaften, die Einheit Meiner Dreifachheit, findet ihr in Allem wieder. In den Umläufen der Planeten und Welten, in ihren Entfernungen, in den Einteilungen des menschlichen Alters, in dem materiellen und geistigen Verbände des menschlichen Wesens, in den Farben ergötzen sie euer Auge, in den Tönen erfreuen sie euer Gemüt, und erheben euch weit über die Materie hinaus; ein leises, sanftes, geistiges Rauschen ungeahnter Wonnen durchzieht die Seele, die sich diesen Eindrücken hingibt, sie weiß nicht, wie ihr ist, was ihr geschieht, sie findet keine Worte für diese Sprache, und doch versteht sie diese symbolische Deutung. Sehet dieses und noch mehreres liegt nur in dem Grundgesetze der harmonischen Einigkeit Meiner Eigenschaften. Wo diese vorwalten, da Herrscht geistige Harmonie, geistige Gesundheit, und wo diese Geister im materiellen Körper das rechte Maß behalten, ist ebenfalls Gesundheit, der Mund spricht sie aus, das Auge zeigt es, und die ganze menschliche Gestalt als Ebenbild der Meinigen zeigt euch in harmonischen Linien das ganze Ebenmaß und die große Einigkeit von Körper, Geist und Seele, wie selbe die Dreieinigkeit Gottes im Menschen vorstellen soll. Der Körper soll das äußere Ebenbild einer in ihn, wohnenden Seele sein, welche durch den (in ihr wohnenden) Geistfunken göttlichen Ursprunges beide veredelt und zur geistigen Würde erhoben hat, wo dann alle diese sanften und feinen Elemente des geistigen Sieben-Gestirnes durchschimmernd erkennen lassen, daß keine Decke, keine Überkleidung so dicht ist, welche nicht den Adel durchblicken läßt, wenn er im Innern seinen Sitz hat. Geist ist Alles (im Grunde*), --- *) man sehe darüber besonders in Nr. 37 u. 47 Näheres. D. Hsg.) geistig baute sich die Schöpfung auf, geistig muß die Materie wieder werden, und geistig sind die geschaffenen Kreaturen, geistig können sie zwar auch erkranken, und unreif der Verwandlung entgegengehen; aber auch nur geistig geheilt werden, und zwar mit solchen Mitteln, die am meisten geistig sind und geistig wirken können. Suchet daher, ihr Heilkünstler, den geistigen Verband eines jeden Hilferufenden zu ergründen, suchet unter eueren Mitteln die sanft-zarten, nicht die entgegengesetzten, Leidenschaften aufregenden Mittel, wie Gifte oder fremdartige Elemente des menschlichen Organismus, sondern versuchet zu erforschen, welche Bestandteile der ganzen Apotheke eueren Kranken anpassen, damit ihr nicht eine Krankheit heilet, aber durch die eingegebenen Heilmittel den Stoff zu Anderen im menschlichen Körper zurücklasset. Nicht augenblickliche Heilung zeigt die bewährte Tüchtigkeit eines Arztes — nein! sondern Herstellung eines gestörten Organismus in normalen Zustand, so daß er nicht so leicht wieder zer- und gestört werden kann; dieses sei euere Aufgabe, wozu ihr durch freiwillige Widmung berufen seid! So gehet ihr mit Meinen Gesetzen Hand in Hand, euer Urteilsvermögen wird dadurch geschärft werden, besonders wenn ihr euch herbeilasset zu glauben, dass ihr wenig oder gar nichts wisset, und daß, um den Schleier der Isis zu heben, noch gar Vieles entdeck! und gelernt werden muß, damit nicht der menschliche Körper samt seiner einfachen und doch sehr komplizierten Organisation ein ewiges Rätsel bleibt, weil ihr nur immer am toten Körper mehr zu lernen glaubet, und dabei die Lebenden ernst und aufmerksam zu beobachten außer Acht lasset. Ich müßte ja kein Gott sein und Meine Schöpfung keine göttliche, wenn Ich von euch winzigen Kreaturen in der kurzen Spanne eures Lebensalters schon ganz durchschaut würde. Daß es eine andere, geistige Welt gibt, das könnet ihr bei jedem Pulsschlage des menschlichen Herzens entdecken, oder bei Untersuchung der Lebenswärme, oder bei jedem Geburtsfalle; überall leuchtet euch da ein mysteriöser Funke in ein großes Labyrinth hinein, wo — wolltet ihr sehen — so Manches euch zu andern Gedanken bringen könnte. Schauet euer Gehirn an, seine Windungen, seine Bestandteile ec., und saget Mir doch aufrichtig: wo sitzt denn der Gedanke, wo die Lebenskraft zu denken, zu schließen, wo ist der Sitz jener hohen Ideen, die ewig die einzigwahren bleiben werden, die Ideen eines Schöpfers, die Wunder der Sternenwelt, die unerschöpflichen Prachtwerke des Mikro- und Makro-Kosmos? Erhebet euren Geist hinweg vom Materiellen; denn dort findet ihr nichts Geistiges mehr, wo das Leben längst entflohen ist, wo der Pulsator, welcher durch alle Räume des (Mikrok.) Leibes- Universums Leben verbreitet, eben stille gestanden, um neue Vorbereitungen zu neuem Leben zu beginnen. Erhebet eueren Geist! es ist umsonst, die Welt besteht, aber sie besteht nicht so, wie ihr sie glaubet, sie besteht nach anderen Gesetzen, nach Gesetzen der Liebe und Harmonie ; nicht Zufall mengt die chemischen Elemente zusammen, daß sie euere Kali’s und Oxyde bilden, es ist ein ganz anderer Zug, welcher alle Elemente zu verbinden sucht zu einem harmonischen geistigen Ganzen, wozu in jedes Atom, in jede Kreatur schon bei ihrem Entstehen der Grund gelegt ist; diesen Grund zu befestigen, wenn er gestört ist, sei euere Aufgabe, diese Harmonie wieder herzustellen, wo andere geistige Elemente Disharmonie hervorgebracht haben, dieses sei euer Lebensberuf, damit das wahre, gesunde, geistige Leben wieder erblühe, welches z.B. den Menschen zum Menschen macht und ihn befähigt, seiner geistigen Mißton obzuliegen, welcher ihr als Menschen nachkommen müsset, wollet ihr euer Ziel als Geister, und eueren Zweck als Ärzte erreichen, damit nicht „der Arzt kuriere" und „die Natur heile", sondern der Arzt „Heiland" werde, wie Ich es bei Meinem Erdenwandel war, wo Ich zwar kranke Leiber gesund machte, aber auch desto mehr Geistiges ausstreute, Geistiges erweckte, und zum ewigen geistigen Fortschritte den ersten Impuls gegeben habe. — Hier habt ihr ein Wort zur Darnachachtung, leget es nicht bei Seite, es ist viel darin für den. der die ganze Bedeutung eines Wortes zu bemessen weiß, welches Ich zur Verständigung und ewigen Richtschnur gegeben habe, damit auch die größten Gelehrten doch stets eingedenk fein sollen dessen, was einst Mein Apostel Paulus sagte, als er ausrief: „All unser Wissen ist Stückwerk!" Amen.
Empfangen vom Herrn durch Jakob Lorber, Graz, am 7. Februar 1841.
Das ihr da Wissen möchtet, ist einerseits ein gar kleinlich Ding, wie es ist von der entgegengesetzten Art auch gerade von keiner großen Bedeutung*) --- *) d.h. in geistiger Beziehung. D. Hsg.); denn nehmet einen Baum, der da hätte in sich einen üblen, verderblichen und sogestalt seiner Natur gar nicht zusagenden Saft aus dem Boden der Erde an sich gesogen, so werdet ihr bald an dem Baume sehen, daß seine Blätter ganz verkrüppelt und welk zum Vorscheine kommen, und noch überdies seine Zweige, Neste und Stamm mit allerlei Miss- und anderen After- und Schmarotzer-Pflanzen umgeben werden. Wenn Jemand irgend eine auch nur oberflächliche Kenntnis von der Baumzucht besitzt, so wird er den sicheren Schluß machen, daß da was immer für eine Aufpfropfung anderer Gewächse, die an und für sich noch kränker und schwächer sind als diejenigen, dahin sie gepfropft werden sollen, den zupfropfenden Baum sicher nicht gesund machen werden, sondern es wird eines das andere am Ende gänzlich zu Grunde richten. Oder wird derjenige, dem irgendein Gift beigebracht wurde, wohl geheilt werden durch dasselbe Gift, das ihm ohnehin schon den Dreiviertel seines Lebens genommen hatte? Da wird diese Nachgabe desselben Giftes wohl hinreichend werden, dem Vergifteten noch das letzte Viertel des Lebens zu nehmen (oder doch es zu verderben). Oder könnet ihr in geistiger Hinsicht euch je eine größere Narrheit denken, als so Jemand zu einem Sünder sagen möchte: „Höre Freund! sündige du nur zu, und du wirst durch die hinzukommenden Sünden sicher die alten vertilgen; und so du ein Unzüchtler bist, so tue so oft du kannst deiner Leidenschaft Genüge, und du wirst dich überzeugen, daß du gerade auf diese Art am ehesten und leichtesten den Sieg über dich und dein Fleisch davontragen wirst." Und sehet, dieser hat dem Freund einen artigen Rat gegeben; er ist auf diese Art von Einimpfung der Sünde in sein Fleisch von der Sünde losgeworden, weil die Leidenschaft und die lebendige Fähigkeit des Fleisches dadurch wirklich getötet worden sind! Aber nun fraget euch selbst, ob dieser Mensch nach getreuer Befolgung dieses Rates den Sieg des Lebens oder den Sieg des Todes über sich erfochten hat? Ist es denn nicht offenbar, daß man mit dem Werkzeuge des Todes niemals gegen den Tod, sondern sicher allezeit nur gegen das Leben kämpfet. Und der sich nun mit diesen Waffen den Sieg über sein Fleisch erkämpfet hat, der hat wahrlich das Leben getötet und hat auf diese Art dem Tode den Sieg über sich eingeräumt. Denn ihr müsset euch erinnern, dass ein altes Sprichwort noch hie und da unter dem Volke vorkommt, das da sagt zu einer alten Hure oder zu einem alten Bocke: „Siehe die oder den hat die Sünde verlassen!" Nun aber frage Ich. in welchem Verhältnis steht der zum Leben, den die Sünde für sich schon zu schlecht findet? Oder braucht der Tod die Toten gefangen zu nehmen, die lange schon seine Beute geworben sind? Ich aber sage: der Tod geht allezeit auf das offene Feld des Lebens und sucht sich da reichliche Beute für seine Kammern des ewigen Verderbens. So aber Jemand das Leben will erhalten, der muß ja lebendig mit den Waffen des Lebens gegen die Sünde, welche eine vernichtende Waffe des Todes ist, kämpfen. Und so er mit dem Leben in sich ein Meister der Sünde geworden ist, und hat dieselbe übermunden in der Fülle des Lebens, der ist dann doch nur ein Held, der sich mit dem Leben das Leben erkämpfet hat; und wer da gibt das Leben für das Leben, der tut ja wohl, und ist Einer, der da ist voll Weisheit und voll Liebe und voll Lebens; aber wer das Leben gib! Für den Tod, wie ist der ein großer Narr! Und wie wenig Licht des Lebens muß dem zu Eigen sein, der das Licht flieht und die Finsternis sucht. O sehet, gerade so, wenn ihr es genau erwägen wollet, verhält es sich auch mit der oben erwähnten Pockenverhinderung durch das Einimpfen; denn die Pocken sind ein angeerbtes Übel der urgeschlechtlichen Unzucht, die von Zeitperiode zu Zeitperiode dann bei den jüngsten Nachkommen ausgereift werden, und haben mit dem ebenso genannten tierischen Übel, das besonders dem Rinde, den Schafen und Ziegen eigen ist, und durch den Stich eines gewissen Insektes bewerkstelligt wird, nicht die leiseste Ähnlichkeit! — Wie sollte demnach der Eiterstoff aus den Pocken der Kühe ein Verwahrungsmittel sein gegen die so genannten Blattern, die sich bei den Menschen einfinden?! — Ich sage euch, diese Behandlung hat noch niemals die Früchte getragen, von denen die (dumme) Menschheit geträumt hat, und hat der vermeinte günstige Erfolg keinen anderen Grund, als entweder den durch diese Handlung begünstigten und fixierten Aberglauben, was jedoch seltener und seltener wurde, da überhaupt (nun nahezu) jeder Glaube bei den Menschen verschwunden ist, und an seine Stelle das so genannte reine Wissen (?!) gekommen ist *); --- *)welch mächtigen Einfluß Gemüts Affekte selbst auf den Organismus haben, ist ja bekannt, was z.B. Furcht oder Schreck vermag, mir »innern z.B. nur an die Entstehung von Muttermalen (siehe darüber in der Erde, Nr. 5 uns. Schriften, wo die Seelenlehre oder Psychologie eingehender behandelt ist); oder es ist eine solche Behandlung vorgenommen worden an solchen Kindern, die ohnedies auch so durch ihr ganzes Leben aus doppelten Rücksichten hätten mögen verschont werden, d.h. es ist eben die Generation mit dem Keime dieses Übel s behaftet noch nicht zum Standpunkt der Reife gekommen, oder irgend welche Kinder waren von Grund aus nicht mit dem Keime dieses Übels behaftet. — — die beruhigende Wirkung des Impfens bei einer Pockenepidemie wäre sicher ebenso erreichbar durch irgend einen anderen autorisierten Wahnglauben, der vielleicht noch lächerlicher aber weniger schädlich wäre, als der Impfwahn — aber gewiß am allerwirksamsten ist die volle Kenntnis der Wahrheit, und im Falle einer Gefahr die Stärkung des lebendigen wahren Glaubens und Vertrauens (wie der Herausgeber aus eigener Erfahrung bezeugen darf), doch kann dasselbe durch richtig gewählte natürliche Mittel unterstützt werden; Winke in dieser Beziehung finden sich in einem späteren Abschnitt dieser Schrift. (14 J. später) Indessen ist die Hypnose von der Wissenschaft aufgenommen, und gibt die besten Beweise in unserem Falle! Die Wissenschaft wird die geistigen Einflüsse noch weiter zugeben müssen. D. Hsg. Sehet, wenn irgend solchen Kindern eine solche Narrheit eingeimpft wurde, so konnte sie freilich leichtlich Zeuge sein von der Untrüglichkeit dieser Behandlung, im Gegenteil aber die Geimpften zur Zeit der Ausreifung eines solchen Übel s davon ebenso gut befallen werden als diejenigen, an denen eine solche Behandlung nicht verübt wurde. Daß man aber dann solche wirkliche Pocken von ärztlicher Seite nicht für Pocken, sondern für einen anderen pfiffig ersonnenen Ausschlag erklärt hat, geschah — wie ihr leicht erraten könnet — nämlich zur Rettung der ärztlichen Ehre. Nun fraget euch selbst, wenn ihr dieses voraussetzet, was Ich euch hier gefugt habe, und dabei nur einen kleinen Blick auf euere Erfahrungen werfet, wozu diese Mißhandlung der Kinder wohl taugen möge?*) --- *) zur Demütigung des Menschendünkels, und besonders der Ärzte, wenn später die Wahrheit siegt, dann wird auch diese die gute Selbst-Erkenntnis fördern, das der Mensch nichts weiß! D. Hsg. Daß sie nichts nützt, davon könnet ihr vollkommen versichert sein, daß sie aber in vieler Hinsicht dem Menschengeschlechte schädlich ist, ein mattes, abgespanntes Leben bewirkt, Unlust, Untätigkeit, Abgespanntheit der tätigsten Organe des Lebens, und besonders bei dem weiblichen Geschlechte der Geilheit gleich einer spanischen Fliege förderlich ist, dessen könnet ihr versichert sein; denn so ihr das nicht glauben möget, da nehmet die Geschichte zur Hand und vergleichet euere geimpften Nachkommen und auch euch selbst mit jenen vorzeitlichen Generationen, so wird euch doch gewiß und sicher der himmelhohe Unterschied bezüglich der Gesundheit und natürlichen Lebensdauer in die Augen springen. Ich sage euch, so ihr einen Stein ausbohret und gebet in das gebohrte Loch einen Tropfen ätzenden Giftes nur, untersuchet dann den Stein in 20 Jahren, und ihr werdet euch bald überzeugen, welche verderblichen Folgen dieser Tropfen Ätzgiftes in dem Steine hervorgebracht hat, der doch gemacht ist in seiner Natürlichkeit Jahrtausenden zu trotzen. Wenn nun aber dem zarten Organismus des Menschen der Verwesung ätzend Sauergift eingeimpft wird, da wird’s euch wohl nicht schwer werden, auf dieses Problem die passende Antwort zu finden. — Ihr werdet nun freilich fragen, und zwar mit Recht und gutem Grunde, daß Ich euch dagegen zeigen möchte ein anderes Mittel zur Verhinderung oder schadlosen Abtreibung dieses Übels; da Ich doch als einziger und alleiniger Erschaffer aller Natur auch alle Natur einzig und allein am allerbesten kennen muß, — und Ich sage euch, daß Ich auch dieses euch tun will; sage euch aber im Voraus, daß Meine naturmäßigen Mittel mit den geistigen stets gleichen Schritt halten, und so gibt es da keine Universalmedizin, weder für den Geist noch für den Leib. So ihr euch nur ein wenig umsehet auf dem Wege, der da vorgezeichnet ist von Mir zur Erlangung des ewigen Lebens, als stets nur einer und derselbe einfache Weg der Selbstverleugnung und Meiner getreuen Nachfolge, so werdet ihr da sicher nur einen und nicht mehrere Wege entdeckt haben, und das zwar wahrlich aus dem sichern Grunde, weil Ich ganz allein, somit nur Einer, und also ein Weg bin, und bin die alleinige Tür in den Schafstall; und daß es also ist, könnet ihr nicht anders umhin als zu glauben, daß es so ist. Welcher von euch möchte da wohl behaupten, daß es außer Mir noch andere Wege gebe, um zu Mir Selbst als Urquell alles Lebens zu gelangen? Ist denn aber nicht das Leben des Geistes vorzüglicher, denn das Leben des Leibes? oder ist das Leben des Leibes nicht durchaus bedingt durch das Leben des Geistes? (und durch dessen Hülle, nämlich die Seele. D. Hsg.) So ihr aber wisset, daß es für den Geist, wenn er auch — wie immer — krank geworden ist, nur ein Mittel zu seiner Wiederherstellung gibt. aus welchem Grunde solle es denn für das zeitliche Werkzeug des Geistes, dessen Regsamkeit durch denselben bedingt ist, bei allfälliger Untauglich- oder Krankwerdung andere und mehrere Herstellungsmittel geben, als für das Prinzip des Lebens selbst? Sehet hin, da Ich unter den Menschen wandelte auf der Erde, welchen Arzt habe Ich zu Rate gezogen, und welcher Apotheke habe Ich Mich bedient, um irgendeinen Kranken sowohl geistig als leiblich zu heilen? Und welches Arztes und welcher Apotheke haben sich alle Mir vertrauenden Jünger bedient, da sie dasselbe taten, das Ich getan habe? Nun frage Ich euch, bin Ich denn schwächer geworden, oder habe Ich Mich verändert, oder ist Mein Wort nicht mehr dasselbe Wort voll Macht und Kraft und Heiligung für Geist und Leib?! O Ich sage euch, es ist dem wahrhaft nicht also! Ich bin noch immer Derselbe! nur mit dem Unterschiede, daß Ich damals nur jene Menschen heilte, die mit einem lebendigen Glauben sich Mir genähert haben, und Mich darum noch obendrauf lange bitten und beschwören mußten, bis Ich sie erhörte; jetzt aber darf Ich es gar nicht mehr auf eine vertrauensvolle Liebe ankommen lassen, und noch weniger auf eine feste Beharrlichkeit des Glaubens, sondern muß helfen, da Ich nicht gebeten werde, und muß denen heilsam beispringen, die den Glauben gar nicht kennen, damit nicht Alles samt und sonders verderbe und verloren gehe. Sehet, wer demnach jetzt nur mit einem kleinen Vertrauen und geringer Bitte zu Mir kommt, den werde Ich gewiß nicht verlassen und ihm helfen in jeder seiner Nöten, da Ich oft genug Meinen Spöttern und Verächtern sogar noch Hilfe angedeihen lassen muß. Sehet, dieses Mittel, das Ich euch soeben angezeigt habe, ist das aller - probateste, und für den, der eines festen Glaubens ist und v o l l Vertrauen und Liebe z u Mir, wahrlich, wenn Ich ihm nicht helfen werde, so möge er sich mit allen Giften der Welt einimpfen, assimilieren und einnehmen alle Medizinen aller Apotheken der Welt, und fressen gleich einem Ochsen die heilsamsten Kräuter, so wird dieses Alles ihm gerade soviel nützen, als einem Totenschädel ein Balsamtropfen. Ich sage euch, ihr könnet den Toten sieden und braten in lauter Lebens-Essenzen, und werdet nicht eine Fieber an dessen Leibe beleben, den ihr einer solchen heilsamen Kochanstalt anvertraut habt; aber höret: Mein Wort aber vermag wohl den Toten die Gräber zu öffnen, und in den Moder ihrer Verwesung neues und ewiges Leben zu hauchen. Daher, so ihr dieses Universalmedikament kennet, daß es zu allen Zeiten die wunderbarsten Heilungen und sogar Totenbelebungen bewerkstelligt hat, was verleitet euch denn, dasselbe jetzt um so wirksamere Mittel hintanzusetzen, und euch dafür mit allerlei Dreck des Teufels zu beschmieren, damit er euch helfe?! O Ich sage euch, vergleichet nur euere Lebensdauer mit der Lebensdauer der Alten, und so werdet ihr gleich finden, zu welchem großen Gewinne es die Verfeinerung euerer törichten Heilkunde gebracht hat. Oder gehet hin in jene Gegenden der Erde, da die Menschheit von der ärztlichen Hilfe noch gar nichts kennet, so werdet ihr finden, daß in einer solchen Gegend die Men-schen von einer Krankheit fast gar nichts, am allerwenigsten aber von einer allgemeinen wissen, und besonders wenn ihre Lebensweise sittlich rein und einfach ist. Desgleichen tuet auch ihr: lebet möglichst einfach! Stopfet eueren Magen nicht unnötigerweise mit allerlei Unrat aus allen bekannten Reichen der Natur, sondern genießet das dem Leibe wohltut: Eine einfache Kost (hpts.) aus dem (dazu) bestimmten Reiche der Pflanzen (besond. Früchte) und (auch) von denen nur diejenigen, die von Alters her schon für das nährende Brot dem Menschen bestimmt waren. Und das versteht sich von selbst: Alles mit gerechtem Ziele und Maße! so könnet ihr versichert sein, daß euer Leib durch’s ganze Leben von keiner Krankheit geplagt sein wird, und ihr dadurch ohne alle Impfung und andere ärztliche Tollheit ein für euch unbegreiflich hohes Alter erreichen werdet; und wenn Ich dann einen solchen Menschen abberufen werde von dieser Welt in Mein Reich, so wird es geschehen so leicht als wie Jemand gar süß einschläft, nachdem er den ganzen Tag über treu, redlich und fleißig gearbeitet hat. So ihr aber alles dieses unterlasset, und dafür euere Zuflucht nehmet zu Impfungen und allerlei Medikamenten, so kommt am Ende als Folge nichts Anderes heraus, als daß ihr für’s Erste — bloß in natürlicher Hinsicht betrachtet — schon in den Jahren euerer Jugend Greise werdet, und büßet oft einen Sinn um den andern ein, und werdet blind, taub, presthaft, verlieret euere Zähne, euere Verdauung, wie auch alle heitere Frische des Lebens, so daß ihr im vierzigsten Jahre eures Lebens mühseliger und krüppelhafter seid, als die Alten im hundertsten Lebensjahre waren; und an allem diesem ist Niemand Schuld als euere eigene Blindheit. Sehet, es geht damit gerade so zu, als so die menschliche Albernheit bei einer nächtlichen Reise in allerlei sehenden und ahnenden Unsinn verfällt, da sie dann am Tage selbst darüber waidlich lachen muß und nicht begreifen kann, einen Baumstrunk für etwas ganz Anderes angesehen zu haben, als eben für einen Baumstock, anderer nächtlicher Torheiten nicht zu gedenken! So ihr aber Mein Mittel im Ernste gebrauchen wollet, so wird auch bei euch der Tag kommen, da ihr einsehen werdet, was für einen Schatz die Welt an ihren unzähligen Torheiten besitzt. Wenn Ich aber sage, daß Ich überall und in Allem und Jedem helfen kann und helfen will, da Ich in allen Meinen Verheißungen getreu bin, so glaubet es, daß Ich Jedem auch bereitwillig in Allem und Jedem sicher helfen werde, so er nur glaubt, daß es also ist, und daß außer Mir an keine Hilfe zu denken ist, sowohl in leiblicher, als vorzugsweise in geistiger Hinsicht. Sehet, die Alten, wann sie schwach geworden sind durch eine eingerissene Sünde, so fasteten sie und taten Buße. d.h. durch’s Fasten gelangten sie wieder zur freien Tätigkeit des leiblichen Organismus, und durch die mit demselben verbundene Buße im Glauben richteten sie ihren Geist wieder auf, und wurden dann wieder Menschen kräftigen Leibes und lebendigen Geistes. Ihr werdet fragen: wie so denn? wie ging das zu? Da sage Ich euch: es wird die Antwort nicht schwer werden: Der Magen ist ein natürlicher Handlanger zur Erzeugung nährender Säfte im Leibe. Wenn aber irgend fremdartige Teile sich im Organismus befinden (Material für Kranheitsstoff. D. Hsg.), so werden diese beständig in irgend einem organischen Engpasse festgehalten, so dann der Magen mit allerlei unnützer Speise angestopft wird und derselbe dadurch die Säfte mehrt und drängt, so daß die fremdartigen Teile, statt von ihrem Engpässe zurücktreten zu können und wieder dahin zu gelangen, von da sie weiter aus dem Leib befördert werden könnten, durch die unablässige Zudringlichkeit der Säfte an dem Ort, da sie sich befinden, auf dem Wege der Assimilation, nur potenziert und dadurch stets hartnäckiger werden; sehet, wenn da statt aller Einimpfung und Medikamenten die gerechte Diät oder Fasten ergriffen wird, und mit diesem verbunden ein fester Glaube und volles Vertrauen auf Mein Wort, daß auch dadurch der Geist als das Prinzip des Lebens gestärkt wird, da fraget euch leiblich und geistig, ob es mit einem solchen Menschen nicht besser werden solle? Ich sage euch, wenn sein Glaube und Vertrauen darnach ist, so möge aus der Verwesung selbst noch ein neues Leben erstehen. Wo aber solche Leibes- und Geistes-Buße mangelt, höret, da ist jeder Kurierte durch Impfung oder Medikamente nur ein waidlich Betrogener, denn da haben die Medizinen das Übel nicht aus dem Leibe geschafft, sondern haben es nur eingeschläfert oder verschleiert, — und glaubet es Mir, es wird sicher die Zeit kommen, da dasselbe Übel vielfach potenziert den Schleier durchbrechen, und dem Leibe und nicht selten auch dem Geiste den sicheren Tod bringen wird. Sehet, so verhalten sich buchstäblich und wahr die Dinge, wie Ich es euch gesagt habe. — Ihr aber führet euere Kinder und euch selbst zu Mir im Glauben und Vertrauen, und wahrlich sage Ich euch, ihr werdet euch überzeugen, daß Mein Impfstoff der beste ist! Amen. Das sage Ich, der große Universal-Arzt! Amen. Amen. Amen.
Allopathie, Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie, animalischer, animaischer und göttlicher Magnetismus.
Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer am 8. Juni 1878.
Hier habt ihr eine Menge Titel von Heilmethoden, die mit verschiedenen Mitteln den Krankheiten entgegenwirken sollen, welche ihr blinden, Menschen euch selbst durch Unachtsamkeit, Unverstand und Genusssucht aufbürdet. Alle diese Heilmittel, welche da oben angegeben wurden, haben neben ihrer von den Menschen gefertigten Klassifikation noch eine höhere, tiefere, die ihr nicht kennet, und die euch aufzudecken der Zweck dieses Wortes sein soll, damit doch die Menschheit einmal ersehe, mit welchen Mitteln sie hantiert, und warum so oft das Gegenteil als Resultat hervortritt von dem, was bezweckt werden sollte (oder wollte). Ich führte euch oben die aus fremden Sprachen genommenen Ausdrücke für gewisse Heilmethoden an, weil eben mit diesen Namen nicht allein die Heilart eines jeden Systems von dem andern strenge abgegrenzt ist, sondern weil auch ihr unter und mit diesen Namen euch besser zurecht findet, während — würde Ich die besser bezeichnenden (deutschen) Namen für diese Heilarten nehmen — die nötige Erklärung hinzukommen müßte, was Ich denn eigentlich damit meine. Da Ich aber am besten weiß, wie Ich mit euch verfahren muß, so habe Ich diese Titel gewählt, und ihr werdet von denselben aus in Meine Ansichten weit leichter eingehen, als von Meiner Beurteilung auf euere Begriffe zurückzugreifen. Euere Gelehrten und Mediziner haben Recht getan, wenn sie ihren Systemen und auch ihren entdeckten Dingen, Gesetzen z.B. zumeist Namen aus fremden Sprachen gegeben haben, besonders aus Sprachen verschwundener Völker, weil so — während der Forschungsgeist der Menschen stets Neues entdeckt — doch die Namen, mit denen er die entdeckten Dinge belegt, aus einer Sprache Herrühren, die keine Veränderung mehr erleidet, und so das Studium dieser Wissenschaften für alle Menschen, welcher Nation sie auch angehören, bei weitem erleichtert wird. Dieses lateinische oder griechische Benennen schadet dem Ganzen nicht, und nützt dem Studierenden, daß er nicht so viel Zeit nötig hat, um in seine Muttersprache Benennungen zu übertragen, welche in älteren Sprachen oft kürzer und einfacher als in seiner eigenen gegeben sind. Wie es nun die Gelehrten und Doktoren machen, so will auch Ich mit diesen Heilmethoden verfahren und will ihnen ebenfalls Namen aus alten Sprachen beilegen, welche eben neben der Bezeichnung auch das Wesen zugleich erklären sollen, warum, wie und wann ein Heilverfahren mit Erfolg gekrönt sein konnte oder nicht. Denn so wie euere Doktoren von dem perfekten Organismus eines menschlichen Körpers ausgehend auf dessen Fehler und Störungen schließen, sodann die nötigen Mittel anwenden, um die Ordnung wieder herzustellen, ebenso will auch Ich von den Grund-prinzipien Meiner Schöpfung als großem Lebens-Organismus anfangend euch klar be-weisen, warum der gestraft wird, welcher Meinen Gesetzen entgegenhandelt, und nur die Rückkehr zu Meiner Ordnung das gestörte Gleichgewicht zwischen ihm und Meiner Natur wieder herstellen kann. — Sehet, Meine Kinder, als Ich die materielle Welt ins Leben rief und zur ewigen Fortdauer, zum Wechsel und Erneuerung des Daseienden die großen Grundgesetze feststellte, nach welchen alles Geschaffene, Wesende sich gestalten, sich vervollkommnen und sich am Ende vergeistigen solle, als Ich dieses bestimmte, wie z.B. „das Licht", so mußte natürlich beim Lichte auch der Schatten, beim Guten auch sein Gegensatz das Schlechte, bei der Ordnung auch der Drang zur Unordnung, bei Gesetzen die Versuchung zum Dawiderhandeln entstehen. Denn nur so konnte die Materie, deren innerster Grund doch nur Geist ist*) --- *) man vergleiche die Naturzeugnisse, Nr. 47, 48, 8 u. D. Hsg., einer weiteren Ausbildung fähig sein, und wie — in der untersten Materie angefangen — kosmische Gesetze den freien Willen der höheren Klassen ersetzen müssen, so mußte ein Sündigen gegen das Gesetz, ein Kämpfen und Ringen zwischen Licht und Schatten, zwischen Gutem und Bösem, zwischen Rechtem und Schlechtem da sein, damit die auf diese Art erprobten Wesen als freie sich selbst gestalten, sich selbst ausbilden, sich selbst vervollkommnen können, und so durch die Materie das Geistige läuternd endlich wieder zu ihrem Ursprünge zurückkehrend die ganze Laufbahn als Prüfungs -, als Läuterungsweg erkennend das Ziel erreichen, wegen welchem die materielle Welt geschaffen wurde. Nun seht, alles Sündigen gegen Meine Urgesetze ist eben auch nichts Anderes als ein Krank werden, d.h. ein Stören der gerechten Ordnung. Dieses Stören kann herbeigeführt werden durch eigenes oder fremdes Verschulden, durch notwendig bedingte oder auch freiwillige Veränderungen des organischen Baues eines jeden Dinges; — denn „krank" heißt in diesem Sinne beim Steine ebenfalls, wenn er seiner primitiven Anordnung entgegen andere Verhältnisse eingehen muß, die zwar seine Veränderungen anbahnen, aber durch die inneren geistigen und äußeren materiellen Einflüsse bedingt, seine Auflösung, seine andere Bestimmung, seine Verwandlungen bestimmen und bezwecken müssen; denn so wie er geschaffen, konnte er nicht bleiben, da wie in jeder Kreatur beim ersten Atemzuge Tod und Leben miteinander kämpft, auch in ihm bei der ersten Minute seines Bestehens schon die Veränderungs-Gesetze auf ihn einwirken. Deswegen könnte man die Krankheiten oder Störungen des natürlichen Prozesses bei allem Geschaffenen in nötigt, bedingte oder freie und unfreiwillige einteilen; wie ja auch beim Menschen und bei jeder lebenden Kreatur der Tod oder Übergang von einem Stadium in’s andere der Abschluß ist des seit der Geburt angebahnten Störungs-Prozesses des Bestehenden, welcher ebenfalls im Anblick des Bestehens oder der Gesundheit, das ewige Verändern oder Krankheit bis zur Auflösung genannt werden kann. Nun, nachdem mir den eigentlichen Begriff von Gesundheit und Krankheit näher bezeichnet haben, so bleibt uns nur noch übrig, inwiefern denn diese von Geburt aus anfangende Krankheit oder immerwährende Störung des Lebens-Organismus gerecht, und inwiefern selbe nicht am Platze ist. — Alles was besteht, hat, wie Ich es vorher sagte, den Drang des Bestehens, des Veränderns, des Auflösens und des sich Vergeistigens. Einem jeden Dinge ist aber in seiner eigenen Organisation soviel Lebenskraft gegeben worden, daß die Zerstörungs-Einflüsse der Außenwelt nicht so schnell ihren Zweck ereichen können, sondern daß der Verwandlungs- und Auflösungs-Prozeß nur nach und nach. nach gewissen Alters- oder Entwicklungs-Gesetzen sich vollführen soll. Daher wird die Störungs- oder Krankheits-Periode eines jeden Dinges immer durch neu hinzukommende Lebenskraft so lange ausgeglichen, bis das Ding in der großen Kettenreihe alles Geschaffenen seinen Zweck erfüllt hat, zu was es geschaffen wurde. Das Beschleunigen dieses Prozesses durch künstliche Fehler gegen das angestammte Naturgesetz bedingt daher die uns sichtbare, näher tretende eigentliche Krankheit, oder die sichtbare Strafe gegen das Mißachten allgemeiner Naturgesetze. Der Mensch nun, welcher als letztes Glied der Schöpfungen auf eurem Erdbälle mit freiem Willen begabt tun kann was er will, dieser freie Mensch, durch seine geistige Gewalt und seine materiellen Leidenschaften gedrängt, wirkt in dieser Hinsicht am meisten ein, sowohl durch Verheerungen der Oberfläche der Erde oder durch Öffnen ihres inneren Schatzes, daß selbst die Erde*) --- *) welche als Ganzes ebenfalls ein lebender Organismus, „ein tellurisches Tier", (wie schon Keppler intuitiv erkannte) ist, Näheres siehe in Nr. 5 und 47. D. Hsg. in ihren Elementen krank wird, daß sie ihre Bestandteile — seien es ponderable oder imponderable — verändern muß, und so auch wieder auf ihre Bewohner rückwirkend auch diese krank macht, sie zum Auflösungs- und Veränderungs-Prozeß mächtiger antreibt und dadurch sichtbar hervortretende Krankheiten bei Pflanzen, Tieren und Menschen hervorbringt. — Um nun diese Störungen, Krankheiten genannt, wieder auszugleichen, bemühten sich die Menschen schon in frühester Zeit, heilende Mittel dagegen zu finden, welche ihnen wiedergeben sollten, was sie oft so leichtsinnig verloren haben, das ist die Gesundheit. Je mehr die Menschen in den ältesten Zeiten dem großen Schöpfungs-Plane gemäß lebten, desto weniger wurden sie krank, desto weniger störten sie den von der Natur angewiesenen Verlauf, der ihnen angewiesen war, um ihre Mission als irdische Menschen zu vollführen und die geistige leichter antreten zu können. Sie lebten im Einverständnisse mit der Natur, und ihr eigener Organismus unterlag keiner anderen Störung, als der gesetzmäßigen, welche durch Unbrauchbarkeit der Organe endlich den Tod herbeiführen mußte, da alle anderen Einflüsse durch tägliche Ersetzung von Lebenskraft wieder ausgeglichen wurden. Mit dem Entfernen von diesem Wege traten verschiedene Merkmale ein, welche das gesunde Leben der Menschen bedrohten. Je weiter die Menschen von den Urgesetzen abwichen, desto weniger halfen ihnen die einfachsten, natürlichsten Mittel zur Herstellung ihrer verlornen Gesundheit, desto kräftiger wirkende mußten sie suchen, weil die einfachen nicht mehr ausreichten. So sanken die Menschen herab, verkürzten sich ihr Leben und vermehrten sich ihre Leiden, und so entstand nach und nach das, was in früherer Zeit ein Jeder mußte, als Wissenschaft Einzelner, welche sich der Heilkunde ganz widmeten. Die erste und leichteste Methode zu heilen war natürlich für diese Heilkünstler: aus dem, was die Menschen krank machte, ebenfalls auch die Heilmittel zu suchen, und da die Menschen meist durch unmäßigen Genuß materieller Speisen und Getränke oft erkrankten, so suchte man auch dem Reiche, aus welchem die Speisen genommen, auch die Heilmittel. So entstand die „Allopathie", oder wie Ich selbe nennen möchte: „die Heilkunst mit der Materie". Materielles machte die Menschen krank, Materielles sollte sie wieder gesund machen, materiell waren sie selbst geworden, und so korrespondiert (für diesen Zustand) diese Heilmethode mit dem Organismus des menschlichen Körpers am besten, wobei der Mensch im Allgemeinen wieder materiell hergestellt wurde (d.h. damals war auch die richtige Erkenntnis des Wesens der einzelnen Kräuter etc. noch untrüglicher), um materiell sich von Neuem wieder ruinieren zu können. So ist auch heutzutage noch diese Heilmethode die weitverbreitetste, welche ihren Ärzten und Patienten für den Moment am leichtesten hilft. Je mehr die Menschheit in’s Materielle heruntersinkt, je komplizierter ihre Lebensweise wird, desto weniger greifen aber die früheren Mittel an, einen Organismus wieder aufzurichten, der so durch Unordnung zerrüttet ist; man griff daher zu Giften; denn die sanften, balsamischen Kräuter, die leichten Mittel reichen nicht mehr aus, den genußsüchtigen Menschen unter die Arme zu greifen, und so müssen Gifte ersetzen, was mildernde, unschuldige Mittel nicht mehr vermögen. Wenn nun den allopathischen Ärzten Viele sterben, wenn sie, so eine Krankheit heilend, zehn andere in den Leib des Leidenden hineinjagen, — Krankheiten, welche mit der Zeit erst wieder hervortreten müssen, — so ist es natürlich, daß die Lebensdauer des Menschengeschlechtes stets abnimmt, stets kürzer wird, und die Nachkommen der geschwächten Eltern stets kränker werden. Mitten in diesem materiellen Verfalle, welcher — wenn er so fort ginge — zum gänzlichen Aussterben der menschlichen Rasse führen würde, oder zur kürzesten Lebensdauer wie Eintagsfliegen, erbarmte Ich Mich der Menschheit und erleuchtete einzelne Männer*) --- *) Hahnemann, Meßmer, Priesnitz, Schroth, Rausse, Graham. Rikli etc. D. Hsg. , welche eine andere Heilmethode aufstellen sollten, die nicht auf den körperlichen Organismus des Menschen, sondern auf seinen seelischen wirkend und so durch eine höhere Potenz — die Seelenkraft (Lebenskraft) — den materiellen Körper und das Gleichgewicht in seinem Organismus wieder herstellen sollte. Diese Heilmethode nannte man, Homöopathie", oder wie Ich sie nennen möchte: „Seelen–Heil–Kunde", denn die Seele wirkt in und durch selbe gerade mit den nämlichen Mitteln im kleinsten Maße zur Heilung, welche im großen die Krankheiten hervorbringen würden — und warum? Ebendeswegen, weil in Meiner Natur nichts Schädliches ist, sondern nur in der Art und Weise, wie es gegeben und in Quantität und Qualität der Grund liegt, wo das Nämliche entweder Nutzen- oder Schadenbringend ist. Sehet, das Wasser ist gewiß nicht schädlich, im gerechten Maße gebraucht, und doch im Überflusse angewendet bringt es euch den Tod; und so Vieles. Bei den Arzneien, welche in der Homöopathie gegeben werden, wirkt nicht die Materie, sondern das Geistige der Materie nur; dieses Geistige aber hat sehr vieles Verwandte mit den Stoffen, aus welchen die Seele des Menschen und der Tiere zusam-mengesetzt ist, und wo bei Krankheiten das Eine oder Andere mangelt, da wird sodann homöopathisch das Fehlende der Seele wieder ergänzt, und so die Ordnung wieder hergestellt. Wenn die Allopathen nur ein wenig aufmerksam sein möchten, so könnten sie leicht entdecken aus den homöopathischen Mitteln, was bei ihrer Behandlungsweise gerade das Schädlichste für den Organismus des Menschen ist; allein leider sind diese „Doktoren" so eifersüchtig und unzugänglich gegen jede Einrede, daß selbst Meine eigene Zurecht-weisung sie auf keinen besseren Standpunkt bringen kann. Durch die Homöopathie erhält die Seele ihre Kraft wieder, sie ergänzt sich und arbeitet so seelisch, was der Allopath materiell zu bezwecken sucht. Die (mehr oder minder guten) Wirkungen und die (kürzere oder längere) Zeit, in welcher das Eine oder das Andere (zu heilen) möglich ist, sowie (andererseits) die Nachwehen des einen oder andern Krankheitsfalles sind die einzigen Merkmale, nach welchen eine Methode der anderen vorzuziehen ist; wobei eben jeder Mensch seiner eigenen Überzeugung (oder Neigung) folgt, und dadurch kund gibt, ob er selbst mehr Materie oder mehr Geist ist! Nächst der Homöopathie steht die Heliopathie oder Sonnen–Heil–Kunde („Sonnen-kur" genannt) als eine Art, die gestörten Verhältnisse des menschlichen Organismus wieder herzustellen, vermittelst des Sonnenlichtes, sei es in Materie gebunden, sei es durch Ein-wirkung desselben direkt auf den Leidenden.*) --- *) „Sonnenbäder", von A. Rikli in Triest und Beldes neu eingeführt. D. Hsg. Diese Art und Weise zu heilen, habe Ich euch genauer beschreiben lassen, und ihr kennet zum Teile den Grund als auch die Wirkung davon. Was Ich hier sagen will darüber, sei für Jene, welche von dieser Heilmethode noch nichts missen und doch vielleicht bloß durch sie ganz geheilt werden könnten. — Die Sonne ist der Träger, ihr Licht der Erhalter alles Lebens, ohne die Sonnenwärme, ohne ihr Licht bestünde weder eure Erde noch alle andern die erstere umkreisenden Planeten! Wenn also die Sonne als Erhalterin des ganzen Systemes dasteht, so muß sie auch Alles besitzen, was zum Erhalten desselben gehört, und ebendeswegen, da Erhalten gleichbedeutend mit gesetzmäßiger Ordnung im Ganzen ist, so muß die Sonne auch die Ausgleicherin der Misszustände sein, da sie sowohl, wie alle ihr untergeordneten Weltkörper Meine Ordnung als höchstes Gesetz erkennen, und nur in selbem fortschreiten können. Die Sonne hat also die Kraft und Fähigkeit, alle Störungen auszugleichen, und wo ein Mangel ist, das Fehlende zu ersetzen, und ebendeswegen ist die Sonnenkur eine der einfachsten, aber auch wirksamsten, weil sie, wie die Homöopathie, mit einfachen, geistigen Schöpfungs-Elementen der Seele wieder gibt, was sie durch Verirrungen eingebüßt hatte. Die Tausende der Mittel der Allopathie sind in der Homöopathie schon auf bei weitem weniger reduziert*), --- *) die Schüßler’schen. Mattei’schen und Weizel’schen Mittel sind teils Unterarten der Homöopathie, teils Übergänge zur Heliopathie. D. Hsg. die Sonnenkur vereinfacht sie noch auf bei weitem wenigere, was den Beweis gibt, daß selbst Mein großer Weltenbau nur auf ganz wenigen Haupt? Grundgesetzen beruht, und daß, je mehr der Mensch wieder geistig wird und wieder dem Reiche sich nähert, von wo er ausgegangen, er desto weniger Mittel braucht, um seinen Organismus (wenn er gestört ist) wieder so herzustellen, damit eine gesunde Seele in einem gesunden Körper zum Lob und Danke gegen ihren Schöpfer stets mehr vor« und aufwärts steigen kann.**) (Näheres in dem besond. Abschnitt üb. die Sonnenkur.) --- **) allerdings hat für die jetzige Menschheit diese Heilmethode wenig Aussicht, da die vorgeschriebene Diät noch viel rigoroser ist, als bei der Homöopathie. D. Hsg. Nächst der Heliopathie oder Sonnenheilkunde, wodurch der große Geisterprozess im Weltlichen seine Heilkraft bewährt, kommt nun die nächste, nämlich die Hydropathie oder „Wasserkur"; eine Heilmethode, welche wie in der Sonnenkur mit Licht, in der Wasserkur mit verdichtetem Licht oder verdichteter Atmosphäre auf den kranken Körper (heilend) einwirken will, und zwar hauptsächlich durch die Oberfläche des Körpers auf die innere Organisation.*) --- *) also nicht wie die drei vorausgegangenen Methoden hauptsächlich von Innen nach Außen, sondern mehr von Außen nach Innen! D. Hsg. Was die Sonnenkur als Heilmethode mit Welten-Äther oder Sonnenlicht, das leistet die Wasserkur mit den Elementen der Erd-Seele, welche in dem Wasser als Mutter alles Geschaffenen auf euerer Erde noch immer die Schöpfungs- und Gebärungskraft besitzt wie einst, wo aus seinem Schoße das ganze Festland hervorgegangen ist, welches noch heute durch diese Mutter genährt, erhalten und seiner Bestimmung zugeführt wird. Menschen, ihr seid Kinder der Erde! und ebendeswegen hat auch die Erde, was auf ihr ist und was sie umgibt, materiellen Einfluß auf euer Dasein; und wie ihr auf sie, so kann auch sie auf euch einwirken; daher die Macht des Wassers auf euere Organe, da schon selbst euer eigener Organismus mehr als zu Dreivierteilen ihm angehört. — So wirkt durch die Haut das geistig Schaffende dieses Elementes auf die innere Organisation, und wie Wasser auf und in der Erde ihr Gedeihen, ihre Pracht und Schönheit hervorbringt, so belebt auch euch innerlich und äußerlich der Einfluß des Wassers und macht euch tüchtig, euerer Seele ein gesundes Kleid zu erhalten.*) --- *) zwischen Wasser und Wasser ist eben ein großer Unterschied, hier ist wohl lebendiges, fließendes oder Quellwasser gemeint; man sehe auch in Nr. 89II., den Abschnitt — „der Wasserfall." D. Hsg. Bei der Sonnenkur schon sehet ihr euer« Heilmittel auf wenige zusammen-schmelzen, hier bei der Wasserkur steht nur ein Einziges da, welches in manchen Fällen speziell heilbringend, im Allgemeinen nie zu übersehen (aber auch nicht zu überschätzen) ist.**) --- **) hier mag ein noch ungedrucktes kurzes Wort des Herrn über diesen Gegenstand beigesetzt werden, welches als dritte Frage in einem Cyclus von 10 Fragen aufgeführt ist, vom 29. November 1841: Ist nicht von aller Heilmethode die Wasserkur — die beste für erkrankte leibliche Natur? Antwort: „Ja wohl, und besonders für leidende Naturen der Fische, aber für Menschen gibt es noch eine einfachere und wirksamere; du wirst wohl verstehen, welche Ich meine!" (Das vertrauensvolle Gebet?) D. Hsg. Wir werden jetzt auf noch feinere, höher stehende Heilmethoden übergehen, dabei das Ende euch zeigen möge, daß wo Alles vereint (und alle Bedingungen erfüllt sind) es nie Schaden, sondern nur Gutes bewirken kann. Wir kommen nämlich jetzt auf die nächste Art der Heilung, das ist die magnetische Manipulation, als animalischer Magnetismus bekannt.*) --- *) auch Mesmerismus genannt. D. Hsg. Seht, Meine Kinder, ein jedes Ding hat ein gewisses Vereich, in welchem es feine Kraft auch auf andere äußern kann, und dieses Bereich ist seine ei umgebende Atmosphäre, oder sein ihm eigener Dunstkreis.**) --- **) man vergleiche hiermit den Artikel über das Atmen der Pflanzen (und Steine) ec. in Nr. 47 uns. Schriften. D. Hsg. Mittelst dieses Dunstkreises schließt jedes Ding sich selbst ab, ist aber auch wieder eben durch denselben mit allen andern Dingen verbunden. Diese Eigen-Atmosphäre ist eben diejenige, welche auf andere lebende Wesen oder auch auf nicht lebende Dinge ihren Einfluß ausübt, was bei den anorganischen willenlos, bei den organischen aber (mehr oder weniger) mit Willen und (demgemäß) bewußt angeführt, verstärkt und vermindert werden kann. Diese Lebens-Atmosphäre hat auch ein jeder Mensch, mittelst der er mit seinen Nebenmenschen und der ihn umgebenden Welt stets in Verbindung steht. Diese Atmosphäre als Heilmittel zu gebrauchen, ist schon von altem Datum; und Viele gebrauchten und Mißbrauch ten sie, ohne doch eigentlich zu wissen, was sie getan haben, ohne zu wissen, was sie damit leisten könnten. Unter dem Namen „animalischer" oder „tierischer Magnetismus" bekannt, ist dieses Verfahren nichts anderes als: durch Willenskraft diese Lebens-Atmosphäre in Andere einströmen zu lassen, nach Belieben viel oder wenig, und so Heil ja selbst Unheil*) bringend. --- *) man sehe z.B. in Nr. 44 den Abschnitt über Carneval ec. D. Hsg. Hier bei diesem Heilverfahren haben schon die feinsten imponderablen Stoffe der Weltschöpfung begonnen, euch den Einfluß bemerkbar zu machen, unter welchem Alles lebt und webt und dem sich Nichts entziehen kann. Schon ist es geistige Einwirkung der feinsten materiell e n Stoffe, welche dem Einen mangelnd durch den Andern ihm zugeführt werden, und dennoch ist es nicht der letzte Kursus, wo und wie Heilung gegeben und Wiederherstellung der Gesundheit bewerkstelligt werden kann. Denn an diesen animalischen Magnetismus reiht sich, ja verbindet sich ganz enge mit ihm der animaische Magnetismus oder die Macht der Seele, auf die Seele Anderer einzuwirken, dieselbe in Stimmungen und Zustände*) *) man denke an Hansen und seine Nachfolger, die den verhassten Namen in Hypnotismus umtauften, mit dem er nun, endlich beginnt hochschulfähig zu werden. D. Hsg. zu versitzen, wo sie z.B. dann selbst der Arzt und Heiland ihrer eigenen Krankheit werden kann (durch Versetzen in somnambulen Zustand, hierüber Genaueres in Nr. 12 „Traum des Zorel". D. Hsg.). Bei dieser Heilmethode ist schon bedingt nicht tierisches, materielles Einwirken, sondern das Höchste und Geistigste, was die Seele hat: ihr Gottesfunke muß hier auftreten (im Manipulierenden), und der Seele (des Leidenden) die Macht verleihen, das Band zu lockern, welches dieselbe an ihren Körper bindet, ihr das geistige Auge zu öffnen, damit sie selbst die Schäden ersehe, welche ihren Organismus beeinträchtigen, und sie so Selbstheiland werde, während sie bisher nur Andere kurieren mußten. Hier bei dieser Heilmethode sind die Schranken geschwunden, die den (Selbst-) Arzt an sein Ich, an seine Erdscholle und ihre Produkte knüpften; Zeit und Raum haben sich da vereinigt in dem Begriffe der Ewigkeit, keine Finsternis Herrscht, nur Licht, Licht überall, außer dem materiellen Körper und in ihm. Die Seele erkennt da ihren Geist, ihren Körper, ihre Verbindung mit dem Geisterreiche, ihre Stellung zu Mir, dem einzigen großen Schöpfer und liebenden Vater!*) (Die Magnetiseure vermeiden jetzt diesen Zustand. D. Hsg.) *) man lese den „Traum des Zorel" im 4. Bd. Johannes (II. Aufl.) (auch separat zu haben à 1 M). welches als Norm des Somnambulismus mit seinen 3 Stadien zu bezeichnen ist; auch die Seherin von Brevorst nennen wir hier. D. Hsg.Könnten oder wollten alle Menschen auf diese Art heilen, sie würden dann erst ihre Blindheit beweinen müssen; aber es ist nicht möglich, daß die Menschen diesen Standpunkt erreichen, wenigstens nicht im Allgemeinen, weil dazu selbst ein hoher geistiger Standpunkt gehört; man muß zuerst selbst als edelstes Wesen dastehen, bevor man auf den Gebrauch von Kräften Anspruch machen will, welche eben wieder das Höchste und Edelste in Andern erwecken sollen. So wie es dem Heilenden nicht leicht möglich ist, dahin zu gelangen, ebensowenig ist es möglich, dort Edles zu erwecken, wo keines vorhanden ist. Es gehört also ebendeswegen ein hoher Grad von Geistes- oder Seelenschönheit dazu, daß solche Heilungen hervorgerufen und bewerkstelligt werden können, daher die Seltenheit derselben; daher der viele Mißbrauch, daher die vielen Enttäuschungen, welche an solche Kundgebungen oft geknüpft sind! (Hier reiht sich „der Spiritismus" mit denselben Bedingungen an Nr. 41. D.H.) Heilen ist leicht, aber — erst muß der Standpunkt erreicht sein, wo alle Natur-Elemente euch zu Gebote stehen, aber eben dieses Wiedergeboren -werden ist nicht leicht; da wo es aber blüht, da tritt dann auch der letzte und höchste Magnetismus ein, der göttliche, wo auch Ich mit dem Magnetiseur Meine Hand ausstrecke, und mit einem Worte, mit einem Gedanken heilen kann und werde, wenn es überhaupt vorerst nur aus reinen Absichten von Seite des Magnetisierenden verlangt wird, und es auch in Meinen göttlichen Plänen liegt, wirklich zu heilen. In Meinem Namen zu heilen ist das Höchste, Einfachste und Wirksamste*), --- *) man denke nicht nur an den Herrn Jesum auf Erden und seine Apostel, sondern auch in neuerer Zeit z.B. an den † Bischof, Fürsten Alexander von Hohenlohe-Schillingsfürst, und andere Gebetsheiler. D. Hsg. aber es ist nicht Jedem gegeben, denn dazu gehört viel, ja sehr viel, eine selbstreine Seele**), --- **) d.h. Eigenliebelose, von allem Selbstischen gereinigte Seele, die ihren eigenen Willen in dem des Herrn aufgehen läßt, und von barmherziger Liebe zu dem leidenden Nebenmenschen und Sehnen zu helfen erfüllt ist. D. Hsg. ganzes Vertrauen und hohe Begeisterung, die die menschliche Seele aus dem Schlamme des Irdischen heraushebt, um sich Mir zu nähern; nur dann ist Solches möglich, ausgenommen diese Fälle, wo Ich Selbst Einem oder dem Andern den Auftrag in sein Herz lege, in Meinem Namen seine Hände auszustrecken. (Man vergleiche auch Predigt 29 und 44. D. Hsg.) Wenn Ich einst sagte: „wenn ihr ernstlich wollet, so heben sich die Berge hinweg und stürzen in’s Meer", so war mit diesen Worten gesagt, daß wenn ihr Menschen euch mit Meinem Willen so vereinigen könnet, daß der euere nie gegen Meine Pläne, gegen Meine göttlichen Absichten anstößt, dann könnet auch ihr vollführen, dessen Ich Selbst fähig bin! und es gehorchen auch euch alle Elemente der Natur, wodurch natürlich auch eine Heilung ein Leichtes wird. Aber bis dorthin zu kommen ist ein weiter Weg, ist viel Vertrauen, ist weile geistige Fernsicht nötig. Nicht im Irdischen Befangene können mit den Elementen schalten und walten, nicht Halbgläubigen und Halbfrommen ist es gegönnt, mit Mir im Bunde Dinge zu verrichten, die auch Ich nur einst Selbst — und nur ausnahmsweise Meine Jünger — auszuführen fähig waren. Zu dieser letzten, alleinig großen Heilmethode gehört weit mehr, als ihr Alle glaubet, gehört diese große Zuversicht, wie Henoch einst sie zu Mir hatte, und welche nicht so leicht zu erringen ist. (Siehe in Nr. 1a u. b.) Strebet darnach! aber verlanget sie nicht! Bis Ich Solche Jedem Selbst gebe. Denn ihr misset nicht, was ihr verlanget, da ihr die Verantwortlichkeit nicht fassen könnet, welche auf euch dann gelegt ist, damit ihr oft trotz des besten Willens keinen Mißbrauch davon machet. Überhaupt wünschet euch keine außerordentlichen Verhältnisse, sie sind nicht immer das, was ihr wähnet; je mehr Macht Einem verliehen ist, je mehr er die geistigen Verhältnisse von den weltlichen zu unter-scheiden weiß, desto schwerer sein Stand in der Welt, desto größer die Versuchungen, desto größer die Verleugnung, in den Verhältnissen zu wirken, in welche er durch Mich gestellt worden ist. — (Das gilt z. Teil auch v. echten Vater-Medien. D. Hsg.) Sehet, Allopathie, Homöopathie. Heliopathie. Hydropathie, animalischer, anima-ischer und göttlicher Magnetismus — alle sind Stufen zur höchsten Erkenntnis ; so steigt eure Wissenschaft, so die Menschen im Ganzen und der Mensch im Einzelnen, von Materie zum Seelischen, vom Seelischen zu Geistigem, bis am Ende zum Höchsten zu Mir empor. So geht es in Meiner Schöpfung, so in den Bestrebungen des geistigseelischen Menschen, vorerst muß er sich aus der groben Materie des Weltlebens herausarbeiten*) --- *) siehe das Wort vom 10. November 1872: „die Arbeit" in Nr. 43 unseren Schriften. D. Hsg., dann zum Seelenleben aufsteigen, wo das Geistige in ihm seinen Werth geltend machen will, sobald die Seele dann vergeistigt mehr Geist als Seele geworden ist, sodann sind auch die Eigenschaften derselben erweitert, vergrößert und können dann Dinge bewirken, die der gewöhnliche Mensch als Wunder anstaunen wird, eben weil er nicht mit den geistigen Gesetzen der Weltenschöpfung vertraut ist und nie begreifen wird, wie am Ende, wie bei Mir Selbst, nur Mein Wille Welten mit dem Worte „Es werbe!" erschaffen konnte, während die nämliche Kraft nur in gebundenem Zustande in jedes Menschenherz gelegt ist; aber um sich dieser Kraft bewußt zu werden, gehört vorerst eine große Buße, eine große Reinigung dazu, auf daß Ich, der Allerreinste, Mich mit ihm vereinigend, Meine Macht durch ihn wirken lassen kann! So wie diese Heilmethoden stufenweise aufwärts steigend in Mir ihren Endpunkt finden, so steiget auch ihr von Grad zu Grad, von Stufe zu Stufe, wo dann sich auch euer geistiger Gesichtskreis erweitern wird, und ihr wie in einem Luftballon emporsteigend die unter euch liegende Welt im größeren Maßstabe erfassend euere frühere beschränkte Ansicht belächeln werdet. Deswegen wieder ein neues Wort an euch, um euch eine Stufe höher zu führen, wo, das Weltliche mehr noch zu eueren Füßen liegend, ihr wie auf hohen Bergen Himmelslicht einatmend und Meine Nähe ahnend euch tüchtig machen könnet, stets bessere Arbeiter in Meinem Weinzarten zu werden! — Lasset jedes Pathos*) zurück, und werdet vorerst selbst gereinigt, geheilt, wollet ihr einst Andere heilen! — --- *) Pathos (Leiden), Leidenschaftlichkeit, Formell, komödienhaften Schein. D. Hsg. Dies ist Mein Vaterwort hierüber an euch, die Ich Alle so liebe, und derentwegen Ich so viele Zeit verwende, um euch mit vielen Worten begreiflich zu machen, wie einfach die Gesetze der Natur sind, und wie einfach Ich Selbst bin, indem alle Meine Schöpfungen nur das euch zeigen und predigen, was Mein Ich ausmacht, das heißt „Liebe" und nur „Liebe!" Amen.
Empfangen durch Jakob Lorber am l2. Juli 1841.
Antwort auf die 6 Fragen: 1. Welche Menschen besitzen die Gabe zu magnetisieren? Welche sind magnetisierbar? und wie ist diese Gabe zu erlangen? 2. Sind die Angaben, Äußerungen magnetischer Personen über eigene oder fremde körperliche Gebrechen, Krankheiten und über deren Heilmittel jedesmal richtig und glaubwürdig? 3. Treten magnetisierte (somnambule) Personen in scheinbaren oder in wirklichen verkehr mit solchen von der Welt abgetretenen, in die Seligkeit eingegangenen Menschen? 4. Warum vermögen sich magnetisierte Personen im wachen Zustand der Ereignisse und Reden, die sie im magnetischen Zustande erlebten oder selbst taten, nicht zu erinnern? 5. War den alten jüdischen und christlichen Völkern der Magnetismus bekannt? 6. Ist es recht, daß manche Regierungen das Magnetisieren verbieten? Wäre nicht vielmehr eine größere Verbreitung desselben für die Menschheit, und unter welchen Bedingungen wünschenswerte? Hierauf antwortete der Herr, unser allerliebevollster Vater, Nachfolgendes: Wenn ihr die Mitteilungen sowohl aus dem Gebiete der „Zwölf Stunden", wie auch derjenigen im Anschlusse zum „Mond", sowie die viel früheren über die beiden Pole der „Erde" in genau vergleichende Erwägung ziehet, so dürftet ihr beinahe selbst finden, daß einige dieser Fragepunkte überflüssig sind, als z.B.: warum sich Magnetisierte in ihrem wachen Zustande alles dessen nicht erinnern können, was sie in ihrem isolierten, seelenwachen Zustande getan und gesprochen haben. Ebenso ist auch die Frage: ob magnetische Personen in wirklichen oder Schein-verkehr mit den Abgeschiedenen treten, denn was soll hier das „scheinbar" oder „wirklich" besagen? oder vermöget ihr in euerem körperlichen Zustande entweder in eine wirkliche oder scheinbare Verbindung zusammenzutreten? Wenn aber ihr dieses nicht vermöget, wie soll es die Seele vermögen, die da ist ein wohlbereitetes Aufnahmsgefäß, vermöge welchem sie nur im Stande ist, das aufzunehmen, was ihr wirklich entgegenkommt, nicht aber auch das, was ihr nicht entgegenkommt. So lange sie im Körper ist, mag sie wohl scheinbare Bilder, welche in dem Gedächtnis haften, beinahe für wirkliche aufnehmen, allein selbst bei dieser Aufnahme, so ihr die Sache tiefer beleuchten wollt, hat es mit dieser Scheinbarkeit einen bedeutenden Ungrund, denn fraget euch selbst: woher rührt für’s Erste das Bild im Gedächtnis? und die Antwort, die ihr euch selbst geben müsset, kann keine andere sein, als daß ihr saget: sie rühren von einer Wirklichkeit her, ja selbst wenn die Seele, gewisserart phantastische Bilder in sich erschaut, die in der Wirklichkeit nirgends vorhanden sind, da werdet ihr sagen: es müssen doch nur lauter nichtssagende Scheinbarkeiten sein, Ich sage euch aber, daß diese Behauptung einen doppelten Ungrund hat, denn für’s Erste kennet ihr die Formationen und all die zahllos vielen Gebilde in euerer Körperwelt noch durchaus nicht, wie z.B. jene euch zunächst liegende, für euch aber gewiß überwunderbare Bildung auch nur eines einzigen Haares auf euerem Haupte, um wie viel weniger erst jene unendlichen Mannigfaltigkeiten in der kleinen ursprünglichen Tierwelt. Wenn nun die Seele eines feiner organisierten Menschen gewisserart leidend — ohne zu wissen wie und woher — zur Anschauung solcher in der Wirklichkeit vorhandenen Formen gelangt, saget, rühren diese nun von einer phantastischen Scheinbarkeit oder von einer phantastischen Wirklichkeit her? Und für’s Zweite, so sich die Seele aus den vorhandenen Wirklichkeits- Abdrücken in sich neue Bilder zusammenstellt, rühren diese von einer Scheinbarkeit oder Wirklichkeit her? So ihr dieses nur ein wenig durchdenket, so wird es euch ja augenblicklich klar werden müssen, daß aus Nichts durchaus Nichts gemacht werden kann; oder könnet ihr wohl behaupten, daß ein Spiegel auch im Stande sei, irgend ein formelles Gebilde (das gar nicht existiert) auf euere Augen zu werfen? Die Unmöglichkeit werdet ihr sicher ohne weitere Erklärung einsehen. So aber die Seele gleich ist als Aufnahmsgefäß einem nach allen Seiten überaus fein polierten Spiegel, woher und wodurch soll sie dann in Konflikt mit allerartigen Wesen treten, wenn diese ihr nicht irgend in aller Wirklichkeit objektiv begegnen werden? Solches wäre unmöglicher, als daß Jemand von seinen eigenen Gedanken aussagen möchte, er habe manchmal wirkliche, manchmal bloß scheinbare Gedanken; Ich aber sage euch: wer da vermöchte scheinbare und wirkliche Gedanken von einander wohlbegreiflich abzusondern, den müßte Ich in’s uralte Testament, und zwar in die Gesellschaft des Adams verweisen, und zwar in jene Zeitperiode, da der Adam durch die Lüge der Schlange verleitet weiser und verständiger werden wollte, als Ich Selbst. Aus diesem möget ihr wohl hinreichend abnehmen, daß die dritte Frage ein wenig aus hohler Luft gegriffen ist, so ist auch die fünfte Frage ein wenig verdächtig, wenn ihr bedenket, daß der sogenannte (Heil-) „Magnetismus" oder vielmehr das sogenannte magnetische Fluidum nichts Anderes ist als Mein Alles gestaltender, ordnender und erhaltender Liebe-Wille. Wenn ihn die Alten auch nicht unter diesem neuerschaffenen, „wissenschaftlich"-törichten Namen kannten, so kannten sie ihn aber der Natur und der Wahrheit nach unvergleichlich besser, denn die gesamte gegenwärtige Generation der Erde, und ganz besonders jene „hochwissenschaftliche". Was waren denn jene euch mehr oder weniger bekannten Wundertaten, der Dinge des Geistes von Seite der alten, frommen Patriarchen und Seher? — Was waren die von Mir den Aposteln befohlenen Handauflegungen zur Heilung der Kranken bei Meinen ersten Nachfolgern in aller Liebe und lebendigen Glaubensfestigkeit? Sehet, diese waren nichts Anderes, als im vollsten Sinne das, was ihr heutzutage — unverständig genug — „Magne-tismus" nennet! Wenn ihr die Sache so recht vom Grunde aus verstehen wollet, so denket euch Mich Selbst als den Grund-Magnetiseur. Wenn ihr nun fraget, welche Menschen das Vermögen haben zu magnetisieren, so wird sich etwa doch die Antwort von selbst geben, daß nur diejenigen Menschen, welche entweder durch die Liebe oder wenigstens durch den Glauben mit dem Grundmagnetiseur in Verbindung stehen, auch nach dem Grade der Liebe oder des Glaubens nur allein fähig sind, die Hände auf ihre Brüder zu legen und sie dadurch zu heilen von jeglicher Krankheit. (Geistiger Magnetismus. D. Hsg.) Freilich gibt es auch Menschen, die ohne Meine Verbindung entweder durch die Liebe oder den alleinigen Glauben eines festen Willens sind, sei es zum Guten oder zum Bösen (Hexerei), welche Menschen auch mit Recht Eigenwillige oder in arger Hinsicht auch Eigensinnige genannt werden können. (Gewöhnlicher Magnetismus, weiße und schwarze Magie. D. Hsg.) Dieser Eigenwille ist das gewöhnliche Produkt von was für immer artigen Begründungen, und je wonach oder worin sich ein Mensch also begründet hat, darnach richtet sich auch unabänderlich sein Wille und sein Sinn. Ist eine solche Begründung mehr gestellt auf irgend etwas aus Meinem Worte unrichtig Aufgefaßtes, so kann ein solcher Mensch zwar auch die andern Menschen magnetisch behandeln, und sie unterziehen der Kraft seines Willens, und dem auf demselben gefesteten Glauben; allein ein solches so genannte Magnetisieren bewirkt nur die euch bekannten Erscheinungen in diesem Fache, wodurch die beabsichtigte Heilung entweder nur sehr langsam, und selbst da nicht durch das eigentliche Auflegen der Hände, sondern mittelst der Beihilfe von selbstverordneten Medikamenten, welche aber wieder eben nur durch den Glauben eine halbe Wirkung hervorbringen, vor sich geht. Aus diesem aber könnet ihr ersehen, daß Menschen von einem gewissen festen Willen von Mir gewisserart unabhängig solche Handlungen begehen und verrichten können, aber „wie die Kraft, so der Effekt!" Nach diesem Maßstabe haben dann wohl freilich nur gewisse Menschen die Fähigkeit zu magnetisieren; aber auf dem Wege der Wahrheit kann solches ein Jeder, der mit Mir, wie schon gesagt, in Verbindung steht. Ebenso sind auch für solche „Halbmagnetiseure" nur auch gewisse Menschen magnetisierbar, und zwar nur solche, welche von mehr schwacher Bildung sind, und auch einen sehr schwachen Willen besitzen, ja manchesmal sogar gänzlich willenlos sind und lediglich von dem Willen des Magnetiseurs abhängen. Wenn da ein solcher Magnetiseur oder besser „Eigenwillensstreicher" sich in seiner Willensstreicherei von der betreffenden Person entfernt oder nach euerem Kunstausdrucke „sich außer Rapport stellet", oder sich wenigstens stellen möchte, so ist dann eine solche Bestrichene elend, entweder wenn sie stark bestrichen worden wäre, daß ihre Seele vermöge der Überfüllung notgedrungen aus dem Körper treten müßte, sie würde dann bei solcher Rapportsauflösung nicht mehr zurückkehren in den Leib, und würde sie sich zurückbegeben, so trifft sie ein für allemal einen zehnmal geschwächteren Leib, als sie ihn früher hatte; wenn aber der Magnetiseur ihr nur wenig Striche gegeben hätte und sich darauf absonderte, so ist eine solche Behandlung so gut wie gar keine, und gleich einer Liebeserklärung an ein Mädchen, die der Erklärende gleich nach der Zusage wieder sitzen läßt. Menschen aber, welche an und für sich auch einen ziemlich festen Willen besitzen, werden von einem solchen Magnetiseur entweder ganz fruchtlos behandelt, oder er bringt solche Patienten kaum zum Gähnen, und das zwar aus diesem Grunde, weil ein jeder Wille in einer gewissen eigenen Überzeugung ob richtig oder falsch sich begründet und dadurch seine Organe in Tätigkeit setzt, ein jeder Wille aber, wenn er nicht mit dem Meinigen in Verbindung steht, ein eigener und eigentümlicher ist. Wenn dann nun der Magnetiseur bei seiner Behandlung auf einen solchen, seinem Willen entgegenstrebenden Willen stößt, so ist dann das beabsichtigte Faktum ein fehlgeschlagenes, und kann sogar auf den unklugen Magnetiseur eine sehr nachtheilige Rückwirkung haben, besonders bei solchen Personen, die entweder von sehr sinnlicher Natur sind, welche — wie euch schon bekannt — von einer inneren stummen Besessenheit herrührt, oder aber besonders dann, wenn die zu magnetisierende Person gar von offenbar bösen Geistern besessen ist. Wenn aber der Magnetiseur durch Mich seine Hände auflegt und Meinen allmäch-tigen Willen „durch sich fließen läßt", so braucht er, mag was immer für ein Mensch ihm zur Heilung vorgelegt werden, ihm nicht auch nur einen Strich zu geben, sondern nur lediglich seine gereinigten Hände dem Kranken in Meinem Namen aufzulegen und es wird schon auf dem Wege des alleinigen Glaubens besser mit dem Kranken; wer aber solches tut aus der lebendigen Liebe, bei welcher der allerlebendigste Glaube schon ohnehin von selbst sich versteht, wahrlich, sage Ich euch, da mag der Luzifer selbst Jemand geistig und leiblich plagen, so wird er ihn aber doch schon sogar durch den Blick und durch’s Wort vor der Händeauflegung verlassen müssen. Ein solcher eigentümlicher Magnetiseur kann nicht nur allein jeden Kranken heilen, sondern, wenn es zur Verherrlichung Meines Namens nötig ist, auch Tote erwecken. Wenn ihr nun dies Alles recht betrachtet, so ist dadurch auch die letzte Frage schon wie völlig gelöst; freilich was den eigentlichen (tierischen) Magnetismus anbelangt, da sage Ich: es ist in jeder Hinsicht doch immer etwas besser als gar nichts; aber in arger Hinsicht besser nichts als etwas; denn eine arge Magnetisierung ist um nichts besser als ein periodisches Besessensein von einem argen Geiste, wogegen die bessere Art, wenn sie nur ein wenig mit Mir in Verbindung tritt, doch wenigstens nach und nach der gar blinden Menschheit zeigt, daß für’s Erste außer den Kräutern noch bessere Heilkräfte wirken, und für’s Zweite, daß in dem Menschen eine unsterbliche Seele und ein unsterblicher Geist wohnen; und in dieser Hinsicht ist es höchst unbillig, aus was immer für einem läppischen Grunde in einem Staate solches zu verbieten. So aber Jemand solche Eigenschaft aus Mir besitzt, der lasse sich nicht abschrecken von der weltlichen Gewalt, sondern glaube fest, daß er im Besitzt Meines mächtigen Willens noch größeres zu leisten im Stande ist, denn allein Kranke gesund zu machen, und bei außerordentlichen Fällen auch Jüngst-Gestorbene in’s Leben zurückzurufen. Wie aber irgend ein Künstler sich von einem Orte entfernt, da er keinen Kunstsinn antrifft, desgleichen tue umsomehr ein Gnadenbegabter, denn eine solche Gnade ist doch sicher über alle Kunst erhaben. Am besten aber ist für diese Zeit, daß Jeder das Gute übe im Verborgenen, um Ärgernis zu vermeiden, daher wirket das Gute im Verborgenen, und fürchtet nicht die Blindheit der Menschen, die euch schwerer verfolgen möchten, als ihr ihnen entgehen könnet, denn Ich will den Schall euerer Tritte, so ihr auch gegen Morgen wendet, also leiten, daß er den Blinden an’s Ohr gelange als käme er vom Abende; und da möget ihr vor wirksamen Nachstellungen der Blinden wohl sicher sein. Überdenket alles dies und fasset es gläubig tief in euer liebendes Herz; dann werdet ihr erst vollends begreifen, und zwar in der Tat, was ihr jetzt im Worte vernommen habt. Amen. Dieses sagt euch der große Grundmagnetiseur. Amen.
Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest, am 10. Oktober 1870.
Mein lieber Sohn, du fragst Mich, was diese Erscheinungen zu bedeuten haben, welche du öfters bei geschlossenen Augen siehst und möchtest nebenbei auch wissen, ob solche Erscheinungen etwas Wirtliches an sich haben, und ob selbe nicht noch mehr ausgebildet, deinem Verstande mehr begreiflich werden könnten. Auf diese deine Frage antworte Ich dir, daß diese Erscheinungen nur das Produkt von erregter Tätigkeit deiner eigenen Sehnerven sind, welche bei deiner magnetischen Manipulation stets mehr angeregt und in einen sehr reizbaren Zustand versetzt werden. Du möchtest nun fragen: „Wo kommt dieses aber her?" Auf diese Frage will Ich dir auch antworten, weil du ein eifriger Sucher bist, aber noch nicht den rechten Weg gefunden hast. Sieh, auf euerer Erde habt ihr verschiedene Arten, Kranken zu helfen oder sie gar zu heilen. Dieses geschieht entweder daß man aus den kranken leidenden Teil direkt einzuwirken sucht, wie in der bei euch so genannten Allopathie, oder durch die Seele, wie in der Homöopathie, oder man versucht durch Sonnenmittel als geistigere Produkte als die früher genannten das Fehlende zu ersetzen, oder man greift zu den ersten Hauptelementen, die Meine ganze Schöpfung zusammenhalten und selbe zum Fortbestehen zwingen, zum Magnetismus und der Elektrizität, soweit selbe in der materiellen Welt gebunden überall zu finden sind, und selbst eure Körper Leiter für diese gewaltigen Kräfte Meines Willens sind. Du hast die Macht dieser Weltfaktoren empfunden und wendest den anima(l)ischen (Lebens-) Magnetismus deines eigenen Körpers und Seelenkomplexes an, um Anderen das Fehlende zu ersetzen und ihre Lebensmaschine wieder in Gang zu bringen. Was du tuest und wie du es tuest, - hat dir schon manche schöne Resultate, aber auch manche bittere Täuschungen gebracht. Nachdem du nun schon den mehr geistigen Weg betreten hast, deinen Mitmenschen zu helfen, so will Ich dir einen noch größeren Magnetismus zeigen, als dein eigener Wille ist, und dieser Magnetismus ist Mein eigener Wille. — Wenn du diesen mit dem deinen zu verbinden verstehst, so wirst du noch größere Resultate damit erreichen als bisher, nur mußt du diese Mittel, so wie Ich sie dir gebe, d.h. umsonst auch wieder deinen Mitmenschen angedeihen lassen. Wenn du bei jeder Handauflegung Mich vorher anrufst, Mir Alles überläsest, so wird nicht dein materielles Lebensfluidum, sondern Mein Segen die Kranken heilen, und ihnen eben dadurch beweisen, daß nur Ich (und kein Arzt, welchen Namen er auch nach seinem Heilverfahren haben möge), geeignet bin zu heilen. Versuche es einmal, und du wirst erstaunen, was unerschütterliches Vertrauen in Meinen Willen vermag. Bis jetzt strengtest du deine eigene Naturkraft an, günstige Resultate zu erlangen; du versetztest dich in eine höhere Stimmung, soweit es deine Nerven erlaubten; nach vollendeter Manipulation blieb in dir eine Schwachheit zurück und ein Zustand von Reizbarkeit derjenigen Nerven, welche beim Magnetisieren am meisten beteiligt sind, wie daß Auge, woher die späteren Gebilde, die sich auf der Netzhaut zeigten und dir gleich Nebelbildern vorschwebten, langsam aufleuchteten, und langsam sich umstaltend wieder in andere Gebilde sich verwandelten, Gebilde deines inneren Seelenmenschen, dessen Sprache du noch nicht lesen kannst. Sobald du aber Meinen Magnetismus anwendest, das heißt Gebet und Vertrauen zu Mir, so werdet ihr Beide, der Magnetisierende und der Magnetisierte, gleiche Stärkung empfangen. Die Überreizungen deiner Augennerven werden aufhören, aber dein klarer Blick in Mein geistiges Reich wird zunehmen, du wirst dir nach und nach einer Kraft bewußt werden, die schon Meinen Aposteln zu teil ward, und nur ein Wort, ein Blick wird genügen, das zu erreichen, was du jetzt oft erst nach langen Zeiträumen und nicht immer ganz erreicht hast. Werde Mein Kind! streue den Segen auf Andere aus, der so oft erfolglos auf dein eigenes Haupt herabströmt, und du wirst erfahren, daß über deinen Wolkengebilden einer aufgeregten Phantasie ein noch höheres Leben blüht, welches neben der Hilfe für Andere, Segen und Frieden dem Helfer selbst bringt. Diese geistige Höhe suche zu erreichen, streife das Materielle ab, das noch an dir klebt, lebe Mir und nicht der Welt, und deine magnetische Kraft, gepaart mit der Meinen, d.h. mit Meinem Willen, wird sich vermehren, zum Besten der Leidenden und deiner selbst. Willst du aber Anderen helfen, so gedenke, daß, um Andere auf höheren geistigen Standpunkt zu führen, man erst selbst einen solchen einnehmen muß. Dies zu deiner Darnachachtung, folge Meinem Rat, welcher noch Niemand betrogen, sondern stets nur zu dem Ziele geführt hat, welches alle Menschen zu erreichen bestimmt sind, d.h. einst Meine Kinder zu werden! Amen. --- NB. Man vernimmt zwar jetzt viel mehr als früher von heilmagnetischen Kuren, da nun die Heilpraxis z. teil frei ist in Deutschland, aber, wie bei jeder Methode, so auch da, werden nur die günstigen Ergebnisse veröffentlicht, die andern verschwiegen, — und letzterer Art sind’s Viele, weil wenig Magnetiseure den obigen Gnaden-Winken des h. Lehrmeisters entsprechen; möge auch in dieser Richtung bald es besser werden! Das walte Er! — D. Hsg.
Wie erreicht man den geistigen Magnetismus? oder vom Weg zur Wiedergeburt.
(An denselben † Bruder R-t. Magnetiseur in Dresden.) Empfangen durch G. Mayerhofer am 8. November 1871. Mein lieber Sohn! Vor kurzem ließ Ich durch Meinen Schreiber die Wege und Bedingungen kundgeben, unter welchen du dein vermeintliches Ziel erreichen könntest, und in wie ferne dein Verhalten mit Meiner Lehre, so wie Ich selbe verstanden und ausgeübt sehen möchte, sich vereinigen läßt. Es scheint aber, daß du Meine letzten Worte nicht im rechten Sinne aufgefaßt hast, und so will Ich dir deine bezweifelten Punkte aufklären. Dein erster Punkt ist: „Wie sollst du dein bisheriges Verfahren mit Meinem Rat vereinigen", wo Ich dir anrate, du sollst Meine göttliche Gabe des Segens deiner magnetisierenden Hand dir nicht bezahlen lassen. Sieh, hier muß Ich dir diesen Meinen Rat näher erklären, damit du siehst, wie du dein Brot verdienen kannst, ohne Meiner Ansicht zuwider zu handeln. Wo Mein Segen wirken soll und nicht „dein magnetisches Fluidum", da muß doch stets das nämliche Prinzip festgehalten werden, welches Ich in Meiner ganzen Schöpfung festhalte, sonst könnte Ich kein konsequenter Gott sein, sondern Ich müßte wie Meine Geschöpfe öfter mit zweierlei Maßen und Gewichten abmessen und abwägen; denn sieh, Ich lasse die Sonne über Gute und Böse scheinen ohne Unterschied! Dieses Gestirn als einziger Träger alles vegetativen Lebens spendet für Alle gleich seine Wohltaten und fragt nicht, wer es verdient und wer nicht. So — willst du Mir gleichen — mußt auch du mit deiner Lebenskraft verfahren, wenn selbe Mein Segen begleiten soll. Was Ich dir von der Sonne sagte, will eigentlich sagen: du sollst über Arme und Reiche deine Hände mit gleicher Ergebung in Meinen Willen ausstrecken, du sollst deine magnetische Wirkung nicht taxieren, sondern nur annehmen, was die Begüterten dir dafür reichen werden, und den Armen nicht das entziehen, was sie nur zur Not, zum Leben besitzen! Sieh, Mein Sohn, so entsprichst du Meinem Willen, du hilfst den Menschen uninteressiert, und die Menschen, denen du schneller und leichter die Gesundheit wiederherstellst, als es bisher gelungen, werden dich auch dafür belohnen, so daß du damit zufrieden sein kannst; denn dein erster Grad der Zufriedenheit soll sein: nach Meinem und mit Meinem Willen geheilt zu haben, und dies als Hauptsache ansehend, sollst du die Vergütungen in Geld der geheilten Mitbrüder und -schwestern als Nebensache annehmen; denn aufrichtig gesprochen, läßt sich denn die wiedererlangte Gesundheit taxieren oder abschätzen, wie ein anderes materielles Ding oder Kunstprodukt?! Wo ist da ein „zu viel", und wo ein „zu wenig"? Fasse du so Meinen Rat in Meinem letzten Worte auf, und du wirst nicht zu kurz kommen, ja vielleicht noch besser fahren, als es dir bis jetzt ergangen ist. Auf den zweiten Punkt, nämlich: einen höheren geistigen Standpunkt zu erreichen, worüber du Mich fragst: „wie selbiger zu erreichen sei?" da muß Ich dir einfach sagen: „Derjenige erreicht einen stets höheren geistigen Standpunkt, der Meine Gebote erfüllt!" nicht nur weil Ich sie ihm gegeben habe, sondern weil er innerlichst überzeugt sein muß, daß nur durch Haltung solcher Liebesgebote ein Annähern an Meine göttliche Person, und ein höher und höher Steigen im geistigen und moralischen Werte möglich sein kann. Meine Gebote sind aber nur Zwei, die heißen: „Liebe Mich über Alles und deinen Nächsten wie dich selbst!" Diese Gebote müssen aber — wohl bemerkt — im strengsten Sinne genommen werden, soll der Mensch seinen geistigen, moralischen Zustand verbes-sern und erhöhen können. Man muß sich nicht das Befolgen so bequem einrichten, damit alles Übrige im menschlichen Leben so gemütlich daneben auch getrieben werden kann. Sieh, Mein liebes Kind, der Mensch besteht aus Seele und Leib. Ein jeder dieser Bestandteile hat seine Bedürfnisse, seine Begehren. Der Körper ist von Mir so eingerichtet worden, daß er im Allgemeinen gerade das Gegenteil von dem will, was die Seele begehrt, und warum? Eben weil dadurch die Seele stets in Anregung bleibt (will sie ihre eigene Würde nicht einbüßen), gegen die Forderungen des Körpers anzukämpfen, selben sich dienstbar zu machen und nicht Sklave desselben zu werden. Soll also die Seele moralisch höhere Stufen erreichen, so muß sie die Forderungen des Körpers nur so beurteilen, daß keiner derselben größerer Wert beigemessen wird, als sie eben verdienen. Alle geistigen Gesetze seit Bestehen der Welt gingen stets darauf aus, die Seele vor der Knechtschaft des Körpers zu retten! So waren die Mosaischen „zehn Gebote", so Meine eigene Liebelehre während Meines Erdenwandels, so Meine jetzt wieder kundgegebenen Worte durch Mir ergebene Schreiber und Knechte, weil Ich die Menschen zu etwas Besserem erschuf, als die meisten heutzutage sind. Nun siehe, „liebe Gott über Alles" will also sagen: „Trachte mit allen Kräften danach, diesem hohen Wesen in Befolgung Seiner Liebesgebote zu entsprechen!" Schon im Erdenleben, wenn du einen Menschen liebgewonnen hast, seine ganze Achtung und Liebe verdienen willst, tust du nicht das Möglichste, um diesen Zweck zu erreichen, vermeidest du nicht Alles, was ihm mißfallen könnte? und warum? weil du in seiner Achtung stets steigen, seiner Liebe stets mehr wert sein möchtest. Wenden wir dieses Beispiel auf Mein erstes Liebegesetz an, so geht ja klar hervor, daß ihr Menschen, welche Ich aus Liebe erschuf, einen Funken Meines göttlichen Ichs besitzet, welchen Ich euch einimpfte, daß ihr ebenfalls Alles tun sollet, um Meine Liebe zu gewinnen; wobei aber am Ende der eigentliche große Gewinn euch selbst bleibt, indem ein Mensch, je mehr er sich Meinem Liebesgesetze nähert*) --- *) siehe das Wort über die Bedeutung der Zahl 666 in Nr. 39. Lebenswinke, und in Nr. 21 von der Wiederkunft Christi. D. Hsg. ,sich selbst vergeistigt, mehr seines geistigen Ursprungs sich bewußt wird, höhere Klüfte in sich entfalten sieht, zumal je mehr er der Welt und seiner eigenen schlechten Eigen-schaften und Begierden Meister geworden ist. Mich also über Alles lieben ist nicht so leicht, als man glaubt, denn es kämpft die Eigenliebe, es kämpft die Welt mit all ihren Annehmlichkeiten dagegen. — Und um einen höheren geistigen Standpunkt zu erreichen, wo die Seele durch ihre Willenskraft dem Körper und aller gebundenen Materie Gesetze vorschreiben kann, muß man vorerst selbst darüber Sieger sein. Und während — bekämpft und überwunden — die Welt und der eigene Körper zu den Füßen des Menschen liegt, erhebt sich die Seele im geistigen Fluge in jene Höhen, von wo sie einst gekommen und wohin sie wieder gehen wird nach gänzlicher Ablegung ihres Körpers, und sieht dort im Glanze des Wahrheitslichtes die Dinge mit geistigem Auge, und gebietet mit starker Willenskraft da, wo sie früher nur ein „ich möchte", jetzt aber ein „ich will!" aussprechen kann! Dieses ist der geistige höhere Standpunkt, wohin Gottes liebe dich führen kann, wenn du sie so ausübst, wie Ich es dir jetzt in kurzen Umrissen gezeigt habe! Da aber der Mensch nicht allein auf dieser Erde lebt, sondern in Gemeinschaft mit andern Menschen, so muß er auch dieses Liebegebot an seinem Nächsten tätig ausüben und zeigen; denn wie auch Ich alle Meine geschaffenen Wesen mit gleicher Liebe erhalte und umfasse, so muß auch der Mensch, will er sich Mir nähern, auch in dieser Beziehung sein Möglichstes tun, an Andern zu beweisen, was in ihm selbst nur sein eigen Ich ausrufen sollte: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!" Dieses heißt also: Opfere zum Wohle deines Mitbruders, oder deiner Mitschwester nicht bloß was du so entbehren kannst, sondern, wenn es gilt, opfere deine eigenen Interessen, deine eigenen Vorteile, um Andern einen Liebesdienst zu erweisen! Sei erhaben über alle menschlichen Schwächen, die du an Andern siehst, vergesse! verzeihe! und vergüte! was so manches verirrte Kind deines Schöpfers dir antut! — siehe, so will Ich die Nächstenliebe verstanden haben, so erhöht sie den moralischen Werth des Menschen, gibt ihm ein Bewußtsein von Tat-, von Aufopferungs-Kraft, welches Alles überragt, was die Welt und ihre Glücksgüter ihm bieten. Diesen Standpunkt zu erreichen, erhaben über alles eitle Getriebe der Welt zu sein (ohne sich aus derselben zu verbannen), stets seinen Gott im Auge zu haben, Alles was man tut, nur auf ihn zurückzuführen, die Unbilden Anderer in den Sand zu schreiben und ausrufen zu können mit unbegrenzter Liebe in der von Wonne geschwellten Brust: „Herr! verzeihe ihnen! denn sie wissen nicht, was sie tun!" dieses ist der erhöhte Standpunkt, den du erstreben sollst, von wo aus dann die Stufen beginnen des Wiedergeboren werdens; dann, dann hast du die Materie besiegt, sie dir untertänig gemacht, und kannst dann mit Wort, Blick und Hand Taten verrichten, wie einst Ich, während Meines Lebenswandels, und wie Ich auch diese Kraft Meinen Aposteln zurückgelassen habe. — Das, was du in Swedenborg’s Aufzeichnungen gelesen hast, beginnt erst dann, wenn du eine solche hohe, geistige Stufe erreicht hast; die jetzigen Scheinbilder sind nur das, was Ich dir schon erklärt habe, denn wenn du dieses hier gelesen haben wirst, hoffe Ich, daß du erkennen mögest: zum Wiedergeborenen hat es bei dir noch „seine geweisten Wege"! Denn wisse, je mehr du in der Erkenntnis deiner selbst fortschreitest, je mehr du Meine Lehre, Meine Schöpfung, Meine materielle und Geisterwelt erkennen wirst, desto mehr werden sich die Schwierigkeiten des Vorwärtsgehens bei dir auftürmen. Folgst du Meinen Lehren, so trittst du ein in den Rang Meiner Kinder! und „ein Kind des Schöpfers der Unendlichkeit Gottes" genannt zu werden, erreicht man nicht so ganz bequem, wie man im gewöhnlichen Leben wähnt. Keine Siegerkrone wird ohne Kampf gewonnen, und willst du einst Sieger über die feste Materie werden, willst du Geistern Gesetze vorschreiben, sie aus fremden Leibern austreiben lernen, so muß dein eigener Geist selbst erst frei, unabhängig in der Schöpfung dastehen. Du mußt den alten, weltlichen Adam ausgezogen und den neuen geistigen angetan haben. Der alte Mensch als Weltprodukt muß gestorben, und der neue geistige wieder ausgeboren sein, oder du mußt „ein Wiedergeborener" sein, so wie Ich einst sagte: „Wenn ihr nicht wiedergeboren werdet im Geist und in der Wahrheit, werdet ihr nicht in Mein Himmelreich eingehen." Verstehest du jetzt, was „wiedergeboren" heißt? Gut! so folge Meinem Beispiele nach, wie Ich es als Jesus gab auf Erden; dort habt ihr Alle ein Vorbild eines höchst moralischen Menschen, dort gab Ich euch den Beweis, was der Mensch geistig sein sollte, und wenn er es ist, was er mit seinem Willen vermag. (Man studiere auch Nr. 33. D. Hsg.) Nicht umsonst stellte Ich euch dieses Bild der Demut, der Verleugnung, der Aufopferung auf. Ich tat es nicht für Mich, damit ihr einst Meine Leidensgeschichte und Meinen Lebenswandel auf Erden lesen und vielleicht bei so recht tragischen Stellen einige Tränen des Mitleids darüber vergießen sollet, nein! Ich stellte euch dieses Beispiel auf als bleibendes, ewiges, damit ihr stets daran gemahnt werdet, zu was der Mensch geschaffen wurde, daß ihr ein Beispiel habet, wie weit die menschliche Seele ihre Kraftäußerung ausdehnen kann, wenn sie mit Meinem Geiste verbunden, den Elementen und der starren Materie gebieten, sowie durch Auflegung der Hände und Aufheben des Blickes zum Vater alles Geschaffenen langwierige Krankheiten auf einmal heilen will. Ich wollte euch durch Meinen Lebenswandel den Gegensatz hinstellen zwischen einem gewöhnlichen Erdenmenschen, und einem geistigen aus Gotteshand hervorge-gangenen Neu-Wiedergeborenen. Dort hast du das Vorbild, diesem strebe nach. Hast du es erreicht, so wirst auch du Taten ausüben können, wie einst dein Gott als Jesus, und wie es Seine Nachfolger, die Apostel, getan haben. Rein mußt du vorerst selbst dastehen, damit Mein Segen in deinem rein geistigen Willen die Macht erhält, nach der du dich jetzt schon lange sehnest. Amen. (Auch auf Nr. 12 B „Arkana" ec. kann hier hingewiesen werden. D. Hsg.)
Empfangen durch G. Mayerhofer am 8. Februar 1872.
Schon früher gab Ich euch ein Wort über Magnetismus, was er ist, und wie — will man heilend auf Andere einwirken — derselbe benutzt werden muß. — Allein, da noch immer irrige Ideen unter euch Herrschen und auch bei Andern, die eben nicht diese Quelle Meiner direkten Mitteilung haben, wie ihr, noch falschere Begriffe im Gange sind, so will Ich euch wieder ein neues erläuterndes Wort geben, damit doch endlich einmal Licht, ja ganz Licht in dieser Sache in euch werde, zudem Ich Einigen aus euch sogar diese Gabe, d.h. Anwendung des Magnetismus mittelst Meines Segens als Universalmittel verliehen habe, welche Gabe, wenn sie gleich von Meinen Magnetisören verstanden, doch von den Magnetisierten nicht ganz in ihrer Tragweite aufgefaßt wird, wo, wäre es der Fall, die Heilung geschwinder und leichter vor sich ginge. Nun, um allen diesen Zweifeln über Wirkung und Ursache dabei ein Ende zu machen, und für euch und die zukünftigen Leser dieser Meiner Worte den fraglichen Gegenstand zu erschöpfen, so weit ihr Menschen denselben begreifen könnet, so soll auch dieses Wort ein bleibendes Denkmal Meiner Liebe und Gnade werden, ein Denkmal dieser beiden Eigenschaften Meines göttlichen Ichs, welche fortwährend auf euch hernieder-strömen, ob ihr darum stehet oder nicht. So höret also: Wie Ich es bei allen Meinen Worten mache, so soll auch bei diesem verfahren werden; Ich beginne mit der Analysierung der Wurzel und fahre dann fort im Erklären bis zur praktischen Anwendung desselben. Ich will damit euch denken lernen, da ihr euch doch als denkende Wesen betitelt, so sollet ihr doch wenigstens diesen Namen nicht zum Scheine tragen, sondern ihn auch wirklich verdienen. Nun seht, Magnetismus ist euch als eine Kraft bekannt, welche dem Auge zwar nicht sichtbar, doch dem Gefühle fühlbar sein kann; Magnetismus ist also etwas was da ist; denn ihr sehet seine Wirkung. Nun, um dieser Kraft etwas näher auf die Spur zu kommen, so müssen wir dieses unsichtbare Etwas näher bezeichnen, und hiezu noch tiefer eindringen, und bei dieser Forschung erst erfahren: was Magnetismus ist? wie er sich äußert? und zu was er zu gebrauchen ist? In einem früheren Worte sagte Ich euch: „Magnetismus ist Mein wille!" Nun, was will das heißen? Das will heißen, daß als Mein Wille die materielle Welt erschuf, so gab er jedem Dinge eine ihm angemessene Kraft, erstens zur Selbsterhaltung, und zweitens zum Widerstand gegen Einflüsse von andern Elementen oder Stoffen, welche seine Zerstörung befördern können, wollen oder müssen.*) --- *) man sehe Genaueres darüber in Nr. 47 über das Atmen der Pflanzen ec. D. Hsg. Um nun dieser Zerstörung zu widerstehen, so lange ein geschaffenes Ding sich selbst erst ausbilden muß, um einer höheren Stufe würdig zu sein, ist diese Kraft die erhaltende, sie ist seine Lebenskraft. Magnetismus ist also eigentlich im weiteren Sinne die Lebenskraft, welche Alles im Ganzen und Einzelnen erhält. Dieses Erhalten geht durch alle Räume der großen Schöpfung durch, ist das Band, welches Alles aneinander bindet, ist der Faktor, welcher Alles zur Entwicklung, zur Weiterbildung, zur Zerstörung treibt, um auf dem Zerstörten Neues zu bilden. Den Magnetismus habt ihr in mineralischen, in animalischen und in animaischen*) abgeteilt. --- *) animalisch von anima die Seele — seelisch, wo die Seelensubstanz wirkt, animalisch von animal das Tier, wo nur mehr der Nervengeist agiert. D. Hsg. Den mineralischen kennet ihr durch den Einfluß der magnetischen Strömungen, durch eure Magnetnadel, welche — (wie der Magnetismus alles Geschaffene zu einer Familie bindet) — auch durch deren Benützung bei der Schifffahrt die Völker näher aneinander geführt hat, so daß ihr Herren auch der unwirtlichen Fläche des großen Weltmeeres geworden seid. Den animalischen Magnetismus bemerket ihr durch Einfluß lebender Wesen auf andere, und durch die Einwirkung der menschlichen Willenskraft auf andere Menschen, wo dann schon der animalische mit dem animaischen Magnetismus seine Wirkung äußert. Nun, über allen diesen Einwirkungen steht noch die Macht mittelst Gebet, die vorher angeführten verschiedenen Arten von Magnetismus zu verstärken, zu benutzen, und so der Menschheit dienlich zu sein. Wie Ich euch oben gesagt habe, liegt in jedem Dinge eine gewisse Quantität von Lebenskraft, welche zur Erhaltung des geschaffenen Gegenstandes und zu seiner Ausbildung für eine höhere Stufe dient. Nun diese Lebenskraft steht in beständiger Wechselwirkung mit den Gegenständen, mit welchen ein geschaffenes Ding in Berührung kommt, sei es durch Kontakt, sei es nur durch Vermischung ihrer Atmosphären oder Dunstkreise, welche einem jeden Dinge seine letzte aber geistige Umhüllung ist. Sobald also ein Gegenstand mit einem andern zusammenkommt, so entsteht der Prozess des Austausches wechselseitiger Lebenskräfte, jeder Gegenstand gibt dem andern von dem in sich habenden auch oft Überflüssigen ab, und empfängt von andern das, was er sich assimilieren oder aneignen kann. Bei Krankheiten besonders ist diese Einwirkung am meisten fühlbar, denn — vorausgestellt — was ist Krankheit? so folgt die Antwort: Krankheit ist der Zustand, in welchem diese Lebenskraft in ihrem Entwicklungs-Prozesse gestört ist, wo selbe gleichsam auf einige Zeit aus dem harmonischen Verbande mit ihrer sie umgebenden Welt heraustritt, und so dann das Unregelmäßige auch durch Symptome oder äußere Anzeichen sich kund gibt. Was tut nun eine Arznei oder ein Heilmittel? Es gibt dem kranken Organismus von seiner Lebenskraft etwas ab, erregt entweder die nachgelassene Tätigkeit einzelner Organe, um ihnen das zu verschaffen, was ihnen mangelt, oder es führt direkt in den Körper die Elemente ein, welche dem kranken Körper abgehen, und nun durch Wechseltausch die Gesundheit wiederherstellen. Was nun bei der materiellen körperlichen Welt in jedem lebenden Organismus hervorgebracht wird, das geschieht auch auf einer höheren Stufe, auf der geistigen oder Seelen-Sphäre, wo lebende Körper wieder auf lebende einwirken. Die lebenden Körper haben — wie auch die materiellen gröberen — eine Lebenskraft zu ihrem eigenen Bestande, zu ihrer eigenen Entwicklung, und indem diese geistige Entwicklung im verkehrten Verhältnisse mit der körperlichen steht, so ist die Zerstörung des Materiellen der Fortschritt des geistigen Lebens. Bei Berührung von lebenden Wesen geschieht also — wie früher bei der anorganischen Natur gezeigt — der nämliche Prozess des Austausches von Lebens-partikeln, den kein Wesen verhindern kann, und der deshalb ohne Wissen und Wollen unwillkürlich vor sich geht. Will nun ein Mensch z.B. besonders auf einen Andern einwirken, so besitzt er in seiner Seele, als Herrin des Körpers oder der sie umkleidenden Hülle, die Macht, diese Lebenskraft mehr oder weniger aus sich ausströmen zu lassen; der Mensch wirkt also dadurch, eben weil er will, mehr auf fremde Organismen ein, und kann durch diese Einwirkung Leidenden behilflich sein, indem er ihre gestörten Gesundheitsverhältnisse auf diese Art regeln, oder wenigstens den Impuls dazu geben will. Nun, was aber die letzte Art des Magnetisierens betrifft, wenn Mein Segen als höchste Willens- oder Lebenskraft erfleht wird, so hat dieses wieder ein ganz anderes Bewandtnis, und eben hier ist es, wo bei euch so irrige Ideen herrschen, wegen welcher Ich dieses Alles voraus schicken mußte, damit ihr in dieser Schlussbetrachtung klar sehet. Ich habe euch gesagt, wie die individuelle Lebenskraft des Einzelnen auf Andere einwirken kann; beim Anflehen Meines Segens wird aber eigentlich nicht Meine Macht mit dieser Willenskraft verbunden oder letztere dadurch verstärkt; denn Ich sende ja, ohne daß ihr es wollet, Ströme der Gnade bei jedem Atemzuge von Meinen Himmeln darnieder. Um euch also zu helfen, brauchte Ich keinen Magnetiseur, noch seine Willenskraft; denn die Meine genügete für euch Alle; allein es ist ein anderes geistiges Resultat, welches Ich bei dieser Art von Magnetismus erstreben will, entweder das Vertrauen Meines Magneti-seurs zu Mir zu verstärken, und dann eben wegen dem günstigen Resultat seines magnetischen Wirkens für sich und für Andere zu Meinem Zwecke zu handeln, oder, wenn der Leidende von dem Akte dieser Magnetisierung unterrichtet ist, um eben durch solchen Gnadenakt auch seine Seele für Mich zu gewinnen ; denn bei Auflegung einer Binde (oder eines Stückes von Leinwand oder Wolle, oder dergl.) gesegnet durch Meine Macht, durchströmt den Leidenden immer ein höheres, geistigeres Vehikel, als das des gewöhn-lichen animaischen Magnetismus, und mit je mehr Ergebung in Meinen Willen diese Handlung geschieht, mit je höherer Begeisterung diese Kraft gegeben und empfangen wird, desto größer und mächtiger ist die Wirkung davon; denn es befähigt die beiden Seelen, des Heilenden und geheilt werden Wollenden, zu intensiverer Aufnahme Meines Segens und Meiner Gnade, die ohne diese gehobene Stimmung wohl auch auf sie herab-geströmt, aber spurlos an ihnen abgegleitet wäre, und keinen wesentlichen Unterschied hervorgebracht hätte. Wenn Ich aber Jemandem eine solche Magnetisierung anrate, so muß der Kranke oder der Heilende nicht glauben, es sei bloß Mein Wort nötig, wie es einst beim Hauptmann von Kapernaum war, der sprach: „Herr! sprich nur ein Wort und mein Knecht wird gesund!" Das waren dort andere Zeiten und andere Umstände, welche hier nicht in Anbetracht gezogen werden können. Dort, als Herr der Schöpfung, beschleunigte Ich oft bei Meiner Willenskraft die wechselseitige Wirkung der Lebenskräfte, aber jetzt will Ich es lieber auf andere Weise bewerkstelligt sehen, jetzt rufe Ich euch zu: „Helfet ihr euch selbst, und dann helfe Ich euch auch!" (Die Kinder sind jetzt reifer selbst etwas zu tun. D. Hsg.) Wenn ein Mensch einsieht und begreift, daß sein Krankheits-Zustand von der falschen Art und Weise zu leben abhängt, wo er gegen Meine Naturgesetze sündigt, so kann er nicht von Mir verlangen, daß Ich einmal festgestellte Gesetze wegen ihm abändere.*) --- *) deshalb sprach der Herr, wo Er als Jesus Wunder wirkte, häufig zu den Geheilten: „sündige hinfort nicht mehr!" (d.h. geistig gegen das Moralgesetz der Liebe, und physisch gegen das Naturgesetz der richtigen Lebensweise.) D. Hsg. Er muß von einem Gott eine andere Idee haben, als von einem Menschen; denn der Mensch kann fehlen, kann sich irren, und ebendeswegen von seinen den Andern vorgeschriebenen Gesetzen abgehen, sie umgehen oder gar aufheben, das kann aber Ich als Gott, als höchstes Wesen nicht; bei Mir ist Alles vollkommen, vom Beginn der Existenz der Dinge bis in Ewigkeit. Ich kann höchstens dahin wirken, daß vergrößerte Lebens-tätigkeit zu schnelleren Resultaten führe, aber den von Mir festgestellten Grundprinzipien zuwiderhandeln kann Ich nicht. Fehlt also der Mensch aus Schwachheit gegen seine körperlichen Gelüste, so muß er dort sich selbst zuerst bekämpfen, und dort sein Möglichstes tun; sehe Ich diesen Willen, dann beschleunige Ich durch Einfluß der Lebenskraft eines Andern mit Meinem Willen auf ein dazu bereitetes empfängliches Gemüt die Ausscheidung feindlicher Stoffe; aber fortleben wollen (nämlich in der alten Verkehrtheit), nichts sich versagen, nichts von der gewöhnlichen Lebensweise aufopfern wollen, und (nur) durch Magnetismus und Meine Willenskraft gesund werden wollen — das ist eine Unmöglichkeit. Deswegen ihr Alle, die ihr zu Mir um Hilfe rufet, und das meist erst dann, wenn die Menschen euch nicht mehr helfen können, bedenket Meine Worte wohl: Zuerst müsset ihr euch selbst helfen, eueren Körper von fremden Stoffen reinigen, damit auch die Seele mehr auf denselben einwirken kann, und sie sich nicht passiv halten und ruhig zusehen muß, wie fremde Einflüsse das ihr anvertraute Kleid (den Leib) vor der Zeit zerstören, und sie dann wie eine Frühgeburt Dort halbreif oder ganz unreif ankommt, wo man nur als eine auf dem Lebensbaume des irdischen Daseins ausgereifte Frucht fortschreiten kann. Bedenket, daß Mein Segen nur dort Kraft besitzt, wo der Boden dafür zur Aufnahme bereitet ist. Fanget also ihr zuerst an, den Mist auszumerzen, den ihr in eueren Körpern vielleicht schon seit Jahren angehäuft habet, und dann wenn dieses hinweggeschafft, wird Mein Segen seine rechte Wirkung haben. — Will Jemand den reinen Strahl des Sonnenlichtes genießen, so muß er seine Fenstergläser erst vom Schmutze reinigen, damit dieses Licht rein und unverfälscht, wie es aus Meiner Hand auf euere Erde gesendet wird, in sein Zimmer gelangen kann. Aus diesem reinen Lichte quillt dann die Wärme, die Liebe, das Wohlbehagen, das freudige Bewusstsein recht gehandelt zu haben, das Alles getan zu haben, was dem Menschen als Mensch obliegt, und dann kann getrost der Magnetiseur seine Hand ausstrecken, dem Kranken eine magnetisierte Binde umlegen, oder desgleichen Wasser geben, zwar mit seiner Lebenskraft geschwängert, aber auch den Segen seines h. Vaters in sich tragend, und so wie das gereinigte Fensterglas — so ist dann das gereinigte Herz eines Leidenden nicht mehr hinderlich, diese Seelen-Geistes-Strahlen der göttlichen Lebenskraft bis an den Ort ihrer Bestimmung durchzulassen, und so die Gesundheit des Körpers vereint mit der der Seele herzustellen. So muß magnetisiert, so muß der Magnetismus gegeben, so empfangen werden. Himmelskost kann nur dort wirken, wo der Himmel schon besteht; ist das menschliche Herz ein Himmel geworden, so erwärmt, belebt und kräftigt der eingehende Strahl Meiner Gnade und Liebe — Geist, Seele und Körper, und bereitet alle drei, ein tüchtiges Aufnahmsorgan für Meinen Segen, Meine Gnade und Meine Worte zu sein. — Wo Ich mitmagnetisiere, dort muß geistig manipuliert werden, dort muß alles Weltliche hinweggeschafft und nur geistig geschaffen und geheilt von Innen nach Außen, von dem Geiste auf die Seele, und von dieser erst auf den Körper gewirkt werden. „Gott ist ein Geist, wer Ihn anbeten will, muß Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!" Das sagte Ich einst und es ist immer und ewig wahr; so lange ihr Meinen Einfluß nicht in geistiger Hinsicht nehmet, ist er nicht fruchtbringend, und dann erst wenn ihr mehr Geist als Körper, mehr bei Mir als bei der Welt seid, nur dann wird (in jetziger Zeit) Meine gesegnete magnetische Kur Wunder wirken, die aber ihr selbst wirket, nicht Ich; denn Meine Gnade war ja stets bei euch, und ohne Meine Liebe existiertet ihr ja nicht mehr; Ich goss dieselbe auf euch aus; aber in euer Herz drang sie nicht ein, ihr waret ihrer nicht bewußt; ist aber euer Herz Meines Einflusses sich bewußt, dann ist auch die Wirkung Meiner Gnade eine andere, eine erhöhte, die in kurzer Zeit bewirkt, was sonst in längeren Zeiträumen erst geschehen wäre. Daher bedenket dieses Wort wohl: „Wer geheilt werden will, muß zuerst Hand an sich und seine verkehrten Gewohnheiten legen; dann komme erst Ich mit Meinem Segen und mit Meiner Gnade dazu." Amen. —
Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer, Triest, am 5. Februar 1871. Wieder eine geistig und körperlich kranke Seele fragt durch dich bei Mir an, und möchte sogar, daß Ich es ihr schriftlich gebe, daß die von dir angegebene Heilart die richtige, und daß durch dieselbe auch das gewünschte Resultat herbeigeführt wird. Um diesem Kinde doch zuvor etwas seine geistigen Augen zu öffnen, über welche es noch eine sehr dicke Binde trägt, so muß Ich ihr Inneres ihr vorhalten, damit sie einsieht, daß Ich nicht wie sie blind, sondern nur zu sehend bin. Es wird ihr vielleicht manches in diesen Zeilen nicht angenehm sein; aber wahr ist es deswegen doch, und um so mehr, weil Ich es sage. Nun sieh’, Mein liebes Kind, du hast eine kleine Unpäßlichkeit, die dich sehr bekümmert, und wegen welcher du schon die ganze Welt um Rat gefragt hast. Jetzt ist dir auch zu Ohren gekommen von einem geistigen Heilungsprozesse, und nachdem du alle allopathischen und homöopathischen, ja selbst Meine Sonnenmittel versucht, und nirgends ein befriedigendes Resultat gefunden hast, so willst du auch dieses letzte geistige Heilverfahren versuchen, mit der Idee: „Wenn’s nicht hilft, so schadet’s nicht!" (?) Du betrachtest es nur als eine von den vielen anderen gewöhnlichen Manipulationen des Magnetismus, möchtest nebenbei gleichsam ein ausgestelltes Zeugnis haben, daß dieses Mittel helfen muß. Um nun auf diesen deinen Grundgedanken entsprechend zu antworten, muß Ich dir vorerst sagen, daß Ich recht wohl weiß, warum du jetzt von diesem Übel befreit sein möchtest; denn die Zeit drängt, es naht sich der Augenblick, wo du mit vollen Segeln in die Freuden der Welt und des Ehestandes hineinsteuern willst; und wegen diesen deinen so materiellen und weltlichen Wünschen soll Ich, der Schöpfer und Herr einer Unendlichkeit, Mich dir hingeben, und sogar dir noch schriftlich bezeugen, daß du mit diesem Mittel von deinem Übel befreit wirst, das dir schon lange lästig und jetzt noch unangenehmer ist. Sieh, du willst von Mir etwas vernehmlich hören, und achtest doch auf die Stimme in deinem Innern nicht, die Stimme, die ihr Menschen „Gewissen" nennet! Was sagt dir denn dieses Gewissen oft? sagte es dir nicht mehrmals: „Treibe die Religion nicht so materiell! gedenke, daß Gott ein Geist ist, und auch nur geistig verehrt und geliebt, und Seine Lehren auch geistig verstanden werden müssen!" Sagt dir dein Gewissen nicht oft: „Mehr Toleranz gegen deine Mitmenschen! und mehr Liebe gegen deinen Gott, deinen Vater!" Nachdem du nun eben mit dem fleißigen Kirchengehen glaubst deine Pflicht als Mensch gegen Mich getan zu haben, so verlangst du eine geistige Kur, während du doch diese hier an dich gerichteten Worte nicht glaubst, als kämen sie von Mir! Wie kannst du also bei einer solchen Ungläubigkeit ein geistiges Resultat von deiner Behandlung verlangen, die nur geistig verstanden werden und auch nur geistig wirken kann?! — Die geistige Erhebung deiner Seele zu Mir im inbrünstigen Gebete; aber so, daß alle Fibern deines Körpers mit in dieses Gefühl hineingezogen werden, dieses ganz sich Aufgeben in Meinen Willen, bei gänzlichem Vergessen alles Weltlichen, dieses Aufleuchten aller deiner inneren Geisteskräfte, gepaart mit dem festen Glauben an sichere Hilfe von Meiner Seite, kann ein von Meinem Schreiber magnetisiertes Tuch zwar wirksam machen, weil es dann nicht die magnetisch-menschlichen Stoffe sind, welche das Tuch enthält, sondern Mein Segen, der den festen Willen Meines Schreibers*) --- *) oder einer andern gottbegeisterten, der Gnade des Herrn sich erfreuenden Person. D. Hsg. begleitet, und so seinem magnetisierten Tuche diese Heilkraft verschafft, die nicht nur dein Übel, sondern jedes heilen kann; so lange du aber nicht fähig bist, dieses Gebet in dir zu erwecken, wie Ich es dir beschrieben habe, so rate Ich dir — laß ab von magnetischen Kuren; denn sie führen zu nichts, du gibst dich nur eitlen Hoffnungen hin, denen die Enttäuschung auf dem Fuße folgt. Lerne zuvor deine geistige Stellung gegen Mich erkennen, und dann wirst du erst deine weltliche zu schätzen wissen, und wohl einsehen, wo die größere Wichtigkeit und der größere Werth liegt. So lange du auf deinem bis jetzt befolgten Wege nicht umkehrst und den einschlägst, den Ich dir Rate, werden noch manche Stürme und Gewitter über deinem Haupte wegziehen, und du wirst mit Leiden und Furcht geplagt sein! Amen!
Vom Wesen des geistigen Magnetismus. Empfangen durch G. Mayerhofer, Triest, am 4. Februar l87l. Deine Schwester in ihrer Herzensangst geht dich an, du solltest sie durch ein paar magnetische Striche dahin bringen, daß sie mehr Zuversicht auf ihre eigenen Kräfte bekäme. Nun, und du bittest Mich darum mit der Frage: was in diesem Falle geschehen solle? Ich will also, um Jedem seine Zweifel und seine Hoffnungen auf eine gerechte Art zu lösen, den Vermittler, den Heiland und den Magnetiseur Selbst machen; denn ohne Meine Hand, ohne Meine Hilfe ist dein Handausstrecken ja so nur ein animalisches Beeinflussen, und kein seelisch-geistiges, welches — durch Mich erst höher potenziert — die gewünschte Wirkung bei deiner Schwester hervorbringen würde. Also zur Sache. Ich frage deine Schwester bloß: hat sie denn nie gefühlt, daß das Gebet zu Mir Trost, Stärke, Seligkeit und Wonnegefühl gibt, wenn das Gebet so ganz aus Grund des Herzens an Mich gerichtet ist? Und wer bereitet denn dieses Gefühl? sieh, das bin Ich, durch Mein stärkendes Einfließen in die wunde Seele. Wo ist eine magnetische Kraft, die in ihrer Wirkung mit diesem Seligkeitsgefühle zu vergleichen wäre? Deine Schwester soll es versuchen, und soll zu Mir, zu ihrem Vater, ihr Herz in tiefster Demut erheben, soll Mir ihre Leiden und Sorgen vortragen, soll vor Meinem Throne zusammensinken in den Staub der Nichtigkeit, — und wenn sie dann daliegt ohnmächtig, zerknirsch t, und nur Alles Mir überlassend, wenn sie sich bis auf den kleinsten Punkt gedemütigt hat, dann werde Ich sie erheben; denn in ihrer tiefsten Demut ist sie Mir gerade am nächsten, dann werde Ich in sie den Trost, die Liebe und Geistesstärke einfließen lassen, um ihre vermeintlichen Mißhelligkeiten erstens nicht so schwarz anzusehen, und zweitens: um selbe auch leichter ertragen zu können. Meine Liebe ist der große Magnetismus, der Alles anzieht, und Nichts von sich stößt, wer sich in dessen Bereich begibt, kann nur gewinnen; aber nicht verlieren. Daher raffe sie sich auf, zu Mir, ihrem Vater, den Blick zu erheben; Ich als Vater stoße kein Kind zurück, das flehend Mir sich naht, und um so weniger, wenn sein Herz ein Altar der Liebe geworden ist, wo das ewige Feuer dieser Meiner göttlichen Eigenschaften brennt, den ganzen Menschen durchleuchtet, und auch den Körper sogar mit Seligkeit erwärmet. Also diesen Magnetismus suche deine Schwester, und er wird ihr mehr Früchte tragen, als wenn du deine Hand ausstreckest, wo gemäß deiner persönlich-geistigen Erhebung die Wirkung wohl vorhanden wäre, aber nicht in Vergleich zu bringen ist mit derjenigen, wenn Ich Mein Vaterherz als Lohn einer kindlichen Ergebung in Meinen Willen dargebe. Amen.
Über Vegetarismus.*) 1. Mose 1, 29. Matth. 15, 11. --- *) Diese 3 Abschnitte waren früher — bevor unsre Nr. 48 existierte — in Nr. 41 abgedruckt, wo sie aber in der 2. Aufl. nun weggelassen sind. D. Hsg. Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer, Triest, 4. September 1870. Sobald eine Sache ernst besprochen werden soll, so muß man dieselbe von Grund aus studieren, und zuerst sich fragen: „Wenn dies« besprochene Gegenstand einen Lernenden und Forschenden interessiert, zu was ist denn eigentlich diese Sache nützlich, und wenn ich selbe im Leben praktisch ausübe, zu was nützt sie eigentlich mir selbst?" Wenn Ich nun diese Frage auf den Vegetarismus anwende, so frage Ich deinen Bruder ebenfalls, weswegen hat er sich für selben begeistert, und warum hat er ihn angenommen? Die Antwort wird sein: „Weil durch einfachere Kost viele oder fast alle Krankheiten vermieden, ein hohes Alter erreicht, und sich selbst in Bezug auf Nahrung ec. auf die geringsten Bedürfnisse beschränkt, und endlich durch diese Lebensweise einer Menge von Versuchungen und Reizungen ausgewichen wird, weil der physische Zustand des Körpers der Seele nicht so mit Ungestüm Gesetze vorschreibt, als bei einem Menschen, der mit so genannten guten und reizenden Speisen seinen Körper genährt hat." Was den ersten Punkt betrifft, so ist er annehmbar, auch in Meiner Lehre des Heiles für die Seele, denn eine gesunde Seele kann nur in einem gesunden Körper für ihr künftiges Leben ordnungsmäßig arbeiten; was das Zweite anbelangt, ein hohes Alter zu erreichen, und dabei, was sich von selbst versteht, seine intellektuellen Eigenschaften nicht zu verlieren, ist ebenfalls gut für Mich; denn je länger ein Mensch lebt, desto mehr kann er hier auf Erden seine Seele für’s künftige Leben vorbereiten, was, würde er früher abberufen, er dort im Jenseits mit doppeltem Kraftaufwand tun müßte; der dritte Punkt, nämlich so wenig als möglich Bedürfnisse zu haben in Bezug der Nahrung ec., ist ebenfalls für Mich und Meine Lehre anwendbar, da durch Einschränkung in den Lebensbedürfnissen jeder Mensch eben dadurch den weltlichen Genüssen entsagt, und leichter den Blick nach den geistigen Bedürfnissen richten kann; was aber den letzten Punkt betrifft, daß derjenige, der so einfach lebt, wie es der Vegetarismus vorschreibt, nicht so vielen Versuchungen und Reizungen ausgesetzt ist, als ein anderer Mensch, hat in Bezug auf das, was Ich will, kein so großes Verdienst, so wenig wie die Redlichkeit eines eingesperrten Diebes; denn wo keine Versuchung, ist kein Kampf; und wenn der tugendhaft bleibt, der keine Anregung zum Fallen erhält, so ist auch seine Seele nicht durch Widerstand gegen das Drängen der Leidenschaften gestärkt, sondern dieser Mensch bringt sein Kapital in die andere Welt mit, als wie der, welcher statt Zinsen zu erwerben von seinem ihm anvertrauten Gute, selbes lieber vergrub;*) --- *) sieht über das Törichte des Lebens der Asketen im Johannes. Bd. 5, S. 209 und 210, sowie Seite 42l daselbst. (2. Aufl. Bd. 7, Kap. 156.) D. Hsg. Mir ist lieber das Kind, das gekämpft, gelitten und geduldet, aber am Ende doch gesiegt hat, als wie ein anderes, welches alle Gelegenheiten scheute, um in Versuchung zu geraten, wobei seine Kraft erprobt worden wäre, ob es auch Versuchungen widerstehen könnte oder nicht. — Was im Ganzen diese „frugale"*) --- *) frugal bezeichnet dis 2 Hauptbegriffe des vegetar. Systems „mäßig", und von Früchten (und Körnern) bereitete Kost. D. Hsg. Lebensweise anbelangt, wo die jetzigen Menschen eigentlich die Ur-Väter nachahmen wollen, so muß Ich nur bemerken, daß jene Menschen ganz andere Konstitutionen hatten, als das jetzt lebende Geschlecht, eine andere Lebensweise führten, die der eurigen gerade entgegengesetzt ist, in Bezug auf: in Häusern leben, in Betten schlafen, größeres Zusam-menleben in Städten ec., nebenbei auch wenig oder gar keine angeerbten Fehler hatten, wie in jetziger Zeit viele Menschen leiden nicht durch eigenes Verschulden, sondern durch angeerbte Krankheiten. Dieses Alles zusammen genommen, will Ich mit wenig Worten sagen: „Wer sich an diese Art seinen Körper zu ernähren gewöhnt hat, und so vielen modernen Übeln ausgewichen ist, tut gut daran, wenn es seinem Körper nicht schadet, dabei zu bleiben; nur muß er überall in Aussicht haben sein geistiges Heil, was er durch diese Art zu leben, leichter erreicht, wie viele Andere; es wird ihm zwar nicht als Verdienst angerechnet werden, was ihm selbst keine Mühe kostete, aber Ich werde in anderer Hinsicht mehr von ihm fordern, da er vielen Kalamitäten ausgewichen, die Andere mit Mühe bekämpfen mußten." Das Beispiel, welches dein Bruder angibt, wegen Meinem Lebenswandel auf Erden, da gelte ihm nur das Wort: „Dem Reinen ist Alles rein!" Ich lebte mit Meinen Jüngern ebenso, wie dort das ganze Volk, damit nicht Einer oder der Andere kommen könnte und sagen: „ja, das ist leicht, fromm und tugendhaft leben, denn mit einer solchen Lebensweise (nämlich der vegetarianischen) bekommt Niemand Gelüste und Versuchungen." Ich und Meine Apostel lebten wie alles Volk, und bekämpften alle Leidenschaften und Versuchungen trotzdem siegreich, die zur Prüfung und Stärkung unseres Geistes als Menschen uns auf unserem Lebenswege begegneten. Du selbst sagst und vergleichst den Vegetarismus mit dem Feuer, das vor Moses (Ellas?) vorüberzog, gut, der Vegetarismus ist das Feuer, d.h. das Element, das erwärmt, verzehrt und läutert, der Vegetarismus erwärmt den menschlichen Körper mit reinerem Blute, verzehrt die „sündigen Säfte", und läutert so das euch von Mir gegebene Werkzeug, den Körper. — Hiemit wird also dein Bruder wohl mit dieser Erklärung zufrieden sein, und sich das herausfinden können, was ihm eigentlich noch nicht in ganz hellem Lichte erschien; denn das kann er sich wohl vorstellen, daß es Mir sonst ganz gleichgültig ist, mit was er sich seinen Magen vollfüllt, wenn es nur natürlicher Zwecke halber geschieht, wenn es aber auf geistiger Unterlage beruht, bringt es auch geistige Früchte, und diese sind bei Mir nur allein in Anbetracht zu ziehen, das Übrige ist alles Null! Daß Ich dieses, nämlich das Auftreten des Vegetarismus jetzt, und vieles Andere (so auch den Spiritismus, siehe in Nr. 41) auf dieser Welt zulasse, und ja sogar begünstige und befördere, hat seinen Grund in höheren Absichten, weil dadurch Viele von Über-mäßigkeit und ihren natürlichen Folgen gerettet werden, und dann dem sanften Säuseln Meines Liebewindes eher zugänglich sind. —
Von der ästhetischen und moralischen Seite des Vegetarismus. Durch denselben 12. September 1870. Dein Bruder, welchem Ich vor Kurzem seine Zweifel über Vegetarismus (und Spiritismus) aufgeklärt habe, hat sich bei der näheren Beleuchtung der ersten Frage an einigen Worten gestoßen, die ihn zu neuen Zweifeln aufregten, was Ich eigentlich durch diese, dort so gestellten Sätze wollte, damit er sich gezwungen fühlt, auch des Letzten sich zu entäußern, was ihm noch von seinen früher eingesogenen Ideen anklebt, von denen er sich sonst nicht hätte losmachen können! Nachdem er also gefragt, so will Ich ihm auch antworten. Das Erste was ihm auffiel, war, daß Ich den Hauptgrund der Vegetarianer — wie er glaubt — gänzlich mit Stillschweigen Übergängen habe, nämlich der da heißt: „es sei unmoralisch, anderen Tieren ihr Leben zu rauben, um sein eigenes zu fristen, wenn es eben nicht gerade die Not erheischt!" Was diesen ersten Punkt betrifft, so muß Ich, wie Ich es schon oft getan, mit einer andern Frage antworten, und diese heißt: „Was nennt ihr eigentlich „moralisch", und was verstehe Ich unter dem Worte „moralisch"? Hier treten sich zwei Urteile über ein und denselben Gegenstand gegenüber, wo ein jeder von seinem Standpunkt aus Recht hat; es handelt sich nur darum, welche von beiden Ansichten der andern untergeordnet werden muß, oder ob nicht die eine aus der andern nur hervorgegangen ist! Ihr Menschen, die ihr auf dieser Erde durch sittliche Gesetze und Meine Lehren, wenigstens der größte Teil von euch, mit Meinen Gesetzen der geistigen Würde bekannt geworden seid, ihr habt euch durch diese Gesetze auch ein Ideal der höchsten geistigen Potenz gebildet, welches, wie Ich Selbst predigte, und auch Meine ganze Schöpfung es lehrt (vorausgesetzt, wenn ihr selbe geistig betrachten wollet), zeigt, daß Liebe Mein Haupt – Grund – Gedanke ist, und Alles, wenn auch noch so augenscheinlich entgegengesetzt, doch nur aus Liebe geschieht. Ihr habt auch den Grundsatz aufgestellt, daß die höchste Moral für die menschliche Natur diejenige sei, wo nur Liebe, wie beim Schöpfer alles Irdischen, auch bei euch in allen Handlungen nur der Hauptgrund sei! Deswegen setztet ihr, die ihr dem Vegetarismus anhänget, den ersten Satz als Grundprinzip auf: Es ist der geistigen Natur eines frei denkenden Menschen unziemend, anderen Tieren, denen der Schöpfer das Leben, das Gefühl für Freude und Schmerz, und vielleicht auch noch andere Bestimmung gegeben hat, für euch als letztem Gliede der Schöpfung auf diesem Erdballe, bloß um als Nahrung zu dienen, das Leben zu nehmen. „Eure folgerechte (und vollgerechte?) Urteilsweise hat ihren guten und geistigen Grund, und es ist eben dieser Grund der einzige eures Vegetarianismus, der euch bis jetzt, ohne Kenntnis Meines durch Meine Knechte gegebenen Evangeliums, als höherstehende, Mir sich annähernde Wesen, vor Andern ausgezeichnet hat;*) --- *) wohl eine höchste Anerkennung! D. Hsg. denn bloß dem körperlichen Wohle zu Liebe hat der Vegetarianismus zwar auch seine Vorteile, die Ich im vorhergehenden Diktate entwickelte, aber als geistige Annäherungs-mittel zu Mir diese Richtung auffassend, gelangt der Vegetarier, oder der Anhänger dieser blutlosen Lebensweise erst zu dieser Stufe, wo Alles hingehört, was man in Meinem Namen und Meiner Lehre zu Liebe tut!" — Also das Wort „moralisch" oder „sittliches Gesetz" glaubet ihr, verbietet euch, Tiere zu töten, um selbe als Nahrung zu benutzen! Jetzt will Ich euch fragen, wenn ihr Mich von eurem Standpunkte aus betrachtet, was verdiene denn Ich für einen Titel, Der Ich den Mord und das Aufzehren des einen Tieres durch das andere bei den meisten als erstes Lebensprinzip aufgestellt habe, und Ich doch der Vater voll Liebe, Geduld und Demut sein will! Betrachtet Meine euch bekannte Schöpfung, wie geht es da zu? Den ganzen Tag denkt manches Tier nichts anderes als Mord, manche sogar haben noch die Eigenschaft, daß sie die zu ihrer Nahrung bestimmten niederen Tiere nicht gleich aufzehren, sondern sie vorher noch quälen, oder sie eines langsamen Todes sterben lassen; schaut die Katze, die Spinne, die Raubvögel und so viele andere Tiere an! Und hinter diesem Allem sollte nur Liebe stecken?! Ja, von eurem Gesichtspunkte aus betrachtet, ist da ganz wenig Liebe, und von Mitleidsgefühl gar keine Rede! Sehet eine Riesenschlange an, wie sie das unschuldige Tier, welches sie zu ihrer Nahrung bestimmt hat, mit ihren festen Leibesringen umklammert, ihm alle seine Knochen zerquetscht und dann langsam das ganze Tier mit Geifer überzieht und in ihren Rachen hinunterwürgt; — wahrlich, wer solch einem Akte der notwendigen Fütterung dieses Tieres zusehen müßte, der könnte sich einen allbarmherzigen und allliebenden Gott nicht vorstellen, denn bei diesem Akte, wo das Mitgefühl euer Herz bewegt, und ihr mit Abscheu und Trauer euer Herz wegwendet, müßte Ich als Gott und liebender Vater weit hinter den zarten Impulsen eures Herzens zurückbleiben. In Manchem von euch würde der Ruf des Herzens ertönen: „Warum, o Vater! solch grausames Spiel in Deiner Natur! wo Alles Liebe atmet, und doch neben den sanftesten und schönsten Gefühlen, die tief das menschliche Herz beim Anblick all Deiner Wunder beschleichen und es zur Milde und Liebe stimmen, warum dazwischen solche Misstöne, solch grausame Zerstörung, und solche Gräuel-Szenen!" Ja, Meine Kinder, ihr habt Recht! Hättet ihr, besonders als Vegetarianer, diese Erde gemacht, ihr hättet wohl Alles anders eingerichtet als Ich, d.h. ihr hättet Alles nach eurem menschlichen Wissen, und nicht nach geistig höher stehenden Gesetzen geordnet, welche ihr vorderhand nicht kennet, und auch nicht begreifen könnet, denn dazu gehört, nebst Meiner Zulassung zur höheren Einsicht, auch noch eine große, hohe Geistesstufe, auf der als Menschen, ihr noch lange nicht seid. Und doch, sehet, soweit Ich es euch begreiflich machen kann, sage Ichs euch, und doch steckt hinter diesem grausamen Gemetzel in der ganzen Natur der Engel des Friedens, der auch dem gequälten Tiere zur rechten Zeit eine Gefühllosigkeit gibt; wo ihr vor seinen Zuckungen zurückbebet, da fühlt selbes nichts mehr, und nur die elementare Scheidung geht vor sich, wo gewisse Substanzen seines Ichs durch Gewaltmittel ausgeschieden werden müssen, die dem anderen Tiere, welches sich das niedere als Nahrung aneignen will, schädlich, und seinem Ringen nach einer höheren Stufe hinderlich wären. Was wollet ihr Besseres als Beispiel, als wenn Ich euch euer menschliches Treiben vor Augen führe, ist es dort etwa anders als in der Tierwelt? lebt da nicht Einer vom Leben Anderer, ja oft Vieler? Zerrüttet nicht, wie eben jetzt, ein ehrgeiziger ruhmsüchtiger Herrscher Tausende von Lebensverhältnissen, bringt Trauer und Schmerz überall hin; und doch seht: Ich, als Vater, der Vater der Liebe, lasse dieses Morden und Schlachten zu, lasse auf Trümmerhaufen von eingeäscherten Städten und Dörfern den ruhmgekrönten Sieger stolz einherziehen, wie ein Gott sich wähnend, und hinter dieser, jedes Menschenherz empörenden Zerstörung und Verwüstung so vieler Materie blüht die Blume des geistigen Friedens, leuchtet die Sonne des geistigen Lichtes! Tag wird es einst werden, wo es zuvor trübe über den Gemütern lag, und statt als Plagen verschriene Unglücke, werden die überstandenen Trübsale Läuterungsmittel für das geistige Wohl der Menschen und Völker sein! So geht es auch im Tierreiche, schwinget euch hinauf, Meine Kinder, über euer weltliches Denken, erhebet euch bis zu Mir, und ihr werdet sehen, daß eure moralischen Grundsätze, diese sehr schön und ehrenswert für Menschen vom menschlichen Stand-punkte aus sind, und die Ich Selbst in euch ehre, da sie beweisen, wie sehr ihr das Materielle abstreifen wollet, in Meinen Liebesgesetzen fußen. Fahret fort eurer Würde treu zu bleiben; wenn es euch auch Abscheu macht, Tiere zu töten, um sie zu verzehren, so Hindert das nicht, daß ihr deswegen doch begreifen könnet, daß nach geistiger Ansicht das Töten nicht geboten, sondern nur erlaubt ist! Ich Selbst habe während Meines Erdenwandels die Menschen gelehrt, wie sie das eine oder andere Tier zur menschlichen Speise zubereiten können (wie dem Wirt Ebahl am See Genezareth)(im II. Bd. Johannes, II. Aufl.) Ich Selbst habe getötete Tiere gegessen; allein, bei allem dem zeigt es den Menschen nur, in dieser Hinsicht, wenn andere Nahrungsmittel fehlen, daß die nämlichen Elemente, welche die menschliche Seele zum Aufbau ihres Körpers braucht, auch in den Tieren, und nicht nur allein in den Früchte und Körner bringenden Gewächsen und Grasarten (Cerealien) enthalten sind. Ein anderer Grund aber, der noch tiefer liegt, als ihr es vielleicht ahnet, warum das Fleischessen nicht gerade notwendig, auch sogar vermieden werden kann, liegt teils in den klimatischen Verhältnissen; in den heißen Ländern geht bei der Verdauung ein ganz anderer Prozess vor sich als in kalten und feuchten Ländern. Neben diesem Grunde liegt noch ein anderer und weit tieferer in der Enthaltung von Fleisch-Speisen, und namentlich des Blutes der Tiere, den schon Moses erkannte, und seinem Volke das Verzehren des Blutes der Tiere unter jeder Form verbot; dieser Grund ist, weil nämlich eine jede Todesart ein gewaltsamer Eingriff in das von Mir organisierte Leben eines Tieres ist, so geschieht bei diesem Akte eine Zersetzung einer Menge Spezifika, die beim ruhigen Leben des Tieres gebunden im Körper und Blute desselben schadlos schliefen. Durch den gewaltsamen Tod wird das Blut wie auch das Fleisch des Tieres verändert; es gehen Prozesse vor, die dann teilweise durch den Läuterungsprozess des Feuers beim Kochen und Braten aufgehoben, aber nie ganz vertilgt werden, wodurch der menschliche Körper, wenn nicht gleich, doch in der Folge gewisse auftauchende Krank-heiten solcher Nahrung zu danken hat, besonders bei Tieren, welche, wie die wilden, durch Jagen und Ängsten in einer außerordentlichen Aufregung ihr Leben aushauchen mußten. Ein noch tieferer Grund in Bezug auf das Fleischessen liegt darin, daß die Tiere in ihrer Art ebenfalls verschiedenartig in der Gemütsart in ihrer eigenen Gattung sind, wie die Menschen; denn es gibt friedliche und boshafte, streitsüchtige und gutmütige Tiere; daß das Fleisch des einen von dem des andern ebenfalls himmelweit unterschieden sein muß, versteht sich von selbst. Wer also des Fleisch essen s sich enthalten kann, oder dasselbe nur so mäßig als möglich gebraucht, entzieht sich auf diese Art einer Menge von Spezifika oder geistiger Elemente, die ein Anderer gedankenlos in seinen Magen schiebt; aber was sein Geistiges betrifft, gewinnt er nur so viel, daß der Eine einen gesunden Körper seiner Seele darbietet, während der Andere leichter von Krankheiten und Übel ständen geplagt ist, deren Grund er sich nicht zu entziffern weiß. — Euer „moralischer" Grundsatz, wie ihr selben nennt, beschränkt sich daher auf folgende Erklärung: Daß, wenn ihr durchdrungen seid von dem schönen Geiste des Mitleids und wollet einem Tiere nicht das Leben nehmen, bloß um sein Fleisch in euer eigenes zu verkehren, so tut ihr gut daran; denn von Allem was der Mensch als geistiges Wesen überzeugt ist, soll er nicht das Gegenteil tun, weil solches nur schädlich auf ihn einwirken kann; daß aber das Fleisch essen nun so ganz verboten und aus den Nahrungsmitteln des Menschen verbannt werde, ist deswegen nicht nötig; wenn Ich Solches gewollt, so hätte Ich nur eure körperliche Konstitution so einrichten können, daß ihr, wie z.B. der Ochs, der Esel, das Pferd, nichts anderes vertragen könntet, als nur Gras und Kräuter, oder Vegetabilien oder Früchte allein; da Ich aber den Menschen zum Herrn der Welt machte, so gab Ich ihm auch einen Körper, welcher ihn dazu geeignet machte, in allen Klimaten und von allen Produkten leben zu können. Daß, wie es sich von selbst versteht, das „Zuviel" schädlichist, so hat der Mensch auch, neben der Fakultät, Alles zu genießen, seinen Verstand erhalten, um das rechte Maß und Ziel in dieser Hinsicht zu bewahren; Ich gab ihm die Mittel und die Befähigung (zum Omnivorismus), aber Ich wollte nebenbei auch den Grund legen, seine Gelüste und Begierden zu bekämpfen, und nicht den Magen als seinen Gott zu erklären! Dieses einzige „Bekämpfen", welches geistig Mir das Erste ist, liegt als Grundprinzip in eurem Vegetarismus, es stärkt eure Seele durch Kampf, erhält euren Leib bei mäßiger Kost gesund, damit er so als tüchtiges Werkzeug der Seele diene! Das, was euch Gelehrte und Naturforscher einwerfen, daß eure Lebensart auf eure Nachkommen, wenn nicht schon auf euch selbst einen schädlichen Einfluß habe ec., lasset diese Einwürfe der so genannten Gelehrten nur ruhig liegen, was die Gelehrten nicht wissen, das weiß Ich besser, und seid versichert, wenn ein Mensch, Mir z u Liebe, und nicht wegen seinem Körper, ein mäßiges Leben führt, bei dem er gesund und kräftig geblieben ist, so möge er ruhig sein. Wer etwas getan, oder wer gelebt hat, um Mir näherzukommen, den werde Ich nicht strafen, weder bei seinem Leibesleben, noch in seinen Kindern oder Kindes-Kindern! Als Ich im vorhergehenden Diktate sagte, daß, „wer sich an den Vegetarismus gewöhnt hat, solle bei selbem bleiben, solange es seiner Gesundheit nicht schadet", so meinte Ich damit, daß ein Jeder wohlweislich aufmerksam sein solle, sobald sich seine Natur der einen oder andern „frugalen" Speise widersetzt, er dann nicht hartnäckig bei dem früher eingeschlagenen Wege verbleibe, sondern daß er an der strengen Festhaltung nachlasse, wo Strenge nur Schaden bringen würde; denn ihr müsst ja nur bedenken, daß im vorgeschrittenen Alter die Krankheiten, ja selbst der Tod, nicht bloß von den eingenommenen Nahrungsmitteln, sondern auch von der eingetretenen Unbrauchbarkeit der Organe hergeleitet werden kann. Wenn also die Verdauungs-Organe dergestalt abgenützt und schwach geworden sind, daß sie reizendere Mittel brauchen, so muß man von den früheren Gewohnheiten dasjenige weglassen, was am meisten schaden könnte, und es durch andere Mittel, wie vielleicht gerade durch Fleisch essen, oder, statt Wasser Wein trinken, ersetzen, um seinen Nerven wieder die Spannung und dem Körper seine Elastizität wieder zu geben, daß er der Seele als rechtes Werkzeug diene, bis zum letzten Atemzuge! Ich warne euch Alle vor Pedanterie! „Nichts auf dieser Erde ist stets gut, und Nichts stets schlecht!" Sehet, wie Ich die Welt regiere, aus dem Schlechten ziehe Ich das Gute, und aus dem Guten lasse Ich das Schlechte hervorgehen, das so wieder, euch zur Schule, als Gutes euch um eine Stufe höher bringt. Deswegen müsset auch ihr nicht fanatisch an eingeso-genen Maximen eines oder des andern Verteidigers eures Vegetarismus festhalten, ihr müsset euch den Umständen, den Klimaten und sozialen Verhältnissen unterordnen! Haltet euch stets an den Mittelweg! (in medio beati!) Auch des Guten zu viel getan ist am Ende schlecht. Gebrauchet euren Verstand zur Leitung und Erhaltung eures Körpers, und euer Herz zur Besserung eurer Seele und zur womöglichen Bereinigung eures Geistes mit ihr! Was ihr „in Meinem Namen", und wegen Mir tuet, wird euch nie schaden, sondern nur Segen bringen, dessen möget ihr auch versichert sein! So glaube Ich euch nun den Standpunkt gezeigt zu haben, auf den ihr euch stellend, Mich, Meine Schöpfung und euren Vegetarismus beurteilen sollet. Überdenket das Mitgeteilte wohl, und handelt stets nach Meinen geistigen und nicht nach euren weltlichen Ansichten, und Mein Segen wird euch nie ausbleiben. Amen! Amen! Amen!
Zukunft des Vegetarismus und geist. Vegetarismus. Durch denselben 21. Januar 1871. So höre: Voreist hast du die Frage: „Werden wohl die Menschen einst Alle den Vegetarismus annehmen, und Alle so leben, wie die Urväter gelebt haben?" Auf diese Frage sage Ich dir: „Wenn der Vegetarismus auch einmal im Geistigen geübt und eingesehen wird, dann wird der andere, dem du schon lange huldigst, wohl nachkommen." — Ich will dir aber den Vegetarismus im Geistigen vorerst erklären und dich fragen, wo du, und ob du viele Anhänger davon weißt! Siehe, der geistige Vegetarismus beschränkt sich, wie der materielle, nur auf diese Nahrung, die dem Geist-Menschen oder seiner Seele am angemessensten und heilsamsten ist. Sieh alle Religions-Sekten an, wie viel unnützes Zeug verzehren sie noch geistig, das, um zu Mir den Weg zu finden, alles nicht nötig, und ebendeswegen dem geistigen Organismus der Seele nur schaden kann, wie es dem Körper schadet, wenn er sich Dinge zur Nahrung gewählt hat, die seiner Organisation zuwider sind. Im natürlichen oder materiellen Vegetarismus vermeidet ihr alle Fleisch-Speisen, als von Tieren genommen, die wegen euch das Leben verlieren mußten, um euren Gaumen auf die kurze Zeit, wo selbe im Munde sich befinden, zu ergötzen und zu kitzeln. Ihr vermeidet alle sauren und gesalzenen Alimente, als nicht für die menschliche Natur passend, weil sie meistens Speisen sind, wo die Verwesung künstlich aufgehalten wurde, die dem Gaumen zwar schmecken und reizen, aber doch kein Leben mehr in sich haben, und auch keins geben können, ihr verschmähet sogar das vom gebeutelten Korn gebackene Brot, weil ihr annehmet, daß von selbem die bessern Elemente entfernt wurden, und verzehret lieber das Brot aus reinem Korn verfertigt, ohne den Reiz der Gärung und den Sauerteig, letzteres ebenfalls wieder ein Todes-Gebräu; ihr trinket keinen Wein, bleibet beim Wasser, weil der Wein das Blut aufregt, und nicht die guten, sondern die schlechten Gelüste befördert.*) --- *) hpts. der neue, unvergorene; ebenso werden vermieden: Kaffee. Tabak, Spirituosen. D. Hsg.Dieses Alles tut ihr und noch mehr, um einen gesunden Leib zu erhalten, und auch, weil ihr glaubet, diese Art zu leben, nämlich nicht auf Schaden anderer Kreaturen, sei dem geistig menschlichen Organismus, und euch als Menschen, mehr angemessen und würdig! — Nun, wollen wir auf diese Art den geistigen Vegetarismus ebenso durchgehen und sehen, was die meisten Menschen eigentlich in dieser Hinsicht tun, und was sie tun sollten! Siehe: Der geistige Vegetarismus wäre eigentlich nichts anderes als: „Meine zwei großen Liebesgebote sich tief in’s Herz einzuprägen, danach zu leben, und so für seine Seele die größtmögliche Gesundheit zu erlangen!" Was tun aber die Menschen? In den meisten Religionszeremonien stecken ebenso-viele „Fleischspeisen", „Gesalzenes" und „saure", geistige Elemente darin, daß diejenigen, welche dem Kultus allein huldigen, und mit Ausübung dessen allein glauben es mit Mir abgemacht zu haben, ebensoviel Schlechtes in ihr geistiges Blut hineinbringen, wie diejenigen materiellen Menschen, die nur Feinschmecker geworden sind, und gewöhnliche Speisen ihnen nicht mehr munden, durch pikante Reizmittel ihr materielles Blut ver-schlechtern. Dahin gehören hauptsächlich die Zeremonien der christlich-katholischen Religion, wo die Priester nicht genug wissen, Glänzendes und Prunkendes aufzutreiben, um den Kirchenläufern ja recht viel „Sand in die Augen zu streuen". Die Protestanten haben zwar viel, ja beinahe Alles dieses Überflüssige entfernt, und doch sind sie noch immer beim „Sauren", „Gesalzenen" und „Verwesten" geblieben.*) --- *) siehe Predigt 8 in Kro. 30. D. Hsg. Sie haben die Musik für ihre Psalmen beibehalten, welch’ letztere ebenfalls so nichtsdenkend und gleichgültig heruntergesungen werden, wie die Gebete der katholischen Kirche heruntergeplappert von der Masse. Sie halten sich an die Bibel, aber an was darin? An die äußere Rinde, da nagen sie, forschen sie, und wollen Anderen erklären, was sie selbst nicht wissen; denn in der Rinde ist wenig Leben, sie ist nur das äußerste Kleid, das stets sich erneuert und stets verwest, und vom Kern des eigentlichen Lebens am weitesten entfernt ist. Auch sie sind noch keine (geistigen) „Vegetarier", sie möchten es wohl sein, aber noch hat kein Licht ein hohes Kirchenoberhaupt erleuchtet, und ihnen den Weg zum Kern gezeigt. So lebt der größte Teil der Menschen noch immer der Form, dem Äußeren zulieb geistig fort. So lange also nicht der Drang in ihnen erwacht oder wenigstens in Vielen, alles Zeremonielle wegzulassen, und nur Religion zu treiben, wie Ich es in den Evangelien Selbst nieder gelegt habe, als ich sagte: „Wer Mich lieben und anbeten will, muß Mich im Geist und in der Wahrheit lieben und anbeten, denn Ich bin ein Geist!" So lange dieser Drang des geistigen Vegetarismus nicht erwacht, so lange die Menschen nicht daran denken, „was denn eigentlich die wahre Seelenkost sei," und dann, haben sie selbe gefunden, ihr gemäß auch leben wollen, so lange wird der materielle Vegetarismus nicht Anklang finden, wenigstens nicht in dem Sinne, wie Ich ihn meine; denn die jetzigen Vegetarier, ja die meisten haben auch nicht ihrer Seele, sondern ihrem Körper alles Augenmerk zugekehrt! Geistig muß vorerst Mein ( Wort ) Brot rein, wie Ich es gebe, angenommen werden, ohne Zugabe, ohne Sauerteig, gewürzt mit dem Wasser Meiner Barmliebe; dann wird der materielle Vegetarismus leicht folgen, denn die Menschen werden bald erkennen, daß die jetzt so hochgeschätzte Küche nur die zweite Apotheke ist, wo nicht Lebens-Substanzen gebraut, sondern nur, wie in den Apotheken, Gifte mit einer leicht annehmbaren Überkleidung dem kranken Menschen dargereicht werden, um ihm eine Stunde früher den Weg in die andere Welt zu erleichtern. Hier, Mein Sohn, hast du die Erklärung in Betreff deiner Zweifel im Vegetarismus.*) --- *) Hier machen wir wiederholt darauf aufmerksam, daß die vollständigen Kundgaben von Oben über Vegetarismus im Separatabdruck als Nr. 41 c à 25g bei uns zu haben sind. D. Hsg.
Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer am 8. Juli 1872. „Also bedenke, je mehr du Anderen hilfst, desto mehr wird dir selbst geholfen sein!" Was die Schwester anbelangt, worüber du eine Aufklärung bei Meinem Schreiber verlangst, so sage Ich dir, wenn dieses Kind Mich und Mein Wesen näher kennen lernen würde, dann würden die Mattei’schen Mittel (und sogar auch 1 Glas Wasser) helfen, wenn sie selbes im vollen Vertrauen zu Mir, und nicht im Vertrauen zu den Mitteln bloß nehmen würde. Schreibe ihr, sie solle sich inbrünstig an Mich wenden, sie solle in einer stillen Stunde sich so ganz in ihr Herz versenken, und dann aufmerksam selbes belauschen, und sie wird Meine Stimme vernehmen, die ihr Trost und den wahren Glauben einflößen wird. Daß es jetzt mit diesen Mitteln — den Mattei’schen und sonstigen Arzneimitteln — nicht immer die gewünschten Resultate hat, die dein Mann damit zu erzielen wünscht, rührt daher, weil er nicht weiß, warum Ich den Einen oder den Andern habe krank werden lassen, nämlich um ihn vielleicht geistig zu heilen, und daher nicht inkonsequent gegen Mich Selbst sein kann, dort wieder gut zu machen, was Ich geflissentlich äußerlich verschlechtern lassen wollte! Dein Mann soll nur helfen wollen, mit ganzem Herzen und ganzem Vertrauen in Mich und Meine Führungen, dann wird er schon manchmal das „Warum" besser erkennen, daß Ich die Umstände so und nicht anders einleitete. Folget nur Meinen väterlichen Mahnungen und dem Dränge eures Herzens, und ihr werdet den Vater und Seine Liebe bei Allem was ihr unternehmen wollet, mit im Spiele finden! Wie Meine Hand als die allmächtige überall eingreift und auch eingreifen muß, so lenkt sie auch die Schicksale der Welten, Geister und Menschen, und führt sie alle an das gemeinschaftliche Ziel, an das Ziel einer dereinstigen Vereinigung mit der ewigen Liebe, das Band, welches Alles umschlingt, und auch eure Herzen an den himmlischen Vater gekettet hat, Der euch auch hier den Segen gibt! Amen!
Über Kranksein, Heilen und geistige Kur. Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer am 8. Juli 1872. Nachdem du, Mein lieber Sohn, mittelst Meines Schreibers Mich angegangen hast, dir direkt mitzuteilen, ob deine Art zu leben und die Behandlungsweise deines Übels das Rechte war? so kann Ich dir bloß antworten, daß, wenn Ich nicht damit einverstanden gewesen wäre, du jetzt nicht so weit hergestellt wärest, um deinen Geschäften wieder vorstehen zu können; jedoch, damit du dieses „einverstanden" nicht mißdeutest, so will Ich dir es näher beleuchten wie Ich es meine; denn sieh, Ich bin eigentlich mit Allem einverstanden, was die Menschen tun, weil sie eben freie Geschöpfe sind, und tun können was sie wollen, nur der geistige Endzweck ist Meine Sache, wo Ich auch öfters aus den größten Irrtümern der Menschen für sie gerade den besten Erfolg erziele! Um auf deinen Fall zurückzukommen, so war Ich einverstanden mit deiner Krankheit, weil sie dich zum Nachdenken über die Welt und ihren Werth und über Meine geistige Welt, deren Führung und Leitung, und über Mein göttliches Wort und Meine leitende Hand, anzuregen und dir mehr Aufschluß zu geben geeignet war. Ich war einverstanden mit deiner Krankheit, und wenn gleich der Arzt (allopathische) Mittel angewandt, die nicht gerade die nächsten und einfachsten waren, so ließ Ich es doch zu, daß er durch selbe ein günstiges Resultat erzielte, damit er dich, so wie er es gelernt und erfahren, dem weltlichen Treiben und deiner Familie wieder zurückgebe! Die geistige Rekonvaleszenz und ihre Nachwirkung ist Meine Sache gewesen, dir den geistigen Weg offen zu halten, damit nicht im Welltreiben du Mich vergessen möchtest. Das was in dem letzten Briefe Mein Schreiber dir schrieb*), --- *) über die diätetischen Gesetze, über naturgemäße und (mäßige nicht extrem) vegetarische Lebens- (und auch Heil-) Weise ec. D. Hsg. und was auch im heutigen der Anfang ist, dieses sind wohl die allgemeinen Grundgesetze Meiner Natur, welche du wissen sollest, damit du auch mit der Zeit zu selben zurückkehren kannst, was aber für den Augenblick dir nicht geraten ist, da sie Resultate hervorbringen würden, die vielleicht dir als eine Reaktion vorkämen. (Also Vorsicht. D. Hsg.) Das magst du stets als Haupt-Grundsatz annehmen, daß je einfacher eine Lebensweise ist, destonaturgemäßer, und daß, wenn ein Mensch alles tut, um sein Blut von fremden Elementen zu reinigen*), selbes ihm nie schaden, sondern nur nützen kann! --- *) siehe das Wort: „über Diätetik und rechtes Heilen", an F. in Dresden und über Vegetarismus ec. ec. (3 S. weiter hinten). D. Hsg. In dieser Hinsicht richte dein Leben ein, damit keine Rückfälle eintreten, und kannst du dir bei Gelegenheit kleine Gewohnheiten, welche gegen Meine allgemeinen Naturgesetze verstoßen*), --- *) hier ist aufs Rauchen hingedeutet. D. Hsg. abgewöhnen, so hast du davon doppelten Gewinn, erstens deinen Leib um ein Bedürfnis ärmer, und deine Seele um eine Errungenschaft reicher gemacht zu haben, wobei das Letztere dann dir geistigen Gewinn einträgt, als Ersatz gegen leibliche Genuss-Verluste. — So viel, Mein Kind, über deine Zweifel, fahre fort dich Mir zu nähern, und je mehr dieses geschieht, desto mehr wird dein natürlicher Instinkt als geistiger Mensch dich abhalten, Dinge mit deinem Körper zu vermengen, die nur sinnlich Erhebendes, aber geistig Schwächendes bieten. Du hast gesehen, in Meiner Hand warst du, du standest nahe am Jenseits, Ich wollte dich noch nicht Dort haben, sondern übergab dich dem weltlichen Treiben wieder, weil Ich nur völlig reif gewordene Früchte und nicht halb- oder viertelzeitige brauche. Leben ungemäß Meiner Worte geistig, und gemäß deiner Vernunft körperlich ; sehe nur zu, daß das Letztere nie die Oderhand über Ersteres bekömmt, und du magst überzeugt sein, daß Ich dann mit Meinem Segen dir beweisen werde, daß Ich mit deiner geistigen Kur einverstanden bin, für dich und deine Familie und deinen Nächsten zum Besten! Amen!
Wort an einen Kranken, der seine Krankheit selbst verschuldete, und ein Gebet. Empfangen durch G. Mayerhofer, Triest, am 11. Januar 1871. Nachdem du (der Schreiber des Herrn) Mich anflehst um die Mittel, diesem Bruder eine Erleichterung in seinem Leiden zu bringen, so schreibe nun und sage ihm: Ich weiß wohl, wo es ihm fehlt, und er weiß, warum es ihm fehlt, und so haben wir Zwei uns keine Generalbeicht abzulegen. Da er aber schon seit längerer Zeit — mürbe gemacht durch seinen hilflosen Zustand — Mich um Hilfe bittet, so will Ich denn Gnade für Recht ergehen lassen, und ihm den Weg zeigen, wie er dieselbe von Mir erlangen kann, und was er für sich selbst vorerst tun soll, auf daß Mein Segen fruchten soll. So höre: Bei seinem Übel ist die Tatlosigkeit der Bewegungsnerven das Haupthindernis. Um nun dieses zu beseitigen, so müssen die Nerven durch besseres Blut ernährt werden, und dazu gehört eine für ihn vielleicht starke, aber notwendige Verleugnung seiner Hauptgewohn-heiten; denn Ich kann sein Blut nicht verbessern, wenn er jeden Augenblick zu dessen Vergiftung besonders durch Tabak und Kaffee beiträgt. Als das Erste ist das Sprichwort: Hilf dir selbst und dann werde auch Ich dir helfen. Es müssen also obengenannte Gegenstände nebst allem Sauren, Gesalzenen und halbverwesten Speisen, wie Käse, Heringe, Schinken ec. vermieden werden. Sodann wirst du, unterstützt von Meinem Segen, ihm ein leinenes Tuch magnetisieren, welches in Form eines Kreuzes ihm auf den Rücken gebunden werden solle, und zwar so, daß genau nach dem Laufe des Rückenmarks der längere Teil sich ausdehnt und oben um den Hals gebunden, der querlaufende Teil um die Hüften am bloßen Leibe befestigt wird. Durch dieses magnetisierte Band in Form eines Kreuzes werden die untätigen Nerven zu neuer Tätigkeit belebt, und mit strenger Einhaltung der vorgeschriebenen Lebensweise wird er sodann in kurzer Zeit eine kleine Erleichterung fühlen, d.h. er wird teilweise ein oder das andere Glied bewegen können.*) --- *) Arme, Hände, Beine, Füße und Zunge gelähmt in Folge einer verschwenderischen und ausschweifenden Lebensart „alla triestina", also seit Monaten gelähmt, heute nach wenigen Tagen konnte er sich schon ganz bewegen. D. Hsg. Nachdem aber auch bei eueren menschlichen Heilmitteln und Ärzten das Vertrauen der wichtigste Hebel zur Wirkung der gegebenen Arznei ist, so muß auch er in Mich, als ersten Arzt der Welt, sein ganzes Vertrauen setzen. Mit inbrünstigem, Gebete muß er sein ganzes Schicksal in Meine Hände legen, und dann geduldig abwarten, was und wann Ich die gehoffte Linderung eintreten lassen werde. Auch jetzt betet er, es ist aber nicht das rechte Gebet, wie Ich es will und es Mir angenehm ist. Es muß nicht mechanisch sein, es muß Mir als Geist entsprechend e i n geistiges Gebet sein; nur dann dringt es bis zu Mir, es muß mit dem Herzen und nicht mit den Lippen vollführet werden. — Um zu diesem Gebete aber den Weg zu finden, so soll er zuvor über sein ganzes Leben etwas nachdenken, soll da in der Vergangenheit sein eigenes Leben betrachten, wie er sich gegen Mich verhalten, wie er Meine Gnade geachtet oder mißachtet hat; wie er endlich nach so vielen Fehlern gegen Mich, gegen seine Seele, und endlich auch gegen seinen Körper, bis dorthin gekommen ist, wo er sich jetzt befindet. Wenn ihn dann so eine recht herzliche Reue überkommt, wenn er klar einsieht, wie sehr und wie oft er gegen Mich gefehlt, wenn er dann klar begreifen wird, daß es noch hätte schlechter kommen können als Strafe für seine Fehler; dann stehe er zu Mir, bekenne vor Mir offen seine Schuld, bekenne wie wenig er diese Langmut seines Vaters verdient hat, Der ihm jetzt noch im vorgerückten Alter wieder die Hand bietet, um den längst Verlornen Sohn zu retten. Wenn er so zerknirscht vor Mir dasteht, Meiner Gnade und Meiner Huld alles überlassend, dann werde Ich neues Leben erst in seine Seele, und durch diese in seinen Körper einfließen lassen; und mit seinem heiligen Versprechen, jetzt alle weltlichen Ideen fahren zu lassen, und nur sein geistiges Heil suchend, wird er dann bald fühlen, was es heißt, auf s einen himmlischen Vater Vertrauen, Der ebenso, wie ein Vater auf eurer Erde, ein flehendes Kind nie zurückweisen wird. Hier liegt der Weg offen erklärt vor ihm; will er ihn wandeln, wird er die guten Folgen davon bald ersehen, ist seine Eigen- und Weltliebe stärker, so wird er in letzterem Falle sich selbst zuzuschreiben haben die Folgen, die daraus erwachsen werden. Frei habe Ich den Menschen erschaffen und frei muß Ich ihn lassen. Er ist Herr seines Schicksals und kann wählen entweder den Weg nach Oben oder nach Unten. Amen. — Hier will ich ihm noch ein Gebet an Mich geben, wie er Mich anflehen soll, und nicht in geistlosen, angelernten und abgedroschenen, nichtssagenden Betformeln. So schreibe also: „Liebevollster Vater! Hier liege Ich schon jahrelang unbeweglich, mir und den Meinen zur Last; ein lebendiger Vorwurf meines eigenen, vergangenen Lebens. O Du allerliebster, gnädigster und huldvollster Vater und Herr, der Du mir so lange geduldig zugeschaut hast, wie ich leichtsinnig ohne Vorbedacht meine weltliche Existenz und meinen Körper so nach und nach ruinierte. Mit welchem Gewissen soll ich vor Dich hintreten, wenn ich bedenke, daß ich nicht nur allein mich, sondern auch meine Lebensgefährtin und die Kinder, die ich in eitler Lust gezeugt, nun mit unglücklich gemacht und dem Weltlichen Elend preisgegeben habe. „Du, o Vater, hast aber trotz allen diesen Fehlern mich doch nicht vergessen; und jetzt, wo ich keine Rettung mehr hoffte, jetzt sendest Du mir Hilfe, mir Unwürdigem! — was vermag ich Dir denn dafür zu bieten? Ein mit Vorwürfen zerrissenes Herz, und ein mit Sünden beladenes Gewissen, das sind die Gaben, die ich vor Deinem Throne hinlegen kann; und doch nach solchen Opfern würdigest Du mich, mir Deine hilfreiche Hand zu reichen. „Ja, lasse sie mich fassen, diese so oft mir nahe gewesene und stets von mir verschmähte Hand; lasse sie mich fassen und festhalten, auf daß sie mich herausziehe aus diesem Elende, in welches mich meine eigene Schuld, warf. „Vater! als verlassenes, aber reuiges Kind rufe ich zu Dir, hilf und verzeihe mir! Mehr kann ich nicht erflehen; denn auch dieses verdiene ich nicht, aber Deine unbegrenzte Liebe und Gnade, die auch den Wurm im Staube nicht vergißt, erfüllt mich mit der heißen Hoffnung, daß Du auch mich, den Verlornen Sohn, in Deine Arme aufnehmen und meine bis jetzt ausgestandenen Leiden als eine kleine Abschlagssumme meiner Fehler ansehen wirst. „Du wolltest mich Blinden führen und aus all meinen Fehlern und Verirrungen erst eigentlich die beste Stufenleiter zu Deinem Herzen erbauen. Wer kann solche Huld und solche Liebe würdigen? Ein Sterblicher nicht, sondern nur stille weinend kann sein eigenes verirrtes Ich Deinem väterlichen Rufe folgen! Amen."
Die wahre Heilmethode oder Über Diätetik und rechtes Heilen.
Zunächst an C. F. in D. (Speziell für’s weibliche Geschlecht wegen Bleichsucht ec.) Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest, am 13. Juni 1872. Mein lieber Sohn! du hast dich mittelst schriftlicher Bitte an Mich gewendet, um Hilfe und Rat zu erfahren, wegen deiner kranken Pflegetochter. Um deinen Glauben zu bestärken, will Ich dir auch antworten, und so wisse denn, daß, wenn man auf einer Seite schadhafte Stellen ausbessert, und auf der andern Seite wieder Schaden verursacht, nichts Gutes herauskommen kann. Der Arzt, welcher deine Pflegetochter behandelte, und mittelst Eisenpräparaten ihre gestörten Unterleibsfunktionen regeln wollte und diese auch teilweise in Ordnung gebracht hat, erreichte so wohl öfters seinen Zweck; allein, indem er dieses Übel nur untergrub, und ihm die Stütze raubte, damit hat er dasselbe nicht vertilgt; und sobald die Natur oder der ganze Organismus von der Schwächung durch Arzneimittel sich erholt hatte, so zeigte sich das Übel wieder.*) --- *) hier ist die ganze meist verkehrte höchstens palliative Methode der Allopathie klar gezeigt, da sie sich weniger um das eigentliche Wesen bei Krankheit, als meist nur um Tilgung der Symptome bemüht, letztere vielfach für die Krankheit haltend. D. Hsg. Um nun diesem Übel gänzlich den Garaus zu machen, so muß Ich ein wenig mit dir in weitere Details eingehen, damit du auch meine Heilmethode (d.h. die wahre) richtig auffassen kannst. Sieh, mein Kind, das weibliche Geschlecht hat drei Haupt-Phasen in seinem Leben durchzumachen, welche Veränderungen aber (zumal in den jetzigen Zuständen) nie so unbemerkbar vor sich gehen, und manchmal sogar von andern organischen Fehlern unterstützt dem leidenden Körper verhängnisvoll werden können. Von der Geburt an bis zur Entwicklung des jungfräulichen Alters ist das Mädchen, obwohl schon mit allen Apparaten für ihren zukünftigen Beruf ausgerüstet, doch eigentlich geschlechtslos, d.h. es schlafen alle Triebe für spätere Zwecke (im normalen Zustande physisch und moralisch), und auch die dazu bestimmten Organe verhalten sich leidend oder passiv, während der übrige Teil des Körpers sich entwickelt. Sobald also der Zustand des jungfräulichen Lebens herannaht, so tritt eine Veränderung aller Funktionen im weiblichen Körper ein, um das aufblühende Mädchen zu dem geeignet zu machen, zu was sie von Mir bestimmt war, da ich das Weib als Fortpflanzungs-Organ der Menschheit in die Welt setzte. Diese gänzliche Umwandlung bringt die zweite Phase im weiblichen Körper- und Seelen-Komplexe. Wenn dann die Jungfrau als Weib ihre Mission erfüllt hat, so tritt im vorgerückten Alter die dritte Phase ein, nämlich das Weib als Mutter geht wieder, wenigstens in ihren inneren Funktionen in die erste Phase, der Geschlechtslosigkeit, oder wie hier besser gesagt, in die fernere Unempfänglichkeit zurück! So wie das Eintreten in den Jungfrauenstand, und auch das Austreten aus dem Mutter- oder gebärungsfähigen Zustande durch eine gänzliche Umwandlung in den bis dorthin tätig gewesenen Funktionen bedingt ist, so treten dabei häufig Störungen, krankhafte Erscheinungen und andere mißliche Symptome auf, je nachdem das Individuum naturmäßig gelebt hat oder nicht (wobei natürlich auch Konstitution und Veranlagung mitwirken); denn diese Störungen beim vorgerückten Alter, meistens von eigenen Fehlern Herrührend, sind bei dem ersten Eintreten in die empfängliche Zeit oft auch Schuld angeerbter, oder von Mutter auf Kind übertragener Fehler, sind aber ebendeswegen nur durch eine gänzliche Umwandlung der bisher geführten Lebensart gründlich zu heilen. Denn siehe, Mein Sohn, Alles was den menschlichen Körper erhält, ihn aufbaut, von ihm eingesogen und ausgeschieden wird, Alles dieses ist Produkt der Lebenskraft des Blutes; wenn nun das Blut von verdorbenen Säften angefüllt, dieselben an gesunde Organe abführt, was kann anders entstehen, als daß das Organ selbst dann krank wird, und seine Funktionen nicht in dem Maße erfüllen kann, als es der ganze menschliche Organismus von ihm erheischt; in den Organen aber tritt der Mangel an gesunder, naturgemäßer Nahrung und Lebensweise erst sichtbar auf. Nun der gewöhnliche Arzt will das Organ zumeist dadurch heilen, indem er es zu größerer Tätigkeit reizt, er vergißt aber dabei ganz, daß im Grunde nicht das Organ, sondern das in selbes einströmende Blut es ist, welches diese Störung hervorbringt; und so gleicht er einem Manne, der in einem Kruge die Löcher verstopfen will, die ein dahin einfließendes zerstörendes Element verursacht, während er statt dessen den Inhalt mit andern Flüssigkeiten austauschen sollte, wo dann sein Flicken wohl eher nachhaltig sein würde! Nun, deine Pflegetochter leidet eben an den Störungen der herannahenden Umwandlung zum nächsten, reiferen Zustande, und um selbe zu heilen, ihr dieses Eintreten zu erleichtern, und sie für den nächsten Zustand geeignet herzustellen, mußt du auch daran denken, ihr Blut von unreinen Elementen zu reinigen; denn was sich an ihr zeigt, sind ja so nur die Ausscheidungen, unreine Substanzen, die die Natur ausstoßen will! Das Blut aber zu reinigen, heißt nicht medizinische Reinigungsmittel zu gebrauchen, sondern das Kind (resp. den Patienten) auf naturgemäße Lebensordnung zurückführen, von allen reizbaren, verdorbenen Speisen ferne halten! So wird dann das Blut nach und nach von den schlechten Stoffen gereinigt, führt den Organen bessere Betriebsmittel zu, und die Ausscheidungen gehen natürlicher und auf geregeltere Weise vor sich, das Organ wird selbst wieder gesund (zwar langsam aber solid), und mit ihm alle anderen mitverbundenen des ganzen Organismus. Nun jetzt kommt, wie du es anfangen sollst, daß diese Reinigung sich bewerk-stelligen läßt. Auch hier will Ich dir deutlichen Aufschluß geben, um deine längst ange-wöhnten Vorurteile teilweise zu bekämpfen; siehe, „gut genährt" zu sein, vieles und oft zu essen, ist nicht immer der Gesundheit zuträglich! Der menschliche Körper braucht bei weitem weniger zu seiner Erhaltung, als ihr im allgemeinen wähnet, daß in selben hineingeschoben werden muß. Die naturmäßige Lebensart, ohne (vorwiegend) Fleisch von getöteten Tieren, ohne reizende Gewürze, ohne Kaffee, Wein oder Bier würde die Menschen bei weitem gesünder erhalten, als wie nun bei üblicher Lebensart die meiste Zeit eures Lebens mit (Kochen), Essen und Trinken zuzubringen. Deswegen befolge du bei deinem Pflegekind eine naturgemäße Diät, lasse alles so genannte Nahrhafte (d.h. Fleischspeisen), Reizbare hinweg, gebe ihr schwarzes Brot*), und reife Früchte zu essen**), und das Übel wird sich verringern, und mit der ganzen Folge von Unterleibsstörungen mit der Zeit ganz verschwinden. Führe sie oft ins Freie, frische Luft (durch Sonnenlicht geläutert) und mäßige Bewegung in derselben, beschleu-nigen und erleichtern die Ausscheidungen, stärken die Organe und beleben das Blut. --- *) hier ist wohl auf das sogenannte „Grahambrot" als das eigentliche „Urbrot" hingewiesen. D. Hsg. **) natürlich unter Berücksichtigung der Reinlichhaltung der Haut, Erhebung des Gemütes im Verständnis der Natur, und im Hinblick auf den h. Vater und Seinen Segen. D. Hsg. Dieses sind Meine Medikamente, welche Ich für die Menschen schon seit undenklichen Zeiten geschaffen habe; und es ist nur dem verkehrtesten Begriffe von euch selbst zuzuschreiben, wenn ihr, statt Elementen und Ausflüssen der Liebe und Gnade*) --- *) hier ist wohl auf die Sonnenkur als die Heilmittel der Zukunft hingedeutet. D. Hsg. als Mittel aus geistigen Quellen, euch mit Arzneien aus der gröbsten Materie, mit Giften und Säuren, das Leben, statt es aufzubauen und zu erhalten, verkürzet und zu Grunde richtet, und dadurch euch dem frühen Tobe überliefert! Folge Meinem Rat, und du wirst bald sehen wer Recht hat, euere Doktoren oder Ich, der Allerwelts-Heiland! Amen!
Fernere Winke über Physiologie, Diätetik und rechtes Heilen. An denselben. Empfangen durch Gottfried Mayerhofer, Triest, am 5. August 1875. Mein lieber Sohn, du rufst Mich an mit den Worten aus Meinem irdischen Lebenswandel: „Bittet, so wird euch gegeben!" und so will Ich denn auch dir angedeihen lassen, um was auch ein jedes Kind seinen Vater bitten kann, d.h. um eine aufklärende, verläßliche Antwort. So höre also: Was deine Pflegetochter anbelangt, so wird sich ihr Übel schon mit der Zeit heben, für sie genügt eine womöglich einfache Lebensart, die der Entwicklung des weiblichen Organismus nicht hinderlich ist. Du würdest sehr gut tun, wenn du das „Graham–Brot", wie die sogenannten Vegetarier es heißen, nämlich nach seinem (Wieder-) Erfinder Graham*), *) Professor Dr. Sylvester Graham, einer der edelsten Männer im Gebiete der Regeneration der Heilkunde, in New-York, empfahl zuerst wieder das Brot, welches aus ungebeuteltem Mehl verfertigt und nur mit Wasser angemacht wird. D. Hsg. ihr zum Essen verabreichen würdest; es ist nahrhaft und besitzt die meisten Elemente, welche zum Aufbau des menschlichen Körpers nötig sind; auch Früchte, so viel du ihr geben kannst, sei es natürliche (rohe), oder gesotten oder gedünstet, wären für ihren Zustand sehr angemessen, sie würde dadurch weniger Wasser trinken, welches ja so in euren Städten schon längst alles Heilsame verloren hat, und würde sich begnügen mit dem Wasser, welches Ich in den Früchten für Meine Kinder auf Meinen eigenen Wegen zubereite. So nach und nach deine Pflegetochter an eine naturgemäße einfache Lebensart gewöhnend, wird ihr Geschlechtswechsel ohne Störung vor sich gehen, und sie sich dann einer beständigen Gesundheit erfreuen. — Was deine zweite Bitte wegen dem angenommenen Knaben anbelangt, so ist auch bei diesem — neben der Geduld und Liebe — auch die physische Lebensart einer der Hauptfaktoren, wodurch du ihn zur leichtern Fassung des zu Erlernenden bringen kannst; denn siehe, Ich will dir dieses praktisch erklären: sieh einmal ein Klavier aufmerksam an, so wirst du dort gewahren, daß selbes aus kleinen Hämmerchen besteht, welche auf metallene Saiten schlagen, und daß dann der Resonanzboden eigens geformt, die Art des Holzes, die Saiten, die Bekleidung der Hämmerchen, Alles mit einander erst einen Ton hervorbringt, sobald auf die Tasten des Klaviers gedrückt, dieser Organismus in Bewegung gesetzt wird. Daß nun diese Töne aber auch dem Ohre angenehm werden, so muß in den Saiten, ihrer Länge und Spannung gemäß, eine gewisse Harmonie derselben erzielt werden, damit die hervorgerufenen Töne dem Ohre angenehm, und den Gesetzen einer höheren Ordnung gehorchend eine Wirkung hervorbringen müssen, die den gebildeten Menschen ansprechen kann. Nun sieh, was das dir jetzt beschriebene Klavier ist, das ist auch der menschliche Organismus, auch er besteht aus verschiedenen Leitern (Nerven) und andern Apparaten, wie die Sprachwerkzeuge, durch deren Zusammenwirken es der Seele möglich ist, das der Außenwelt mitzuteilen, was sie im Innern hegt; auch beim Menschen wie beim Klavier kann eine wohlgeübte Hand nur dann ihre Gefühle ausdrücken, wenn der ganze Bau harmonisch gestimmt ist, und der größte Klavier Virtuose wird da umsonst all seine Kräfte anspornen, wenn das Klavier verstimmt ist und mehrere Hämmerchen nicht anschlagen, den Zuhörern begreiflich zu machen, was er fühlt oder denkt. Bei schwachsinnigen Menschen ist es also ebenfalls nicht die Seele oder der Geist, welcher unfähig ist zu fassen und zu lernen, nein! es sind die Organe, deren er sich bedienen will, die krank, mangelhaft und schwach sind, und den Forderungen nicht entsprechen. Wie man im gewöhnlichen Leben Jemandem raten würde: „Willst du eine gute Musik hören, so verschaffe dem Spielenden ein gutes, wohl gestimmtes Instrument," so heißt es auch im menschlichen Körperbau: „willst du eine tüchtige, leichtfassende Seele haben, so verschaffe ihr einen gesunden Körper." — Sieh, Mein Kind, im menschlichen Körper sind die Hämmerchen des Klaviers die Nerven; diese sind die Leiter, wie bei euch der Telegraphendraht; haben diese Leiter das nötige Lebensprinzip, und können sie leicht weiter befördern was ihnen mitgeteilt wird, so ist die Wechselwirkung von der Außen- zur Innenwelt, und von der Innen- zur Außenwelt sehr leicht zu bewerkstelligen und normal, sind diese Leiter träge, so geschieht dieser Prozess langsamer oder manchmal gar nicht. Nun, die Nerven, von was werden sie denn genährt? in Tätigkeit erhalten? Wer gibt ihnen entweder leichte oder schwere Substanzen als Förderer ihrer Mission? Sieh, Mein Kind, das ist das Blut; das Blut nährt die Nerven, so wie es den ganzen Körper erhält. Das Blut nun, durch was wird selbes leicht oder träge! durch die Elemente: Licht, Luft und Nahrung. Um also die Nerventätigkeit zu erhöhen, um der Seele ihr Instrument tüchtig zu ihrem Gebrauche zu machen, muß bei den ersten Grundfaktoren angefangen werden, es muß eine geistig und körperlich naturgemäß geregelte Diät als Norm angenommen werden, um als Endresultat einen gesunden Körper der gesunden Seele zu geben. Diese Diät besteht erstens in vieler Bewegung in freier Luft, in der Wärme Meines Sonnenlichtes, denn die ersten Beleber eures Blutes sind reine Luft und die anregende Einwirkung von Sonnenwärme und Sonnenlicht; zweitens, die Speisen und Getränke, je einfacher desto nahrhafter, und endlich drittens die Waschungen des Ganzen Körpers täglich (oder doch von Zeit zu Zeit) mit frischem Wasser*) --- *) dieselben müssen natürlich bei mehr verweichlichter Haut und Total-Natur mit der nötigen Vorsicht begonnen und gehandhabt werden, einmal die Haut nicht erst auskühlen lassen, und hernach die Reaktion befördernde Bewegung nie vergessen. D. Hsg. Durch die Haut wird die Tätigkeit des ganzen Organismus vermehrt, durch die Bewegung der Stoffwechsel beschleunigt, und durch Mein Sonnenlicht und Wärme Neues im Überflusse zugeführt! So, auf diese Art werden alle Organe zur Tätigkeit angeregt, die Maschine stets im Gange erhalten, und der Seele auf diese Art ein tüchtiges Werkzeug bereitet, mit welchem sie ihre Mission erfüllen kann. — Daraus magst du ersehen, daß nicht durch oftmaliges Einbläuen des Gesagten die Gehirn-Nerven stärker werden, sondern durch den geregelten Stoffwechsel werden die Elemente der Nerven selbst mehr fähig gemacht, ihre Funktionen leichter zu erfüllen. Fange also du, Mein Sohn, mit der Grundlage an, regle den physischen Lebensgang deines dir anvertrauten Knaben, und du wirst eher ein günstiges Resultat erzielen, als wenn du tagtäglich sein ohnehin schwaches Gehirn noch mehr schwächst; suche nicht am Dache, was im Grunde des Gebäudes zu finden ist, und du wirst die besten Resultate erlangen. Du verlangtest von Mir geistige Gaben für dein Pflegekind, allein die geistigen Gaben sind nur durch materielle Mittel erst sichtbar. Stimme vorerst das Klavier, und dann wird der Spieler dir schon auch erwünschte Melodien vortragen können; aber ohne gestimmtes Klavier, wollte Ich Selbst spielen, so brächte Ich samt Meiner Gottheit ebenfalls nur Dissonanzen und haarsträubende Töne hervor. So viel dir zur Darnachachtung. Suche deine Aufgabe als Erzieher dieses verwaisten Wesens mit Liebe zu lösen, bist du Geduldig, so wird es auch an Meinem Segen nicht fehlen! Amen!
Am 29. April 1841 gab der Herr kund durch Seinen Knecht J. Lorber auf folgende Bitte: „O heiligster, allerliebevollster, barmherziger Vater! Siehe gnädigst an die große Not meiner todkranken Schwester Klara, und zeige für sie ein Rettungsmittel an! Sei hochge-lobet, o allerbester Vater, wenn Du dem bekümmerten Manne das Weib und zwei unmündigen Kindern die Mutter erhalten wirst! Sei aber auch hochgelobet. wenn Du die in Todesschmerzen Darniederliegende aufnimmst in Dein heilig Reich des ewigen Friedens. Amen!" Was soll Ich denn da auf diese Frage für eine Antwort geben! Wenn Ich helfen möchte, da verderben eure Ärzte ja Alles; solle Ich denn die Ärzte umkommen lassen? Der da meint, Ich könne nur durch Ärzte und Medikamente helfen, der irrt sich sehr gewaltig; denn gerade da helfe Ich (meist) gar nicht, sondern lasse nur höchstens dann und wann zu, daß die verschriebenen Medizinen helfen, so ihnen hie und da in Meinem Namen getraut wird; wo aber sogar dieser allerletzte Glaube auch noch mangelt, da bleibt auch Meine Hilfe ferne. Ich aber habe in dieser Angelegenheit ja schon ohnehin durch den Knecht mündlich angedeutet, daß, so ihr Bittet und glaubet im Herzen ungezweifelt, so wird die Aussätzige schon wieder rein werden; so ihr aber nur glaubet, daß Ich bloß nur helfen kann, aber an Meinem Wollen zweifelt, so möget ihr wohl sicher auch eher denken, der Aussatz wird ihren Leib eher und leichter zerstören, da er sehr böse ist, als daß die Leidende mit dem Leibesleben davonkömmt. So ihr aber Glauben hättet, so groß als nur ein Senfkörnlein ist, so möchtet ihr nicht nur der Leidenden helfen, sondern wohl auch tote Leiber zum Leben erwecken! Allein euer Glaube gleicht noch einem Rohre, das vom Winde hin- und her geweht wird, und euer Herz ist voll Kleinmut, Furcht und Zaghaftigkeit; und daher seid ihr auch bei Sterbfällen eurer Verwandten über Hals und Kopf traurig, weil ihr nicht sicher seid dessen, das euer liebevollster Vater tut und geschehen läßt. und auch nicht bedenket, daß Alles, was Ich anordne, tue und geschehen lasse, nicht anders denn überaus gut ist. Wenn Ich die Aussätzige von der Welt nehme, so wird es überaus gut sein; lasse ich aber geschehen, daß sie bleibe, so wird des Guten nicht minder sein. So ihr aber denket, daß das Eine nur gut wird sein, nämlich daß sie bliebe am Leibesleben, und ein großes Unglück in der Familie beim Gegenteil, da irret ihr euch sehr; denn Alles was da geschieht nach Meinem willen, ist überaus gut, ob so oder so ; wisset ihr denn nicht, daß alle Menschenhilfe zu Nichts nütze ist; Meine Sorge geht weit und hoch über und vor und nach aller Muttersorge; oder wird Der, da Er für Vater, Mutter und Kinder sorget, nicht auch gar wohl für die Kinder allein zu sorgen im Stande sein? O ihr Klein-gläubigen! wie lange werde Ich euch noch müssen vorpredigen lassen, bis ihr klug und glaubensfest werdet! O sehet, der Glaube (der lebendige voll hingebenden Vertrauens) ist ein wahres Thermometer der Liebe, und zeigt genau die Grade an, wie hoch über dem Gefrierpunkte es mit der Liebe steht. Hütet euch vor dem Reif in eurem Frühlinge, damit die Fruchttriebe nicht verloren werden; machet mit dem Holze des Lebens einen Rauch, damit ihr nicht Schaden leiden möget an eurem Herzen. Dir, Mein lieber N. N., aber sage Ich, es ist besser, daß du einige Zeit nicht hingehest, sondern bleibest dafür lieber zu Hause, und bei Mir verweilend; denn wahrlich, deine Gegenwart wird der Aussätzigen nicht viel nütze sein, wohl aber so du bei Mir und in Mir verbleibest, Mich liebest und Mich bittest, daß Ich es ließe geschehen wie Ich es will, ohne deinen Wunsch auch nur im Allergeringsten zu beeinträchtigen (d.h. in Anbetracht zu nehmen oder zu berücksichtigen, oder: mit vollkommen reiner Ergebung). Willst du aber doch auch hingehen, da sie deine Schwester ist, so bete zuvor, und salb e dich mit dem Oele aus den Wachholderbeeren in Meinem Namen, so wirst du dein Haus verschonen mit der Bosheit des Aussatzes (Pocken?); und so du auch die Kleider beräucherst mit denselben Beeren, und deren drei verschluckest in Meiner Andacht, so kannst du völlig ruhig sein; aber, wie schon gesagt, nötig ist es vor der Hand gar nicht, daß du hingehest; denn Ich sage dir, daß der Aussatz (Blattern) im Ernste böse ist; denn er ist ein Austritt aller bösen Geister, die schon oft von Geschlecht zu Geschlecht sich eingebürgert haben, wohl verstanden, daher auch sehr ansteckend; denn die freien suchen alsogleich wieder neue Unterkunft; haben sie sich bei irgend Jemanden eingeschlichen, und werden da wieder hinausgeschafft, so richten sie dann eine größere Verheerung an in ihrer neuen Wohnung, denn in der früheren, aus großem Ärger, wie es soeben bei deiner Schwester nun der Fall ist, da sie von der andern angesteckt wurde. Wer aber betet, gesalbet und beräuchert ist in Meinem Namen, der darf sich sogar vor keiner Pest fürchten und sorgen.*) --- *) so er nicht aus Neugier oder Übermut solches tut. D. Hsg. Darum aber ist diese (Wachholder-) Staude also schützend, weil sie eines großen Segens aus Mir schon Natürlichehrmaßen teilhaftig ist. Also ist der lebendige Glaube an die Kraft Meines Namens wohl das unfehlbarste Heilmittel; wahrlich, und wäre die Aussätzige in Amerika, und du hier wie jetzt; erführest aber, daß sie wie jetzt leide, und wendetest dich an Mich, so möchte Ich sie retten vom Tode leiblich und geistig, wenn ihr, (du und dein Bruder) glaubet im Herzen, aber nicht in der Einsicht, des Verstandes, so wird’s ja besser mit ihr, durch eure Bitte. Gebet und Glauben; seid ihr aber schwach, so denket doch wenigstens, daß Ich nichts Unrechtes tun werde; und was Ich immerhin auch tun möchte, dürfte wohl sicher das Allerbeste sein! Denket an den Jünger, der noch zuvor seinen Vater beerdigen wollte als Mir folgen; und seid eingedenk Meiner Lehrt an ihn, so werdet ihr allezeit große Ruhe in euch finden! (Matth. 8. 21-22.) Mir zu folgen in Allem, ist das Erste, und Alles Mir übergeben, das Zweite ; denn darin sind die Gebote, die Propheten, und hauptsächlich die zwei Gebote der Liebe völlig enthalten, und mit ihnen — wie schon bekannt — alles Leben; tut und handelt danach, so werdet ihr leben, und wird Alles überaus wohl gehen, hier und Jenseits, Amen; das sage Ich, der allerbeste Arzt! Amen. Amen. Amen!
Grund der Diätetik. (Vom Essen.) Aus der „Haushaltung Gottes". II. Teil. K. 431. Empfangen durch Jakob Lorber. 1. Als alle die Vorbenannten nun vollends im Hause Lamech’s anlangten, da fragte sobald der (König) L a m e c h den Henoch (als ersten Hohepriester), ob es nicht an der Zeit wäre, ein Mahl zu sich zu nehmen? 2. Und der Henoch erwiderte dem Lamech: „Bruder, du wünschest es in deiner Natur, nach deiner alten Gewohnheit, also lasse es auch geschehen nach deinem Wunsche; doch sei dabei unsertwegen nicht besorgt, denn wir empfinden das Bedürfnis eines Mahles noch nicht, indem wir noch übersättigt sind von der großen Liebe und Gnade des Herrn, die uns an diesem Tage so überschwänglich reichlich zu Teile geworden ist! 3. Denn siehe, nicht allein von irdischen Brote lebt der Mensch, sondern viel mehr vom Worte Gottes! 4. So du aber issest das natürliche Brot, und wirst dadurch gesättigt und genährt, da frage dich und sage: 5. Warum und wie hat mich denn das naturmäßige Brot, oder überhaupt die naturmäßige Speisegesättigt und genährt? Und du wirst in dir allezeit die vollgiltige Antwort bekommen: 6. Weil auch all die naturmäßige Leibeskost dem ewigen und allmächtigen Worte Gottes entstammt! 7. Nun siehe, wenn dich schon das gefestete und hartgebannte Wort Gottes sättiget und nähret, um wie viel mehr wird solches das freie, ungebannte lebendigste Wort frisch aus dem Munde Gottes gehend zu bewirken im Stande sein! 8. Wir selbst entstammen ja dem Worte Gottes, also kann es ja auch für uns ewig nichts Ernährenderes und Sättigenders geben, als eben nur das lebendige Wort Gottes. Also lebt der Mensch nicht allein vom Brote und aller andern weltlichen Kost, sondern er lebt vielmehr von jeglichem Worte, das aus dem Munde Gottes entstammt! 9. Es solle aber damit gar nicht gesagt werden, als solle der Mensch die natürliche Kost nicht genießen, da sie doch Gott darum erschaffen, und sogar sichtbar dieselbe vor uns Allen und mit uns gegessen hat*), aber nur zum Hauptbedürfnisse solle sie uns nicht werden!**) --- *) siehe „Haushaltung Gottes" I. Teil, Nr. 1 uns. Schriften. Kp. 132 ec. D. Hsg. **) siehe das Wort 24. Febr. 1873 über „Geister- und Welten-Leben" (oder die Lüftung des Istsschleiers in Nr. 28 uns. Schriften). D. Hsg. 10. Sieh, Lamech, auch Solches gehört in die Ordnung der göttlichen Dinge; ich sage dir aber: sei allezeit mäßig im Genusse der naturmäßigen Kost; denn in ihr liegt eine große Versuchung! 11. Du kannst es mir völlig glauben, wenn wir das natürliche Brot essen und die Früchte des Erdbodens, so müssen wir dabei sehr behutsam sein, daß wir durch ihre grobe sinnliche Last nicht den unsterblichen Geister drücken ; denn solches magst du schon an den gefräßigen Kindern gar klar erschauen, wie sie eben durch ihre Gefräßigkeit sich verdummen, und also dann zu nichts Geistig-Tüchtigem fähig sind; dagegen die stets mehr nüchternen Kinder gar bald seine Denker werden; wie aber Solches bei den Kindern der ersichtliche Fall ist, also ist es auch um so mehr der Fall bei dem erwachsenen Menschen, indem dieser ausgebildeter Leidenschaften fähig ist, die dem Kinde noch fremd sind. 12. Ich sage dir, lieber Bruder Lamech, in der naturmäßigen Kost nimmst du Naturmäßiges auf. und dieses wird in dir nicht vergeistigt, sondern vernaturmäßigt nur deinen Geist; aber im Worte nimmst du Geistiges auf, und dieses sättiget, nähret unk stärket den Geist zum ewigen Leben. 13. In der naturmäßigen Kost wird der Leib genährt und der Geist gedrückt und zum Fasten genötiget, aber durch die geistige Kost gewinnen beide, der Geist wird kräftig und mächtig, und seine Sinne endlos scharf, und der Leib wird dann durch den Geist geschmeidig, genügsam, dauerhaft und wird kräftig erhalten, wie ein gut gewebtes Kleid aus feinen, aber in sich desto zäheren und stärkeren Fäden. 14. In der natur mäßigen Kost ruhen verdorbene Geister, und hat der Mensch deren zu viel in sich aufgenommen, so werden sie dann des eigenen Geistes Meister und untergraben seine Wesenheit gleich also, wie die argen Nagekäfer und Nagewürmer einen Baum untergraben, seine Wesenheit verstören, und ihn endlich wohl ganz zu Grunde richten. — 15. Die geistige Kost aber ist dem Geiste ein belebender Regen vom Himmel, unter welchem er gar bald zu einer kräftigen und wohlduftenden Blume des ewigen Lebens erblühen wird. 16. Solches also, Bruder Lamech, sollst du auch allezeit beachten und dein Volk danach ziehen. Da du nun aber Solches erfreulich und wohl willig vernommen hast, also magst du denn auch für uns Alle ein gerechtes Mahl richten lassen, aber mit Maß und Ziel. Amen. --- Anmerkung. Hier ist klar gezeigt, daß die Ansicht der Vegetarier nicht absolut richtig ist, daß das Was in der Diät über dem Wieviel stehe, sondern es bewahrheitet sich vom neuen das alte Wort der (Regel-) Mäßigkeit, als erstes Lebensgesetz in leiblicher und geistiger Diätetik, wie auch die erste Predigt sagt, und sogar das altgriechische: „Nichts zuviel" dasselbe schon lehrt. Das Was ist individuell, wenn der geistige Vegetarismus in uns, d.h. die Liebelehre des Herrn, lebendig, dann ist bester Grund auch für den natürlichen vorhanden. D. Hsg.
Lebens-Ordnung nach der Sündflut, im Noahischen Bunde. (Aus b. II. Bd. der Urschöpfung oder „Haushaltung Gottes". Nr. 1 B uns. Schriften.) Kap. 826. 1. Als aber Noa und Alles, was da Leben hatte, aus dem Kasten gegangen war, da errichtete Noa mit seinen Söhnen einen Altar aus glatten Steinen, ließ hinzutragen das Holz des abgeworfenen Daches der Arche, schlachtete dann von allen reinen Tieren ein männliches Stück und zündete dem Herrn ein großes Brandopfer an und lobte und pries mit seinem ganzen Hause Gott den Herrn über und über. 2. Der Herr roch den lieblichen Geruch des Opfers, der da war die Liebe Noa’s und der Seinen zu Gott, und Er sprach darum aus und in Seinem Herzen zu Noa: „Ich werde Hinfort die Erde nicht mehr verfluchen der Menschen wegen, denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an; und so will Ich hinfort nicht mehr schlagen Alles was da lebet, wie Ich es nun getan habe, und so lange die Erde Erde sein wird, soll nicht aufhören Samen und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." 3. Darauf legte der Herr Seine rechte Hand auf das Haupt Noa’s, und segnete ihn und somit sein ganzes Haus. 4. Und als der Herr den Noa also gesegnet hatte, da sprach Er abermal zu ihm: „Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die ganze Erde, sowohl mit eurem Geschlechte, wie mit eurem Geiste! Euer Wesen sei zur Furcht und zum Schrecken über alle Tiere der Erde, über alle Vögel unter dem Himmel, und über Alles was da kriechet auf dem Erdboden, und also seien auch alle Fische in eure Hände gegeben; Alles was sich reget und lebet auf der Erde, sei eure Speise ; Ich gebe es euch wie das grüne Kraut; das Fleisch aber, das sich noch reget in seinem Blute, das esset nicht, denn das Blut trägt bei Tieren, wie bei Menschen, Meinen Zorn und Meine Rache ; darum will Ich rächen alles Blut des Menschen, wie das Blut der Tiere*), denn im Blute ist der Tod. --- *) man vergleiche Nr. 28 das Leben V. (19. März 1873.) D. Hsg. 5. Also will Ich auch eines jeglichen Menschen Leibesleben rächen des Menschen wegen. Darum bin Ich allein der Herr, und Niemand solle des Menschen Blut vergießen; wer es vergießen wird, des Blut solle auch vergossen werden! 6. Ich habe den Menschen nach meinem Ebenmaße geschaffen, aber aus seinem Blute kam die Sünde; darum ist auch der Tod im Blute, und Mein Zorn und Meine Rache in das Blut, und also solle alles Blut fortwährend durch des Leibes Tod gerächt werden. 7. Die Tiere habe Ich in deine Hand gelegt, auf daß des Menschen Seele vollkommen sei, aber der Mensch bleibet in Meiner Hand, auf daß sein Geist nicht verderbe. Seid darum fruchtbar, und mehret euch auf Erden! — 8. Ich errichte mit euch einen Bund, und also auch mit allen eueren Nachkommen, und das tue Ich euretwegen auch mit allen Tieren der Erde; und an allen den Tieren, die mit euch aus der Arche gegangen sind, solle dieser Bund ersichtlich sein, auf daß eure Seele vollkommen sei, daß Ich hinfort keine solche Flut mehr werde über die Erde kommen lassen. 9. Denn die Erde ist nun gereinigt, das sündige Fleisch vertilget; darum mehret euch auf der Erde von Neuem; denn also habe Ich Alles in euere Hände gelegt, auf daß eure Seele vollkommen bleibe, und euer Geist nimmer verderbe in Meiner Hand!" Ferner in Kp. 828: B. 2. (Wein.) Ein Bote (Engel) des Herrn sprach zu ihm (Noa): „Diesen Wald hat der Herr unter’m Wasser für dich bewahrt, daher sollst du dich hier in der Nähe dieses Waldes ansiedeln und dir eine Hütte erbauen zur Notdurft, also sollst du auch Äcker anlegen und anbauen allerlei Getreide, das du in dem Kasten hiehergebracht hast, und siehe hier zu deinen Füßen ein buschiges Gewächs: es ist der Weinstock, dessen Zweige verpflanze ordnungsmäßig in die Erde, dünge und begrube sie sorgfältig, und sie werden dir gar süße Trauben voll des besten Saftes bringen; diese Trauben presse du dann aus in ein gutes Gefäß (aus süßem [Zedern-] Holze), das zu verschließen sein muß; lasse dann den Saft im Gefäße wohl ausgären, und wann er rein wird, dann trinke davon mäßig, und du wirst dadurch gestärkt und sehr heiter und fröhlich werden; also will es der Herr, tue darnach, und du wirst sehr fröhlich und heiter werden dein Leben lang!"*) *) dies ist die Ordnung nach der Flut, der Sich sogar der Herr Selbst, so lange Er als Jesus im Fleische wandelte, fügte; nun aber, zur Zeit der geistigen Sündflut, beginnt bei denen, die durch die Liebelicht-Gnaden-Arche des Neuen Wortes gerettet sind, also die Flut individuell hinter sich haben durch Betätigung dieses Wortes, oder durch Befolgung des geistigen Vegetarismus, die erste vorsündflutliche Ordnung nach und nach wieder, wie sie zur Zeit der Väter der Höhe existierte (Urschöpfung), und wie sie entsprechend wieder sein wird im Millennium, wo der Herr wie dortmals wieder als Vater und guter Hirte unter Seinen Kindern wandeln wird. — Diese Ansicht scheint mir einige Berechtigung zu haben als Wink zur Lösung der Widersprüche? (Doch, auch die Urväter speisten einmal in der Woche Fleisch) D. Hsg.
Zum Prozesse der Verdauung und Ernährung, wozu die 2 Magen. — Entwicklung der Krankheit. Belehrende Antwort des Herrn im letzten Jahre Seines leiblichen Seins auf Erden. — (Aus Johannes, Bd. 7, oder Bd. 10, Kp. 209, 2. Aufl.) Mein lieber Freund und Oberstadtrichter, Ich will dir auf deine Frage, die aus deinem Munde ganz scharfsinnig gegeben wurde, auch eine helle und scharfsinnige Antwort erteilen. Siehe, dem Anscheine nach hat es zwischen den von Mir verübten Wundertaten wohl einen recht fühlbaren Unterschied, aber im Grunde des Grundes gar nicht. Siehe, Alles was du genießest und zur Stärkung und Belebung deines Leibes in deinen Magen aufnimmst, ist nicht gar so tot, als du es glaubst; es hat dreierlei Teile, erstens, den materiellen, den du siehst und fühlst, und so die Speise wohl bereitet ist, du in deinem Munde einen Wohlgeschmack verspürst, und zuvor schon auch mit deiner Nase den Wohlgeruch der Speise in dich einziehest. Siehe, diese Stücke gehören zur Belebung deines Leibes. Wenn zweitens die Speisen in den Magen gelangen, so wenden sie dort gewisserart zum zweitenmale gekocht, und es entwickeln sich bei dicker Kocherei zwei Hauptbestandteile, von denen der eine als der gröbere zur Ernährung des Leibes, seiner Glieder und Muskeln dient, der andere durch das Blut, das von diesen beiden Bestandteilen herrührt, überall hingeleitet wird, wo der Leib einer Nahrung und Stärkung bedarf. Sind diese beiden Bestandteile in dem oberen Magen von dem, was du gegessen hast, gehörig ausgeschieden und in den Leib hinausgeleitet, so bekommst du den Durst, und du nimmst Trank, dadurch kommt die Speise in den untern kleineren Magen, der in zwölf Fächer abgeteilt ist; in diesem wird auf dem Wege eines eigenen Gärungsprozesses der ätherische Stoff der zu dir genommenen Speisen aus den kleinen Zellen abgesondert und dient zur Belebung der Nerven, daher du ihn auch den „Nervengeist" nennen kannst. — Das ganz außerordentlich fein Ätherische, das wir „Substanz" (Seelenstoff) nennen wollen, wird durch die Milz auf einem ganz geheimen Wege in’s Herz geleitet, und geht vom Herzen aus als völlig geläutert in die Seele des Menschen über, und so zieht die Seele von jeder in sich genommenen Nahrung auch das ihr Verwandte an sich, und wird dadurch in allen ihren dem Leibe ganz ähnlichen Einzelbestandteilen genährt und gestärkt; was du daraus recht leicht abnehmen kannst, daß deine Reden und Urteile, wenn du hungrig und durstig bist, ein holperichtes und unzusammenhängendes Gedanken- und Ideengewebe sind, hast du aber vorher eine reine und gute Kost und auch einen reinen und guten Wein genossen, so werden deine Reden und Urteile auch in kürzester Zeit darauf einen ganz andern Charakter annehmen, und das bewirkt die Mitsättigung und Stärkung der Seele. Würdest du aber lange Zeit keine Speise und keinen Trank zu dir nehmen, so würde es dir mit deinem Denken, Reden und Urteilen bald sehr kümmerlich ergehen. Haben die Speisen einmal das Wichtige an den Leib, an dessen Nerven und an dessen Seele abgegeben, so wird dann das eigentlich Unlautere der zu sich genommenen Belebungsmaterie durch die zwei natürlichen Gänge aus dem Leibe hinausgeschafft. Ist aber ein Mensch in jeder Hinsicht ein Schwelger geworden, und hat sich seinen Bauch zum Abgotte gemacht, so kann die zu sich genommene Speise, wie auch der zu viel in den Magen hineingegossene Wein in den beiden dir bekannt gegebenen Mägen nicht völlig mehr abgesondert werden, und es gehen dadurch noch viele unausgeschiedene Leibes-, Nerven- und Seelenbelebungsteile in den großen Bauch (Wanst), in die Gedärme und andernteils durch die Leber und Milz in den Urinsack über, bewirken daselbst abermals Gärungen, aus denen sich mit der Zeit für den Leib allerlei Krankheiten entwickeln und die Seele gefühllos (stumpf) machen. Aus diesen bösen Stoffen geht aber dann noch ein anderes Übel hervor; wenn nämlich die argen noch ungegorenen Naturgeister aus dem Dunstkreise eines solchen Menschen gar wohl merken, daß in seinem Bauche und auch in seinem Unterleibe schon eine Menge ihnen verwandter Naturgeister sich angesammelt haben, so dringen diese bald in den Leib solch’ eines Menschen und vereinigen sich mit ihren gattungsähnlichen Geistern im Leibe. Ist dieser Aktus vor sich gegangen, so sieht es mit solch’ einem Menschen schon sehr übel aus; es bemächtigen sich seines Leibes bald nicht nur eine Menge schwererer und unheilbarer Krankheiten, sondern auch seiner Seele, die dadurch, als in sich sehr geschwächt und träge gemacht, sich nimmer wehren kann, stets mehr und mehr in ihr sinnliches und leidendes Fleisch überzugehen. Um das gänzliche Materiellwerden der Seele zu verhindern, ist und gibt es da kein anderes Mittel, als die großen Krankheiten des Leibes selbst. Solch ein Mensch verliert dann alle Eßlust und sucht durch Arzneien den alten Unrat aus dem Leibe zu schaffen. Es gelingt hie und da wohl eine Art Heilung; aber niemals vollständig und ein solcher Mensch darf sich nur ein wenig vergessen, so hat er schon wieder seine früheren Plaggeister belebt, und sein zweiter leidender Zustand ist dann gewöhnlich ärger als sein erster. Aber es ist alles das nicht der einzige schlimme Zustand, welchen sich der Mensch durch seine Freß- und Saufgierde zugezogen hat, es kommt da noch ein dritter viel ärgerer dazu, und der besteht in dem so genannten, Besessensein von einem oder mehreren wirklich bösen Geistern, die kürzer oder länger vorher in der Wirklichkeit als Menschen ihre Lebensfreiheitsprobe durchgemacht haben. — Von diesem dritten Übel kann kein irdischer Arzt den Menschen mehr befreien, sondern allein Ich, und der auch, der von Mir aus die Kraft und Macht überkommen hat.*) — --- *) Näheres hierüber sehe man in Nr. 5, die Erde, Seite 164—184. wo auch das Übel des Schnapstrinkens genauer gezeigt ist. D. Hsg. Will daher ein Mensch dem Leibe und der Seele nach vollkommen gesund bleiben, so soll er von der Kindheit an mäßig mit einer reinen Speise genährt werden. Sehet Mich an, Ich bin dem Leibe nach auch ein Mensch, und esse und trinke aber nur stets eine und dieselbe Speise, und stillt Meinen Durst mit einem ebenfalls reinen guten und gesunden Weine; aber allezeit mit dem gerechten Maß und Ziele, und was Ich jetzt genieße vor deinen Augen, das genoß Ich schon in Meinen Kinderjahren, desgleichen auch die meisten dieser Meiner Jünger, die nahe sämtlich Fischer waren und von den Fischen lebten. Für den Überfluß der gefangenen Fische bekamen sie Geld und tauschten sich dafür die nötige Kleidung, Brot, Salz und auch Wein, den sie mäßig mit Wasser genossen; und frage sie, ob jemals einer aus ihnen von einer Krankheit geplagt worden ist, bis auf den Einen, den Ich nicht näher bezeichnen will. Ich sage es dir, wenn die Menschen bei der ihnen durch den Propheten (Moses) angezeigten Kost verblieben wären, so hätten bei ihnen die Ärzte mit ihren Arzneien nie etwas zu tun bekommen ; aber so haben sie angefangen, gleich den Heiden nach der Weise der Epikuräer ihren Leib mit hunderterlei sogenannten Leckerspeisen vollzustopfen, und sind dadurch in kurzer Zeit in allerlei Krankheiten verfallen. Gesunde, reine, gute Fische von guter Art, die in reinen Wässern sich aufhalten, sind in der Art Zubereitung (d.h. ganz frisch und völlig gar), in welcher wir sie genossen haben, die allergesündeste Kost für den menschlichen Leib. Wo aber dergleichen Fische nicht zu haben sind, da ist das Weizen- und Gerstenbrot an und für sich die gesündeste Nahrung des Menschen, so auch die Milch von gesunden Kühen*), --- *) das heißt, zur menschlichen Nahrung soll die Milch von solchen Kühen genommen werden, welche womöglich auf der Weide gehen, wenigstens den Tag über, und sonst gesunden, luftigen und reinen Stall und kein verkünsteltes Futter haben. D. Hsg. Ziegen und Schafen, und unter den Hülsenfrüchten nehmen die Linsen den ersten Rang ein, wie auch zur Bereitung des Muses der große persische Maisweizen ; und Fleisch ist nur von einigen Hühnern und Tauben, dann von gesundem und reinem Rinde, sowie auch von Ziegen und Schafen in vollkommen blutlosem Zustande, entweder gebraten oder gekocht als Speise zu genießen; das gebratene aber ist dem gekochten vorzuziehen. Das Blut der Tiere soll aber von Niemand genossen werden! — Das jetzt von Mir dir Vorgesagte ist und bleibt für den Menschen die einfachste, reinste und gesündeste Kost! Alles andere besonders im Übermaße Genossene ist für den Menschen schädlich, besonders wenn es zuvor nicht jene Zurichtung bekommt, durch die das Bösartig-Naturgeistige völlig ausgeschieden wird." Hier fragte Mich der Oderstadtrichter: „O Herr und Meister, was ist es denn mit den vielen überaus wohlschmeckenden Obst – und Wurzelgattungen für ein Fall?" — Sagte Ich: „Das genießbare Obst muß erstens vollkommen reif sein, in solchem Zustande man es dann auch mäßig genießen kann, es ist aber dennoch im gekochten, gebratenen oder gedörrten Zustande gesünder als in seinem rohen, weil durch das Sieden, Braten und Dörren die schlechten und noch ungegorenen Naturlebensgeister hinausgeschafft werden, und dasselbe ist auch mit den Wurzeln der Fall; aber du kennst das Obst und die Wurzeln, die für den Menschen zum Genusse geeignet sind. Die hungrigen und fraßgierigen Menschen aber begnügen sich nicht mit dem, und erfinden in einem fort noch eine große Menge Nährmittel, sowohl aus dem Pflanzen- als Tierreiche, und die Folge davon sind die stets mehr und mehr zunehmenden verschiedenartigsten Leibeskrankheiten." Und nun noch: „Siehe in der Urzeit der Zeiten erschuf Ich nur Eine für deine Begriffe unermesslich große Sonne, und sehe du nun zur Nachtzeit an das Firmament, und du wirst es mit lauter Sternen übersät erblicken, und siehe, alle diese Sterne, mit Ausnahme der dir bekannten Wandelsterne, sind auch Sonnen, um die sich Erdkörper, wie diese Erde da ist, bewegen. Zu diesen Sternen aber, die du in der Nacht am Firmamente siehst, mußt du dir in einem übergroßen Raumgebiete noch mehr als Tausende und tausend mal so viele hinzu-denken, und siehe, alle diese für dich unzählbar vielen Sonnen und anderen Erdkörper sind mit den Zeiten der Zeiten aus der Einen urgeschaffenen Sonne hervorgegangen; freilich nicht schon als vollkommen reif und fertig, sondern gleich wie Samenkörner aus der Ähre eines Halmes im Besitz der Weiterpflanzungsfähigkeit. „Wer hat denn aber für die weitere Ausbildung und Herstellung der großen Weltkörper den Vermehrungsstoff*) hergegeben?" Sagte der Oberstadtrichter: „Wer sonst wohl als Du, o Herr und Meister!" --- *) wie unser menschlicher Körper als Mikrokosmos aus einem einzigen Punkte dem Ei sich entwickelt, ebenalso der Makrokosmos oder das Universum, welches ja in seiner Totalität ebenfalls in der Menschenform sich darstellt; stehe in Nr. 22 u. 29, oder — wie die vielhundertmillionenfache Menschheit von dem Einen Adam abstammt. D. Hsg. Sagte Ich: „So dir, Mein lieber Freund, das begreiflich ist, so wirst du wohl auch einsehen, daß es Mir eben so möglich sein muß, einen etwas zu klein ausgefallenen Lammsbraten auf unserem Tische eben auf dieselbe Art zu vermehren und zu vergrößern, als es Mir möglich war, mit den Zeiten der Zeiten aus der Einen übergroßen Ursonne die zahllos vielen andern Sonnen und Erdkörper in’s sichtbare Dasein hinauszustellen und sie in ihrer Art kräftig und tätig auf ihren Punkten zu erhalten. Siehe, ein Stein ist für dich ein völlig totes Ding, so du einen hier hättest, so könnte Ich ihn vor dir entweder bis in’s Ungeheuere sogleich vergrößern, oder aber auch den größten Stein sogleich der Art auflösen, daß von ihm für deine irdischen Sinne nichts da bliebe; oder Ich könnte ihn auch augenblicklich verwandeln in ein fruchtbares Erdreich, und es ist demnach einerlei, ob Ich auf irgend einem Weltkörper erst so nach einer gewissen Ordnung Alles nach und nach herstelle, oder in einem Augenblicke urplötzlich, so es irgend nötig ist. Daß aber auf den Weltkörpern Alles so nach und nach, und wie Eines aus dem Andern in’s Dasein tritt, davon liegt der Grund in Meiner Liebe, Geduld und Sanftmut zu den Menschen, erstens vorzüglich auf dieser Erde, dann aber auch zu Jenen, die auf andern Weltkörpern wohnen, und dort auch ihre Lebensfreiheitsprobe durchmachen; denn siehe, der ganze ewig unendliche Raum ist Mein eigentliches Wohnhaus, und in diesem Wohnhause gibt es denn auch gar unendlich viele Wohnungen, die du einmal in Meinem Reiche erst näher kennen lernen wirst. Ist dir, Mein lieber Freund, nun begreiflich, wie es mir möglich war, den Lammsbraten zu vergrößern und zu vermehren?" Sagte der Oderstadtrichter völlig zerknirscht in seinem Gemüte: „O Herr und Meister, begreiflicher ist mir das Alles freilich wohl eher denn zuvor, aber ich fühle mich vor Deiner zu unendlichen Größe und Erhabenheit wie nahe völlig vernichtet; ich empfinde es wohl, daß ich bin, aber ich empfinde daneben auch, daß ich gegen Dich so gut wie Nichts bin!" Sagte Ich: „Und doch bist D u so gut wie ein jeder andere Mensch aus Mir und durch Mich eben auch unendlich und ewig; willst du noch mehr sein? Wie aber das, dessen wirst du erst durch Meinen in dir wachgewordenen Geist inne werden."
Winke zur geistigen Ernährung. (Aus Johannes) Alles Leben wird wohl wie von Außen her angeregt und geweckt, aber die Entstehung, Entwicklung, Entfaltung, Formung und Festung geht dann immer von Innen aus. Also müssen auch Tiere und Menschen zuerst von Außen her Nahrung in sich aufnehmen; aber dieses Aufnehmen der Speise und des Trankes ist noch lange nicht die wahre Ernährung des Leibes, sondern diese geht erst dann vom Magen in alle Teile des Leibes aus. Wie aber gewisserart der Magen das Lebens-Nährherz des Leibes ist, also ist das Herz (Gemüt) im Menschen der Nährmagen der Seele (das Herz der Seele aber heißt Liebe, und das Pulsieren desselben ist die wahre volle Liebtätigkeit), zur Erweckung des Geistes aus Gott in ihr, und Meine Lehre ist die wahre Lebensspeise und der wahre Lebenstrank für den Magen der Seele. Und so bin Ich denn in Meiner Lehre an die Menschen (als Jesus) ein wahres Leben – Nährbrot aus den Himmeln, und das Tun darnach ist ein wahrer Lebenstrank, ein bester und kräftigster Wein, der durch seinen Geist den ganzen Menschen belebet, und durch die hell auflodernde Liebesfeuerflamme ihn durch und durch erleuchtet. Wer dieses Brot isset und diesen Wein trinket, der wird keinen Tod mehr an sich sehen, noch fühlen, noch schmecken in Ewigkeit. So ihr das nun verstanden habt, so tuet auch darnach, und Meine Worte werden in euch zur vollsten und lebendigsten Wahrheit werden!
Empfangen durch J. Lorber. --- *) hier ist unter „Wein" selbstverständlich der aua dem Safte reifer edler Trauben wohlvergorene Trank gemeint, nicht mit Rüben noch Rohrzucker vermischt, die doch ganz anderen Charakter als der Weinstock haben, sondern der höchstens im Notfall mit guten getrockneten Weinbeeren versüßt werden mag. D. Hsg. Bei derselben Gelegenheit sagte der Herr in dieser Beziehung auf die Frage eines Andern (NB. vor nahezu 1900 Jahren): „Was würdest denn Du, wundersamer Meister, hinsichtlich dessen, — was ein Mensch genießen oder nicht genießen soll oder darf, für einen Rat geben?" Sagte Ich: „Gerade den, den du nun ausgesprochen hast, was zum Munde hineingehet, so es frisch und gut zubereitet ist, verunreiniget den Menschen nicht, und schadet bei mäßigem Genusse auch seiner Gesundheit niemals; nur von dem Fleische der erstickten Tiere (z.B. Hasen in der Schlinge gefangen, gestoppte Gänse und durch einen Schlag auf’s Gehirn oder sonstwie betäubte und dann erst abgestochene Tiere, welche auf diese Art nicht völlig ausbluten) soll der Mensch Nichts genießen, da er sonst nur zu leicht krank und zu seinen Geschäften unfähig wird. Siehe der Wein, so er ausgegoren ist, und sich von aller Unreinigkeit gereinigt hat, ist für Jedermann zu seiner leiblichen Stärkung innerlich wie äußerlich bestens anzuempfehlen. So aber Jemand den neuen Most trinkt, aus dem die unlauteren Naturgeister noch nicht entwichen sind durch den Akt der Gärung, so ist dies Getränke für den Menschen schädlich; daher solle man nur einen alten und keinen neuen Wein trinken, und den (Wein-) Most so lange stehen lassen, bis er sich gehörig gereinigt hat, und zum wenigsten 2—3 Jahre alt geworden ist."
Ferner in Nr. 11. Johannes I., S. 401—403 heißt es unter anderen Diätwinken: „Also sind die so genannten Kartoffeln jeglicher Art (als einer Giftpflanzen-Familie angehörend), besonders für Kinder und Säugeweiber, wie auch für schwangere Weibermehr wie schlecht, und NB. noch schlechter der Kaffee; aber die Blindheit sieht nichts (von dieser Wahrheit), und genießt beides des (angewöhnten) Wohlgeschmacks wegen mit großer Gier; die Kinder aber werden dadurch leicht elend dem Leibe nach, und so am Ende auch Weiber und Männer; aber das macht dem Blinden nichts, er genießt ja auch noch viel ärgere Gifte, Tabak, Schnaps ec., warum sollte er diese zwei leichteren Giftsorten nicht essen!" — — Über Tabak. Wisset ihr, was die jetzige Rauchmode zu bedeuten hat? Die bösen Geister (die z. T. im Leibe der Menschen unmerklich hausen) bemühen sich, dadurch die Seelen schon bei Leibesleben an den höllischen Dampf und Gestank zu gewöhnen, damit sie nach dem Ablegen des Leibes nicht sobald gewahr werden ihrer stinkenden (weil höllischen) Gesellschaft (im Jenseits), und also nicht so leicht merken, wenn diese saubere Gesellschaft sie ganz sachte in die Hölle führt. (Aus Nr. 5 „die Erde", S. 167. D. Hsg.)
(Zunächst für E.) Empfangen durch G. Mayerhofer am 26. April 1871. Mein liebes Kind! Du verlangst von Mir ein Wort wegen den verschiedenen Zwischenfällen in deinem (sehr geschwächten) Gesundheitszustande. Du willst immer von Mir und durch Meinen Schreiber wissen, was dein Herz und Meine Stimme im selben dir auf weit kürzerem Wege sagen konnte und schon oft gesagt haben. Dein letztes Unwohlsein entstand wieder aus einem Diätfehler, wo du nicht genau beobachtetest, was dir schon öfter angeraten worden*), und was Ich dir jetzt wieder in’s Gedächtnis zurückrufen muß. --- *) nämlich die natürliche regelmässige Lebensweise. D. Hsg. Erstens eine gewisse Regel in Bezug auf Zeit des Essens, und zweitens eine gewisse Regel in Bezug auf was du issest. Sieh, in Meiner Natur ist Alles Regel, Alles Ordnung, und je mehr der Mensch diesen Gesetzen entspricht, desto mehr wird er auch Ordnung im eigenen Leben, sei es geistig oder körperlich, haben. Das Leben gegen die Ordnung bestraft sich stets selbst, und wenn dem Fehler die Strafe auf dem Fuße folgt, dann fragt ihr bei Mir an, Ich soll dann helfen, wo eigentlich ihr als Fehlende selbst euch helfen solltet. Belausche also du selbst deinen Organismus, sei aufmerksam auf eine jede Wirkung von eingenommener Speise oder Veränderung in der Kleidungsweise, halte besonders darauf, daß der Oberleib frisch, der Unterleib und die Füße warm und trocken bleiben, so wirst du Manchem entgehen, und deine Gesundheit wird sich immer mehr befestigen; denn deine Klagen vom Abnehmen der Gesundheit ec. sind nur Herzens-Ergießungen des Momentes wo du noch leidest, aber nicht immer Wahrheiten. Vertraue auf Mich! und beachte, was deine eigene Vernunft dir eingibt; vergiss im gesunden Zustande nicht der Leiden beim Unwohlsein, sondern lass diese Leiden einen getreuen Wächter sein, damit er dich vor Rückfällen bewahre. Das ist Alles, was Ich dir sagen kann; denn dir den Zusammenhang deines Unwohlseins im Unterleibe mit den Nerven im Kopfe zu erklären, wie das Sonnengeflecht und das vierte Paar der Nerven dir diese Unfälle bereiten, ist nicht für dich, weil du weder deinen eigenen Organismus, noch den Zusammenhang der Nerven und ihre gegenseitige Korrespondenz kennst. Würde Ich dir auch solches erklären, so hat es für dich keinen reellen Nutzen, weil dadurch dein Unwohlsein nicht gehoben wird, wenn du weißt, daß da oder dort ein oder der andere Nerve seine Funktionen nicht verrichtet, oder durch Überreizung dir unangenehme Stunden bereitet; für dich genügt, die Ursachen zu vermeiden, welche solche Störungen im Nervensysteme hervorbringen können, das Weitere, wenn du es auch wüßtest, lindert deine Schmerzen nicht. Daher, Ich wiederhole: sei aufmerksam auf dich selbst, mache keine Fehler, so wirst du der Strafe dafür auch entgehen. Dieses sagt dir dein Vater, Der schon oft dir gezeigt hat, daß es Ihm weit mehr darum zu tun ist, dich geistig und körperlich gesund, als dich zwischen Konvulsionen und Schmerzen dahinsiechen zu sehen. Tue du das Deine, und sei versichert, Ich werde Meinen Segen und Meinen Einfluß nicht ermangeln lassen, dort dich zu unterstützen, wo deine eigene Kraft nicht ausreicht. Amen.
Väterlicher Rat für eine Herzleidende. Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 17. Mai 1870. Du willst einige Worte für deine Schwester haben, die dich bat, bei Mir anzufragen wegen ihres Herzübels, oder anders gesagt, wegen ihres Herzklopfens und zeitweiser Hemmung des Blutlaufs, wodurch sie schwer atmen muß, was ihr eine Beklemmung auf der Brust verursacht. Um von diesem Übel befreit zu sein, soll sie nur vorerst alle heftigen Bewegungen, die das Schlagen des Herzens beschleunigen, vermeiden, ferner soll sie öfters (Leibes- und Gemüts-) Gramigna-Tee trinken, besonders wenn sie sehr durch Schweratmen beängstiget wird. (Die Wurzel des Hundsgrases. D. Hsg.) Das Übel ist schon von Jugend her ein vernachlässigter Herzkatarrh, oder anders gesagt zeitweises (vermehrtes) Ansammeln des Wassers im Herzbeutel, wodurch, sobald es zuviel, es die Kammern in ihren Funktionen des Aus- und Einpumpens stört, dann der ganze Organismus darunter leiden muß. Das Mittel, welches Ich dir hier angegeben, wird ihr teilweise den Zustand verbessern, und mit eifrigem Gebet und festem Zutrauen auf Meine Hilfe (und nicht oder doch nicht bloß auf die Hilfe des Kräutleins. D. Hsg.) wird dann das Übel nach und nach sich verlieren. Herzkrankheiten gibt es viele auf euerer Erde, die aber nicht mittelst Tee oder sonst etwas geheilt werden können, sondern mit Liebetaten, und durch eifrige Befolgung Meiner Worte ; so lange die Schwester nicht in diese Krankheit verfällt, so kann sie getrost sein, mit dem kleinen Übel, das Ich ihr auferlegt habe, damit sie Meiner nicht ganz vergisst. Sie soll nur Meinen Rat befolgen, und sie wird bald sehen, daß Ich auch als Arztden rechten Fleck auf’s rechte Loch zu setzen weiß. Meinen väterlichen Segen ihr und den Ihrigen! Amen.
Für einen Augenleidenden. Mit Winken für Ärzte und Patienten. Empfangen durch C. Michel, T. am 22. Januar 1874. Du, liebes Kind, willst schon wieder, zwar nach langem Stillschweigen, „ein paar Worte für den leidenden Bruder", wie ihr euch ausdrücket; da will Ich dir soviel sagen, daß in die Natur des Menschen die Schwächen gelegt sind auf verschiedene Art; doch können selbe auch mehr oder weniger geschont werden, und ist selbes nicht der Fall, da kann auch die Natur keine Mirakel wirken, wie ihr zu sagen pfleget; „doch die Hand des, der Alles erschaffen hat". — hör’ ich wieder Mehrere — „Der kann auch Alles nach Seinem Belieben richten und ordnen"; wo aber das Gesetz der Liebe in der Natur auch in den Menschen gelegt ist, welches auch da regiert und erhält, da kann wieder Mein Wille nicht anders wirken, als wie du schon siehst; doch kann der Mensch wohl bei außerordentlichen Fällen zuweilen eine Erleichterung erreichen, wobei aber das (unbedingte) Vertrauen vorhanden sein muß, da kann er auch etwas erhalten, was bei vielen Tausenden von Doktoren nicht möglich ist, welche nicht einmal die Natur des Menschen, noch weniger Meine Weisheit im Geringsten kennen, und wogegen auch der beste oder der größte Engelsgeist, wie er auch immer sein mag, ohne Meinen Liebe – willen nicht helfen kann. Daraus geht wieder hervor, daß nur Ich, und kein Anderer, der Herr und Meister und Heiland bin ; und der Mensch nur mit dem vollsten Vertrauen auf Mein liebendes Vaterherz einwirken kann, ohne welches auch nicht solche von Natur in das menschliche Leben gelegte Schwächen erleichtert werden können, besonders wo auch die geeignete Lebensweise bei manchem Menschen fehlt. Deshalb sage Ich dir: der Mensch, welcher unbedingtes Vertrauen auf die Vaterliebe hat, kann ebenso wie der Hauptmann von Kapernaum mehr als Alles in der Welt gewinnen; daher sage nun dem geliebten Bruder, er sollte nichts Anderes als Morgens früh und Abends spät vor dem Schlafengehen mit einem frischen Wasser die Stirne, sowie die Schläfe in Meinem Namen recht gut einwaschen, dann wird er Erleichterung finden; wo das stete Vertrauen nicht fehlt, ist auch die Vaterliebe nie ferne von Meinen Kindern; das sagt dir der liebende Vater, Welcher immer Freude hat, wenn Seine Kinder mit kindlichem Vertrauen auf Ihn sich verlassen. Mit dem Segen an Alle. Amen.
Empfangen durch C. Michel, T. am 8. Februar 1874. Auf die Bitte deines Bruders (Dr. N.) sage Ich dir, daß er es wohl gut weiß, daß Mein Segen ihn nicht verläßt, wenn er in Meinem Namen handelt. Also die vollkommene Heilung soll er nur Mir überlassen, dann wird er immer nach Meinem Willen und nicht nach dem Willen der Welt fahren, was doch sicherlich besser ist, als allein dem Willen der Welt zu dienen. Er soll in seinem Herzen Mich fragen, und die Antwort der gehörigen (homöopathischen) Medizin (im einzelnen betreffenden Falle) wird ihm schon gegeben werden; weiter soll er so fortfahren in Meinem Namen; das soll jedesmal seine Richtschnur sein: „Mein Wille ist so!" Amen.
Winke über das Schweinefleisch. (Aus Johannes, also vor mehr als 1900 Jahren gesprochen.) Sage Ich (zum Nährvater Joseph auf einer Geschäfts-Reise bei einem griechischen Wirte, der nur Schweinenes für die Hungrigen hatte): „Im Notfalle kannst auch du als ein strenger Jude aller Tiere Fleisch essen, und es wird dir gut dienen (heutzutage sind solche (Not-) Fälle selten. D. Hsg.). Denn alle Nahrung, die zu nehmen ein Mensch durch die Not gezwungen wird, ist von Mir aus gereinigt, nur muß er dabei eine noch größere Mäßigkeit beobachten. Auch das Fleisch der Schweine ist gut; aber es muß das geschlachtete Tier sehr gut ausbluten (darf also nicht vor dem Schlachten durch einen Schlag aufs Gehirn betäubt, resp. halbgelahmt werden. D. Hsg.), dann bei 7 Tage lang im Salz und Essig mit Thymian-Kräutl eingeschwert liegen; darauf nehme man es aus solcher Beize, trockne es mit Leinen gut ab und hänge es dann auf einige Wochen lang in den (nicht zu warmen) Rauch von gutem (Wachholder-) Holze und Kräutern (Thymian u.s.w.), bis es völlig hart und ganz trocken wird. So man es dann genießen will, so siede man es zuvor in halb Wasser und halb Wein mit Thymian (Quenteln) und Steinwürzlein, und man wird damit ein gutes und gesundes Nährmittel auf dem Tische haben*); --- *) natürlich nur dann besonders, wenn die Schweine ec. gut gehalten, rein gefüttert und gepflegt, und NB. nicht in engen Löchern, sondern soviel als möglich im Freien in Licht und Luft womöglich im Eichwald ec. gehalten werden; aber nicht wie heutzutage, wo sie fast nur mit Küchenabfällen, Spülwasser oder gar mit Schlempe ec. gefüttert und übermästet, und im dumpfen Kerker schmachtend gehalten werden! D. Hsg. doch müssen diese Tiere stets im Winter geschlachtet werden. Dasselbe kann mit allen unreinen Tieren geschehen." (Nämlich nur im Notfalle! D. Hsg.)
(Eine Gabe für N. N., Graz, durch Jakob Lorber.) Höre du, Mein lieber und sehr fleißiger Abschreiber Meiner Liebegaben für Geist, Herz und Verstand, der da ist eine Sehe der Seele, du beklagst dich immer über allerlei Schwächen deines Fleisches, bald ist dein Kopf nicht in der Ordnung, bald deine Füße, manchmal auch dein Magen, den du öfters einer gewissen Blödheit beschuldigest, aber siehe, das kann nicht anders sein; denn du bist noch immer ein kleiner Schwelger, und trinkst Bier und Wein durcheinander, issest dazu bald dies, bald jenes, was dir gerade dann und wann schmeckt; meinst du wohl, daß das deinem Leibe dient? O mit nichten! Das Alles ist ein Gift für deinen in Jahren schon etwas vorgerückten Leib. Versuche nur einmal und gib, was du in einer Woche issest und trinkest, von Allem nur einen kleinen Teil in einen Topf, und berieche nach 8 Tagen dieses Topfes Inhalt, und du müsstest nur sehr abgestumpfte Geruchsnerven haben, so dieser Gestank dir nicht sogleich einen großen Eckel erregen würde. Wenn aber derlei allerhand Durcheinander in einem kalten Topfe so üble Mefitika erzeugt, was muß es dann erst im warmen Magen alles für böse Dünste erzeugen, die dann mit dem Blute sich vereinen und die Nerven des Leibes bösartig narkotisieren, woher dann allerlei leibliche Schwächen (und Schmerzen) erwachsen müssen. Wann du aber dann und wann etwas mehr kränklich wirst, so bleibst du aber dann dennoch zu Hause und wirst wieder gesund; da kommt dir die häusliche Diät wohl zu statten; wird sie dir wohl schaden, wenn du gesünder bist? Ich meine es nicht. Willst du recht gesund sein und alt werden, so bleibe du schön fleißig bei der Hausdiät ; bestelle dir Abends zu Hause ein einfaches, dir gut schmeckendes Abendmahl, aber nicht zu sauer noch zu stark gesalzen, magst dabei auch etwas Wein mit Wasser genießen, und zuvor einen guten Gang in’s Freie tun, so wirst du gesund und stark verbleiben; magst auch dann und wann an schönen Tagen irgendwohin gehen, da ein guter Wein ist; aber das schlechte Lumpengesüff von einem Biere meide! Denn das hat alle schlechte Eigenschaften, nur keine guten, besonders in dieser betrügerischen Zeit, in der Hopfen und Malz rein verdorben ist. Wenn noch irgendwo ein reines Gersten- und Hopfenbier zu haben wäre, so wäre davon ein mäßiger Genuß gerade nicht nachteilig, wenn auch eben nicht zu heilsam, weil es nur träge und sehr herabstimmende Spezifika in sich enthält;*) --- *) Letzteres wäre nicht so schlimm in dieser aufgeregten Fieberzeit, und dürfte das vorwiegende Bierbedürfnis nun hauptsächlich daher rühren? D. Hsg. aber ein Bier, wie es in diesem Orte (Graz) (und nun) fast allgemein bereitet wird, Ich sage es dir, ist ein barstes Gift ; denn es nährt nicht, und löscht nicht den Durst, sondern es betäubt nur, und erzeugt noch mehr Durst, damit die Leute destomehr zu trinken genötiget werden. Aber nicht nur für den Leib, sondern noch bei weitem mehr für die Seele und den Geist ist das abendliche Gasthausschmausen beim Bier und Tabaksdampfe überaus schädlich, da dabei durch die schlechte Kost in den Leib allerlei scheußliche Spezifika aufgenommen werden, die dann Seele und Leib trübe machen; zu dem aber gesellt sich noch die Nacht der Erde, in der auch das aller schlechteste psychische Spezifikalgesindel in den Luftraum der Erde aufsteigt, und im selben wo und wie nur möglich durch das Fleisch, da es augenblicklich durchdringt, die Seele mit allerlei Scheußlichkeiten besudelt, und nicht selten mit unkeuschen Gedanken und Begierden erfüllt!! Siehe du, Mein lieber N. N., Ich bin auch ein leiblicher Arzt, so du wirst Meinem Rate folgen, dann wirst du stets recht gesund und stark in deinem Leibe wie in deiner Seele sein, und dein Geist wird leicht Meister derselben werden. Dieses Rezept sei dir daher auch eine angenehme Gabe von Mir zu deinem irdischen Namenstage; befolge es, und sein Segen soll nicht unterwegs bleiben. Das sage Ich, dein heiliger bester Vater, dir. Amen. Amen. Amen.
Vom Wesen und Ursache der Cholera. Empfangen durch Jakob Lorber am 10. Januar 1847. Auf die Anfrage: ob die kürzlich am kaspischen Meere erschienene Cholera nach Österreich wandeln werde? und ob das von der Somnambule X. im Jahre 1830 im magnetischen Schlafe angegebene Heilmittel gegen diese Seuche von guter Wirkung sei? gab der Herr kund: Diese Krankheit wird in der Zeit, in der ein Mensch mäßigen Schrittes vom kaspischen Meere bis nach Wien, Prag und andern Städten dieses Reiches den Weg zurücklegen würde, so er Tag und Nacht ginge, im Staate Österreich erscheinen, und wird hauptsächlich Wien, Prag. Lemberg, Ollmütz, Brünn, auch die okkupierte Stadt Krakau, Pesth und Ofen, Preßburg, Raab, Komorn, Gran, Temesvar, Stuhlweißenburg, Warasdin, Agram, Laibach, Triest, Ubine, Görz, Venedig, Padua, Mantua, Verona, Mailand und die Kreisgebiete dieser Städte sehr mächtig heimsuchen; sie wird aber auch andere Städte dieses Reiches, jedoch minder stark, besuchen. Ihre Opfer wird sie diesmal hauptsächlich in den Großen und Reichen, und besonders in deren Kindern nehmen; auch das Militär wird leiden und die Priesterschaf. Wehe den Unzüchtlern und Schwelgern! Auch eure Stadt wird diesmal nicht mit ganz heiler Haut durchkommen (Graz), denn es gibt auch hier schon sehr viele Arme darum, weil die Reichen denselben aus indirektem Wege Alles entziehen, und ihren ohnehin schon sehr reichen Kindern noch größere Reichtümer bereiten wollen, und wollen den Armen nichts oder nur höchst wenig davon geben; diesen sollen ihre Erben genommen werden, damit sie die Armen beerben können. Ich aber werde den Reichen diesmal schon auf eine solche Art zuheizen, daß sie sicher weich und zum Kreuze kriechen werden. Wohl wird anfangs der Arme ergriffen werden, auf daß der Reiche mitleidig werde; wird er das, so solle diese Strafe gemildert werden; wird er das aber nicht, da soll das „Schwammweib" (Cholera) mit tausend Sensen unter ihnen schonungslos zu wüten anfangen — tausend Schober soll es an einem Tage schneiden! Siehe, um die Armut zu verringern, und den Reichtum der Reichen dadurch zu schützen, will man die Ehen der Armen beschränken und das mächtig beschränken. O, das ist die verfluchteste Ausgeburt der Hölle, ein Werk des Satans! Siehe, das ist der Grund aller Pest! Durch die Vorenthaltung der Ehe, und sonach nicht gerechte und geordnete Zulassung zur Zeugung der Kinder, wo der Trieb da ist, wie auch durch die gewaltige Ausrottung der (wilden) Tiere aller Art, sowie der Wälder wird die erlösende Aufnahme der Erdurgeister in die höheren Leitungs- und Läuterungsstufen gehindert; diese (Natur-) Geister, die (verkörpert) sich zuerst im Schimmel und in den (Pilzen oder) Schwämmen zu regenerieren anfangen, wann sie durch diese Stufe aufgestiegen sind, und da die nächste Stufe zu geringe finden, so daß sie nicht völlig aufgenommen werden können, vereinen sich dann in ein nahe menschlich aussehendes Wesen, wandern sodann auf der Erde herum, und ergreifen die Menschen und auch Tiere und Pflanzen in der Absicht, um in ihnen zu gradieren, allein da aber diese Geister noch zu unreif sind, so bringen sie Allem den Tod, das sie einmal ergriffen. Menschen sind ihnen am liebsten, weil sie da auf dem kürzesten Wege ihre völlige Freiwerdung zu erreichen wähnen, was aber wohl freilich für ihre noch höchst materielle Intelligenz ein Irrwahn ist. Weil aber die Menschen selbst (durch ihren Egoismus) zu dieser Erscheinung die Ursache sind, so lasse Ich es eben auch zu, daß sie für solchen Frevel auf das Allerempfindlichste sollen gezüchtiget werden, und das geistig und leiblich. Sehet, das ist der verruchte Grund aller Pest, die darum vorzüglich im Oriente zu Hause ist, weil dort die ordentliche Zeugung der Menschen auf tyrannisch gewaltsame Weise, manchmal sogar durch Verstümmelung unterdrückt wird. Wird aber nun auch im noch etwas besseren Europa, der Industrie einiger Reichen wegen, dieser Erlösungsakt für das ganze (Natur-) Geisterreich der Erde ebenfalls unter-drückt, so sollen aber darum auch die verheerendsten Folgen zum Vorscheine kommen; woraus die wenigen Übriggebliebenen erkennen sollen, daß Ich die Erde nicht der Industrie, nicht der Eisenbahnen, und am wenigsten der Reichen wegen erschaffen habe, sondern lediglich zur Erlösung der in ihr gebannten Urgeister! Das verstehet ja wohl: Mein Zweck ist ein anderer mit der Erde, als ihn da die gegenwärtige vom Satan ganz in Beschlag genommene Welt erkennt. — Die Erdäpfelkrankheit war schon ein Vorläufer, wie es aber dieser Frucht erging durch Meine Gnade für die (und anstatt der) Menschen bis jetzt, um diese zu schonen, so wird es bald den Menschen selbst ergehen, so sie sich nicht bessern, und ihre Gesinnungen gegen die Armen nicht (tatsächlich) ändern werden. — Das angegebene Rezept des N. N. durch dessen Schwester X. ist gut, dennoch aber werde Ich dir zu seiner Zeit ein noch besseres und wirksameres geben (in der 6 Jahre später kundgegebenen „Heliopathie" (siehe auf S. 76.) D. Hsg.) Die angezeigten Städte dieses Reiches haben das Eheverminderungs – System schon völlig entwickelt, daher sollen sie auch dafür gehörig belohnet werden. Es wird aber diesmal ganz Europa, besonders in den großen Industrie-Städten ganz gewaltig gezüchtiget werden. Doch das Ganze kann durch Gebet und gute Werke an den Armen sehr gemildert werden, und besonders wo die Ehen nicht gar zu arg und planmäßig unterdrückt werden. Amen. Das zu euerer tieferen Belehrung und Darnachachtung. Amen. Amen. Amen.
Hungersnot in Irland und vom Wesen und Zweck der Kartoffel. Empfangen durch J. Lorber am 11. April 1847. Schreibe nur, Ich brauche keinen Bittkopf, Ich weiß ohnehin was den Irländern fehlt. Diesem Volke fehlt Alles; daher diese Rute, die immerhin besser ist als der ewige Tod. Wenn dem Weisen wenig genügt, so solltest du damit auch schon genug haben; aber der Brüder wegen werde Ich noch etwas hinzusetzen müssen! So Ich sage „diesem Volke fehlt Alles", so heißt das soviel, als, dieses Volk hat erstens — keinen Gott, außer blinde Götzen aus Mittel-Welschland, und den Mammon Geld; die Götzen sind in den Bethäusern und können weder helfen, weil sie tot sind, noch nützen, weil ihr Material schlecht und wertlos ist; der Mammon aber befindet sich in den Händen der Wucherer, und in der Regentenklasse (Beamten und Grundbesitzer), die aus lauter Herrsch- und Ranglust zusammengesetzt ist! das wird doch eine starke Rubrik sein in der Confignation dessen, was dem Volke fehlt. Zweitens fehlen dem Volke „Menschen", und das ist auch eine starke Rubrik! Oconnell war noch ihr bester Mensch, und der war dennoch keinen Galgenstrick wert; was solls hernach mit den andern Menschen unter ihnen, und endlich mit ihnen selbst!? Oconnell ging weg*), -- *) auf der Reise nach Rom starb er in Genua 15. Mai 1847. D. Hsg. und die andern starben weg; am besten aber wird es sein, so bald Alle weg sein werden. Glück zu auf die Reise, ohne Gott und ohne Menschen und ohne Geld für die andere Welt! In der Hölle gibt es der Begebnisse in übergroßer Menge, aber nur zu in der Weise auf der Reise in die Ewigkeit, dort sind lauter Rebellen zu Hause. Handeln kann das Voll zwar wie es will, aber die Folgen sind unabänderlich in Meiner Hand; werfet soviel Steine als ihr wollet in die Höhe, daß sie wieder herabfallen müssen, das ist Meine Sorge. Drittens hat dieses Volk keine (weisen) Gesetze, und wenn es schon welche hat, so achtet es sie nicht, die weltlichen so wenig als die göttlichen, die es kaum noch dem Namen nach kennt; dafür aber hat es destomehr Wucherer aller Art, und stets viel Militär, und der Segen von alledem ist die Hungersnot! Als dem Volke die Erdäpfel (und Zwetschgen ec.) wohlgerieten, da wußte es kaum, was Alles es daraus machen sollte, Schnaps, Sirup, Mehl, Stärke, Bier und noch eine Menge derlei Industrie-Artikel; Ich aber gab diese Frucht nur als ein höchst einfaches Nährmittel, das der Ärmste sich selbst bereiten kann, so aber dieses „Erdbrot für Arme" ein Industrie-Artikel für den Luxus und die Geldsäcke der ohnehin Reichen werden sollte, da nur weg mit diesem Nährmittel der Armen, so es undankbar Mißbraucht, nur ein Gewinn-Artikel für Reiche werden solle! In diesem Lande gäbe es jetzt noch für zehn Mißjahre Gelb und Getreide in großer Menge in den Händen der Wucherer, aber eben da muß das schnöde*) --- *) hier ist das allzu egoistische — das allgemeine Wohl bedrohende Wucherische — gemeint; und also ist es kein Widerspruch gegen das 7. Gebot, sondern im Gegenteil. D. Hsg. Eigentumsrecht aufrecht erhalten werden, wenn darob auch Hunderttausende ins Gras beißen müssen! Aber schützet das Eigentum der Wucherer nur noch mehr, stellet Wachen zu ihren Kornspeichern, lasset aber dafür Hunderttausende verhungern, wahrlich, euer Lohn wird groß sein in der Hölle! Verflucht sei der Wucher und die Wuchere r, und auch das Gesetz, das ihn schützt! Ich aber sage: „dem Wucherer hänget einen Stein an den Hals, und werfet ihn in’s Meer, da es am tiefsten ist!" So Jemand einen Menschen tötet, den verurteilet ihr auch zum Tode, so aber ein solcher Geldteufel von einem Wucherer Hunderttausende tötet durch seine unersättliche Gewinnsucht, für den habt ihr kein Gesetz! O so geschieht euch, ihr dummen Britten recht, so ihr Alle Hunger sterbet samt Irland! Nur zu mit d e r Gerechtigkeit, es solle ja Alles noch besser werden hier auf Erden! Ich meine nun, daß es genug sei, auf daß ihr Irlands Hungersnot einsehet, und ihre Ursache und ihren Grund. Das aber sage Ich euch: wenn es auch anderswo so wird um die Menschheit wie in Irland, dann wird ihr Loos noch ärger sein, denn das dieses Landes; denn da gibt es für die Menschen keine andere Schule, als die des Elendes; Amen! Das spricht Der, Der alle Völker der Erde kennt. Amen. Amen. Amen! --- NB. Man bedenke die Schrift: „Die 12 Stunden" (Nr. 22). D. Hsg.
Die Sonnenkur oder Heliopathie. Kundgaben über diese Heilmethode, soweit selbe von allgemeinem Interesse sind, besonders die Diät betreffend. Empfangen durch Jakob Lorber 1850. 1. In den ältesten Zeiten, in denen schon Menschen (nicht Prä-Adamiten*) --- *) die Präadamiten waren Menschen der Gestalt nach, aber nicht dem inneren Wesen nach, was doch nur das eigentlich Menschliche ist. wozu die Gestalt nur die Umhüllung bildet (sie hatten nur Entwicklungsfähigkeit bis zu einem gewissen Grad, nicht endlos, wie der wahre Mensch). D. Hsg. diese Erde bewohnt haben, benutzten eben diese Menschen, so sie irgend ein Unbehagen in ihrem Leibe verspürten, die Sonne, d.i. ihr Licht und ihre Wärme, als das einzige Heilmittel zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit. Sie legten ihre Kranken an die Sonne, und entblößten diejenigen Teile des Leibes gänzlich, in denen der Kranke eine Schwäche, eine Unbehaglichkeit, oder einen Schmerz verspürte, und es ward in Kürze besser mit dem Kranken. Fehlte es dem Kranken im Magen, so mußte er, nebst dem daß er eine Zeitlang seine Magengegend dem Sonnenlichte ausgesetzt hatte, darauf aus einer reinen Quelle, die der Sonne ausgesetzt war, Wasser trinken, und es ward bald besser mit ihm. Überhaupt tranken die ersten Bewohner dieser Erde nicht leichtlich ein Wasser, das nicht zuvor auf einige Zeit, so es tunlich, dem Sonnenlichte ausgesetzt war. Tiefe und gedeckte Brunnen waren ihnen fremd, und aus einer Quelle, wohin das Licht der Sonne nicht dringen konnte, trank Niemand ein Wasser; denn sie wussten, und sahen (mitunter) es wohl auch, daß sich in solchem Wasser so lange grobe und mitunter sogar böse (unreife Natur-) Geister aufhalten, bis selbe nicht durch die Kraft des Sonnenlichtes, des himmlischen, ausgetrieben wurden. Sehet, in dem bisher Angeführten liegt eine tiefe Wahrheit; denn das Licht der Sonne führt, wie ihr es leicht denken könnet, reinere Geist mit sich. (Siehe „Fliege" Nr. 8.) Diese Geister haben die größte Verwandtschaft mit den substanziellen Teilen der Seele des Menschen. Wenn nun durch die Einwirkung solch’ reiner Geister der Seele eine sicher kräftige Stärkung zugeführt wird, so wird dann die also gestärkte Seele mit irgend in ihrem Leibe entstandenen Schwächen (d. i. Krankheiten) sehr leicht und bald fertig, weil die Gesundheit des Leibes gleichfort einzig und allein von einer hinreichend kräftigen Seele abhängt. Denn, wo immer ursprünglich irgend eine Schwäche in der Seele, d.h. in ihren substantiellen Teilen auftritt, und die Seele selbst auf einem geordneten Wege sich in den geschwächten Teilen keine Stärkung verschaffen kann, da wendet sie sich dann an ihren eigenen Nervengeist, und zieht aus ihm das ihr Mangelnde an sich. Dafür entsteht dann, wie in entladenen elektrischen Flaschen, in den Nerven ein offenbarer Mangel an jenem Lebensfluidum, durch das allein sie in der rechten Spannung (tonus) erhalten werden. Die Nerven dadurch gewisserart hungrig, saugen dann eine noch zu wenig reine Kost aus dem Blute, und wenn solches vor sich geht, so entsteht dann ganz natürlich ein unnatürlicher Lebensprozess in der Natur des Fleisches, Körperlebens, aus dem alle mögliche Krankheiten je nach Art und Weise entstehen, wie sie nach dem tiefen Seelen-Kalkül einem oder dem andern Teile, der in der Seele schwach geworden, entsprechen. Da aber in den reinen Sonnengeistern alle jene partikulären Seelensubstanzen, aus denen die Seele selbst besteht, sich vorfinden, so ist es für die Seele ein Leichtes, aus ihnen das zur Stärkung zu nehmen, was ihr abging, um dadurch auch wieder die frühere Ordnung in ihrem Nervengeiste und durch diesen in den Nerven und im Blute zu bewerkstelligen. Aus eben dem Grunde ist auch in sehr vielfacher Hinsicht ein rechtes homöopa-thisches Verfahren jedem allopathischen bei weitem vorzuziehen; denn durch die (reine) Homöopathie wird alsogleich der Seele Verwandtes, Geistiges zugeführt, und die Seele selbst, wenn sie irgend etwas in ihr Abgängiges oder wenigstens Geschwächtes von Außen her in sich aufgenommen hat, wird dann selbst Arzt ihres Leibes.*) --- *) im Somnambulismus ist dieses Selbstarztwerden andersartig. D. Hsg. Beim allopathischen Verfahren aber wird der Leib gezwungen, zuvor ein Arzt seiner Seele zu werden, und so diese allenfalls durch großen Jammer des Leibes (als heftiger Reiz) gesund geworden ist, so kann sie sich dann erst rückwirkend über die Herstellung ihres Leibes machen; was doch sicher der ungeeignetste Weg zur Wiederherstellung der vollen Leibes-Gesundheit ist, was Jeder aus der langen siechenhaften Rekonvaleszenz des Leibes (und z. T. auch der Seele) mit unbewaffnetem Auge leicht ersehen kann. Wie gesagt ist sonach die Homöopathie eine rechte Heilmethode, aber wohlgemerkt: Es gibt eine zweifache Homöopathie, nämlich die (bekannte) spezielle (von Hahnemann gegründete), welche in ihren Erfolgen notwendig unsicherer ist, weil auch ein noch so geschickter Arzt nicht stets sicher erkennen kann, wo und welche Teile in der Seele geschwächt sind. Er kann daher auch das rechte Seelen-Spezifikum nicht immer in Anwendung bringen. Ein im Geiste wieder geborener Arzt kann das freilich wohl*) --- *) wo sind diese heutzutage? Doch es gibt auch Heil-Genie’s, die intuitiv das rechte Mittel erkennen, z.B. Prof. Dr. † Oppolzer in Wien u. A. D. Hsg. aber für einen noch nicht völlig, oder meist gar nicht wiedergebornen Arzt ist so etwas bei all seiner Verstandesschärfe und Geschicklichkeit nur schwer oder gar nicht möglich. Aus diesem (unwiedergeborenen) Grunde ist dann vorzugsweise der zweiten Art Homöopathie, die Ich bloß zum Unterschiede von der ersten „die allgemeine" benenne, eine volle Beachtung zu widmen, weil durch sie kein Arzt bei nur einiger Geschicklichkeit fehlen kann. Und eben diese Art Homöopathie ist dasjenige, was Ich euch von der Heilkraft der Sonnenstrahlen (am 16. Juli 1851) vorangekündigt habe. Es fragt sich nun von eurer Seite ganz natürlich: Wie ist Solches anzustellen? Eine Art habe Ich euch schon gleich Eingangs gezeigt.*) --- *) Rikli hat zuerst (intuitiv angeregt) diese Ur-Heilbäder im Sonnenlichte wieder eingeführt in seinen Anstalten in Triest und Beldes. D. Hsg. Diese Art ist, oder wäre vielmehr genügend, wenn die Menschen dieser Zeit jene Lebensweise beobachten würden, die von den früheren Menschen getreu beobachtet wurde. ( Geläutert vegetarische. D. Hsg.) Für die gegenwärtige Lebensweise, wo der Seele durch allerlei verkünstelte Speisen eher Teile entzogen, als ihr gegeben werden, und wo auch die, welche ihr so zukommen, durchweg schlecht zu nennen sind, nun da wäre die Art des Gebrauches des Sonnenlichtes, wie sich die Alten desselben bedienten, meist zu schwach! Aus diesem Grunde will Ich euch noch mehrere andere Arten kundgeben*), wie auch die dazu erforderliche Diät. --- *) dieses ist hier weggelassen, da es nur für Ärzte Bedeutung haben kann, und unter diesen auch nur für Solche, welche in den Geist unserer Schriften sich eingelebt haben; und selbst für diese hätte es wenig praktischen Wert wegen Schwierigkeit der Anfertigung, Zubereitung und Anwendung ec. (und auch wegen Kostspieligkeit der Vorrichtungen dazu, und wegen der rigorosen Diät in uns. genußsücht. Zeit.) D. Hsg. Wenn letztere mit dem Gebrauche der angezeigten Sonnenmittel oder Sonnen-Licht-Arzenei genau beobachtet wird, aber wohlgemerkt sehr genau, so möget ihr damit jede Krankheit, welcher Art und welchen Namens sie auch sei, sicher heilen (d.h. wenn es des Herrn Wille so ist! wenn das nicht, so nützt es auch nicht, wenn man den Patienten in puren Lebens-Essenzen baden möchte. D. Hsg.) Selbst äußere Beschädigungen des Leibes können also bei rechter Handhabung dieser Medikamente am ehesten geheilt werden. Die Diät sei streng, also wie sie in der besten Homöopathie vorgeschrieben ist, nämlich Enthaltsamkeit von allen sauren und gewürzten Speisen und Getränken, und besonders vom Biere und Kaffee (wie Tabak und Schnaps). Kaffee aber ist bei weitem das Schlechteste, was der Mensch aus der Pflanzenwelt zu seinem Genusse erwählt hat. Diese Frucht ist bloß für Pferde und Esel und Kamele und dergl. Tiere auf die Erde geschaffen, und belebt sie und macht ihre Nerven stark. Bei den Menschen aber, die ihn genießen, wirkt diese Feigbohne ganz entgegengesetzt, verdirbt das Blut ungemein, erhitzet die Genitalien, und wenn darauf nicht bald Befriedigung erfolgen kann, so entsteht daraus eine völlige Abstumpfung in den reizbaren Teilen des Leibes. Und da dieses der Seele viele Mühe macht, solche, nur für das grobe Vieh bestimmten seelischen Potenzen aus dem Leibe zu schaffen, so wird sie müde, träge, mürrisch, nachlässig, oft düster und traurig. Ich sage euch, eine Tasse voll, mit Zucker versüßter Mistjauche getrunken, wäre dem menschlichen Leibe bei weitem gesünder, als die braune Brandsuppe dieses groben Tierfutters. Ich habe euch die Schädlichkeit des Kaffees nun bloß deswegen gezeigt, weil Ich es nur zu gut sehe und weiß, wie sehr besonders die weibliche Menschheit an diesem Eselsfutter hängt, und ihrer Natur aber nicht leichtlich etwas schädlicher ist, als eben der Genuß dieses Getränkes! Und es macht auch nicht leichtlich irgend etwas, besonders den weiblichen Leib, für eine heilsame Medizin unempfänglicher als eben dieser Kaffee! Daher soll er auch, besonders in irgend einem krankhaften Zustande, oder während jeder Kur, und namentlich bei dieser sonnen-homöopathischen Behandlung allersorgfältigst vermieden werden, weil sonst die Medizin (und sei’s nur Sonnen-Wasser) gar nicht im Geringsten wirken könnte. So Jemand Gift genommen hätte, wäre aber zuvor schon ein starker Kaffeetrinker, und möchte nach dem Gifte auch eine tüchtige Portion Kaffee zu sich nehmen, so wird dadurch sogar die Wirkung des Giftes getötet. So nun aber bei Kaffee solch grelle Wirkung (wenn sie nicht gar zu intensiv war), d.h. das Gift zu töten vermag, um wie viel eher die zarte und sanfte seelenspezifische Wirkung der neuen sonnenstrahlen-homöopathischen Medikamente. Daher ist sich sorgfältig vor solcher Speise zu hüten, die gewisserart ärger noch als das bekannte Opium (und Campher) die Einwirkung edler und reiner Medikamente hemmt. (Desgleichen alle Sorten starken chinesischen und russischen Tees, aber auch einhei-mischen medizinischen Tees und dergl., alter Käse, Salz- und Rauchfleisch, Würste, altes Sauerkraut und alles Eingemachte, unvergohrene und destillierte Getränke, alles Gebrannte und Starkgeröstete, alle starken Gerüche, Schwefelhölzer, Petrol, Geruch von geröstetem Kaffee ec.; lange dauernder Blumengeruch, physische Anstrengung, moralische Erregung, Ärger, Zorn ec.) Erlaubt sind: frische Mehlspeisen (d.h. aus Mehl von allerlei Halmfrüchten) entweder in der aus reinem, gesundem Fleische frischgewonnenen Brühe (für gewohnte Fleischesser) oder auch in frischer guter, nicht zu fetter Milch gekocht, und sind mäßig genossen allen andern Speisen vorzuziehen. Es können aber auch (mit Ausnahme der Bohnen) andere Viktualien genossen werden, als Linsen, Erbsen, Schrot oder Gries aus Weizen, Mais, gutgekochter Reis ; auch Hirsen - und Hafergrütze können ebenfalls mit obiger Brühe oder Milch zubereitet sehr vorteilhaft genossen werden. Gut gekochtes und gesundes Fleisch mäßig genossen schadet (Fleischessern) auch nicht; nur soll es mit gekochtem Obst, Äpfeln, Birnen, auch Zwetsch-gen genossen werden und nur mäßig; denn das Fleisch enthält gleichfort Seelenspezifika gröberer und untergeordneter Art, aber mit Obst genossen werden diese Spezifika gemildert, und es wird solche Speise den Kranken gut zu Statten kommen. Die so genannten Grünspeisen aber sind — wenigstens durch die Zeit der medizinischen Behandlung — zu vermeiden ; denn die seelischen Nährspezifika der genießbaren Kräuter und Wurzeln, wie auch der Kartoffeln (siehe Johs. 1, 403) sind noch viel unlauterer, denn die im Fleische der Tiere, und daher hintanzuhalten.*) *) man sehe noch in der Erde Seite 167—177. Grahambrot, Linsenmus. Erbsenmus von reifen Erbsen sind erlaubt. Ferner zu merken, daß die Nachtluft ganz zu vermeiden, und ebenso Feuchtigkeit besonders während des Medizinirens, desgleichen alle starken Affekte und Leidenschaften, dagegen stille innere Sammlung und Ruhe des Gemütes, sowie moralische Gedanken bei Sanftmut und wahre freie Hingebung in die Hände des hl. Vaters in Demut und Liebe werden Wunder wirken, wenigstens für die Seele. Bei günstiger Witterung täglich im Sonnenschein an die frische Luft in’s Grüne gehen (zwischen 10 und 5 Uhr). D. Hsg. Allen, auch Eheleuten, ist zu bemerken — Enthaltsamkeit vom Beischlafe, denn der Same beiderlei Geschlechts ist recht ein Hauptlebensspezifikum, das in der Kurzeit der Seele nicht entzogen werden darf. 2. Wie die verschiedenen Lebens-Spezifika aus den Sonnenstrahlen sich mit der Natur verbinden. Daß sich der Sonnenlichtstoff mit verschiedenartigen Materien in Verbindung setzt, läßt sich für Jedermann mit Händen greifen, so er nur einen Blick über einen Wiesenteppich wirft. Das nächste beste Pflänzchen gepflückt, gerochen und verkostet, und sowohl Geruch als Geschmack werden sagen: „Wir entstammen dem Lichte und der Wärme der Sonne." Eine Glasscheibe durch längere Zeit dem Sonnenlichte ausgesetzt wird bald allerlei Farben auf ihrer Außenfläche zu zeigen anfangen; warum nicht auch auf der inneren Fläche? Weil die innere Fläche nicht dem ersten Anprall der Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Setzet einen Blumenstock in einen finsteren Keller, so er auch erblühen wird, da wird aber an der Blüte entweder gar keine oder nur eine höchst matte Farbe zu entdecken sein. Aus dem geht aber hervor, daß die Farbe der Blüten wie der Früchte auch ein Werk der tätigen Lichtgeister des Sonnenstrahles ist. In jenen Ländern, die von euch „die heißen" genannt werden, ist das Farbenspiel sowohl bei den Pflanzen als sogar auch bei den Tieren noch viel lebhafter und üppiger, als solches der Fall ist in der gemäßigten oder gar in einer kalten Zone, in der beinahe Alles mehr in ein gemeinschaftliches Grau übergeht, von irgend einem stärkeren Wohlgeruche wenig mehr die Rede ist, und der Geschmack zumeist ein herber und bitterer ist, der da gleichkommt der gerichteten Herbe und Bitterkeit der in der Erde gebannten Geister. — Es könnte hier Jemand sagen: Ja, wenn sonach alle die verschiedenen Pflanzen-gattungen, Tiere, wie auch Mineralien besonders in den heißen Zonen soviel des Lichtstoffes aus der Sonne in sich besitzen, da bedarf es ja dann keiner weiteren künstlichen Vorkehrungen, um durch sie der Sonne das künstlich abzuborgen, was man auf einem ganz natürlichen Wege ohne viele Mühe erhalten kann. Dieser Einwurf ist richtig, und es hat sich bisher beinahe alle Heilkunde darauf basiert. Denn wer irgend bekannte heilsame Kräuter gebraucht, wird auch davon sicher allemal eine Wirkung verspüren, aber kein Kraut ist so beschaffen, daß es den Gesundheits-Lichtstoff aus den Strahlen der Sonne als allgemein aufzunehmen im Stande wäre, sondern jede Pflanze nimmt nur das ihr Entsprechende auf, und kann weiters nichts aufnehmen, indem ihr Bau also beschaffen ist, daß sie nur das ihr Zusagende und (ihrem Wesen) Entsprechende aus dem Sonnenlicht in sich aufnehmen kann. — Wenn nun ein Arzt eine kranke Seele*) --- *) d.h. die Gesamt-Lebenskräfte eines Menschen. D. Hsg. genau erforschen könnte, welche Lebensspezifika in ihr schwach oder gar mangelnd geworden sind, und kennete dabei auch das Kräutlein, das eben dieselben Lebensspezifika in sich enthält, so würde er dadurch einer kranken Seele oder was dasselbe einem tranken Menschen die volle Gesundheit sicher wieder geben können; aber da solch eine tiefere Kenntnis des Menschen und seiner Seele einem gewöhnlichen Arzte zumeist also unbekannt ist, wie ein noch unentdeckter Weltteil, so ist und bleibt sein ärztliches Heilfach stets nur mehr ein Raten, denn ein Wissen. Was die Menschen durch Erfahrungen und selten glückliche Proben sich aus der Heilkraft der Pflanzen, Mineralien und Tiere zu eigen gemacht haben, mit dem heilen sie auch gewöhnlich ihre Kranken, und man könnte da bei den meisten Ärzten das nordländische Sprichwort in Anwendung bringen, durch das ein solcher (allopathischer) Arzt mit einem Knittel verglichen wird. Trifft der Knittel glücklicherweise die Krankheit, so wird es mit dem Patienten besser; trifft der Knittel aber den kranken Menschen anstatt der Krankheit, so ist der Mensch des Todes. (Nicht übel, aber nordisch derb! D. Hsg.) Hier (in bei Heliopathie oder „Sonnenkur") aber handelt es sich also nicht um Anwendung alter Erfahrungen oder neuer Versuche zur Heilung der Menschen, sondern gewisserart um ein Mittel, das die kranke Menschheit, so lange es die Maschine des Leibes überhaupt gestattet, wieder also neu zu beleben im Stande ist, gleichwie das stets stärker und stärker werdende Licht im Frühjahre Pflanzen und Tiere neu belebt, wenn überhaupt deren Organismus noch für eine solche Neubelebung aufnahmsfähig ist. Denn wohlgemerkt, für ein von manchen Wunderärzten geträumtes ewiges Leben des Leibes auf Erden gibt es kein Arkanum. Aber insoweit es aus Meiner Ordnung dem Menschen gegeben ist, sein leibliches Leben zu fristen, kann er bei rechter Diät und bei richtigem Gebrauche unseres Arkanums ein möglichst hohes und gesundes Alter erreichen. Nachträgliches über die Diät. Die Diät ist völlig dieselbe, wie sie bei der Homöopathie sorgfältig gehandhabt wird (und Seite 78 — 79 genauer angegeben ist), nur mit einem kleinen Unterschiede, daß für‘s Erste mit der Diät noch um wenigstens 3 — 7 Tage früher angefangen werden muß, als das bei der gewöhnlichen speziellen Homöopathie der Fall ist (also 10 —14 Tage). In der vorangehenden Diätzeit kann der Patient zu öftern Malen des Tages „Sonnenwasser" trinken. Als Trinkgefäß wäre ebenfalls ein dunkelviolett-blaues Glas oder doch ein so glasiertes Porzellantöpfchen jedem andern Gefäße vorzuziehen. Ganz echter unverfälschter alter Wein, der nie in eichenen Gebinden war*), ebenso solarisch präpariert wie das Wasser, ist bei nervenschwachen Menschen dem Wasser vorzuziehen (in kleinen Dosen). --- *) Fäßer aus Birkenholz sollen die tauglichsten sein! D. Hsg. Dann nach dem Gebrauche des Medikamentes muß dieselbe Diät nach Beschaffenheit der Jahreszeit durch drei Mond läufe fort beobachtet werden, also dann und wann Wasser (gesonntes) trinken, häufig an die frische Luft, wann die Sonne scheint, sich begeben, so wird es mit ihm vollkommen besser werden. Ein also kurierter Mensch (der eine komplett Sonnenkur durchgemacht) bei regelmäßigem Leben erkrankt nicht mehr leicht, und kann sehr alt werden. Noch ein Auszug von Wichtigkeit für Alle. Diese Mittel wirken — wie oben gezeigt — bei rechtem Gebrauche, vollem Glauben und Vertrauen auf Meine tätige Mithilfe. Ohne Meine Mithilfe wirkt aber ohnehin keine Medizin, außer zum Nachteile und Verderben des Leibes und nachweilig oft auch der Seele. Bei diesen Sachen ist durchgehends nicht gar zu sehr auf Maß und Gewicht, sondern einzig und allein auf den rechten Glauben und auf das rechte Vertrauen auf Mich Bedacht zu nehmen, denn ihr wisset, daß Ich gar wohl im Stande bin, Jemanden mit wenig Tropfen Wassers zu ersäufen, und daneben einen Andern, der in’s Weltmeer gefallen ist, am Leben zu erhalten. Die materiellen Mittel dabei haben an und für sich hier ohnehin keine Wirkung, außer bloß die, unter den angegebenen Verhältnissen die Sonnenstrahlen an sich zu ziehen und sie zu behalten. Haben diese materiellen Mittel diesem Zwecke gedient und entsprochen, und werden sie in Krankheitsfällen mit angegebener Diät mit rechtem Glaubenim angegebenen Maße gebraucht, so werden sie ihre Wirkung ohnehin nicht verfehlen. Vor Allem gehört besonders von Seite des Helfers ein uneigennütziger guter Wille und fester Glaube dazu, um mit solcher Meiner ihm veroffenbarten Gnade einem Leidenden in der Kraft Meines Namens zu helfen, denn von dem Leidenden läßt sich nicht immer ein voller Glaube erwarten; ist aber auch der Leidende vollgläubig, so wird das Heilmittel desto sicherer und frühzeitiger die Wirkung bewähren.
Diätetische Winke bei einer Sonnenfinsternis. Empfangen durch Jakob Lorber am 27. Juni 1842. Da habt ihr eine kleine Vorsichtsmaßregel bezüglich der morgigen Finsternis der Sonne in Hinsicht auf die Gesundheit des Leibes. So ihr die Geschichte zur Hand nehmen würdet, allda die Begebenheiten am Firmamente aufgezeichnet sind, und sodann die Geschichte großer Sterblichkeiten, so würdet ihr gar bald das merkwürdige Zusammentreffen solcher Umstände finden, daß da folgen fast allezeit auf ähnliche starke Sonnenverfinsterungen auch die erwähnten großen Sterblichkeiten, als z.B. „der schwarze Tod" die „Schnupfseuche", die bösartige Grippe, verheerender Typhus oder Gedärm-Nervenfieber, schädliche Aussätze, Lausseuche mit Wulsten, die da gewöhnlich erfüllt sind mit Blutläusen, allerlei Ruhren und dergleichen mehr. Sehet, das Zusammentreffen solcher Umstände ist nicht so ganz und gar ohne Einfluß, wie es die sogenannten „aufgeklärten" Großen und Reichen, und Gelehrten der Welt meinen. Fraget die Geschichte aller Zeiten und aller Völker, selbst die der Juden, der weisen Ägypter, der Griechen und alten Römer, und sie wird es euch sagen, daß alle diese Völker nie eine Freude an einer solchen Erscheinung hatten, sondern allezeit nur eine große Furcht, so zwar, daß Einige heulten und wehklagten. Einige sich furchtsam verkrochen in unterirdische Höhlen, Klüfte und Gemächer in Gebäuden. Wann zwei Völker noch so erbittert gegen einander zu Felde zogen, so war eine eintretende Sonnenfinsternis hinreichend, um augenblicklich entweder einen langen Waffenstillstand oder wohl auch einen vollen, lang anhaltenden Frieden zu bewerkstelligen. Heutzutage gibt es noch ähnlich handelnde Völker bei solchen Gelegenheiten auf der Erde in Menge. Welcher nur einigermaßen tieferdenkende Mensch sollte da nicht fragen, worin liegt denn der Grund, warum fast alle alten, und auch noch der allergrößte Teil der jetzigen Erdbewohner nebst fast allen Tieren einen solch großartigen Respekt vor einer Sonnenfinsternis haben? Höret, die Antwort ist sehr leicht zu finden; denn sie liegt auf eines jeden Menschen Zunge und lautet „experienta docet" oder „die Erfahrung lehrt’s". Denn der Mensch konnte ja erst dann also furchtsam werden vor der Erscheinung, so er sich durch das öftere Zusammentreffen solch widriger Umstände zufolge der Erscheinung eine Regel gemacht hatte, daß nämlich solchen Erscheinungen nach allezeit bedeutende Übel folgen. Aus dem Grunde glaubt der (steirische) Landmann noch jetzt, daß zur Zeit der Finsternis es Gift regne vom Himmel auf die Erde! Saget Mir verständigerweise, wie kam der Landmann auf diesen Gedanken? Hier würden gar Manche sagen: weil er es von seinen Eltern gehört hat. Ich frage aber: von wem haben es dann seine Eltern oder seine Großeltern oder seine Urur- und Ich setze noch hinzu: seine Ururur-Eltern gehört? Kurz, es muß doch irgend ein A geben, auf das man vom Z aus rückgehend gelangen kann und muß, damit man wisse, wer denn der eigentliche Urheber eines solchen Glaubens war. Was aber wird und kann da am Ende herauskommen? Ich sage euch: nichts anderes, als daß da Jeder dem A das Zeugnis geben muß: „die Erfahrung lehrt’s!" Da in Europa zu mehreren Malen auf derlei Erscheinungen der schwarze Tod erfolgte, so kamen die Menschen auf den Gedanken, daß da während einer solchen Erscheinung ein grünlichtes Gift vom Himmel falle, wodurch da vergiftet werden die Brunnen (darum später Dächer auf diese gemacht wurden) und dann durch solch vergiftetes Wasser Menschen und Tiere. Ja, Einige gaben vor, daß sie während der Dauer der Erscheinung entweder ein oder mehrere drachenartige Tiere in der Gegend der verfinsterten Sonne haben am Himmel herumziehen gesehen, darum sie dann auch die Vergiftung der Gewässer denselben zugeschrieben haben. Es fragt sich aber: was solle von einer solchen Tradition gehalten werden? Ich sage euch: nichts Anderes als ein vorsichtiges Verhalten bei solchen Gelegenheiten zu dem alten: experientia docet. Denn diese Sagen sind also leer nicht, als da so Manche glauben, sondern es ist im Ernste etwas daran.Denn für‘s Erste tritt hier schon ein außerordentlicher kosmischer Konflikt ein, dessen Grund und Wirkung nur Mir allein bekannt ist, solches aber könnet ihr euch wohl denken: Wenn der Segen in den Strahlen der Sonne liegt für alle Natur aus Mir, so wird zur Zeit, wann der Sonne Strahlen eine Unterbrechung erhalten — arggeistiger Umtriebe zu solchen Gelegenheiten nicht zu gedenken, die da doch eine hauptarge Rolle spielen —, infolge obiger Unterbrechung wohl das Gegenteil stattfinden. — Wollet ihr aber mit heiler Haut davon kommen, so versehet euch heute noch mit Wasser für die Küche bis zum Mittage des morgigen Tages, nehmet euer Frühstück vor dem Eintritte der Erscheinung und esset und trinket während der Erscheinung nichts, und im Freien den ganzen Tag nichts, sondern in den Zimmern, welche während der Erscheinung geschlossen bleiben sollten, und sollen gut geräuchert sein mit Wachholder-beeren. — Also ist es auch viel besser, während der Erscheinung in den Zimmern zu bleiben, als im Freien zuzubringen; wer aber schon in’s Freie will, der beschmiere seine Haut mit Baumöl, das mit einigen Tropfen Wachholderöles gemengt sein kann; auch das Haupt kann er damit bestreichen, welches zu bedecken ist während der Erscheinung; im Munde aber halte er einige zerkaute Wachholderbeeren, und trage auch welche bei sich in den Taschen; vorzüglich aber halte Jeder fest in der Liebe, im Glaube n und Vertrauen, so darf er furchtlos sein. Ergötzen aber solle sich ja Niemand daran, sondern denken, daß da solche Erscheinungen noch einen ganz andern Grund haben, als die mathematische Astronomie. Sonst dürfte es geschehen, daß für so Manchen die Schaugebühr für derlei Weltspektakel ziemlich hoch ausfallen möchte. Solches aber beachtet wohl, so werdet ihr gesund verbleiben am Leibe! Amen. --- NB. Ich sage es dir und sage es euch allen Meinen Lieben: Du und sie sollen den 71. Psalm Davids, besonders vom 13. bis zu dem letzten 24. Vers nehmen und beten, so wird euch daraus ein großer Trost und eine mächtige Hilfe werden, schützend euch vor Allem, das sich irgend feindlich nahen will; aber mit großem, vertrauensvollstem, wahrem Ernste müssen die Verse in euerer ganzen Wesenheit ausgesprochen werden. Solches beachtet ja unerläßlich; bedenket, Wer der ist, Der euch erteilet solchen Rat, und warum er ihn euch erteilet! Amen. Amen. Gegeben als ein Gnadenwort vom heiligsten, barmliebevollsten Vater. Durch eine erwählte Magd C. Michel – M., Triest, am 20. Juni 1872. So schreibe, das Ich dir sage, gib dem Doktor alle Ehre für seine Homöopathie, so daß er ganz zufrieden sein kann, z.B.: „Lieber, geehrtester Herr Doktor! Wie soll ich Ihnen danken für die Herrlichen Arzneien, welche Sie mir aus purer Menschenfreundlichkeit darreichten! Deshalb auch dabei der Segen des überguten, heiligsten Vaters nicht unter Dornen, noch auf den Weg gefallen sein mag, sondern ich mich durch Ihre Mittel beinahe gänzlich von dem langwierigen Husten befreit finde; Gott segne alle Ihre Mühen und Liebesdienste, wie die mir erwiesenen gesegnet wurden, ja, ich behaupte sogar, daß Sie, Herr Doktor, mit dem Vorwand Ihre Kranken zu pflegen, selbst überzeugt sind, daß der Arzt nichts ist als das Werkzeug in der Hand des Herrn, daß er (der Arzt) nur kuriert, aber der Herr heilt*) --- *) also nicht wie Hippokrates sagte: „medicus curat — natura sanat" D. Hsg., deshalb Er auch in dem irdischen Leben den Namen „Heiland", Jesus-Christ hatte; ja so wird dann der Segen über Ihr Haupt kommen, und auch jenen Kranken, welche das Zutrauen zu Ihnen hatten, und um so mehr zum heiligsten Vater, welches (Vertrauen) Sie, geehrtester Herr Doktor, ganz gewiß jedem Ihrer Kranken einflößen werden. Entschuldigen Sie, diese kleinen Bemerkungen in meinem Dankesbrief gemacht zu haben, das innerliche Dankesgefühl bewegt mich dazu. Mit aller Hochachtung und in der Hoffnung, daß Sie mir nicht böse sein werden ob meiner Freiheit, empfiehlt sich Ihre dankschuldige Dienerin C. M. – M."
„Morgenstund — hat Gold im Mund!" - „Frisch noch am Abend ist segnend und labend." (Der Herr im Heilbad des Markus.) Aus Johannes. Es fragten Mich aber einige Jünger, sagend: „Herr und Meister! wir bemerken das, seit wir um Dich sind, daß Du stets gut eine Stunde vor dem Aufgange der Sonne auch zur Winterzeit Dich ins Freie begibst, und Dich — gleich uns Menschen — an den Erscheinungen der Naturwelt erheiterst. Da Dir ohnehin Alles erschaulich bekannt ist, was nicht nur auf und in dieser Erde, sondern auch in der ganzen Unendlichkeit ist und geschieht, war und geschaffen ist, sein und geschehen wird, so haben wir schon oftmals darüber nachgedacht, wie Du an den Dingen auf einem nur kleinen Flecke dieser Erde doch noch irgend ein Wohlgefallen haben kannst und magst?" Sagte Ich: „Das war einmal wieder eine so recht menschlich blinde Frage von euch! So Ich an den Dingen und Erscheinungen auch in dieser materiellen Natur kein größeres und innigeres Wohlgefallen hätte denn ihr, da würde von dieser ganzen Erde mit allem, was auf, in und über ihr sich befindet, gar sehr bald auch nicht ein Pünktlein mehr sich irgend vorfinden. Es ist ja doch Alles, was da ist, Meine ewige Liebe verkörpert vor euren Augen ; wie solle Ich dann kein Wohlgefallen an Meiner Liebe haben, die doch von Ewigkeit her Alles in Allem ist! Daß Ich Mich aber stets schon am frühen Morgen, wie oft auch bis spät am Abend gerne im Freien befinde, das hat seinen doppelten Grund; denn erstens solltet ihr daraus entnehmen, wie auch in des Menschen Seele der geistige Morgen — ähnlich dem der Erde — erwachen solle frühzeitig, und Ich dann an einem solchen frühzeitigen Morgen im Menschen eben auch schon eher, als es in ihm zum vollen Aufgang kommen wird, gegenwärtig sein und Mich an dem stets heller werdenden Lebensmorgen sollte ebenso erfreuen können, als wie Ich Mich vor euch sichtbar, und euch zu einem wahren Beispiele an jeglichem Naturmorgen erfreuet habe. Und zweitens aber sollet ihr aus Meinem steten und frühen Morgenbesuche die Tätigkeit und den rechten Eiferkennen lernen, und sollet Mir auch darin gleichen; und die Menschen, denen ihr Mein Evangelium predigen werdet, dessen wohl erinnern; denn nur durch den rechten Eifer und durch eine frühe Tätigkeit kann der Mensch zum wahren Reiche Gottes in sich gelangen, und es dann auch für ewig behalten. Daß Ich aber auch die Abende gerne im Freien zubringe, dadurch zeige Ich euch an, erstens : daß der Mensch auch am Abende seines Erdlebens tätig sein solle, um zu kräftigen das innere Lebenslicht. Denn wer sich zu früh zur trägen Ruhe begibt und sich in seinem Hause dem sorglosen Schlaf ergibt, der wird es leicht erleben, daß Diebe bei ihm einbrechen, und ihn seiner Schätze berauben. Wer aber wach bleibet, dem wird solch ein Unheil so leicht nicht begegnen. Der andere und zweite Grund, warum Ich auch die Abende gerne im Freien zubringe, aber bestehet in dem: daß ihr daraus ersehen möget, daß dann erst am Abende eine freie Ruhe zu einer wahren Seligkeit wird, so man schon vom frühen Morgen an den Tag über bis zum Abende hin vollauf tätig gewesen ist. So ihr nun das von Mir euch jetzt Gesagte wohl begriffen habet, da bleibet in diesem Lichte und fraget hinfort nicht so leicht wieder um Dinge, die euch nun doch schon von selbst einleuchtend sein sollen. Habet ihr das wohl verstanden, so tuet auch darnach, denn aus dem Verständnisse allein könnet ihr in euch das wahre Reich Gottes nicht wachrufen!"
Als die Jünger und auch alle die Andern das vernommen hatten, da dankten sie Mir für Meine Geduld mit ihnen, und baten Mich auch fernerhin um die Geduld. Und Ich sagte:
„Ein jeder Mensch, der viel Liebe hat, der hat auch viel Geduld. Ich aber habe die meiste, höchste und reinste Liebe zu euch, und so habe Ich denn auch sicher die größte Geduld mit euch.
Der aber in Mir verbleibet, durch seine Liebe zu Mir. in dem bleibe auch Ich, denn Ich Selbst bin da ja seine Liebe und seine Geduld. Amen."
(Im Heilbad des Römers Markus. — Aus Johannes) Als wir auf dem Berge uns befanden, da bewunderten die Griechen und der Römer die schöne Gegend und der Römer sagte: „Wahrlich! so eine nach allen Richtungen wunderherrliche Landschaft ist mir noch gar nie vorgekommen. Wenn man auf dieser Erde immer jung, kräftig und gesund bliebe, und mit dem Nötigen versorgt, so könnte man an solch einer Gegend auch eine ewige Freude haben. Es erfüllt aber das menschliche Gemüt oft mit vieler Wehmut beim Anblick einer so herrlichen Landschaft, so man sich dabei stets denken muß: Nur noch eine ganz kurze Zeit ist dir diese Freude gegönnt, und du wirst sie dann auf ewig schmerzhaft verlassen müssen. Was aber kann der schwache Mensch da wohl anders dagegen tun, als seufzen, daß er ein auch oft auf dieser Erde sehr schönes und angenehmes Leben so bald gänzlich verlassen muß, und nicht mehr schauen und genießen kann die Reize und Schönheiten solch wunderherrlicher Gegenden der Erde; Du, o Herr und Meister, willst es einmal so, und der arme und ohnmächtige Mensch muß sich der Allmacht Deines Willens fügen." Sagte Ich: Freund! nun hat mal wieder der alte, blinde Römer und Heide aus dir geredet, und du hast trotz deines musterhaft starken und lebendigen Glaubens und Vertrauens an Mich dargetan, daß du in die Geheimnisse des wahren inneren Seelenlebens noch gar nicht eingeweiht bist. Meinest du denn, daß die Seele ohne die Hilfe des materiellen Leibes nicht auch die Gegenden dieser Erde wird zu schauen im Stande sein, vorausgesetzt, daß sie nach Meiner euch klar gezeigten Ordnung vollendet sei, und also verlassen wird ihren schweren Leib? Wer sieht denn jetzt — wenn auch unvollkommen — durch die zwei kleinen Fensterlein unter deiner Stirne diese Landschaft, als eben nur deine allein lebendige (d.h. unsterbliche) Seele? Der Leib ist ja nur auf eine kurze Zeit ihr als ein Werkzeug gegeben, um sich beim rechten Gebrauche desselben die volle Lebensfreiheit und Selbstständigkeit für ewig hin zu bereiten und zu sichern. Was im Leibe fühlt, hört, sieht, riecht, schmecket, denket und will, das ist ja das unsterbliche Wesen der Seele, und nicht der an und für sich tote Leib, dessen Scheinleben ja nur durch das wahre Leben der Seele bedingt ist. Sieht aber nun, deine Seele bei aller ihrer Lebensbeschränktheit durch den Leib die schönen Landschaften dieser Erde und empfindet darüber schon eine rechte Freude beim Anblick der alleräußersten Form, so wird sie dann wohl noch eine größere Freude und Wonne empfinden, so sie mit ihren helleren Augen nicht bloß der Wesen und Dinge äußerste Rinde, sondern das ganze Innerste in seiner wundervollsten Verbindung, Wirkung und Bedeutung wird schauen, beurteilen und verstehen können. Ja, wer da aber noch so tief in seinem Fleische vergraben ist, daß seine Seele mit dem sichern Tode ihres Leibes auch mit in diesen Tod sich gezogen fühlt, was eine Folge ihrer zu großen Welt- und Fleisch Liebe ist, dann muß der Mensch freilich also bedauerlich reden, wie du, Freund, nun geredet hast; aber in welchem Menschen die Seele einmal nach Meiner Lehre und nach Meinem Willen frei von den irdischen Schlacken, und dadurch vollkommener und vollendeter geworden ist, der wird beim Anblick einer solchen Gegend und Landschaft eine ganz andere und höhere Sprache führen. — Daß aber ein Naturmensch, wie du bis jetzt noch Einer bist, obschon du nun den Herrn alles Seins und Meister alles Lebens mit deinen Augen schauen und mit deinen Ohren vernehmen kannst, beim Anblick einer herrlichen Gegend, darob wehmütig gestimmt wird, weil das Gefühl für seine Vergänglichkeit („Sterblichkeitsgefühl") erwacht, so ist das nur sehr heilsam für seine Seele, denn dieses Gefühl ist eben der unsterbliche Geist aus Mir in eines jeden Menschen Seele, ohne welchen sie kein Leben hätte (Genesis: Er blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase, und alsobald ward der Mensch eine lebendige Seele), der in der Seele ruft: „Habe die Welt ihrer äußeren Reize wegen nicht lieb, denn sie alle sind dem Tode und der Vergänglichkeit unterworfen. Ermahne (und ermanne) dich, und wende ab dein lüstern Auge von dem, was an und für sich nichts ist; kehre dafür in dein Innerstes, in Mich, dein wahres Sein und ewiges Leben zurück; da wirst du nicht nur die tote alleräußerste Rinde der Dinge und Wesen schauen und erkennen, sondern auch vorzüglich das, was in ihnen ist und wirket, und wie und warum und zu welchem Endzwecke!" — Sage du, Freund, Mir nun, so sich die Sache aber nur also und unmöglich anders verhält, hat der in sich über sein Wesen und Dasein klar gewordene Mensch wohl einen Grund, darob beim Anblicke irgend einer reizenden äußeren Form in sich wehmütig zu werden, weil er einmal den Moderleib ablegen wird? — — —
Über die Krankheiten des Leibes und die natürliche Lebensweise Spricht der Herr Jesus (im Jahre 33). — (aus Johannes.) (Nach dem Morgenmahle) Sagte der Oberstadtrichter zu Mir: „O Du übergroßer Herr und Meister von Ewigkeit! Indem Du mir heute Morgen am Berge Nebo bei Gelegenheit, als ein Schakal eine arme Gazelle erjagt, sie zerriss und auffraß und bald darauf selbst von einem Riesenaar dasselbe Schicksal zu erleiden hatte, Aufklärung darüber versprachst, so wolle die Gnade haben, mir ein näheres Licht zu geben." Sagte Ich: „Was deine gestrige Frage über das oft langwierige und schwere Kranksein vor dem Leibestode betrifft, wie auch den zumeist sehr frühen Tod der Kinder dazu gerechnet, so ist solches von Mir aus nur eine Zulassung zur Besserung der Menschen, aber darum keine, aus Meiner Willens-Allmacht hervorgehende Bestimmung! Siehe, die Urmenschen, die in der gleichen ihnen durch Meinen Geist gezeigten Ordnung und Einfachheit geblieben sind, wußten von keiner dem Leibestode voran-gehenden Krankheit etwas. Sie erreichten zumeist ein sehr hohes Alter, wurden nie krank, und schliefen am Ende ganz ruhig ein, und ihre Seele empfand dabei keine Schmerzen und keine Todesangst. Ihre Nahrung war aber auch immer eine gleiche, und nicht heute so und morgen anders. Zumeist lebten sie von Milch, Brot, guten und reifen Baumfrüchten; und ein solches Gericht war durch ihr ganzes Leben hindurch ihre Leibesnahrung. Zur Stillung des Durstes diente das frische Quellwasser. Aus diesem Grunde waren ihre Leibesnerven stets von denselben guten und un-schädlichen Seelensubstanzen genährt, und es konnte sich keine böse, unreine Seelen-substanz in den Leib hineinschmuggeln. Daher blieben diese Menschen stets gleich kräftig und gesund, sowohl geistig als leiblich. Aber besehet jetzt in dieser Zeit und auch schon in den viel früheren Zeiten, die vielen tausend allerartigen Leckerbissen, mit denen die Menschen ihre Mägen und Bäuche füllen, und es wird dir gleich klar werden, welch eine Unzahl oft von allerlei ungegorenen, somit unreinen, bösen und schädlichen Substanzen bei solcher Gelegenheit den ganzen menschlichen Leib in Besitz nehmen, und ihn nach und nach stets mehr zu martern und zu quälen anfangen.*) --- *) Wenn der Herr mit Recht vor 1800 Jahren als Selbst Mensch schon damals ein so trauriges Bild der verkehrten physischen Lebensweise entwirft, was müßte Er heute darüber sagen?! Denn damals kannte man noch kein Bier, keine Kartoffeln, keinen Kaffee, keinen Schnaps, keinen Tabak und keine Impfung, auch keine Steinsohlen, mit welch siebenfach geflochtenem Strick der Teufel (Sinnlichkeit) nun die Menschheit knebelt und schlägt, N., die Schnürmieder (Corsette), Mietkasernen und Kellerwohnungen und die Giftmedizin auch nicht zu vergessen! D. Hsg. Denn solche verschiedenartige Substanzen geraten dann im Menschenleibe in einen beständigen Kampf, den er nur dadurch zu beschwichtigen vermag, daß er zu allerlei aus der Erfahrung bekannten Kräutern und Wurzeln seine Zuflucht nimmt, und mit ihrer Hilfe und der inneren Seelensubstanz die Revolution stillet. Aber solch eine Gesundheit ist nie von Dauer, besonders bei dem schon alten Menschen; er müßte denn nur auf längere Zeit zur ganz einfachen Leibesnahrung seine Zuflucht nehmen, was aber gewöhnlich nicht geschieht; denn die meisten Menschen, so sie dem Leibe nach wieder durch eine glücklich gewählte Medizin nur erträglich gesünder werden, bekommen bald wieder Lust zu ihren alten Leckereien, werden darauf kränker als sie ehedem waren, fangen an zu siechen, und nehmen gewöhnlich ein sehr schmerzliches Ende. Siehe, darum hat auch Moses den aus der harten Knechtschaft erlösten Israeliten den Speisezettel vorgeschrieben; diejenigen, die strenge nach demselben lebten, blieben gesund bis in ihr hohes Alter; aber gar Viele sehnten sich nur zu bald nach ihren ägyptischen Fleischtöpfen (der Afterkultur), und die Folge war, daß sie darauf bald krank, schwach und mühselig wurden, und mußten unter allerlei Leibeskrankheiten ihr diesirdisches Leben beschließen. Noch ein größeres Betrübnis in dieser Hinsicht stellt sich bei den Kindern heraus. Erstens haben schon die Eltern früher nach links und rechts hin gesündigt und ihren Leib dadurch mit einer großen Anzahl von bösen und schädlichen Seelensubstanzen angefüllt, und das Kind war somit von einem sündigen Vater in den Leib einer noch sündigeren Mutter hineingezeugt; frage: wie soll aus solch einem Leibe ein gesundes Kind hervorgehen? Und zweitens ist die Mutter in ihrer Schwangerschaft am meisten lüstern nach allerlei Leckereien, und ihre Angehörigen wissen ihr keinen bessern Dienst zu erweisen, als nach Möglichkeit dem Verlangen des schwangern Weibes nachzukommen. Bei dieser Gelegenheit bekommt das Kind den zweiten Stoß in seiner Gesundheit.*) --- *) hier möchten wir dringend auf das Studium der „Erde" verweisen (Nr. 5 uns. Schriften), in welcher viele und detaillierte Diät- und Erziehungs-Winke gegeben sind, besonders für Schwangere, Säuglinge und Kinder ec. D. Hsg. Es ist nicht genug, daß es schon völlig krank aus dem Mutterleibe kam, sondern es muß darauf gleich mit einer noch schlechtern Muttermilch genährt werden; in dem besteht dann der zweite noch gewaltigere Stoß in die Grundfeste der Gesundheit eines Kindes. Ist ein Kind aus diesen zwei Gesundheits-Stößen noch so glücklich als möglich mit allerlei Arzneimitteln, sozusagen „mit heiler Haut" davongekommen, dann kommt noch ein dritter Gesundheitsstoß: Das Kind wird natürlich größer, neckischer und für seine Umgebung liebenswürdiger; da wird es bald über die Maßen verzärtelt und mit allerlei Naschereien versehen, denn solche dumme Eltern können ihrem Zärtling nichts versagen. Was aber ist die Folge davon? Daß das Kind sich schon frühzeitig dadurch den Magen und die nötigen Verdauungs-Werkzeuge derart verdirbt und schwächt, daß es dann bald in allerlei Leibeskrankheiten verfällt und auch bald stirbt. (In solchem Fall ein Glück.) Manche Kinder sterben schon im Mutterleibe; eine bei weitem größere Anzahl bald nach der Geburt in zwei bis drei Jahren; die meisten aber von vier bis zwölf, die aber noch dann in ein reiferes Alter gelangen, müssen erstens gescheite und vernünftige Eltern haben, und ein keusches und Diät es Leben führen, sich nicht zürnen und ärgern, so können sie zu einer noch ganz guten und erträglichen Gesundheit gelangen und auch 6O—70—80 Jahre und darüber alt werden (wie Cornero); aber dann ist ihr Alter selbst schon so gut wie eine Krankheit, die immerwährend eine Folge noch vom Mutterleibe und zumeist aber auch von den Jugendsünden herrührt. Aus dieser kurzen Darstellung ersiehst du, daß Ich durchaus nicht und nie der Urheber der menschlichen Leibeskrankheiten war, sondern die Menschen selbst, und zwar von dem Zeitpunkt an, als sie leichtsinnig und mutwillig genug Meine ihnen allezeit gegebenen Gebote und Regeln stets mehr und mehr zu verlassen anfingen, und ihrem Verstande und ihrem Willen folgten, die durch die bösen Geister (ungegorene Naturgeister), die sich in der Luft, der Erde und im Wasser aufhalten, stets mehr und mehr verfinstert und verwirrt wurden. Die Alten wussten recht gut, daß die Nacht im Freien nicht der Menschen Freund ist, aber dennoch führten dann die Nachkommen ihre großen Spekulationen in der Nacht aus; jede solcher Spekulationen ist aber gleich einer Dieberei und Mörderei, die, dir wohlbekannt, zumeist in der Nacht ausgeübt wird.*) --- *) wie sehr wahr bezeichnet hier der Herr den Grundschaden, den Hauptkrebs der irrenden Menschheit! ja wohl, die „Spekulation", d.h. die Sucht und das Jagen nach Besitz und Genuss (von Geld und Ehre und allerlei Sinnlichkeit), die sind es, die hauptsächlich auch das Leben verkürzen, und sind somit rechte Diebe und Mörder am Leben und Menschenglück, die stets in der Nacht der Selbstsucht, welches ist die verkehrte oder Eigen-Liebe, als Mutter der Herrschsucht und des Hochmutes ausgeübt werden; o Sonne, komm und scheuche die Nacht! D. Hsg. Die Erde ist groß genug, um noch tausendmal soviele Menschen zu ernähren, als nun (vor 1800 Jahren) Menschen auf der Erde leben; aber die Habsucht, der Geiz und die Spekulationssucht hat die Länder abgegrenzt und abgemarkt, und die am meisten Reichen, Geizigen und Mächtigen haben oft die größten und besten Ländereien zu ihrem Eigentume gemacht, und Jeden verfolgt, der sich dawidersetzen wollte, und so kam es, daß mancher Mensch um hunderttausendmale mehr besitzt, als er zum Unterhalte seiner selbst und seines Hauses nötig hätte. Dafür mußten dann wieder viele Hunderttausende sich an die Meereslüften hinaus begeben und sich ihre schlechte und ungesunde Nahrung aus dem Meere verschaffen. Dadurch ward die Schifffahrt erfunden, und die Menschen umschifften nach weit und breit die Ufer des Meeres und jagten keck den Schätzen und Reichtümern nach, welche das Meer in sich barg; und so leben heutzutage ganze große Völker am und aus dem Meere, was alles bei den ersten Menschen der Erde nicht der Fall war. Wenn aber also, wie die Erfahrung lehrt, wie kann ein nur einigermaßen vernünftiger und verständiger Mensch noch von ferne hin denken, daß die in dieser Zeit (und erst jetzt nach 2000 Jahre in unserer heillosen!) über alle Maßen aus der früheren Ordnung getretenen Völker ebenso gesund sein und bleiben sollen, als diejenigen ersten Menschen der Erde, die schon aus dem Mutterleibe an niemals aus dieser Ordnung traten! Das gegenwärtige Kranksein der Menschheit vor dem Leibestode ist demnach nichts anderes als: die Folge der nahezu gänzlichen Verlassung der alten Ordnung, ist aber zugleich ein Hüter der in manchen Menschen noch gesunden Seele, auf daß diese sich dann nach und nach aus ihrem schlechten Fleische zurückzieht, sich dadurch den Fesseln der bösen Seelensubstanzen ihres Leibes entwindet, und wenn diese ihr zu arg zu wirtschaften anfangen, sich mit Hilfe ihres besseren jenseitigen Geistes noch rechtzeitig aus ihrem Leibe für immer entfernt, und darauf ewig nimmer nur den allerleisesten Wunsch hat, sich je wieder in einen Leib zu begeben; außer sie ist schon als völlig böse aus dem Leibe getreten und sucht dann, um sich am Fleische recht bitter rächen zu können, in das Fleisch eines auf der Erde noch lebenden Menschen zu dringen, und dasselbe auf die grausamste und unbarmherzigste Weise zu quälen, was ihr schon häufig gesehen und erlebet habet an den von bösen Geistern besessenen Menschen. Und sieh, Mein Freund, mit diesem habe Ich dir deine gestrige Siechtums-Frage sicher zur Übergenüge klar beantwortet.
Warum das Hinsiechen, der qualvolle Tod und die Schmerzempfindlichkeit. (Aus Johannes) Der Schriftgelehrte fragt weiter und sagt: „Der Mensch könnte ja in, einem Augenblicke aufgelöst und der Bewohner einer andern Welt werden; wozu das oft schwere, lange Hinsiechen bis zum Tode, wozu die Schmerzen und wozu das Bittre des Todes, und darauf das im Grabe lange Verwesen und Vergehen des toten Leibes? Kurz und gut — mit der gewöhnlichen Todesart der Menschen bin ich durchaus nicht einverstanden, und kann sie nicht als etwas Billiges ansehen." Sagte Ich: „Da kann Ich Selbst dir nicht ganz Unrecht geben, denn auch Ich bin mit der gewöhnlichen Todesart der Menschen durchaus nicht einverstanden. Aber was kann da Ich dafür, so die Menschen sich selbst eine so bittere und unangenehme Todesart bereiten? Lebten die Menschen nur nach der ihnen schon von Uranbeginn hellst geoffen-barten Ordnung*), so gäbe es auch nicht Einen, der sich über das Bittere des Todes beklagen könnte. --- *) natürlich im Sinne des Herrn, wo der geistige Vegetarismus dir Hauptsache ist, und daraus hervorgehend erst der richtige natürliche folgt. D. Hsg. Die Altväter starben Alle eines leichten und ganz sanften Todes, denn ihre Seelen verließen, so der Engel sie rief, mit großer Freude den Leib, der von Kindesjahren bis ins hohe Alter keine Schmerzen zu bestehen hatte, sondern stets zumeist kräftig und gesund verblieb, und der endliche Leibestod war auch keine Folge von großen Leiden und Schmerzen, sondern er erfolgte nur auf den stets ersehnten Ruf eines Engels, nach welchem die Seele frei und ohne allen Zwang aus dem Leibe trat, und der Leib ohne allen Schmerz gewisserart einschlief. Als aber dann die Menschen anfingen, stets mehr nach ihrem Sinn (und ihren Sinnen) zu leben, und sich mehr und mehr der Unzucht, Hurerei und anderen schwelgerischen und die Sinne betäubenden Genüssen ergaben, so verdarben sie selbst ihre gesunde Natur, wurden schwach, elend, krank, und ihr Leibestod mußte dann selbstverständlich einen andern Charakter annehmen. Wenn du ein Messer nimmst, dich in’s Fleisch schneidest und dabei Schmerz empfindest, kannst du das bei gesunder Vernunft dem Schöpfer zur Schuld legen? und möchtest du da nicht etwa auch sagen: Ja warum hat denn der Schöpfer dem Menschen nicht einen unempfindlichen Leib gegeben? Ich aber sage dir: So dein Leib völlig unempfindlich wäre, wie möglich könnte er dann lebendig sein? Nur ein völlig toter Leib ist auch völlig empfindungslos. Ich setze aber den Fall, daß ein Mensch wenigstens nach Außen hin einen empfindlichen Leib hätte etwa also, wie da sind seine Haare, was wäre davon bei einem leichtsinnigen Menschen die nur zu baldige Folge? Selbstverstümmlungen aller Art und Gattung, so daß die Menschen am Ende gar keine menschliche Gestalt mehr hätten, und auch zu keiner Arbeit mehr fähig wären. Damit aber die Menschen wenigstens doch ihre Außengestalt nicht zu sehr verstümmeln können, so ist ihnen die Empfindlichkeit als ein guter Wächter gegeben worden. Zudem aber versteht es sich von selbst, daß ein Mensch, der keine Empfindung für Schmerzen hätte, auch keine Empfindung für die Wonne und Seligkeit haben könnte, denn da bedingt Eines das Andere, und kann Eines ohne das Andere nicht bestehen, ja nicht einmal gedacht werden. Ich weiß aber wohl, daß die Menschen in Folge ihrer großen, Blindheit nun und schon seit lange her namentlich beim Sterben sehr viel leiden,, und das erstens weil sie zum größten Teil gar keine sichere Kunde vom Fortleben der Seele nach des Leibestod haben, und gar Viele schon in dem Glauben der Sadduzäer stecken. (und erst jetzt); und zweitens — weil die Menschen durch ihre höchst unordentliche Lebensweise ihren Leib mit allerlei unreinen (Natur-) Geistern angefüllt haben, aus denen mit der Zeit unvermeidbar auch allerlei böse und schmerzvolle, und auch den frühen Tod zur Folge habende Krankheiten entstehen müssen, und so bin Ich auch aus dem Grunde auf diese Erde gekommen, daß Ich den Menschen jene Wege zu wandeln vorzeichne, auf denen er erstens wieder wahr und lebendig inne wird, daß und wie seine Seele, als sein eigenes Ich, nach dem Tode des Leibes fortlebt, und zweitens — daß er so lange, als er auf dieser Erde zu leben hat, gesund und kräftig bleibe bis in sein hohes Alter, und sein Scheiden kein schmerz- und qualvolles, sondern ein fröhliches und höchstbeseligendes werde, und so kann Ich euch als der Herr des Lebens die volle Versicherung geben, daß derjenige, der — wohlverstanden — Mein Brot essen und Meinen Wein trinken wird, den Tod nicht sehen, fühlen und schmecken wird! Mit anderen Worten gesagt:
Wer nach Meiner Lehre leben wird, der wird auch in deren allerbeseligendste Wirkungen versetzt werden. — Ich meine nun, daß du, Mein schriftgelehrter Freund, diese Sache anders verstehen wirst!"
(Aus Johannes.) Sagte Ich: „Wenn du also Leben wirst, daß deine Seele in deinem Geiste völlig wiedergeboren wird, so wird eben der Geist mit allen in deinem Fleische noch steckenden unreinen Geistern auch bald und leicht völlig fertig werden, und du wirst eines ganz seligen Todes sterben auch dem Leibe nach. Aber so da Jemand im Allgemeinen zwar wohl nach Meiner Lehre ganz ernstlich leben und handeln wird, aber so geheim bei sich doch auch noch in seine alten Gewohn-heiten verfällt, ja, da wird er diesseits auch nicht können die völlige Wiedergeburt der Seele im Geiste erlangen, und wird sich am Ende in aller Demut und Geduld schon müssen gefallen lassen, so er beim Scheiden mit noch manchem Leiden zu kämpfen haben wird. Denn da werden die Leiden des Menschen ein Feuer sein, durch das des Menschen Lebensgold von gar manchen Schlacken gereinigt wird; denn etwas geistig Unreines kann in den Himmel nicht eingehen, was so viel gesagt haben will als: der reine Geist aus Gott kann sich nicht eher einen mit der Seele, als bis diese alles der Materie und dem Gerichte Angehörige völlig aus sich für immer verbannt hat. Wer demnach eines seligen Leibestodes von dieser Welt scheiden will, der muß auch das wohl berücksichtigen. Auch sollet ihr im Esse n und Trinken mäßig sein, und nach keinen verkünstelten Leckereien gieren, so werdet ihr des Leibes Gesundheit lange erhalten, und der Tod in einem hohen Alter wird gleich sein dem süßen Einschlafen eines müde gewordenen Arbeiters im wahren Weinberge Gottes. Die Seele wird dabei selig und hellsehend der morsch gewordenen Leibeshülle entschweben, alsogleich von vielen Freunden in die unbeschreibbaren Freuden der Himmel eingeführt werden, und wird endlos froh und heiter sein, daß sie einmal von dieser Welt und ihrem Jammer erlöst worden ist.
Wer sonach vollkommen nach Meiner Lehre leben und handeln wird, der wird auch vollkommen mit deren seligen Wirkungen gesegnet werden; wer aber unvollkommen leben und handeln wird, der wird auch darnach den Segen ernten."
Warum der Leib langsam verwesen muß? (Aus Johannes.) Spricht der Herr: „Mein Freund, was da betrifft die langsame Verwesung der Leichname, so ist es schon einmal so in Meiner Ordnung begründet, daß der Leichnam aus gar verschiedenen und sicher sehr weisen Gründen nur langsam verweset und sich verwandelt. Wenn ein Mensch aber nach Meiner Ordnung gelebt hat, dessen toter Leib wird erstens ohnehin schneller verwandelt, und wird während dem Akte der Verwesung keine pestilenzialische Ausdünstung verbreiten. Nur wo in eines Menschen Leibe sich durch seine Sünden viel unreine Geister angesammelt haben, die sich dann während des Aktes der Verwesung lösen, da entwickelt sich der pestilenzialische Ekelgeruch, und kann auf die Gesundheit der anderen Menschen einen bösen Einfluß nehmen, wenn der Leichnam zu lange unbegraben irgend im Freien sich befände; doch ein paar Tage geben da auch noch keinen fühlbaren Ausschlag. Würde Ich aber einen Leichnam, der voll unreiner Geister ist, plötzlich auslösen lassen, so würden die dadurch in großer Masse freigewordenen unreinen Geister sich wohl auch gleich auf die Leiber der nächsten Menschen stürzen und sie sehr verderben und Manche sogar töten (hier liegt wohl ein wichtiger Wink, was für Segen vom Leichen-verbrennen zu erwarten steht! D. Hsg.) Beim langsamen Verwesen aber werden die unreinen Geister einmal zu einer Unzahl kleinerer und auch größerer Würmer; diese verzehren den Leichnam und endlich auch sich untereinander, verwesen dann selbst, steigen in schon lautereren Feuchtigkeiten auf die Oberfläche der Erde, wo sie wieder in allerlei Kräuter übergehen, und von diesen dann in ein reineres Gewürm und Insektentum. Und siehe, also will es Meine Weisheit und Meine Ordnung, und Ich habe dir nun ebensoviel gesagt, was darüber den Menschen zu wissen notwendig ist; ein weiteres aber wird dir schon dein Geist verkünden, wenn du es wirst zu wissen benötigen."
Ein Nota bene. Zur Behandlung des Fleisches. Empfangen durch J. Lorber am 13. Oktober 1840. So schreibe denn hier, du Mein sehr fauler, unnützer und sehr schlechter und überaus dummer Knecht; da du nur mit Einem Auge auf Mich siehst, und mit Einem Ohre anhörst Meine Stimme, und hast das andere Auge und Ohr noch hängen an der Welt; kehre Alles zu Mir, damit du beim Lichte Meines ewigen Tages erkennen möchtest den unendlichen Wert dessen, das Ich dir Nichtswürdigem gebe in solcher Fülle, daß selbst die Engel des Himmels nicht begreifen und fassen können solche Fülle Meiner Gnade, und sich vor zu großer Ehrfurcht nicht in die Nähe getrauen, da ein solch heiliges Licht (im neuen Worte) entströmt Meiner Liebe zu euch schnöden Sündern. Daher bedenke, was du empfängst und von Wem du es empfängst! und saufe in Zukunft nicht wie ein Ochs den Becher der Unzucht und aller Hurerei*) --- *) im Lichte des Lichts wird ein sonst unscheinbarer Punkt zum hässlichen schwarzen Flecken. (Matth. 5, 28.) D. Hsg.;denn im Weine liegt der Geist des Fleisches und somit aller Hurerei, denn so du das noch ferner tun wirst, so werde Ich dich in alle Hurerei verfallen lassen und Alle, die so tun wie du; und dann möchtest du wieder lange Zeit haben, bist du den Weg zu Meiner Gnade finden würdest. — Und nun schreibe an den N. N. und sage ihm, daß Ich ihm sagen lasse: „jeder Bauch- und Magen-Genuss, so er unnötigerweise geschieht, taugt nicht zu Meinem Reiche; denn der unnötige Saft macht schwarz das Fleisch der Brust, und finster Meine zukünftig sein sollende Wohnung, da der Geist nicht erweckt werden kann in der dreifachen Nacht, d.i.: in der Nacht der Liebe, in der Nacht des Willens, und dadurch in der Nacht der Sünde. Ich gebe euch kein Gesetz, damit ihr nicht wieder Sklaven der Sünde werden möchtet, sondern daß ihr frei würdet in Meiner Liebe, gebe Ich euch zu erkennen die Wege Meiner Liebe. Daher lasset ruhen euer Fleisch im Tode, und wecket es nicht durch neue Reizmittel, damit da lebend werde euer Geist in Meiner Liebe durch eine sichere Hoffnung, als der Wurzel eines wahren lebendigen Glaubens, der da ist ein wahres Licht, entströmend Meiner großen Gnadensonne, deren Mitte die allerwärmende Ruhestätte Meiner ewigen Liebe ist. Schauet euch um, und ihr werdet alsobald diese Meine Sonne schon hoch am Morgen stehend erblicken und werdet auch schon tüchtig empfinden ihre sanfte Wärme. Aber euer Fleisch sollet ihr nicht wieder erwecken wollen zur Sünde, sonst würde und möchte Ich Meine Sonne für euch stellen zum Untergange; euer Boden würde zur heißen Sandwüste, und statt des wahren Brotes der Himmel und Meines lebendigen Wassers würdet ihr euch sättigen an der fata morgana *) der Welt, da Alles gleich ist der fata morgane. --- *) trügerisch täuschende Luftspiegelungen. D. Hsg. Wohlgemerkt, Mein lieber N. N., siehe, Ich habe dich lieb und helfe dir über Hals und Kopf, daher lasse das Fleisch ruhen im Tode, damit Ich deine Liebe erwecken kann, und du bald schmecken möchtest das ewige Leben in dir aus Mir. Halte auch deine Kinder hübsch im Zaume und lasse sie nicht springen in die Welt, und verrammle wohl die Fenster deines Hauses, damit durch dieselben nicht verwirrt werden ihre Sinne. Der Welt stehen zwar wohl alle Pforten der Welt offen, und alle Fensterläden ihrer Häuser; allein nicht also soll es bei denen sein, die Ich zu Meinen Kindern aufnehmen möchte. Sehe hier zuerst den Buchstaben, damit der Geist in selbem lebendig und wirkend werde in Meiner Liebe. Amen. Das sage Ich, euer Aller Vater, dir. Amen. Amen. Amen.
Winke des Herrn in Betreff der geschlechtlichen Lebens-Ordnung.*) I. (Aus der „Haushaltung Gottes", 2. Teil, Kap. 529.) *) vergleiche auch Johs. Bd. 2, Seite 280—290. (2. Aufl. Bd. 3, Kp. 65—72.). König Lamech (als Oderpriester oder Führer des Volks) fragt den Herrn, der mit Henoch neben Lamech zu Tische saß, wie er sich mit seinem Volke zu verhalten habe betreffs der Vielweiberei, indem doch der Mann nahe tagtäglich zeugungsfähig sei, aber andererseits doch der Anzahl der Individuen nach fast gleichviel männliche wie weibliche leben, also was da zu tun wäre, indem doch das Weib nur Einmal im Jahre empfangen und eine Frucht ausreifen könne? 9. Der Herr aber erwiderte darauf dem (König) Lamech: „Siehe, daß ist eine recht gute und wahrhaft weise (nützliche) Frage, und eine vollkommene Antwort darauf darf dem wahren Führer eines Volkes durchaus nicht fehlen, und so höre: 10. „Siehe, wäre die Vielweiberei in Meiner Ordnung, so hätte Ich sicher im Anfange schon, da Ich den Adam als den ersten Menschen der Erde geschaffen hatte, welcher nun auf der Höhe noch zur Stunde lebt und noch etliche Jahre fortleben wird, für diesen ersten Menschen dreihundert und etliche sechzig Weiber erschaffen, auf daß er sein tägliches Zeugungsvermögen hätte in natürliche Anwendung bringen können. 11. Aber siehe, Ich erschuf ihm nur Ein Weib, und in dieser Anzahl gebe Ich noch bis zur Stunde für ein männlich Wesen nur Ein weibliches; und daraus kannst du sobald gar leicht den guten Schluß ziehen, daß dem Manne von Mir aus nur Ein Weib bestimmt ist, trotz seiner reichhaltigeren Zeugungsfähigkeit. 12. Was aber letztere betrifft, so ist sie gegeben nicht der Vielzeugerei, sondern nur der kräftigen Zeugung wegen; und so kann ein Mann mit Einem Weibe zwar wenigere, aber dafür desto kräftigere Kinder zeugen, während bei der Vielzeugerei nur die größten und unreifsten Schwächlinge zum Vorscheine kommen können. 13. Denn jeder Same wird eine schlechte oder gar keine Frucht erwecken, so er nicht zur vollen Reife gelanget ist. 14. Also ist es auch bei dem Menschen umsomehr der Fall, wo es sich doch um die Erweckung der alleredelsten Frucht handelt. 15. Also bleibe es bei Einem Weibe, und dieses tut genug daran, wenn es alle drei Jahre nur Eine Frucht ausreifet. Verstehest du solches?" II. (Aus der „Haushaltung Gottes", 2. Teil. Kp. 530.) König Lamech nun erkennend die tiefen Gründe der Verwerflichkeit der Vielweiberei, und die Gerechtigkeit der göttlichen Ordnung, wonach ein Mann nur Ein Weib haben solle, meint aber dennoch einen neuen gefährlichen Grund f ü r die Vielweiberei ec. nicht in sich im Reinen zu haben; nämlich — meinte er —: „der Mann hat ein Gefühl, demzufolge er nicht nur ein, sondern viele Weiber ergreift (Matth. 5, 28); und dieses Gefühl ist ein wahrer Nimmersatt, denn so da schon Jemand hätte zwei, drei und noch mehrere der schönsten Weiber, käme aber dann an einen Ort, da es noch hundert wieder anders geformte schöne Weiber gibt, siehe, da drängt es ihn denn sobald gewaltigst, daß er sich in den Besitz auch dieser Hundert setzen möchte. Da aber andererseits nicht der Mensch sein Schöpfer, sondern nur Du es bist, warum denn solch ein Trieb in ihm, der Deiner Ordnung zufolge nicht realisiert werden darf?" 10. Und der Herr erwiderte darauf: „Siehe, da verhält es sich mit dem Gefühls-reichtume gerade also, wie es sich verhält mit der reichen Ausstattung der Zeugungs-fähigkeit. 11. Das Gefühl, welches sich allein als mächtiger Zug oder Trieb im Herzen ausspricht, ist ebenfalls eine reiche Zeugungsfähigkeit, im Geiste aber nur. 12. Wenn aber der Mann ein Geiler ist, und verstreut seinen Samen auf Gassen und Straßen, sage Mir, wird solch ein grundgeschwächter Mann wohl je mit seinem aus- und durchgewässerten Zeugungsvermögen selbst mit einem wohl fruchtbaren Weibe mehr eine Frucht von gerechtem Maße zu zeugen im Stande sein? 13. Siehe, das wird er nicht, denn aus den Trebern preßt man keinen Most, keinen geistigen Saft mehr. 14. Also aber stehet es auch mit dem Gefühls-Reichtume: der Mann sammle nur sein Gefühl im Herzen, und kehre es dann zu Mir ; und wenn es so die gerechte Kraftreife wird erlangt haben, dann wird er in Mir, dem Urgrunde aller Dinge, und somit auch aller noch so schönen Weiber, den allergenügendsten und allerbefriedigendsten Ersatz finden, und wird dann mit diesem kraftvollsten Gefühle ein Weib in aller gerechter Kraft lieben können, und es wird ihn das Weib seines Nachbars auch nimmer anfechten. 15. Solches also aber wisse, daß auf dieser Welt Alles im Menschen nur eine auszubildende Anlage ist, für einen endlos erhabeneren ewigen Zweck, daher solle er von den in sich wahrgenommenen Kräften nicht eher einen törichten Gebrauch machen, als bis sie zur Vollreife gelangt sind. (1. Mose 2, 17.) 16. Wie aber die Früchte der Erde nur im Lichte der Sonne reifen, also reifen auch die geistigen Kräfte des Menschen in Meinem Lichte nur. 17. Daher solle jeder Mensch seine Kräfte auf Mich hinwenden, so wird er ein vollkommen reifer, mächtiger Mensch werden in Meiner Ordnung. Wer aber das nicht tut, der ist selbst schuld an seinem (geistigen und leiblichen) Tode. Verstehest du das?"
(Aus der „Jugendgeschichte" oder „Evangel. Jakobi" [Nr. 9 uns. Schriften] Kap. 102.) 11. Das Kindlein (Jesus) aber richtete Sich sogleich auf und sprach (d.h. Sein Geist): Ich bin nicht ein Herr dessen, was der Welt ist; daher seid ihr von Mir aus in allem Weltlichen frei. 12. Habt ihr aber wahre Liebe in eueren Herzen zu einander gefaßt, da sollet ihr dieselbe nicht brechen. 13. Denn es gilt bei Mir kein anderes Gesetz für die Ehe, als welches da mit glühender Schrift geschrieben steht in eueren Herzen. 14. Habt ihr euch aber schon beim ersten Anblicke laut dieses lebendigen Gesetzes (als füreinander bestimmt) erkannt und verbunden, da sollet ihr euch nicht mehr trennen, so ihr nicht sündigen wollet vor Mir. 15. Ich halte aber kein weltliches Eheband für gütig, sondern allein das des Herzens. 16. Wer dieses bricht, der ist ein wahrhaftiger „Ehebrecher" vor Mir! 17. Du, Mein Cirenius, hast zu dieser Tochter (Tullia) dein Herz gar mächtig gefaßt; daher sollst du es nicht mehr abwenden von ihr. 18. Und du, Tochter, aber warst beim ersten Anblicke brennend schon in deinem Herzen zum Cirenius, darum bist du schon sein Weib vor Mir, und brauchst nicht erst eines zu werden. 19. Denn bei Mir gilt nicht äußerer Rat oder Widerrat, sondern allein der Rat eurer Herzen ist bei Mir gütig. 20. Bleibet sonach diesem für ewig getreu, wollt ihr nicht zu wahrhaftigen Ehebrechern werden vor Mir. 21. Verflucht aber sei ein Widerräter aus weltlichen Gründen in der Sache der Liebe, die aus Mir ist. 22. Was ist denn mehr: die lebendige Liebe, die aus Mir ist, oder der weltliche Grund, der aus der Hölle ist? 23? Wehe aber auch der Liebe, deren Grund die Welt ist, sie sei verflucht! Ferner Kap. 103: (Nr. 9.) 4. „Soll Ich denn etwa den lebendigen Ehebruch gut heißen, während doch ihr Menschen auf den toten Todesstrafe gesetzt habet? 5. Welch ein Verlangen wäre wohl das? — Ist denn das, was im Leben vorgeht, nicht mehr, als was im Tode gerichtet ist? 6. Ich meine, ihr sollet euch wohl freuen, aber nicht trauern, darum es also ist. 7. Wer da liebt, liebt der im Herzen oder im Kopfe. 8. Ihr aber habt euere Ehegesetze nicht dem Herzen, sondern nur dem Kopfe entlockt; 9. das Leben aber ist nur im Herzen, und gehet von selbem in alle Teile des Menschen aus, und somit auch in den Kopf, welcher in sich kein Leben hat, sondern tot ist; 10. so ihr aber schon die Gesetze des Kopfes mit dem Tode sanktionieret, die samt dem Kopfe tot sind, um wie viel billiger ist es dann, die lebendigen ewigen Gesetze des Herzens zu respektieren? 11. Daher aber freuet euch, daß Ich als der Lebendige unter euch die Gesetze des Lebens festhalte; denn täte Ich solches nicht, so wäre über euch Alle schon der ewige Tod gekommen. 12. Darum aber kam Ich in die Welt. auf daß durch Mich alle die Werke und Gesetzt des Todes vernichtet werden, und an ihre Stelle treten müssen die alten Gesetze des Lebens. (Überwindung des Antichrist. Nr. 21.) 13. So Ich euch aber im Voraus zeige, was da sind die Gesetze des Lebens und was die des Todes, was Leids wohl tue Ich euch dadurch, daß ihr darob trauert und euch vor Mir fürchtet, als hätte Ich euch anstatt des Lebens den Tob gebracht. 14. O ihr Törichten! In Mir ist das alte ewige Leben zu euch gekommen; daher freuet euch und seid nimmerdar traurig. 15. Und du, Mein Cirenius, nimm hin das Weib, das Ich dir gebe, und du, Tullia, nimm den Mann, den Ich dir zugeführt habe vollernstlich, nun sollet ihr euch nimmer verlassen; 16? Wenn euch aber des Leibes Tod getrennt wird haben, dann soll der über Leben d e Teil frei sein dem Äußeren nach, aber die Liebe soll währen ewiglich. Amen."
Das Grundwesen von Mann und Weib. (Aus Nr. 1. Haushaltung Gottes Bd. 2., Kap. 495. 496.) Und der Herr sprach: „Muthael! Ich sage dir, rede, denn Ich sehe, daß du eine gute Frage in deinem Herzen birgst." Der Muthael dankte dem Herrn allerinbrünstigst für diese allergnädigste Erlaubnis, und kam dann mit folgender denkwürdigen Frage zum Vorschein, welche da also lautete: „O Herr Gott, Du liebevollster heiligster Vater! siehe, mir war es bis jetzt noch nicht gegeben, mich zu nahen einem weiblichen Geschöpfe; denn sah ich ihr mir weich und reizend vorkommendes Fleisch an, da kamen mir die meisten Weiber sehr sanft, zartfühlend und somit auch überaus anlockend vor, und ich bekam dann auch allezeit eine große Sehnsucht nach einem Weibe. Aber wenn ich mich dann auch von solch einem innern Drange genötigt einer oder der andern Maid näherte, um mit ihr aus der Tiefe meines Herzens die sanftesten (geistigen) Liebesworte zu tauschen, da entsetzte ich mich aber bis jetzt noch allezeit, da ich nirgends fand, was ich zu finden wähnte! Ich dachte mir oftmals dabei: Aber wie ist doch solch ein Widerspruch in diesen zarten Wesen denkbar? — äußerlich furchet und wellet ein leiser Abendhauch schon über ihr zartestes Fleisch, und ihr Inneres ist unempfänglich für einen Geistessturm sogar, und männliche Orkane von Weisheit können nicht rühren ihr Herz, wohl aber männliche Weiberschwächen, als da sind: die Fleisch Liebe, läppisches Weib er lob, vielverheißende männlich-sinnliche Befriedigung, und dann eine förmliche Anbetung ihres Fleisches, und dergleichen mehr. Siehe, bei solchen Erscheinungen habe ich denn auch einen förmlichen Widerwillen gegen alles Weibervolk bekommen, und es ekelt mich vor ihnen allzeit so sehr, daß ich mich darum keiner mehr nahen kann. O Herr, Gott und Vater! ist das aber auch recht von mir, habe ich dadurch nicht gesündigt vor Dir? Und was ist der Grund solcher Erscheinung in Mir? Was ist denn das Weib, dies von außen lebendige, aber von innen tote Wesen?" Hier wandte sich der Herr zu ihm und sprach: „Höre Mein geliebter Sohn Muthael! — Deine Erscheinung ist gewichtiger, als du glaubst. Der erste Grund solcher Erscheinung liegt darinnen, daß du von Oben her bist, das Weib aber ist von Unten her ; du bist erfüllt mit dem, was des Lebendigen Liebegeistes aus Mir ist, das Weib aber erfüllet mit dem, was da ist des Geistes der Welt. Darum auch bist du weich und zart von Innen, während das Weibes nur von Außen ist ; du bist ein Grund-geschöpf aus Meiner Tiefe, das Weib aber nur ein Nachgeschöpf, eine Zusammenfassung Meiner Ausstrahlung; Du bist gemacht aus dem Kern der Sonne, das Weib nur aus den flüchtigen Strahlen der Sonne; in dir ist volle Wahrheit, im Weibe nur der Wahrheit Schein: du bist ein Sein aus Mir, das Weib ein Schein nur aus Mir. — Siehe, das sind die Haupt-gründe deiner Erscheinung! „Die Frage aber, ob du dich dadurch vor Mir versündiget hast, ist eitel; denn nur dann kannst du dich vor Mir versündigen, wenn du von Mir ein Gebot hast, etwas zu tun oder nicht zu tun; ohne ein solches ist keine Sünde denkbar, da du ohne Gebote in Meiner Richtung handelst! Nun aber sage Ich dir, daß Ich auch das weibliche Geschlecht zu Meinen Kindern angenommen habe, und es hat in der Purista (jetzt Maria ein Vorbild), also ein Gebot von Mir, wie es sein solle; wenn aber das Weib ist dieser gleich, dann trägt sie auch Mein Bild in sich ; und so du dich einer Solchen nahen wirst in der Erhabenheit deines Herzens, da wirst du auf keinen Stein mehr stoßen. Da du aber des reinsten Herzens aus dem Morgen bist, so will Ich dir in der Kürze auch das reinste Weib geben, das dir sicher in Allem entsprechen wird; bis dahin aber verbleibe nur, wie du gewesen bist. Amen!" Hier ward dem Muthael helle vor den Augen, und er sah in die Tiefe, und lobete und pries den Herrn in seinem reinen Herzen. Es hat aber diese Antwort des Herrn an den Muthael Alle ganz gewaltig stutzen gemacht; sie wussten sich darüber nicht zu raten noch zu helfen, und waren demnach außerordentlich bedrängt in ihren Herzen, indem alle die Väter damals zu ihrer großen Herzensehre ihre Weiber überaus lieb hatten, und hielten sie für die größten Geschenke aus den Himmeln, und gar Viele hielten die guten und braven Weiber auch für höher, und Mir um’s Bedeutende näher gestellt, als sich selbst, und das zwar aus dem sehr leichtbegreiflichen Grunde, weil damals die Jungfrauen, wie die Weiber im Allgemeinen gar züchtig, sanft, duldsam, ergeben, gehorsam, friedlich, häuslich, dabei aber auch urständlich von bedeutend größerer weiblicher Anmut und Schönheit waren, denn in dieser jetzigen, gänzlich — geistig wie leiblich — verdorbenen Zeit! — Daher also befremdete diese Antwort gar so sehr alle die Väter überaus tief, und sie wandten sich daher Alle zu Mir und sprachen in ihren Herzen: „O Herr, Du allerliebevollster Vater! gebe uns Allen zu unserer Beruhigung über deine erhabenste Antwort an den Muthael ein größeres Licht, denn in dem Lichte über unsere sittlichsten, besten Weiber können wir nicht glücklich, sondern nur unglücklich sein, da sie nach Dir doch unser allergrößtes Gut sind, und wir Dir für dieses ewig nie genug werden danken können. Wenn der etwas schroff-weise Muthael sie bisher noch nicht hatte schätzen gelernt, so erleidet dabei die alte herrlich gute Ordnung, aus Dir, o Vater, in unser Herz geleget, doch sicher noch keinen Stoß; im Gegenteile stellet sich dadurch eben der echt weibliche Sinn in den Weibern in unserem Gesichtskreise ja nur um desto vorteilhafter und lobenswürdiger hervor, indem eben durch solch ein festes Halten der Weiber an ihrer Tugend der Mann zuvor gedemütigt werden muß, bevor er einer solchen Gnadengabe von Dir aus, o lieber Vater, würdig sein solle. Wenn der Mann im Weibe eine Härte findet, so ist das sicher nur die seinige; — hat er diese gesänftet, so wird er sicher nur das herrlichste Gegenteil im Weibe finden. O lieber Vater! lasse daher unsere lieben Weiber samt uns von Oben sein, und nicht von Unten!" Und der Herr öffnete Seinen Mund und sprach zu den Vätern: „Ihr redet, wie völlig Blinde noch in Meiner Ordnung. So ihr nicht wisset, was im Geiste Oben und was Unten besaget, warum fraget ihr denn nicht darnach? — sondern verlanget dafür von Mir da ein Licht nur, da ihr keines bedürfet — und daß Ich eueres törichten Wunsches halber Meine ganze ewige Ordnung verkehren solle! — Saget Mir, verliert denn dadurch vor Mir das Weib etwas, so Ich von ihr aussage — gegenüber dem Manne — daß sie von unten sei, und also gegen den Mann den notwendigen Gegenpol ausmachet, ohne den weder der Mann für sich, noch das Weib für sich bestehen könnte? Was werdet ihr denn aber sagen? so Ich nun zu euch sage: Ihr seid Mir gegenüber Alle von unten her, und nur Ich allein bin von Oben! — Höre Ich aber darum nun etwa auf, euer Schöpfer und alleiniger ewig heiliger Vater zu sein, oder habe Ich nicht dich Adam aus der Erde Lehm, wie dein Weib, die Eva, aus deiner Rippe erschaffen? Da ihr aber alle wisset, daß „der Lehm" Meine Liebe, und „die Rippe" Meine Gnade und Erbarmung bezeichnen, da Meine Gnade und Erbarmung ebenso euer Leben einschließet, wie da einschließt und verwahret des Leibes Leben dessen festes Gerippe, so müsset ihr euch ja doch selbst als überblind erkennen, wenn ihr da einen untröstlichen Unterschied findet, da ihr einen nur übertröstlichen finden sollet. Saget Mir, was wohl lobenswerter ist — die leuchtende Sonne selbst, oder ihr ausgehendes Licht? Was haltet ihr für höher da? Ihr saget in euch: o Herr! da ist ja das eine so notwendig und gut, wie das andere! — Gut! sage Ich: so aber die Sonne an und für sich keinen höheren Werth hat denn ihr ausgehendes Licht, indem doch die Sonne ohne, das ausgehende Licht so gut wie gar keine Sonne wäre und auch gar keinen Werth hätte, so wird ja das dem Weibe doch sicher auch nichts schaden, und ihren Werth nicht im Geringsten beeinträchtigen, wenn sie dem Manne gegenüber notwendig unten stehet. Ich aber sage: „wenn das Weib ist, wie sie sein soll, so hat sie vor Mir den Werth des gerechten Mannes, und ist eben so gut ein liebes Kindlein von Mir als der Mann; verirrt sich aber das Weib, so werde Ich es so gut suchen wie den Mann. Ein arges Weib aber ist eben so gut arg, als wie arg da ist der Mann; denn der Strahl aus der Sonne ist wie die Sonne selbst. Es wird aber eine Zeit kommen, da Ich den Strahl sammeln werde im Weibe, um die erloschene Sonne im Manne zu erleuchten!" — Verstehet solches, und lasset einmal ab von euerer alten Torheit; liebet eure Weiber gerecht, aber machet aus ihnen nicht mehr oder weniger als sie von Mir aus sind, so ihr sie euch gleich haltet; darüber wie darunter solle eine Sünde sein! „So aber Jemand von euch in der Not (der Brunst und Verliebtheit u.f.w.) ist, der wende sich zu Mir, und Ich werde ihm helfen." — (Aus einem späteren Kapitel.)
(Aus der „Jugendgeschichte", Kap. 159.) 17. Und die Eudokia (eine Griechin) ging in ihr Gemach und legte sich auf ihr Lager, aber ferne blieb ihr der Schlaf; 18. Denn zu erregt war ihr feurig Gemüt ob dem Verschwinden der Jünglinge (es waren 3 Engel, die sie als Heidin im Hause Josephs nicht als das erkannte); 19. Denn sie hatte sich in den Gabriel verliebt, und wußte sich nun nicht zu raten noch zu helfen, da der Gegenstand ihres Herzens so plötzlich vor ihren Augen verschwunden war. 20. Als nun Alles ruhte und schlief, da erhob sich die Eudokia, öffnete ein Fenster und blickte in die Nacht hinaus. 21. Da stand plötzlich der Gabriel vor ihr und sprach: „Du mußt dein Herz zur Ruhe bringen! 22. Denn siehe, ich bin nicht ein Mensch gleich dir, sondern bin nur ein Geist und zwar ein Bote Gottes; 23. Das Kindlein Jesus) aber bete an; denn dieses ist der Herr ; Der kann und wird alsdann beruhigen dein Herz." — Darauf verschwand die Erscheinung wieder, und die Eudokia bekam in der Folge Ruhe. --- NB. In den derzeitigen Verhältnissen, wo die Menschen so viele Unterschiede, Klassen und Stände eingerichtet, existieren gar vielerlei „Unmöglichleiten" einer Verbindung, so daß der obige Wink vielfach praktisch sein dürfte, auch ohne daß Engel dabei beteiligt sind. (Man vergleiche auch in Nr. 39. S. 196.) Siehe auch in Nr. 1. Haushaltung Gottes, Kp. 2, 2; desgl. Kp. l58, 9—15, 36.
Noch etwas zum Verhältnis zwischen Mann und Weib. (Nr. 1.) Kap. 219. 220, 15: Es ist wahr, Ich gab das Weib dem Manne zu seiner Demütigung; da Ich schon von Ewigkeit her wußte, wie es mit dem vereinzelten Herzen des Mannes stand. 16. In dieser Hinsicht könnte zur Hälfte das Weib als eine kleine Strafe an das hochmütige Herz des Mannes gerichtet angesehen werden; wenn aber Jemand dabei nur ein wenig weiter denkt, so muß er doch sobald gewahr werden, daß eben dieses scheinbare Strafmittel ein gar großes Segensmittel, ja eines der allerwichtigsten Mittel zur Erreichung des wahren, vollkommenen, allerseligsten, ewigen Lebens in Mir ist u.s.w. — 22. Wer nähret das ohnmächtige Kind aus eigener Brust? wer gab dir denn die erste Kost, und trug dich auf zarten, weichgepolsterten Armen und Händen vom Tode herüber ins erste Leben? — Siehe, deine Mutter, du Thor! — 23. Da du aber als Jüngling dann in der gefühlten, werdenden männlichen Kraft dich stolz erheben wolltest, als wärest du berufen, Sonne, Mond und Sterne mit großer Verachtung zu zermalmen, und also dich zu zerstreuen in’s ewige Nichts, — wer kann dir da entgehen? wer fesselte dein Herz für Liebe und Leben in dir? wer führte dich da zuerst wieder in die eigene Wohnstätte des Lebens (in dein Herz) zurück? wer lehrte dich da von Neuem wieder die von deiner Mutter schon gelehrte, aber vergessene Liebe? 24. Wer, sage Mir, war der Engel, der dir mit dem ganze Leibe stark zurief: „Hored, liebe! liebe!! liebe!!! und lebe! aber liebe rein! Liebe in Gott, und lebe in Ihm, und so lebe mir, und klopfe nicht an die Pforten des Todes!" 25. Siehe, dahier zu Meinen Füßen ruht und liebt dieser Engel (reines Wesen), den du mit Feuer, Gift und Skorpionen vertauschen möchtest; siehe, es ist die Naëme! (seine Geliebte.) 26. Gehe nun hin, bereue deine Torheit, und wenn du Liebe empfinden wirst in deinem Herzen, ja, Ich sage dir, mächtig starke Liebe z u Mir, deinem heiligen, guten, liebevollsten Vater, dann erstehe und komme wieder, damit Ich dich segne mit dem ewigen Leben (vereint mit Naëme). Amen! (Siehe noch Kap. 224, 25—28, sodann die Einsegnung eines Ehepaars in der Urzeit vom Herrn Selbst, Kap. 274, 275 in Nro. 1.)
Ein Blick in die göttliche Ordnung, betreffend das Verhältnis zwischen Mann und Weib. Empfangen durch Jakob Lorber am 6. Juli l842. Schreibe einige Punkte an deine Schwester, weil sie es wünscht und zwar in ihrem Herzen, das da Mir wohlgefällt, so Jemand allezeit ein großes lebendiges Verlangen nach Mir hat. I. Siehe an, Mein liebes Weib, einen Kreis, wie er ist eine vollkommen rundgezogene Linie um einen Mittelpunkt; siehe, der Mittelpunkt bin Ich, und der Kreis ist die große Macht Meiner ewigen Ordnung, die da bestehet aus Mir ewig; in diesem Kreise stehen alle Meine Geschöpfe. II. Dieser Kreis aber ist in sich geteilt in sieben (konzentrische) Kreise; auf jenem, Mir, dem Mittelpunkte, zunächst liegenden Kreise befinden sich die Menschen der Erde, welche da sind Meine Kinder; auf dem zweiten Kreise, von Innen aus, stehen die Menschen aller Gestirne; auf dem dritten Kreise stehen die Tiere der Erde, auf dem vierten die Tiere der Gestirne; auf dem fünften stehen alle Gewächse der Weltkörper ohne Unterschied; auf dem sechsten stehen sämtliche Planeten, Monde und Kometen, und auf dem siebenten stehen alle Sonnen, ohne Unterschied ihrer Größe. III. Siehe, das ist Meine Ordnung. Es geht da vom Mittelpunkte aus alles Leben und Sein, und geht durch alle Kreise bis an den äußersten Kreis. Auf jedem Kreis aber gestaltet es sich zu einem anderen Geiste, daraus dann Meine sieben Geister fortwährend entstehen und bestehen; darum sie auch heißen: die sieben Geister Gottes, welche aber an und für sich nichts sind, denn allein geordnete Mächte des Mittelpunktes, wirkend nach ihrer Art der Ordnung aus Mir! IV. Nun denke dir aber den ersten inneren Kreis; daselbst ist das Weib, mit dem Kopfe gekehrt nach dem Mittelpunkte, der Mann aber mit dem seinen über den Kreis hinaus, dem Weibe sonach gerade entgegengesetzt. Hier fragt sich’s: Warum denn also? Siehe, siehe, so das uranfänglich vom Mittelpunkt ausgehende Leben bis zum siebenten Kreise der Sonnen gelanget, da stoßet es sich und kehrt sodann wieder durch alle Kreise zum Mittelpunkte zurück. V. Wie aber geschieht solche Rückkehr alles Lebens? — Nun siehe, der Mensch sauget geistig das zurückkehrende Leben auf durch seine Beschaffenheit und seine Stellung; ist er einmal geladen mit der Substanz des Lebens, so läßt er es dann ausströmen in seinen wohlgedüngten Gegensatz, hier wird es genährt und sodann wieder ausgeboren wesenhaft zur größeren Vollendung; ist es sonach vollendet, sodann kehrt es wieder als ein freies, sich selbstbewusstes Leben nach dem Mittelpunkte zurück; ein unvollendetes aber wird wieder hinausgetrieben an den heißen Feuerherd der Sonnen, damit es sich neuerdings kräftige und stärke durch alle die sieben Geister aus Mir! — (Siehe auch in Nr. 8. „die Fliege".) VI. Wenn du aber nun diese wahre Stellung betrachtest im Geiste, sage Mir, wer ist da wohl Mir näher beständig, der Mann oder das Weib? du mußt ja sagen: das Weib, indem es gestellt ist innerhalb des innersten (zwar kleinsten) Kreises. Nun ziehe aber im Geiste eine Linie vom Mittelpunkte bis hinaus zum äußersten Feuerkreise der Sonnen, was bezeichnet wohl diese Linie? — Siehe, diese Linie bezeichnet Meine große Geduld! VII. Da aber das Weib sich befindet innerhalb des Kreises, und ist somit Mir näher, denn der mit dem Kopfe nach Außen des Kreises gekehrte Mann; was muß da wohl natürlich von selbst daraus folgen? Siehe das, daß Meine Geduldlinie, die da zuerst das Weib berührt, doch auch sicher kürzer sein muß, als beim Manne, auf den die Linie erst später vom Weibe aus übergeht! Da aber solches in Meiner ewigen Ordnung schon also begründet ist, was folgt hernach aber für’s Weib für eine Regel? — Siehe und höre, daß das Weib auch viel williger stets sein soll, denn da ist ein jeglicher Mann, sonst komme Ich auch viel eher mit einer rechten Strafe über sie, denn über den Mann! Wie aber das fromme willige Weib, (wie es da war Maria,) sein kann ein Grund alles Segens leibhaftig, also kann auch das unfolgsame Weib sein ein Grund alles Verderbens; daher also ist auch fürs Weib Meine Geduldlinie um ein bedeutendes kürzer, denn beim Manne! Solches beachte wohl, du Mein liebes Weib, für dich und deine Töchter, so wirst du gesund sein und bleiben geistlich und leiblich allezeit! Amen!
(Aus Johannes.) Ich (Jesus, der Herr) aber sagte zu Allen: „Es ist zwar schon von Anfang her kein Weib berufen worden, als eine Prophetin nur einem Volke zu weissagen; aber so ein Weib frommen Herzens ist und hält die Gebote und erziehet ihre Kinder weise in der wahren Gottesfurcht und Liebe, so ist sie auch gleich einem Propheten, und der Geist aus Gott nimmt auch in ihrem Herzen Wohnung. Darum sollet ihr in der Folge, so ihr Mein Wort predigen werdet, die Weiber nicht, wie es oft der Fall war, ausschließen, sondern auch ihnen nichts vorenthalten, was euch vom Gottesreiche geoffenbart wurde. Denn was die Weiber als erste Erzieherinnen den Kindern lehren, ist bleibender und mehr wert, als der Unterricht aller hohen Schulen auf der Welt. Wann ein Weib weise ist, so werden auch ihre Kinder weise; ist ein Weib aber dumm und ungebildet, so werden auch die Kinder schwerlich zu Propheten gemacht werden können. Da gilt das Sprichwort, nach dem ein Apfel nie weit vom Stamme fällt.*) --- *) es ist ja bekannt, daß die meisten großen Männer bedeutende Mütter hatten. D. Hsg. Es ist schon ganz recht, daß ein Weib eine gute und emsige Hauswirtschafterin ist, und auch ihre Kinder in der Hauswirtschaft bildet und übet; aber noch besser ist es, wenn sie als selbst vom Geiste der Wahrheit aus Gott erfüllet, auch ihrer Kinder Herzen mit demselben Geiste erfüllet. Solchen Kindern wird es dann leicht und wirksam sein, Mein Evangelium zu predigen; dies beobachtet denn in der Folge wohl!" Noch sagte der Herr (bei dieser Gelegenheit): „Des Menschen angeborene Trägheit muß bekämpft werden, er muß unbedingt von Kindheit an zur rechten Tätigkeit angehalten und erzogen werden in Gehorsam, in der Demut, Sanftmut und in der rechten Selbstverleugnung." —
Lasset die Kindlein zu Mir kommen! (Aus Johannes.) Ich aber rief dennoch all die vielen Kindlein zu Mir und sagte zu den Jüngern (die es ihnen wehren wollten): „Ei, so lasset doch alle die Kindlein zu Mir kommen und wehret ihnen das nicht; denn eben solcher Kinder ist das Reich Gottes. Wahrlich sage Ich es euch: Wer das Reich Gottes nicht als ein Kind einnimmt, der kommt nicht hinein!" Hierauf ließen die Jünger alle die Kindlein zu Mir kommen, und Ich rührte Alle an, koste und herzte sie, und Alle wurden frisch, kräftig und gesund, und Ich entließ sie unter einem nicht enden wollenden Danke der Eltern. Da aber traten etliche Jünger zu Mir und sagten: „Herr! Du hast hier schon wieder eine neue Bedingung zur Überkommung des Reiches Gottes aufgestellt. Wie können wir, nun zumeist schon ergraute Männer, wieder zu Kindern werden, um in’s Reich Gottes zu gelangen? Und doch hast Du soeben fest ausgesprochen, daß ein Mensch, der das Gottesreich nicht als ein Kind einnimmt, nicht hinein kommen werde! Wenn also? Was nützt uns da alle unsere Mühe, Entsagung und Selbstverleugnung?" Sagte Ich: „Mit euch umzugehen, da gehört wahrlich viele Geduld dazu; wie lange werde Ich euch noch ertragen müssen, bis ihr reinen Verstandes werdet? So Ich sage, daß man nur als ein Kind das Reich Gottes einnehmen könne, da verstehe Ich ja nicht die leibliche, sondern nur die herzliche Kindschaft. Ein (normales) Kind hat keinen Hochmut, keinen Zorn, keinen Hass, keinen Unzuchtssinn, keine bleibenden Leidenschaften und auch keine Ungeduld; es meint wohl, so ihm irgend zu hart geschieht, aber es läßt sich auch bald vertrösten und vergisst das gehabte Leid und umfasst die Wohltäter mit aller Liebe. Und das solle auch ein jeder Mensch im Herzen und Gemühte sein, dann ist das Reich Gottes schon sein eigen. So ihr aber das begreifet, da werdet ihr etwa doch wohl nicht mehr zu fragen nötig haben, wie ein Mensch in’s Reich Gottes als ein Kind einzugehen hat. — Habt ihr das wohl verstanden?"
Empfangen durch Jakob Lorber am 8, Juni l840. O Herr! wie sollen der Menschen Kinder erzogen werden, damit sie fähig werden möchten, dereinst Deine Kinder, zu heißen? Nun, so schreibe: Das ist eine gute und recht gestellte Frage, darauf Ich euch eine vollbestimmte Antwort geben will; aber sehet zu, so Ich euch gebe ein rechtes Licht hierin, daß ihr getreue Hirten werdet eurer kleinen Herde, die euch gegeben wurde aus der Tiefe, damit ihr sie bringet zur Höhe aller Demut, und dadurch auf den Weg alles Leben s durch das leuchtende Feuer Meiner Liebe; aber es wird euch viel Mühe machen, und diese Mühe soll sühnen eure Fleischeslust, die ihr getrieben habt mit euren Weibern vielfach, wodurch euren Kindern erteilt wurde das Kleid der Hure, und ein Denkmal im zerstörten Jerusalem, und ein weites und tiefes Grab unter dem Schutte Babels. Denn sehet, wäret ihr wiedergeboren gewesen aus dem Geiste in Meiner Liebe, welches ist ein vollbrachtes Werk der Erlösung eures Herzens vom Tode des Fleisches, welches ist die Eigen-, Fleisches- und Weltliebe, dann hättet ihr die Jungfrau, die ihr begehret habt zum Weibe, zuvor reinigen können in den Strömen des lebendigen Wassers, das da in unendlicher Fülle entströmt wäre euren Lenden, und so gestaltet wäre dann eure Ehe eine himmlische gewesen, und eure Kinder (gezeugt in der Lust der Engel, welche ist eine wahre Einung der Liebe mit der Weisheit*) --- *) siehe Tobias 8. Das Buch Tobias ist eigentlich ein Braut- und Hausstands-Evangelium. D. Hsg., wären dann Kinder aus den Himmeln, und wären schon zur Hälfte wiedergeboren, darin der Geistessame bald gedeihen würde zur Frucht in der neuen Erde, die da ist gelegt in den großen Gärten des neuen Jerusalems, und die Erziehung wäre euch zur großen Freude geworden im Angesichte eures heiligen Vaters. Da ihr nun aber eure Ehe geschlossen habt in der Finsternis der Welt, zu verrichten die Werke des Todes, und zu zeugen Früchte der Hölle, das da sind eure lieben, verzärtelten Kinder, die da entstanden sind aus den stinkenden Pfützen, die da sind eine Augenwaide des Drachen; daher ist es auch schwer, zu nehmen das Gift der Brut der Schlangen, welches nicht anders geschehen kann, als durch gänzliche Abtötung des Fleisches und volle Gefangennehmung des Willens, weil der Eigenwille solcher Kinder ein rein höllischer oder satanischer ist, da auch nicht ein Funke ist, der da wäre ein rein-himmlischer. So ihr aber meint, Ich sage hier zuviel, da entgegne Ich: Prüfet eure Brut, und ihr werdet nichts finden als: Eigenliebe, Neid, Zorn, Trägheit, Unlust gegen alles Ernste und einen heimlichen, entschiedenen Widerwillen gegen alles Göttliche, wozu sie nur durch Strafen oder sinnliche Belohnungen können bewegt werden, zu erlernen irgend einige magere Sätze aus den harten Katechismen. Und nun denn, so ihr solches bei euren Kindern gefunden habt, dann saget und bekennet offen, daß Ich euch das nun nur sage aus Meiner übergroßen Liebe, des Heils eurer Kinder und eurer selbst wegen, daß eure Kinder wahre Kinder der Hölle sind. Wollet ihr nun aus euerer Brut neu zeugen Kinder der Liebe, so müsset ihr blind sein gegen eine niedliche und geschmeidige Fratze, und taub gegen jeden ihrer Wünsche, und müsset schon frühzeitig gefangen nehmen jeden Funken ihres bösen Eigenwillens, damit da Raum werde für Meine Liebe und für einen neuen Willen daraus. Alles, was die Kinder begehren, müsset ihr ihnen versagen, und wäre es auch Gutes, damit nicht der ihre, sondern euer Wille lebendig werde, durch die Ergebung und den gerechten und heilsamen Gehorsam in ihren Herzen. Strafet allezeit den Eigensinn und den Unwillen, die Trägheit, die Unlust zum Göttlichen, vorzüglich aber eine sich heimlich im Herzen aufhaltende Geringachtung gegen heilsame Ermahnungen und Meines Namens und alles darauf Bezug Habenden. Beim Rechttun belobet nicht, oder noch weniger belohnet ja nie dieselben; saget ihnen freundlich ernst, daß sie ein Werk des neuen Willens ausgeführt haben, worüber schon eine kleine Freude der Vater im Himmel habe, und hat ein Kind etwas getan, das da scheine, als wäre es etwas Gutes aus eigenem Antriebe in einer pflichtfreien Zeit als Erholung des Leibes, dann fraget es ja haarklein aus, was es dazu bewogen habe, und habt ihr es bis auf den Grund erfahren, ob es aus Eigenliebe, oder aus Liebe zur Pflicht, oder aus Liebe zu euch, oder aus Liebe zu Mir geschehen ist, so richtet danach allezeit euer Miss- oder Wohlgefallen. Aber mit euren Liebkosungen seid sparsam, wie der Winter mit den warmen Tagen, damit die Fruchttriebe nicht zerstört werden in einer folgenden Versuchung, gleich den Blüten des Frühlings durch einen späteren Reif. Jedoch lasset häufig kalte Winde wehen, damit die Pestluft um die jungen Herzen zur Wohlfahrt des Geistes gereinigt werde. Die Knaben lehret gehorchen blindlings, und lasset sie die Ursache desselben in Meiner Liebe erkennen, und bestrafet deren Neugierde und zu große Spielsucht, und weiset sie strenge zur Ruhe. Die Mädchen aber haltet daheim, und lasset ja nicht auch nur die allerleiseste Begierde in ihnen wach werden, und sei es in was immer, und willfahret ja nie auch nur im Allergeringsten irgend einem Wunsche, bevor euch nicht klar geworden die geheimste Quelle desselben. Hütet sie sorgfältigst vor Zusammenkünften mit fremden Kindern, die eine Welterziehung genießen, sonst habt ihr selbst schwere Hagelwolken zusammengezogen, und da wird nicht eine Ähre des Weizens verschont bleiben. Mit dem Alter gehe auch eure gerechte Strenge siebenfachen Schrittes vor. Höret eure Kinder lieber weinen in der Kränkung ihrer verderblichen Eitelkeit, als frohlocken in ihren allezeit hochmütigen Weltfreuden, damit ihr gleich würdet den Engeln im Himmel, die große Freude haben an den Weinenden der Welt. Ein zorniges Mädchen soll fasten siebenmal so lange, als ihr Zorn gedauert hat, damit sie sanft werde wie eine Taube. Eure Liebe sei ihnen verborgen, wie Ich euren Augen, damit die neue, zarte Frucht nicht ersticke in der Hitze eines unzeitigen Feuers, und wie die Frucht sich zeiget, die aus den neuen Samen des Himmels sproßt, und so fester und fester wird, und sicht- und sichtbarer wird in ihren Herzen die wahre, reine Liebe zu Mir, und daraus ein werktätiger Glaube, so auch öffne sich euer Herz in verständiger Liebe zu den (geistig) neugeborenen Kindern. (Wichtiger Wink, warum der Herr Sich noch nicht zeigt. D. Hsg.) Sehet, das ist der Weg des Lebens für eure Kinder, und das ist der einzige, und außer diesem gibt es keinen, wie es außer Mir keinen Gott mehr gibt. Wer ihn wandeln will, der wird Segen finden und erkennen, daß er aus Mir ist. Wer aber tun wird nach dem Buche der Welt, der wird auch da seinen Lohn sicher finden bei dem Fürsten der Welt im Pfuhle der Ewigkeit. Amen. Ich, Gott, der Allerheiligste und Jesus, als Vater. Amen. Amen. Amen!*) --- *) So hart auch dieser lichtvolle Vaterrat zu sein scheint, so muß doch jeder Ernstprüfende im Herzen fühlen, daß nur die allerreinste Barmliebe denselben geben konnte, und daß er somit pure Wahrheit ist, auf die selbst wir Erwachsene noch unsre Selbstzucht vielfach nützlich basieren können. Dazu helfe Seine Gnade. D. Hsg. Zur Kinder-Erziehung und Seelenbildung. (Aus Johannes.) Sagt der Herr Jesus: — — — — — — wo immer man mit der Verstandesbildung der Gemütsbildung vorangeht, ist die Bildung verkehrt. Was würde denn ein Baum für Früchte bringen, so an ihm nicht eher alle das Gemüt ergötzenden Erscheinungen dem Ansatze der ersten Frucht vorangingen? Wie nähme sich ein Herbst an der Stelle des Frühlings, und wie ein Frühling an der Stelle des Herbstes aus, dem gewöhnlich der kalte und starre Winter zu folgen pflegt? Würde da des Winters Frost nicht das gemüterhebende Blütentum verderben, und das hoffnungsstrahlende Blatt töten samt der wahren Frucht, die erst von der Blüte zu einem gedeihlichen Sein und Werden gesegnet und belebet wird?! Da würde wohl des Baumes Holz zunehmen, aber nimmer würde Jemand aus euch je eine Frucht am selben reifen sehen. Und so ist es gerade mit einem Menschen, und ganz besonders mit dessen Seele. Alles würde da zur groben Materie*) --- *) d.h.: so erzieht man Materialisten, daher nun auch der überwuchernde Materialismus aus der verkehrten Erziehung; auch da gilt das Wort — was man säet, das wird man ernten. D. Hsg., von der keine andere Frucht kommt, als jene nur, die man endlich abhaut und als Holz im Feuer des Gerichtes verbrennet, um am Ende etwa dennoch aus der Asche einen Nutzen zum Düngen und Reinigen des schlechten und magern Erdreichs zu gewinnen. Wer denn seine Kinder beim Verstande zu wecken und zu bilden anfängt, der beginnt ein Haus beim Dachgiebel zu bauen, und schöpfet Wasser in ein durchlöchertes Gefäß; nass wird es wohl sein, so lange sich der (Wasser-) Schöpfer mit solch vergeblicher Arbeit abgeben wird; aber es wird für sich dennoch nie ein Tropfen lebendiges Wasser darin verweilen, und mit den wundervollen Äußerungen des Seelenlebens wird’s wohl für alle Zeiten nichts sein; man müßte denn das durchlöcherte Gefäß nur verstopfen mit einer unsäglichen Mühe, so möchte es dann auch wohl Wasser halten; aber wie leicht verfaulet ein zu wenig gutes und nicht fest eingepfropftes Zäpfchen, und das Gefäß kann mit der Zeit wieder ganz lebenswasserlos und -leer werden. Es ist das also zu nehmen: Ein verstandesgebildeter Mensch kann durch viele Selbstverleugnung es auch zu einer wirksamen nachträglichen Gemütsbildung bringen. Ist er aber nicht äußerst sorgsam und gibt nicht gehörig Acht auf die vielen Pfropfe, mit denen er sein Lebensgefäß in allen seinen vielen Löchern (irdischen Schwächen) verstopft hat, und läßt er auch nur einer Schwäche oder einem Löchlein, das nicht sorgsam genug verstopft war, Luft, so wird er sich ehest überzeugen, wie das angesammelte Lebens-wasser ihm durchgegangen ist, und wie er ganz unvermerkt wieder ganz der alte Mensch ohne allen inneren Lebensgehalt geworden ist. Darum aber empfahl Ich euch vor Allem die Nächstenliebe, die da kommt aus der Liebe zu Gott; denn diese allein vermag aus eurer gänzlichen Verkehrtheit wieder Menschen in Meiner Ordnung zu machen. Lasset euch von der Welt nicht verblenden, denn Alles, was sie euch gibt, ist Tod und Gericht, eine Frucht des puren Verstandes. Nur die Liebe allein kann euch in’s Leben umstalten! Darum bin Ich gekommen in die Welt, um euch zu zeigen die rechte Umkehr zu Meiner Ordnung zurück und den rechten Weg, fortzuwandeln in derselben bis zur Erreichung der Wiedergeburt des Geistes in die Seele, nach der kein böser Rückfall mehr denkbar und möglich ist. Dieses muß bei euch nun angebahnt werden, da es denen, die einmal (wie wir alle Afterkulturmenschen von heute) verkehret worden sind, mit der alleinig geflickten Umkehr der Seele wenig geholfen wäre. Die Seele muß zwar ganz umkehren, bevor die Wiedergeburt des Geistes in die Seele zu erlangen ist, aber der ausgestopfte und ausgeflickte, und also auf den rechten Weg gebrachte, bessere Seelenzustand ist nicht haltbar, weil durch die Macht der Welt und ihrer zeitlichen Vorteile eine pur ausgeflickte Seele nur zu leicht bei der nächsten, etwas stärker lockenden Gelegenheit wieder in ihre altangewohnte Verkehrtheit verfällt. Um das aber möglichst zu verhüten, habe Ich nun den neuen Weg also angebahnt, daß Mein Geist, den Ich nun als einen Funken Meiner Vaterliebe in das Herz einer jeden Seele lege und gelegt habe, durch eure Liebe zu Mir und daraus wahrhaft und tätigst zum Nächsten genährt werde, in eurer Seele wachse, und nach Erreichung der rechten Größe und Kraft sich völlig mit der gebesserten Seele vereine, und Eins werde mit ihr (ohne ihre volle Selbstständigkeit dennoch je zu beeinträchtigen), welcher Akt dann die Wiedergeburt des Geistes heißen solle und auch heißen wird. Wer diese erreicht hat, der steht dann freilich um’s Unvergleichbare höher, als eine für sich allein noch so vollkommene Seele*), die zwar auch Vieles vermag, aber dessen ungeachtet dennoch ewig nicht Alles, was dem völlig Wiedergeborenen vorbehalten ist. --- *) welche vollkommenen Seelen schon damals nur noch unter wenigen Völkerstämmen (Afrikas), die noch nicht von der Afterkultur beleckt wurden, sich fanden. D Hsg. Dieser Funke Meiner Liebe aber wird in das Herz einer Menschenseele erst dann gelegt in der Fülle, wenn ein Mensch Mein Wort vernommen, und in seinem Gemüt es gläubig und mit aller Liebe zur Wahrheit angenommen hat. So lange dies nicht der Fall ist, kann kein noch so seelenvollkommener Mensch zur Wiedergeburt des Geistes gelangen, denn ohne Mein Wort, das Ich zu euch nun rede, kommt der Funke Meiner Liebe nicht in das Herz des Menschen, und wo er nicht ist, kann er auch nicht wachsen und gedeihen in einer Seele, und somit in derselben auch nicht wiedergeboren werden. In der Folge aber werden auch die Kindlein, so sie auf Mein Wort und auf Meinen Namen gezeichnet und getauft werden, den Geistesfunken Meiner Liebe in’s Herz ihrer Seele gelegt bekommen; aber dieser wird dennoch nicht wachsen bei einer verkehrten Erziehung, wohl aber bei einer Erziehung nach Meiner euch Allen nun überklar gezeugten Ordnung, nach der vor Allem das Gemüt, und von dem aus erst entsprechend der Verstand gebildet werden solle. Das Gemüt aber wird gebildet durch die wahre Liebe, und durch Sanftmut und Geduld! Lehret frühe die Kindlein den Vater im Himmel lieben; zeiget ihnen wie gut und liebevoll Er ist, wie Er Alles, was da ist, zum Besten der Menschen höchst gut, schön und weise erschaffen hat, und wie gar so sehr Er besonders den kleinen Ihn über Alles liebenden Kindlein zugetan ist. Machet sie bei jeder besonderen Gelegenheit aufmerksam, daß so ‘was Alles der Vater im Himmel anordnet und geschehen läßt, so werdet ihr die Herzen der Kleinen zu Mir kehren und Meine Liebe wird in ihnen ehest zu wuchern anfangen. Wenn ihr also die Kleinen leiten werdet, dann wird eure leichte Mühe euch bald die goldensten Früchte tragen; sonst aber Dornen und Disteln, auf denen weder Trauben noch Feigen wachsen. Folgt nun im Verlaufe die anatomische, physiologische und lebenswahre Erklärung des menschlichen Gehirnes, das aus lauter kleinen Pyramidchen besteht, darum die alten Ägypter — dies wohl wissend — ihre Schulhäuser in Form von Riesenpyramiden, jenen im Gehirne entsprechend, aufbauten; und wird gezeigt, daß alle Kultur- (und wilden) Völker ein verkümmertes oder zerrüttetes, unvollkommenes Gehirn haben, und zwar weniger der Totalform nach, sondern in seinen kleinsten Teilen, wozu die erste Anlage schon im Mutterleib in den Embryo kommt, als der Hauptfehler von heute, nämlich hauptsächlich durch die das Gehirn des Embryo und dessen Nerven störenden leider allzugewöhnlichen „Nachzeugungen" (Beischlaf, nachdem das Weib bereits empfangen ec.). hier weisen wir auf die kleine Schrift von Dr. Rösch hin: Die Ursachen der chronischen Krankheiten besonders des weiblichen Geschlechts, 20 g. D. Hsg.
Noch etwas über Kinder-Erziehung. (Aus Johannes) Auf die Frage des Roklus, ob auch bei Kindern jede bildliche Versinnlichung einer ihnen beizubringenden Sache möglichst vermieden werden solle? Sage Ich: „Allerdings; denn bildliche Vorstellungen bleiben nirgends so fest haften als eben im Gemüte der Kinder, und sind nachher schwer aus ihnen zu entfernen. Lehret sie nur zuerst ganz mechanisch lesen, schreiben und rechnen.*) --- *) nämlich dieses „zuerst" gilt (nach dem Vorausgegangenen über Kinder-Erziehung) erst vom 7ten Jahre an, bis zu welcher Zeit nur bloß das Gemüt gebildet werden solle, und so dieses so ordentlich vorgebildet ist, dann erst solle auch sachte mit der Verstandesbildung begonnen werden in obiger Weise. D. Hsg. Dann enthüllet vor ihnen noch die Gestalt der Erde, und zeiget ihnen sogleich überall den wahren Grund, insoweit sich dieser für sie geziemt, und insoweit sie denselben zu fassen im Stande sind. Bereichert sie mit allerlei nützlichen Kenntnissen, und lasset sie auch mit euch allerlei kleine Erfahrungen machen, und begeistert sie für alles Gute und Wahre, und glaubet es Mir, daß die Kinder das Gute und Wahre viel eher begreifen, als alle die oft sinnlosen Foppereien, aus denen sie dann erst selbst irgend tief liegende Wahrheiten heraus entziffern sollen, was sie ermüdet, und am Ende untätig machen muß. Übrigens werdet ihr alles das, so Mein Geist euch selbst in alle Wahrheiten leiten wird, im hellsten Lichte erschauen und erkennen, was da zu tun sein wird." (NB. Man lese in der geistigen Sonne [Nr. 3 unserer Schriften] das Kinderreich mit seinen Normal-Schulen, Lehr- und Erziehungs-Methoden. D. Hsg)
(Aus Johannes.) Der Wirt fragt über die alten Prophetenschulen, und deren Lehr- und Übungs-Elemente ec. Darauf sagt der Herr: „Höre du, Mein Freund, was damals nur in allerlei Entsprechungen für diese gegenwärtige Zeit vorbildend geschah, das steht nun in der Erfüllung vor dir. Von gottesfürchtigen Eltern schon von der Geburt an rein und wohlerzogene Knaben, natürlich vor allem solche, die auch sicher zu allermeist physisch völlig gesund und kräftig waren, wurden von den im Geiste geweckten Richtern und Priestern in der Weise Ahron’s in diese Schule aufgenommen, in der sie zuerst des Lesens, Schreibens und Rechnens wohlkundig werden mußten. Dann wurden sie in der Schrift wohl unterwiesen, d.h. in den Büchern Mosis, und so denn auch in der Länder - und Völkerkunde der den Menschen bekannten Erde. Dabei aber wurden sie auch sorglichst angehalten, die Gebote Gottes nicht nur zu erkennen, sondern sie auch strenge, und das soviel als möglich freiwillig und sich-selbst-bestimmend zu beobachten. Sie wurden dabei nach ihrem Alter und nach dem Grade ihrer geistigen Entwicklung gar manchen Proben und Prüfungen ausgesetzt, auf daß sie in sich selbst zu der lebendigen Überzeugung kamen, in wie weit sie schon in der Kraft aller Welt und ihren Reizen zu widerstehen (als wahre Lebenskunst) gekommen waren. Vor Allem mußten sie vor der Trägheit, als der Mutter aller anderen Sünden und Übel bewahret werden, darum sie denn auch zu allerlei ihren Kräften angemessenen körperlichen Arbeiten angehalten wurden. Waren sie einmal in aller Selbstverleugnung und Selbstbesiegung groß und stark geworden, so wurden sie durch die „Wissenschaft der Entsprechungen in ihr Inneres geführt," wodurch sie zum lebendigen Glauben und zu einem unbeugsamen Willen unter der Einung mit dem wohlerkannten und auch schon von Kindheit an stets genau beobachteten Willen Gottes gelangten, wodurch sie dann auch schon so manche Zeichen zu bewirken im Stande waren, weil ihr eigener Selbstwille mit dem Willen Gottes Eins geworden war, und der Glaube als ein wahres lebendiges Licht aus den Himmeln in ihren erleuchteten Herzen keinen Zweifel mehr zuließ. War das Alles einmal in der wahren und lebendigen Ordnung erreicht, so wurden sie eben durch den lebendigen Glauben und durch den in aller Tat mit dem Willen Gottes geeinten Selbstwillen mit dem Geiste Gottes nach der individuellen Fähigkeit erfüllet, wodurch die innere Sehe erweitert ward, und sie dadurch auch zukünftige Dinge und Begebenheiten voraussahen in entsprechenden Bildern, die sie dann für die Nachwelt aufzeichneten. Wer einmal in diesen Zustand, in welchem er Gesichte bekam, gelangte, der gelangte auch zum innersten lebendigen Worte, und vernahm also die Stimme Jehova‘s in sich, und das war das „Gotteswort", was „der Prophet" wie aus dem Munde Gottes den Menschen verkündete und eigentlich verkünden mußte, weil er von dem in ihm waltenden Geiste Gottes dazu angetrieben worden ist. Und siehe, also sah die Schule der Propheten aus, und auf die beschriebene Art wurden die Menschen in einer förmlichen und wahren Lebensschule zu Propheten ausgebildet. Aber es wurden fromme und an Gott allezeit fest Glaube n d e und Ihn im Herzen liebende Männer oft auch ohne die vorangehende Schule zu wahren Propheten erweckt. So waren Moses und Aharon selbst große Propheten und sind dazu in keiner Schule gebildet worden; denn ihr Glaube, ihr Gottergebenes Herz und Gott Selbst war ihre Schule. Also ward auch Elias und Jonas, Josua und Samuel zu wahren Propheten ohne vorangehende Schule, denn Gott Selbst war ihr Meister und ihre Schule. So waren auch die Erzväter zu allermeist Seher und Propheten ohne Schule, denn Gott allein, an Dem sie ungezweifelt hielten und glaubten, war ihre Schule, in der Er ihnen Seinen Willen offenbarte. Und selbst in diesen (Jesu Leb-) Zeiten gab es viele Seher und Propheten, die nicht in der Schule zu Sehern und Propheten erzogen worden sind; denn Gott sieht allezeit nur auf das Herz der Menschen und nicht auf die Schule, in der ein Mensch zu dieser oder jener Geschicklichkeit gelangt ist. Siehe da, Meine Jünger! Keiner von ihnen hat je eine Prophetenschule gesehen, und dennoch werden aus ihnen Viele Größeres leisten, denn alle alten Seher und Propheten; denn Ich allein bin ihr Meister und ihre Schule, und so wird es in der Folge sein und bleiben bis an’s Ende der Zeiten dieser Erde. Es werden in der Zukunft wohl gar viele Schulen errichtet werden, aus denen wohl eine Unzahl „falscher Propheten" hervorgehen werden, aber nur sehr wenige der wahren Propheten dem Willen Gottes gemäß. Wahrlich sage Ich es dir: In der Folge wird nur der ein Prophet und Seher, der an Mich glauben, Mich über Alles, seinen Nächsten wie sich selbst lieben, und Meine Lehre tatsächlich befolgen wird. Darum aber wird auch nicht Jeder, der gläubig zu Mir rufen wird: „Herr, Herr!", in Mein Reich eingehen, sondern nur der, welcher Meinen in Meiner Lehre klar ausgesprochenen Willen tun wird. Darum seid denn auch ihr nicht nur eitle Hörer, sondern sofortige Täter Meines Wortes, so werdet ihr in euch auch das wahre Reich Gottes überkommen. Erwartet aber niemals, als werde das Reich Gottes als das Reich des inneren Lebens jemals mit irgend äußeren Zeichen und äußerem Glanzgepränge zu den Menschen kommen, sondern es ist inwendig in euch! Wer es auf die von Mir euch gezeigte Art und Weise suchet in sich und da nicht findet, der suchet es in aller Welt und in allen Gestirnen vergeblich. Der Pfad zum wahren und lebendigen Reiche Gottes ist somit ein sehr schmaler und oft mit allerlei Dorngestrüpp überwachsener, Demut und vollste Selbstverleugnung ist sein Name; für den Weltmenschen ist er völlig ungangbar. Wer aber an Mich glaubet und Meine Gebote hält, dem werden die Dornen am Pfade zum Reiche Gottes nicht die Füße verwunden. „Nur ein ernster Anfang ist schwer." Wenn der Ernst aber bleibet, und nicht durch allerlei Weltrücksichten geschwächt wird, so ist die volle Erreichung des Reiches Gottes in sich etwas ganz Leichtes; denn solch einem stets vollernstlichen Bestreben nach dem Gottesreiche in sich ist Mein Joch sanft, und leicht die ihm zu tragen von Mir auferlegte Bürde; und Ich werde den ernsten Suchern des wahren Reiches Gottes stets laut in ihrem Herzen zurufen: „Kommet Alle zu Mir, die ihr mühselig und belastet seid! Ich Selbst komme euch schon mehr als auf dem halben Wege entgegen, und will euch vollauf kräftigen und erquicken!" Die aber zu Mir nun wohl „Herr, Herr!" rufen, ihre Hauptsorge aber nur pur weltlichen Dingen zuwenden, und nur so nebenbei nach dem was das Reich Gottes ist, trachten werden, zu denen werde Ich sagen: „Was rufet ihr Weltlinge Mich, und was schreiet ihr! Mein Herz hat euch noch nie erkannt. Um was ihr euch sorget, das bringe euch auch die von Mir gewünschte Hilfe!" Wahrlich sage Ich euch, solche Menschen werden Diesseits schwerlich je das wahre und lebendige Reich Gottes in sich finden, und werden ihren Nebenmenschen gegenüber schlechte Lehrer, Seher und Propheten darstellen, und im Jenseits wird es für solche halbtote Seelen noch um’s Unvergleichbare schwerer sein, das Reich Gottes in sich zu suchen und zu finden. — Darum und dafür arbeite ein Jeder, solange der Tag währet, denn kommt darauf die Nacht, da wird es sich schwer arbeiten lassen. Hast du, Mein Freund, das von Mir nun Gesagte wohl auch verstanden?" (Mehr hierüber findet sich in Nr. 33 und besonders in Nr. 50: Vom inneren Wort! D. Hsg.)
Empfangen durch G. Mayerhofer am 8. Januar 1877. Im vorhergehenden Worte habe Ich euch den Unterschied gezeigt zwischen dem Menschen bei Tage und dem Menschen bei der Nacht*); habe euch gezeigt, wie während der Nacht alle Bewegungen der Säfte, in Pflanzen, Tieren und Menschen einen engeren Kreislauf haben; habe euch gezeigt, wie Wärme der Außenseite überall mangelt, da selbe im innern Leben nötig ist. --- *) „Am Weihnachtsfeste" in Nr. 44. D. Hsg. Nun will Ich dir wiedergeben, was heute in den frühesten Morgenstunden vor deiner Seele vorüberging, und nur den Schlaf im Allgem. einen und Einzelnen zum Gegenstände hatte. So soll dieses Wort das vorhergehende ergänzen, und euch wieder ein Beweis werden, wie viel Geistiges unter der Materie verborgen liegt, welches ihr nie ganz deuten könnet. So höret denn: Vorerst müssen wir das Wort „Schlaf" genauer definieren, und dann zum Prozesse, welcher im Schlafe bei lebenden Tieren und Menschen vorgehet, übergehen. „Schlaf" im Allgemeinen bezeichnet den Zustand, wo das Außenleben scheinbar aufhört, und Menschen und Tiere in einen bewusstlosen Zustand versetzt werden, welcher erstens nötig ist, um den während des Wachens verbrauchten Lebensstoff wieder zu ersetzen, und zweitens das während des Tages geistig Erworbene zum eigenen Ich zu verwerten. Im Schlafe beginnt ebenfalls ein „anderes Leben", nämlich das Traum-Leben, welches die Menschen nicht deuten und nicht erklären können, teils wegen der unklaren symbolischen Sprache desselben, teils weil sie sich nichts klar bewußt sind und dabei geistige Einflüsse von Phantasiegebilden nicht zu unterscheiden wissen. Einer von eueren Gelehrten sagte in seinem Buche: „Während des Wachens haben alle Menschen eine gemeinschaftliche Welt, im Schlafe aber hat ein Jeder seine eigene!" — Und er hatte nicht Unrecht, denn so ist es auch! Im Schlafe sind im Allgemeinen die Bande, welche die Seele an den Körper binden, gelockert; sie kann sich in zwei Welten um-schauen, sie kann sich geistigen Einflüssen hingeben, oder selbst weltliche Genüsse im Traume noch fortspinnen; ihre Sprache wird aber dem Verstandesmenschen stets dunkel bleiben, so sehr er sie auch entziffern möchte. Im Schlafe, wo das Leben nur im Innern konzentriert ist, da versteht die Seele wenig vom Außenleben (wenn nicht besondere Umstände sie irre machen), wo sie sodann Vergangenes mit Künftigem, Weltliches mit Geistigem vermischt, so daß beim Erwachen keine klare Erinnerung vorhanden sein kann von Bildern, die schnell vorüberziehend wie in einem Panorama wechselten. Es gibt verschiedenartige Träume, die wohl zu unterscheiden sind, nämlich: die beim Einschlafen, die mitternächtlichen und die Morgenträume. Erstere bringen oft Bilder als Fortsetzung von körperlich Erlebtem, die mitter-nächtlichen mehr tiefere, geistigere, und die des Morgens meist solche, wo das Geistige sich mit dem Weltlichen vermischt. Die ersten sind so, weil der materielle Einfluß der Sonne auf die Erde und Alles, was darauf lebt, noch nicht aufgehört hat. — Die zweiten, geistig, weil dort tellurische Einflüsse sehr schwach oder gar nicht einwirken, und bei der dritten, die Vermischung, weil die Sonne, sobald sie über den Äquator heraufzusteigen anfängt, das Innenleben störet, und so Tiere und Menschen auf den kommenden Tag vorbereitet. Einem aufmerksamen Beobachter seiner selbst müßte es schon lange aufgefallen sein, daß das, was man „Seele" nennt, nie schläft, keine Ruhe braucht, sondern in einem fort arbeitet, um aus dem Materiellen und geistig Gewonnenen ihren künftigen Geistesleib aufzubauen, welcher weder der Zeit noch dem Raume unterliegt, seiner selbst bewußt sich dorthin begeben kann, wohin er durch seine Geistesrichtung gezogen wird. „Das Leben" also geistig betrachtet ist ein immer währendes Fortschreiten, ein nie stille stehen des Uhrwerk, das dem Körper seine materielle Ruhe im Schlafe nur gibt, um neue Kräfte für’s geistige, höhere Leben zu sammeln. Im Schlafe oder während desselben haben die Funktionen des materiellen Körpers einen geregelten Fortgang. Die Verdauung geht besser vor sich, die Absonderung der Säfte, der Stoffwechsel, Alles verlauft ruhiger, weil Seelenaffekte selbe nicht beein-trächtigen. Die Seele arbeitet dort mit mehr Sorgfalt, alle Schaden auszubessern, welche während des Tages sich eingeschlichen haben.*) Im Schlafe, während des Ruhezustandes muß dieses geschehen, weil dort nichts Neues dazu kommt. *) siehe in Nr. 9: „Jugendgeschichte des Herrn", Kap. 138, 17. 20. D. Hsg. Wenn Ich euch dieses Alles sage, so versteht es sich von selbst, daß Ich die Zeit meine, welche in Meiner Natur als Schlaf- oder Ruhezeit eingesetzt ist, nicht aber den Schlaf, wo der Mensch inmitten seiner Gelüste die Nacht zum Tage und den Tag zur Nacht machen möchte, wo er glaubt, durch Schlafen bei Tage das Verlorene der Nacht wieder zu ersetzen. Da irrt er sich gewaltig; denn während die Sonne ihren Einfluß auf die Erde und ihre Bewohner ausübt, während sie das Blut bis in die letzten Haargefässe treibt, kann keine Ruhe im Innern, und kein Ausgleich des Verlornen, stattfinden. Solche Menschen verkürzen sich das Leben ungemein und sterben früh, entweder an Entkräftung oder an Blutmangel. Ich werde Meine Gesetze wegen ihnen nicht ändern, und so müssen sie bezahlen, was sie ihren weltlichen Genüssen aufopfern wollen.*) --- *) bei Solchen, die ihr Beruf zwingt, teilweise bei Nacht zu arbeiten, z.B. Bäcker— gilt wohl das in diesem Hefte schon einmal angefühlte Wort des Herrn: „im Notfall ist Alles gesegnet!" —doch Fabrikarbeit möchte kaum darunter gemeint sein, und auch die Bäcker könnten von heute auf morgen arbeiten. D. Hsg. Die Nacht, der Schlaf gehört Meinem Geisterreiche, und ebendeswegen hat sie kein materielles Sonnenlicht nötig, weil das Geisterlicht leuchten soll, um den Geistern mit oder ohne Körper freien Spielraum zu lassen. Die ganze Natur ruhet in der Nacht aus, sammelt das Erlebte, verwendet das Eingesogene zum eigenen Fortschritte; so bedürfen auch das Tier und der Mensch der Ruhe, um ihre Mission zu erfüllen, welche sie auf Erden haben, wo das irdische Leben nur ein schnell vorübergehendes Vorspiel zu einem weit längeren ist. Was die Nacht, der Schlaf im Einzelnen, das ist der Winter für den Erdball im Großen. Es muß auf einer Seite der Erdkugel ein Ruhezustand eintreten, damit die Erdseele ihre ganze Tätigkeit und Aufmerksamkeit auf die andere Hälfte verwenden kann; denn es wäre unmöglich, auf beiden Erdhälften das ganze Pflanzen- und Tierleben in gleicher Tätigkeit zu erhalten.*) --- *) der Einwendung, daß auf den Sonnen ja keine Nacht und kein Winter sei, ist zu entgegnen, daß dort aber auch die Natur viel einfacher ist, als auf der Erde, siehe in Nr. 2. D. Hsg. Und so ist bei den großen und kleinen Welten das nämliche Grundgesetz tätig, welches im Kleinen bei den einzelnen Individuen sich wiederholen muß. — — Bei Mir gibt es nicht viel Gesetze, mit denen Ich die Welt erhalte, aber eben diese wenigen sind durchgreifend, wie Ich stets mit Wenigem viel erziele! Sehet, was ist der Winter? Mangel an Wärme ist der Hauptfaktor, Wasser zu Eis und zu Schnee zu verwandeln. Auch die Erde braucht eine Decke von festeren Stoffen, unter welcher ihr Schlafleben noch langsam fortwirken kann. Von oben hält der Schnee die rauen Winde ab und von Unten treibt die beständige Erdwärme die zarten Fruchtkeime zur Entwicklung, bis sie reif sind, den letzten Prozess im Sonnenlichte zu vollbringen. — Was im Erdenleben vorgeht, das findet ihr im Menschenleben ebenfalls, Ruhe muß eintreten auf Erschöpfung, um durch Ersetzen des Verbrauchten den Menschen weiter zu befördern. Selbst seine geistigen Anlagen, soweit sie zum Lebensberufe gehören, müssen Ruhepunkte haben, sollen sie in Zukunft tätig sein. So sehet ihr, der Mathematiker vertauscht sein ernstes Studium oft mit Beschäftigungen leichterer Art, als Musik und Literatur. Der Leichtsinnige sehnt sich nach etwas Ernsterem (Drama?), weil alle diese Gegensätze, wie Tag und Nacht, wie Tätigkeit und Ruhe, einander gegenüber stehen. Schlaf als regelmäßige Ruhe ist Erstarkung, als übertriebene — Ermattung. Im langen Bettliegen ersetzt Niemand seine Kräfte, und im langen Jagen nach materiellen Genüssen wird auch am Ende alles Geistige verkümmern müssen. Alles, was Ich in der Natur als Gesetz eingesetzt habe, ist nur in dem Maße gedeihlich, wie Ich es bestimmte, zu viel oder zu wenig straft sich von selbst! Sehet, Ich habe es Mir angelegen sein lassen, euch eine geistige Erziehung zu geben, damit ihr nicht im materiellen Leben geistig ganz einschlafet, so wie ihr Tausende um euch sehen könnet, welche in diesem Schlafe so versunken sind, daß sie in diesem Erdenleben nicht mehr daraus aufwachen. Sie werden es sich einst selbst zuschreiben müssen, wenn sie einsehen werden, was sie auf dieser Erde hätten tun sollen oder warum sie auf derselben lebten. Sie, die in’s irdische Leben eintraten, und wußten nicht warum, und wieder hinausgehen, ohne sich im Mindesten etwas Geistigen bewußt zu werden, für sie ging nie eine geistige Lebenssonne auf, sie jagten materiellen Genüssen, Schätzen und Würden nach, meistens ohne sie zu erlangen, und gehen dann arm und betrogen aus einer Welt, welche ihr Scheiden noch mit Hohngelächter begleiten wird. So wie der Schlaf ein geistiges und körperliches Restaurations – Mittel ist, wenn er weise gebraucht wird, ebenso ist auch das wache Leben ein angenehmer Gegensatz zu selbem. Wie schön ist doch das Leben, wenn innerlich und äußerlich Alles seinen geregelten Gang geht, wenn geistiges Leben sanft mit materiellem abwechselt, wo die Seele selbst aus letzterem auch geistigen Gewinn ziehen kann. Sehet die Natur an, wie sie nach dem Winterschlafe auf allen Seiten Blüten und Knospen treibt, Früchte ihres inneren Wirkens während des scheinbaren Winterschlafes, wie Alles sich regt, Alles neu auflebt, wo Wald und Flur neu belebt, Mir, dem Schöpfer, dem Herrn der Liebe seinen Jubelgesang darbringt! So ist auch das geistige Erwachen des Menschen im Jenseits, wo er in einem Werke, mit einem Gedanken seine ganze irdische Laufbahn erblickt, voll von edlen Taten, voll von errungenen Siegen, wo er manche Kämpfe durchmachen mußte, deren Warum er nicht entziffern konnte, wo er mit einem Male Meine Hand, Meine führende Hand erkennen und deutlich einsehen wird, daß es nur so und nicht anders kommen mußte, um aus dem materiellen Lebensschlafe als ein geistiges Produkt zu erstehen! — Gut für Denjenigen, welchem solche Überraschungen zu Teil werden, er wird gewiß die bitteren Arzneien vergessen, welche ihm im Leben gereicht wurden, und wird zufrieden sein, daß er auf diesem Wege zu Mir und in Meine Nähe gelangen konnte. Wehe aber Denen, die Meine Gesetze verkehrten, oder sie nicht beachteten, sie werden das jenseitige Leben so wenig verstehen, als sie auf Erden ihr materielles, ihr geistiges, ihr Traumleben verstanden haben. Das ganze aufgeschlagene Buch Meiner Natur war ihnen bei Lebzeiten voll von Hieroglyphen, da wo die Liebe aus allen Blumenkelchen, aus jedem Tautropfen sprach, da wo durch die Schallwellen der Luft harmonische Töne, sei es in Rede oder Musik, ihnen ihre geistige Abkunft vor Augen stellen sollten; alle diese Eindrücke gingen an ihnen wie an einem Holzklotze vorüber; nur ganz gemeine, materielle Genüsse, selbe zu erlangen, an selben sich zu sättigen, nur das suchten, nur das wollten sie. Und wie oft waren sie betrogen, wenn beim Erlangten der gehoffte Genuß ausblieb! Diese Menschen sind zu bedauern, in welchem Zustande sie in die andere Welt eintreten, aber noch mehr, wenn sie anfangen, ihre eigentliche Lage kennen zu lernen, wo es kein anderes Mittel gibt, als selbst aufzuräumen, selbst auszumerzen, was dort nicht mehr tauglich ist, und wo dann alle vermeinten Zustände des andern Lebens ver-schwunden, kein Paradies, kein Himmel, sondern die nackte Wirklichkeit vor ihnen stehet, welche ihnen ihre Geistes – Armut erst im wahren Lichte fühlen läßt. Um diesen Geistesschlaf und dieses Erwachen sofort zu vermeiden, erwähne Ich euch, lasset euch nicht einlullen in süße Träume, oder beschwichtigen durch eitle Sprüche, wo es immer heißt: „Für die andere Welt habe ich immer noch Zeit; wenn ich Drüben bin, werde ich schon sehen, was zu tun ist." Ja, armer Mensch, wohl wirst du sehen, was zu tun ist, aber du wirst auch sehen, wie leicht es auf der Erde gewesen, und wie schwer es drüben ist, nachzuholen, was für das irdische Leben bestimmt war! Der Mensch in seinem dummen Welt-Eigendünkel glaubt, er wird sich schon in alle Verhältnisse finden können; er denkt, wie hier auf Erden, so lange er gesund und kräftig ist: „ich verliere das Gleichgewicht im Geisterreiche nicht!" Armes Geschöpf, du traust dir viel zu, und doch siehe, kaum klopft der Tod an deine Lebenspforte, im Gewande einer Krankheit, wie schnell verschwindet dein kaltblütiges Urteilen, wie geschwind richtest du Bitten an Mich, Ich solle dir helfen, Ich, Den du früher nicht einmal als daseiend geglaubt hast. — Es ist die Ahnung vom Ende des materiellen Lebensschlafes, die dich beängstiget; du möchtest fort und immer fort leben, nicht aber um der Ausbildung deines Geistes wegen, nein! nicht im Geringsten, sondern um wieder dort anzufangen, wo du es vor der Krankheit gelassen hast, und dazu sollte Ich dir helfen! — welch törichte Annahme! — Du schliefest geistig schon lange, und lebtest ein Traumleben mit lauter angenehmen Bildern; Ich weckte dich auf, und das Erwachen korrespondierte nicht mit deinen Erwartungen, — hier ist die Täuschung! Nicht Ich, du selbst hast dir dieses Los bereitet und wirst die Früchte ernten, wie du gesät hast! So wird so Mancher beim Erwachen bedenklich schauen, so wird gar Mancher sagen: „Ja, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich anders gehandelt!" — Und Ich werde ihm dann antworten: „Und wenn man es auch dir gesagt hat — nahmst du es als geistige unbedingte Wahrheit an? — — wenn Ich dich so manchmal deine eigenen Torheiten fühlen ließ — bist du durch die bitteren Erfahrungen gescheiter geworden? —" „Nein! du liebtest deinen materiellen Zustand zu sehr, konntest dich nicht aus dem Taumel der Genüsse herausreißen, bis dein Körper dir den Dienst versagte, — dann erst fingst du an, ein wenig über die weltlichen Wünsche und Genüsse nachzudenken, es war aber meistens zu spät, — und dem tollen Leben folgte die Reue auf dem Fuße und die wirkliche Vergeltung. Du durchwachtest Nächte bei Sang und Klang, sagtest vielleicht: „wer schläft, der lebt nicht!" und wolltest so alle die Stunden deines Lebens mit materiellen Vergnügungen ausfüllen, bis du ermattet auf ein Krankenbett niederfielst. — Das war dein Schicksal, und ein besseres hast du nicht verdient, — du selbst hast es dir geschaffen, und sollst und mußt den Becher des Leidens leeren!" — Sehet, wie der natürliche Schlaf als Ersatz und als Ergänzungsmittel des materiellen Lebens da ist, so ist aber der geistige Schlaf, wenn er das ganze Leben dauert, nicht mehr zum Besten des Menschen, sondern zu seinem Schaden, weil er, statt die Seele zu erheben, selbe ganz der Materie überlässt. Geistig schlafen gar viele Tausende, finden es nicht der Mühe wert, je über ihren Dualismus nachzudenken, lachen Andere aus, die geistig Leben wollen, und was sie so dem Mitmenschen zu Teil werden lassen, dasselbe werden sie im Jenseits von anderen Geistern erfahren, wo ein geistiger Wind weht, der ihren nur zu weltlichen Lungen nicht anpassend ist. Deswegen, Meine Kinder! benutzet das materielle (irdische) Leben, wie Ich es eingesetzt habe; mißbrauchet nicht eure Kräfte, und vergeudet nicht eure Gesundheit, denn Beides werdet ihr teuer bezahlen, teils hier, teils Jenseits! Der Schlaf als Ruhezustand soll eure körperliche Natur wohl erquicken, nicht aber sie verweichlichen, nicht sie zerstören! — Alles, was im rechten Maß und zur rechten Zeit genossen wird, kann nur dem menschlichen Organismus förderlich sein; denn ihr müsset stets bedenken, daß ihr (als Erdmenschen) nie ganz Geist, nie ganz Körper seid, sondern beides, weswegen ihr das Eine wegen des Andern kultivieren müsset. Der Schlaf ist im Erdenleben die Brücke vom materiellen ins geistige, denn im Schlafe zieht die Seele ihre Lebensfäden enger zusammen, läßt dem materiellen Leben nur das Allernötigste zur weiteren Fortsetzung des vegetabilen Lebens, eröffnet aber dagegen die Türe ins Geisterreich, von wo dann verschiedene Einflüsse ungekannter Zustände selbe oft erhebend über alles Irdische, oft im Gegensatze mit symbolischen Bildern die ewige Kette von Ursache und Wirkung fühlen läßt, welche das Universum zu einem Ganzen verbinden. Dieser feine und zarte Zug, welcher durch das ganze lebende Reich der Wesen geht, und bei Tageshelle im wachen Zustande nicht bemerkt wird, — dieser Zug ist es, welcher im Schlafe Verwandtes und längst Getrenntes wieder zusammenführt. Dort im Traumleben ist es, wo Engelsgeister über manchen Schlafenden Ströme des Segens ausgießen, und wo so manches liebende Herz aus dem Jenseits sich wieder den Zurückgebliebenen nähern kann, und auf sie einzuwirken sucht, was sehr schwer ist, allein es ist der Zustand im Schlafe, wo die menschliche Seele solchen Einflüssen zugänglich ist, und ebendeswegen benützt Alles (von drüben) diese Gelegenheit, um zu warnen, zu Bitten und zu erinnern (mahnen). Im wachen Zustande bleibt in der Regel von dem nächtlich Geschauten oder Gehörten wenig im Bewußtsein übrig. Vorerst wird überhaupt sehr wenig geglaubt, und ferner ist Alles in einer Sprache ausgedrückt, welche der Mensch nicht zu deuten weiß; immer ist es nur der Schlafzustand, wo solchen Eingebungen Gehör gegeben werden könnte. Wenn ihr es genau betrachtet, so ist der Schlaf der wichtigere Teil eurer künftigen Geistesbildung, denn bei Tage wird nur gehandelt, und bei Nacht Alles geordnet, um so den künftigen Geistesmenschen aufzubauen. Sehet hinaus in Mein Universum, ewige Nacht herrscht dort, — nur einzeln kreisen die Welten leuchtend in dem finstern Äther umher. — Allein gerade in dieser finstern Nacht, in dem unbegrenzten Raume, gerade dort lebt und webt geheimnisvoll Meine ewige Kraft, und gibt allem Wesenden, was sie bedürfen. Dort bildet sich aus Geistigem Materielles, und Materielles wird wieder zu Geistigem, gemäß des ewigen Kreislaufes der Stoffe. Bei euch, wenn die Natur die Zeit des allgemeinen Ruhens nach des Tages Wirken ankündigt, wenn Alles in lethargischem Schlafe dahin sinkt, wenn aber auch das dunkle Universum sich öffnet, wo Millionen von Welten ihr sanftes Licht auf euch heruntersenden, dort beginnt das große Geisterwerk in der Natur, materiell Gesammeltes in Geistiges zu verwandeln, — und eben dort ist auch bei euch Menschen und bei den meisten lebenden Wesen die Schlafperiode festgestellt, damit inmitten des geistigen Wirkens um euch auch ihr an diesem Wirken Teil nehmen sollet, — denn auch ihr gehöret als Glieder zum Ganzen, auch ihr müsset dann das von Außen Gesammelte, beim Tage Erlebte, in Geistiges Verwandeln, so wie der allgemeine Zug durch das ganze Weltreich geht. In diesem nächtlichen Schlafe, in dieser gesetzmäßigen Ruhe muß Alles dem Zuge der Liebe folgen, der von Mir ausgehend bis in’s kleinste Atom sich fortsetzt. So ist dieser Schlaf nicht ein bewußtloses Hinsinken, sondern ein Erwachen geistiger Kräfte, welche unter der Hülle der ruhenden Materie Geistiges vorbereiten zu einem Leben, wo keine materielle Sonne, sondern eine geistige leuchtet, die nie untergeht und deren Hauptträger Ich Selbst bin! — Erwachet, ihr Kinder! schauet um euch, wie viele Millionen von Dingen und Wesen predigen euch Meine Liebe, Meine Gesetze. Erwachet vom Geistesschlafe zum geistigen Leben! Erkennet im Kleinsten, was euch in nächtlicher Stille aus den letzten und fernsten Sternen entgegenruft: „Erkennet den Schöpfer der Liebe! Der für Viele geheimnisvoll, aber für euch klar und faßlich wirken will!" Erkennet des Herrn Vater-Gestalt! Der den kleinsten Wurm so wenig als die größte Welt vergisst, Der euch Allen zuruft: „Schlaf habe Ich wohl in der Natur eingesetzt, aber Schlaf ist nicht bewusstloses Ruhen für die Seele; Schlaf ist geistige Tätigkeit, und nur für den hat der Schlaf eine andere Bedeutung, der seinen Geist ebenso hinsinken läßt, wie der Körper der Nachtzeit unterliegt, wo jedoch der Leib am Morgen neugestärkt erwacht, während im geistigen Schlafe ein Erwachen bei weitem schwerer ist, da wirklicher Schlaf eingetreten ist, wo während seiner Dauer nichts für das Gegenwärtige, nichts für’s Künftige getan wurde." Viele sagen: „Schlaf ist Traumleben", und Ich möchte ihnen antworten: „euer Leben ist Traumleben, und während eures Schlafes findet die Seele nichts, um diesen Abschnitt des Lebens zum produktiven Geistigen verwenden zu können!" Die Tiere — wie Ich in einem anderen Worte sagte — leben ein Traumleben, und Menschen, welche unter das Tier herabgesunken sind, die haben ebenfalls ein Traumleben bei Tag und bei Nacht. So soll euch dieses Wort ebenfalls unterrichten von dem geistigen Wirken im Schlafe, welchem ihr bei weitem weniger Wichtigkeit zuschreibet als dem Wachen am Tage. Ebenso wie das geistige Wirken sich dem Forscher gerne entzieht, wenn nicht redliche geistige Absicht ihn leitet, so war es Meine Sache, euch zu zeigen, wie im Schlafe als scheinbare Ruhe zwei Welten sich die Hände reichen, wo die eine der anderen sagt: „was ich bin, das wirst auch du!" und die andere antwortet: „was du bist, das war auch ich!" Gebunden oder ungebunden — Geist ist Alles! nach geistiger Freiheit strebt Alles, geistig will, kann und muß Alles werden! Dieses das schöne Streben, das schöne Leben, das jede Vergänglichkeit überleben muß; denn es ist Meine Grund-Eigenschaft, verbunden mit der Tendenz ewiger Liebe! Aus Liebe ging Alles hervor, und zur Liebe kehrt Alles zurück! Dieses das große Wort, welches jedes Streben heiligt und welches Alles durchbringen muß. Nur mit Liebe hat das Leben einen Zweck, nur durch Liebe ist dieser Zweck erreichbar. Beim Tage liegt es dem Menschen ob, Liebes–Werke zu sammeln, und bei Nacht werden selbe ins Buch der Ewigkeit eingetragen, wo nie auslöschbar dem Träger derselben Friede und Freude einst zulächeln, wohin seine Schritte ihn führen werden! Daher, Meine Kinder, lasset den Schlaf den reichen Schatz allnächtlich verbauen, welchen ihr ihm von der Tagesarbeit mitbringet! Hütet euch aber vor dem Schlafe des Geistes; denn das Aufwachen aus selbem würde euch bittere Täuschungen bringen! Amen!
Die Geburt, das Leben und das Sterben. Empfangen durch Gottfried Mayerhofer am 8, November 1876. 1. Die Geburt. Du willst deinen Namenstag nicht vorübergehen lassen, ohne ein Denkzeichen deinen Mitbrüdern zu hinterlassen. Ich weiß wohl, daß du an diesem Tage nicht an deinen Namenstag, sondern an das Wort „Gottfried" gedacht hast, worüber du schon früher ein Wort von Mir erhalten hast. Nun, diesesmal will Ich Dir statt Ein Wort Dreie geben, und so zwar, daß in denselben nicht das schon Bekannte und Gesagte, sondern selbst von dem, was die Wissenschaft über diese drei obenanstehenden Worte zu berichten weiß, die geistige Seite beleuchtet werde, welche von Wenigen gekannt und verstanden, sondern sogar von Vielen gänzlich geleugnet wird. Es ist umsonst und alles Streben vergebens: Ich muß bei dem Satze stehen bleiben, den Ich schon oft wiederholt euch vor die Augen gestellt habe, ihr sehet, fühlet und höret nichts, lebt in den Tag hinein, glaubt nur an das Materiell-Sichtbare, aber den geistigen Träger und Beweger aller materiellen Erscheinungen — seien sie in, um oder über euch, diesen Träger erkennet, erfasset und verstehet ihr nicht, und so sollen diese drei Fasen des Geist- und Körper-Lebens des Menschen euch wieder einen Beweis geben, daß die Hauptsache, das Warum und die Erklärung aller Phänomene, aller Rätsel und selbst scheinbaren Widersprüche doch ihren Ursprung da haben, wo ihr gewöhnlich selben nicht suchet. Nun also zur Sache: Das erste Wort ist „Geburt", d.h. der sichtbare Eintritt einer in menschlichen Körper gebundenen Seele in’s materielle Reich eines allgemeinen Gemeinlebens. Von dem Akte der Zeugung bis zum Akte der Geburt hat euch die medizinische Wissenschaft so Manches mitgeteilt und kundgegeben, aber doch gelang es ihr nie, den geheimen Weber zu entdecken, der alle diese Fäden wie ein Netz so zusammenfügt, daß ein geordnetes Ganzes, eine menschliche Organisation im Kleinen zur Welt kommt, welche mit dem ersten Atemzuge aus der atmosphärischen Luft wieder dem allgemeinen Verwandlungs- und Fortschreitungs-Prozesse anheimfällt, welchem alle Materie Untertan ist und sein muß. Sehet, schon anderswo habe Ich euch gesagt, daß die Zeugung ein Schöpfungsakt ist, in welchem Ich euch gewisse Rechte einräume, die sonst in der ganzen Schöpfung nur Mir allein angehören. (Siehe im Worte über „die Sinnlichkeit" v. 10. Nov. 1870.) Daß aber eben dieser Akt ein Attribut von Mir ist, und nicht von eurem Willen abhängt, könnet ihr alle Tage sehen; denn der Zustand der Schwangerschaft tritt ein, wenn Ich, und nicht wenn Ihr es wollet! — Schon aus dieser Erfahrung (hättet ihr mehr Verständnis des geistigen allgemeinen Wirkens) müsstet ihr erkennen, daß ein Warum da ist, weswegen in einer Familie Kinder im Überflusse, und in einer anderen gänzliche Fruchtlosigkeit vorhanden ist, welche oft gerade den eingebildeten höheren Klassen euerer Gesellschaft so viel zu schaffen macht, wo so mancher eitle Geck einen Stammhalter möchte, der seine zusammengerafften Reichtümer wieder würdig seines Standes ausgeben und ver-schwenden könnte! Auch selbst bei dem Geschlechte der einzelnen Kinder — ob Mädchen, oder Knabe — habe wieder Ich das wichtigere Wort zu sprechen, weil Ich am besten weiß, welche Veränderungen aus dem Ereignis erwachsen werden, wenn der neue Ankömmling einem oder dem andern Geschlecht angehört. Dieses Alles sind nur einzelne Winke, womit Ich euch beweisen will, daß überall geistiges Einwirken die materiellen Resultate bestimmen muß. Wenn wir zur Empfängnis selbst übergehen und dann den ganzen Verlauf der Entwicklung des Embryo mit aufmerksamem Auge betrachten wollen, so will Ich euch einen Vergleich aufstellen, der durch alle drei Worte: Geburt, Leben und Sterben durchgeführt werden soll, und dieser Vergleich ist der eines Fischer-Netzes, welches vor und nach der Geburt gestrickt, im Leben gebraucht, und im Sterben dann Masche für Masche, Knoten für Knoten wieder aufgelöst wird. Sehet, nach allen wissenschaftlichen Forschungen zeigen sich als erste Anfänge des Embryo zwei Punkte, welche mittelst eines zarten Fadens zusammenhängen. Der eine dieser Punkte wird das Gehirn, der andere das Herz, und der sie verbindende Faden die Wirbelsäule oder das Rückgrat werden. Es sind die ersten Maschen des Fischernetzes, welches als ein Faden und zwei Knoten den Anfang bildlich darstellen könnte, aus welchem sodann das ganze Netz gestrickt als ein verschiedenartiges Zellgewebe *) das Haus der ganzen menschlichen Organisation verbindet und zu einem Ganzen abschließt. --- *) hier ist nicht das spezielle Zellgewebe tela zellulosa, sondern das der ganzen Organismus im Allgemeinen gemeint. D. Hsg. So, von diesen beiden mikroskopischen Punkten angefangen, bildet sich auf der einen Seite das ganze Nerven- und auf der andern das ganze Arterien-, Venen- und Capillar-System der wichtigen Blutgefässe aus, welch’ ersteres als Anreger und Beweger, letzteres als Ausführer, Ausscheider und Ergänzer langsam in einer gewissen Zeit den menschlichen Körper mit Hilfe des mütterlichen Lebens vollenden, — bis der Moment eintritt, wo das mütterliche Leben mit dem nun zu Gebärenden nichts mehr zu schaffen hat, es aus seinem Körper ausstoßen muß, damit es seine weitere Ausbildung unter anderen Verhältnissen und anderen Einflüssen einer höheren Führung überlasse, wo das erste unbewusste Leben im Mutterleibe zwar die Grundlage, der Anfang, aber nicht der Hauptzweck, nicht das Ende sein kann. So werden alle Organe im menschlichen Körper aufgebaut, da mit dem ersten Pulsieren des Herzens im Embryo die hineingelegte Seele ihr Handwerk beginnt, und das Gewebe fortsetzt, und zwar mit den Mitteln, welche sie im mütterlichen Leibe vorfindet, und mit dem Zusatze, den sie aus dem mütterlichen Leben fortwährend empfängt. Je nachdem nun diese Mittel gesund und im normalen Zustande sind, oder unbrauchbare Elemente enthalten, wird auch das neu zu gebärende Wesen seine Lebensdauer, seine Leiden oder Freuden demgemäß empfangen, wo neben körperlichen Mißverhältnissen selbst auch die geistigen darunter leiden werden, was das Verkommen der menschlichen Rasse und die Vermehrung aller möglichen Krankheiten beweiset, da die meisten davon nicht selbst gemachte Fehler, wohl aber angeerbte Krankheiten sind, welche der geistigen Entwickelung auf dieser Welt viele Hindernisse in den Weg legen, indem durch Krankheiten das geistige Fortschreitungswerk nicht vollendet werden kann, sondern oft für das Jenseits aufgehoben wird, wo dann aber das Verbessern nicht so leicht wie hier geschehen kann! Sobald das Kind dem Mutterleibe entschlüpft ist, und in den Kreis des planetarischen Lebens eintritt, so ist sein Leben (vorerst) ein rein pflanzliches, vegetierendes ; denn die Werkzeuge, deren sich die Seele zur Äußerung ihres inneren Lebens mit der Zeit bedienen sollte, sind noch zu zart, vertragen keine geistige Einwirkung, und es muß erst abgewartet werden, daß Auge und Ohr und Zunge sich daran gewöhnen, von Außen Eindrücke zu empfangen, selbe der Seele zu übermachen, und sodann wieder rückwirkend der Außenwelt wiederzugeben, was die Seele als geistiges Wesen den andern geistigen Wesen mitteilen will. Für das neugeborene Kind ist die Muttermilch die erste Nahrung; diese Milch ist nicht allein das Produkt der Drüsen, die in dem Busen der Mutter sich befinden, sondern sie ist das Produkt der Liebe, der früher nie gefühlten Mutterliebe, welche in dem Säugling einen aus dem eigenen Mutterleibe gebildeten menschlichen Organismus erblickt, und mit der Milch die weitere Ausbildung desselben fortsetzen will, da solches im Mutterleibe nicht mehr gestattet wurde, und andere Faktoren und andere Elemente in kurzer Zeit auch die Muttermilch ersetzen werden. So wächst das pflanzliche Leben langsam fort, die körperliche Organisation wird nach und nach Werkzeug der in ihr wohnenden Seele, und die nächste Zeit zeigt dann, wie die Seele, sich ihrer Werkzeuge bedienend, den langsamen Entwickelungsgang betritt, wo übersprudelnd von materieller Lebenskraft sie heftige Bewegungen, heftige Gemüts-Affekte, als Lachen oder Weinen, und heftige Kraftanstrengungen, als Lieblingsbegierden, in den Vordergrund stellt. So wächst das Kind zum Knaben, zum Mädchen heran, so entwickelt sich die dem Geschlechte angemessene Richtung; die Erziehung vollführt dann, was die Seele allein nicht kann, und so geht zwischen Verirrungen und Fehlern, zwischen nicht erfüllten Wünschen und bittern Erfahrungen das ernstere Leben an, wo die Familienverhältnisse, Neigungen und weltlichen Ereignisse das weitere Leben begründen, welches die späteren Verhältnisse dahin wieder zurückführen, von wo es ausgegangen ist. Wenn ihr je ein Fischernetz (d.h. eine gewisse Art) aufmerksam betrachtet habt, so werdet ihr gesehen haben, daß beim Anfangt das Netz weitere Öffnungen hat, und dann stets enger zusammenlaufend in einen Sack endet, wo selbst das kleinste Fischlein nicht mehr entweichen kann. Was ihr nun an diesem Netze bemerket, das ist bei dem Menschen von Geburt aus auch der Fall; im Mutterleibe sind die Maschen des Netzes groß, es heißt dort nur den materiellen Leib aufbauen, nichts beengt dieses Geschäft, was die Mutter durch die Außenwelt empfängt, Alles wird Gemeingut zwischen ihr und dem Kinde. Ernste Fragen treten nicht auf, denn die Seele (Lebenskraft) des Kindes hat noch die Hände gebunden, kann nicht tun, was sie will, weil die Organe nicht fähig sind, ihr im Mindesten Gehorsam zu leisten, um so mehr, da im Anfange dieselben sich erst nach und nach aufbauen. Je mehr dieses Aufbauen fortschreitet, desto mehr trachtet die Seele an dem Punkte anzukommen, wo sie zum Teile unabhängig von der Mutter die Zügel in die Hand nehmen kann. Das Gewebe wird stets enger und dichter, es läßt nicht mehr Alles durch, fasst Alles auf, um es zum eigenen körperlichen Aufbau zu benutzen, um so den menschlichen Körper vorzubereiten, daß er ein tüchtiges Werkzeug für die Seele werde, damit am Ende alle weltlichen und geistigen Eindrücke zum Ziele führen, wie der Fischer auch sein Netz gebraucht, nämlich sich seinen Unterhalt zu gewinnen und seine Erbenmission zu erfüllen. So werden die im Embryo fein gewebten Fäden stets stärker, stets enger, vereinen sich zu Gruppen, zu Maschen und Knoten, die stark genug dann sind, alles Schwere und Leichte, welches während der Lebensdauer in’s Lebensnetz fällt, gehörig zum Aufbau seines geistigen Ichs zu benützen. — Der geistige Hauch Meiner Allmacht, der Alles durchbringt, er ist es, der dem Embryo die Kraft zur weiteren Entwickelung verleiht, nach allgemeinen Gesetzen sich auszubilden; er ist es, der die Seele in selben hineinlegt, er ist die Kraft, alle Hindernisse zu bekämpfen, sie nach und nach mit Mitteln versieht, daß die in denselben gelegte Seele sich äußern kann zu ihrem und Anderer Nutzen, um so Freude und Liebe zu bewirken, zu verbreiten und selbst zu genießen; denn Mein Reich, aus dem alle Seelen stammen, ist ein Reich der Freude und des geistigen Genusses, welches natürlich nur Jenen zu Teil werden wird, welche die geeigneten Elemente besitzen, in diesem künftigen Reiche sich wohl zu finden (d.h. in der Liebe). Wenn das erste Erwachen der Mutterkraft nur in zwei Punkten und einem leichten Faden bestehet, wo der eine Punkt das geistige und der andere das materielle Leben, und der Nerven-Faden die Verbindung beider vorstellt, so ist im jenseitigen Leben ebenfalls das Nämliche der Fall; auch Dort bestehen die zwei Punkte und ein Verbindungs-Faden, in dem aus Mir und zu Mir führenden Geistigen und in dem Seelenleben, welche beide durch die Liebe verbunden nur nach Einem Ziele streben. Auch dort ist das Netz mit seinen weiten und engen Maschen, welches Alles umgibt, und es stets enger und enger zu fassen strebt, damit auch dort wieder nach der hier körperlich stattgefundenen Geburt, die geistige desto leichter erfolgt, wo ein geistig-ätherischer Körper eine vollkommene Seele umkleiden soll, die ihren ersten Anfang in zwei Punkten im irdischen Mutterleibe, und ihre geistige Geburt in der anderen Welt ebenfalls wieder erneuern und fortsetzen kann, nämlich als geistiges ewiges Leben, zum Heile ihres eigenen Ichs, und zum Siege über die Materie, als Abkömmling von Mir, von wo sie ausgegangen und zu Dem sie zurückkehren muß! Amen! Fortsetzung am 11. November l876. 2. Das Leben. In dem Vorhergehenden habe Ich euch gesagt, wie das Fischernetz gestrickt wird, wie ein Knoten um den andern selbes vervollständigt, damit es von der Embryonischen Bildung angefangen bis zum Leben komplett und der Mensch selbstständiger wird, fester und kompakter geheftet, auch allen Lebensstürmen Trotz bieten kann. Dort habe Ich euch gezeigt, wie vom vegetabilischen Leben des Kindes an der Mutterbrust bis zum Knaben, oder Jünglingsalter die verschiedenen Fakultäten nach und nach sich ausbilden, aber meistens nur in ungezähmter Natur, wo das Lebensnetz offen steht und in seine weitgeöffneten Spalten Alles eindringen läßt, weil das jugendliche Gemüt keine Folgen bedenkt und keine Gefahren kennt. Jetzt wollen wir um einen Schritt weitergehen und das Fischernetz als Komplex sowohl des materiellen Organismus, als auch als Werkzeug in geistiger Hinsicht betrachten, wie selbes gebraucht wird, damit dadurch die Notwendigkeit seines Bestandes von Anbeginn der Geburt, als wie die weitere Verwendung dadurch klar erwiesen wird. Nun so höret also: Sehet, ein Fischernetz, wenn es zum Gebrauche in’s Wasser gesenkt wird, hängt gewöhnlich zwischen zwei Fischerkähnen oder Schiffen (Barken). Beide ziehen das Netz vorwärts, und so auf diese Art werden die meisten Fische gefangen, die sie auf ihrem Wege begegnen. Diese zwei Fischerbarken sind nun bei dem Menschen (entsprechend) sein Materielles und sein geistige s Leben, an welches gebunden dem Strome des irdischen Lebens entgegengefahren wird, alles Begegnende in sich auffassend und seinem Lebenszwecke es anpassend, wo im Anfange, wie beim Fischernetz mit seinen weitern Öffnungen, auch Vieles unbenutzt wieder durchgelassen wird, und erst in späteren Jahren, oder in dem Netze mit enger gestricktem Gewebe erst zu erkennen angefangen wird, daß die kleineren Ereignisse und deren Folgen auch beachtet werden müssen, und man die großen Fische abwarten muß, oder daß von den unverhofften Umständen nicht immer sein Heil oder sein Glück abhängt. Die beiden Fischerkähne ziehen das menschliche Leben in die Verkettung aller weltlichen Ereignisse stets vorwärts in verschiedenen Richtungen, materiell das Eine und geistig das Andere wollend, wo das materielle Netz durch eigenes Verschulden so manchen Riss bekommt, und auch geistig nicht an’s Verbessern gedacht wird. So geht der Lebensprozess vor sich, weit und hoffnungsvoll ist das Netz allen Begierden und Wünschen geöffnet. Alles zieht hinein oder hindurch, macht Lücken, oder zerreißt die Lebensfäden mit Gewalt. Immer gegen das engere Gewebe des Netzes eilen die Ereignisse, dort werden sie mehr festgehalten, mehr überdacht, mehr ausgenützt, dort bei ruhigerem Bewusstsein erwachen erst die Fragen: woher? und wohin? — dort erst fängt der Mensch an zu begreifen, wie viel Wichtiges, oft Großes er in seinen Jugendjahren versäumt, verdorben und unbeachtet gelassen hat, das, käme es wieder, er ganz anders ausbeuten würde. — So mancher große Fisch verwickelte sich in die weit geöffneten Spalten seines Lebensnetzes, zerriss dasselbe, weil die geschickte Hand fehlte, denselben zu fassen und sich ihn eigen zu machen. Zwischen materiellen Genüssen und geistigen besseren Momenten verfließt die Lebenszeit, schon zeigt sich so mancher Fehler, so mancher Schaden im Lebensnetze; auch der Strom, dem es entgegengezogen wird, ist nicht der nämliche geblieben. Breit und mit flachen Ufern lieblich ausgestattet war sein Beginn, aber enger und enger, steiler und steiler werden die Ufer, die frühere weit offen stehende Aussicht wird beschränkt, durch nähere Gegenstände die Fernsicht verdeckt, es bleibt endlich nichts übrig, als die Aussicht direkt nach vorwärts und rückwärts, soweit es die Krümmungen des Lebens-Stromes erlauben. Alles stellt sich dar wie ein silberner Faden, ein Streifen Wasser, der anfangs ruhig dahinfließt, jetzt auch noch mehr durch Felsen, hineingeworfene Hindernisse und Wasserfälle gehemmt, und so das Lebensnetz gar oft mit dem gänzlichen Zerreißen desselben bedroht wird. So wird manches Fischlein, auch oft gar mancher große Fisch über Bord geworfen, als unbrauchbar erkannt, weil sie nicht zu verwerten sind, oder weil das Behalten desselben noch schlechtere Folgen als das Freilassen hat. — Aufwärts und vorwärts geht es, unaufhaltsam den Ereignissen entgegen, zwischen zwei einander entgegengesetzten Führern, Geist und Materie, — wohin?! — wer weiß es genau? wer hat einen rechten Begriff von dem, was noch kommen soll oder wird? — das Einzige, was gewiß, ist nur das Erkennen, daß das Lebensnetz anfängt, schadhaft und stets unbrauchbarer zu werden; je mehr man eben im späteren Alter Alles behalten und benutzen möchte, was der Lebensstrom uns zuführt, desto weniger will das Netz halten, es zerreißt. Doktoren und Medizin, Geistliche und Prediger suchen es zu flicken, aber sie haben nicht die nötigen Mittel, nicht die nötigen Werkzeuge, nicht die nötigen starken Fäden, sie bringen nur lauter gebrauchte, abgenützte Elemente mit sich, die im trockenen Netze vielleicht halten würden, sobald aber das Wasser des Lebensstromes sie durchdringt, als unbrauchbar sich erweisen. Selbst die Schifferkähne werden leck, der eine sehnt sich zurück, der andere treibt vorwärts. So verfließt das menschliche Leben unter steter Furcht und Hoffnung, zwischen Freuden und Leiden, wo die Menschen die ersteren nicht zu genießen und die letzteren nicht auszunützen verstehen. — Alle Hindernisse im Lebensstrome mehren sich, mehr Kräfte zum Fortkommen braucht es, und zum Schreck — stets weniger finden sich vor. Der materielle Schiffer verweigert seine Hilfe, und der geistige verlangt Ergebung in seinen Willen. Das Netz, von tausend Hindernissen zerrissen, hängt zwischen Beiden, Nichts hält mehr; was dem Netze entgegenschwimmt, geht entweder hindurch oder ist nicht mehr brauchbar, die Fäden sind schlaff, abgenützt, vertragen weder Last, noch können sie Widerstand leisten. So geht das Lebensnetz, gezogen von zwei verschiedenen Kähnen, dem engeren Thale, dem dunkleren Tore entgegen, aus dem der Lebensstrom herausquillt, und über welches menschliche Berechnungen nicht hinausreichen. Das Leben mit all seinen schönen und lockenden Gegenden der Jugendzeit, des reiferen Alters, Alles ist an den Ufern des Lebensstromes vorübergezogen, Alles hat momentan ergötzt, momentan belebt und momentan Freuden gebracht. — Längst aus dem Gesichtskreis entschwunden sind alle die schönen Ideen und Erwartungen, die man von der Zukunft gehegt, flüchtig wie das Vorübergleiten des Ufers war ihr Kommen und ihr Verschwinden. Eitel ist die Welt und umsonst war der Drang, materiell-weltliche Genüsse festzuhalten, sie verschwanden und ließen höchstens die Erinnerung zurück, wie so mancher Traum, der nie das Gehoffte oder Gewünschte, nie etwas Reelles besaß. So geht der große Lebensprozeß von zwei Punkten im Embryo angefangen, sein Lebensnetz strickend, es zum Leben gebrauchend vor sich, bis an dessen Ende der Tod oder das Sterben wieder langsam alles Genossene, Masche um Masche das ganze Lebensnetz in die primitiven Elemente auflöset, aus denen es gewonnen wurde, und der Materie zurückgibt was ihr gebührt, und nur der geistige Erwerb durch das enge Eingangstor in’s jenseitige Leben mit hinübergenommen wird. — Ja, Meine Kinder, wenn ihr eigentlich wüsstet, was das Leben im geistigen Sinne ist, wenn ihr klar begreifen könntet, welche Aufgabe euch eigentlich hier auf dieser Erde zugemessen ist, ihr würdet ganz anders handeln als ihr es eigentlich tut, ihr würdet euer Lebensnetz ganz anders einrichten, ganz anders benutzen, und nicht so zwischen den zwei Führern stets herumschwanken, unentschlossen, welchem von Beiden ihr euch eigentlich ganz anvertrauen sollet, sondern ihr würdet, wie Ich einst sagte: „dem Kaiser geben was des Kaisers, und Gott was Gottes ist!" d.h. die materielle Welt nur so benutzen, daß geistiger Gewinn daraus erwachsen sollte, und zwar aus zwei Gründen, weil der geistige Gewinn dauerhafter, und das geistig-jenseitige Leben auch viel länger als das materielle, ja ewig ist. Aber so sehe Ich leider nur euch herumtaumeln wie Betrunkene, dem materiellen Leben nicht ganz trauend, aber auch dem geistigen wenig Achtung schenkend, sehe, wie ihr alles gut Gemeinte, was Ich euch auf eurem Lebensweg entgegenführe, nicht zu gebrauchen verstehet, indem ihr stets im Lebensstrom aufwärts fahrend die Ufer sehnsüchtig betrachtet, wo ihr manche Schätze zu finden glaubet, wo es gut Hütten zu bauen wäre, aber in Wirklichkeit doch kein Halt ist; Ich sehe, wie ihr — verblendet durch die materielle Welt — stets euch dem Gedanken hingebet: „für’s Geistige hat’s noch immer Zeit!", und doch könnet ihr die Gegenwart nicht aufhalten, und die Vergangenheit nicht zurückrufen. So verscherzet ihr eure künftige Mission, vergeudet eure Zeit und eure Kräfte, und kommet an dem engen Eingangstor in’s geistige Leben an, wie eine mit materiellen Gelüsten angefüllte Seele, die, wenn sie auch diese Begierden in’s Jenseits mitnimmt, dort sie nicht brauchen, nicht benutzen kann deswegen so viele Worte, so vielfache Beleuchtung des menschlichen Lebens nach allen Seiten, damit ihr zur Einsicht kommen solltet, es ist umsonst, sich Meinen Gesetzen entgegenstemmen zu wollen, es hilft nichts; diese Welt, in der ihr lebet, ist eben anders, als ihr sie gerne haben wollet, und das nächste Jenseits ist noch mehr verschieden von alledem, was ihr euch davon denket, und es wird sich weder die materielle noch die geistige ändern euch zu lieb, sondern beide waren und werden sein, wie Ich sie gemacht habe, nach Meinen Ratschlüssen und nicht wie so mancher Gelehrte oder Philosoph selbe zu seiner Bequemlichkeit konstruieren möchte!! Öffnet also eure Augen, sehet die Welt an wie sie ist, benutzet sie geistig wie ihr sollet, und der Tod wird euch nichts Furchtbares, nichts Überraschendes sein, denn er führt euch ja nicht in die Vernichtung, sondern in ein Land, aus welchem ihr einst gekommen, und in welches ihr wieder zurückkehren müsset. So soll euer Lebensnetz geistige Fische in Unzahl auf seinem Lebenswege sammeln, um mit diesen Elementen das geistige für’s Jenseits nötige Seelenkleid zu fertigen. Auch der Fischer wirft sein Netz aus, um mittelst selbem teilweise seine Nahrung und direkten Gewinn zu ziehen; machet auch ihr es ebenso, geistige Wesen seid ihr, und geistig soll euer Gewinn sein. Dieses ist euere Lebensaufgabe! Wohl dem, der sie so auffasst, und indem er der Welt den Wert nur gibt, den sie eigentlich hat, sich dadurch von vielen Enttäuschungen und vereitelten Hoffnungen befreit fühlt. Amen. Fortsetzung am 18 November 1876. 3. Das Sterben. Hier stehen wir nun an dem Abschlusse der ganzen Stromfahrt und vor uns ist das Endziel alles irdisch-leiblichen Lebens, ein finsteres Tor, aus welchem der Lebensstrom herausquillt, und ein ungewisser Eingang, durch welchen jeder Lebende hindurch muß: — Sterben oder der Tod! Was ist denn dieser Abschluss des irdischen Lebens, wie geht er vor sich, und was ist die Folge davon? Dieses sind Fragen, die den Menschen oft beunruhigen, und ihn mitten unter rauschenden Vergnügungen oder Herrlichen Genüssen aufschrecken. Das Bitterste von Allem aber ist eben der Gedanke, daß kein Wesen diesem Schritte ausweichen kann, und Alles durch diese dunkle Pforte hindurch muß. — Was dann hinter dieser Pforte Menschen und Tiere erwartet, wer weiß es gewiß, wie es eigentlich ist? ihr wisst nur, daß es nicht ist, wie ihr es gerne haben möchtet. Nun, da Ich euch schon so manche Worte gegeben habe, und zwar über verschiedene, bisher unaufgeklärte Vorgänge in der sicht- und unsichtbaren Natur, so soll auch dieses Wort ein Glied dieser Kette werden, und zwar noch nebenbei euch erklärend, wie der Tod der Abschluß dieses Lebens wird, und so mit dem eben Gegebenen über „Geburt" und „Leben" als Schlußwort der drei im Anfang angeführten Titelworte Ein Zusammenhängendes bildend. — Von dem ersten Worte über Geburt angefangen, führte Ich euch durch das Labyrinth der Formation des materiellen Körpers, von dort mit der spätern Ausscheidung aus dem Mutterleibe bis zum Selbstbewußtsein, von dort durch das Wort „Leben" durch alle Phasen desselben, vom Leben übersprudelnden Jünglinge oder Mädchen bis zum Greise oder alten Weibe, zeigte euch im Vergleiche eines Fischernetzes zuerst dessen Anfang, ferner dessen Gewebe, sodann dessen Gebrauch, und nun sind wir an dem Punkte angekommen, wo am Eingangstore in eine andere Welt dieses Fischernetz nicht mehr nötig ist, und nach dem ewigen Verwandlungs-Gesetze in Meinem Naturreiche auch schon die einzelnen Fäden und Knoten, aus welchen das Fischernetz bestand, nach und nach gelöst worden sind, die Beute des Netzes selbst zum eigenen und Anderer Nutzen verbraucht und nun — soll ein Fortschreiten ermöglicht werden, — ein anderes Fischernetz aus dem früheren hergestellt werden muß. Bevor wir aber alles dieses, was zum Jenseits nötig, erörtern, wollen wir uns mit dem Sterbe-Akt, dessen Vorhergegangenem, als wie mit dessen natürlich Folgendem beschäftigen, weil die Menschen aus angeborenem Triebe, ihr Leben so lange als möglich zu fristen, Alles aufwenden, um wenigstens — wie sie glauben — selbes zu erhalten. Nun, der Tod hat tausenderlei Ursachen, warum er eintritt, da meistens der Menschen eigenes Verschulden oder fremdes Zutun im Allgemeinen selben herbeiführt, und zwar früher als es in der ursprünglichen Organisation bestimmt gewesen wäre. Ihr habt in eurer Sprache einen ganz wohlgeeigneten Ausdruck für das Sterben, welcher aber (leider) selten am Platze ist, den Hingang eines sterbenden Menschen richtig zu bezeichnen, und dieser Ausdruck heißt: „In dem Herrn entschlafen!" was soviel sagen will als: aus Altersschwäche in den Zustand des vegetabilen Lebens des Kindes übergetreten, gleichsam unbewusst aus der Welt zu gehen, wie man als Kind in dieselbe hereinkam. Solch einen Akt könnet ihr unter dem jetzt lebenden Menschengeschlechte zu den Seltenheiten zählen, wie die sieben Weltwunder der Alten. Denn was ihr bei euch oft in dem Totenzettel als Altersschwäche (marasmus senilis) anzeiget, ist noch lange nicht das, was Ich meine, wo ein sanfter Übergang den lebenden Menschen in’s andere Reich führt, damit kein Sprung, sondern ein sanftes Absterben der materiellen Hülle, und ein gleichzeitiges Anziehen des Geistes-Gewandes vor sich gehen soll. Jetzt bei euch, wo ihr vermöge eurer (verkünstelten) Lebensart voll von Stoffen seid, die eurem Organismus fremd sind, und denselben in seinen Funktionen nur hindern, dadurch den Tod beschleunigen und früher herbeiführen, jetzt gehen die meisten Menschen frühzeitig in ein Jenseits über unreif, wie ein zu früh vom Baume gefallener Apfel, wo sie den Zweck des irdischen Lebens nicht erfüllt haben und sich auch im Jenseits fremd fühlen. — Ich sagte euch: das Fischnetz löset sich während der Fahrt stromaufwärts Knoten um Knoten, Masche um Masche auf; aber während dieses materiellen Zersetzens bildet sich ein anderes geistiges Netz für ein anderes Sein, und dieses Netz wird gewirkt aus den feineren Stoffen des Materiellen, und so bildet sich aus dem zerrissenen und zerfetzten Lebensnetze ein anderes für das Meer der Unendlichkeit. Je schneller und geschwinder also ein Mensch das Zeitliche mit dem Jenseits vertauschen muß, destoweniger ist das Netz für dort fertig, um ihm zu dienen, er kommt also lückenhaft dort an, da er das zeitliche materielle Netz nicht mit hinübernehmen kann, und das künftige zum Gebrauche noch nicht vorhanden oder doch nicht vollendet ist. — Dieses sei euch im Allgemeinen ein kleiner Fingerzeig, wie man hier leben sollte, wenn man im Jenseits nicht mit schweren Kämpfen das Versäumte nachholen muß. Was den Akt des Sterbens selbst anbelangt, so wollen wir auch diesen etwas näher betrachten, damit so Mancher diesem unausweichbaren Schritte ruhiger entgegentrete. Daß ihr Alle sterben müsset, das — wie ihr sagt — „wisset ihr leider nur zu gewiß," nur sind so viele Ideen im Umlaufe, wie dieses Sterben eigentlich geschieht, daß die Umstehenden bei einem Sterbenden im Allgemeinen ganz anders urteilen, als es in der Wirklichkeit ist, und so manches scheinbare Leiden des mit dem Leben Kämpfenden für schmerzhaft halten, wo der Sterbende oft gar nichts mehr davon fühlt. — Um euch das Sterben näher zu erklären, so muß Ich euch im Voraus sagen, daß der Tod, sowie sein letzter Akt, das Sterben selbst, nicht erst im letzten Momente eintritt, sondern daß dieser Prozess von Geburt an, als Stoffwechsel eingeleitet, schon fortdauert, bis das täglich Eingenommene nicht mehr zur täglichen Ausgabe genügt, und dann ein Ende des Lebens-Prozesses herbeigeführt werden muß, da die Organe ihren nötigen Zuschuß zur Erhaltung des Körpers nicht mehr erhalten, oder selbst an Mangel von Existenzmitteln der Auflösung entgegengehen. Das Lebensnetz verliert mit der Zeit seine Dauerhaftigkeit, es hält kein Faden mehr, und so werden die Lücken immer größer, bis endlich das Netz, aus einem fortlaufenden Faden gewirkt, sich nach und nach von selbst auflöst. Dieses der Fortgang im menschlichen Körper! Die Seele aber, um ihrer Mission gemäß zu wirken, braucht einen ganzen Organismus, welcher keiner Störung oder Stockung im Lebensprozesse ausgesetzt ist, und sucht deshalb, wo Lücken sind, selbe mit einer fieberähnlichen Hast auszubessern; dieses tut sie von Anbeginne des Lebens bis zum Ende, so lange es möglich ist. — Bei Krankheiten wird ihr oft durch Arzneimittel Hilfe zugesandt, sie gebraucht selbe, so lange die Organe selbe zu verwerten wissen; geht aber auch das nicht mehr, so hören alle Mühen auf, die Kräfte im Körper und die von der Außenwelt eingesogenen genügen nicht mehr, das Uhrwerk geht stets langsamer, b |