Reise nach Hanoch 4 (8 A4-Seiten)

Santa Isabel, 30.Oktober 2009

Meine lieben Freunde und Geschwister,

Friede sei mit Euch!

Wie die Zeit eilt! Einst dachte ich, ich hätte hier in Brasilien alle Zeit der Welt und es könnte dann schwierig werden, mit der „vöhrigen" Zeit fertig zu werden. Aber Oha-Lätz! Ein beschauliches Leben kann ganz schön stressig sein …

Einen nicht geringen Stress hat der Zahnarzt verursacht. So, wie es eigentlich alle Zahnärzte tun. Ja, das tun sie. Aus Passion. Das habe ich schon in meiner Schulzeit erlebt, als ich (beinahe in Ketten gezogen) zum Schulzahnarzt geschleppt wurde. Ich erinnere mich nur zugut, wie ich damals voll verkrampft in diesem unbequemen Stuhl die Tortur über mich ergehen lassen musste. Der Zahnarzt, ein freundlich scheinender Mann, konnte es nicht lassen, bei der Handhabung der Bohrmaschine mit ihrem skurrilen Bohrgeräusch und den grössten Schmerzen meinerseits verschmitzt zu lächeln, was bei mit den unauslöschlichen Eindruck hinterliess, dass Zahnärzte einen gewissen Hang zum Sadismus haben müssen, um Spass an ihrem Beruf haben zu können. Das kann ja schon sein, aber mit fehlte das Zeug zum Masochisten … Nun denn, das war vor etwa gut fünfundvierzig Jahren und in dieser Zeit bin ich dieser Spezies und allen Arten von Bohrgeräuschen aus dem Weg gegangen und sie erfolgreich zu meiden versucht.

Jetzt aber war Nilce die stressauslösende Person. Acht Monate habe ich mich mit allen erdenklichen Mitteln gewehrt, einem Zahnarzt die Ehre mit meinem Besuch zu geben. Nach acht Monaten sind mir dann aber die Ausreden ausgegangen und so blieb mir kaum etwas anderes übrig, als ihrem unaufhaltsamen und hartnäckigen Drängen nachzugeben, nachdem sie mir dann meine Krankheit richtig diagnostiziert und gesagt hat, ich leide am Dentisten-Syndrom. Nach einigen letzten verzweifelten Terminverschiebungen war es dann also soweit, dass ich im Wartezimmer eines Dentisten sass. Wir waren etwa eine Stunde zu spät, und ich hoffte eindringlichst, dass er mich wieder nach Hause schicken würde mit der Bemerkung „komm ein andermal wieder". Aber nichts da. Mit einem freundlichen, fast kindischen Lächeln (!) lud er mich ein, auf dem Stuhl (es sind immer noch die gleichen unbequemen Stühle wie vor fast fünfzig Jahren) Platz zu nehmen und zu warten.

Es ist unnötig zu sagen, dass ich viel darüber meditiert habe um die Schmerzen, verursacht durch den Willen eines grinsenden Zahnarztes, wenigsten ein bisschen erträglich zu haben. Aber jetzt, auf dem Stuhl, war alle Meditation vergessen und ich fieberte der Folter entgegen. Nilce war mit dabei im Behandlungszimmer. Jetzt durfte ich nicht mal den Schmerzen Ausdruck geben, wenn sie dann kommen werden. Musste tapfer sein! Nachdem er mich etwa 10 Minuten vor mich hin schwitzen liess, öffnete er mir meinen Mund und tupfte eine Watte auf das Zahnfleisch, dann begann er sich wieder mit Nilce zu unterhalten. Bald darauf ergab ich mich ohnmächtig in mein Schicksal - denn er näherte sich mit einer Spritze in der Hand, vielsagend nach oben gerichtet und – mit einem Lächeln in den Mund- und Augenwinkeln und ich sah, wie er damit in meiner Mundhöhle herumstocherte. ‚Nun mach schon‘, dachte ich, ‚stich zu und bring es hinter mich!‘. Nun nahm er das spitze Ding wieder aus meinem Mund. ‚Hat nicht funktioniert‘, dachte ich und sah wie er sich nach einer weiteren ausgiebigen Unterhaltung mit Nilce mit einem anderen, gröberem, ebenfalls spitzem Ding meinem immer noch offenen Mund näherte. Etwa eine halbe Minute liess er dieses Chromstahlhebeisen in meinem Mund, während er ununterbrochen in die Unterhaltung mit Nilce vertieft war, dann – beginnt er lächeln und sofort schloss ich die Augen, um mich auf den Schmerz zu konzentrieren. Er aber schubste mich an der Achsel und meinte: „terminei". Etwas ungläubig und fragend schaute ich zu Nilce und auch sie sagte „Ja, steh auf, er ist draussen". Nicht möglich! Eine Spritze, einen Zahn gezogen, und keine Schmerzen! Nicht mal das Kleinste gespürt, ausgenommen, dass er mit dem Finger mal einen oder zwei Zähne berührt hat!

Als ich aufstand, lächelte er immer noch. Ich hätte ihn umarmen mögen.

Auch das nächste Mal, als eine Operation für die Vorbereitung des Implantats anstand, war es ebenso. Sogar das Anbohren des Knochens war absolut schmerzfrei, nur das Bohrgeräusch liess mir beinahe das Blut in den Adern erstarren – wie vor fast fünfzig Jahren.. Ja ich war voll zufrieden mit diesem brasilianischen Zahnarzt.

So ist es doch im Leben, auch rein weltlich und natürlich gesehen. Fixe Ideen sind nicht so einfach zu therapieren. Manchmal braucht es auch geistigerseits eine grosse Aufwendung, harte Köpfe zu kurieren. Ich bin für mich aber fest überzeugt, dass dies der letzte mögliche Angst-Faktor war, und damit dürfte ich Angst und Bange überwunden haben.

So dachte ich und wusste nicht, dass darüber bald eine Prüfung erfolgen würde. Die Wochen gingen ins Land, Zahnarztbesuche gehörten schon zum Alltag und waren nichts Besonderes mehr. Das Meditieren wurde zu meinem Hauptanliegen und freue mich, dass es mit der Konzentration immer ein bisschen vorwärts geht.

An Weihnachten konnten wir das Chácara nicht vermieten, weil eine zugesagte Vermietung im letzen Moment abgesagt wurde. Dasselbe auch über das Jahresende. Silvester und Neujahr verbrachte ich somit ganz alleine, da Nilce traditionsgemäss diese Feiertage mit Verwandten am achtzig Kilometer entfernten Strand verbrachte. Auch ich habe seit einigen Jahren eine Silvester/Neujahrstradition: Fasten und beten.

Um sich körperlich ausruhen war man während diesen Feiertagen fast gezwungen, denn seit etwa drei Wochen regnete es unaufhaltsam und kräftig – zu kräftig für die Jahreszeit. Das hatte Folgen. In Rio rutschte am zweiten Jänner eine Erdmasse an einem Hang, zerstörte ein Luxushotel und begrub fünfzehn Gäste unter sich. Die nahegelegene Autobahn wurde unweit unseres Chácaras gleich an vier Stellen verschüttet. So auch in der Stadt Santa Isabel gab es eine Überschwemmung – Im Zentrum ging nichts mehr.

Ja, und dann kam die Prüfung, wie es mit meiner Angst, Furcht und Bange stand.

Auf dem Vorplatz vor dem grossen Haus unseres Anwesens bildete sich zuerst ein, dann zwei etwa zwanzig Meter lange Risse im Erdboden und diese rutschten dann etwa fünf Zentimeter ab! Oh Schreck! Wenn nun das Ganze in die Tiefe saust? Ja, im ersten Moment war es ein Schreck, denn schon viele Male habe ich Bilder gesehen, wie Hänge in die Tiefe rutschten. Damit müssten wir das Haus aufgeben und - was dann? In einem solchen Moment gehen einem viele Gedanken durch den Kopf.

 

Risse im Boden

Aber schon bald konnte ich mich fassen. Gedanken wie „nicht ein Haar fällt von deinem Haupte ohne des Herrn Wille" und „alle Dinge dienen zum Besten, denen die Gott lieben" stiegen in mir auf und schnell war ich wieder in der inneren Ruhe. Ich dankte dem Herrn und wusste, dass in jeder Not irgendeinen Segen verborgen ist, welcher erst durch die Danksagung offenbar wird.

Auch dachte ich an eine Kundgabe von Michael letzten Herbst, wo er unter anderem verkündete:

„Wenn ihr also noch Angst vor Krankheiten habt, noch Angst vor Krebs habt, noch Angst davor, geimpft oder nicht geimpft zu werden, Angst davor um euer Geld betrogen zu werden und in Gold oder anderes flüchtet, Angst davor habt, überhaupt betrogen zu werden, Angst davor habt, daß eure Nahrungsmittel euch krankmachen würden und Angst vor alles und jedem habt, dann seid ihr also noch sehr in diesem luziferischen Bewußtsein verhaftet und ihr befindet euch noch immer in den Fallen des luziferischen Bewußtseins, denn wie kann es sein, daß, wenn ihr Mich wirklich liebhabt, ihr euch dann noch irgendeiner Angst befleißigt? Oh, das wäre ja so, als wenn die Liebe zu Mir nur wieder eine saft- und kraftlose wäre und als wenn Ich kein Gott wäre und noch nicht einmal ein Erzengel und überhaupt kein König und also nur ein barster Nichtsnutz wäre. Was habt ihr da nur für eine schwache Liebe zu Mir, wenn ihr bei jedweder leichten Prüfung nur wieder schwanket, wie das Rohr im Schilf, wenn sich ein leichter Wind bewegt und es scheint, als ob das Schilfrohr über ein freies Leben verfügte und es dabei doch nur mitbewegt wird. Ihr tut ja so, als wenn Luzifer ein eigenes Leben hätte, als wenn er gleichberechtigt neben Mich stünde, als wenn er sogar über Mich stünde!"

Ich wusste, dass diese Risse im Boden durch das viele anhaltende regnen und den nicht abgedichteten Pflastersteinen entstanden. Ich wusste auch, dass solche Risse viele Meter tief sein können und vor allem an Aufschüttungen vorkommen. So holte ich aus dem Schopf einen viermal zwanzig Meter grossen Plastik, welche ich Monate zuvor für einen bestimmten Zweck gekauft hatte. Ich deckte den grössten Teil des Platzes mit noch anderen Planen ab um ein weiteres Eindringen des Wassers zu verhindern. Als Nilce am Abend anrief, sagte ich ihr noch nichts davon, um ihren Praia-Aufenthalt nicht zu versalzen. Ändern konnte sie ja eh nichts.

Was tun? Ich überlegte hin und her. Stützmauer errichten, das Dach des Hauses über den Platz ziehen, den Platz asphaltieren? Ja, das alles ist ja gut und recht, aber das wird teuer. Bald sah ich ein, dass ich keinen Rat wusste. Was hilft? Klar: Beten und Meditieren. Also bitten und auf eine Antwort warten. Eine, zwei, Wochen haben Nilce und ich gebetet, aber nichts geschah. Und immer noch regnet es, jeden Tag, ohne Pause. In der näheren und weiteren Nachbarschaft, selbst in der Stadt rutschten an vielen Orten Hänge und richteten dementsprechend Schäden an. Nilce war schon ganz verzweifelt und auch ich war inzwischen schon ein bisschen etwas unruhig geworden. Etwas muss geschehen, sonst geschieht etwas! Aber trotzdem, ich sagte immer, dass die Antwort bereits in uns liegt, wir sie aber nur noch nicht sehen und erfahren können, weil wir nicht ganze volle Ruhe haben. Nun zwangen wir uns, völlig dem Herrn zu vertrauen, denn Er kennt ja unsere Not und wir wollten sehen, welchen Segen daraus entstehen werde. Nach drei vollen Wochen aber, als immer noch nichts geschah und wir immer noch nicht wussten, wie wir das bauliche Problem überhaupt angehen sollten, war ich gedrängt, bei meinem früheren Arbeitgeber nachzufragen, ob ich für einige Monate oder ein halbes Jahr bei ihm weiterarbeiten könnte, um das nötige Kapital zu erlangen, um eine Stützmauer zu erstellen. Eine Rückkehr, das hat er mir seinerzeit versichert, wäre jederzeit möglich.

Wie ich nun am Computer sass und die ersten beiden Sätze im Mail an meinen früheren Chef schrieb, läutete das Telefon, Nilce nahm ab. Nach längerem Gespräch (brasilianische Telefongespräche dauern immer etwas länger …) flüsterte Nilce mir zu: „Hans, warte!".

Als sie dann auflegte, waren alle unsere Probleme gelöst! Eine fünfzehnköpfige Belegschaft eines Baugeschäftes aus dem weit entfernten Campinas, welches Probleme mit der bisherigen Unterkunft hatte, stand vor dem Portal unseres Chácaras und fragte, ob es möglich sei, das Haus für mindestens drei Monate zu mieten. Ihr Arbeitsplatz sei momentan an einer nahen Baustelle auf der Autobahn.

Unverzüglich fuhr Nilce zum Chácara und hiess die Leute willkommen. So war das Problem mit einem Schlag gelöst und ich speicherte mein angefangenes Email nicht…

Die bauliche Frage hat sich dann ebenfalls gelöst, eine Stützmauer braucht es nicht, das verlängerte Dach auch nicht. Es genügt, was abgerutscht ist wieder aufzufüllen, neu zu pflastern, danach aber gegen eindringendes Wasser abzudichten. Finanziell hat sich das Problem somit auch perfekt gelöst und das ganze war wieder ein weiterer wunderbarer Beweis, dass sich Vertrauen zu unserem himmlischen Vater immer lohnt und dass Zweifel, wenn sie noch so leise sind, töricht sind.

Zu allem hat sich noch eine zusätzliche Arbeitskraft finden lassen, welche uns die allerschwerste Arbeit abnimmt. Trotzdem sind wir nun für viele Wochen zusätzlich beschäftigt. Aber – Arbeiten macht Spass!

 

Die neuen Mieter

Die Mieter, welche nun temporär bei uns sind, sind alle aus dem Norden Brasiliens. Es sind einfache Leute und das Verhältnis zu den Hiesigen ist etwa dasselbe wie in der Schweiz oder Deutschland mit den Gastarbeitern. Um zu Überleben sind sie drei, viertausend Kilometer hergereist um Arbeit zu finden, getrennt von Familien und Freunden. Sie haben es nicht leicht, denn die Familienbande der Brasilianer sind wesentlich enger als bei uns in Mitteleuropa. Und das Geld reicht ihnen nicht, um regelmässig die weite Reise nach Hause zu unternehmen.

Wie bei etlichen Gastarbeitern in Europa, so ist auch bei einigen bei uns wohnenden das Problem der Frage von „Dein" und „Mein" eher zweitrangig. Als der Eine sich bei der „Hausmutter Nilce" beklagt hatte, es hätte ihm ein Arbeitskollege vom sauer verdienten Geld eine Entwendung gemacht, so war sie denn bereit, ihm ein bisschen zu helfen. Damit haben sich einige andere solidarisiert und eine Sammlung hat dann dem Jungen den Schaden beinahe ersetzt. Das hat mich riesig gefreut, dass da die Nächstenliebe, auch wenn sie nicht evangelisch untermauert ist, voll funktioniert hat.

Als dann aber einige die nähere Umgebung des Hauses in Augenschein nahmen und sich der Bananenbäume ansichtig wurden, war es für sie ein kleiner Schritt, sich den aromatischen und süssen Früchte zu gelüsten und gleich ganze Bananengacheau (bis zu dreihundert Bananen) abzutransportieren. Ich bemerkte es, da Rosca, bereits im Alter, wo sie (also definitiv eine Hündin!!) ihrer Aufgabe als Wächter gerecht wird, reklamierte und bellte. Ich ging hin, sagte aber nichts. Nilce war darob gar nicht begeistert, als ich ihr dies erzählte. Das hat dann eine längere Diskussion ausgelöst und mir die Erkenntnis vom Unterschied des Handels im natürlichen und im geistigen Leben eingebracht.

 

Der Handel im natürlichen Leben und im geistigen Leben

Wie der Handel im natürlichen Leben funktioniert, muss ja nicht speziell beschrieben werden. Den kennen wir alle. Es ist ein Nehmen und Geben (Reihenfolge beachten!) in derselben Beziehung. Für denselben Handel, an denselben Geber einer Sache geben wir einen Gegenwert. Unabhängig, ob der Gegenwert gerechtfertigt ist oder nicht. Zuallererst aber liegt der Fokus beim Nehmen. Ist es ein Bedarfsgut, ein Gegenstand, der einem unserer Sinne schmeichelt oder eine mehr oder weniger nötigen Dienstleistung, immer steht das Nehmen (Haben müssen) im Vordergrund. Das Geben des Gegenwertes steht dann an zweiter Stelle. Der Käufer hat einen Bedarf, entweder zum Überleben, oder einen durch die Werbung geweckten, der Verkäufer hat den Bedarf am Gegenwert, dem Geld. Dass bei vielen Verkäufern (Handel, Produktionsbetriebe) das Geld für sie tausendmal wichtiger ist als der verkaufte Gegenstand für den Kunden, ersehen wir darin, dass Qualität und Preis immer seltener im Einklang stehen. Vor allem von Produktionsgütern aus dem fernen Osten zu europäischen Marktpreisen, ist Wucher vom grössten Ausmass. Auch hier in Brasilien ist dasselbe zu erkennen. Form und Design, bei den Nahrungsmittel die Verpackung und der Geschmack der Produkte sind für den Handel wichtig, der Rest nur Kostenverursachung. Der industrielle Handel basiert heute auf reinem Wucher und Betrug, das Geld ist die einzige Motivierung.

Beim Handel (also der Handänderung einer Ware) im geistigen Leben sieht das alles ganz anders aus. Ein Weltmensch, der vom Leben im Geist nichts weiss, kann das zwar nicht gutheissen, weil er dies nicht verstehen kann. Dieser Handel besteht einseitig nur aus dem Geben, nach dem Nehmen wird nicht gefragt! Das kann aber auch nur bei Menschen funktionieren, welche ein Leben im Geist führen. Denn sie haben ihre Bedürfnisse auf ein absolutes Mindestmass heruntergeschraubt, so dass sie alleweil immer mehr haben, als sie selbst brauchen. Sie leben also stets im Überfluss! Das Ganze ist somit eine reine Frage des persönlichen Bedürfnisses. Bei einem Geistmenschen ist das Naturgemäss auf Überlebensbasis, sonst könnte er ja nicht ein vom Geist Gottes geführtes Leben führen! Dabei basiert dieses Leben nicht auf Adeptismus, sondern ganz einfach darauf, dass alles Überflüssige, was nicht zum Überleben nötig ist, eine reine Belastung darstellt. Es ist nicht eine Überwindung, etwas herzugeben, sondern eine Entlastung. So ist es gemeint, wenn Jesus sagt „Geben ist seliger als nehmen". Wir geben dann nicht mehr aus einem gesetzesmässigen Druck, also deshalb, weil Gott das von uns erwartet, sondern weil der Geist Gottes in unserem Innern uns von all dem entlasten will, was wir nicht benötigen.

Das schönste und segensreichste Geben ist dann die anonyme Form. „Die Rechte weiss nicht was die Linke tut". Das ist dann so, wie alle alles Überflüssige auf den Altar Gottes legen und Gott selber verteilt es dann nach Seinem Gutdünken und nach Seinem Willen. Damit ist das Nehmen von Sachen ein Nehmen aus der Hand Gottes, wenn wir etwas benötigen und steht in keiner direkten Beziehung zu einem bestimmten Geben. In der Praxis ist es dann so, dass Brüder und Schwestern die ein Geistiges Leben führen, ja nur das tun, wozu sie vom Geist geführt werden. Ist der Geist Gottes in uns frei, kann Er diese Form Nächstenliebe im reinen Geben leben.

Wenn wir uns also durchringen können, den Bananenliebhabern das Früchteholen nicht zu verbieten, dann ist das wie geben. Hat nicht Gott uns schon zuvor entschädigt, uns also nicht zuvor schon einen viel grösseren Gegenwert gegeben? „Noch ehe ihr bittet, will ich antworten", Ja, das ist das Leben unseres himmlischen Vaters. Er hat uns geholfen, also helfen wir doch andern auch und stehen ihnen nicht vor ein bisschen Gaumenfreude!

Ja, ja, das Chácara ist für mich wie ein Schulhaus. Abgeschieden, und doch mitten drin im Leben. Und ich staune, wie viel Geduld mein Privatlehrer (der innewohnende Geist Gottes) mit mir hat und immer wieder wiederholt er die einfachsten Dinge, bis ich es dann endlich begriffen habe!

In eigener Sache: Ein eigener Blog

Um mich nicht unnötig mit dem Computer und dem Internet herumzuschlagen, habe ich mich gewehrt, eine eigene Webseite zu erstellen. Obschon ich mich jahrelang als Webmaster betätigt habe und mir das leicht gefallen wäre, hätte dies unnötige Zeit mit dem Materiellen gekostet. Nun hat sich aber die Möglichkeit ergeben, bereits fertige Webseiten – eben einen Blog - zu nutzen. Meine Arbeit beschränkt sich somit nur noch auf das Schreiben, und das Veröffentlichen ist dann kaum noch der Rede wert.

Somit möchte ich Euch alle einladen, dieses Blog zu besuchen und Euch die Beiträge (mindestens wöchentlich) zu Gemüte zu führen. Der Blog heisst „Nachfolge Jesu".

Es sind auch etliche Bilder vom Chácara enthalten.

Die Adresse lautet: http://jesus-ist-in-uns.blogspot.com/

Einladung

Die Einladung hier nach Brasilien bleibt wie immer bestehen. Jedoch mit der Einschränkung, dass bis voraussichtlich Mitte April nur noch Platz für eine Person im Chácara (in separatem Gebäude zum Ferienhaus!) vorhanden ist.

Für diejenigen, welche planen wollen oder müssen, am nächsten Jahresende führen wir wieder Besinnungs- und Fastentage durch! 

Bis zum nächsten Mal wünsche ich allen Gottes reichen Segen 
und verbleibe mit offenem Haus und Herzen
HansK                  Hier geht's weiter zu: Reise nach Hanoch 5

 

Publikationen:
 
- Sieben Schritte zur Wiedergeburt
- Mezzo Mezzo
- Verborgene Schätze
- Das Himmelreich ist in euch
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Aktualisiert am: 06.09.2010 - Home