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Reise
nach Hanoch 3 Santa Isabel, 30.Oktober 2009 Nun - womit soll ich anfangen? Etwa mit dem ‚Schrei, der im Hals stecken blieb‘? Ja, ich glaube, denn in dieser kleinen Geschichte ist noch ein bisschen Action vorhanden, welche eben durchaus doch vorkommen kann. Aber zuerst möchte ich allen meinen lieben Freunden und Geschwister danken, die mir gelegentlich oder regelmässig schreiben und helfen, damit den Kontakt aufrechtzuerhalten. Ich freue mich immer, wenn ich auch an Eurem Leben Anteil nehmen kann. So haben mich drei Briefe von Schwestern ganz besonders gefreut. Die eine, Schwester M. aus der Schweiz, beschrieb in ihrem Zeugnis ein Treffen mit Jemanden am Rande einer Veranstaltung, wie dieses Treffen von Gott gefügt wurde und wie sie dann diesem Menschen eine ermutigende Belehrung geben durfte, die ihn mitten ins Herz traf. Sie schloss dann mit den Worten: "Danach ging ich wieder auf mein Zimmer zurück und ich war aufgelöst in Tränen und wusste in dem Augenblick, dass das meine Mission gewesen war, warum ich überhaupt an diese Veranstaltung ging." Die andere Schwester (auch) M. aus S. in Österreich, welche über ein Jahrzehnt schwere Prüfungen und Anfechtungen erdulden musste (durfte), hat ein ähnliches erstmaliges Erlebnis dieser Art ebenfalls am Rande einer Veranstaltung, das ich allen meinen Freunden und Geschwister weitergeben will. Sie schrieb: " ... auf einmal fing ich an (aus der Liebe in mir) ihr eine
Predigt zu halten, dass sogar H. (die dort in der Gemeinde wirklich predigt) plötzlich verstummt ist, mich anstarrte und später mir die volle Achtung ausdrückte und mich lobte (das muß ich berichtigen) ... dabei ... war es JESUS in mir .... der durch mich wirkte ... nur IHM allein gebührt die Ehre ... Er wirkte so wunderbar in und durch mich .... ich hab es erst gar nicht richtig einordnen können. Jetzt weiß ich, dass alles vom VATER in mir kam ". Und schliesslich noch der dritte Brief von Schwester E. aus Süddeutschland, sie schrieb:" ... abgeschieden vom Trubel, am See!!! Dort setzte ich mich hin in aller Stille ... Und siehe da, mein Bewusstsein hat sich bereits etwas geöffnet bezüglich, 'dass wir alles in uns haben'. Wir brauchen es nur zuzulassen!!!! Das hört sich so locker leicht an, aber man kann es erst in der echten Stille erahnen. Und das war der 1.Weg heute in das „innere Königreich“. Ich erlebte tatsächlich eine leise Ahnung, wie es sich anfühlt, das Universum im Innern zu empfinden. Das war aber nun wirklich erst ein zartes Gefühl, doch für mich schon ganz schön viel." Alle drei Erfahrungen haben mich tief berührt. Diese Schwestern haben etwas erlebt, das einem Meilenstein gleichkommt. Sie haben einen Schritt vom reinen Glauben aus der Hoffnung hin zur Gewissheit getan. Sie haben
erlebt, dass Er im Herzen wirklich lebt und wirkt. Es sind Beweise, die einem niemand mehr nehmen kann. Kein Zweifel kann sich mehr darüber legen, ob Jesu wirklich der Führer unseres Lebens ist, wenn wir Ihm das gestatten. Dabei ist es unerheblich, ob uns Jesus als Mensch, oder, wie in meinem Fall, Er als im Geiste Gottes erkennbar an Seinen Eigenschaften und Wirken (siehe letzten Reisebericht) vorstellen. Wenn wir durch die Heiligung der Seele dem Geiste Gottes das Wachsen ermöglichen, dann erleben wir bald einmal Sein Wirken, wie es eben die drei Schwestern auch erfahren haben.
Das ist insofern ein wichtiger Meilenstein im seelisch/geistigen Leben der Drei, weil es eine ersehnte Bestätigung ist, auf dem richtigen Weg zu sein. Solche
bedeutungs- volle Bestätigungen brauchen wir immer wieder, und wenn wir unbeirrt auf den inneren Führer ausgerichtet bleiben (und unseren Fokus endlich von der vergänglichen Welt der Sinne abwenden!!), dann stellen sich diese eindrücklichen Bestätigungen täglich ein. Ohne ein elitäres Denken schüren zu wollen, so freut es mich, dass diese drei Seelen nun auch zum Kreis derer gehören, von denen der Herr sagt: "Meine Schafe hören meine Stimme". Ich komme dann weiter unten noch auf dieses Thema ausführlicher zu sprechen, in dem wir alle zusammen eine interessante und lehrreiche Übung machen werden. Cascavel Cascavel ist eine mittelgrosse Stadt in der Nähe von den weltberühmten Katarakten, den Wasserfällen von Foz de Iguaçú an der Westgrenze Brasiliens zu Paraguay und Argentinien. Die relativ alte Stadt ist schön, sauber und modern und hat etwa dreihundert Tausend Einwohner. Aber ich schreibe nicht über diese Stadt, denn was sich mit einer Cascavel ereignete, spielte sich innerhalb meiner kleinen Welt vom Chácara ab. An einem sonnigen und warmen Tag habe ich die Aussaat-Töpfchen bereitgemacht um Salat- und andere Sämereien darin zu säen um sie später zu pikieren. Es war um die Mittagszeit, als ich von oberhalb des Hauses bei den Wassertanks einen Schrei vernahm: "Hans - komm ...“ Es war Nilce, klar, sonst war niemand zugegen. So ein Schrei beunruhigt mich in der Regel nicht, höre ich ihn doch täglich öfters wenn es eine Handreichung zu tun gibt oder sie wieder mal von einer Maus oder Eidechse erschreckt wurde. Aber ich habe zuvor zwei Tage lang Bäume gefällt, welche vor allem Zaunpfosten für das Gehege der Schafe hergeben sollten. Das Baumfällen geschieht aber nicht mit der Motorsäge, sondern mit der Axt, mit welcher auch die vielen Äste abgeholzt werden. Also, so ein Ast lag direkt auf meinem Weg zu den besagten Wassertanks. Einige Meter davor blieb ich stehen, um nicht durch eine ruckartige Bewegung das Tier zu provozieren ... Dann pirschte ich mich langsam näher, den Ast mit dem dünneren Teil in den Händen das andere Ende etwa einen Meter über den Boden. Nilce stand da, einen Bambusstab in der Rechten und hob damit ein dürres Bananenbaumblatt. Bananenbaumblätter sind etwa drei Meter lang und zirka siebzig Zentimeter breit. Wie ich nun neben Nilce stand und mit meinen Augen ihrem starren Blick folgte, sah ich sie - eine Cascavel! Eine hochgiftige Schlange. Es war eine absonderliche Situation: eine Nilce, die nichts mehr sagte, eine Schlange vor mir in Angriffsstellung mit dem züngelnden Kopf vor- und zurückwippend und dann noch die kleine Rosca, die wie ein Pfeil angerannt kam und mit dem kleinen komischen Ding da am Boden spielen wollte .... Es ist mein Prinzip, keine Tiere zu töten. Einen Moment überlegte ich noch, ob es eine Möglichkeit gäbe, diese graugezeichnete und gut getarnte Schlange zu retten. Aber die junge, fünf Monate alte Hündin Rosca (es scheint doch eine Hündin zu sein!) war wirklich in einer Gefahr, welche sie nicht erkannte. Nur der lange Ast über dem Kopf der Schlange irritierte sie, deshalb wusste das Kriechtier nicht, aus welcher Richtung für sie die Gefahr drohte. Aber bevor sie sich zur einer für mich unberechenbare Taktik durchringen konnte, schlug ich zu, und es reute mich dann wirklich, einem Naturgeist eine vorschnelle Löse gegeben zu haben. Aber in diesem Fall war das sicher berechtigt. Tiere werden ja in Stufen von Niederen bis Höhere eingeteilt. Ich bin kein Naturwissenschaftler, darum weiss ich nicht genauer Bescheid darüber. Aber trotzdem habe ich meine eigenen Beobachtungen gemacht, und teile diese Tiere - oder eben Naturseelen - nach einer "Liebesskala" ein. Auf dieser Skala rangieren die Schlangen wirklich zu unterst. Dieselbe Skala ist auch für Menschen anwendbar. Es geht dabei darum, wie sich eine Mutter zu ihren Kindern verhält. Ein Vogel zum Beispiel (eines der höchsten Tiere) sieht seine ganze Tagestätigkeit vor allem darin, für die Kleinen die Nahrung zu besorgen und ihnen die nötige Nestwärme zu geben. Bei den Schlangen geht es in der Regel andersherum. Sie legen ihre Eier an einen ausgesuchten Ort, und dann kümmern sie sich nicht mehr darum. Die Brutzeit der Eier interessiert die liebeskalte Schlangenmutter überhaupt nicht. Auf dieser unteren Stufe der Naturseelenentwicklung sind diese noch derart unrein und böse, was ja auch im tödlichen Gift zum Ausdruck kommt.
Nun ist auch Nilce wieder zum Leben erwacht. Das erste, was sie sagte war, ich dürfe die trockenen Bananenbaumblätter nicht mehr herumliegen lassen, da dies die erklärten Orte seien, wo Schlangen sich verstecken. Ja, und so war ich dankbar, dass dieses Lehrstück so glimpflich abgelaufen war. Diese Blätter lasse ich trocknen, da sie später gehäckselt die beste Streue für den Schafsstall abgeben. Darauf habe ich dann ein Gestell gebaut, wo sie gefahrlos getrocknet werden können.
Nachher, als ich meine angefangene Arbeit beim Aussäen fortgeführt hatte, gingen mir auch so einige Gedanken durch den Kopf. Schlangen gelten in der Göttlichen Entsprechungslehre vom natürlichen zum geistigen Leben als Versuchungen. Wie im materiellen Leben die Schlangen gut getarnt, also beinahe unkenntlich auf ihr Opfer wartend, so verhält sich es auch im seelisch/geistigen Leben. Die Versuchungen, sich aus der Ordnung Gottes zu entfernen und die Verführungen, den Reizen der Welt, des Vergänglichen und der Sinne nachzugeben, sind derart gross und die Grenze dazu fast unsichtbar. Das Bananenblatt ist eine Entsprechung, eine Metapher, für die süssen Früchte eben dieser verführerischen Welt. Was uns die Geschichte mit der Schlange lehrt, ist: Unter den süssen Früchten dieser Welt lauert die getarnte und beinahe unsichtbare Gefahr für das (geistige) Leben. So hat alles, ja wirklich alles was uns im materiellen Leben begegnet, seine geistigen und sogar himmlischen Entsprechungen! Sobald wir lernen, das geistige Leben im materiellen Leben zu entdecken, haben wir den grössten Gewinn und unsere Seele kann sich in kürzester Zeit entwickeln.
Ein anderes ganz unscheinbares Erlebnis hatte ich Tags darauf, fast am selben Ort. Ich jätete das Salatbeet, da das Unkraut ja bekanntlich schneller wächst als der Salat. Dieses Beet ist nur provisorisch, ist relativ klein und in der Mitte befindet sich ein Caqui-Baum. Wie ich nun am Unkraut (gibt es das überhaupt?) ausreissen bin, fällt plötzlich ein Blatt direkt vor meiner Nase auf die Erde. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Dieses Blatt war aber nicht dürr, sondern grün. Und es fallen normalerweise mehr dürre Blätter zu Boden als grüne. Das hat mich im Moment ein bisschen irritiert. Da ich aber weiss, dass selbst nicht mal ein Haar vom Haupt fällt ohne den Willen Gottes, so muss ein ganz besonderer Wille Gottes vorliegen, wenn Er ein grünes Blatt von einem Baum fallen lässt. Deshalb fragte ich Ihn: "Herr, was soll das bedeuten, was willst Du mir mit diesem grünen Blatt sagen? Bitte erkläre mir das." Die innere Stimme war ganz klar und deutlich vernehmbar. Natürlich nicht phonetisch, wie man eine Menschenstimme vernimmt, sondern es ist mehr ein Gedanke mit einem Gefühl verbunden, dem man automatisch nachgibt und hinterher sagt, ich 'fühlte mich gedrängt'. Also diese "Stimme" sagte: "Schau mal nach oben!". Und - wie gesagt, unwillkürlich, ohne zu überlegen, schaute ich nach oben und direkt in die schönste weisse und in voller Blüte stehende Orchidee. Orchideen wachsen bekanntlich nicht am Boden, sondern an Bäumen als sogenannte epiphytische Pflanzen (fast wie Schmarotzer, aber ohne den Wirt schädigend). Dieses Erlebnis ist nicht so weltbewegend, aber es war eine kleine Zärtlichkeit eines Engels, die uns ständig begleiten.
(Nur so nebenbei: Orchideen sind selten schöne Blumen und bedeuten in der Entsprechung den Gotteskindern. Diese edlen Blumen sind von einem Wirt abhängig von dem sie die Lebenskraft und die Nahrung beziehen, so wie die Gotteskinder im Willen Gottes gegründet sind. Die perfekte Form, die attraktive Blüte und die brillanten Farben entsprechen den himmlischen Kleidern für eine heilige und reine Seele.) Die öffentliche Privatsphäre Es ist schon eine ganze Weile her, genau gesagt, etwa gerade ein halbes Jahr. Ich hatte mein Zimmer im „Kiosk“ bezogen mit einem Köfferchen als Schrank für die paar Sommerkleider und einem Harass als Truhe für die Winterkleider. Als „Kiosk“ bezeichnen wir ein kleines Hilfsgebäude abgesondert vom Gästehaus. Dieser Kiosk ist zweistöckig und hat im unteren Geschoss nur ein kleines Zimmer mit Küche und Kühlschrank und einem WC und einer Dusche. Dieses Zimmer ist ebenerdig mit dem gedeckten Vorplatz. Dieser hat einen grossen Esstisch mit sieben Stühlen, daneben einen grossen Holzgrill. Die Öffnung desselben habe ich mit einer Wandtafel verschlossen. Diese dient als Kommunikationsmedium wenn mir wieder einmal die portugiesischen Begriffe fehlen. So kommt es oft vor, dass auf dieser Tafel auch unverständliche Zeichnungen zu sehen sind. Besucher fragen dann oft, was das bedeuten soll – und ich habe eine hervorragende Möglichkeit, direkt auf den Kern des Glaubens zu kommen. Nun zeichne ich vor einem Besuch absichtlich etwas Spezielles auf diese Tafel, damit wir schneller beim Thema sind. Das verfehlt nie die Wirkung. Nun, dieser Vorplatz beinhaltet noch den Holzherd und einen Pizzaofen, der mir zwar mehr als Holzofen zum Brotbacken dient (Danke Dir nochmals, Barbara aus Holzach für das wirklich tolle Brotrezeptbuch!). Dieser Vorplatz ist also das Zentrum des gesellschaftlichen Geschehens, wenn wir Besuch haben. Mein Zimmer dient dabei als Durchgangsstation von der Aussenküche zum Kühl- und Geschirrschrank. Wer müde vom Schwatzen oder Trinken ist, legt sich auf mein Bett, meistens noch mit einer Dose Bier in der Hand …. Mein Zimmer dient oft auch als Umkleideraum für die Benützung des Swimmingpools. Schlafe ich am Samstagabend in der Stadt, so ist mein Zimmer besetzt durch Therese, unser guter Geist, die Freitag, Samstag und Sonntagmorgen das Haus und den Kiosk auf Vordermann bringt. Dann, am andern Tag ist meistens nichts mehr am Ort, wo es sein sollte … Na ja, da wir Schweizer halt extreme Individualisten sind und zwei ganz geheime und persönliche Einrichtungen kennen, nämlich das Schlafzimmer und das Bankkonto, so hab ich mich bei Nilce mal beschwert und gefragt, ob das mein oder ein öffentliches Zimmer sei. „Ja selbstverständlich“, antwortete sie mir, „bei uns gibt es nichts Geheimes oder Separates, alles ist öffentlich!“
Ich hätte mich ohrfeigen können. Will ich mich auflehnen gegen eine bestehende Ordnung, oder will ich jetzt endlich lernen, alles so zunehmen wie es ist? Alles akzeptieren – und das dazu noch mit Liebe? Ich schämte mich, denn es wurde mir bald bewusst, wie in der Geistigen Sonne (von J.L.) beschrieben, dass es auch nach dem Ablegen unseres Leibes keine Privatsphäre mehr geben wird. Alles wird offenbar sein, jeder heilige oder unheilige Gedanke, jedes nütze oder unnütze Wort und jede begangene oder unterlassene Tat. Jeder kann in die (Privat-) Sphäre einer beliebigen anderen Seele eintreten und das vergangene mehr oder weniger ehrwürdige Erdenleben eben dieses Geistes von den Empfindungen bis zu den Handlungen alles miterleben, soweit es nichterlöste Seelen betrifft. Ein Event In der wie immer abgasgeschwängerten Stadt Santa Isabel sah ich eines schönen Tages ein kleines Plakat hängen: „Missionar David Soares präsentiert ‚Show da fé‘ (Show des Glaubens)“. Ich hatte schon oft von diesem im ganzen Land bekannten Evangelisten gehört. Er betreibt einen eigenen TV-Kanal für Evangelisation nach amerikanischem Vorbild und hat immer einen grossen Menschenauflauf, wohin er auch geht. Also, dieser Pastor kommt nach Santa Isabel – das will ich sehen. Brasilien ist ein streng katholisches Land. Die katholische ist die System-Kirche. Trotzdem sind in den letzten Jahren unzählige evangelische Kirchen – oder besser gesagt: Gruppierungen - entstanden. Diese Zusammenkünfte entsprechen den europäischen Freikirchen. Wahrscheinlich sind auch einige Sekten darunter, die eine spezielle Lehre nach ausgesuchten Teilen der Heiligen Schrift haben. Dieser Gedanke kam mir, als ich einmal bei einer Versammlung vorüberging, wo Frauen und Männer getrennt sassen und die Frauen eine weisse Kopf- und Schulterbedeckung hatten. Nun – ich wollte mal sehen, wie so eine Missionsveranstaltung hier im temperamentvollen Südamerika funktioniert. Mit der Ankündigung, dass es eine ‚Show‘ sei, stieg natürlich schon ein gewisses Vorurteil in mir auf. Aber ich wollte offen sein und war mir bewusst, dass hier eine ganz andere Kultur herrscht als in Europa. Das Drum und Dran war ja schliesslich nicht so wichtig, Hauptsache ist, dass die Lehre stimmt, dass die beiden göttlichen Hauptgebote „Liebe Gott mit deinem ganzen Herzen , mit deiner ganzer Seele und mit deinem ganzen Gemüt“ sowie daraus hervorgehend „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, vermittelt wird. Selbst wenn ‚Bekehrung‘ oder die Wassertaufe gepredigt würde, hätte ich nichts einzuwenden, obschon Jesus das nie gelehrt hat. Die Grossveranstaltung fand an einem Dienstagmorgen um neun Uhr im grössten Raum der Stadt, einer Sporthalle, statt. Dessen ungeachtet, dass dieses Meeting zur für mich ungewohnten Zeit stattfand, war das Sportgymnasium überfüllt und viele mussten mit einem unbequemen Stehplatz vorlieb nehmen. Weit mehr als tausend Personen jeden Alters nahmen an diesem Espectáculo teil. Ja, ein Riesen-Spektakel war es. Eine fünftausendwatt Verstärkeranlage mit voll aufgedrehtem Bassregister liess die Luft, den Betonboden und vor allem die Ohren vibrieren, dass man weder Gesang noch Melodie ausmachen konnte, weil sich alle Töne mehrfach überschlugen. Ich ärgerte mich ein bisschen, als ich die vielen jungen Mütter mit Kleinkindern und sogar auch Säuglingen sah. Diese Kinder müssen einen Gehörschaden davontragen, wenn man bedenkt, wie sensibel die Trommelfelle der Kleinsten noch sind. Ein Wort mit Nilce zu wechseln, war auch bei uns in der hintersten Ecke, nicht möglich. Aber ich durfte nicht erstaunt sein, war ja eben eine Show. In der Mitte der Halle war ein TV-Kamera-Turm aufgebaut, der die Bühne mit den Akteuren nicht aus der Linse liess. Die Zuschauer, mit Popcorn oder Chips und Cola in der Hand bewegten sich gehend, stehend oder sitzend im wippenden Rhythmus der modernen Musik. Ich atmete auf, als ein gewandter Redner auf die mit Blumen dekorierte Bühne
sprang, denn damit wird dann wohl die sein sollende Musik bzw. der organisierte Lärm, zu Ende sein.
Dieser Redner war aber noch nicht der Pastor. Es war ein Vorbeter, nach pfingstlicher Manier mit dem Geist getauft. Er begann zu beten, wurde dabei sich selbst vergessend immer schneller und nach kurzer Zeit redete er schneller als ein Sportreporter, der einen galoppierenden Fussballer bei jedem Schritt mit fünf Sätzen kommentiert. Unglaublich. Noch nie gehört
sowas. Eine tolle Showeinlage. Oder war es der Heilige Geist? Mit zu beten war mir in diesem Fall nicht möglich, da ich auf keinen Fall so schnell denken wie er reden kann und zweitens weil ich noch weniger schnell übersetzen kann. Das ganze hatte für mich den Eindruck von halb Disco und halb Karneval. Aber ich musste hart damit kämpfen, doch kein Vorurteil aufkommen zu lassen, denn der Pastor war ja noch nicht da. Bevor dieser kommen konnte, musste die Kollekte eingezogen werden, was dann auch gleich dreimal geschah. Zuerst gab es zwei CD und ein Büchlein zu kaufen, zum Preis von (nach den Lohnverhältnissen umgerechnet) 250 Franken. Dann die eigentliche Kollekte und nachher hatte man die einmalige Gelegenheit, sich für eine permanente Unterstützung registrieren zu lassen.
Als dieses langdauernde Prozedere vorüber war und der Hauptredner dann ebenfalls auf die Bühne gerannt kam (absolut unbrasilianisch, aber viel Energie suggerierend), war plötzlich für einen kurzen
Augenblick absolute Stille im überfüllten Raum. Die Zuschauer legten Popcorn und Cola auf den Boden, standen auf und begannen eine Ovation zu klatschen. David Soares genoss es, grüsste immer wieder auf alle Seiten und begann, als sich die Menge erholt hatte, mit seiner Botschaft, die äusserst kurz, aber
nichtsdesto- weniger einprägsam war: „Ihr seid alle besessen, darum seid ihr krank! Ihr alle habt Dämonen und unreine Geister, von denen ihr euch und eure Wohnungen frei machen müsst!“ Um seine Botschaft nachhaltiger zu kommunizieren, begann er auch gleich damit, die Geister auszutreiben. „Im Namen Jesus Christus, fahrt aus, aus den Leuten hier!“ Dabei wiederholte er im befehlenden und barschen Ton den Namen Jesus weiss nicht wie viele Male. Zum Schluss, und das war dann der eigentliche Hauptteil der ‚Show‘, konnten sich die Zuschauer melden, nach vorne gehen und ein Zeugnis über das Wirken des Heiligen Geistes abgeben. Die Kolonne war riesig. Riesig auch der Effekt der Gruppendynamik.
Wir waren beide frustriert, wie man aus dem heiligen und erlösenden Evangelium einen kommerziellen und mit psychologisch trickreichen Effekten einen Event über die Bühne zieht und der Botschaft der Liebe einen boulevardmässigen Anstrich verleiht. Trotz dieser zirkusreifen Nummer darf man zwei Sachen nicht vergessen. Erstens sind dem Geist Gottes die Hände nie gebunden, zu wirken. Er kann alle Events dieser Art trotzdem dazu benützen, in die Herzen der Menschen zu reden. Vielen Zuschauern merkte man von weitem an, dass sie die Liebe im Herzen haben und ein anderes Verhältnis zu Gott haben, als hier gezeigt wurde. Zweitens ist die Botschaft „Ihr seid alle besessen!“ nicht mal so abwegig. Denn wenn uns bewusst wäre, was für Bewohner wir in unserer Sphäre ständig „mitschleppen“, so sollten wir uns schon ernsthaft damit befassen, uns den unreinen Geister und Seelen zu entledigen. Und genau hier kommen wir zum Punkt, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Niemals funktioniert das so, indem wir die drei Worte „Im Namen Jesu“ aussprechen. Auch wenn wir das zehn, zwanzig oder hundert Mal rufen. Das hilft nie und nimmer. Diese Worte müssen nicht gesprochen, sondern muss unser Zustand sein! Das ist ein himmelweiter Unterschied. „Im Namen Jesu“ bedeutet: in der Liebe Jesu. Nur wenn wir in der Liebe Gottes sind, sind wir auch im Licht, unsere Seele beginnt zu leuchten und zu strahlen, weil der Geist Gottes in unserer Seele wirkt. Dieses für das fleischliche Auge unsichtbare Licht ist es, das die unreinen Geister, gleich welcher Art, vertreibt, weil sie dieses geistige Liebe-Licht, diese Kraft, nicht ertragen können. Es ist das Stille Kämmerlein, in dem wir uns dieses Bewusstsein aneignen können. Wenn Du, lieber Freund, dies auch täglich gemacht hast – wie die drei Schwestern eingangs erwähnten – dann hast Du bereits ein persönliches Verhältnis mit Jesu und kannst die Göttliche Kraft auch schon in Deinem Alltag erst einmal in geistiger Hinsicht einsetzen. Du spürst aber auch die Stärkung durch die Befreiung von niederträchtigen, unreinen oder gar bösen Gedanken und seinen entsprechenden Empfindungen, weil eben diese Geister, die dafür verantwortlich sind, sich schon verabschiedet haben oder im Begriff sind, das zu tun. Kämpfe nicht gegen die Geister und versuche nicht, diese bei Dir oder anderen auszutreiben, sondern bemühe Dich um das verstärkte Bewusstsein der Liebe Gottes in Dir und dann stellt sich das Problem mit Geister oder Dämonen nicht mehr. (Abgesehen davon, geht es eigentlich nicht um Dämonen, sondern „nur“ um unreine Geister und/oder Seelen. Wer an Gott glaubt und Jesus als Erlöser angenommen hat, hat in der Regel nichts mit Dämonen zu tun.) Nun wird's praktisch Besser als über eine Theorie zu schreiben, ist, diese Lehre gleich in die Tat umzusetzen. Bist Du damit einverstanden, machst Du mit - getreu nach dem Wort: [GEJ.01_113,13] Ich will Meine Lehre aber also stellen, daß durchs bloße Lesen oder Hören des Evangeliums niemand auf den Grund der lebendigen Wahrheit gelangen soll, sondern allein nur durchs Handeln nach Meiner Lehre; die Handlung erst wird jedem zu einer Leuchte werden!“ (Vgl. Joh.7,17)? Dass das Vorerwähnte Göttliche Wahrheit ist, wollen wir jetzt mit einer etwas ungewöhnlichen Übung beweisen. Dazu brauche ich wenigstens zwei, noch besser aber alle bereits über fünfzig Adressaten plus alle anderen Leser dieses Freundesbriefes. Wir wollen alle gemeinsam einer Seele zu Hilfe kommen, welche sehr schwer krank ist und durch welche auch andere Seelen leiden. Diese Seele ist krank weil die von bösen Geistern und finsteren Dämonen geplagt ist und sich selbst zu helfen kaum in der Lage ist. Mit dieser Erfahrung wollen wir sehen, was die Göttliche Liebe vermag. Unser Ziel sind die zwei vom libyschen Präsidenten Muammar al-Gaddafi gefangenen Schweizer. Die Liebe soll bewirken, dass die beiden an Weihnachten zu Hause sind und dass Gaddafi selbst zumindest für die Freilassung vom Göttlichen Liebe-Licht berührt wird. Es ist ein hohes Ziel, aber ich weiss, dass Gott hier eingreifen will und weiss auch warum. Wie gehen wir vor? Wir verursachen damit keinen Lärm – sondern gehen in die Stille, in die Meditation. Zuerst bleiben wir uns wieder eine Zeitlang bewusst und lassen die Empfindung lebendig werden, dass die Göttliche Liebe und damit die Göttliche Kraft bereits in uns ist und wirkt solange wir schon leben.
Nachher lassen wir unsere Gedanken und das Gemüt im Bewusstsein dahin gleiten, dass Gottes Liebe nicht nur uns, sondern allen Menschen dieser Erde zu genau gleichen Teilen gilt. Auch Muammar al-Gaddafi, der in seinem Leben wohl kaum menschliche, selbstlose Liebe erfahren hat und wahrscheinlich nicht darin erzogen worden ist, ist unbewusst im Besitze der Göttlichen Liebe wie alle andern Menschen. Wir übertragen unser stärkstes Empfinden der Göttlichen Liebe auf ihn und stellen uns vor, wie er aussähe, was und wie er fühlen würde, wenn ein erlöstes Lächeln sein Gesicht zierte. Die Empfindung, welche wir auf ihn übertragen, ist wichtig. Halten wir diese Gedanken auch eine Zeitlang fest und unbeirrt wirken. Dann werden wir uns bewusst, dass im geschenkten Licht dieser Liebe Engel bei uns sind. Nicht nur Schutz- und Führungsengel, sondern auch viele Friedensengel. Nun bitten wir Jesus, dass Er diese Engel in die Sphäre des Libyschen Herrschers senden und ihm zuerst Gedanken der Göttlichen Liebe ins Herz einflüstern lassen möge. Diese Liebe lässt die härtesten Herzen schmelzen wie Butter an der libyschen Wüstensonne. Diese tätigen Friedensengel werden nun auch das Nötige veranlassen, dass die beiden Schweizer wieder frei werden. Viertens beziehen wir die beiden Gefangenen ebenfalls in unsere Liebe ein und bitten auch zu ihnen Friedensengel, mit der schwierigen Aufgabe, den beiden Gedanken der Vergebung einzugeben. Zum Schluss… … möchte ich noch ein treffendes Zitat über die Ausdehnung und Wirkung der Sphäre, von Emanuel Swedenborg (1688 - 1772) anfügen: "134. … Hieraus geht auch deutlich hervor, daß der Mensch, je äußerlicher er denkt, eine desto geringere Ausdehnung er hat, und eine desto größere, je innerlicher er denkt; denn die, welche mehr äußerlich denken, d.h. aus dem Sinnlichen, haben nur mit gröberen Geistern Gemeinschaft, die aber, welche innerlicher denken, haben Verkehr mit den Engeln; wie dieser Unterschied beschaffen sei, kann man aus der Dichtheit der Sphären, in welchen die sinnlichen Geister sind, und aus der Reinheit der Sphären, in welchen die himmlischen Engel sind, erkennen; es verhält sich der Unterschied wie der Unterschied zwischen der Ausdehnung des Schalles und der Ausdehnung des Lichtes; wie groß aber dieser ist, wissen die in der Naturkunde Erfahrenen." (Aus: Der Einfluss der Engel und Geister auf den Menschen) Ich suche je eine Person in der Schweiz, Deutschland und Österreich, welche bereit wäre, diesen und die weiteren Reiseberichte auszudrucken und per Post an Personen zu versenden, welche kein Internet haben. Es wären dies in der Schweiz 3 Adressen, Deutschland 4 und Österreich 1. Wieder möchte ich die Einladung erneuern, wir haben genügend Platz, Nilce ist fleissig am Deutsch lernen und freut sich auch auf Besuch aus Europa.
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Aktualisiert am: 06.09.2010 - Home