Reise nach Hanoch 2 (17 A4-Seiten)

Meine lieben Freunde und Geschwister, 
Friede sei mit Euch! 
Nun ist es wieder einmal Zeit, dass ich etwas von mir hören lassen will. Zuallererst aber möchte ich all den vielen Lieben danken, die mir geschrieben haben, sei es per E-Mail oder per konventioneller Post. Es hat sich damit ein reger gegenseitiger Gedankenaustausch entwickelt und lässt mich eine tiefe Verbundenheit spüren mit allen. Es hat mich beeindruckt, dass in vielen Zuschriften dieselben Fragen und Nöte zum Ausdruck kommen. 

So geht es immer wieder darum, dass trotz vieler Bemühungen auf dem steinigen Weg aus der Weltliebe und was damit noch zusammenhängt (Luziferische Abhängigkeit) und weg von der Fleischbegierde (Adamitische Abhängigkeit) viele Rückschläge und/oder kaum Fortschritte erzielt werden kann. Da dieses wichtige Thema grosses Interesse bei all denen findet, die den Weg des Glaubens sich als erklärtes Ziel vorgenommen haben und sich nicht davon abbringen lassen wollen, werde ich in diesem Freundesbrief näher darauf eingehen. Nun aber beginnen wir am Anfang ... 

Wärme und Liebe 

... eines Tages im Mai. Es ist Herbst, die Tage werden kürzer, die Nächte länger und merklich kühler. Für jemanden der sich an mitteleuropäische Verhältnisse gewöhnt ist, beginnt jetzt eine sehr angenehme Zeit, da die Nächte nicht mehr dreissig Grad warm sind, sondern nur noch zwanzig. So machte ich mich auch heute früh auf, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Es ist noch dunkel, der glänzende Mond scheint hell und triumphiert mit seinem geliehenem Licht über die gedämpfte Helligkeit der fernen Sterne. Unser niedliches Anwesen liegt am steilen Osthang eines grünen Hügels, auf dessen frisch gemähter Spitze ich mich allmorgendlich niederlasse. 

Der helle Mond kann sich ja nur bei Abwesenheit des Sonnenlichts bemerkbar machen und täuscht so das Lebenslicht für alle diejenigen vor, die in der Nacht wandeln. So geht es mir durch den Kopf, dass der kalte Mond als vermeintlicher Lichtspender wohl eine gewisse Helligkeit von sich geben kann, aber die Wärme- strahlung, die fehlt ihm. So ist es doch auch bei uns. Schnell einmal können wir Licht aussenden, was in der Entsprechung Erkenntnis, Weisheit und Wahrheit ist, aber die Wärme, die Liebe, kann immer noch fehlen. 

Wie mir diese Gedanken heute am frühen Morgen so durch den Kopf gehen, wusste ich noch nicht, dass am selben Abend mir diesbezüglich eine harte Lektion fürs Leben erteilt werden soll. Noch während ich so sinnierte, bemerkte ich einen kleinen Farbunterschied im fernen Osten gegenüber den andern Himmelsrichtungen. Also, es ist soweit. Nun beginnt die Dämmerung wie ein leichtes Ahnen des noch verborgenen Tages. Eine unumkehrbare Veränderung des Horizontes zeichnet sich ab. 

Meine Gedanken gehen zurück in meine Kindheit. Hat meine Mutter nicht jeden Abend mit mir gebetet und mir damit ein Samenkorn ins Herz gelegt? Dieses Samenkorn benötigte auch eine Dämmerungszeit, allerdings eine viel, viel längere, wobei das glitzernde Mondlicht noch lange Zeit und viele Jahrzehnte das einzig glänzende Licht vortäuschte bis dann die nötige Veränderung des Horizontes in den ersten Zügen erkennbar wurde. 

Nun hat der eilende Mond den Scheitelpunkt passiert, und beleuchtet meinen Rücken. Gegen Morgen (Osten) kann ich bereits einige feine Wolkenstreifen in der Ferne über der noch unerkennbaren Bergkette ausmachen. Wenn diese dunklen Wolkenstreifen dort bleiben wo sie jetzt sind, werden sie mir die aufgehende Sonne verdecken! Einen Hauch von leichter Resignation breitete sich in meinem Bauch aus. Doch schon stellte sich der rettende Gedanke ein: Nimm alles so wie es ist, denn alles ist für etwas gut - oder anders gesagt: alle Dinge dienen zum Besten! 

Ja klar! Wie kann ich nur so blöd sein, schon wieder etwas anders haben zu wollen, als wie es ist? Diese Zeit hier oben auf dem Hügel ist ja Stille Zeit. Hier soll ich ohne Erwartung das alles so nehmen wie es ist. Ich weiss das zwar schon längere Zeit, aber immer wieder gibt es Momente, wo das luziferische Ego eine gegebene Tatsache nicht so annehmen will wie es eben ist. Woher kommt das? Ich stelle mir die Frage selbst. Die Antwort, die innere Stimme, lässt nicht lange auf sich warten: Im Bauch halten sich die unreinen Naturgeister auf, diejenigen, die es zuerst zu beherrschen gilt.

Nun wusste ich, warum die Wolkenstreifen über dem Horizont waren und was sie zu bedeuten haben! Sofort kommt mir die fast vergessene Erinnerung, dass ich schon einmal einen solchen Naturgeist gesehen habe. Das Aussehen tut eigentlich überhaupt nichts zur Sache, denn diese Wesen können und werden ihre Erscheinung ständig verändern. Also dieser (mein) Ego-Geist, um den es sich hier handelt, zeigte sich einmal, es mag etwa ein oder zwei Jahre her sein, als Mann. Seine Kleider waren dunkel aber von bester Art, seine aufrechte Haltung strotzte vor Selbstvertrauen. 

Der sehnige Körper kraftvoll. Nur - Sein Gesicht war etwas abartig. Sein Kopf war nämlich ein Schweinekopf mit Ohrpirsing, sein Lächeln höhnisch und falsch. Ja, solche Kerle machen uns oft das Leben schwer und wir wissen es nicht. Wir wandeln in Unkenntnis, in der dunkelsten Nacht. 

Der blanke Teil des Himmels nimmt jetzt immer mehr an Helligkeit zu, die Wolken und Wölkchen werden nun immer erkennbarer. Schon erwacht die Tierwelt. Ein Sambiá, ein Singvogel ist der Erste und mit seinem Morgengesang weckt er die anderen. Die Grillen beginnen zu zirpen und schon ist auch Fridolin zur Stelle. Wahrscheinlich hat er sich heute etwas verschlafen, denn normalerweise ist er der Erste und kräht sein Morgengebet aus voller Kehle seinen Hennen vor. 

Nun erwacht die Natur. Und damit sind auch schon die ersten rötlichen Schimmer an den dunklen Wolkenunterseiten bemerkbar. Ist es nicht auch mit unserem Leben so? Plötzlich verliert der Mond in seinem schönsten Glanze seine Wichtigkeit und viele neue Facetten des Glaubenslebens machen sich auf einmal bemerkbar, von denen man keine Ahnung hatte bis sie sich im Leben zeigen. So hat alles, was man an einem solchen wunderschönen Werden eines Tages sieht, seine tiefere Bedeutung. 

Die innere Stimme macht auf alles aufmerksam und wenn auch jeden Tag die Dämmerung bis zum ersehnten Sonnenaufgang sich in etwa gleich abspielt, ist doch jeder Sonnenaufgang etwas Besonderes und bringt wieder neue Gedanke und neue Entsprechungen ins Bewusstsein. So sind etwa die Wolken heute Morgen immer dieselben, aber postwendend erscheinen sie in einem neuen Licht und neuen Farben. So ist es auch im Glauben. Die Wolken, welche ja immer da sind, erscheinen in jedem Moment und für jeden wieder anders. Einmal schwer und dunkel, ein andermal leicht und fröhlich. Aber wir schauen ja nicht auf die Wolken, sondern auf die aufgehende Sonne. 

Immer heller wird es nun. Die verschiedenen Wolkenbänder verziehen sich nicht, jedenfalls nicht dasjenige, welches just an dem Fleck weilt, wo ich die ersten Sonnenstrahlen erwarte. Aber noch ist es nicht soweit. Fast alle Sterne strahlen nämlich noch - die meisten ihr eigenes Licht. So auch die vier Sonnen im Ehrfurcht gebietenden "Kreuz des Südens", wie das Sternbild genannt wird. Es ist nur in der südlichen Hemisphäre zu sehen. Auch wenn man im Allgemeinen die Sternbilder nicht versteht, diese signifikante Konstellation erkennt man sofort. 

Ich sehe zum scheidenden Mond. Beleidigt, ausgedient zu haben, verzieht er sich hinter einen nahen Hügel und sein Schein ist sofort nach seinem schnellen Verschwinden nicht mehr auszumachen. Vor mir wird nun das schnell wechselnde Farbenspiel imposant. Gelb und Rot in allen Schattierung zeichnen nun alle kleineren und grösseren Wölkchen bis nach und nach das gesamte Firmament mit den schönsten kolorierten Farbtupfer überzogen ist. Dazu steigt aus den drei vor mir liegenden und etwas tiefer gelegenen Tälchen Nebel herauf. 

Wie auf Kommando erscheint in jedem Täli dieser Dunst zur genau gleichen Zeit, und wie sie die Höhe etwas über dem grünen Hügelkamm erklimmen, löst sich der trübe Nebel wie von unsichtbarer Hand gesteuert wieder auf - die klare Sicht in die weite Ferne bleibt ungetrübt. So erscheinen ja auch in unserer persönlichen Dämmerung immer wieder Nebelschwaden, die sich aber selbst ins Leere ziehen und die klare Sicht, die Wahrnehmung und das Bewusstsein nicht allzu fest beeinträchtigen können. 

Auf dem Hügel habe ich eine unermessliche Weite brasilianischer Landschaft von etwa fünfzig Kilometer oder noch mehr bis in der Ferne gegen Morgen eine Bergkette in dieser Frühe noch kaum auszumachen ist. 

Der ganze Landstrich ist nun im vollen Licht - Aber die Sonne ist noch nicht sichtbar, obschon sie eigentlich über dem Horizont sein müsste. Das hartnäckige Wolkenband hat sich nicht verzogen, es verdeckt das aufgehende Licht. Dafür kündigt deren Rand mit seiner weissen, gleissend-hellen Farbe ein wunderschönes Schauspiel an - und weckt entsprechende Gedanken in meinem Herzen. Jesus sagt oft, Er sei die Sonne des Lebens, und Er sagt auch, dass der Menschensohn in den Wolken erscheint. 

Was sind denn diese geistigen Wolken? 

Die Dämmerung ist zu Ende, der Tag geboren. Licht und Wärme sind da - aber die Sonne sehen wir nicht, obschon wir wissen, dass sie scheint. So ist es doch auch mit der Wolke, von der Jesus spricht, in welcher Er kommen wird. Diese Wolke kann die Bibel, die Kirche oder das genaue Wissen um beides sein. Wieviele Menschen suchen Gott in der Bibel, in der Natur oder in der Kirche! All dies zeugt von Gott, vom Vater Jesus, aber Ihn finden wir niemals weder in der Bibel, noch in der Natur oder in der Kirche. Sie alle drei sind lediglich Wegweiser und zeigen dorthin, wo Er zu finden ist: Im eigenen Herzen! 

Vergöttert man die Bibel, die Natur oder die Kirche, so steht diese vor dem erlebbaren Gott wie die Wolke vor der Sonne. Aber wie die meisten Sonnenaufgänge, wenigstens in Brasilien und in dieser Jahreszeit, von einer kleineren oder grösseren Wolke sekundiert wird, so erscheint die klare, helle, kräftige und heisse Sonne dann doch. So auch an diesem Morgen. Nach dem grandiosen Farbenspiel unter der bizarren Wolkenform stehe ich plötzlich in der Hitze eines subtropischen frühen Tages. Mit dieser Wärme spürbar auf der Haut und dem Licht erfüllt in meinem Innern, suche ich nun, was es heute zu tun gibt, welche Arbeit auf mich wartet. 

Die Arbeit bestand an jenem warmen Maitag im mühevollen Anlegen eines Gemüsegartens. Natürlich war da nicht nur ein Tag vonnöten, sondern viele Wochen und bin heute noch dran, weil immer wieder andere Arbeiten, etwa Unterhaltsarbeiten am Haus oder den Anlagen anstehen. Aber ich weiss noch, wie ich an diesem Abend müde, ja richtig kaputt war. Nilce meinte, ich solle sie für heute in die Stadtwohnung begleiten, es sei ja absurd, alleine im Chacara zu bleiben. Das sagte sie aber nicht nur an jenem Abend, das sagt sie jeden Tag. 

Es war ein "Kampf" der fast drei Monate dauerte, bis sie begriffen hat, dass mein Leben nicht in der Stadt sein kann. Der Geist, der in der Stadt lebt und webt ist eben ein anderer als dort im Chacara. In der Stadt gibt es Pflichtbesuche bei den Familien der beiden Geschwister von Nilce. Auswärts essen, ein Bierchen und und und ... Genau deswegen bin ich ja in dieses ferne Land gezogen um in der Ruhe und Stille vom Weltgetriebe freizukommen und zu bleiben. 

Ich habe auch stets das Bild vor Augen wie in der "Haushaltung Gottes" beschrieben, wie die Kinder der Höhe zu den Kindern Hanochs zogen und das Treiben und Tun Hanochs liebgewannen. Sie vergassen den Grund, warum sie nach Hanoch geschickt worden sind. Ich kann die Schwierigkeiten verstehen. Hat man einen Partner, so fordert die Liebe - die Nächstenliebe - oft seinen Zoll! Was steht höher, die (Nächsten-)Liebe oder die höheren Ideale? 

Fast täglich wurde ich mit dieser Frage konfrontiert. Nun ist diese Frage geklärt und ich bleibe unbehelligt nachts allein im Chacara. An jenem Abend aber im Mai, wollte ich auch bleiben, habe aber dann nachgegeben und bin mit ihr in die Stadt zu fahren. Denn am frühen Morgen wurde mir ja in Erinnerung gerufen, dass alle Dinge zu besten dienen ... 

Es war kurz vor acht Uhr, als ich mich hinlegte und meinem Rücken die wohlverdiente Entspannung gönnte. Die nigelnagel neue Wohnung umfasst ein grosses Zimmer nebst Bad und Küche. Türen und Fenster sind nicht dicht, wie man es in Europa gewohnt ist. Ob das Fenster oder die Türe geöffnet oder geschlossen ist spielt keine Rolle, der Lärm ist genau so wie der Durchzug der Luft. Alles ist Leichtbauweise. 

Als ich mich nun so wohlig ausgestreckt hatte, hörte ich ein lautes Bum-BumBum einer tiefdröhnenden Pauke. Dass die brasilianische Lebensfreude sich in Lärm ausdrückt, habe ich schon vorher gelernt. Seien das kaputte Auspuffrohre an Töff oder Auto, Lautsprecherwagen die mit voller Wattleistung Musik-CD abspielen (auch morgens um drei Uhr), oder ad-Hock-Feste mit Lautsprecheranlagen in voller Pulle. 

Klar, dass sich das alles (und meistens miteinander) auf dem Stadtplatz direkt vor unserem Fester abspielt. Nun, an diesem Abend kam noch diese Pauke dazu. Ich erhob mich um zu sehen, was da werden sollte. Oh mein Gott! Eine übergrosse Flagge eines bekannten Fussballvereins von Sao Paulo erwartet eine Fangemeinde! Ich auch! Dabei bringt sich noch ein Trommler in Position und beide stimmen sich für eine abendfüllende Unterhaltung ein. 

Aber nicht etwa Samba-Musik, nein, stets und ausschliesslich denselben Bum-BumBum - Akkord. Nach und nach stellten sich die Fans ein. Die Bar unserem Fenster gegenüber hat keine Scheiben oder Türen, da alle Bars wie auch Läden immer zur Strasse hin offen sind. Also befand sich die ganze Fangemeinde auf der Strasse und dann tönte das so, wie sie neben meinem Bett stünden. Um neun Uhr begann der Match und pausenlos tönte das Bum-BumBum und der einfältige Sprechchor "Pal-mei-ra". 

Der Tag, der so gut angefangen hat mit dem herrlichen Sonnenaufgang, soll nun so enden? Ist das die wohlverdiente Strafe, weil ich in die Stadt gegangen bin? Ja, so wird es wohl sein. Ich versuchte den Lärm zu ignorieren. Einfach nicht hinhören! Denken, morgen sei alles vorüber. Ja, ich versuchte alles. Dabei war ich so müde, dass ich mich kaum auf die Füsse stellen mochte. Nach einer Stunde musste ich feststellen, dass ich mich ärgerte über das Gehabe da draussen. 

Nicht der Lärm der Betrunkenen ärgerte mich, sondern das Mark und Bein durchdringende Bum-BumBum. Nach einer weiteren Stunde, mein Gefühlsleben hat den Siedepunkt erreicht und es wäre unschicklich, es an dieser Stelle genauer zu beschreiben, ich wusste nicht mehr ein noch aus. In meinem Kopf hämmerte und 
dröhnte es und er drohte zu zerspringen. Brasilianische Lebensfreude gepaart mit Fussball! Aber ich bin kein Brasilianer! 

Der Tag, der so gut angefangen hat mit dem herrlichen Sonnenaufgang hat mir nun meine Grenzen, mein Limit aufgezeigt. Ich dachte zurück an den frühen Morgen. Alle Dinge dienen zum Besten. Nun, Herr, wie ist es nun damit, mit diesem Bum-BumBum? Wofür soll dieses gut sein? Ich haderte nicht, aber ich konnte den Sinn einfach nicht einsehen. Braucht es nicht eine genügende Portion Dummheit, einen Fussballmatch in dieser Art und Weise zu begleiten? 

Plötzlich war es mir, ich soll in die Stille gehen. 

Ja, das ist kein Witz! Trotz dieses fürchterlichen Lärms war es möglich, Stille Zeit zu machen, denn Stille Zeit hat ja nichts mit Dezibels, sondern mit der Gedankenruhe zu tun. Schon als ich mich darum bemühte, schwand der Ärger und ich wollte nun wirklich vom Herrn wissen, weshalb die ganze Situation hier sich Seines Willens erfreute. Und wie schon einmal an diesem Tag, die Antwort die schon lange in meinem Innern unerkannt schlummerte, kam mir postwendend ins Bewusstsein. 

Die innere Stimme zeigte mir nun, was Nächstenliebe ist. Nächstenliebe heisst, dem Nächsten eine Freude zu bereiten. Sei diese Freude noch so klein und unbedeutend, in jedem Fall erhellt sie sein Herz und beflügelt sein Gemüt. Die allerkleinste Freude, welche man einem Menschen machen kann, ist ihm seine Freude gönnen und diese seine Freude mit unserer Liebe begleiten. Dabei ist es ja unerheblich ob uns diese seine Freude stört, oder wie in meinem Fall, so tüchtig auf die Nerven geht. 

Tausche ich mein Denken, meinen Ärger in begleitende Liebe, dann habe ich - für die geistige Welt sichtbar - ihm eine Freude bereitet, habe Nächstenliebe geübt. Weiter sah ich klar ein, dass die Freude seiner Seele sich im Paukenschlag äussert, da seine Seele nun mal so beschaffen ist. Es ist ja nicht an mir zu bestimmen, wie sich die Freude anderer äussern soll. Das sass. Diese Antwort hätte ich nie erwartet. Das war eine Lektion, die mir im Weiteren viel geholfen hat, alles zu ertragen. Die Liebe … sie lässt sich nicht erbittern … sie erträgt alles … sie duldet alles … die Liebe hört niemals auf … 

Der Tod Fridolins 

Fridolin war bereits ein älterer Herr. Seine Kraft hat nachgelassen und den Zweck seines Dasein sah er nur noch darin, seinen drei weiblichen Gespanen Gesellschaft zu leisten. Seine grösste Freude war, täglich den allerdings recht niedrigen Zaun zu überspringen und seine drei Hennen mit in die vermeintliche gelobte Freiheit zu führen. Die drei Hühner folgten dem Güggel jeweils mit Freude und sie unternahmen zusammen ausgedehnte Wanderungen innerhalb der gesamten Chacara-Landschaft und frönten da und dort ihrem Scharrtrieb und hinterliessen manchenorts ihren wertvollen Naturdünger. 

Doch eines Tages, ich sah die vier wie sie hintereinander quer zum Hügel Richtung Wald marschierten, waren plötzlich alle drei Hennen nachmittags schon um drei Uhr, zu äusserst ungewöhnlicher Zeit, im Stall auf dem obersten Stängeli. Das wunderte mich. Wo ist der Güggel? Ich alarmierte Nilce, vielleicht weiss sie, was das bedeuten soll. Und sie wusste es. Da sie auf einer grossen Fazenda (Bauernhof) aufgewachsen war, kannte sie alle Facetten des bäuerlichen Lebens mit den Tieren. 

"Fridolin wurde Opfer eines Bichos", meinte sie. Bichos ist der Sammelbegriff für Tiere die dem Menschen nicht "nutzbar" sind und irgend eine Gefahr bedeuten. Ich hegte aber dennoch Hoffnung, dass er sich vielleicht verlaufen hätte. Also ging ich ihn suchen. Unweit, in der Nähe des Waldes fand ich ihn. Nilce hatte recht. Er wurde Opfer, vielleicht eines Fuchses oder eines anderen Raubtieres. 

Ich kehrte zurück in den Hühnerstall und erstaunte ob dem Verhalten der Hennen. Wahrscheinlich hatten sie den Vorfall mit angesehen, denn sie waren total verstört, keine bewegte sich auch nur um einen Deut. Kein Gegacker, kein Laut - sie sassen da wie ausgestopft. Und das drei Tage lang! Ich traute meinen Augen nicht, wie ist das möglich! Sie frassen nichts, nicht ein Körnchen. Am dritten Tag dann kam wieder etwas Leben ins Gefieder und nach zwei weiteren Tagen hatten sie sich scheinbar vollends wieder erholt. 

Aber keine überflog den Zaun, sie blieben im geräumigen Hühnerhof. Dieses Vorkommnis erstaunte mich und gab mir zu denken. Hühner sind dumm. Hühner sind blöd. Alles was sie können, ist gackern. Das ist die landläufige Meinung. Aber Hühner sind nicht dumm. Sie sind auch nicht blöd und das gackern ist ihre Kommunikation, die, wenn sie verstanden wird, recht aussagekräftig ist. Haben Hühner Gefühle? Ich glaube schon. 

Hühner sind, wie alle Tiere, inkarnierte Naturgeister, welche einen gewissen Stand ihrer Naturseelenentwicklung innehaben. Und in dem Entwicklungsstand der Hühner, so glaube ich, sind ein gewisses primitives Bewusstsein und erste Ansätze von Gefühlen und Empfindungen bereits vorhanden. Bei Schafen und vor allem bei Hunden ist diese Entwicklung dann schon weiter fortgeschritten. Dass dies so ist, hat mir die weitere Beobachtung der Hennen bestätigt. 

Hühner haben auch Charaktereigenschaften, die sich sehr stark voneinander unterscheiden. Da nun der anerkannte Anführer fehlte, ist die gewohnte Hierarchie gestört und es galt eine neue Ordnung aufzubauen. Wie in der Politik und grossen Betrieben, haben auch die Hühner eine Hackordnung, die sie ebenso geschickt wie gnadenlos einsetzen wie die ersteren, um das oberste Stängeli für sich allein zu besetzen. Nach etwa zwei Wochen meinte Nilce, und sprach mir damit aus dem Herzen, dass wir einen neuen Güggel besorgen sollten. 

Fridolin hat es zu seinen Lebzeiten nicht mehr geschafft für Eier zu sorgen, die von den Hennen dann auch bebrütet werden konnten. Mit einem neuen Hahn sollte dies dann wieder möglich sein, und wer weiss, vielleicht bevölkern dann schon bald junge Bibeli den Hühnerhof. Gesagt, getan. Der neue Hahn, schön, stolz, jung und dynamisch. Lustig war es zuzusehen, wie die Alpha-Henne Berti glaubte den neuen Herrn traktieren zu können. Es gelang ihr, in der ersten Nacht ihn auf das unterste Stängeli zu verweisen, was er gnadenvoll annahm und so in Demut die Aufnahme in diesen Frauenverein bestand. 

Am nächsten Tag änderte sich dies aber gründlich. Er zeigte, wer der Meister ist und hackte sich in kurzer Zeit nach oben. Alles Futter gehört jetzt ausschliesslich ihm allein und nur seiner Gnade und Grosszügigkeit ist es zu verdanken, dass die Hennen auch ihren Teil davon abbekommen. Sein Stolz ist sprichwörtlich. Nur wenn er kräht, oder besser gesagt, krähen sollte, bekommt sein Stolz einen Knacks, da dieses Krähen nur ein armseliges krächzen ist wie wenn er sich noch mit seinem Stimmbruch in der Pubertät befindet. Aber er übt fleissig, und er wird es schaffen. Jedenfalls sind zurzeit die Hennen am brüten, was für die Qualität Herrmanns spricht. 

Herrmann mit Familie 
Den Zaun um den Hühnerhof habe ich übrigens erhöht und die Tiere bleiben nun da, wo sie hingehören. 

Das Doppelleben Käthe's und seine Folgen 

Käthe (im saopaulischen Dialekt: Keitschi), unser Hund kam vor drei Jahren auf den Hof. Wie alt sie damals war, kann nicht genau gesagt werden. Auch die Rasse ist wahrscheinlich eine edle Strassenmischung, aber dies ist sicher: ein passionierter Jäger, wie es sich herausgestellt hat. Langezeit wusste niemand etwas davon. Ihre Anhänglichkeit und Folgsamkeit waren beinahe mustergültig. Schnell lernte sie Deutsch. 

Ohne Probleme, nur mit viel Liebe lernte sie rasch "Sitz", "Platz" und „Fuss“, halt die so gängigsten Hunde-Kommandos - sehr zur Freude unserer Besucher. Denn hierzulande ist es nicht bekannt, dass man einem Hund etwas befehlen kann, und er das dann auch tut. In der letzten Zeit war es auffällig, wie Käthe den ganzen Tag über nur herumlag. er schien krank und wurde von Anamarta, der Tochter Nilce's mit Medikamenten versorgt. Gegen welche Krankheit sie behandelt wurde wusste allerdings auch sie nicht - denn sie war nicht krank! 

Auch ein Hund muss einmal schlafen, da auch ein Hund müde wird. Ja, er am liebsten tagsüber im Hühnerhof, ungeachtet dessen, dass die Hühner ihm steht vor der Nase herumtanzten. Dies wunderte mich ein bisschen, aber ja, auch Hunde können ihre Macken haben. Auf einmal hat sich herausgestellt, warum diese Käthe tagsüber schlief. Sie führte ein Doppelleben. Sie war nachtaktiv und statt das Chacara zu bewachen, durchzog sie das Tälchen und suchte Hühner, die sie jagen und reissen könnte! Sie hat immer wieder welche gefunden, die nicht eingesperrt waren. 

Ist Fridolin Ihr zum Opfer gefallen? 

Nein. Zu diesem Zeitpunkt schlief sie im Hühnerhof, ich erinnerte mich genau! 
Wir hörten in letzter Zeit oft, dass Hühner gerissen wurden und ein Nachbar will einmal gesehen haben, dass Käthe der Jäger war. Aber wir glaubten das nicht, da er ein ausgezeichnetes Verhältnis mit dieser Spezies zu haben schien. Wir versuchten es dann, aber Anketten oder einsperren, das war unmöglich. Wenn ich sie in Ihrer Freiheit einschränkte, führte sie ein solches Spektakel aus, dass ich sie wieder frei lassen musste. Zäune waren ihr nie ein Hindernis, höchsten Mauern wenn sie mindestens zwei Meter hoch waren. 

Dann geschah es. Eines Nachts hörte ich zwei Schüsse und dachte mir, dass es Jugendliche auf der nahen Autobahn waren, welche sich einen Sport daraus machen auf Verkehrssignale zu schiessen. Wie sich dann aber herausstellte, galten diese Schüsse nicht der Strassendekoration, sondern Käthe. Und der Schütze war nicht ein Jugendlicher, sondern ein geschädigter Hühnerbesitzer, dem das Treiben des nächtlichen vierbeinigen Jägers zu bunt wurde. 

Nun, das war sein Recht, eine Schadenersatzforderung hat er (und andere) nicht gestellt. An diesem Morgen kehrte Käthe nicht mehr zurück. Wieder habe ich ein Tier verloren, das mir liebgeworden war. Warum wohl? Noch habe ich die Antwort nicht, ausser dem Gefühl, dass auch diese Seele für die Naturseelenentwicklung gebraucht wurde. Nun, so ganz ohne Hund kann ein Chacara, ein Sitio oder gar eine Fazenda nicht sein. Da in Brasilien die Hunde keine Mangelware darstellen, wurde es nicht allzu schwer, uns für einen kleinen Welpen zu entscheiden. 

Hunde sind gratis, wenn man nicht die Ansprüche auf ein absolut reinrassiges Tier erhebt, wo ja immer die Gefahr auf Ueberzüchtung mit einhergeht. Also, wir entschieden uns in einer Tierhandlung auf einen kleinen Welpen ebenfalls undefinierbarer Rasse, aber ein überaus niedliches Tier. 

Rosca, so ihr Name, wurde schon mit 35 Tagen der Mutter weggenommen und benötigt deshalb eine ganz besondere liebevolle Pflege. Nilce und ich sind uns aber in einem Punkt uneins. Sie behauptet, gestützt auf die Aussage des Tierhändlers, dass dieser Hund eine Hündin ist. Ich, gestützt auf gewisse anatomische Merkmale am Tier selbst, behaupte, dass es ein Mann wird. Nun, wir werden ja sehen, wenn er/sie beim Xixi-machen das Bein hebt - oder nicht. Jedenfalls haben wir die hellste Freude an und mit ihm/ihr. 

Rosca kontrolliert das Bäumepflanzen. 

Gerade bei der Entwicklung eines Welpen lässt sich gut beobachten, wie die Intelligenz bei einem Tier doch schon weit fortgeschritten sein kann. Die Lernfähigkeit ist enorm. Dabei erlernen sie die Welt und das Leben ja nicht durch Erklärung, sondern allein durch die Erfahrung. Und so lernte mich Rosca das Evangelium in zweierlei Hinsicht auf eine neue Weisen. Zum Einen, wie sie ohne Erklärung, wie schon gesagt, schon bald selbst weiss, dass sie nicht in ein Gebäude eintreten darf, sondern ihr Lebensraum prinzipiell draussen oder in der Hundehütte ist. 

Auch kennt sie schon nach ein paar Tagen die ihr verbotenen Zonen. So geht es doch auch uns Menschen. Wir verstehen unsere Geistigen Lehrer oder Führer (den existenten und lebendigen Geist Gottes) nicht nach Worten und Erklärungen, sondern nach unserer Erfahrung. Natürlich haben wir materielle Hilfe wie die Bibel oder das Lorberwerk, aber schlussendlich gibt uns nur die Erfahrung die richtige Richtung. Krankheit, wirtschaftliche Not und andere Unbill sind dann die Signale, dass wir uns in den verbotenen Zonen aufhalten, oder anders ausgedrückt, dass wir nicht nach der Ordnung Gottes leben. 

Wenn der Mensch so intelligent wie ein Hund wäre, dann verstände er seine Intuition ebenso stark und deutlich wie der Hund seinen Instinkt. Aber der Mensch weiss nicht einmal, dass die Erfahrung dazu dient, ihn weiterzubringen, geschweige, ihn interessiert kaum, dass es vielleicht ratsam wäre, dem Blick in die Bibel vielleicht auch deren Taten folgen zu lassen, um seinem Leben endlich die richtige Richtung zu geben. 

Zum Zweiten lehrte mich die kleine Rosca den Herrn nicht aus den Augen zu lassen. Auf den täglichen Rundgängen läuft sie immer so exakt neben mir und schaut bei jedem Schritt zu mir empor. Denn sie fühlt, dass sie die Gefahren noch nicht kennt und glaubt sich am sichersten, wenn sie in Tuchfühlung zum Meister steht. Ist es nicht so, dass wir die geistigen Gefahren auch nicht kennen und uns deshalb ebenfalls zu unserem Herrn und Meister halten und in Tuchfühlung zu bleiben trachten sollen? 

In ein paar Wochen, wenn Rosca etwas älter sein wird und ihre Nase sich entwickelt, ja dann wird auch sie die Düfte der Welt kennen lernen und wird die stetige Tuchfühlung zum Meister vernachlässigen. Ebenso so halten die Düfte der Welt (Weltliebe und Fleischbegierde) den Menschen der Ordnung Gottes fern. 
Zu den strengsten Arbeiten auf dem Gut gehört das Mähen. Ein grosser Teil der Anlage ist Wiesland, das aber schon seit Jahren nicht bearbeitet wurde. 

Das Gras ist hoch, beziehungsweise lang, liegt und immer wieder mit dem neu gewachsenen Gras durchflochten und ist so zu einem ein Meter dicken Teppich geworden. Dabei ist es höchst gefährlich, da viele Spinnen (Vogelspinnen) darin wohnen und etliche Schlangen. Einen grossen Teil habe ich mit der Maschine mühsam gemäht, ein anderer Teil dann abgebrannt, weil es zu gefährlich war (wie Nilce meinte). Ob es wirklich Schlangen hat? Ja, eine habe ich gesehen und zwar recht nah. 

Wir beide hatten aber ziemlichen Respekt voneinander und deshalb haben wir uns nach kurzer Begrüssung leidlich schnell getrennt. Sie zog es vor, auf Nimmerwieder- sehen zu verschwinden und mir was es recht so. Nun was machen mit dem "gewonnen" Land? Zum einen Teil ist oben auf dem Hügel wo ich meine Sonnenaufgänge erlebe, ein richtiger Kraftort, wie schon etliche Besucher bestätigten, ehe ich dort wohnte. Die weite Sicht, die scheinbare Nähe des Himmels gibt ein ausgesprochenes erhabenes Gefühl wie etwa in der Schweiz, wenn man sich auf einem hohen Berg befindet. 

Unser Nachbar, So-Dalpin, wollte schon seit einiger Zeit dort einen Meditationsplatz einrichten. Nun, wir werden sehen, was sich da machen lässt. Zum Andern habe ich etwa hundert Eukalyptusbäume gepflanzt, die uns in zwei bis drei Jahren Brenn- und Bauholz liefern. Dazu pflanzte ich Mais für die Hühner und für Polenta und ein kleinerer Teil der Fläche ist reserviert für eine kleine Weizenaussaat. Die Prognosen stehen zwar schlecht, da in der Grossregion kein Weizen gedeihen soll. Mag sein, wir werden sehen. 

Aber mit dem anderen grossen Rest des Wieslandes ist im Moment nicht viel anzufangen. Fruchtbäume haben wir genügend. So kam die Idee auf, einige Schafe zu kaufen, die mähen gratis und mühelos und düngen ebenfalls kostenlos das Land. Jeden Dienstag ist Viehmarkt in Santa Isabel. und so kauften wir zwei Mutterschafe mit ihren drei Lämmern. Ja, jetzt haben wir einen richtigen kleinen Hof. Jungtiere sind etwas Herrliches. Und bei Schafen ist es besonders interessant. 

Warum Jesus in Seinen Entsprechungen immer wieder auf die Schafherde Bezug nimmt, wird mir auch immer klarer. Schafe haben einen ganz besonderen Charakter. Jedes Tier unterscheidet sich vom anderen wie bei den Menschen. Das eine (schwarze) Schaf (Daily) ist "lammfromm", immer da, wo man es erwartet, das andere, das weisse (Anza) genau das Gegenteil. Wenn es eine Gelegenheit gibt auszubüxen, selbst vom besten Weideplatz weg, so büxt es aus. 

Spielt keine Rolle, ob es hinter dem Hag besseres Futter gibt oder nicht. Schafe sind nicht dumm. Nein, sehr intelligente Tiere. Ich hatte einige Tage zu tun mit dem Erstellen eines Zaun, extra für Schafe. Dazu musste ich Bäume fällen, um Zaunpfosten herzustellen, Löcher graben und die Pfosten einsetzen. Dazu gibt es extra Werkzeuge, eine ganz gescheite Einrichtung, aber trotzdem mit Arbeit verbunden. Nun, der fünffache Stacheldraht gab mir dann die Sicherheit, die Schafe nicht mehr anbinden zu müssen, sondern im Freigehege einige Zeit sich selbst zu überlassen. 

Das funktionierte auch. Nur Anza, das weisse schwarze Schaf hielt sich nicht an die Regel und büxt aus wo und wann es kann. Dabei ist sie so sozial und anhänglich, lieb und unschuldig - wenn ich in der Nähe bin. Aber der Tierhändler hat mich gewarnt. Er sagte: "Diese ist eine Ladra, pass auf!" Ladra, das ist eine Diebin, also ein falscher Geist. Und er hatte recht. Hoffe, dass ihr Sohn nicht auf Abwege gerät mit und durch sie. Der Sohn eines Schafes ist ja bekanntlich ein Widder. Das verheisst nichts Gutes. (Ich spreche da aus eigener Erfahrung !!!). 

Am letzten Dienstag war ich wieder auf dem Viehmarkt und habe zugesehen, wie ein anderer Tierhändler einen ausgewachsenen Widder an der Stossstange seines Pik-Up angebunden hat. Ihm, dem Widder passte das gar nicht. Er war dagegen und hat gebockt. Als der Händler nur lachte und die, welche mit ihm waren, wurde er (der Widder) so toll, dass er mit seinem Gehörn die Türe demolierte und danach die Frontpartie des Autos. Ja, einem wildgewordenen Widder möchte auch ich (als geborenem Widder) nicht zu nahe kommen. 

So stelle ich mich also mit dem drei Monate alten Widderlämmchen der wundersamen Mutter besonders feinfühlig, und hoffe so, frühzeitig künftigen Problemen aus dem Weg zu gehen ... 

Auch Schafe erzählen ein Evangelium. 

Wenn ich mich ihnen nähere, so rennen sie freudig auf mich zu. Jung und alt. Also ich fühle mich dann als alter Gönner junger Schafe. Wenn das jemand sieht, so denkt er sofort, Ah wie gut der's mit den Tieren versteht! Aber der Schein trügt. Die Schafe lieben nicht mich besonders, sondern nur das Maiskörnchen, das sie jedesmal erhalten. Dieses Maiskörnchen ist wie für uns ein Stück Schwarzwäldertorte. Deshalb eilen sie zu mir - nicht wegen mir. 

Das ist doch im menschlichen Leben genau so. Solange man etwas Materielles zu geben hat, so eilen sie - die andern und rühmen allzu oft die gegenseitige Freundschaft. Hat man mal keine Maiskörnchen mehr, so kennen einen die alten Freunde nicht mehr. Darum benutze ich jetzt eine andere Art (ich habe aber noch Maiskörnchen), und versuche eine geistige Verbindung mit diesen hochintelligenten Tieren herzustellen. Und das gelingt! 

Wenn man mit ihnen redet, so hören sie zu. Natürlich verstehen sie die Worte nicht, aber die Wärme, die in den Worten und vor allem in den Empfindungen liegt, spüren sie. So bin ich überzeugt, auch die Daily zu einem ruhigen Dasein "bekehren" zu können und sie mir auch ohne Korona folgen zu lassen. 

Die Schafe zu Besuch im Hühnerhof - Vom Aussen- und Innenleben 

Dies alles, was ich jetzt vom Chacara geschrieben habe, betrifft hauptsächlich das Aussenleben. Also das materielle Leben. Das Leben, das auch verstandesmässig geführt und vor allem über die Eindrücke der fünf Sinne gesteuert wird. Im Gegensatz zum Aussenleben, haben wir ja das Innenleben, also das Leben, das nicht einzig vom Verstand und von Lust oder Unlust, sondern vom Herzen und durch das innere Licht geführt wird. Dieses Innenleben wird im Allgemeinen bis zur Ignoranz vernachlässigt und von Verstandesmenschen als "reine Gefühlsduselei" bezeichnet. 

Diese Herabsetzung hat aber einen nachvollziehbaren Grund, weil das Innenleben – wenn doch vorhanden - meistens nur auf die seelische Gefühlsebene reduziert wird. Der Geist, oder genauer gesagt der Geist Gottes wird normalerweise in dieses Innenleben nicht mit einbezogen, weil das Wissen über dessen Existenz nicht vorhanden ist. Der Geist Gottes ist jedem Menschen auf dieser Welt ins Herz bzw. in die Seele gelegt. Dieser Geist Gottes ist aber nur als "Geistfünkchen" oder anders gesagt als "Samenkorn" vorhanden und wird erst zum Wachstum angeregt, wenn das Aussenleben bewusst in die Bahnen der Ordnung Gottes gelenkt wird. 

Das alles habe ich ja ausführlich in den Büchlein "Sieben Schritte zur Wiedergeburt" und "Das Himmelreich ist in uns" (Herzverlag, Bad Münstereifel (D), Adresse am Schluss) ausführlich erklärt. Das wahre Innenleben umfasst nicht nur das Seelische, sondern vor allem auch das Geistige. Im regen Innenleben kann der Geist Gottes wachsen und je ernster und bewusster dieses Leben gelebt wird, desto rascher werden auch Fortschritte in der seelisch-geistigen Entwicklung erzielt. Denn das Ziel ist, von den Interessen des sinnlichen Aussenlebens (durch die fünf Sinne) möglichst Abstand zu nehmen und das Interesse auf das Wachsen und Gedeihen des innewohnenden Himmelreiches zu lenken. 

Verständlicherweise wirft das viele Fragen auf, wie ich das auch erlebt habe. Ich habe gewusst, was ich verliere, wenn ich das Leben der Weltliebe und der Fleischbe- gierde aufgebe aber nicht gewusst was ich gewinne, bevor ich mich zu diesem Wandel entschloss, wenn ich mich dem Geistigen Leben zuwende. Das wahre Innenleben wird leider auch bei vielen gläubigen Christen vernachlässigt. Viele unserer Brüder und Schwestern suchen Gott in der Bibel, besuchen Bibelkurse oder Theologiestudiengänge, also suchen Gott auf irgend eine äussere Weise, statt die innere Verbindung zu Gott zu suchen. 

Auch das Lesen der Bibel oder anderer empfehlenswerter Schriften wie Max Seltmann, Jakob Lorber, Jakob Böhme und viele andere, sind letztlich Aspekte des Aussenlebens und dienen lediglich als Wegweiser ins eigene Innere. Die einzige Möglichkeit im Glaubensleben Fortschritte zu machen, bietet ein reges Innenleben. Der Schlüssel dazu? Das Stille Kämmerlein. Und weil das so wichtig ist, möchte ich mehr darüber schreiben. Und vor allem natürlich deshalb, weil in etlichen Zuschriften dieses Thema zu Vorschein kam. Viele wissen um die Wichtigkeit, finden aber den Einstieg etwas schwierig. 

Das Stille Kämmerlein ... 

... ist ein anderer Ausdruck für das Himmelreich in uns. Hier, und nur hier können wir Gott am nächsten sein und die Kraft Gottes über unsere Seele auch in das materielle Leben einfliessen lassen. Das zu üben, und andere Menschen in meiner neuen Umgebung dazu zu animieren, das ist meine Aufgabe hier. Es gibt noch einen anderen Ausdruck als „ins Stille Kämmerlein“ zu gehen, und der heisst: Meditieren. Leider ist dieser Begriff vor allem durch die östlichen Religionen arg strapaziert. Unsere Meditation, ich nenne sie die christliche Meditation, unterscheidet sich deutlich von den östlichen Meditationsformen. 

Diese Form des In-Sich-Gehens öffnet den Weg zum Leben. "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben", sagt Jesus. Hier dürfen wir auch alle Fragen, die uns materiell, seelisch oder geistig beschäftigen, in der Meditation bewegen, und es wird Antwort zuteil, die wir in jedem Fall auch verstehen. Hier ist uns Jesus am nächsten. Ja, Er ist uns noch näher als der Leib! Darum machen wir uns auf den Weg, die Wahrheit zu finden, die zum Leben führt. 

Noch eine letzte Vorbemerkung scheint mir äusserst wichtig zu sein. In diesem Stillen Kämmerlein allein ist die Wahrheit durch das Licht des Geistes Gottes zu erkennen. Nicht das Bibellesen oder die Lektüre anderer Schriften wie oben erwähnt, können dieses Licht vermitteln, da alles Äussere zu allererst den Verstand statt das Herz erreicht. Hier im Inneren spüren wir noch deutlicher, was Wahrheit ist und was nicht. Ich will das an einem konkreten Beispiel zeigen. 

Ich wurde auf einen Text aufmerksamgemacht (auf Verlangen sende ich Dir diesen zu), der im Hinblick "auf Maitreya, dem Christus" von der "göttlichen Liebe“ handelt. Diesen Text kann der geneigte Leser mit der Bibel prüfen, ja sogar mit dem Lorberwerk, und er wird keinen Unterschied finden. Der Leser (ich rede hier von bekennenden Christen und Leser der Neuoffenbarung) wird glauben, dieser Text sei absolut biblisch und mit dem 1.Kor.13 kongruent. Aber er ist es nicht. Ein absolut perfektes Blendwerk. 

Dieses Blendwerk ist im "Aussenleben" (verstandesmässig) nicht zu durchschauen. Das könnte so ein kleiner Vorbote sein auf den ganz grossen Blender, der ja früher oder später auftreten wird. Was der Antichrist, oder das erste Tier, von sich geben wird, wird darum auch zuerst die religiösen Menschen in seinen unwiderstehlichen Bann ziehen und sein äusserst perfektes Blendwerk zielt darauf ab, dass jeder, der die Meinung vertreten wird, dass dies nicht von Gott selbst sei, sofort als Ketzer angesehen und dementsprechend behandelt wird. 

Wer die innere Verbindung mit Jesus Christus zu diesem Zeitpunkt nicht hat, wird dem grossen Blender aufsitzen und dann wird es zu spät sein. 

Die christliche Meditation 

Diese Meditationsform ist von jedermann leicht und zu allen Zeiten durchzuführen. Sogar Kinder, sobald sie das Sprechen gelernt haben, können diese Meditationsform anwenden. Denn Gott zu finden ist ja zu allererst den Kindern und dem Erwachsenen mit einem kindlichen Gemüt vorbehalten. Im Gegensatz zu anderen Meditations- formen vernachlässigen wir die äusseren Bedingungen wie Körperposition oder eine bestimmte Atmungstechnik. 

Wir nehmen eine uns bequeme Haltung ein im Sitzen oder Liegen. Bevorzugen wir das Liegen im Bett und schlafen dabei ein, so ist das kein Nachteil, denn mit diesen Gedanken einzuschlafen ist sogar wünschenswert, da die Seele bekanntlich nicht schläft. Die vor dem Einschlafen letzten Gedanken prägen dann die Tätigkeit der Seele während der Körperschlafzeit. Meditieren können wir aber auch im Gehen, Fahren, ja überall. Wir beginnen mit einer Meditationsdauer von etwa fünf Minuten, und das einige Male am Tag. 

Es bleibt Dir überlassen, wie oft Du Dir Zeit nimmst. Dann steigerst Du die Dauer auf jeweils zehn Minuten. Dann fünfzehn Minuten und so weiter. Das bleibt ganz Dir überlassen, eine bestimmte Regel existiert nicht. Wünschenswert ist es, eines Tages drei Mal am Tag je eine Stunde meditieren zu können. Du machst vielleicht den Einwand, dass Du die Zeit dafür gar nicht hättest. Aber Du wirst bald die Erfahrung machen, dass Du die Zeit wie von selbst findest, welcher Du für das Alleinsein in der Göttlichen Liebe bedarfst. 

Meditation hat auch etwas mit Konzentration zu tun. Jedermann macht die Erfahrung, dass sich hunderte, ja tausende störende Gedanken in den Weg stellen. Das Umstellen vom Aussenleben durch die fünf Sinne auf das Innenleben der Sammlung, wo wir diese fünf Sinne abschalten, ist nicht so leicht. Vielfach benötigt man etwa zwanzig Minuten, bis die durch das Tagewerk aufgerührte Seele einigermassen zur Ruhe kommt, und das Konzentrieren etwas leichter fällt. Wer noch einen Fernseher hat, der hat es von Anfang an sehr viel schwerer, das Aussenleben abzuschalten, weil er zu sehr auf die Welt mit ihrem Treiben und ihren Trieben eingestimmt ist. 

Ich will nicht gerade sagen, dass es in diesem Fall unmöglich ist sich zu konzentrieren, aber eine innige Verbindung mit Christus und gleichzeitig ein reges Interesse an der Welt zu haben, das ist beinahe unmöglich. Ich gehe aber mal davon aus, dass die Welt mit ihrem Dreck Dich eh schon genug aneckelt und Du damit nichts mehr am Hut hast (:-} . Also, wenn Gedanken Dich bei der Konzentration stören, so rege Dich nicht auf, sondern verlasse sie einfach, sobald Du Dich deren bewusst wirst und kehre zu Deinem Meditationsgedanken oder -thema zurück. 

Der Meditationsgedanke oder -thema 

Welche Funktion hat eigentlich die Mediation? Beten ist Sprechen, meditieren ist Hören. So wie Du am Telefon mit Deinem/r Freund/in nicht immer sprichst, sonder zwischendurch auch mal hinhörst, so ist es auch in der Verbindung mit Gott. Also nicht nur Beten und dem Herrn Deine weltlichen und materiellen Aufträge übermitteln, sondern auch mal zuhören, was Er Dir zu sagen hat. „Innerliche Sammlung ist Glaube und Schweigen in Gottes Gegenwart. Du solltest dich daher gewöhnen, in Seiner Gegenwart mit hingebungsvoller Aufmerksamkeit gesammelt zu sein, gleich einem, der Gott ergeben und mit Ihm verbunden ist. Das soll geschehen in Verehrung, Demut und Unterwerfung, indem du Ihn in dem innersten Schrein deiner Seele erschaust, ohne Form, Gleichnis oder einer besonderen Art und Gestalt.“ (Aus „der Geistliche Führer“, Michael de Molinos, Herz-Verlag) So ist Meditieren nicht beten! 

Vor dem Meditieren hast Du einen Gedanken oder ein Thema das Dich beschäftigt und wovon Du vielleicht eine Antwort erwünscht, aber bleibe ohne jegliche Erwartungshaltung! Nebst dem Gedanken ist auch eine Empfindung wichtig. Genau wie beim Beten. Begleiten keine Empfindungen und Gefühle Deine Gebetsworte, so kannst Du fünfzig Jahre für etwas beten - es geschieht nichts. So auch hier. Den Meditationsgedanken musst Du fühlen, die Empfindungen sollen stark sein. 
Bei den ersten Meditationsversuchen, aber auch am Anfang jeder Meditationsübung beginnen wir mit dem allerwichtigsten und alles umfassenden Gedanken: "Gott liebt mich". 

Wie Du diesen Gedanken formulierst, bleibt Dir überlassen. "Ich bin von Gott geliebt", "Jesus lebt in mir", "Gott liebt alle Menschen", "GOTT IST" sind nur einige Beispiele. Bleibe bei Deinem Gedanken und fühle, dass die Liebe Gottes für Dich und alle Menschen dieselbe ist. Ohne diese Liebe können wir nicht gehen, nicht atmen und hätten kein schlagendes Herz. Nur Seiner Liebe verdanken wir das Sein und dass wir leben. Diese Liebe ist nicht irgendein Verdienst, sondern reine Gnade, ein reines Geschenk: Es ist Seine Schöpfung. 

Wenn Du Dich diesem Gedanken einige Male und wie gesagt, mit dem entsprechenden Empfinden hingibst, so wirst Du sehr bald einen tiefen, bis jetzt ungekannten inneren Frieden verspüren. Das ist die erste Antwort. Dieser Friede erzeugt in Dir ein starkes Verlangen, immer wieder diesen Frieden von Neuem zu verspüren. Natürlich wird dieser Friede und innere Ruhe nach der Meditation anfänglich durch die Tagesaktivitäten relativ schnell wieder gestört. Aber sei deswegen unbesorgt, denn "Gut Ding will Weile haben". Schon bald wirst Du die Auswirkungen dieser Meditationsübung im Alltag sehen, oder vielmehr, die anderen Menschen, Deine Umgebung, wird die Auswirkungen sehen. 

(Es bleibt noch anzumerken, dass später, wenn die innige Verbindung zu Jesus Christus fester und zur Gewohnheit geworden ist, Er dann dieses süsse Glücksgefühl oft vermissen lässt, damit Dein Glaube sich nicht auf seelische Sinneslust gründet, sondern auf bedingungsloses Vertrauen. Aber in diese Phase, wo Du dann Gott noch tiefer erleben darfst, wirst Du innerlich geführt) 

Eigentlich bräuchte ich nun nichts mehr weiter zu schreiben über dieses Thema, weil Du von nun an selber merken wirst, wie es in der Meditation weitergeht. Du wirst geführt durch den Geist Gottes, weil Du nun schon die erste Bedingung erfüllst, dass das obenerwähnte Geistfünkchen wachsen kann. Welches sind denn die Bedingung(en)? "Liebe Gott mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt" sowie "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Das Zweite kommt aber dann aus dem Ersten.

Aber trotzdem, ich will noch ein Stück weitergehen und beschreiben, was dieser erste Meditationsgedanke "Gott liebt mich, Er lebt in mir" für Folgen hat. Zum Beispiel Jesus in sich und im anderen Menschen erkennen. Wer Jesus als Menschenbild erkennen kann, erlebt eine ganz besondere Gnade, was aber nur einigen ganz reinen Seelen vorbehalten bleibt. Oft machen wir den Fehler und wir stellen uns Jesus Christus so vor wie er als Mensch auf der Erde gewandelt ist. Das ist aber nicht Sein Wille. Alle die Bilder welche hin und wieder gemalt wurden und werden, führen uns auf ein falsches Geleise. 

Er hat gesagt: "Ich gehe dahin wo mein Vater ist und sende euch den Tröster", also den Heiligen Geist. So wie Jesus und der Vater Eins sind, so ist Jesus und der Heilige Geist (oder Geist Gottes) auch Eins. Haben wir den Geist Gottes in uns, so haben wir auch Jesus in uns oder den Vater. Nicht das Bild Jesu, sondern die sieben Eigenschaften Jesu oder des Geistes ist es, was in uns leben und was wir in den anderen Menschen sehen sollen. Diese Eigenschaften sind bekanntlich die Liebe ( Liebe zu Gott und dem Nächsten), Das Licht (Wahrheit, Erkenntnis, Weisheit, Das Wort), Kraft (Wille, "Es werde"), die Ordnung Gottes (die natürliche und geistige Gesetzmässigkeiten), der Ernst (die Beharrlichkeit), die Geduld und schliesslich das Erbarmen (die Barmliebe). 

Je mehr nun Jesus oder eben der Geist Gottes in uns wächst, desto deutlicher offenbaren sich diese Eigenschaften in uns. Das ist das Bild Jesu. Wenn dann einmal der Geist Gottes so gewachsen ist, dass die Seele keine Unreinheit mehr hat und er die gesamte Seele erfüllen kann, dann ist die Zeit der Wiedergeburt gekommen. 
Aber schon vor dieser Wiedergeburt dürfen wir die Herrlichkeiten sehen. Wir dürfen ins Himmelreich wie durch das Schlüsselloch blicken. Das ist ein weiterer Ausblick dieser einfachen Meditation. Wir dürfen wirklich an der ganzen Wahrheit teilhaben und sie auch erleben, und nicht nur das tote Wissen darüber. 

Schon nach relativ kurzer Zeit kannst Du auch andere Gedanken in die Meditation mitnehmen. Beginne damit, dass Du Dir Antworten auf Dir nicht verständliche Bibelverse geben lässt. Du wirst staunen, wie deutlich die Antworten ausfallen und vor allem auch wie umfassend. Um das WIE, also auf welche Art Du die Antwort oder die Lösung erhältst, mache Dir keine Sorgen. Gott weiss, wie Du ihn ver-stehst. Sei auch in diesem Punkt ohne Erwartungshaltung. 

Weitere wichtige Fragen sind auch: "Warum habe ich diese oder jene Krankheit, warum diesen Unfall, warum diese Unbill, die mir begegnet ist, warum ist dies oder jenes geschehen?" Da ja nichts ohne Göttlichen Willen geschieht und schlussendlich alles zum Besten dient (jedenfalls denen, die Gott lieben!), ist es auch der Göttliche Wille, dass Du eine Göttliche Antwort auf obige und andere Fragen bekommst. 

Nun, ich würde mich riesig freuen, wenn es Dir gelingt, Dich für einige Zeit freizumachen um Deinem Schöpfer auf die beschriebene Weise näher zu kommen, Der Sich ja nicht irgendwo anonym aufhält und scheinbar kein Interesse an Deinen Nöten hat. In jeder Not ist ein Segen verpackt, und das ist Sein Interesse, dass Du diesen Segen erfahren sollst. 

Einladung 

Noch einmal möchte ich die Einladung erneuern, wir haben genügend Platz, Nilce ist fleissig am Deutsch lernen und freut sich auch auf Besuch aus Europa. 

Bis zum nächsten Mal wünsche ich allen Gottes reichen Segen 
und verbleibe 
mit offenem Haus und Herzen 
HansK             Hier geht's weiter zu: Reise nach Hanoch 3

 



Aktualisiert am: 02.03.2010 - Home