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Enthält
die Neuoffenbarung Fehler, Widersprüche und Irrtümer?
Gerd Kujoth 
Als Jesus von Seiner Wiederkunft sprach, sagte Er: „Und dann werden
sie des Menschen Sohn kommen sehen in den Wolken mit großer Kraft und
Herrlichkeit.“ (Mark. 13,26) Diese Wiederkunft in den Wolken des
Himmels ist die Wiederkunft Jesu in Seinem Wort durch neuerweckte Weise,
Seher und Propheten. (9.GEJ 94,3) Wie die strahlende Sonne oft von den
Wolken verhüllt wird, sie aber dennoch Licht und Wärme spendet, so
kommt Jesus, der das Wort oder die Idee Selbst ist, verhüllt zu den
Menschen und spendet trotz der Verhüllung Licht und Leben. Die
Verhüllung mit den Wolken ist das aus den Buchstaben gebildete Wort, in
dem der geistige Sinn eines Wortes verborgen ruht. (5.GEJ 121,2)
Jesus ist es
Selbst, der als Wort lebendig im wahren Himmel, der im Herzen des
Menschen ist, vor allen Menschen auftritt. (6.GEJ 174,10) Und wie tritt
er vor allen Menschen auf? - Als der geistige Gehalt des gedruckten
Wortes, das von allen Menschen gelesen werden kann und das denen, die
verständigen Herzens sind geistig Licht gibt und den Tätern das ewige
Leben. Sind wir uns bewußt, was das heißt: Das lebendige Wort des
Vaters ertönt im Herzen eines Menschen? Am Gesicht des Oalim im 2. Band
der Haushaltung Gottes wollen wir uns das verdeutlichen. Oalim, der das
Geistherz des neuen Geistmenschen in ihm wie eine Sonne leuchten sah,
berichtete: „Als ich aber dieses Sonnenherz stets mehr und mehr
betrachtete, da entdeckte ich auf einmal in der Mitte dieses
Sonnenherzens ein kleines, Dir, o heiliger Vater, vollkommen ähnliches,
lebendiges Abbild, - wußte aber nicht, wie solches möglich.
Da ich aber
darüber nachdachte, da ergriff mich auf einmal eine unaussprechliche
Wonne, und Dein lebendiges Bild öffnete alsbald den Mund und redete zu
mir aus dem Sonnenherzen des neuen Menschen in mir folgendes: ‘Richte
empor nun deine Augen, und du wirst bald gewahr werden, woher und wie
Ich in dir nun lebendig wohne!’ Und ich richtete alsbald meine Augen
aufwärts und erschaute sogleich in einer endlosen Tiefe der Tiefen der
Unendlichkeit ebenfalls eine unermeßlich große Sonne und in der Mitte
dieser Sonne aber dann bald Dich Selbst, o heiliger Vater! Von Dir aus
aber gingen endlos viele überlichte Strahlen, und einer dieser Strahlen
fiel in das Sonnenherz im neuen Menschen in mir und bildete also Dich
Selbst lebendig in mir.“ (2.HG 72,17-22) Deutlicher als in diesem
Gesicht des Oalim kann uns das Wohnen und Reden des Vaters im Menschen-
herzen nicht erklärt werden.
Das Reden des
Vaters im Herzen ist nicht möglich, wenn nicht das Abbild des Vaters im
Geistherzen gebildet werden kann. Das Abbild des Vaters aber kann nur
entstehen, wenn der Geistfunke, der als ein allerkleinster Keim im
Seelenherzen ruht, zur Menschenform, wenn auch zunächst noch klein,
herangewachsen ist und das Herz dieses Geistmenschen als ein Hohlspiegel
die Strahlen der geistigen Sonne auffangen und in seinem Brennpunkt
konzentrieren kann. Mit anderen Worten, die aber dasselbe aussagen,
sagte Jesus: „Die allein an Mich glauben und Mich also auch über
alles lieben werden, deren Herz wird Mein wahrer Wohntempel sein, und in
diesem werde Ich auch zu ihnen reden.“ (8.GEJ 163,4) Solch ein Mensch,
dessen Herz ein Wohntempel des Vaters geworden ist, ist dann ein Weiser,
Seher oder Prophet, von denen es kleine und große gibt.
Jedes Wohnung
nehmen der ewigen Liebe in einem Menschenherzen ist eine geistige
Wiederkunft Jesu, eine Wiederkunft des Urlichtes, das einst körperlich
in diese Welt kam. Solch eine Wiederkunft des reinsten Lichtes ist dann
auch eine neue Offenbarung an die Menschen, zumeist eine kleine und
seltener eine große. Jesus sagte durch Gottfried Mayerhofer: „Ich
habe Seher als neue Propheten... erweckt, die Mein Wort unverfälscht
den Menschen wiedergeben sollen. Und damit hier keine Fälschung von
menschlicher Seite eintritt, so diktiere Ich nun Meinen Schreibern
Selbst, was Ich von den Menschen geglaubt und befolgt wissen will.“
(KZ Seite 64)
Die geistige
Wiederkunft Jesu ist Seine Wiederkunft im Wort und diese Worte, die den
Weisen, Sehern und Propheten vom Himmel gegeben wurden, stellen zusammenge-
nommen eine große Licht- und Lebenslehre dar. Und das Hauptwerk dieser
geistigen Wiederkunft ist die Neuoffenbarung durch Jakob Lorber. Deshalb
bezeichnet Jesus in den „Himmelsgaben“ den Tag, an dem Er Sich Jakob
Lorber erstmals offenbarte, als den wichtigen Tag Seiner Darniederkunft,
geistig durch Wort und Tat, an dem Er Großes den Völkern der Erde
gegeben hat. (3.Hi. Seite 468) Durch Gottfried Mayerhofer verkündete
der himmlische Vater, daß dieses Werk nicht nur einem kleinen
Leserkreis, sondern der ganzen Menschheit als das zukünftige
Religionssystem dienen soll. (Schö. Seite 2)
Wie weit muß nun
eine Seele vergeistigt sein, um die Stimme der ewigen Liebe irrtumsfrei
in sich zu hören? - Die Reinheit des geistig Geschauten oder Gehörten
hängt von dem Grad ab, in welchem der Geist mit der Seele eins geworden
ist. Bei den großen Propheten ist das in hohem Grade der Fall. Bei
ihnen fängt bereits die Seele an, durch die Liebe des Geistes ganz
entzündet, in den Geist überzugehen. (8.GEJ 136,10-14) Solch ein
Mensch ist dann ein wahrer Prophet, der in größter Reinheit sieht und
hört. Ganz anders verhält es sich mit den Medien, deren Seelen noch
nicht in der wahren Liebe stehen und die ihre Medialität nicht durch
das erstandene Gottesleben erworben haben, sondern auf natürliche
Weise.
Durch solche Medien
kann noch viel Falsches kommen, nicht aber durch den wahren,
gotterweckten Propheten. Jesus sagte von den Propheten: „Die Gottheit
zwingt den Propheten mit Ihrem allmächtigen Geiste in jenen Momenten
seiner Tätigkeit, die Gott von ihm fordert, streng nach dem Willen der
göttlichen Weisheit zu reden, zu schreiben und zu handeln, - aber
darauf läßt sie ihn wieder ganz frei, und er kann tun und handeln, wie
er will.“ (10.GEJ 240,6) In welchem Maße nun Jakob Lorber
wiedergeboren war, vermögen wir nicht zu sagen. Vollständig
wiedergeboren war er sicher nicht. Aber wenn die Neuoffenbarung durch
Lorber das Hauptwerk der geistige Wiederkunft Jesu ist und Jesus sagte,
daß uns heutigen Menschen durch die neue Offenbarung nur die Lehre
gegeben wird, die Er damals, als Er auf der Erde war, als das Wort
Gottes lehrte und die darum auch ewig bleibe (9.GEJ 90,2) und die der
zukünftigen Menschheit als das neue Religionssystem dienen soll, so
kann ich mir nicht vorstellen, daß Jesus nicht dafür gesorgt haben
soll, daß diese Seine Darniederkunft im Wort rein auf die Erde gekommen
ist.
Deshalb hatte Er
Jakob Lorber für seine große Aufgabe vorbereitet und der Wiedergeburt
nähergeführt. So hatte Er ihn in der Demut gehalten, so daß er nicht
bezeichnet war mit dem Malzeichen des Tieres, welches die Herrschsucht
ist und mit dem die andern bezeichnet waren. (1.Hi. Seite 349,14-15) Die
Demut aber ist die Grundlage der Wiedergeburt. Jesus sagte über Jakob
Lorber: „Sehet, Mein Knecht ist klein und einfältig und hat ein
sanftes Herz und ist der Demut und Meiner Liebe schon mehrere Jahre
nachgelaufen. – Wenn Ich ihm nun ein kleines Licht Meiner Gnade
gegeben habe, so glaubet es, daß es wahr ist in allen Punkten und
Zweigen, da alles dieses in der geradesten Richtung zuallernächst
unmittelbar von Mir in ihn kommt, und das zwar, weil er es so hat haben
wollen, was Mir auch am liebsten ist!“ (1.Hi. Seite 61,4)
Die neue
Offenbarung ist also unmittelbar von Jesus dem Jakob Lorber gegeben
worden. Jesus aber erwählte Sich gerade ihn, weil seine seelischen
Eigenschaften die Gewähr boten, daß die höchste göttliche Lehre in
möglichst größter Reinheit dieser Welt übergeben werden konnte. Der
himmlische Vater sagte einmal zu ihm: „Siehe, wärest du ein
Schreiblustiger, dann hätte Ich dich nie erwählt! Denn die
Schreiblustigen schmuggeln gern und verkaufen unter Meiner echten Ware
auch ihre eigene auf Meine Rechnung! - Eben darum aber erwählte Ich
dich, weil du kein Schreiblustiger bist, um eben dadurch Meine Ware
einmal ganz rein vor die Welt zu bringen! - Wird sie aber auch noch in
dieser Reinheit verkannt, dann wehe in jüngster Zeit der Welt!
Bei jedem ist Mir
der Eifer lieber als die Lauheit. Du aber mußt träge sein wie ein
Fließpapier, durch das man eine unlautere Flüssigkeit dennoch ganz
rein durchfilterieren kann! Denn in deinem Eifer könntest du so manches
aus deinem Kopfe unters Meinige bringen. Weil Ich dir aber keinen
eigenen Eifer lasse, sondern du alles nur aus Meinem Eifer tun mußt,
ohne daß dabei dein freier Wille irgendeinen Zwang erhält, so kommt
Meine Ware rein ans Tageslicht!“ (2.Hi. Seite 251,4-5) Zwar hört ein
jeder wahre Prophet, wenn er wiedergeboren ist, in den Momenten des
Offenbarungsempfangs das Wort des Vaters rein, wenn er aber wieder frei
ist, kann er seine eigenen Ideen unter das reine Wort mischen. Aber
Jakob Lorber hat das nie getan. „Wisset ihr denn nicht“, sagte
Jesus, „daß Ich den Knecht alsbald verwerfen würde, so er so etwas
sich erlauben würde? -
Für einen so argen
Sünder müßt ihr Meinen Knecht nicht halten! - Er hat wohl andere
Schwächen, meist aber gegen sich selbst; aber in Meinem Namen ist er
getreu und stark und scheut die Menschen nicht und sieht auch nicht auf
die Vorteile der Welt, obschon er irdisch arm ist.“ (3.Hi. Seite
274,13) Bisher waren es immer nur wenige, denen Jesus Seine reine,
unverhüllte Lehre, wenn auch nicht so umfangreich, geben konnte, doch
wurde sie immer wieder verunreinigt oder ging ganz verloren. Die
Menschheit war aber auch noch nicht reif dafür. Nun aber hat Er Seine
Ware, d.h. Seine Lehre der Menschheit rein und unverhüllt, wenn auch in
geschriebenen Worten eingekleidet, übergeben. - Doch auf wieviel
Ablehnung stößt dieses Offenbarungswerk. Selbst viele, die eine neue
Offenbarung im Prinzip anerkennen, sind der Überzeugung. daß sie
massive Fehler, Irrtümer und Widersprüche enthalte.
Da wirft ein
Kritiker dem Lorberwerk vor, „Lorbers Offenbarung“ widerspreche der
neutestamentlichen und dem Leser dieser Werke wird die Frage gestellt,
welcher Offenbarung er denn nun Glauben schenke. Es sei einwandfrei
erwiesen, daß die Evangelien die wahre Natur Jesu bis zuletzt verborgen
sein lassen. Als Beweis dafür, daß selbst am Abend vor der Kreuzigung
die Jünger in Jesus noch nicht den Vater erkannten, wird Jesu Antwort
auf die Bitte Philippi zitiert, ihnen doch den Vater zu zeigen: „So
lange Zeit bin Ich bei euch, und du hast Mich nicht erkannt, Philippus?
Wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen.“ (Joh. 14,8-9)
Aber gerade diese
Antwort ist der Beweis gegen den Vorwurf des Kritikers. Die Art der
Antwort, das Erstaunen Jesu: „So lange Zeit bin Ich bei euch, und du
hast Mich nicht erkannt?“ drückt doch aus, daß Sich Jesus in den
drei Jahren zuvor Seinen Jüngern als Vater zu erkennen gegeben haben
muß, sie es aber - außer Johannes - nicht voll begriffen und deshalb
auch leicht wieder vergaßen. Als das Gespräch wieder einmal auf die
Gottheit Jesu kam, gestand Petrus ein, daß er noch nicht begriffen
hätte, wie es sich nun mit Vater, Sohn und Heiliger Geist verhalte und
bat Jesus um eine Belehrung darüber. Jesus aber sprach: „Euer
Gedächtnis ist eben das Stärkste nicht bei euch, daß ihr Mich nun um
solches fragen könnet, was Ich doch schon bei tauglichen Gelegenheiten
oft genug erklärt habe, und dennoch seid ihr noch immer im unklaren
über die Hauptsache.“ (6.GEJ 229,11)
Jesus nennt hier
die wahre Erkenntnis Gottes in Ihm die Haupsache. Sollte aber Jesus die
Jünger wirklich bis zuletzt über die Hauptsache des Glaubens, im
Unklaren gelassen haben? Jesus belehrte die Jünger wohl über Sein
wahres Wesen, sagte aber auch zu ihnen: „Wann ihr erst den Vater
erkennen werdet, dann auch werdet ihr Mich vollends erkennen, und das
wird sein, so Ich von dieser Erde wieder in Meine Himmel aufgefahren
sein werde.“ (1.GEJ 149,7) Erst nach der Himmelfahrt hatten es die
Jünger voll begriffen, wer Jesus war. Besonders hatte Philippus bis zum
Abend vor der Kreuzigung in Jesus noch nicht den Vater erkannt, weil er,
nach seinem eigenen Bekenntnis, schwach im Glauben war. (6.GEJ
52,7)
Die wahre Natur
Jesu ist in den Evangelien zwar nicht in offener Weise ersichtlich, aber
indirekt ist sie in ihnen von Anfang an enthalten. Es heißt am Anfang
des Johannes- evangeliums, daß das Wort, das in die Welt kam, Gott war
und somit ist Jesus der eine Gott und deshalb auch der Vater. - Er kam
in sein Eigentum. Wer ist denn der Eigentümer von allem? Doch nur der
Vater von Ewigkeit. - Jesus sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und
das Leben.“ Aber wer anders kann denn das Leben Selbst sein, als
wiederum nur der Vater? Meine Antwort auf die Frage, welcher Offenbarung
ich Glauben schenke, ist die, daß ich beiden Glauben schenke, der alten
und der neuen Offenbarung, denn ich sehe aus den eben genannten Gründen
zwischen beiden keinen Widerspruch. Daß aber diese Lehre in den
Evangelien nur schwach vertreten und in der Christenheit nicht
durchgedrungen ist, lag daran, daß Jesus Seinen Jüngern den Auftrag
gab, der Menschheit nur die einfache Lehre zu verkünden, weil es für
die tiefere noch nicht an der Zeit war. (10.GEJ 155,7)
Dieser Kritiker
zweifelt auch daran, daß Jesus während Seiner Erdenzeit Seine Jünger
über den Kosmos belehrt habe. Das wird mit der Annahme begründet, daß
die Fischer oder Handwerker, die kaum eine Bildung besaßen und die sich
die Erde noch als eine Scheibe vorstellten, wohl kaum die
atemberaubenden astronomischen Aussagen verstanden und geglaubt hätten,
während sie von den Astronomen noch Anfang unseres Jahrhunderts
abgelehnt worden wären, wenn sie diese gekannt hätten. Auch müßte
darüber doch ein schriftliches Zeugnis aus dem frühen Christentum,
wenigstens andeutungsweise, vorhanden sein. Wenn aber Jesus nicht nur
der Sohn Gottes, sondern der Vater und damit Jehova Selbst war, dann ist
es mir unvorstellbar anzunehmen, daß Er Seine Jünger über Seine
Schöpfung nicht ins rechte Bild gesetzt hätte. Um die Struktur und die
Weite des Kosmos zu begreifen, kommt es nicht auf eine große
Schulbildung, sondern auf die Fassungskraft eines Menschen an.
Auch erschuf Er ein
Sonnensystem im kleinen, ließ es in der Luft kreisen und erklärte es
Seinen Zuhörern an Hand dieses Anschauungsmittels. Dem Mathael
erklärte Er den Aufbau einer Hülsenglobe im Vergleich mit der
Rangordnung eines Heeres. (5.GEJ 115,10-14) Auf diese Weise wurde Jesus
verstanden, zumal Er, als der Schöpfer aller Menschen, es am besten
weiß, wie weit das Verständnis eines jeden Menschen geht und wie Er
einen jeden belehren muß. Es ging aber bei der Belehrung über den
Kosmos nicht allein um eine materielle, naturwissenschaftliche
Erklärung der Schöpfung, sondern hauptsächlich darum, um durch ihre
wahrheitsgemäße Erkenntnis ein tieferes Verständnis des Geistigen zu
bekommen. Jesus sagte einmal zu Seinen Jüngern: „Wie wirst du
demjenigen etwas tiefer Geistiges begreiflich machen, der die Erde, die
ihn trägt und nährt, nicht im geringsten kennt, und noch weniger, was
der gestirnte Himmel alles faßt und enthält?
Euch aber habe Ich
alles das erkennen gelehrt, damit ihr euch vor allem einen lebendigen
Begriff von der Größe und von der weisesten Ordnung Gottes habt machen
können, und so habt ihr solch Höheres und rein Geistigeres schon auch
leichter fassen können.“ (6.GEJ 231,17) Die heutigen Astronomen aber
hätten die astronomischen Aussagen nicht deshalb abgelehnt, weil sie
die im Lorberwerk erklärte Struktur des Kosmos nicht begreifen würden,
sondern weil sie nicht auf Beweisen aufgebaut ist. Warum aber keine
schriftlichen astronomischen Zeugnisse von Jesus vorhanden sind, liegt
auch wieder daran, daß die Jünger nur die Grundzüge Seiner Lehre
verkünden sollten. Und wo doch etwas weniges darüber weitergesagt
wurde, da geschah es mündlich zu nur wenigen Menschen und ging deshalb
wieder verloren.
Als nächstes
kritisiert er, daß Jerusalem und seine nächste Umgebung, z.Zt. Jesu,
laut dem 1. Band des „großen Evangeliums“, 800’000 Einwohner
gezählt haben soll. Die Fläche Jerusalems zur Zeit Jesu hätte knapp
zwei Quadratkilometer betragen. Nun ist es klar, daß auf 2 km2 nicht
800’000 Menschen wohnen können. (Aus dem 5. Band des „großen
Evangelium“ 9,11 erfahren wir, daß das alte Jerusalem größer war
als die heutige Altstadt, die erst nach der Zerstörung der alten Stadt
mit gleichem Namen, aber veränderter Gestalt und Stelle später neu
erbaut worden ist.) Allerdings bewohnten die 800'000 Menschen nicht nur
die Fläche von 2 km2 innerhalb der Stadtmauern, sondern auch die der
nächsten Umgebung. Es kommt also zu der Fläche und Einwohnerzahl der
Stadt noch die der Umgebung dazu. Und wenn wir die Textstelle im „großen
Evangelium“ nachlesen, so erfahren wir, daß noch eine dritte
Zahlengröße hinzukommt. Nikodemus, der Bürgermeister der Stadt, der
diese Zahlenangaben machte, sagte: „In der Stadt und in der nächsten
Umgebung der Stadt leben samt den Fremden über 800’000 Menschen, für
die ich als ihr Oberster zu sorgen habe.“ (1.GEJ 22,5)
Die dritte
Zahlengröße sind die Fremden. Diese Fremden waren nicht etwa
Gastarbeiter, die sich dort angesiedelt hatten, sondern Besucher des
Osterfestes. Und in der Zeit des Osterfestes, so erfahren wir einige
Kapitel zuvor, „kam stets viel Volkes nach Jerusalem, auch viele
Heiden, die da kauften und verkauften allerlei Waren.“ (1.GEJ 12,6+9)
Jerusalem platzte zur Zeit des Osterfestes sozusagen aus allen Nähten
und die Fremden konnten nicht alle in der Stadt untergebracht werden,
sondern hatten ihre Herberge auch in der Umgebung. Mit diesen Fremden
ist es durchaus denkbar, daß Jerusalem und seine Umgebung zur Zeit des
Osterfestes 800’000 Menschen beherbergte. Es ist also im „großen
Evangelium“ keine Rede davon, daß Jerusalem mit der Umgebung ständig
800’000 Einwohner gehabt hätte. Daß diese Zahl realistisch ist,
erfahren wir von Flavius Josephus, der die Zahl der Toten bei der
Eroberung Jerusalems im Jahre 70 nach Christus, die zum größten Teil
an Hunger starben, mit 1,1 Millionen angab.
Zu dieser Zahl
kamen dann noch 97'000 Gefangene und die Flüchtlinge. Auch bei diesen
Zahlen sind die Besucher eines Festes (der ungesäuerten Brote) mit
dabei, die vom anrückenden römischen Heer überrascht worden waren. (GJK
6. Buch 9,3) Ein anderer Kritiker ist im Grunde überzeugt, daß der
Herr Selbst der Urheber des Lorberwerkes ist und stellt gleichzeitig die
Frage, wieso dann Unvollkommenheiten und Irrtümer mit hineingekommen
sind. Er ist nämlich der Überzeugung, daß die „Haushaltung Gottes“,
die Jugend Jesu“ und das „Große Evangelium Johannes“, das sind
die Werke, die von Ereignissen berichten, die sich vor Jahrtausenden
abspielten, Wortdiktate seien, d.h. wörtlich das damalige Geschehen
wiedergeben.
Er begründet das
damit, daß Lorber Ortsbezeichnungen und Worte in fremder Sprache wohl
richtig gehört, aber manchmal fehlerhaft geschrieben habe. Auch würden
bestimmte Satzkonstruktionen an aramäisches Satzgefüge erinnern. In
den Werken dagegen, deren Ereignisse sich zur Zeit Jakob Lorbers
abspielten, oder deren Worte direkt an ihn und seine Freunde gerichtet
waren, wie „Die geistige Sonne“, „Bischof Martin“, „Himmels-
gaben“ und auch die „Notabene“-Texte des „großen Evangeliums“,
hat er den Eindruck, die Schreibart sei lockerer, gelöster und freier.
Er schließt daraus, daß in diesen Werken persönliche Gedanken und
Auffassungen Lorbers mit eingeflossen seien. (ZG 2/90, Seite 168-169)
Ich kann mir nun nicht vorstellen, daß die einen Werke rein und die
anderen Werke, nur weil die sich zur Zeit Jakob Lorbers ereigneten,
unreiner sein sollen. Wenn er nun beurteilt, daß die Werke, die sich
vor Jahrtausenden abspielten, eine andere, der damaligen Sprache
ähnliche Ausdrucksweise haben, und die Ausdrucksweise der Werke, die
sich in jüngster Zeit abspielten, eine lockere und freie ist, so ist
das gerade ein Beweis für die Echtheit des Lorberwerkes.
Denn damals sprach
Jesus in der damaligen Sprache zu den Menschen, während uns zwar die
Texte in unsere Sprache übersetzt gegeben worden sind, dabei aber doch
einiges vom ursprüngliche Satzgefüge erhalten geblieben sein kann. In
den Worten dagegen, die Jesus vor 150 Jahren direkt an uns heutige
Menschen gerichtet hat, kommt die heutige Sprechweise, die ja anders
ist, als sie vor Jahrtausenden war, zum Ausdruck. Wir sehen also, daß
ein scheinbarer Beweis gegen die Reinheit des Lorberwerkes, gerade ein
Beweis dafür sein kann. Dieser Lorberkritiker ist auch mit dem Text im
3. Band „Himmelsgaben“, Seite 372 über die Lage der Orte in
Palästina, nicht einverstanden. Es würden in diesem Text gewisse
Entgleisungen oder gar Widersprüche auffallen. So sage z.B. Lorber,
daß die einzige Stadt, die wenigstens teilweise in ihrer örtlichen
Lage aus der Zeit Christi erhalten geblieben sei, Tiberias wäre.
Nun läge Tiberias
heute und zur Zeit Christi am Galiläischen Meer. Zugleich aber sage
Lorber, daß das Galiläische Meer „heute ein gutes Drittel der
Wasserfläche weniger habe, als zur Zeit Christi“. Wenn das stimme,
dann hätte Tiberias zur Zeit Christi eine „Unterwasserstadt“ sein
müssen. (WW Nr. 20, Seite 30) Im Grunde genommen ist das eine logische
Überlegung, die einleuchtet. An diesem Beispiel werden wir aber gleich
sehen, daß solche verstandesmäßig logischen Überlegungen nicht
unbedingt richtig sein müssen. Auf diese Kritik hin machte sich
nämlich ein Lorberfreund die Mühe, das Gelände der Umgebung von
Tiberias zu studieren und konnte daraufhin die scheinbaren Widersprüche
beseitigen. Er stellte fest, daß es neben der heutigen Altstadt noch
eine Uraltstadt gibt, die in der heutigen Neustadt liegt.
Diese Uraltstadt
liegt an dem dortigen Hang höher, als die heutige Altstadt und muß vor
dem Zurückweichen des Sees einmal am Ufer gelegen haben. Mehrmals muß
der Seespiegel eingesunken sein. So ist z.B. bezeugt, daß um das Jahr
1000 n. Chr. bei einem Erdbeben das gesamte Jordantal und damit auch der
See eingesunken ist. Nach jedem Einsinken baute man die neuen Häuser
wieder an das Ufer des jeweils tiefer liegenden Sees. Das ist die
heutige Altstadt, die erst im Mittelalter entstanden ist, die aber zur
Zeit Jesu noch nicht existierte und deshalb damals auch nicht unter
Wasser gelegen haben konnte. Aber das Gelände auf dem sie heute steht,
lag natürlich damals unter Wasser. Heute liegt der See Genezareth 212 m
unter dem Meeresspiegel. Die Stadt Tiberias lag also zu allen Zeiten,
zur Zeit Christi und heute, am See, denn der Bau neuer Häuser war immer
dem ostwärts zurückweichenden Ufer gefolgt. (WW Nr. 21, Seite 55) Wir
sehen also, daß hier die ungenügende Prüfung eines Textes und eine
falsche Logik zu einer ungerechtfertigten Kritik an der Neuoffenbarung
geführt hat.
Unserem
Lorberkritiker ist auch eine Aussage aus dem gleichen Kapitel
aufgefallen, in der es heißt, daß die katholische Kirche vorgebe, „sämtliche
Reliquien aus dem Hause Josephs befänden sich in der sixtinischen
Kapelle, dahin sie von den Engeln durch die Luft gebracht worden seien“.
Richtig aber wäre, daß das sogenannte heilige Haus, nach einer
Legende, von den Engeln von Nazareth nach Loreto gebracht worden sei. (WW
Nr. 20, Seite 30) Das ist wohl richtig, diese Legende existiert und von
den Reliquien aus dem Hause Josephs in der sixtinischen Kapelle ist
nichts bekannt. - Sollte es also doch Fehler in der Neuoffenbarung
geben? - Verstandesmäßig betrachtet liegt hier tatsächlich eine
Verwechslung vor. - Ist das aber auch geistig der Fall?
Verstandesmäßig gesehen ist es aber auch eine fehlerhafte
Verwechslung, wenn ein Text aus den Paulusbriefen als ein Johannestext
zitiert wird. Und doch spricht Jesus das aus, wie uns im ersten Band der
„geistigen Sonne“ berichtet wird.
Da sagt Jesus als
vermeintlicher Tafeldiener zu einer Gruppe noch in Irrtümern befangener
Geister: „Also spricht Johannes: ‘In Christo wohnt die Fülle der
Gottheit.’“ (1.GS 51,23) Die gewöhnliche Reaktion auf solch eine
Verwechslung eines Paulustextes, als hätte ihn Johannes geschrieben,
ist Skepsis und Ablehnung. „Der Skeptizismus aber“, sagt Markus in
der „geistigen Sonne“, „ist bei dem Menschen das, was der
Sportenkäfer den Bäumen ist; es bedarf nicht mehr als eines einzigen
nicht völlig stichhaltigen Punktes. Dieser Punkt wird dann zu einem
sich reichlich reproduzierenden schädlichen Wahrheitsinsekt, das am
Ende große Wälder von Lebens- und Erkenntnisbäumen verdirbt.“ (1.GS
52,4) „Dieser Punkt ist an und für sich kaum beachtenswert. Aber der
Skeptiker, der alle Fasern des Lebens- und Erkenntnisbaumes benagt,
setzt diesen unbedeutenden Punkt unter ein überaus vergrößerndes
Mikroskop und entdeckt dann in diesem unscheinbaren Punkte ganze Berge
von Unebenheiten.“ (1.GS 52,5)
„Die Ursache aber
liegt darin, daß diese Skeptiker mit ihrem Verstandesmikroskope nun
beständig auf diesem unbedeutenden Punkte herumreiten.“ (1.GS 52,6)
Diesen Punkt greift nun der Redner der Gruppe auf und sagt: „Wenn
dieser Tafeldiener in der göttlichen Wahrheit so recht zu Hause wäre,
da hätte er doch wohl nicht leichtlich den Paulus mit dem Johannes
verwechselt. So aber hat er offenbar etwas von Johannes ausgesagt, was
nur der Paulus gesprochen hat, - und dieser Punkt ist mir genug, zu
glauben, daß unser Tafeldiener in der eigentlichen göttlichen Wahrheit
nicht zu Hause ist; und so dürfte es wohl mit allem, was er gesprochen
hat, einen sehr bedeutenden Anstand haben.“ (1.GS 52,8) Die Gruppe der
skeptischen Geister verwirft nun dieses einen Punktes wegen alle tiefen
Wahrheiten, die ihnen der vermeintliche Tafeldiener gesagt hat. Nun
stellt sich die Frage: „Ja, warum hat denn der Tafeldiener solches
getan?“ und die Antwort lautet: „Der Tafeldiener hat im geistigen
Sinne richtig gesprochen.“ (1.GS 52,11)
Später, als dieser
Redner in der Liebe zu Jesus entbrannt war, begriff er, warum der Herr
scheinbar einen Text des Paulus in den Johannes übertrug, denn was
Paulus dort wörtlich ausspricht, ist geistig im Johannestext in aller
Fülle vorhanden. (1.GS 57,13) Doch nun fragt es sich: „Wäre es denn
nicht besser gewesen, der Herr als Tafeldiener hätte im äußeren Sinne
richtig gesprochen, dann wäre die Gruppe der Geister erst gar nicht in
einen Zweifel gefallen?“ und da lautet die Antwort: „Der Herr weiß,
wie Er einen jeden Menschen oder Geist zu führen hat und manchmal muß
Er durch einen Zweifel eine geistige Gärung in Gang setzen, auf daß
alle Irrtümer ausgeschieden werden können.“ Genauso wie die
Verwechslung des Paulus mit Johannes verstandesmäßig falsch, aber
geistig richtig war, so könnte das auch bei anderen Verwechslungen der
Fall sein und geistig einen tieferen Sinn haben.
Jesus will mit
solchen Stellen die Leser der Neuoffenbarung in eine geistige Gärung
versetzen und diese sollten es nicht so machen wie im Vorhergehenden die
Skeptiker, die wegen des einen Zweifelpunktes alle anderen tiefen
Wahrheiten verwarfen. Nun könnte aber jemand sagen: „Ja, da könnten
ja auch alle Irrtümer in all den vielen medialen Kundgebungen, mit
denen wir immer wieder konfrontiert werden, geistig ausgelegt und auf
diese Weise gerechtfertigt werden.“ - Doch geht das so einfach nicht,
denn es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Geisterwort, das
solchen Kundgebungen zumeist zugrunde liegt, und dem echten Gotteswort.
„Denn die Welt hat das Wort im Sinne, Ich aber habe den Sinn im Worte“,
(1.HG 34,36) sagt der himmlische Vater. Die unvollendeten Menschen oder
Geister haben nur die natürliche Bedeutung eines Wortes im Sinn. In den
Worten des Vaters dagegen liegt stets ein tiefer Sinn, der für den in
der Liebe fortgeschrittenen Geist eine nie endende Tiefe erreicht.
Es könnte auch
jemand fragen: „Warum spricht Jesus nicht in einer solchen Weise zu
den noch unvollendeten Menschen, die für alle klar und verständlich
ist?“ - Genau so fragten auch die Juden, die sich von Ihm abwandten
und viele Seiner Jünger, die ihn verließen, als Er vom Essen Seines
Fleisches und vom Trinken Seines Blutes sprach. Wir wissen es wohl, was
Jesus mit diesen Worten gemeint hat. Aber für die damaligen Juden, die
diese Lehre zum ersten Mal ohne eine geistige Erklärung hörten, war
das etwas völlig Irrsinniges und Unannehmbares. Für diese Juden war
aber auch die Zeit noch nicht da, denn sie standen noch in ihren
sinnlichen Begierden auf der Stufe der Tiere, und Er redete darum so
verdeckt, damit sie ganz unsinnig würden und sich sodann von Ihm
entfernten. (6.GEJ 43,16)
Denn diese Juden
hatten noch kein geistiges Verständnis und liefen Ihm nur nach, weil
sie die wunderbare Brotvermehrung erlebten. Sie wollten Ihn zum König
machen in einem irdisch mächtigen Reich und hofften dann nicht mehr
arbeiten zu brauchen, weil Jesus ihnen immer das Brot beschaffen
könnte. Die vielen Jünger aber murrten unter sich und sprachen: „Es
ist doch sonderbar mit Ihm! Heute hätte Er mit einer klaren und der
Menschenvernunft angemessenen Lehre Tausende zu festen Anhängern Seiner
Lehre machen können; so aber hat Er Sich auf langehin geschadet! Denn
wer wird Ihn von nun an noch länger anhören und ertragen können?!“
(6.GEJ 45,6) Ist es nicht auch heute so, daß manche vom neuen Wort
sagen: „Wenn dieses und jenes klarer und der Menschenvernunft
angemessener erläutert wäre, könnten wir viel mehr Menschen gewinnen?“
- Aber Jesus geht es nicht um große Anhängerzahlen wie den Kirchen und
Sekten, sondern um die wahre Erziehung zum ewigen Leben, auch wenn es
nur wenige sind.
Er hatte den Juden
mit Seiner für sie unverständlichen Lehre einen guten Stoß versetzt,
der sie viel beschäftigen und reifer machen würde, so daß sie in der
Folge die Geheimnisse des Reiches Gottes verstehen könnten. Wer diese
Erziehungsweise des Vaters nicht akzeptieren und sich von Ihm abwenden
will, den läßt Er frei seiner Wege ziehen. Die Jünger, die Ihn
verließen, meinten schon alles zu wissen und hatten sich auch den Juden
gegenüber als die in der Lehre Jesu schon tief Eingedrungenen
hingestellt. Nun aber konnten sie die Lehre von dem Fleisch-Jesu-essen
den Juden nicht erklären. Jesus aber wollte, daß sie sich demütigten,
indem sie Ihn darum fragten. Aber diese Demütigung vor den Juden, in
der sie als die Nicht-alles-Erklären-könnenden dagestanden wären,
wollten sie sich nicht gefallen lassen und verharrten deshalb in ihrem
Hochmut. Lieber beschuldigten sie Jesus eine harte und unglaubliche
Lehre zu verkünden und lieber verließen sie Ihn, als sich zu
demütigen. Auch mit der Neuoffenbarung will der himmlische Vater Seine
Kinder erziehen.
Er hat Sie nicht
deshalb auf die Erde gegeben, zumindest nicht in erster Linie, damit
sich möglichst viele Anhänger um sie scharen sollen. Er hat sie sogar
so gegeben, daß sie für reine Verstandesmenschen nur schwer annehmbar
ist. Die sie aber annehmen, die müssen sich die Demütigung von Seiten
der Weltmenschen, die nur gelten lassen, was die Wissenschaft sagt,
gefallen lassen. Alle müssen sie bittere Erfahrungen mit ihr machen und
durch viele Zweifel gehen, wobei die einen in Seinem neuen Wort
gefestigt werden, die anderen sich aber wieder von ihm abwenden. (PH 26,
Seite 164) Jakob Lorber entdeckte selbst einmal einen kleinen
Widerspruch in den Texten, die er niederschrieb. Er bat den Vater um
Aufschluß darüber und bekam folgende Antwort: „Du hast beim
Diktieren fürs erste bei drei Nebenwörtlein überhört und hast es
überhören müssen zufolge der Anschauung und - weil Ich es also
gewollt habe. Warum aber habe Ich solches gewollt? - Damit euer Geist
einen kleinen Stoß bekommen solle und darum emsiger und lebendiger
suchen solle in dem, was Ich also lebendigst gebe aus Meiner Liebgnade;
und solle Meine Gabe nicht betrachten als eine Alltagskomödie.
Fürs zweite aber
ist da ein kleiner Widerspruch entstanden, weil du bei Meiner Vorsprache
zufolge einiger vorgefallener äußerer Störungen einen Umstand
nachzutragen vergessen hast. Aber du fragst, warum Ich dich denn nicht
sogleich darauf habe aufmerksam machen wollen? - Siehe, Meine Schule ist
eine andere als die der Menschen auf der Welt! - Ich lasse daher solches
oft geflissentlich zu und lege, wo es immer nur sein kann, den ‘verworfenen
Eckstein’ auf alle Meine Wege, damit daran die Welt ihr Gericht finden
solle. So aber dann jemand zu Mir kommt und bittet Mich um die
Wegräumung des Ecksteines, so will Ich solches ja auch tun. Aber nur
hüte sich da ein jeder vor Bemerkungen! (Was sind das nun für
Bemerkungen, vor denen wir uns hüten sollen? - Das sind Bemerkungen
wie: Dies ist falsch, jenes ein Irrtum und dort ist ein Widerspruch.)
Wohl dem, der korrigiert nach Meiner Angabe! Denn der wird das Licht
überkommen.
Wer aber Mir wollte
die Zulassung solch kleiner Widersprüche zum Vorwurfe machen, der soll
mit dem Unglauben bestraft werden!“ (2.Hi. Seite 133,1-134,5 Text
gekürzt) Ein Lorberfreund sagte einmal zu mir: „Bis jetzt habe ich
noch keinen Fehler in der Neuoffenbarung gefunden. Sollte ich aber einen
finden, so will ich dann von dem ganzen Werk nichts mehr wissen!“ Ich
sagte zu ihm: „Es gibt in dieser materiellen Welt nichts 100% ig
Vollkommenes, auch eine göttliche Offenbarung nicht, wenn sie mit
äußeren buchstäblichen Worten niedergeschrieben ist. Aber dem
inneren, geistigen Gehalt nach ist dieses Werk 100% ig vollkommen.“
Aber auch buchstäblich genommen hat es einen hohen Reinheitsgrad und
tiefen Wahrheitsgehalt. Wer aber mit diesem hohen Reinheits- und
Wahrheitsgehalt noch nicht zufrieden ist, deswegen die Neuoffenbarung
verwirft und sich anderen Lehren zuwendet, der hat, ohne es zu merken,
etwas Unreineres und weniger Tiefes angenommen. Er ist mit dem Unglauben
bestraft worden.
Das heißt: Sein
Unglaube an die Neuoffenbarung wird ihm auf seinem Weg zum ewigen Leben
zum Nachteil, weil er das reinste Himmelslicht verworfen hat. Wer aber
meint, der Anteil der Unreinheiten in der Neuoffenbarung sei größer,
der hat noch nicht erkannt, daß das, was er für Fehler, Widersprüche
und Irrtümer hält, nur scheinbare Fehler, Widersprüche und Irrtümer
sind, die der himmlische Vater so haben wollte, damit wir im Suchen und
Streben nach dem ewigen Leben nicht träge werden. Auch wollte Er, daß
Steine des Anstoßes in Seiner neuen Offenbarung sind, damit auch mit
ihr in Erfüllung geht, was mit Jesus in Erfüllung gegangen ist: „Der
Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden!“
(Matth. 21,42) Auch die Freunde Jakob Lorbers entdeckten Widersprüche
in den Worten und verdächtigten ihn sogar des Trugs. Er wendete sich an
den Herrn und bat um Auflösung des Widerspruches oder Er solle ihm das
Amt der Gnade wieder abnehmen und einem anderen übergeben.
Er bekam zur
Antwort: „Wenn der Anselm Hüttenbrenner hier und da so manches
beanstandet, so müssen wir ihm darum noch nicht gram werden. Er tut es
ja nicht, um dich zu verdächtigen; sondern nur des Lichtes wegen tut er
es. Darum also, Jakob, noch kein Feuer vom Himmel! Darum also ist es
noch nicht nötig, daß du Mir deshalb das Amt der Gnade zurückgeben
willst. Sondern fahre du nur fort! Es wird das rechte Licht über einen
jeden äußerlich scheinenden Widerspruch schon zu rechter Zeit und am
rechten Platze vorkommen. Daher sollst du nicht feurig und der Anselm
Hüttenbrenner nicht ängstlich werden! Denn was du empfängst, ist
Meine Sache. Und Ich werde schon in allem Sorge zu tragen wissen, daß
sie wird, wie sie sein soll. Mit dem Verstande aber bleibe ein jeder
hübsch ferne von Meiner Gabe! Sonst gleicht er dem Samen, der da aus
der Hand des Sämanns fiel unter Dornen und Disteln.
Denn im Verstande
ist die Wohnung von allerlei Sorgen. Wer demnach Mein Wort mit seinem
Verstande statt mit seinem Herzen bemißt, der wird schwerlich je die
Früchte aus Meinem Samen ernten. Bedenke zum Beispiel... (die
Widersprüche der vier Evangelien bei der Auferstehung). Wer da
äußerlich, rein weltgeschichtlich nach seinem Verstande urteilt, was
muß der bei diesen vier sehr verschiedenen Angaben wohl notwendig
finden, so er recht spitzkritisch zu Werke gehen will!? Ich sage dir:
Entweder den Tod seines Verstandes oder den Tod seines Glaubens! - Den
Tod seines Verstandes, so er da ein göttliches Geheimnis ahnet und
stellt solches Meiner Weisheit und Allmacht anheim. Den Tod des Glaubens
aber, so er spricht: ‘So das Faktum authentisch wäre, da müßten
über dasselbe nicht nur vier, sondern hundert Geschichtszeichner in der
Zahl, in der Art, in den Worten und überhaupt in allem völlig
übereinstimmen. Von den vier Geschichtszeichnern aber sagt jeder etwas
ganz anderes! Welcher hat recht? Keiner! Und somit glaube ich auch
nichts!’ Siehe, es soll aber weder der Verstand noch der Glaube
getötet werden! - Wie aber kann solches geschehen? -
Ich sage dir:
Allein durch Liebe, Demut, Sanftmut und Geduld! Wenn diese vier eins
werden im Menschen, da wird auch des lebendigen Lichtes in größter
Menge werden im Herzen, in welchem sich alle Widersprüche lösen
werden! Beachtet das, so werdet auch ihr ins Reine und Klare kommen! -
So ihr aber mit eurem Verstande wollet Meine Schatzgräber sein,
wahrlich, dann sollet ihr nichts denn Unrat finden! Denn Meine Gaben
sind nur fürs Herz, nicht aber etwa vorerst für den Verstand bemessen!
- Wer da will sein Herz aber durch den Verstand wecken, der sei
versichert, daß er es nur tötet. Denn schwächer ist wohl keine Liebe
als die des Verstandes!“ (2.Hi. 137,2-140,20 Text gekürzt) Damit uns
das Wesen einer göttlichen Offenbarung einleuchtender wird, sollen wir
einen alten Baum betrachten, sagt uns der Vater.
Das Innere des
Baumstammes ließe sich am besten dadurch betrachten, so wir den Stamm
quer durchschneiden und dann unsere Augen vom Kern nach Außen bis zur
Rinde wenden würden. Im Kern würden wir einen vollkommenen Kreis
erkennen. Aber je weiter wir nach außen kämen, um so unordentlicher
würden die Kreise. Wenn wir dann aber zur Rinde kämen, würden wir die
größte Unordnung entdecken, da sie mit groben Furchen durchzogen ist.
Da müßten wir doch sagen: „Welch ein Widerspruch zwischen dem Kern
(der dem geistigen Sinn entspricht) und der äußeren Umhüllung des
Baumes (die dem äußeren Buchstaben entspricht).“ (NS 68) „Also
gestaltet“, sagt der Vater, „ist denn auch bei euch jede
Offenbarung; sie geht vom Geistigen ins Materiell-Formelle über. Aus
diesem Grunde müssen dann ja nicht selten die Außenformen wie
widersprechend erscheinen, während sie von innen, aus der
allerhöchsten und wohlberechneten Ordnung, entspringen. Sehet, darin
liegt es, was zu verstehen und wohl zu begreifen euch überaus not tut,
so ihr von jeder äußerlich-formellen, geistigen Offenbarung durch den
Buchstabensinn einen wahren Nutzen ziehen wollet.
Denn das Geistige
ist eine in sich selbst bestimmte Kraft und ist mit sich selbst in der
größten Ordnung. Wenn aber diese Kraft sich äußern will, so muß sie
ja doch wohl innewerden, wie sie sich den äußeren Verhältnissen
gegenüber äußern kann, um ihre ureigentümliche Beschaffenheit nicht
aus den Augen zu lassen, aber dennoch auch mit den äußeren Umständen
im Einklange steht. Sehet, aus dem wird etwa doch klar werden, daß wenn
Ich, als die Urkraft Selbst, aus der allerreingeistigsten, ewigen
Ordnung Mich für die Außenwelt äußere, Ich auch stets diese zwei
Regeln, als der Grundurheber derselben, auf das Genaueste beachte; und
zwar dadurch, daß dabei (bei einer Offenbarung) von dem eigentlich
Göttlich-Heiligen in Seiner Fülle nichts vergeben wird. Das
Göttlich-Heilige muß allerhöchst-vollkommen einer jeden Offenbarung
innewohnen. Was aber dann die formelle Äußerung nach außen betrifft,
so muß sich diese dennoch wieder fügen nach den äußeren Umständen
und muß daher notwendig in der Äußerlichkeit in allerlei
widersprechend erscheinen, während sie doch in sich selbst in dem
allerhöchst ordnungsmäßigen Einklange steht.“ (NS 68,5+10-11 Text
gekürzt) Der innere Gehalt einer Offenbarung, das Göttlich-Heilige,
welches im Wort verborgen ruht, ist das eigentliche Wort Gottes.
Dieses ist in den
Himmeln rein geistig und kann nur mit einer Hülse umschlossen zu den
Menschen auf die Erde gelangen. (2.GS 15,2) In den Worten des
Lorberwerkes ist das rein geistige, das Göttlich-Heilige in seiner
ganzen Fülle vorhanden. Das ist die reine Lehre Jesu, Seine „echte
Ware“, die Er jetzt einmal ganz rein vor die Welt gebracht hat. Das
äußere Wort dagegen, wie es uns auf dem Papier gedruckt sichtbar ist
und aus dem wir das Göttlich-Heilige herausnehmen können, wie die Nuß
aus ihrer Schale, kommt uns oftmals widersprüchlich und irrig vor,
solange wir an der äußeren Schale oder am äußeren Wort
hängenbleiben. Je mehr die Ringe einer Baumscheibe nach außen gelegen
sind, um so unregelmäßiger sind sie. Die äußere Rinde mit ihren
Runzeln und Rissen aber kommt uns, gegenüber dem regelmäßigen Kern,
wie widersprüchlich und fehlerhaft vor. Ich möchte nun einige
Beispiele für die Runzeln des äußeren Offenbarungswortes
herausgreifen, deren Texte oft als fehlerhaft hingestellt werden. Da ist
zunächst die Verfinsterung der Sonne beim Tode Jesu.
In den „Schrifttexterklärungen“
17,8 sagt Jesus, daß „nach dem Verscheiden Christi am Kreuze eine
vollkommene Verfinsterung der ganzen unendlichen Schöpfung eintrat und
das Licht nicht nur der Erdsonne, sondern aller Sonnen in der ganzen
Unendlichkeit auf eine Zeit von drei Stunden erlosch.“ Im 3. Band „Himmelsgaben“
aber fragt Er: „Warum hätte Ich denn sollen bei Meinem Tode die Sonne
gänzlich finster machen, und das durch volle drei Stunden hindurch?“
(3.Hi. Seite 378,15) Und ein dritter Text aus dem 11. Band des „großen
Evangeliums“ lautet: „Wäre tatsächlich, während der Leib am
Kreuze hing, all derartiges geschehen, wie es berichtet wird - das
große Erdbeben, die Verfinsterung der Sonne, das Erscheinen der Geister
und vieles andere -, so hätte Jerusalem, gezwungen durch diese starken
Zeichen, noch desselben Tages Buße in Sack und Asche getan.“ (11.GEJ
74,13) Aus dem ersten Text bekommt man den Eindruck, daß die Sonne
völlig finster war und aus dem zweiten und dritten, daß sie es nicht
war.
Was ist nun
richtig? - Der reine Verstand sieht hier einen Widerspruch und verwirft
alles. Ein Lorberfreund sagte mir einmal: „Hätte ich nicht die Liebe
des Vaters erlebt und hätte ich dadurch nicht eine Gewißheit bekommen,
daß die Lehre der Liebe wahr ist, ich hätte auf Grund dieses
Widerspruchs das ganze Lorberwerk verworfen.“ So aber verwarf er nur
die scheinbar sich widersprechenden Texte. Wir aber wollen hier gar
nichts verwerfen, sondern zu einer Lösung kommen, denn es soll weder
der Glaube noch der Verstand getötet werden. Einen Hinweis zur Lösung
solcher Widersprüche finden wir im 3. Band „Himmelsgaben“. Dort
heißt es: „Für einen rechten Denker, der zwischen dem, was materiell
und was geistig ist, einen rechten Unterschied zu machen verstünde,
wäre zwar die Sache für sich selbst begreiflich. Allein, wer da den
Unterschied noch nicht aus der vollen Tiefe heraus zu begreifen imstande
ist, dem muß das freilich als wenigstens ein scheinbarer Widerspruch
vorkommen.“ (3.Hi. Seite 403,1)
Wir sollen also
nicht alle Texte vergeistigen, sondern unterscheiden lernen zwischen dem
was materiell und was geistig gemeint ist. Um diesen Unterschied
herauszufinden, wollen wir noch weitere Texte über die Verfinsterung
hören. Ein vierter Text lautet: „Weiter wird berichtet, daß die
Sonne ihren Schein verlor. Es ist schon gesagt, daß eine Finsternis
nicht eintrat. Wohl aber ist es jedem bekannt, daß sich Erdbeben in
heißeren Ländern durch eine starke Trübung der Atmossphäre
ankündigen, wodurch die Sonne an Glanz verliert. So ähnlich geschah es
auch hier. Allerdings hatte aber diese Glanzlosigkeit der Sonne einen
anderen Grund als den gewöhnlichen, - wenn auch die Erscheinung die
nämliche war.“ (11.GEJ 74,25) Naturmäßig trat also eine starke
Trübung der Atmosphäre ein, die Sonne verlor ihren Glanz. Und warum
verlor sie ihren Glanz? - Das sagt uns Jesus in „Die sieben Worte Jesu
Christi am Kreuz“. Dort sagt Er: „Die Sonne, als das Vorbild des
ewigen Lichtes, verlor ihren Glanz, zum Zeichen, daß die Menschen in
ihrer geistigen Blindheit nicht sahen, daß sich die Gottheit unter der
sterblichen Hülle Meines Leibes zurückdrängte und den Leib dem
materiellen Tode übergab.“ (SW Seite 5)
Die Ursache der
Glanzlosigkeit war also die geistige Finsternis der Menschen, die eine
innere Finsternis war: „Eine innere, die jeder fühlte, als sei ihm
etwas verlorengegangen, ohne daß er wußte, was es sei, und selbst die
Hohenpriester, Schriftgelehrten, Pharisäer und Tempeljuden, die doch
sehr nach Meinem Tode verlangt hatten, fanden keine Befriedigung und
keine Freude an ihrer Tat.“ (11.GEJ 74,18) Aber es wird uns noch ein
geistig tieferer Grund geoffenbart: Als „von der unendlichen Macht
Gottes alle Bande des Todes und der Hölle zerrissen“ waren, da „stürmte
die ewige Macht mit verunendlich- fältigter Gewalt“ hinaus. „Und
weiter drang dieselbe Allgewalt über alle sichtbare Schöpfung hinaus,
erfüllte in diesem Augenblicke die Unendlichkeit wieder. Und alle
Sonnen in allen endlosen Räumen zogen ihr Licht aus übergroßer
Ehrfurcht vor der sie neu berührenden Allgewalt Gottes in sich zurück.“
(1.Hi. Seite 328,13-14)
Der erste Text von
der vollkommenen Verfinsterung der Sonnen in der ganzen Unendlichkeit
ist geistig zu verstehen, obwohl das dort nicht erwähnt wird. Der
zweite und dritte Text, in dem uns Jesus klarmachen will, daß keine
völlige Verfinsterung eintrat, die der Menschen natürliche Augen
hätte wahrnehmen können, ist naturmäßig zu verstehen. Er geht aber
noch nicht auf die Trübung ein. Diese wird uns im vierten Text
erklärt, der auch naturmäßig zu nehmen ist. Im fünften und sechsten
Text wird erklärt, daß die Glanzlosigkeit der Sonne keinen
naturmäßigen, sondern einen geistigen Grund hat. Der siebte Text ist
wieder geistig zu verstehen, naturmäßig nur soweit, als die geistige
Finsternis in der äußeren Welt nur als eine Trübung zu bemerken war.
Sehen wir hier nicht die Runzligkeit des äußeren Wortes?
Verstandesmäßig
gesehen scheinen sich die Texte zu widersprechen, aber geistig
betrachtet sind sie eines Sinnes und ergänzen sich. - Nun könnte
jemand die Frage stellen, warum Jesus nicht in allen Texten die richtige
Erklärung gab, und Er sagt darauf, daß es Seine vollkommen
ordnungsmäßige Art und Weise ist, wie Er ein oder das andere Ding nach
und nach enthüllt. (NS 65,18) Ein anderes Beispiel. Die Juden zur Zeit
Jesu sprachen den Gottesnamen „Jehova“ oder „Jahwe“, aus Furcht
ihn zu verunehren, nicht aus. Sie sagten statt „Jehova“ „Adonai“,
was „Herr“ bedeutet. Im „großen Evangelium Johannes“ lesen wir
aber häufig, daß Jesus und die Personen, mit denen Er sprach, den
Namen „Jehova“ aussprachen. Bei Jesus ist es unvorstellbar, daß Er
den Namen „Jehova“ nicht ausgesprochen haben sollte, denn Er wollte
ja gerade den Menschen die Gebote Gottes in richtiger Weise halten
lehren und die Furcht, diesen Namen auszusprechen, entsprang der
falschen Auslegung des Gebotes „Du sollst den Namen Jehovas, deines
Gottes, nicht mißbrauchen“. (2.Mos. 20,7)
Nur die
strenggläubigen Juden sprachen und sprechen ihn nicht aus, die anderen,
besonders auch die Nichtjuden, mit denen Jesus oft sprach, aber scheuten
sich nicht, ihn auszusprechen. (GJK Anmerkung 273) Aber auch wenn ein
strenggläubiger Jude den Namen „Adonai“ gebraucht haben und dieser
im „großen Evangelium“ mit „Jehova“ übersetzt sein sollte, so
ist das wohl verstandesmäßig und geschichtlich falsch, aber geistig
gesehen nicht. Geistig gesehen ist es vollständig richtig, weil sie,
wenn sie „Adonai“ sagten, „Jehova“ meinten. - Auch hier sehen
wir wieder die runzelige Rinde. Das nächstes Beispiel. Die Juden wurden
aus ihrem Land vertrieben und hatten keinen eigenen Staat, bis 1948 der
Staat Israel gegründet wurde. In der Bibel ist ihnen diese Rückkehr
verheißen worden.
Im 7. Band des „großen
Evangeliums Johannes“ sagte Jesus die Zerstreuung der Juden voraus und
setzte noch hinzu: „Und wenn es auch in den späteren Zeiten welche
geben wird, die sich Berge des Mammons zusammensammeln werden, so werden
sie sich aber dennoch kein Land, kein Reich und keine Regentschaft
irgendwo auf der Erde erkaufen können; und also sollen sie zum Zeugnis
für diese Meine Weissagung verbleiben bis ans Ende der Zeiten dieser
Erde.“ (7.GEJ 51,14) Wörtlich genommen heißt „bis ans Ende der
Zeiten dieser Erde“: bis die Erde aufhört zu existieren. Nach dieser
wörtlichen Bedeutung dürften also die Juden nie wieder einen eigenen
Staat bekommen haben. Aber aus zwei anderen Texten geht hervor, daß
damit nicht das Ende der Existenz der Erde gemeint ist. Jesus sagte zum
Geist des Elias, der auch Johannes der Täufer war: „Am Ende der
Zeiten dieser Erde wirst du wohl noch einmal im Fleische zu den Menschen
der Erde gesandt werden.“ (5.GEJ 235,9) und: „Du warst Mein
Vorläufer jetzt in der Zeit der Heimsuchung der Menschen, du wirst es
wieder sein, wenn jene große Zeit anbricht, von der Ich gesprochen
habe.“ (11.GEJ 30,1) Der Geist des Elias wird also „am Ende der
Zeiten dieser Erde“, vor der Wiederkunft Jesu, noch einmal als Sein
Vorläufer inkarniert werden.
Somit ist mit dem
„Ende der Zeiten dieser Erde“ die Zeit vor der Wiederkunft Jesu
gemeint, die auch einfach Endzeit genannt wird. Das ist nicht das Ende
der Existenz der Menschheit oder der Erde, sondern das Ende des
Weltmenschentums oder des materialistischen Zeitalters. Zur Zeit Jakob
Lorbers waren wir schon mitten in dieser Zeit. Erst gegen Ende dieser
Zeit erhielten die Juden wieder einen Staat. Und damit hat sich diese
Prophezeiung erfüllt, denn fast 1900 Jahre, bis ans „Ende der Zeiten
dieser Erde“, hatten sie keinen eigenen Staat. Es kommt also darauf
an, was mit dem Begriff gemeint ist. Wörtlich genommen ist dieser
Begriff falsch, aber dem inneren Sinn nach ist er richtig. - Wieder eine
runzelige Rinde. Das nächste Beispiel. Jesus forderte die Frau am
Jakobsbrunnen auf, den dritten Vers im zweiten Kapitel Jesaias zu lesen.
- Allerdings gab es damals noch keine Einteilung in Kapitel und Verse.
Für einen Verstandesmenschen ist das wieder ein Grund, die
Neuoffenbarung abzulehnen.
Aber warum soll die
Wiederoffenbarung dieser Reden heute nicht so erfolgen, daß wir durch
die Kapitel- und Versangabe die Bibelstelle, von der die Rede ist,
leichter finden können? Geschichtlich gesehen ist das wohl unmöglich,
aber geistig gesehen ist das einerlei. - Auch hier wieder die runzelige
Rinde. Ein weiteres Beispiel. In dem Band „Erde und Mond“ lesen wir:
„Der Mond ist eigentlich nur auf der dem Planeten zugekehrten Seite
Mond, auf der entgegengesetzten Seite aber ist er nicht Mond, sondern
ein ganz fester Erdteil. Was also Mond ist, das ist nicht fest, sondern
sehr locker, beinahe so wie ein etwas gefesteter Schaum des Meeres,
dessen festere Teile gleich Bergen hervorragen, dessen weichere Teile
aber nischen- und trichterartig gegen das Zentrum des ganzen
Weltkörpers eingesunken sind.“ (EMM 1) Diesen Text nahm, nachdem die
ersten Menschen den Mond betreten hatten, ein Kritiker der Lorberwerke
zum Anlaß, ihren Wahrheitsgehalt und damit auch ihren göttlichen
Ursprung anzuzweifeln.
Die logische
Überlegung dieses Kritikers war: Wenn die Vorderseite des Mondes
beinahe so locker wie etwas gefesteter Schaum des Meeres wäre, so
hätten die Landefähren in den weichen Teilen der Ebenen versinken
müssen. Sie sind es aber nicht, denn der feste, steinige Boden gab
ihnen einen sicheren Stand. (Es. 9/70 Seite 815-817) Wenn dieser
Kritiker den gesamten Text über den Mond berücksichtigt hätte, so
wäre er wohl zu einem anderen Ergebnis gekommen, denn schon im ersten
Satz des Buches „Der Mond“ heißt es: „Was den Mond betrifft, so
ist dieser ein fester Weltkörper, mehr noch als eure Erde.“ Demnach
ist der Text über die Vorderseite des Mondes, die beinahe so locker wie
etwas gefesteter Schaum des Meeres sein soll, nicht buchstäblich zu
verstehen. Das hat sich ganz deutlich beim Aufschlag der Landefähre
gezeigt, die auf den Mond stürzte, nachdem die Astronauten beim
Rückflug in die Kommandokapsel umgestiegen waren. Nach dem Aufschlag
wurde durch aufgestellte Seismometer ein Mondbeben von über einer
Stunde Dauer registriert.
Auf der Erde würde
ein auf gleicher Weise ausgelöstes Beben in wenigen Minuten vorbei
sein. (AS Seite 150) Das bedeutet, daß das steinige Material unter der
Oberfläche der Vorderseite doch sehr locker sein muß und die
Schwingungen viel weniger schnell dämpft, als das auf der Erde der Fall
ist. „die festeren Teile der Vorderseite ragen gleich Bergen hervor,
die weicheren Teile sind nischen- und trichterartig eingesunken“,
sagte der Vater. Eingesunken sind sie in den Urzeiten des Mondes. Damals
war der größte Teil der Mondmasse noch weich und flüssig, verfestigte
sich aber nach und nach. Es sind Höhenmessungen bei Mondumkreisungen
durchgeführt worden, die zeigen, daß die großen Maria, die fast nur
auf der Vorderseite vorhanden sind, 2 bis 5 km unter dem mittleren
Mondradius liegen, also eingesunken sind. Nur die Bergspitzen ragen zum
Teil über diesen Radius hervor.
Die Rückseite des
Mondes aber besteht fast nur aus Hochland mit einer durchschnittlichen
Höhe von 5 km über dem mittleren Mondradius. (AS Seite 156-159) Die
aufgestellten Seismometer stellten bei Mondbeben fest, daß die Kruste
der Rückseite dicker als die der Vorderseite ist. (GBS Seite 26) Damit
entspricht die Rückseite einem festen Erdteil. Diese Messungen durch
die Wissenschaft bestätigen, daß der durch den Kritiker angezweifelte
Text, - im richtigen Sinne verstanden - auf volle Wahrheit beruht. -
Auch an diesem Beispiel macht sich wieder die runzelige Rinde bemerkbar.
Noch ein Beispiel. Jesus sagte im 8. Band des „großen Evangeliums“:
„Und die erfinderischen Menschen werden es mit diesen Waffen so weit
treiben, daß dann bald kein Volk gegen das andere mehr einen Krieg wird
anfangen können.
Denn werden zwei
Völker mit solchen Waffen sich anfallen, so werden sie sich auch leicht
und bald bis auf den letzten Mann aufreiben, was gewiss keinem Teile
einen wahren Sieg und Gewinn bringen wird. Das werden die Könige und
ihre Heerführer bald einsehen und werden sich daher lieber im Frieden
und guter Freundschaft vertragen; und wird sich irgendein höchst
stolzer und ehrgeizigster Störenfried erheben und gegen seinen Nachbarn
ziehen, so werden sich die Friedliebenden vereinen und ihn züchtigen.
Und auf diese Weise wird sich denn dann auch nach und nach der alte
Friede unter den Völkern der Erde einstellen und dauernd befestigen. So
man nach dieser Meiner Gegenwart eintausend, achthundert und nahe
neunzig Jahre zählen wird, da wird es nahe keinen Krieg auf der Erde
mehr geben, und um diese Zeit herum wird auch Meine persönliche Ankunft
auf dieser Erde statthaben und die größte Klärung der Menschen
anfangen.
Unter den noch mehr
wilden Völkern der Erde werden wohl noch Kriege vorkommen, aber sie
werden auch unter ihnen dann bald zur Unmöglichkeit werden. Ich werde
sie durch Meine gerechten und mächtigen Könige und Heerführer zu
Paaren treiben und unter sie Mein Licht ausschütten lassen, und sie
werden dann auch zu friedlichen und lichtfreundlichen Völkern
umgewandelt werden.“ (8.GEJ 185,9-11) In diesem Text wird ein
Zeitpunkt angegeben, nämlich: eintausend achthundert und nahe neunzig
Jahre nach der Gegenwart Jesu auf der Erde. Zu dieser Zeitangabe muß,
wenn wir Seine Geburt im Januar des Jahres Sechs vor unserer
Zeitrechnung annehmen, das Alter Jesu dazugezählt werden. 1800 und nahe
90 Jahre nach Seiner Gegenwart bezieht sich dann etwa auf das Jahr
1915.
Drei Ereignisse
beziehen sich nun auf diesen Zeitpunkt und das ist bei vielen der Stein
des Anstoßes: 1. Es wird nahe keinen Krieg mehr geben 2. Seine
persönliche Ankunft um diese Zeit herum 3. Es wird die größte
Klärung der Menschen anfangen Nun wird gesagt: „Diese Ereignisse sind
um das Jahr 1915 nicht eingetroffen, denn von diesem Zeitpunkt an haben
wir nicht nur zwei Weltkriege erlebt, sondern noch viele andere Kriege,
kürzlich noch einen in Europa, im ehemaligen Jugoslawien und Jesus ist
auch noch nicht persönlich wiedergekommen. - Also ein offenbarer Irrtum
in der Neuoffenbarung? - Auf den ersten Blick gesehen scheint es so zu
sein.
Aber wer sich
genauer mit diesem Text befaßt, der wird erkennen, daß es nicht so
ist. Wenden wir uns zunächst dem 3. Ereignis zu. Da heißt es: Es wird
die größte Klärung der Menschen anfangen. Drei Kapitel vorher sagte
Jesus aber noch: „...von jetzt an nicht mehr volle 2000 Jahre. Darauf
aber wird der Geist bei den Menschen das große Übergewicht bekommen.“
(8.GEJ 182,5) Aus diesen beiden Zeitangaben - eintausend, achthundert
und nahe neunzig Jahre und nicht mehr volle 2000 Jahre - sehen wir, daß
um 1915 die Klärung der Menschen anfing. Diese Klärung wurde durch das
Ereignis des 1. Weltkrieges ausgelöst. Etwa 100 Jahre später, das ist
der Zeitpunkt der nicht ganz vollen 2000 Jahre, bekommt der Geist bei
den Menschen das große Übergewicht. Der Zeitraum der Entwicklung der
Menschheit vom Anfang der Klärung bis zum großen Übergewicht des
Geistes nimmt also etwa 100 Jahre in Anspruch.
Wir sehen daraus:
Auf dieses Ereignis bezogen ist die kritisierte Zeitangabe durchaus
zutreffend. Sie ist kein Fehler und sie muß nicht heißen eintausend
neunhundert und nahe neunzig Jahre, um sie mit den Zeitangaben „nicht
ganz 2000 Jahre“ in Einklang zu bringen. Aber wie steht es mit den
anderen Ereignissen? Diese sind ja doch wohl nicht eingetroffen? Es fing
1915 nicht nur kein Friede an, sondern Europa lag im Krieg, der sich in
der Folge zu dem bis dahin größten Krieg der bekannten Geschichte
entwickelte. Und 24 Jahre später brach ein noch größerer, der 2.
Weltkrieg aus. - Aber was waren das für Kriege? - Es waren Kriege in
denen die Störenfriede, die gegen ihre Nachbarn zogen, von den
Friedliebenden, die sich vereinigten, gezüchtigt wurden, wie es Jesus
voraussagte. Das war auch im Golfkrieg der Fall. Den Krieg im ehemaligen
Jugoslawien haben nun die Einsätze der Nato hoffentlich dauerhaft zum
Stillstand gebracht. Solche Kriege gab es vor dem 1. Weltkrieg noch
nicht, höchsten ansatzweise.
Auch die Voraussage
der Schrecklichkeit der Waffen, die so weit zunehmen würde, „daß
dann bald kein Volk gegen das andere mehr einen Krieg wird anfangen
können“, weil sie sich sonst mit diesen Waffen gegenseitig aufreiben
würden, hat sich erfüllt. Ganz deutlich ist das seit dem 1. Weltkrieg
geworden, als man anfing Flugzeuge, Panzer, Flammenwerfer und Gas
einzusetzen. Eine weitere Steigerung der Waffen, mit der sich die
Kriegführenden nun bis auf den letzten Mann aufreiben können, ist die
Atombombe, die am Ende des 2. Weltkrieges erstmals zum Einsatz kam und
heute mit zielgenauen, computergesteuerten Raketen abgeschossen, die
Menschheit 30 mal auslöschen könnte. Wenn nun Jesus sagte, daß es ab
dem genannten Zeitpunkt nahe (dieses „nahe“ darf nicht übersehen
werde) keinen Krieg mehr geben wird, so gab es ab diesem Zeitpunkt keine
solchen Kriege mehr, in denen ein Aggressor ein friedliebendes und
schwächeres Land erobern konnte, außer bei den mehr wilden Völkern
der Erde, sondern nur noch solche, die von den vereinigten
Friedliebenden beendet wurden.
Erst nach der
persönlichen Wiederkunft Jesu, der ein allergrößtes und schärfstes
Gericht vorangeht, (6.GEJ 150,17) beginnt das Friedensreich auf der
Erde, und dann wird auch diese Art der Kriege aufhören und anstelle des
Wortes „nahe“ wird dann das Wort „bestimmt“ gesetzt. Nur unter
den noch mehr wilden Völkern werden dann noch Kriege vorkommen, aber
sie werden auch unter ihnen dann bald zu einer Unmöglichkeit werden.
Jesus sagte: „Da wird es kommen, daß die verschonten Reinen und Guten
und die wahren Freunde der Wahrheit und des Lichtes aus Gott aus den
Schwertern Pflugscharen, aus den Spießen Sicheln machen und die Kunst
Krieg zu führen vollends aufgeben werden, und es wird dann fürder kein
wahres gesalbtes Volk wider das andere mehr ein Schwert erheben, außer
den noch irgend in den Wüsten der Erde übriggebliebenen Heiden; aber
auch diese werden ermahnt und dann von der Erde gefegt werden.“ (7.GEJ
172,9)
Auch hier haben wir
bis zum vollständigen Frieden eine etwa hundertjährige
Entwicklungszeit, in der, durch die Schrecklichkeit der Waffen und durch
die Züchtigung der Störenfriede durch die vereinigten friedliebenden
Völker, der dauerhafte Friede nach und nach gefestigt wird. Und somit
ist bis jetzt alles genau so eingetroffen, wie es Jesus voraussagte. Nun
bleibt noch das dritte Ereignis, die persönliche Wiederkunft Jesu um
diese Zeit herum. Wie wir wissen, ist Er um 1915 herum nicht
wiedergekommen. Es ist aber auch ein bißchen zu leichtgläubig, zu
meinen, Jesus würde der Menschheit fast bis auf das Jahr genau den
Zeitpunkt Seines persönlichen Erscheinens verraten, ohne diese
Zeitangabe zu verschlüsseln. Der Beisatz „um diese Zeit herum“
läßt uns aber jetzt schon ahnen, daß damit nicht nur wenige Jahre,
sondern auch wieder der Zeitraum von etwa hundert Jahren gemeint
ist.
Denn wenn der Geist
bei den Menschen das große Übergewicht bekommt, dann wird Er auch
persönlich hier und da den Menschen, die im Geiste Seiner Liebe sind,
erscheinen. Jesus sagte durch Gottfried Mayerhofer: „Höret, in Meinen
Worten liegt manches, welches wörtlich und geistig genommen wahr ist,
aber auch wieder manches, welches, mit den späteren Ereignissen
zusammengehalten, wörtlich als falsch erscheint - und geistig doch wahr
werden kann und wird. Es kommt nur darauf an, wie man Meine Worte zu
lesen versteht!“ (Be. Fe. Dr. Seite 56) Die Zeitangabe Seiner
Wiederkunft scheint wörtlich genommen falsch zu sein, wird aber geistig
doch wahr werden. In dieser Zeitangabe, die sich scheinbar nicht
erfüllt hat, liegt der wirkliche Zeitpunkt verborgen. - Wie runzelig
war doch der Buchstabensinn dieses Wortes gegenüber dem vollkommen
glatten inneren Sinn. Ein letztes Beispiel. In „Erde und Mond“ und
in den „Naturzeugnissen“ beschreibt uns der himmlische Vater den
Nordpol als einen großen Krater, der sich an der Oberfläche der Erde
befinden würde, denn er würde als der Mund der Erde Luft einatmen und
Nahrung zu sich nehmen. Die Polargegend ist aber mit einer
durchschnittlich 3 m dicken Packeisschicht bedeckt, unter der sich das
Meer erstreckt.
Deshalb kann sich
an der Oberfläche des Eises kein trichterförmiger Mund befinden, durch
den die Erde Luft einatmen könnte. Die Amerikaner sind mit
Atom-U-Booten unter dem Eis hindurchgefahren und haben dabei den
Meeresboden vermessen. Der Meeresboden ist unter dem Eis des Nordpols
beckenförmig vertieft. Er fällt in der Nähe der Packeisgrenze mehrere
tausend Meter steil ab und erreicht am Nordpol eine Tiefe von 4223 m und
an seiner tiefsten Stelle 5450 m. Ein Schlund wurde nicht entdeckt.
Dafür aber stellten sie elektromagnetische Stürme - eine Art
spiraligen Sog - fest. (WSWN Seite 36) Wir können nun annehmen, daß
die Erde entweder wie ein Fisch Wasser einatmet, falls auf dem
Meeresgrund ein materieller Schlund vorhanden ist, oder aber reinen
Äther magnetisch einsaugt, denn „das Wasser ist dasselbe, was die
Luft ist, aber nur in einem mehr gebundenen Zustande“, sagt Raphael im
„großen Evangelium“. (7.GEJ 72,2)
Und der Äther ist
ebenfalls dasselbe wie die atmosphärische Luft, nur in einem unge-
bundeneren Zustand. (7.GEJ 72,4) Nachdem die Leser der Lorberwerke seit
Jahrzehnten - seit dem Erreichen des Nordpols durch den Amerikaner Peary
im Jahre 1909 - annehmen mußten, die Beschreibung des Nordpols stimme
nicht, hat sich dann doch herausgestellt, daß sie richtig ist, wenn
auch die naturgemäße Beschreibung anders sein müßte. - Hier sehen
wir eine ganz starke Runzel im Buchstabensinn der Neuoffenbarung. Am
Schluß der Mitteilungen über den Nordpol sagt der himmlische Vater in
den „Naturzeugnissen“: „Alles dieses Gesagte wird freilich dem
Weltverstande mehr oder weniger als eine pfiffig ersonnene Hypothese
klingen; allein für den Weltverstand hab’ Ich es auch nicht gegeben,
sondern für ein liebevolles, demütiges, gläubiges Herz; und wenn nun
dieses Herz sich erst den Verstand vollends zum willigen Untertan
gemacht haben wird, alsdann wird es erst in sich gewahr werden, wie
groß die Aussage eines jeden Buchstabens dieser Mitteilungen ist.
Denn, was der
Menschenverstand euch sagt und erklärt, damit hat es auch schon mit der
Erklärung ein allezeit ewiges nichtiges Ende, und es liegt nicht mehr
in ihr, als das Nichts selbst. Allein in dieser Meiner liebevollen und
gnädigen Mitteilung liegen noch unendliche Geheimnisse verborgen, zu
deren Enthüllung wohl eine Ewigkeit um die andere zu kurz sein möchte,
und so birgt jeder Buchstabe, von Mir gestellt, Unendliches zum ewigen
Leben. Sehet, das ist der Unterschied zwischen Meinen Mitteilungen und
zwischen den Mitteilungen des gelehrten Menschenverstandes, und daher
ist auch alle menschliche Weisheit die stockfinsterste und
allerabgeschmackteste Torheit vor Meinen Augen. Da Ich’s euch nun aber
gebe, und euch belehre von Meiner Liebe, so glaubet, daß es so ist und
möge die Welt dazu sagen, was sie denn immer möchte; denn alles dieses
habe Ich verborgen vor den Weisen der Welt, und will es aber treulich
kundgeben den Unmündigen, die Mich lieben!
Und so wird es
geschehen, daß die Einfältigen werden die Weisheit der Welt zu großen
Schanden machen.“ (Nz. Seite 118 Text gekürzt) „Ihr fraget hier
zwar in euren Herzen: ‘Also sollen die Schätze der Wissenschaft
Blödsinnigen offenbar werden?’ - O nein, nicht gerade den an
materiellen Sinnen armen und körperlich Einfältigen, sondern den von
Herzen Sanft- und Demütigen, denen wird Meine Gnade im Vollmaße zu
Teil werden.“ (11.GEJ Ausgabe 1918, Anhang SW, Seite 14) In der
Neuoffenbarung gibt es noch manche Stellen, die für Leser mit
naturwissenschaftlich geschultem Weltverstand absolut falsch sind.
Einige von ihnen, die eigentlich bereit wären, diese Worte als echte
Worte des himmlischen Vaters anzunehmen, stellen die Frage: "Wenn
die Worte der Neuoffenbarung von Gott kommen, hätte Er sie nicht so
geben können, daß sie auch für den wissen- schaftlich geschulten
Verstand einleuchtend sind?" - Obwohl der aufmerksame Leser diese
Frage im Laufe dieser Ausführungen bereits beantwortet gefunden hat, so
muß noch dazu gesagt werden, daß ein solches Gotteswort die Menschen
zu sehr zwingen würde, es anzunehmen, und das wäre von Gott aus eine
Nötigung.
Ein
verstandesmäßig nicht völlig fehlerfreies Gotteswort stellt den Leser
frei, es anzunehmen oder abzulehnen. Es hält den Leser an, zu forschen
und zu prüfen und nötigt ihn (und diese Nötigung ist von Gott
gewollt) frei und selbständig zu werden. Ob nun echte oder nur
vermeintliche Fehler in der Neuoffenbarung sind, sie sind dem Leser zur
Prüfung gegeben. Der in der Liebe Gläubige wird, wenn er sich
durchgerungen hat, durch sie im Glauben gestärkt, der Leser mit dem
Weltverstand, der die Neuoffenbarung als Gotteswort ablehnt, findet in
ihnen sein Gericht, bleibt dabei aber frei. Jesus sagt: „Was Ich gebe,
das gebe Ich nicht der Welt zu einem Vorteile, sondern nur zum
gerichtlichen Anstoße! Daher ... bedenke nie, was dereinst die Welt
dazu sagen möchte! Denn Meine Gabe soll nicht vom Verstande, sondern
vom Herzen in den Geist lebendig aufgenommen sein.“ (2.Hi. Seite
134)
„Ich habe euch
aber diese… (Worte) gegeben, nicht zur Beschwerung des Gedächtnisses,
sondern zur Belebung des Geistes. Da sie aber also gegeben sind und
dazu, daß der Geist daran in seiner Weisheit eine Übung habe, so sind
sie gegeben wie sie sind.“ „Ich tue, ob Ich es schon sage oder
nicht, Meinen Mund nur stets in Gleichnissen auf, damit sich die Welt an
ihnen stoße, und mit offenen Ohren das Lautgesprochene nicht vernehme,
und mit offenen Augen nichts sehe; und es mag sich die Weisheit der Welt
schleifen und ihren Stachel schärfen, wie sie will, die Rinde um den
eigentlichen Baum des lebendigen Erkenntnisses wird sie dennoch nimmer
durchstechen.“ (AzE Seite 37) Der himmlische Vater hat die
Mitteilungen über die Natur zum Teil so gegeben, daß sie unannehmbar
für wissenschaftlich geschulte Verstandesmenschen sind, außer, sie
fragen das Gefühl ihres Herzens. Jesus sagt: „Sehet, klein zwar ist
das Herz des Menschen, aber desto größer der Horizont seiner Gefühle,
so jemand ist in der Kraft des Glaubens aus der reinen Liebe zu
Mir.
Ich sage euch, es
ist kein Ding so verborgen, als daß es nicht von den Strahlen des
reinen Gefühls erreicht werden möchte. Sehet, so verhält es sich auch
mit diesen Meinen euch gegebenen Mitteilungen und Offenbarungen Meiner
Gnade. So ihr sie mit den Strahlen eures Gefühls prüfen und beleuchten
werdet, so wird euch deren Wahrheit alsobald einleuchtend werden, und
ihr werdet auch alsobald finden, als ob die Sache euch wie lange bekannt
gewesen wäre. Mit dem Verstande aber besehen wird es euch immer mehr
und mehr zu befremden anfangen, denn der Verstand hat nur sehr kurze
Arme, welche noch dazu sehr schwach sind, und vermögen daher große
Dinge, so sie ihnen auch sehr nahe wären, nicht zu erreichen.
Daher sollet auch
ihr euren Verstand unter den Gehorsam des reinen Gefühls im lebendigen
Glauben aus der Liebe zu Mir vollends gefangen nehmen, (also nicht den
Verstand unter den Gehorsam des blinden Glaubens gefangennehmen, denn
das hieße den Verstand töten) so werdet ihr alle Dinge schauen, wie
sie sind, und dann erst werdet ihr klar und deutlich einzusehen
anfangen, wo die ewige Sonne der Wahrheit und Wirklichkeit leuchtet.
Dieses wenige sei euch gesagt, damit ihr in der Zukunft merken sollet,
mit welchem Maßstabe Meine Offenbarungen zu bemessen sind. - Das sage
Ich, der große Meister in allen Dingen. Amen.“ (Nz. Seite126 / 3.Hi.
Seite 65,1 – 66,6 Text gekürzt)
Quellenverzeichnis
GEJ Das große Evangelium Johannes, Jakob Lorber, 10 Bände 11.GEJ Das große Evangelium Johannes, Leopold Engel 11.
GEJ Ausgabe 1918, Anhang
SW = Anhang Sieben Worte Jesu Christi am Kreuz
HG Die Haushaltung Gottes, Jakob Lorber, 3 Bände
GS Die geistige Sonne, Jakob Lorber, 2 Bände
Hi. Himmelsgaben, Jakob Lorber, 3 Bände, 1935 und 1993
NS Die natürliche Sonne, Jakob Lorber
EMM Erde und Mond, Der Mond, Jakob Lorber Nz. Naturzeugnisse, Jakob Lorber, 1906
AzE Anhang zur Erde, Sonderdruck, Jakob Lorber
PH Predigten des Herrn, Gottfried Mayerhofer
Schö. Schöpfungsgeheimnisse, Gottfried Mayerhofer SW Sieben Worte Jesu Christi am Kreuz, Antonie Großheim
WSWN Was steht wo in der Neuoffenbarung, H. E. Sponder, 1976
Be. Fe. Dr. Betrachtungsbuch, Festgarten, Dreieinigkeit, 1899
KZ Kennzeichen unserer Zeit, 1920, Lorber-Verlag, 74308 Bietigheim-Bissingen
ZG Zeitschrift für Grenzwissenschaften, Innsbruck
WW Wille und Wahrheit, Österreichische Jakob Lorber-Gesellschaft, Salzburg Es. Esotera, Hermann Bauer-Verlag, Freiburg/Brg.
GBS Guinnes Buch der Sterne, Ullstein-Verlag, Frankfurt, 1985 AS Atlas des Sonnensystems, Herder-Verlag, Freiburg, Basel, Wien
GJK Geschichte des jüdischen Krieges, Flavius Josephus, Fourier-Verlag, Wiesbaden
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