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2871. Die höllischen Geister wissen nicht, daß es eine andere Freiheit gibt als die der Selbstliebe und Weltliebe, d.h. der Begierden zu herrschen, zu verfolgen und zu hassen alle, die nicht dienen, jegliche zu quälen ihretwegen, wenn sie könnten die ganze Welt zu zerstören, wegzunehmen und sich zuzueignen alles was der andere hat; wenn sie in diesen und dergleichen sind, dann sind sie in ihrer Freiheit, weil in ihrer Lust. In jener Freiheit besteht ihr Leben so sehr, daß, wenn sie ihnen genommen wird, ihnen nicht mehr Leben übrigbleibt, als so viel ein kaum erst geborenes Kind hat. Dies ist auch durch lebendige Erfahrung gezeigt worden: ein böser Geist war der Meinung, daß ihm solches könnte genommen werden, und er so in den Himmel kommen könnte, daß mithin sein Leben wunderbar könnte verwandelt werden in himmlisches Leben. Darum wurden ihm jene Liebesneigungen mit ihren Begierden genommen, was im anderen Leben durch Trennung (von Seinesgleichen) geschieht, und da erschien er offenbar wie ein Kind, das mit den Händen schwimmt, die er kaum bewegen konnte, und war zugleich in einem Zustand, daß er noch weniger als ein Kind denken, gar nichts reden, auch gar nichts wissen konnte. Aber bald wurde er wieder in seine Lust und so in seine Freiheit versetzt. Hieraus wurde klar, daß es unmöglich ist, daß einer, der aus Selbst- und Weltliebe und folglich in deren Freiheit sich ein Leben geschaffen hat, in den Himmel kommen kann; denn wenn einem solchen jenes Leben genommen würde, so würde er gar kein Denk- und Willensvermögen übrig haben. 2872. Die himmlische Freiheit ist aber die, welche vom Herrn kommt, in ihr sind alle Engel, die in den Himmeln sind. Sie gehört der Liebe zum Herrn und der Liebe gegeneinander, somit der Neigung zum Guten und Wahren an. Wie geartet diese Freiheit ist, kann daraus erhellen, daß ein jeder, der in ihr ist, sein Glück und seine Seligkeit dem anderen aus innerster Neigung mitteilt, und daß er sich glücklich und selig fühlt es mitteilen zu können, und weil der ganze Himmel so geartet ist, so folgt, daß ein jeder der Mittelpunkt aller Glückseligkeiten ist und daß alle zusammen den einzelnen zukommen. Die Mitteilung selbst geschieht vom Herrn, durch wunderbare Einwirkungen in einer unbegreiflichen Form, das die Form des Himmels ist. Eben hieraus kann erhellen, was himmlische Freiheit ist, und daß sie vom Herrn allein kommt. 2873. Welch großer Abstand ist zwischen der himmlischen Freiheit, die aus der Neigung zum Guten und Wahren ist, und der höllischen Freiheit, die aus der Neigung zum Bösen und Falschen ist, kann daraus erhellen, daß die Engel in den Himmeln, wenn sie nur an eine solche Freiheit denken, die aus der Neigung zum Bösen und Falschen, oder was das gleiche, aus den Begierden der Selbst- und Weltliebe ist, alsbald von inwendigen Schmerzen ergriffen werden, und umgekehrt, sobald die bösen Geister nur an die Freiheit denken, die aus der Neigung zum Guten und Wahren, oder was das gleiche, aus den Wünschen der gegenseitigen Liebe, kommen sie alsbald in Ängsten. Und wunderbar, so entgegengesetzt ist die eine Freiheit der anderen, daß die Freiheit der Selbst- und Weltliebe den guten Geistern eine Hölle ist und umgekehrt, die Freiheit der Liebe zum Herrn und der Liebe zueinander den bösen Geistern eine Hölle ist: daher sind in der anderen Welt alle unterschieden gemäß den Freiheiten, oder was das gleiche ist, gemäß den Liebestrieben und Neigungen, folglich gemäß den Lustreizen des Lebens, was soviel ist als gemäß den Lebensarten; denn die Lebensarten sind nichts anderes als Lustreize, und diese nichts anderes als Neigungen, die den Liebestrieben angehören. 2874. Hieraus wird nun offenbar was die Freiheit ist, nämlich daß sie ist denken und wollen aus der Neigung heraus; und daß die Freiheit so geartet ist wie die Neigung. Ferner daß die eine Freiheit eine höllische und die andere Freiheit eine himmlische ist, und daß die höllische Freiheit von der Hölle, die himmlische Freiheit aber vom Herrn ist. Auch ist offenbar, daß die, so in der höllischen Freiheit sind, insofern ihnen nicht alles Leben genommen würde, nicht in die himmlische Freiheit kommen können, d.h. von der Hölle in den Himmel; sodann daß in die himmlische Freiheit niemand kommen kann, es sei denn durch Besserung vom Herrn, und daß er dann eingeführt wird durch die Neigung zum Guten und Wahren, d.h. durch das Gute des Lebens, dem einzupflanzen ist das Wahre der Lehre. 2875. Das Gute des Lebens oder die Neigung zum Guten wird vom Herrn eingeflößt auf dem inwendigen Weg, dem Menschen ganz unbewußt; das Wahre der Lehre aber oder der Glaube auf dem äußeren Weg und wird ins Gedächtnis getragen, aus dem es vom Herrn zu gehöriger Zeit und in gehöriger Ordnung hervorgerufen und mit der Neigung zum Guten verbunden wird. Das geschieht in der Freiheit des Menschen, denn die Freiheit des Men- schen ist aus der Neigung. Solcherart ist die Einsaat und Einwurzelung des Glaubens. Alles, was in der Freiheit geschieht, das wird verbunden, was aber im Zwang geschieht, wird nicht verbunden; was daraus erhellen kann, daß ganz und gar nichts verbunden werden kann, als wozu man Neigung hat; die Neigung ist das eigentlich Aufnehmende. Gegen die Neigung etwas annehmen, ist gegen das Leben. Hieraus wird klar, daß das Wahre der Lehre oder der Glaube nur angenommen werden kann von der Neigung dazu; aber wie die Neigung, so die Annahme. Die Neigung zum Wahren und Guten ist es allein, was das Wahre des Glaubens annimmt, denn sie stimmen zusammen, und weil sie zusammenstimmen, verbinden sie sich. 2876. Weil niemand gebessert werden kann als in der Freiheit, darum wird die Freiheit dem Menschen niemals genommen, wie wenig es auch den Anschein hat. Es ist ewiges Gesetz, daß ein jeder innerlich, d.h. bezüglich der Neigungen und Gedanken in der Freiheit sei, damit in sie die Neigung zum Guten und Wahren eingeflößt werde. 2877. So oft die Neigung zum Wahren und die Neigung zum Guten vom Herrn eingeflößt wird, was geschieht, wenn der Mensch es gar nicht weiß, dann eignet er sich das Wahre an und tut das Gute in der Freiheit, weil aus Neigung; denn alles was aus der Neigung, das ist Freiheit; und dann verbindet sich das Wahre, das Sache des Glaubens ist, mit dem Guten, das Sache der Liebtätigkeit ist. Wenn der Mensch nicht Freiheit hätte in allem, was er denkt und was er will, so könnte die Freiheit das Wahre zu denken und das Gute zu wollen gar niemand eingeflößt werden; denn um gebessert zu werden, muß der Mensch das Wahre denken wie von sich, und das Gute tun wie von sich, und was wie von sich - ist in der Freiheit. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es gar nie eine Besserung und Wiedergeburt. 2878. Unzählige Ursachen sind es, aus denen und um derentwillen der Mensch das Wahre zu lernen und das Gute zu tun liebt. Es sind der Ursachen aus der Welt außerordentlich viele, es sind auch aus dem Körper außerordentlich viele, und jezuweilen alsdann nicht um des Himmels, noch weniger um des Herrn willen. So wird der Mensch vom Herrn durch Neigungen ins Wahre und Gute eingeführt, und der eine Mensch ganz anders als der andere, jeder gemäß seines angeborenen und erworbenen Naturells; und weil er ins Gute und Wahre fortwährend durch Neigungen, somit fortwährend durch Freiheiten eingeführt wird, so endlich auch in die Neigungen zum geistig Wahren und geistig Guten. Jene Zeiten und jene Zustände weiß der Herr allein, und Er allein ordnet und lenkt sie der Sinnesart und dem Leben eines jeden angemessen. Hieraus wird klar, warum der Mensch Freiheit hat. 2879. Der Herr fließt durch das Innerste des Menschen mit dem Guten ein und dort verbindet Er damit das Wahre; im Innersten muß dessen Wurzel sein. Wenn der Mensch nicht innerlich in der Freiheit ist in Ansehung aller Neigungen und Gedanken, so kann es nie werden, daß das Gute und Wahre eine Wurzel treibt. 2880. Nichts als was aus der Freiheit fließt, erscheint dem Menschen als das Seine oder, was das gleiche, als sein Eigen. Ursache ist, weil alle Neigung, die der Liebe angehört, sein eigenstes Leben ist, und handeln aus Neigung ist aus dem Leben, d.h. aus sich selbst, somit aus dem Seinigen oder, was das gleiche, aus dem Eigenen. Damit also der Mensch ein himmlisches Eigene empfange, wie das Eigene ist, das die Engel im Himmel haben, wird der Mensch in der Freiheit gehalten und wird durch die Freiheit so eingeführt. Jedem kann bekannt sein, daß den Herrn verehren aus Freiheit, erscheint wie von sich oder dem Eigenen; daß aber Ihn verehren aus Zwang, ist nicht von sich selber, sondern von einer Gewalt, die von außen oder anderswoher antreibt so zu tun. Daß somit der Gottesdienst aus Freiheit ein eigentlicher Gottesdienst ist und daß ein Gottesdienst aus Zwang kein Gottesdienst ist. 2881. Wenn der Mensch durch Zwang gebessert werden könnte, so gäbe es keinen Menschen in der ganzen Welt, der nicht selig würde, denn nichts wäre dem Herrn leichter, als den Menschen nötigen Ihn zu fürchten, Ihn zu verehren, ja Ihn gleichsam zu lieben; der Mittel sind unzählige. Weil aber das, was im Zwang und Drang geschieht, nicht verbunden, somit nicht angeeignet wird, darum liegt es vom Herrn sehr fern jemand zu nötigen. Solange der Mensch in Kämpfen ist, oder einer von der streitenden Kirche, scheint es, als ob der Herr den Menschen nötige, und als ob dieser so keine Freiheit hätte, denn er kämpft alsdann fortwährend wider die Selbst- und Weltliebe, somit wider die Freiheit, in die er geboren und in die er hineingewachsen ist, daher kommt es, daß es ihm so erscheint. Daß aber in den Kämpfen, in denen er siegt, eine größere Freiheit ist als außer den Kämpfen, jedoch nicht eine Freiheit aus ihm selbst, sondern vom Herrn, und gleichwohl scheinbar wie seine, sehe man Nr. 1937, 1947. 2882. Hauptsächlich darum glaubt der Mensch er habe keine Freiheit, weil er weiß, daß er aus sich nicht kann das Gute tun und das Wahre denken. Er soll aber nicht glauben, daß irgend jemand habe und gehabt habe die Freiheit, das Wahre zu denken und das Gute zu tun aus sich, nicht einmal der Mensch, der wegen der Unbescholtenheit (Reinheit), in der er war, die Ähnlichkeit und das Bild Gottes genannt wurde. Jedoch alle Freiheit das Wahre zu denken, das dem Glauben angehört, und das Gute zu tun, das der Liebtätigkeit angehört, fließt ein vom Herrn. Der Herr ist das Gute selbst und das Wahre selbst, daher die Quelle. Alle Engel sind in solcher Freiheit, ja im wirklichen Innewerden, daß es so ist. Die inwendigsten Engel werden inne, wie viel vom Herrn und wie viel von ihnen selbst; aber wie viel vom Herrn, so viel sind sie in der Seligkeit, hingegen wie viel von ihnen selbst, so viel nicht in der Seligkeit. 2883. Auf daß nun der Mensch ein himmlisch Eigenes empfange, muß er das Gute tun von sich, und das Wahre denken von sich, aber dennoch wissen, und wenn er gebessert ist, denken und glauben, daß alles Gute und alles Wahre vom Herrn ist, auch im allerkleinsten, und zwar, weil es so ist. Daß hingegen dem Menschen gestattet wird zu meinen, es sei von ihm selber, hat den Zweck, daß das Gute und Wahre wie sein Eigen werde. 2884. Die Freiheit der Selbst- und Weltliebe und ihrer Begierden ist nichts weniger als Freiheit, sie ist schlechthin Knechtschaft. Aber gleichwohl wird sie Freiheit genannt, wie Liebe, Neigung und Lust in beiderlei Sinn, und doch ist die Selbst- und Weltliebe nichts weniger als Liebe, sie ist Haß, folglich auch die Neigung und Lust aus ihr. Nach dem was sie scheinen, nicht nach dem was sie sind, werden sie so benannt. 2885. Niemand kann wissen was Knechtschaft und was Freiheit ist, wenn er nicht den Ursprung der einen und der anderen weiß; und diesen (Ursprung) kann auch niemand wissen als aus dem Wort; und wenn er nicht weiß, wie es sich verhält mit dem Menschen in betreff seiner Neigung, die dem Willen und in betreff seiner Gedanken, die dem Verstand angehören. 2886. Mit dem Menschen verhält es sich in betreff seiner Neigungen und in betreff seiner Gedanken so: Keiner, wer er auch sei, Mensch oder Geist oder Engel, kann wollen und denken von sich selbst, sondern nur von anderen, und auch diese anderen nicht von sich, sondern alle wieder von anderen und so fort, somit die einzelnen vom Urquell des Lebens, welcher ist der Herr.
Was zusammenhanglos ist, hat keinen Bestand; Böses und Falsches haben einen Zusammenhang mit den Höllen, daher kommt der darin Befindlichen Wollen und Denken, und daher ihre Liebe, Neigung und Lust, mithin ihre Freiheit. Eben hieraus kann erhellen, woher die eine Freiheit und die andere Freiheit ist. Daß sich die Sache so verhält, ist sehr bekannt im anderen Leben, aber heutzutage völlig unbekannt in der Welt. 2887. Beim Menschen sind alleweil böse Geister, und sind Engel; durch die Geister hat er Gemeinschaft mit den Höllen, und durch die Engel mit den Himmeln. Wenn ihm jene Geister und Engel weggenommen würden, so wäre er augenblicklich ohne Willen und ohne Denken, somit leblos; daß es so ist, kann als widersinnig erscheinen, aber es ist gewisseste Wahrheit. Aber von den Geistern und Engeln beim Menschen soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo die Rede sein. 2888. Mit dem Leben eines jeden, sowohl Menschen, als auch Geistes, wie auch Engels, verhält es sich so: dasselbe fließt ein allein vom Herrn, Welcher ist das Leben selbst, und es ergießt sich durch den ganzen Himmel, auch durch die Hölle, somit in (alle) einzelne, und zwar in einer unbegreiflichen Ordnung und Aufeinanderfolge. Aber das Leben, das einfließt, wird von einem jeden aufgenommen, gemäß seiner Sinnesart; das Gute und Wahre wird als gut und wahr von den Guten aufgenommen; dagegen das Gute und Wahre wird als böse und falsch von den Bösen aufgenommen und auch ins Böse und Falsche bei diesen verwandelt. Es verhält sich hiermit vergleichsweise wie mit dem Sonnenlicht, das sich in alle Gegenstände der Erde ergießt, aber gemäß der Beschaffenheit eines jeden Gegenstandes, und bekommt eine schöne Farbe in schönen Formen, und eine häßliche Farbe in häßlichen Formen; das ist ein Geheimnis in der Welt, aber allbekannt im anderen Leben. Auf daß ich wüßte, daß ein solcher Einfluß stattfinde, durfte ich mit den bei mir befindlichen Geistern und Engeln reden und auch den Einfluß fühlen und innewerden, und zwar so oft, daß ich gar nicht bestimmen kann wie viele Male. Aber ich weiß, daß der falsche Schein es wegnehmen wird, nämlich daß man glauben wird, man wolle aus sich, da doch nichts weniger (der Fall ist). 2889. Die bösen Geister können ganz und gar nicht begreifen, daß sie nicht leben aus sich und daß sie bloß Organe des Lebens seien, noch weniger, daß kein Leben ist als das aus dem Guten und Wahren, noch weniger, daß sie nicht anfangen zu leben, ehe das Leben der Begierden des Bösen und der Beredungen des Falschen, worin sie sind, ertötet ist. Sie glauben, wenn sie deren beraubt würden, so könne gar kein Leben zurückbleiben: da es doch sich so verhält, daß sie dann erst, wenn sie das Leben der Begierden des Bösen und der Beredungen des Falschen verloren haben, zu leben anfangen, und daß der Herr samt dem Guten und Wahren, worin einzig und allein das Leben besteht, nicht eher aufgenommen wird; und daß alsdann Einsicht und Weisheit, somit das eigentlichste Leben, einfließt und hernach sich unendlich vermehrt; und zwar mit Lust, Wonne und Seligkeit, also mit innigster Freude, und das in unaussprechlicher Mannigfaltigkeit in Ewigkeit. 2890. Die beim Menschen befindlichen bösen Geister, durch die der Mensch mit der Hölle Gemeinschaft hat, betrachten ihn nicht anders, denn als einen elenden Sklaven, denn sie gießen ihm ihre Begierden und Beredungen ein, führen ihn also, wohin sie nur wollen. Hingegen die Engel, durch die der Mensch mit dem Himmel Gemeinschaft hat, betrachten ihn wie einen Bruder und flößen ihm die Neigungen zum Guten und Wahren ein, und so führen sie ihn durch die Freiheit, nicht wohin sie wollen, sondern wohin es dem Herrn wohlgefällt. Daraus kann erhellen, wie beschaffen die eine und wie beschaffen die andere Freiheit ist, und daß es Knechtschaft ist, vom Teufel geführt werden, und daß es Freiheit ist, vom Herrn geführt werden. 2891. Die neu angekommenen Geister mühen sich gar sehr ab, wie sie begreifen sollen, daß niemand könne das Gute von sich tun, noch das Wahre von sich denken, sondern vom Herrn, indem sie glauben, daß sie so wie zu nichts fähige Maschinen wären, und wenn dem so, daß sie dann die Hände in den Schoß legen und sich treiben lassen dürften. Aber es wird ihnen gesagt, daß sie stets das Gute denken, wollen und tun müssen von sich, und daß sie anders nicht ein himmlisch Eigenes und himmlische Freiheit haben können; dennoch aber anerkennen, daß das Gute und Wahre nicht von ihnen, sondern vom Herrn ist; und sie werden belehrt, daß in solcher Anerkennung, ja in dem Innewerden, daß es so ist, alle Engel sind; und je deutlicher sie inne werden, daß sie geführt werden vom Herrn, und so im Herrn sind, sie desto mehr in der Freiheit sich befinden. 2892. Wer im Guten lebt und glaubt, daß der Herr die Welt regiert, und daß von Ihm allein alles Gute, das der Liebe und der Liebtätigkeit ist, und alles Wahre, das des Glaubens ist, ja daß von Ihm alles Leben, somit daß wir von Ihm leben, weben und sind, der ist in einem solchen Stand, daß er begabt werden kann mit himmlischer Freiheit, und nebst daher auch mit Frieden, denn alsdann traut er einzig und allein dem Herrn, und bekümmert sich um das übrige nicht: und ist gewiß, daß alsdann alles zu seinem Besten, Glück und Seligkeit hinausläuft. Hingegen wer glaubt, daß er sich selbst regiere, der wird immerfort beunruhigt und kommt in Begierden, in Sorgen wegen der Zukunft, und in mancherlei Ängsten hinein; und weil er so glaubt, so kleben ihm auch Begierden des Bösen und Beredungen des Falschen an. 2893. Die guten Geister haben sich sehr verwundert, daß der Mensch der Kirche heutzutage nicht glaubt, alles Böse und Falsche bei ihnen fließe von der Hölle ein, und alles Gute und Wahre vom Herrn, da er doch dies aus dem Wort und auch aus der Glaubenslehre weiß; und jedermann sagt, wenn jemand ein großes Übel getan hat, ein solcher habe sich vom Teufel leiten lassen, und wenn jemand Gutes getan hat, er habe sich vom Herrn leiten lassen. |
Aktualisiert am: 02.12.2008 - Home