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»Die Schraube«
G. Mayerhofer: 'Schöpfungsgeheimnisse'
gm.sgeh.032.
Kapitel: Die Schraube (19. Dezember 1874) 01]
Hier, Meine Kinder, will Ich euch wieder ein großes Gesetz Meiner Schöpfung
aufdecken, woraus ihr erkennen sollt, wie es 02]
Sehet, alles was euch sicht und unsichtbar umgibt, hat, sei es in Form, Gehalt
oder Dauer, seinen besonderen Zweck, zum Bestande des Ganzen beizutragen! 03]
Ein jedes Ding bis auf die letzten Atome folgt dem großen Schöpfungs-Gesetz,
welches Ich in alles gelegt habe: der Entstehung, Vervollkommnung und
Verwandlung, und nur so war es möglich, einmal das "Werde!"
auszusprechen, da das fernere Werden sich dadurch von selbst bedingt. 04]
Nun, unter diesen großen Schöpfungsgesetzen sind gerade eben die Anfangs-Prinzipien
die wichtigsten, welche als Grund und Basis allem Erschaffenen dienen. Und von
diesen Prinzipien, wovon Ich euch schon so manches erklärt und entwickelt habe,
ist eben auch die Schraubenlinie, die ihr Meiner Natur abgelauscht und sie in euer
praktisches Leben aufgenommen habt, eine der wichtigsten, weil eben gerade sie
oder die Anwendung ihrer Form ein Hauptfaktor alles Bestehenden ist! 05]
Die Schraube kennt ihr alle, ihre Anwendung seht ihr tausendfach in vielen
Dingen. Eure Mathematiker haben ihre Gesetze berechnet, ihre verschiedenen
Formen einzeln euch dargelegt, die Mechaniker haben die bewegende Kraft in
spiralartiger Form angewandt zu Wasser und zu Lande. In der Natur findet ihr
sie überall, selbst in eurem Körper kennt ihr die peristaltische Kraft eurer
Eingeweide. Eure eigene Erde erhält Bewegung, Nahrung und Wärme durch die in
Windungen vom Nordpol her in sie einströmende und am Südpol austretende Kraft. 06]
Überall im Kleinen und im Großen würdet ihr sie bemerken, hättet ihr noch
schärfere oder geistigere Augen, - und doch fehlt bei all diesem noch der
eigentliche Grund, um die große Wichtigkeit der Schraube und Spiral-Linie zu
erspähen, inwiefern sie im Universum begründet, eine solch große Wichtigkeit
erlangt hat und haben muß, da ohne sie nichts bestehen, nichts fortschreiten
könnte! 07]
Nun, um euch wieder einen Beweis zu geben, wie sehr es Mir daran liegt, von
euch durch Meine Worte verstanden zu werden, so will Ich euch hier wieder
beweisen, daß in dem Unbedeutendsten oft bei weitem größere, tiefere Weisheit
liegt, als wenn ihr Meinen ganzen Sternenhimmel anstaunend, dort Meine Größe
bewundernd, in den Staub vor Mir niedersinken wolltet. 08]
Noch haben wenige von euch begriffen, daß im unendlichen Raum, in der unendlichen
Schöpfung es nur leichte, zarte Anfänge sind von ganz unbedeutend scheinenden
Dingen, deren Tragweite freilich nur ein Gott, aber nicht ein endliches Wesen
ermessen kann! 09]
Sehet sie an, die Schraube, ihre spiralförmigen Windungen, und versucht, aus
ihr neben ihren mathematischen Gesetzen und ihrer Konstruktion noch etwas
Tieferes, Geistigeres zu entdecken - und wir wollen sehen, ob euer Geist von
der materiellen Anschauung der gekrümmten Linie sich hinaufschwingen kann ins
höhere Reich des Geistigen, welches eben im Kleinsten oft das Größte verbirgt! 10]
Ich weiß es im voraus, euer Suchen ist vergebens, und deswegen, will Ich mit
einem kurzen Bericht des Lichtes in Überfülle über euren Geist ausschütten,
damit ihrwieder erkennen sollt, wie ein liebender Vater stets bemüht ist, euch
zu dem heranzuziehen, zu dem Er euch erschaffen hat, das heißt zu Seinen Ihm
ebenbürtigen Kindern. 11] Um also mit euch verständlich und begreiflich zu reden, so muß Ich euch erst auf die Form einer Spiral-Linie aufmerksam machen, sodann auf ihren Zweck und zuletzt auf ihre geistige Entsprechung; übergehen; denn nur so ist es möglich, vom Materiellen euch ins Geistige einzuführen. So höret denn! 12]
Wenn ihr eine Schraube oder jede Spiral-Linie aufmerksam betrachtet, so werdet
ihr leicht erkennen, daß so wie sie bei euch im Gebrauch verschieden angewendet
wird, sie den Zweck hat, entweder einen Gegenstand an den andern stärker zu
befestigen oder, wie bei euren Schiffen und mechanischen Apparaten, eine vorwärtstreibende
Bewegung hervorzubringen. 13]
Nun sehet, hier sind wir schon dem großen Grund des allgemeinen
Schöpfungs-Gesetzes nähergerückt. Die Schraube also oder jede spiralförmige
Linie hat den Trieb nach "vorwärts" in ihrer Form begründet, so brauchet
ihr sie in eurem Leben. 14] Das
Geistige dieser Form ist also entsprechend dem Materiellen, das heißt
"vorwärts" ist die eigentliche Idee dabei. Nun, mit diesem
Vorwärtstreiben oder -drängen im Materiellen verbindet sich wie gewöhnlich noch
ein anderer Faktor oder eigentlich entsteht aus dem Mehr oder Minder des
Vorwärtsgehens, nämlich die Erzeugung der Wärme durch die Reibung des
vorwärtsgehenden Gegenstandes. Hier habt ihr einen zweiten Faktor Meiner großen
Weltenschöpfung, nämlich die Entwicklung des Wärmestoffes aus der Bewegung! 15]
Weiter in unserer Betrachtung fortschreitend, ergibt sich bei der Schraube und
Spiral-Linie, daß ihre Fortbewegung keine plötzliche, zerstörende, sondern eine
langsame, aber stetige und nicht zurückweichende ist, welches bei Meiner
Schöpfung wohl in Betracht gezogen werden muß, da Ich kein Freund von großen
Kraft-Äußerungen bin, sondern lieber alles mit Liebe und Sanftmut als mit
Gewalt erreichen will! Nun, bis hierher könnte euch schon manches in Meiner
Schöpfung mehr einleuchtend sein, wolltet ihr darüber nachdenken, allein Ich
will euch nicht auf halbem Wege steckenlassen, und so gehen wir weiter! 16]
Wir haben also drei Eigenschaften an der Schraubenlinie entdeckt:
Vorwärtsschreiten, Tiefereindringen und nie mit Gewalt, sondern langsam nur.
Gut, jetzt wollen wir diese Eigenschaften im Naturreich des Sichtbaren vorerst
auch aufsuchen, so finden wir sie überall, bei euch im gewöhnlichen Leben und
bei Mir im großen Sternenkomplex. 17]
Sehet, alle Welten, Planeten und Kometen bewegen sich vorwärts im Äther, sie
bewegen sich aber nicht, wie ihr es im allgemeinen glaubt, nur um sich selbst
und durch eine andere Triebkraft nach vorwärts - oder um eine Zentral-Sonne,
das heißt in Ellipse, nein! hier muß Ich sagen: sie bewegen sich alle in
spiralförmigen Linien, sie schrauben sich in den Äther-Raum hinein, erwecken
durch diese Bewegung durch Reibung - Leben und Wärme im Äther, die sie sodann
den auf ihnen lebenden Wesen mitteilen. Es ist nicht möglich, daß ein Körper,
wie zum Beispiel eure Erde, die durch das Einfließen eines magnetischen (Fluid-Stromes in ihr Inneres vom Nordpol aus in schraubenförmiger Bewegung
fortgeht, nicht ebenfalls auch im Weltenraum noch eine andere Bewegung haben
soll. Die Erde bewegt sich spiralförmig weiter, die Welten alle ebenfalls; denn
nur so geht ihr Fortschreiten sanft und gleichmäßig vor sich. 18] Wäre es nur ein gerade eindringendes Bewegen, so müßte endlich die Geschwindigkeit durch den Widerstand des Äthers entweder vermindert oder gar aufgehoben werden, was nicht in Meinem-Schöpfungsgedanken liegt. 19]
Selbst das Licht, das mit so großer Geschwindigkeit von einer Sonne zur andern
fliegt, es schraubt sich in den Äther hinein, und ebendeswegen ist das Licht
auch Wärmeträger, welche (Wärme) sich kundgibt, wo das Licht auf feste
Gegenstände auffällt. 20]
Ihr selbst in eurem praktischen Leben habt diese spiralförmige Bewegung zum
Fortbewegen oft benutzt. 21]
Schauet eure Schießwaffen an, gezogene Gewehre und Kanonen habt ihr erfunden,
wo der Kugel nächst der treibenden Flugbewegung auch die spiralförmige
mitgeteilt wird, damit sie die Luft als den Gegenstand, welchen sie bei ihrem
Fluge überwinden muß, leichter durchdringt. 22]
Was die Wärme-Entwicklung anbelangt, so nehmet einen Bohrer zur Hand, versuchet
ein Loch in was immer für einen Gegenstand zu machen, und ihr werdet leicht
wahrnehmen, wie der Bohrer sich erwärmt eben durch seine Umdrehung in
spiraliger Form. 23]
In eurem Körper rollt das Blut, aber seine einzelnen Kügelchen schieben sich
wurmartig vorwärts, denn durch diese Bewegung entwickeln sie Wärme da, wo sie
durch den Stoß des Herzens hingetrieben werden. 24]
Eure Eingeweide haben den peristaltischen Gang, um das nicht Benutzbare aus dem
Körper zu entfernen. Es ist aber diese Bewegung nicht allein deswegen, sondern
um durch Entwicklung der Wärme bei der Reibung noch gasartiger und feiner die
Teile zu entwickeln, welche bei diesem letzten Gang der Nahrungsmittel
aufgesogen werden sollen. 25]
Überall ist diese spiralförmige Bewegung sichtbar. Pflanzen, Bäume, in und
auswendig winden oder schrauben sich aufwärts in die Luft, dem Licht und der
Wärme entgegen, ihre Wurzeln winden sich zwischen Steinen und Felsen durch und
entwickeln auf diese Weise Kraftäußerungen, die auf anderem Wege weder möglich
noch ausführbar wären. 26]
Des Wurmes Leben ist bekannt durch seine spiralförmige Bewegung, selbst im
Meere gibt es Tiere, deren Form noch weit zurück ist und ihr Organismus an
Wärmebereitung leidet, welche zum Fortschreiten eine um sich selbst
spiralförmig vorwärtsschreitende Bewegung haben, um so die Wärme durch Reibung
zu erhalten, die der in ihnen zirkulierende Lebenssaft entbehrt. 27]
So sehet ihr überall die schraubenartige Bewegung als Lebens-Prinzip, als
Bewegungs, Lebens und Wärme-Erzeuger. 28] So
entstehen, bilden und vervollkommnen sich die Welten im großen, so geht alles
vorwärts, langsam aber sicher, stets seinem Endzweck entgegen, und so erkennet
ihr im Materiellen sehr leicht, wie nötig und allein nur möglich diese Bewegung
ist, um einmal Geschaffenes für immer zu erhalten, auf daß es seinen Zweck
erreiche. 29]
Das Geistige dieser Bewegung oder ihre geistige Entsprechung liegt klar am
Tage, denn wie die Schraube sich wendet, nach und nach alle Hindernisse
"überwindet", um vorwärts zu dringen, ebenso ist im geistigen Leben
das stete Vordringen von Stufe zu Stufe ebenfalls eine geistig entsprechende
Schraubenbewegung. "Um sich selbst drehen" heißt ja so nichts
anderes, als einem vor mir stehenden Gegenstande alle Seiten Meines Ichs
entgegenzustellen. So stellt auch geistig ein jedes Wesen den Widerwärtigkeiten
des weltlich materiellen Lebens alle seine geistigen Eigen und Leidenschaften
entgegen. Durch das Fortbewegen werden die Teile abgeschliffen, poliert, die
Wärme, welche der Liebe gleich dabei erzeugt wird, besänftigt die Reibung;
langsam, wie zwischen Hartem und Weichem geht es vorwärts, unaufhaltsam dringt
der Lebensbohrer ins geistige Reich ein, erringt sich stets einen festeren
Stand und gelangt so nach und nach dazu, sich eine feste Stellung zu gründen! 30] So ist im geistigen großen Weltenreich, wo das Materielle nur als Umkleidung dient, diese langsam vorwärtsschreitende Bewegung die einzig mögliche, vermöge welcher die Geister auf verschiedenen Stufen nach und nach höhere erringen können! 31]
Die Bewegung selbst erregt Liebe, der Wärme gleich, und Licht, der Weisheit
entsprechend, und so bringt auch ein jeder fortstrebende Geist das Resultat
obengenannter Faktoren: Leben, geistiges Leben, wo er nur hinkommt oder wo er
sich wie eine Schraube langsam hineinschraubt. 32]
So, Meine Kinder, ist diese euch unscheinbare Linie so oft und vielmals in
eurem Leben angewandt, eben gerade die Form, ohne welche kein Stern, keine
Sonne am Himmel leuchten, kein Herz warm schlagen und kein Leben wo immer sich
äußern würde. 33]
So ist diese Linie geistig der große Trieb, der Geist zu Geist, Mensch zu
Mensch und endlich alles zu Mir treibt; weil Liebe - das Hauptmittel Seelen an
Seelen kettet, sie miteinander verbindet, sie einander näher führt, und so
alles um alles, Materielles und Immaterielles zu Mir in schraubenförmiger
Bewegung wieder zurückbringt, von wo es ausgegangen ist. 34]
Sehet also, Meine Kinder, im Kleinen in dieser unbedeutenden Schraubenform
liegt so viel Großes, liegt so viel Tiefes, daß wenngleich die Menschen die
mathematischen Gesetze der Spirallinie fanden, sie doch nur die Anfänge einer
Weisheit entdecken konnten, welche weit über das Materielle hinaus im
Unendlichen ihren Ursprung, im Geistigen ihre Entsprechung und im Materiellen
ihre praktische Ausführung gefunden hat, wie sie gerade für euer Erdenleben
paßt! 35]
Lernet aus diesen Worten, wie geringscheinend die Anfänge Meiner Schöpfung sind
und welche Resultate sie zu erzielen imstande sind. 36]
Euch gab Ich diese Worte, damit ihr wieder euren Schöpfer, aber auch euren
Vater erkennen sollt, der nie aufhören wird, Seine Kinder in die Geheimnisse
Seines Reiches einzuführen; denn nur wenn ihr den Bau Meines Werkes begreifen
oder wenigstens ahnen könnet, nur dann erst seid ihr fähig einer Liebe, die
euch fest an Mich ketten kann. 37]
Ein Kind muß seinen Vater ganz begreifen und erkennen lernen, es muß im
Innersten überzeugt sein von des Vaters Größe, Milde und Liebe, und nur dann
wird es Seine Gesetze gern erfüllen; denn dann haben sie aufgehört,
"Gesetze" für es zu sein, das Kind tut dann alles aus Liebe. Liebe
aber verbietet nichts, sondern gewährt alles, und eben deswegen muß das Kind
ganz genau wissen, was es heißen will, Kind zu sein, damit es nicht begehre,
was gegen die Liebe ist! 38]
So schreitet auch ihr alle vorwärts, windet euch durch die Mißhelligkeiten
dieses Lebens hindurch, damit eure moralische Seite ebenfalls vom Groben abgeschliffen
werde; dringet tagtäglich wie eine Schraube tiefer ins geistige Leben ein, um
vorwärtszukommen, bis hinter dem Sargdeckel, den ihr durchbrechen müßt, das
helle Wahrheitslicht Meiner ewigen Liebe leuchtet. Dort werdet ihr dann erst
begreifen, warum so manches Hemmende, so manches Unangenehme im menschlichen
irdischen Leben euch begegnete, denn dort werdet ihr erst ersehen, daß ohne
diese stets vorwärtsschreitende Bewegung gleich der Schraube, die nichts mehr
ausläßt, was sie in ihren Gewinden erfaßt hat - ihr ohne dieses langsame, aber
stete Fortschreiten nicht eingedrungen wäret in jene geistige Tiefe Meiner
Schöpfung, wo aus jedem Atom euch Liebe zulächelt, und wo vom ersten Augenblick
eines seelischen Bewußtseins bis zum Übergang ins Geisterreich die
spiralförmige geistige und weltliche Bewegung nötig war, um euch
vorwärtszubringen, Leben und Wärme in euch zu entwickeln und so sanft aber
sicher den Zweck zu erfüllen, den Ich in diese Linien legte, als Ich das große
"Es werde!" aussprach, wo alles, diesem Worte gehorchend, seine
kreisende, aber vorwärtsschreitende Bewegung begonnen hat und wie die
gleichlaufende Schraube nie aufhören wird, stets um Mich als den Mittelpunkt
sich bewegend, mit Mir in gleicher Nähe des Lichtes und der Wonne teilhaftig werden
kann, welche für alle bestimmt ist, die ihrem Zweck entsprechend ihre Aufgabe
zu Meiner und ihrer Zufriedenheit gelöst haben! Amen. © Copyright 2000 by Disk-plus-Buch-Verlag G. Gutemann
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am: 02.12.2008 Home