Dekalog

                 Erklärung der heiligen

                   10 Gebote Gottes

vom himmlischen Vater kundgegeben

durch A. Hedwig

 

 

 

 

2. Auflage

Viertes bis siebentes Tausend

1933

 

 

 


Herausgegeben von der Neu-Salems-Gesellschaft E.V., Bietigheim, im Neu-Salems-Verlag, Bietigheim, Württemberg  - Alle Rechte vorbehalten –  Druck von Omnithphie-Ges. Nachf. L. Zechnall Stuttgart

 

 

                                        

 

Inhalt

 

 

Als Vorwort (zu Nr. 53) 3

Einleitung 4

Das erste Gebot 5

Das zweite Gebot 6

Das dritte Gebot 7

Das vierte Gebot 9

Das fünfte Gebot 11

Das sechste Gebot. 12

Das siebte Gebot 14

Einleitung in das achte Gebot 15

Das achte Gebot 17

Das neunte Gebot 19

Das zehnte Gebot 20

Noch ein Wort zum Dekalog 24

Nachtrag zur Gebote-Erklärung 25

Letzter Wink, in Betreff der heiligen 10 Gebote 26

Anhang I.  Winke zum Verhalten gegen die Kirche 27

Anhang II. Gott und Kaiser 30

Anhang III. Winke zur Fürbitte 31

 

 

Als Vorwort (zu Nr. 53)

Mein Kind, du bist bittend zu Mir dem Vater gekommen, um aus Meiner Liebe ein Wort zu erhalten, für ein jedes Einzelne deiner dir zugeführten Geistesgeschwister. Das dir zu gebende Wort soll aber auch eine Sättigung für ein jedes andere sein, das in der Liebe zum Vater sich zu erhalten sucht. Sieh, Mein Kind, Ich sage dir, willst du ein Wort von Mir, für wen immer, so sollst du wissen, dass Ich deine Bitte nicht unerfüllt lasse, denn dem Bedürftigen soll geholfen werden. 

Doch für ein jedes diene vor allem andern die "Gebot-Erklärung" (Nr. 53) In diesem von Mir gegebenen Wort ist alles das enthalten, was zum Aufbau des innersten geistigen Lebenshauses dient. In diesem Wort der Gebot-Erklärung ist Meine Liebe in ihrer vollen Barmherzigkeit gegeben, für ein jedes, das in Wahrheit bestrebt ist, Mir, dem Vater, anzugehören.

Darum bemühe sich ein jedes, das die Worte Meiner Gebot-Erklärung gelesen, sich dieselbe lebendig in sein Herzinnerstes einzuprägen, damit ein jedes sein Herzinnerstes in einen Opferaltar umgestalte, auf dem es Mir dann stündlich das Dankopfer zu geben bereit ist. Meine Liebe soll dann selbst das Feuer sein, welches das Mir dargebrachte Dankopfer in die Lebens- und Liebesflamme umgestaltet, die dann für alle Ewigkeit, für ein jedes Mir Gehörende erhalten bleibt, um dadurch mit Mir, dem Vater, für bleibend verbunden zu sein. Sieh, Mein Kind, dieses sei dir gesagt; doch auch einem jeden andern, das in der Liebe zu Mir steht. Amen!

„Wer solche Meine Rede höret und tut danach,
den vergleiche Ich einem klugen Mann,
der sein Haus auf den Fels baute.“
Matth. 7,24

 

Einleitung

Empfangen vom Herrn durch A. H. K., Dez. 1902, Jan. 1903

(29. Dezember 1902) Mein Kind, Licht und Leben ist dir gegeben, das dich immer mehr in die Wege der Wahrheit einführt. Darum erhalte dich in diesem Licht, in diesem Leben, damit du nicht von dem Wege abweichst, der dich Mir, dem Vater, immer näherbringt. Die Liebe, die dich so weit gebracht, dass du Mich, den Vater, in Meiner nie vergänglichen Liebe erkannt hast, soll und wird dich auch auf die Stufe bringen, wo du Mich, den Vater, vor dir sehen sollst; und wenn dir dieses für deinen Verstand auch noch nicht so klar zu fassen ist, so sollst du einstens sehen, dass es doch so ist, wie Ich, der Vater, dir sage. Verhalte dich ruhig, ohne noch weiter und tiefer zu forschen, als Meine Liebe es dir von Tag zu Tag offenbart. 

Denn nur so allein kannst du dich in der Wahrheit erhalten, wenn du dich mit dem begnügst, was Ich, der Vater, dir Tag für Tag gebe. Ein mehr Wollen, bringt dir leicht Elemente zu, die den Schein Meiner Liebe haben und doch nicht aus Mir, der Liebe, stammen. Darum sei tätig in dem Befolgen Meiner Gebote, die in einer jeden Richtung beobachtet werden müssen. Denn sieh, Mein Kind, als Ich, der Vater, Meinem Kinde und treuen Diener Moses dieses Gebote übergab, war Ich derselbe Vater der Liebe, wie Ich es auch heute bin, und diese damals gegebenen Gebote haben für alle Ewigkeit ihre Gültigkeit, weil in diesen Geboten Meine Liebe sich in ihrem ganzen Umfang offenbart, und nur der allein ist am rechten Wege, der diese Meine Gebote bis in das Kleinste befolgt, indem derselbe streng seine ganze Lebensweise diese Meinen Geboten anpaßt.

Ich will dir, Mein Kind, diese Gebote in kurzen Worten erklären, damit du von nun an in jeder Richtung nur das allein tust, was Ich, der Vater, durch diese Gebote zu tun auch von dir begehre. Darum sollst du dir Mein zu dir gesprochenes Wort recht tief in dein innerstes Gemütsleben einschärfen, damit du in jeder Stunde dir klar bewußt seist, ob du recht oder unrecht handelst. Gehst du recht, nun, dann wirst du stets mit dankerfülltem Herzen zu Mir, dem Vater, gekehrt sein. Erkennst du jedoch, daß du auch nur im geringsten einen Fehltritt getan hast, so wird deine Liebe zu Mir dir immer wieder zeigen, daß Ich der erbarmende Vater bin, der auch zu dir durch die Gebote gesprochen. Du wirst erkennen, dass bei Mir allein Vergebung des Vergehens erlangt werden kann. Ja du wirst immer wieder zu Mir, dem Vater, dich hingezogen fühlen, bis du endlich vollkommen gereinigt vor Mir dich zeigen kannst, um einzugehen in die für alle Ewigkeit beglückende Freude. Ja, sieh, Mein Kind, durch Mich sollst du alles erfahren, wie es sein wird, wenn alle Menschen im Geiste Meiner Liebe, in den ihnen gegebenen Geboten leben werden. 

Ich sage dir, manches wird dir fremd vorkommen; doch wie Ich sage, so ist es, denn nie und nie habe Ich auch nur einmal die Unwahrheit gesprochen; du bist aber im Wege der Wahrheit, wenn du dich in der Liebe an Mich, den Vater, zu halten suchst, denn ohne Mich kannst du nichts tun, das mit Meinen Geboten im Einlange steht. Sieh, so will Ich dir Tag für Tag ein Teilchen Meiner Liebe durch die Erklärung Meiner Gebote geben, die dich in die Tiefe des innersten geistigen Lebens einführt, so daß du dort, wo du dich jetzt noch fremd fühlst, gar bald erkennst, dass du auf dem Boden stehst, auf den du für immer hingehörst. Darum - tue, wie Ich sage: Halte treue Wache über dein Begehren, damit du nicht nach anderem dein Auge richtest, als nach dem allein, aus dem Meine Liebe hervortritt. Du sollst leben, um dem Leben erhalten zu bleiben; du sollst leben, um auch anderen das Leben zu geben, die ihr Leben durch ihr Vorgehen zu verlieren scheinen. Ja, sieh, Mein Kind, Ich spreche zu dir als dein Vater, der alles das zum Leben Gehörende in reicher Fülle in Sich hat. 

Darum erkenne den heiligen Wert, der in Mir und Meinem Wort für alle Ewigkeit enthalten ist. Ich selbst habe alles in allem, um allen den Teil zu geben, den ihre Liebe zu Mir beansprucht. Ist die Liebe zu Mir in großem Umfang vorhanden, so wird auch der ihm zugewiesene Teil in dem gleich großen Umfange sich zu erkennen geben. Dieses ist gewißlich wahr; das sage Ich, dein Jesusvater, der Ich zu dir in Meiner nie vergänglichen Liebe spreche und immer gesprochen habe, noch bevor du Meine Sprache der Liebe verstehen konntest, weil du (damals) in dir selbst noch liebeleer (unreif) warst. Dieses für heute; nächstes Mal beginne Ich mit der Erklärung der 10 Gebote; das sage Ich zu dir, Mein Kind. Amen. - 

 

Das erste Gebot

(29. Dezember, abends 20.30 Uhr) Sieh, Mein Kind, nachdem du bittend zu Mir, deinem Jesusvater, gekommen, so will Ich dir auch geben, nach was du verlangst. Ich habe dir in der heutigen Morgenstunde gesagt, daß Ich dir die heiligen 10 Gebote erklären werde. Meine Liebe wird es sein, die dich in die Geheimnisse des innersten Geisteslebens einführen wird. Nun, so höre, wie Ich dir sage: 

"Du sollst Mich, Gott den Vater, "Der Sich den Menschen in Jesu Christo geoffenbaret hat", lieben aus ganzem Herzen!" Du sollst nichts anderes nie und nimmer in dir haben, als nur das eine allein, Mich, deinen Jesusvater, zu lieben. Tust du dieses im rechten Vertrauen, dann hast du alle Meine Gebote im rechten Lichte erkannt; es wird dir dann ein leichtes sein, ein jedes dieser Gebote bis in das Kleinste zu erfüllen. Denn sieh, Mein Kind, in einem jeden Meiner Gebote spreche Ich dasselbe Begehren aus; und doch handeln die meisten Menschen gegen Meinen Willen. Warum also? Weil sie alle ihre Liebe nicht in die rechte Liebetat einführen. Die Schule des Lebens ist den meisten Menschen fremd, weil ein jedes mehr an sich selbst denkt; und dadurch verfehlen die meisten Menschen ihren Lebenszweck, der doch nichts anderes ist und nichts anderes heißt, als: "Liebe Mich, deinen Jesusvater!" So wollen wir der Reihe nach die Gebote zu entziffern suchen, und du sollst immer wieder nur Meine Liebe erkennen, die dir immer wieder auf den Weg zum Vater hilft.

(30. Dezember 1902) "Du sollst nicht andere Götter neben Mir haben!" Das ist das erste Gebot, nach dem du deine Lebensbedürfnisse einzuteilen hast. Das heißt: du sollst zu einer jeden Stunde, ja zu einer jeden Minute dir bewußt sein, an Wen du dich zu halten hast. In einer jeden Lebenslage, welcherlei Verhältnisse dich immer umgeben, sollst du wissen, daß Ich, dein Jesusvater, der Einzige bin, Der dir ratend und helfend zur Seite steht. Du sollst wissen, dass Ich es Selbst bin, der oft und oft die drückende Not an dich herantreten läßt, um dir eben zu zeigen, dass es eben nicht notwendig ist, dass der Mensch sich mehr Ausgaben gestattet, als es für die Erhaltung seines Lebens erforderlich ist. Alles andere geht in die Vielgötterei (geistiges Heidentum) über. Und in diesem zuerst gesprochenen Gebot sage Ich ausdrücklich: du sollst keine anderen Götter neben Mir, deinem Jesusvater haben. Also, wenn es dich gelüstet, nach diesem oder jenem, was dein Sinn erfassen kann und zu erfassen wünscht, so spüre zuvor, ob dasselbe göttlichen Ursprungs ist! Erkennst du nun, dass dem nicht so ist, nun dann wird dich deine zu Mir hebende Liebe davor bewahren, dass du keinem anderen Gott auch nur für einen Moment dienest, als nur Mir, deinem Jesusvater, der dein Alles ist, und dein Alles bleiben soll für alle Ewigkeit.

Sieh, Mein Kind, in dieser Art ist der innerste geistige Wert des von Mir Meinen Kindern gegebenen ersten Gebotes aufzunehmen. Du weißt und kennst es nun, was du zu tun hast, damit du in keine Versuchung zu willigen hast. Ist dein Bestreben, Mir, dem Vater und durch Mich einem jeden andern zu dienen, nun dann wird und soll es dir nie und nimmer an der Kraft fehlen, um dich zu einer jeden Zeit in Meiner Liebe zu erhalten. Bist du aber zu jeder Zeit in Meiner Liebe, so sind auch Meine zu dir gesprochenen Worte dir stets heilig, und heilig sollen sie dir bleiben, damit du Mir, dem Vater, gleich werdest! Dieses ist auch der Zweck Meiner den Menschen gegebenen Gebote. Wieviel Tausende und abermal tausende von Menschen kennen Meine ihnen gegebenen Gebote als solche und gehen doch achtlos an denselben vorüber! Was ist die Folge davon? 

Der Unglaube, der das ganze Menschengeschlecht nun durchgärt. Selbst da, wo Ich als Gott der Liebe verkündet werde, ist wenig Glauben zu finden; denn bei den meisten Mir, dem Vater, dienen wollenden Kindern findet man noch neben Mir auch andere Götter, denen dieselben, wenn auch unbewußt, so doch dienen. Darum prüfe sich ein jedes, ob es dieses Mein gegebenes Gebot nach seiner wahren Bedeutung in sich aufgenommen hat! Findet dasselbe aber auch nur das Kleinste an sich, das mit Mir, dem Vater, nicht übereinstimmt, nun dann kann und soll es wissen, dass auch für selbes ein oder mehrere Götter vorhanden sind, - denen es dient (oder gar frohnet?); doch die Götter neben Mir, dem Vater, erschweren einem jeden den Weg zur geistigen Wiedergeburt, und nur durch die geistige Wiedergeburt kann das hochheilige Ziel; die Vereinigung mit Mir, dem Vater, erlangt werden. Dieses sage Ich dir, Mein Kind, aber auch einem jeden andern, der in der Liebe zu Mir, dem Vater, steht, um ihn zur Erkenntnis zu führen, die ihm klar und deutlich sagen wird, ob er neben Mir auch noch andern Göttern huldigt.

Dieses für heute von Mir, deinem Jesusvater, Der dir dein einziger Gott sein soll, Dem du deine ganze Liebe zu geben hast, um mit Mir, dem Vater aller lebenden Geschöpfe, für alle Ewigkeit vereinigt zu werden. Sieh, Mein Kind, so habe Ich mit dem ersten Gebot begonnen; nach deinem Begehren werde Ich dir fort und fort neue Aufklärung geben, damit du in allen dich treffenden Lebensverhältnissen genau Bescheid habest, um dir dadurch jederzeit gewiß zu sein, dass Ich, Gott, Vater und Sohn, Eins in Allem bin und das Ganze doch wieder nichts anderes ist, als die Liebe Selbst, die alles Leben in sich faßt, daraus für den wahren (lebendig) Gläubigen die höchste Glückseligkeit hervorgeht. - Für den jedoch, der mehrere Götter neben Mir hat, treten alle die Elemente hervor, die Meiner Liebe entgegenstehen; denn alles beruht auf dem Gesetz der Vervielfältigung (oder der Frucht aus dem Samen); darum übe die Liebe! und es wird für dich immer und immer nur allein die hervortretende Frucht sein. Dieses von Mir, deinem Jesusvater.

 

Das zweite Gebot

(5. Januar 1903) Mein Kind, Ich der Vater, begrüße dich in Meiner Liebe und heiße dich willkommen in dieser heiligen Morgenstunde. Ja, Mein Wort der Liebe soll es sein, das dir von Mir, dem Vater, zufließen wird. Sieh, Ich will dir Selbst sagen, wie Mein anderes den Menschen gegebenes Gebot lautet; so höre und schreibe: "Du sollst den Namen deines Gottes heilig halten und denselben nicht mißbrauchen", sondern denselben in allen Nöten anrufen, loben und preisen, damit du jederzeit den Beweis vor Mir und den dir nahegebrachten Menschen lieferst, dass du das bist, zu was Ich dich aus Meiner Liebe ins Dasein gerufen habe, nämlich zu einem Kinde Gottes. Ich sage dir, betrachtest du dieses von Mir gesprochene Gebot-Wort in welcher Art immer, so mußt du sagen, dass Ich mit diesem Worte wieder nichts anderes sagen wollte und gesagt habe, als daß sich ein jeder Mensch rein zu halten hat. Nicht nur dem Äußeren nach, sondern in allem seinem Tun und Lassen. Ein jeder Mensch, der Kenntnis von diesem Meinem Gebote hat, soll wissen, dass ein jedes Wort, dass ein jeder Gedanke, der mit Meiner Liebe nicht vereinbart werden kann, ein Übertreten dieses Meines gegebenen Gebotes ist, und Mich dadurch in Meinem heiligen Namen mißbraucht. 

Ja, Schweres laden die Menschen durch die Mißachtung dieses Meines Gebotes auf sich; doch die sich selbst zugeführte Last wird für die meisten Menschen eine Last der Unerträglichkeit. Darum sage Ich, der Vater, dir und einem jeden, der Mein Wort der Liebe zu lesen Gelegenheit hat: Beachtet dieses euch als zweites gegebene Gebot in allen seinen Teilen die zusammen in eins gefaßt doch nichts anderes sagen, als liebet Mich, den Vater, aus allen euren Kräften, da Ich doch Selbst das Leben bin, aus dem die Liebe allein hervorgeht. Liebet aber auch alle die Menschen, die Ich euch nahegebracht habe, ob diese euch nun geistlich oder leiblich nahe sind; denn alle diese sind aus Meinem Leben entstanden, aus dem die Liebe selbst hervorgeht. Tut ihr dieses in dem rechten Liebeeifer, so erfüllet ihr auch dieses von Mir, dem Vater, gegebene Gebot, und nie werdet ihr Meinen Namen mißbrauchen, sondern ihr werdet denselben, durch euer Liebevorgehen, fort und fort heiligen, so daß das Eingreifen der Finsternis von euch allen, durch die Heiligung Meines Namens, für alle Ewigkeit benommen ist. Denn ihr alle steht dann in Meinem Lichte, in dem nichts bestehen kann, was nicht von und durch die Erfüllung dieses Meines Gebotes durchdrungen ist.

Also tuet alle, die ihr Mich, den Vater, zu lieben glaubet, was dieses Mein Gebot von euch zu tun begehret. Ein jeder Übergriff dieses Gebotes verschließt euch den Weg zum Lichte, so daß ihr zwar in Meiner Liebe stehet, doch ihr selbst könnet Meinen Liebewillen nicht so klar erfassen, als wenn ihr euch in der Heiligung Meines Namens zu erhalten suchet. Ich, der Vater, der Ich die erbarmende Liebe Selbst bin, helfe euch vorschreiten, doch muß die Befolgung Meiner gegebenen Gebote ihre volle Beachtung behalten; denn Ich kann nichts tun, für keinen einzigen, der nicht selbst im Willen steht - Meinem Begehren mit allem Liebe-Ernst folge zu leisten. Somit sage Ich: keine anderen Götter dulde Ich neben Mir, keinen anderen Namen sollet ihr loben und preisen, als nur den allein, der die Gottheit in sich faßt, das ist Der, aus Dem das helle, ewig belebende Licht, aus Dem die Liebe für alle Lebewesen fort und fort hervorströmt. 

Dieses ist das, was Ich verlangt habe, zur Zeit, als Moses vor Mich trat mit der Bitte - ihm für seine Brüder und Schwestern Gebote der Liebe zu geben. Wie die Befolgungen dieser Meiner Gebote beachtet worden sind und noch heute (miß-) beachtet worden sind und noch heute (miß-) beachtet werden, das ist einem jeden im Lichte Meiner Liebe Stehenden klar genug. Mit Schaudern muß ein jedes (Kind Gottes) erkennen, wohin die Nichtbeachtung Meiner (Liebe-) Gebote die Menschen geführt hat. Ich will nicht sagen in das Verderben, doch zum Unglauben, der in das Verderben führt. 

Darum ist es für euch alle, die ihr dieses erkannt habt, da ihr so reichlich Gelegenheit habt, Mein Wort der Liebe zu hören, lebenswichtig, daß ihr diese Meine Worte im kindlich reinen Glauben in euch aufnehmet, um dadurch in die Liebtat einzutreten, die ein jedes mit der Kraft ausrüstet, um Meine ihm gegebene Gebote bis in das Kleinste zu erfüllen, damit Mein Licht sich immer mehr ausbreite, um die Finsternis, die den ganzen Erdkreis durchdringt und erfüllt, zu verdrängen. Denn dort, wo Licht ist, muß die Finsternis weichen; dieses ist eine Tatsache, die ihre begründete (auch in der Natur ersichtliche) Wahrheit hat. Das Licht bin aber nur Ich, der Vater, der Ich euch Meine Liebe fort und fort gebe, um dieselbe als Mittel zu gebrauchen und euch selbst in das Licht Meiner Liebe umzuwandeln. 

Dieses ist der Zweck Meines euch gegebenen Zweiten Gebotes. Nun weißt du auch, was du in dieser Art zu tun hast. Mich, deinen Jesusvater, sollst du allein lieben, verehren und achten, damit du Meinen Namen nicht entheiligest, sondern stets nur Lob, Preis und Dank entgegen bringest. Dieses Begehre Ich von dir, von einem jeden andern, der Mich in Meiner alles beglückenden Liebe erkannt hat. Damit ein jedes werde, was Ich, der Vater, Selbst bin - das Licht, in dem Meine Liebe ihre volle Schöpfungskraft für alle Ewigkeit hat. Das sage Ich in Meiner Liebe zu dir, zu allen Mir Gehörenden; denn alle seid ihr Meine Kinder, durch Meine Liebe ins Dasein gerufen.

O höret Mein Wort, dasselbe ruft euch immer wieder aufs neue zu: Kommet zu Mir, eurem Vater, der euch alle für alle Ewigkeit in voller Liebe in Sein Herz geschlossen hat. Erkennet Mein Wollen! um durch das Befolgen Meiner gegebenen Gebote euch die höchste Glückseligkeit zu sichern. Dieses ist so, wie Ich sage, darum glaubet und tuet, wie Ich, der Vater, begehre, damit ihr alle eingehen könnet in Mein Vaterhaus, aus dem ihr einstens ausgegangen seid, in dem Glauben - ohne Mich das werden zu können, was Ich Selbst bin. Ihr habt viele Milliarden von Erdenjahren durchstreift. 

Dabei hat aber auch kein Einziges auch nur annähernd das erreicht, was es zu erstreben hoffte. Denn Meine Liebe habt ihr von Anfang an nicht beachtet, und so mußtet ihr von Stufe zu Stufe empor geführt werden, bis es Einzelne so weit gebracht, um in klaren Blicken zu erkennen, daß Ich die Liebe Selbst bin, die allein euch von allem Irrtum befreien kann. Somit rufe Ich euch immer wieder zu: Die Liebe ist es, die euch vom Joch der Finsternis erlöst.

 

Das dritte Gebot

       (7. Januar 1903) Mein Kind, schreibe, wie Ich dir gebe; so höre. Du sollst für heute mit dem 3. Gebot beginnen, welches lautet: Du sollst den Feiertag heiligen! damit du von allen Versuchungen befreit werdest. Sieh, Mein Kind, Ich, der Vater sage dir: Ein jeder Tag soll dir ein Feiertag sein. Nicht dass du darum dich einer jeden Arbeit entziehst, das nicht, aber jener Arbeit mußt du dich für die ganze Dauer deiner Lebenszeit entziehen, die nicht mit Meinem Willen übereinstimmt. Tust du etwas, das außer dem Bereiche Meiner Liebe steht, so entheiligst du den Tag, in dem du stehst, und das ist ein Vergehen gegen dieses Gebot. Ein jeder Tag ist ein Feiertag (ein Tag des Herrn) oder Freudentag für den Menschen, der in Meiner Liebe sich zu erhalten sucht; denn geheiligt ist dieser Tag durch Mich, den Vater, weil Ich für den, der Mich in Meiner Liebe erkannt hat, stets unmittelbar nahe bin und stets nahebleibe, so lange die Heiligung des ihm gegebenen Tages durch die Befolgung Meiner den Menschen gegebenen Gebote gehalten wird. Im andern Falle kann Ich nicht so segenbringend in die Verhältnisse des Mir nahe Stehenden eingreifen, weil aus der Nichtbefolgung doch immer wieder nur störende Elemente hervortreten, die ihre Berechtigung fordern, und die wieder nur dadurch zurückgedrängt und bekämpft werden können, wenn die Heiligung befolgt wird. 

        Das ist dann, wenn ein jeder Tag, welcher immer, als ein Feiertag betrachtet wird, wo nur Mir, dem Vater, durch eine jede Art von Beschäftigung, in Gedanken, durchs Wort, so aber auch im Vorgehen, der Dank durch Loben und Preisen Meiner ewig bestehenden Heiligung zum Ausdruck gebracht wird. Sieh, Mein Kind, bis hier will Ich, der Vater, gesprochen haben; doch wenn du bittend zu Mir kommst, so gebe Ich dir über dieses Gebot noch einen weiteren Aufschluß von höchster Bedeutung. Darum erhalte dich auch heute in Meiner Liebe, damit du Mich heiligst, indem du auch diesen Tag als einen dir gegebenen Feiertag anerkennst, in dem Ich, als Herr der Unendlichkeit und als dich liebender Vater zu dir gekommen bin, um dich in die Geheimnisse Meiner Schöpfung einzuführen. Dieses für diese Stunde von Mir, deinem Jesusvater.

(Zum dritten Gebot)

        (9. Januar 1903) Mein Kind, die weitere Erklärung des 3. Gebotes lautet wie folgt: "Du sollst - den Feiertag heiligen!" habe Ich, der Vater, zu dir gesagt; dieses sage Ich fort und fort zu allen Denen, die Mich, den Vater, in Meiner Liebe erkannt haben. Ich habe dir aber auch gesagt, daß ein jeder Tag ein Feier- oder Freudentag für den ist, der in Meiner Liebe für bleibend lebendig geworden, das ist, der im Glauben lebt, dass Ich der Allvater, Schöpfer Himmels und der Erde, euch Menschen stets nahebleiben werde. Darum habe Ich euch auch dieses hochwichtige Wort, welches das 3. Gebot in sich faßt, gegeben. Somit höre auf Mich, und schreibe, wie du dieses von Mir gegebene Gebot dich zu allen Zeiten einzuleben hast.

        Du sollst wissen, daß du im Geiste Meiner Liebe zu höherem Leben berufen bist, um deine Tätigkeit in dieser Art auszuüben. Da du aber nach menschlichen Begriffen dich doch nun im Erdenleben befindest, so muß du den Menschen gegenüber deine Pflichten, die dir dein Beruf auferlegt, in eben dem Sinne tun, wie solches Meine Gebote zu tun von dir fordern, damit du allen denen, die über dir und neben dir stehen, ein Muster der Pflichttreue seiest. Sieh, Mein Kind, dadurch erfüllst du erst im wahren Sinne das von Mir, dem Vater, gegebene Gebot. Die Menschen fordern Pflichttreue, und das mit vollem Recht; denn Ich Selbst begehre Pflichttreue im vollen Maße, und Ich als Herr und Gebieter aller Menschen habe das Recht dazu. Derjenige, der aber Meinem Begehren Folge leistet, ist eben derjenige, den Ich immer mehr, je nachdem sich in ihm die Pflichttreue zu erkennen gibt, Mein Vertrauen gebe, um ihm dann größere und noch umfangreichere Aufgaben zuzuführen. Ebenso steht es aber auch im materiellen Leben. Ein im Dienste stehender Mensch soll und muß zu einer jeden Zeit seinem Herrn ein treuer und aufopfernder Diener sein, so lange der ihm gebietende Herr keine Ungerechtigkeit von ihm zu tun begehrt, die dem Nebenmenschen Nachteil bringt. 

        Durch die treue Dienstleistung knüpft sich um Herrn und Diener das Band der Unzertrennlichkeit, wodurch eine geistige Vereinigung stattfindet, die ihr Bestehen für alle Ewigkeit haben soll. Das aber gewöhnlich die auf der Erde lebenden, in und an die Materie gebundenen Menschen, sich zu Herren anderer empor zu arbeiten suchen, ist eben ein Vorgehen, das Mein Gegner schon von Anfang seiner Lostrennung von Mir, dem Vater, zu erstreben gesucht hat, und dieses ist ihm auch in den meisten Fällen gelungen, solches ist doch klar. Ich, der Vater, begnüge Mich, wenn Ich die Mir angehörenden Menschen zu Dienern für die in der Materie als Herren dastehenden Menschen gebrauchen kann, und darum begehre Ich auch in diesem Fall eine treue, gewissenhafte Erfüllung Meines Begehrens. 

         Keiner von euch soll fragen, zu was führt das, wenn ich durch meine treue Dienstleistung meinem Herrn einen bedeutend größeren materiellen Gewinn zuführe, als derselbe schon hat, gebe ich ihm dadurch nicht noch mehr Gelegenheit, sich in die Materie zu begraben? Nun ja, das ist richtig, und doch soll und muß ein jeder das tun, weil dies mit Meinem Begehren allein übereinstimmt. Denn sieh, je tiefer der bereits in der Materie stehende Mensch sich in die Materie begräbt, desto hilfsbedürftiger ist derselbe; doch durch die treue und gewissenhafte Pflichterfüllung hat sich nun das geistige Freundschaftsband, wie schon gesagt, um Herrn und Diener befestigt, so dass daraus eine geistige Unzertrennlichkeit hervorgeht, die für alle Ewigkeit ihr Bestehen hat. 
Tritt nun für den im Reichtum lebenden Menschen die Stunde heran, wo derselbe alle das zu seinem (sogenannten) Eigentum Gehörende durch seinen Leibestod verliert, so ist er auch entblößt von allem anderen, so dass ihm nichts mehr als nur das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit dem ihm treu Dienenden geblieben ist, das ihm nun zur Erleichterung der ihm gewordenen Qual dient (Luk. 16, 3.25). 

       Ist dann die Schule des Leidens für einen solch schwer Kranken (an der Seele) vorüber, so dass derselbe aufnahmefähig geworden ist, um Meine göttliche Liebe in sich aufnehmen zu können, - nun dann ist auch die Stunde da, wo der treue pflichterfüllende Diener nach Meiner Anordnung dem schwer Bedrängten (ehemaligen irdischen Herrn) zu Hilfe kommen kann (Luk. 16,9). Durch diese erste Begegnung allein schon wächst das Vertrauen in dem Bedrängten zu Mir, dem Vater, so starkt, dass der so lange in der Finsternis lebende Mensch neu geboren im Geiste Meiner Liebe zum Erwachen kommt, und Mich, den Vater, in dem ihm so lange treu Dienenden erkennt. 

        Ja, sieh, Mein Kind, in diesem heiligen Moment ist Mein ganzes Sein in Dem ersichtlich, der Mein Gebot: "Du sollst den Feiertag heiligen!" in allen seinen Teilen (und Beziehungen) gehalten hat. Darum sage Ich auch dir: als Mensch erfülle deine dir gegebene Arbeit mit der größten Pflichttreue, damit ein jeder, der über dir steht, ein Muster der Pflichttreue an dir erkennt. Du hast dich nicht zu fürchten, dass dir darum weniger Zeit gegeben, um die für dich bestimmte Gottesarbeit durchzuführen, dem ist nicht also. Denn tust du das, was die Lebensaufgabe als Mensch von dir fordert, so tust du zugleich auch das, was Ich, der Vater, von dir zu tun begehre. Denn Meine Wille, Meine Zulassung ist es, dass du in diese Lebensverhältnisse eingetreten bist, in denen du eben stehst; nur darfst du das Recht der Liebe nie überschreiten. 

        Was du tust, das tue im Geiste Meiner Liebe; dann ist sich das gleich, ob du im Dienste deiner dir gegebenen Lebensstellung wirkest, oder deine dir gegebene geistige Aufgabe durchführst; denn in dem einen, wie im andern Dienste dientest du Mir, dem Vater. Im ersten Falle, indem du dem noch in der Materie stehenden Menschen durch deine treue Pflichterfüllung eine geistige Bindung gibst, die ihn einstens vom Tode errettet; im zweiten Falle, um dich auf die geistige Höhe zu erheben, um als rettender Engel den in der Finsternis Stehenden nahe zu kommen. Sieh, Mein Kind, so nimm dieses Wort als Schlußwort zur Erklärung des 3. Gebotes. Du weißt nun, was du zu tun hast, in welcher Art dieses hochwichtige Gebot zu gebrauchen ist. Hebe dich in den Geist, den dieses Gebot enthält, für alle Ewigkeiten hinein; denn dieser lebendig machende Geist ist Meine, des Vaters Liebe Selbst. Das sage Ich, dein Jesusvater. Amen.

Das vierte Gebot

        (10. Januar 1903, morgens 3 Uhr) Mein Kind, du bist in früher Morgenstunde zu Mir gekommen, und so gebe Ich, der Vater, dir auch das für dich nötige Himmelsbrot. So höre: Ich, der Vater, sage dir - dein Begehren ist, dich rein zu erhalten! Darum habe Ich dir auch die Erklärung der 10 Gebote zu geben beschlossen, weil darin allein alles das enthalten ist, welches den Mir dienenden Menschen zu dem macht, wozu Ich ihn bestimmt habe. Nun sieh, die drei ersten Gebote habe Ich dir in ihrem ganzen Umfang zu erklären gesucht, wie dieses eben für dich und aber auch für einen jeden anderen der dir geistig verwandtschaftlich nahesteht, notwendig ist. Handle jetzt nur so, wie Ich dir durch diese Erklärung der drei Gebote es gezeigt habe, und das Wachsen in der geistigen Erkenntnis wird sich auch bei dir nach deinem Liebeverlangen zu erkennen geben. Doch für heute will Ich mit der Erklärung des 4. Gebotes beginnen. Nun so höre und schreibe nach Meinem Willen, wie Ich, der Vater, dir sage. 

        Das 4. Gebot lautet wie folgt: "Du sollst Vater und Mutter ehren, achten und lieben, damit es dir wohl geh' und du lange lebest auf Erden."

        Nun sieh, Mein Kind, dieses ist ein Gebot, das scheinbar nur für das Erdenleben des Menschen bestimmt ist, und doch ist auch in diesem Gebote nichts anderes zu erkennen, als die Liebe zu Mir, dem Vater, der Ich aller lebenden Geschöpfe Vater und Mutter Selbst bin, indem doch alles aus Meiner Liebe allein in das Dasein getreten ist. So habe Ich auch dieses Gebot zum Segen für die in der Finsternis lebenden Menschen gegeben, ihnen Gelegenheit zu bieten, um sich aus ihrem selbst auferlegten Joche zu befreien. Ich sage ausdrücklich: du sollst Vater und Mutter ehren, achten und lieben, damit es dir wohl ergehe und du lange lebest auf Erden. Wie kann aber ein Mensch Vater und Mutter lieben, ohne mich Selbst aus ganzem Herzen zu lieben? 

        Wie kann ein Kind seine Eltern lieben, wenn dieselben in der größten Entartung stehen? was in diesen Tagen unzählige Male vorkommt, indem der Unglaube im steten Fortschreiten begriffen ist. Die Liebe des Kindes zu den Eltern kann doch nichts anderes sein, als daß das Kind in voller kindlicher Liebe zu Mir, dem Vater, kommt, um sich mit Mir, dem (wahren) Vater, für alle Ewigkeit zu vereinigen und dann durch die in sich tragende Liebe in die geistige Fähigkeit einzugehen, die es ihm möglich macht, für seine irdischen Eltern geistig segenbringend vorzugehen. Nur in dieser Art ist die Ehrung, Achtung und Liebe für Vater und Mutter gerecht möglich, sie in jeder Richtung durchzuführen. 

        Darum nimm auch du, der du ohne deine Eltern für eine Zeit noch im Erdenleben zu stehen hast, dieses Gebot in seiner vollen geistigen Größe in dir auf, damit du dich zu einer jeden Zeit in der kindlich reinen Liebe erhalten kannst, die dich zugleich in die Vereinigung mit Mir, dem Vater, einführt und durch Mich dich mit allen denen vereinigt, die in ihrer höchsten Glückseligkeit ihre Liebe in der Tat durchführen. Also kurz heißt dieses Gebot nichts anderes als: liebe Mich, den Vater, Der dein Erhalter für alle Ewigkeit ist. Damit deine Mutter, dein Vater die höchste Glückseligkeit erlangen, die sie alle mit Mir, dem Vater, für alle Ewigkeit in eins zusammenführt. In diesem Sinne fasse auch dieses Wort in dein Herzinnerstes auf, damit du dich in der Liebe zu Mir erhältst, um so der Segenbringer für alle die zu werden, die Ich, der Vater, dir nahegebracht habe.
Siehe, Mein Kind, so will Ich dir hier als Anschluß auch für Mein Kind H... ein Wort Meiner Liebe beigeben. - Sieh, Mein Kind, auch für dich ist die Erklärung dieser Gebote kundgegeben. 

        Darum achte auf deren innersten geistigen Wert, damit du mit Mir, dem Vater, zu eben der Zeit in die geistige Vereinigung eintrittst, in der eben der Zeitpunkt da ist, wo Ich dich zu gebrauchen habe. Bis dahin lebe und arbeite im Geiste Meiner Liebe, im Geiste Meiner den Menschen gegebenen Gebote, damit du im Geiste Meiner Liebe auf dem Wege zu Mir, dem Vater, zu hoher Vollkommenheit heranreifst. Sieh, Ich gebe dir durch dieses Bruderherz diesen Meinen Willen bekannt; tue nun, wie Meine Liebe dich zu tun heißt. Du sollst leben, um für Mich in alle Ewigkeit erhalten zu bleiben. Liebst du Mich, so bist du nicht nur gesegnet, sondern auch alle, die Ich dir nahegebracht habe, und alle, die Ich, der Vater, dir noch nahebringen werde. Jetzt geh' in Frieden, glaube Meinen Worten, die Ich, der Vater, dir in Meiner dich aufnehmenden Liebe gegeben. 

        Doch dir, Mein Kind, sage Ich: achte auf keine Zeit, denn wenn immer du dich zu Mir hingezogen fühlest, ob bei Tag oder Nacht, so komme zu Mir, denn Ich bin stets auf dem Posten und warte auf das Begehren Meiner Kinder. Komme nur stets in dem kindlichen Vertrauen zu Mir, deinem Jesusvater.

Das fünfte Gebot

(18. Januar 1903) Siehe, Mein Kind, Ich, dein Vater, gebe dir auch in dieser Stunde nach deinem Begehren.

 Dieses Gebot, das da heißt: "Du sollst nicht töten!" ist dem äußeren Sinne nach ebenfalls ein Gebot, das für das Erdenleben allein zu passen scheint und doch hat dasselbe auch für das ewig dauernde Leben seine Bedeutung. So höre: „Du sollst nicht töten!“ sage Ich zu dir; durch diese Worte spreche Ich, der Vater, im Allgemeinen vom Töten. Also alles das, was Leben in sich hat, sollst du und ein jedes andere dem Leben zu erhalten suchen. Dein Bemühen, dein Vorgehen gegen einen jeden Menschen (und alle Lebewesen) soll derart sein, dass du das dem Menschen gegebene Leben in gar keiner Art auch nur um eine Sekunde verkürzest. Ein jeder Mensch ist der Behüter des ihm zunächst gegebenen Menschen (seines Nächsten). 

Ein jeder Mensch ist verpflichtet, durch die ihm gegebene Liebe für seinen ihm nahegebrachten Menschen zu sorgen, um ihm das Leben so angenehm als möglich zu machen, doch so, dass er sein Kindschaftsziel erreiche. Sieh, Mein Kind, verstehst du Mich, wie Ich dieses meine? Nun, dann wirst du auch den Wert, der in diesem Gebote enthalten ist, in der Wahrheit erkennen. Doch durch die Nicht-Beachtung dieses Meines Begehrens wirst du dann auch wissen, inwieweit auch du ein Töter der innersten geistigen Gefühle deines Nächsten geworden bist. Durch ein unfreundliches Benehmen erweckst du unwillkürlich in demjenigen, dem du die Unfreundlichkeit entgegenbringst, Gefühle, die mit Meinem Liebebegehren im Widerspruch stehen, und das sind Giftpflanzen, die den Herzensboden nur zu bald überwuchern, so dass der göttliche Samen, der in einen jeden Menschen eingelegt ist, zu ersticken droht, und dann bist du selbst derjenige, der gegen Mich, den Vater, spricht, ohne dass du vielleicht auch nur eine Ahnung davon hast.

Du sollst somit dein Augenmerk in deinen dir gegebenen Lebensverhältnissen auf das allein gerichtet haben, um in einer jeden Richtung deinen dich belehrenden Jesusvater zu vertreten. ICH BIN DIE LIEBE, Ich bin auch die stete Freundlichkeit; so bin Ich aber auch die GERECHTIGKEIT; Ich bin in allem auch LICHT- UND LEBENSSPENDER für immer, und das sollst auch du und ein jedes andere sein, das Mich, den Vater, in all Meinen beglückenden Eigenschaften erkannt hat. Für keinen einzigen Menschen gibt es eine Ausrede, die ihn berechtigte - anders zu handeln und anders vorzugehen, als Ich Selbst es tue; denn ein jedes soll bedenken, in welcher Art die Menschen Mir entgegentreten und doch bleibe Ich Mir in Meiner alles beglückenden Liebe gleich.

Es treten wohl unter den Menschen manche zerstörende Elemente hervor, so auch grauenerregende Vorfälle treten zu Tage, die manchen Menschen unwillkürlich zu dem Ausspruch drängen, Ich sei ein strafender Gott! O wie blind sind eben diese Menschen! Nie und niemals habe Ich auch nur einen Menschen gestraft; denn in Meiner alles versöhnenden Liebe komme Ich auch dem verkommensten Menschen nahe und gehe ihm fort und fort zur Seite, bis er Mich, den Vater, in seinem Herzinnersten erkannt hat. So beschränke Ich auch keinen Menschen in dem ihm gegebenen freien Willen; somit treten die bösen Folgen nur durch den mißbrauchten freien Willen hervor, wodurch oft viele tausende von Menschen in einer Minute dem Tod entgegengeführt werden. 

Doch dass dieses geschieht, ist nicht Meine Schuld, dass Ich so viele Menschen unvollendet aus ihrem Erdenleben abrufen lasse, sondern auch da ist es der freie Wille der verschieden gearteten geistigen Wesen, die eben auch in ihrer Entwicklung stehen und ihren ihnen gegebenen freien Willen mißbrauchen und zwar dem Anscheine nach, um viele Menschen zu verderben. Doch Ich, die Liebe, trete dann, Segen bringend, bei einer so welterschütternden Katastrophe zu den für das Erdenleben zu Grunde gehenden Menschen in Meiner Liebe unter sie und gebe einem jeden immer wieder Gelegenheit, um seinen ihm gegebenen freien Willen in Liebetaten auszuführen, was ihn mit Mir, dem Vater, vereinigen kann.

Darum erkenne in einer jeden Art Mein Gebot "Du sollst nicht töten!" an, und werde durch den auch dir gegebenen freien Willen ein Beglücker eines jeden dir nahegebrachten Menschen. Eine jede Unfreundlichkeit, eine jede Lieblosigkeit, ein jeder Mißgriff, der dir von den dir nahegebrachten Menschen gegeben wird, sei dir nur ein Ansporn, um dich in der Liebe zu Mir, dem Vater, zu vervollkommnen; denn in allen solchen Vorkommnissen mußt du erkennen, in welcher Art die so liebearmen Menschen vor dir stehen und von Meinem Gegner mißbraucht werden, um dieselben nur sich dienstbar zu machen.
Bedenke, in welche Qualen der Selbstverdammnis sich ein solcher Mensch hineinlebt, und frage dich dann selbst: ist dieser des Tötens würdig? 

Du als einer im Geiste Meiner Liebe mehr Gereifter mußt dann darauf sagen: Mein Vater, ich erkenne Deine Liebe, die Du auch in dieses Gebot hineingelegt hast, ich will Deinen Rat befolgen und dort, wo durch solches Vorgehen nichts anderes, als böse Eigenschaften sich zu erkennen geben, den in ihnen noch nicht erwachten (geistigen Liebe-) Lebenskeim durch meine, von Dir mir gegebene Liebe zu befruchten trachten, so dass auch dieser Arme (weil geistig Tote) in die Liebe eintreten kann, wo er Dein Gebot "Du sollst nicht töten!" in seiner wahren Bedeutung kennenlernt. 

Sieh, Mein Kind, wenn die Menschen einmal soweit gekommen sind, dass sie auch dieses Gebot in seiner wahren Bedeutung auffassen und es aber auch durchzuführen bestrebt sind, dann ist die FRIEDENSZEIT, auf welche alle die Meinen fort und fort von Geschlecht zu Generation gewartet haben, angebrochen; für alle ist diese Friedenszeit verkündigt und stets erhofft worden. Auch jetzt ist dieses Hoffen in vieler Herzen; doch sieh, noch nicht einmal haben die wahre Bedeutung dieses aus Meiner Liebe gegebenen Gebotes verstanden, indem dieselben noch immer fort und fort (oder doch oft) die besseren Gefühle durch ihr eigenes Vorgehen in den ihnen nahegebrachten Menschen mehr töten, als dieselben in das wahre Leben einzuführen, wo nur Meine beglückende Liebe allein zu finden ist.

Sieh, Mein Kind, dieses die Erklärung dieses Gebotes, welches besagt, du sollst die innersten geistigen Lebensgefühle, die aus Mir, dem Vater, in eines jeden Menschen Herz eingelegt sind, durch die von Mir gegebene Liebe, durch ein freundliches, stets besorgtes Vorgehen gegen einen jeden dir nahegebrachten Menschen zu beleben suchen, damit ich jedes von der beglückenden Beseligung, die ein in Meiner Liebe lebender Mensch hat, auch das für ihn nötige Teilchen in sich aufnehmen kann, das von da an dann in ihm selbst mit der Zeit sich zu seiner eigenen Glückseligkeit heranbildet; dieses das Wort. Auch in diesem sollst du erkennen, dass nur Ich, dein Jesusvater, gesprochen, der nicht nur dich mit seiner Liebe beglücken will, sondern alle, die Ich dir Selbst nahebringe, die durch Meinen Liebegeist zu neuem Leben erweckt sind und die noch zu neuem Leben erweckt werden sollen durch Mich, der Ich dein, der Ich aber auch für alle Menschen für alle Ewigkeit ihr beglückender Jesusvater bin. Amen.

Das sechste Gebot.

        (14. Januar 1903) So sehe, um was du Mich, den Vater, bittest. Sieh, das zunächst stehende Gebot heißt: "Du sollst nicht ehebrechen!" Du sollst rein und züchtig leben, damit du immer mehr Mir, dem Vater, ähnlich werdest. Alles in diesem Gebote geistig Gegebene findest du erst durch die BEFOLGUNG dieses von Mir, dem Vater, gegebenen Gebotes. Sieh, Mein Kind, als nun gereifter Mann kannst du die Folgen, die aus der Nichtbefolgung dieses Gebotes in unzähliger Art den Menschen oft bis in seine letzte Lebensstunde anklebt und sehr oft in der schrecklichsten Art ihn auch bis über das Grab hinüber verfolgen. 

           Du sollst aber wissen, dass durch die Übertretung dieses Gebotes auch du selbst, der du in der geistigen Erkenntnis etwas weniges mehr als der Alltagsmensch vorgeschritten bist, dir solchen Nachteil zuziehen kannst, der auch übers Grab hinüber dir noch anhaften könnte und du dann, trotz deinem steten Verlangen nach Mir, du dennoch Mich, den Vater, nicht findest, bis auch das kleinste Fleckchen, das durch diese Nicht- befolgung an dir haftet, aus deiner Seele entfernt ist. Denn ein jeder Schatten und sei derselbe für das Auge noch so unkenntlich, der durch die Erbsünde an dem Seelen- kleide haftet, ist ein Zeichen der Unkeuschheit, die für immer vertilgt werden muß.

        Ich, der Vater, bin in Meiner göttlichen Liebe zu euch Menschen gekommen, um euch alle von der Sündenlast zu befreien. 

        Ich habe euch allen ein Leben der göttlichen Reinheit vorgelebt, um euch allen zu zeigen, in welcher Art Meine Gebote zu befolgen sind. Nie habe Ich auch nur eins dieser Gebote übertreten, trotzdem Ich ebenso wie ein jedes von euch durch die Versuchung fort und fort beeinflußt gewesen bin. Auch Ich lag oft und oft im Schmerze versunken auf Meinen Knien, um Meinen Vater (in Mir) in Seiner allerbarmenden Liebe zu bitten, Mich rein zu erhalten, damit Ich das begonnene Werk der Erlösung des Menschengeschlechts, von den Lasten ihrer Sünden zu befreien, durchführen könne. DAS GEBET ZUM VATER ist auch das EINZIGE MITTEL, um sich in der Erfüllung Meiner Gebote zu erhalten. Bete und bete immer wieder, bis du es soweit gebracht, dass dein ganzes Vorgehen ein heiliges Gebet der Liebe zu Gott und zur Erlösung der Menschen sei. Sieh, Mein Kind, durch das reine, kindlich gesprochene Gebet erhältst du allein die GEISTIGE LEBENSKRAFT, durch die du eine jede Versuchung schon im Keime erstickst.

        Denn was ist die Versuchung? Doch nichts anderes, als ein dir NAHETRETEN MEINES GEGNERS, zu dem derselbe so lange ein ererbtes Recht hat, bis nicht auch der kleinste Teil des ihm Gehörenden aus dir entfernt ist. Darum komme Ich aber Selbst in Meiner allbeglückenden Liebe zu euch, die ihr Mir dienen wollet, um euch Meine Liebe durch das Wort zu erkennen zu geben; damit ihr die Liebe und die Lebenskraft in euch aufnehmet und dadurch Meine euch gegebenen Gebote bis in das Kleinste zu erfüllen. Sehet, Meine Kinder, so wie Ich, der Vater, Selbst als Mensch mit dem zur Sünde geneigten Fleischkörper Mich diesen Geboten untergeordnet habe, so mußt auch du das tun, so wie ein jedes andere, das ist gewißlich wahr; darum beachte auch dieses Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen!" als einen dir gegebenen Liebes-Mahnruf, der dir immer mehr zu erkennen gibt, dass du nicht für die vergängliche Welt allein zu leben hast, sondern auch für jene Welt, wo die ewig bleibende Vereinigung mit Mir, dem Vater, stattfindet. Frohlocke im Herzen, daß du durch Mich das Wort Meiner Liebe erhalten, das dir immer wieder zu erkennen gibt, daß Ich, der Vater, für alle Menschen in dieser Meiner ewig beglückenden Liebe zu finden bin.

        Darum bete und bete immer wieder zu Mir, dem Vater, damit DEIN GEBET ZU MIR DIE DICH SCHÜTZENDE MAUER werde, die dich bleibend von allem dem abschließt, was dich zur Übertretung dieser den Menschen gegebenen Gebote oft in fein angelegter, wohl ausgedachter und in hervorhebender Verlockung - zu handeln auffordert. Sei dankbar, indem du dich stets an Mich, den Vater, erinnerst und du dir Meinen Kampf in Gethsemane (und das Opfer auf Golgatha) lebhaft in dein Herzinnerstes zur Veranschaulichung bringst. Du wirst dann erkennen, in welcher angstvollen Bewegung auch Ich auf Meinen Knien vor Meinem Vater, dem All-Vater der Menschen, bittend gelegen und Ihn um die Gnade angefleht habe, Mir die Kraft zu geben, das den Menschen gegebene Gebot bis zu Meinem letzten Atemzug in der wahren kindlichen Liebe zum Vater und so die Erlösung der in die Sünde gefallenen Menschen zu erfüllen. In Meiner größten Angst des Verlassenseins hat Mir Mein und euer Vater die Engel vom Himmel gesandt, und Ich habe die Stärkung zur Entsagung alles dessen, was der Vergänglichkeit angehört, durch des Vaters Liebe aus der Hand der Engel in Mich aufgenommen und bin daraufhin ohne murren, mit versöhnendem Herzen gegen Meine Widersacher, dem Leiden entgegen gegangen, das mit dem martervollen Kreuzestod geendet.

         Sieh, Mein Kind, wenn du dieses alles bedenkst, so müssen deine Herzensgefühle in Wehmut für Mich, den Vater, übergehen; deine Liebe zu Mir wird in das Verlangen nach Mir, dem Vater und in die erhöhte Tätigkeit eingeführt, und du kannst in solchen Momenten nichts anderes tun, als nur Mich, den Vater, lieben. Nun sieh, das ist auch das einzig rechte Vorgehen. Merke dir dieses, damit du dich in einer jeden gefahrvollen Stunde, Ich meine - in dem Moment, wo du den Versuchungen preisgegeben bist, dich in dieses Liebesverlangen nach Mir einführst. Nun kennst du das Mittel, das dich vor jedem Untergang schützt; Ich habe dir in Meiner Liebe gezeigt, was Ich für dich sowie für die ganze in der Sünde gefangene Menschheit getan habe. 

          Ich Selbst begehre von dir sowie von einem jedem anderen nicht mehr, als daß du, wie ein jedes andere, das Mich, den Vater, in Meiner Liebe erkannt hat, sich dessen auch stets bewußt sei, was Ich Selbst zu leiden hatte, bis Ich es soweit gebracht, um durch den Kreuzestod die ganze Sündenlast der Menschen auf Mich zu nehmen. Weder du, noch ein anderes wird in dieser Art dem Äußeren nach die ihm gegebenen Leidenszeit mit dem Tod am Kreuze beschließen; denn die Zeiten sind heute anders; doch die innersten Seelenkämpfe bleiben für kein einziges aus, und diese sind auch mit dem Leiden des Körpers verbunden, bei dem einen mehr, beim anderen weniger, je nach dem Grade der Liebe, die das eine oder das andere für Mich, den Vater, in die Tat einführt.

        Doch die Kreuzigung des eigenen Fleisches muß ein jedes an sich vollziehen, durch das Absterben aller Begierden, die im Fleische selbst enthalten sind; denn ohne diese Begierden zu töten ist keine Vereinigung mit Mir, dem Vater, möglich. Darum lege Ich dir und euch allen auch dieses Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen!" recht warm zur Beachtung vor, um die Nachteile genau in Erwägung zu ziehen, die aus der Nichtbefolgung dieses Gebotes hervorgehen; prüfet, ob dieselben geeignet sind, um sich im Wege zu Mir erhalten zu können.

        Sieh, Mein Kind, so spreche Ich immer wieder zu dir, um dir zu zeigen, was du benötigest, daß es dich nicht verdrieße, wenn Ich dich immer aufs neue aufmerksam mache, was du zu tun und zu lassen hast. Doch willst du Mir angehören, so ist dieses auch die einzig richtige Belehrung, die du mit allem Fleiß in dir aufzunehmen hast, um ein wahrer Befolger Meiner gegebenen Gebote zu sein. Hast du diese geistige Stufe erreicht, so daß Ich sagen kann: "Mein Kind, du bist es, an dem Ich Wohlgefallen habe, geh` ein in Mein Reich, das dem Vater gehört", nun, dann fließt dir in reicher Fülle geistige Erkenntnis, verbunden mit Gottesweisheit, zu, so daß dir von da an im Hause deines Vaters nichts mehr fremdbleiben soll. Mit diesen Worten will Ich schließen, um in nächster Stunde mit dem folgenden Gebote zu beginnen, dessen Erklärung dir und euch allen aus Meiner Vaterliebe gegeben wird, wie auch DIESES Wort nur Liebe aus Mir, deinem Jesusvater, ist und für alle Ewigkeit Jesusliebe bleiben wird. 

       Wer dieses erkennt, der wird sich hüten, auch nur annähernd gegen Mein Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen!" zu handeln, um ja nicht durch dessen Folgen in den ihm dann bevorstehenden Todesschlaf in die Qual der darin herrschenden Traumbilder zu verfallen. Denn Grauen und Schrecken ist dem durch sich selbst gegeben, der sich von der Erbsünde nicht befreit; dieses sage Ich, dein dich führender Jesusvater. Amen. - (Daher die kirchliche Bezeichnung mit "Todsünde", welches eben geistig gemeint ist. D. Hsg.)

Das siebte Gebot

(11. Januar 1903) Sieh, Mein Kind, so will Ich, der Vater, für heute mit dem folgenden Gebot beginnen, das nicht anders heißt, als: "Du sollst nicht stehlen!" Nun sieh, in diesem einen Wort ist eben das enthalten, zu was du nicht ein Recht hast zu tun. Dieses Gebot spricht ausdrücklich, daß du die Erklärung der vier ersten Gebote in eins zusammenfassen sollst, um in jeder Art Meinen Willen zu tun. Übertrittst du aber auch nur in der kleinsten Art eines dieser vorher gegebenen Gebote, so handelst du im geistigen Sinne auch gegen dieses Gebot, denn du bestiehlst dadurch in erster Linie Mich, den Vater, um die Liebe, die du Mir zu geben hast. Dadurch verkürzest du aber auch deinen Nächsten um das, was ihm Gelegenheit bietet, Mich, den Vater, in Meiner Liebe immer mehr kennenzulernen. Diese Meine Liebe ist aber doch nur ein GEMEINGUT FÜR ALLE MENSCHEN.

Darum soll ein jedes von dieser Liebe nur den Teil in Anspruch nehmen, der ihm von Rechtswegen nach seinem Liebeverlangen zusteht und ihm durch die Befolgung Meiner den Menschen gegebenen Gebote auch gegeben wird. Somit hat aber auch kein einziger Mensch ein Recht, auch nur in irgendeiner Art eine Abgabe zu fordern. Denn Ich habe den Menschen durch Meine Liebe in das Dasein treten lassen, damit derselbe sich eben durch Meine Liebe allein zu dem heranbilden kann, was derselbe zu werden bestimmt ist, was die Menschen zu Anfang ihres Seins eben gewesen und wieder werden müssen. Aus Meiner Liebe sind nur himmlisch reine Wesen hervorgegangen, die ihr Bestehen nur im Lichte Meiner väterlichen Gnadensonne haben konnten, und nur durch das Eintreten in diese Meine Gnadensonne, die ein ewig neu belebendes Liebefeuer in sich hat, kann ein jedes Mir Gehörende sich für alle Ewigkeit erhalten, um dadurch in die höchste Vollkommenheit überzugehen. Sieh, Mein Kind, so steht es eben mit euch Menschen auch jetzt. Nur der allein kann und wird sich die geistige Vollkommenheit erringen können, der Meine Gebote hält (Joh. 14,15.23), dabei nie ein Verlangen in sich hat, als das allein, was die Liebe des Vaters zu tun begehrt.

Ihr Meine Kinder seid vor Millionen von Jahren aus Meinem Gnadenlichte ausgetreten, um als selbständige Wesen euren eigenen Weg zu gehen. Ihr habt eine Ewigkeit hindurch das ganze Weltall durchkreist und doch nirgends ein Ruheplätzchen gefunden, um nach euren Begriffen auch nur für Momente eine bleibende Glückseligkeit euch zu verschaffen. Mit stets erneuerter Begierde tritt immer wieder der Zerstörungssinn in euch hervor, der eins und das andere zu bekämpfen sucht. So ist es gegangen von Stufe zu Stufe, bis es soweit gekommen, daß einzelne von euch das reine Verlangen nach Mir, dem Vater, in sich verspürten, denen Ich dann in Meiner Liebe als belehrender Gott nahegewesen bin. Die dann Mein Wort in der wahren Liebe zu Mir in sich aufgenommen haben, sind dann die Vermittler durch diese Meine Worte zwischen der Wahrheit und der Unwahrheit (dem Truge) geworden.

Aus der Wahrheit stammt die Liebe, aus der Unwahrheit geht der Haß hervor, und so ist denn auf Meine Einwirkung zum Guten eine bessere Strömung unter den einst von Mir abgetretenen Geschöpfen (die sich von Gott trennten) hervorgegangen, so daß Ich Mich einzelnen in Meiner ganzen Liebe offenbaren konnte, wodurch auch Meine Gebote entstanden.

Doch viele Jahre sind seit dieser Zeit vorüber, ohne den erhofften Erfolg für die ganze Menschheit zu erlangen. Und heute stehet ihr da, wo ihr mit betrübten Herzen erkennen müßtet, in welcher Art Meine Gebote, die im Ganzen doch nur ein einziges Gebot, das heißt: „Liebet! Liebet Mich, euren Vater, von ganzem Herzen!“ mißbraucht wird. Wie wenig Menschen sind bestrebt, Meine Gebote zu beachten; wie wenig Menschen gibt es, die auch nur glauben, daß Ich, der Herr aller Welten, diese Gebote Selbst gegeben habe. Auch heute glauben die meisten Menschen, daß sie sich durch ihr eigenes Können auf die Höhe emporgeschwungen, um als Glanzsterne in ihrem Wissen über allen anderen Menschen zu stehen, um sich in ihrer Blindheit verehren zu lassen.

Ich, der Vater, habe den Menschen vor Jahrtausenden den Weg gezeigt, den sie zu gehen haben, um die Vereinigung mit Mir, dem Vater, wieder zu erlangen. Ich habe dieses aufs neue gezeigt und werde dieses in Meiner herablassenden Liebe so lange tun, bis auch der letzte von mir Abgetretene zurück zu Mir, dem Vater, gekommen. Doch ohne die Befolgung Meiner Gebote geht dieses nicht. Darum achte auch du auf Meine Gebote, die dir auch in diesem Gebote klar und deutlich sagen, was du zu tun hast. Tust du dieses nicht, so bestiehlst du Mich, den Vater, um die Liebe, die du Mir zu geben hast; du bestiehlst aber auch deinen dir Nahegebrachten um das Mittel, das ihm die Gelegenheit gibt, um zu Mir, dem Vater, kommen zu können, und drittens bestiehlst du dich selbst, indem du dir durch das Nichtbefolgen Meiner Gebote die höchste Glückseligkeit so lange verschließest, bis du endlich zu der Einsicht gekommen bist, um jedes Meiner Gebote bis in das Kleinste mit allem Fleiß jeden Moment deines Daseins zu erfüllen. Denn Ich, der Vater, liebe dich, Ich, der Vater, liebe alle Menschen, und darum will Ich auch geliebt sein, weil Meine Liebe allein die beglückende Vereinigung erzielt. Dieses von Mir, deinem Jesusvater. Amen.

Einleitung in das achte Gebot

         (20. Januar 1903) So wie Ich sage, so soll es geschehen: Ich gebe dir Mein Wort, doch du selbst sollst dich ruhig verhalten: denn nicht du hast zu sprechen, was Ich, der Vater, dir zu schreiben heiße, sondern Ich allein, dein Jesusvater, ist es, Der dir das in dein herzinnerstes Leben einlegt, was du zu schreiben hast. Gewöhne dich endlich an Mein Begehren. Bist du in dem Vorgehen, wie Ich sage, gestimmt, nun, dann kannst du auch sicher sein, daß ein jedes von Mir gegebene Wort ein zündender Funke ist, der (zunächst) dein ganzes Innerstes in ein Lebenslicht umgestaltet. Darum schreibe ohne Bedenken, was Ich dir gebe, und du sollst und wirst erkennen, daß Ich es Selbst bin, Der zu dir spricht. Halte dich ruhig, und glaube den Worten, die dir durch Mich in und durch Meine Liebe gegeben werden. 

        Denn Ich sage dir: Mein auch dir gegebenes Wort hat seinen bleibenden Wert, der für viele Menschen reichen Gewinn ergibt; doch nicht, um sich für dieses Erdenleben Schätze zu sammeln, das nicht! – denn das wäre vergänglicher Natur. Mein Wort, das aus der Liebe hervorgeht, ist ein bleibendes Gut, das sich reichlich verzinst und einem jeden Notleidenden das bietet, um sich dadurch für alle Ewigkeit zu stärken. Für einen jeden Menschen, der im Glauben, der in der Liebe zu Mir, dem Vater, steht, ist MEIN WORT DIE KÖSTLICHE PERLE, um die der Kaufmann ausging, dieselbe zu suchen und als er dieselbe gefunden, sein ganzes Vermögen hingegeben hat, um diese Perle als sein Eigentum behalten zu dürfen. Denn in dem von mir gegebenen Worte bin Ich Selbst in Meiner ganzen Liebe mit enthalten. Darum behalte auch du Mein Wort in dir, damit Ich Selbst für alle Ewigkeit in dir bleibe. Komme zu jeder Zeit, um das für dich Nötige in dir aufzunehmen; denn Ich gebe einem jeden nach dessen Liebeverlangen. 

         Das für dich zu erklärende Gebot heißt: „Du sollst nicht falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten!“

        Nun sieh, Mein Kind, was begehre Ich, der Vater, auch durch dieses Gebot? Doch nichts anderes, als nur Liebe – für Mich und Liebe für einen jeden dir Nahegebrachten. Denn wenn du über deinen dir Nächsten auch nur in einer Art ein unbedachtes Wort sprichst, so tust du nicht das, was Ich, der Vater, durch dieses Gebot zu tun begehre, denn du sollst kein falsches Zeugnis über deinen Nächsten geben. Darum enthalte dich einer jeden Lieblosigkeit, die du nur zu leicht über das eine und das andere ausbrechen könntest. Ihr sollet euch alle geschwisterlich lieben, und darum soll jedes mit dem andern und mit seinen Fehlern und Gebrechen Nachsicht haben. Du sollst kein falsches Zeugnis über einen dir nahegebrachten Menschen geben, habe Ich, der Vater, durch dieses gegebene Gebot ausgesprochen. Nun frage dich selbst: Was verstehst du unter falschem Zeugnis? In wenig Wort ist dieses klargelegt. Doch so wie in den anderen von Mir gegebenen Geboten ist auch in diesem Gebote ebenfalls ein tiefgeistiger Sinn einhalten, der für alle Ewigkeit sein bleibendes Gute mit sich bringt. 

       Du sollst kein falsches Zeugnis geben, ist einfach gesprochen: Du sollst zu jeder Zeit dich in der Wahrheit zu erhalten suchen; denn nur in und durch die Wahrheit allein kannst du bestehen, um deinem Nächsten das zu geben, was auch ihn in die Wahrheit einführt, um dann dadurch Mir, seinem Vater, dienen zu können. Nimmer und nie sollst du aber vergessen, dass du ebenso, wie ein jedes andere, nicht um auch nur ein wenig mehr vor Mir, dem Vater, bist; also hat dein dir Nahegebrachter das gleiche Recht, die Liebe zu beanspruchen. Doch diese Liebe aus Mir kann nicht ein jeder Mensch in der gleichen Art in sich aufnehmen, wie Ich, der Vater, dieselbe einem jeden Menschen fort und fort gebe. Denn die Verhältnisse, in denen die Menschen in das Dasein treten, sind milliardenfach verschiedenartig, so dass nur erst wenige von ihnen in der wirklichen Aufnahmefähigkeit stehen. Darum ist es aber für diejenigen, die durch die Umstände, in denen diese in das Erdenleben eingeführt worden sind, durch die es ihnen gegeben ist, Mich den Vater, Meine alles beglückenden Liebe kennen zu lernen, verdoppelte Pflicht, Meine Gebote der Liebe bis in das Kleinste voll und ganz zu erfüllen, damit auch andere vom Geiste Meiner Liebe erfüllt werden, um dadurch Meine Gnade bis in das Kleinste in ihrer ganzen Heiligkeit in sich aufzunehmen.

        Sieh, Mein Kind, so ist es auch für dich notwendig, in den Liebegeist, der in diesem Gebot ebenfalls enthalten ist, dich hinein zu leben, damit du von Tag zu Tag immer mehr Mir, dem Vater, ähnlich werdest. Laß nicht ab in deinem Bestreben, Mir zu dienen; laß nicht ab von dem Verlangen – nur Mir, dem Vater, mit deinem ganzen Wollen allein anzugehören; laß nicht ab, alles von dir zu geben, was der Vergänglichkeit angehört, damit du aller Sorge entledigt werdest; laß nicht ab in dem Verlangen, allen dir nahegebrachten Menschen in und durch Meine Liebe zu dienen und dieselben fort und fort zu beglücken, - damit ein jedes dir Nahegebrachte in dir das Licht erkenne, aus dem Meine Jesusliebe hervorgeht. Sieh, Mein Kind, wie kann dieses denn anders geschehen? Doch nicht anders, als wenn du auch dieses Gebot in seiner ganzen geistigen Tiefe auffassest und es aber auch durchzuführen suchst. Ein jedes dir Nahegebrachte soll dir ein heiliges Pfand sein, das du aus Meiner Hand empfangen hast, und dasselbe zu dem zu machen, zu was Ich Selbst dasselbe schon seit urewiger Zeit bestimmt habe. 

        Ein jedes dir Nahegebrachte ist das geistige Pfund, das dir von Mir übergeben, um Wucher damit zu treiben, so dass wenn Ich komme, um über das dir Übergebene Rechenschaft zu begehren, Ich doch auch ein mehr befriedigendes Ergebnis erhalte; so habe Ich auch dieses Gebot Meiner Liebe den Menschen gegeben, nach dem allein Segen bringend vorgegangen werden kann. Darum achte auch du darauf, damit du dich einer jeden Lieblosigkeit enthältst, die die Menschen so leicht über den einen oder den andern auszusprechen imstande sind; denn ein jedes Vorgehen in dieser Art ist ein FALSCHES ZEUGNIS, das du oft und oft über unschuldige Menschen aussprichst und dessen nachteilige Folgen durch weitere Vorbereitung sich auch fürs spätere geistige Leben fortpflanzen und nicht eher vernichtet werden können, bis derjenige, der die unrichtige Aussage gemacht, nicht selbst völlig gereinigt vor Mir, dem Vater, erscheint, um über das ihm übergebene Pfund einen befriedigenden Abschluß vorzulegen.

           Also enthalte dich einer jeden Lieblosigkeit! ÜBE LIEBE UND IMMER WIEDER NUR CHRISTLICHE LIEBE! Im wahren Sinne dieses Wortes, indem du die Fehler deiner Nächsten nicht bloßlegest, sondern nur durch die versöhnende Liebe den Ausgleich zu jeder Zeit herbeizuführen suchest. Denn – vergiß nie, wer Ich bin, der Ich dir manchen nahebringe, damit du denselben durch die dir gegebene Liebe zu Mir, dem Vater, führest, damit Ich eine große Freude über das verloren gegangene und nun durch dich den Liebespender, wieder gefundene Kind habe, über dessen Wiederkehr unter der ganzen Engelschar der heilige Lobgesang ertönet, während alle dem verloren gegangenen und nun wieder gefundenen Kinde entgegengehen, um dasselbe Mir, dem Vater, zu bringen.

          O so erkenne den heilig hohen Wert, der auch in diesem Gebote der Liebe enthalten ist, und werde ein treuer Befolger dieses dir nun offenbarten Gebotes, damit ein jedes dir Nahegebrachte die Liebe erkenne, die dich dazu drängt, so zu handeln, wie Ich, der Vater, es dir sage. Gesegnet ist der, der dieses tut, wie Mein Gebot „Du sollst nicht falsches Zeugnis geben“ begehrt. Denn Meine heilige Liebe, die das alles beglückende Leben in sich hat, ist und bleibt von da an dessen Eigentum für alle Ewigkeit: diese heilige Liebe bin Ich, der Vater, aber Selbst. Das sage Ich, dein Jesusvater. Amen – 

Das achte Gebot

(12. Januar 1903) Mein Kind, du hast Besorgnis, ob Ich, der Vater, dir richtig das Gebot erklärt habe, welches du selbst in deinem Gemüte angeregt zu haben glaubst. Nun sieh, dieses soll dir wenig Sorge machen, denn du kannst von den Geboten, welches immer, hervorheben, dieselben sind von Mir nicht gegeben, um diese der Reihe nach zu erklären. Die Gebote sind eins wie das andere; in einem jeden Meiner Gebote ist immer wieder die Zusammenfassung aller Gebote mit enthalten. Also kannst du welches Gebot immer vornehmen und die Erklärung desselben von Mir erbitten, so wirst du nur allein erhalten, die Ich, der Vater, dir gebe; und was Ich gebe oder zulasse, das hat seine Richtigkeit und ist von Mir aus so angeordnet. Somit frage aufs neue, und Ich, der Vater, will dir Antwort geben.*)  - So höre, du willst heute eine Erklärung über das von Mir gegebene Gebot, welches heißt: „Du sollst nicht lügen.“ Nun vernimm Mein Wort, und lasse dir gesagt sein, wie du dich auch mit diesem Gebote zurechtfinden sollst. Ich sage dir: du sollst nicht lügen – vor Mir, dem Vater, der dein alles ist; denn Ich allein kenne und weiß, was du dir denkst; Ich allein weiß, wer du und ein jedes andere ist, noch bevor du deine Gedanken in Worte kleidest, um dieselben auszusprechen. Sieh, die Menschen wissen das aber nicht; und ein jedes, das Ich dir nahebringe, ist ein für alle Ewigkeit zu dir gehörendes Glied. Darum sollst du durch die stete Wahrheit dich einem jeden zu erkennen geben, damit du dich NUR so den Menschen zeigst, wie du für alle Ewigkeit in deinem Vorgehen zu sein wünschest. Ist dann noch ein oder das andere dunkel in dir, nun dann bin Ich es, Der es dir durch die dir zugeführten Menschen es zeigt und immer wieder dir Gelegenheit gibt, um dich nach deiner innersten Beschaffenheit besser kennenzulernen, damit du von dem ablässest, was dir hindernd in den Weg tritt, um dich von Mir abzuschließen. Darum mußt DU WAHR SEIN UND WAHR BLEIBEN, damit du durch die Wahrheit auch alle die in die Wahrheit einführest, die eben durch deine ihnen gegebene Wahrheit dich selbst dazu bringen, um dich dadurch immer besser in deinem Tun und Lassen zu erkennen.

Nur zu leicht ist dieses Gebot zu übertreten, und wie oft tut dieses auch der bestgesinnte Mensch, ohne dabei zu bedenken, daß er sich dadurch selbst täuscht; denn ein jedes unwahre Wort wird offenbart durch die Verzögerung, die sich derselbe zuzieht, der auf dem Wege zu Mir sein Verlangen nach dem Vater gerichtet hat. Doch nicht nur dieses allein ist strafbar, das sich der Lügen Sprechende selbst zuzieht, indem er sich die Glückseligkeit verkürzt; sondern auch die ihm Nahegebrachten bringt er um eine Gelegenheit, sich in der Wahrheit zu vervollkommnen, indem er ihnen selbst die Wahrheit nicht entgegenbringt.

Darum achte auf Mein Gebot, und tue, wie Ich dir sage, denn sonst belügst du dich selbst, indem du ein Wort der Unwahrheit sprichst. Mich, den Vater, kannst du NICHT belügen, und deinen Nebenmenschen sollst du nicht anlügen; denn auch das nützt dir nicht, sondern bringt dir doppelten Schaden; fürs erste stehst du bei einer angesprochenen Unwahrheit im Kleide des Lügners vor Mir, das dich Mir nicht ähnlich macht und du so mit Mir nicht eins werden kannst, bis sich nicht auch die gesprochene Unwahrheit offenbart hat; zweitens stehst du auch vor deinem Nebenmenschen nicht im Lichte Meiner Liebe. Und dein Eingreifen in seine geistigen innersten Lebensverhältnisse bleibt fruchtlos, denn eine Lüge ist ein böser Same, der Unkraut hervorbringt; darum hüte dich vor der Unwahrheit, damit du nicht selbst zu dem werdest, aus welchem der böse Same hervorgeht und schließlich deinen ganzen Herzensboden überwuchert. Somit tue, wie Ich dir sage: Sei wahr gegen jeden dir Nahegebrachten, ob du in der Wahrheit erkannt wirst, oder nicht, das bleibe dir gleich; denn nur durch die Wahrheit allein kannst und wirst du bestehen. Dieses Gebot: „Du sollst nicht lügen!“ ist von Mir gegeben, um auch die in die Wahrheit zu führen, die bisher noch in der Lüge stehen.

Schreibe weiter: Sieh, Mein Kind, auch hier muß Ich dir sagen – halte aus! In welcher Art immer du auch zu kämpfen hast, so komme unverdrossen zu Mir, dem Vater und schreibe, wie Ich dir’s gebe, denn ICH BIN DIE WAHRHEIT, und Ich gebe dir nichts anderes, als nur die Wahrheit. Wer dieselbe nicht annehmen will, ist selbst schuld, wenn sich ihm Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten in den Weg legen, die ihn von Mir so lange abschließen, bis er selbst zur Wahrheit geworden. Dieses sage Ich, dein Jesusvater, der Ich Selbst dieses Gebot: „Du sollst nicht lügen!“ den Menschen zur Befolgung gegeben. Darum merke dir dieses, und halte dich jederzeit nur an Mich, die Wahrheit, die dich selbst zur Wahrheit bringt, wo Ich für immer zu finden bin, für die, die die Wahrheit zu erstreben gewillt sind. Jetzt geh’, Mein Kind, Ich, dein Jesusvater, bleibe in der Wahrheit bei dir.

        (13. Januar 1903) Mein Kind, so wie und um was du bittest, soll dir auch gegeben werden. So höre und schreibe: Gesegnet bist du, gesegnet ein jedes, das dieses Mein gegebenes Wort liest und aber auch bestrebt ist, dasselbe glaubensvoll in sich aufzunehmen. Denn sieh, Mein Kind, Ich, der Vater, gebe dir nur das, was aus Meiner Liebe stammt, und das hat seine ewig bleibende Freude. Erkennst du dieses an, so soll dir auch nie bange werden, wenn dir mitunter etwas gegeben wird, das mit dem Menschenverstande und mit den Menschensatzungen nicht übereinstimmend sich zeigt. Denn sieh, Ich, der Vater, lasse manches zu, was den Anschein hat als ob Meine Schreiber ihren eigenen Ideengang zu veröffentlichen suchten; und doch ist dem nicht so; denn Ich bin es Selbst, Der dieses so anordnet, denn der Schreiber ist in Meiner Hand ein Werkzeug, das Ich nach Meinem Belieben zu gebrauchen habe. 

Und das, was Ich, der Allwissende, gebrauche, ist doch gewiß nur zum Guten der Menschen selbst, die Ich in Meiner Liebe für alle Ewigkeit zum beseligenden Endziel führe. Nur brauche Ich willig folgsame Herzen, die sich nicht zum Kritisieren über das von und durch Mich gegebene Wort erheben wollen. Denn ein jedes soll nicht vergessen, daß es doch weniger, als Ich, der Vater, ist. Denn Ich war der Erste, und aus Mir Selbst sind alle anderen zum Leben berufenen Geschöpfe hervorgegangen, die ebenso wie Ich Selbst für alle Ewigkeit ihr Bestehen haben. Doch ihr Bestehen kann nur durch Mich allein erhaltenbleiben, da Ich Selbst das Leben in Mir habe, welches auch allen den aus Mir hervorgegangenen Lebewesen gegeben ist. Darum sage Ich, der Vater, dir und einem jeden anderen, daß Mein Wort, das aus Meiner Liebe selbst hervorgegangen, oder durch Meiner Liebe Zulassung entstanden ist, als Worte aus Mir, dem Vater, für alle Ewigkeit bleiben.

Darum erkenne dieses, und bleibe für immer in dem Glauben an Mich, den Vater, Der dir doch nie und nimmer anderes geben wird, als was mit Meiner Liebe allein vereinbart ist und vereinbart bleiben wird für alle Ewigkeit. Dieses mußte Ich dir sagen, damit auch du dich nicht an Worten stoßest, die von Mir dir gegeben und darum nie aus deinem eigenen Verlangen entstehen konnten, wenn du nicht selbst in der Liebe zu Mir dich hingezogen fühltest. Nur die Liebe zur Mir allein gibt und kann dir geben, was Ich, der Vater, Selbst in Mir habe; doch das, was Ich in Mir habe, weiß nur der allein, der sein Leben in die Liebe einführt, die aus Mir, dem Vater, stammt. Ein jedes andere ist sich selbst genug; denn auch für das habe Ich gesorgt, so daß ihm die Materie in reicher Fülle das bietet, welches ihn im Überfluß sättiget, bis dasselbe zusammenbricht und als ein entartetes Kind durch Meine Barmliebe zu neuem Leben erweckt wird. 

Doch dieses Erwachen kann nicht im Handumdrehen geschehen, denn sein ganzes Sein wird da so lange in einem schrecklichen Todesschlaf gehalten, in dem ihn oft die grauenerregendsten Traumbilder bis zur Verzweiflung bringen, so daß sich derselbe seiner Ohnmacht immer mehr bewußt wird und seine kranke Seele sich dann selbst in Meine Behandlung gibt. DIESES SIND DIE FOLGEN DES UNGLAUBENS, DIE FOLGEN DER ÜBERTRETUNG MEINER GEBOTE. Darum achte auf Mein Wort, das Ich dir gebe, nicht nur für dich, sondern für alle, die Ich dir nahebringe, für alle, die Gelegenheit finden, Meine Worte der Liebe zu lesen. Mit dem Lesen ist es aber nicht genug, dasselbe muß in eines jeden Herzen LEBENDIG werden; denn nur die im Geiste Meiner Liebe zu wahren Menschen gewordenen Menschen sind MEINE KINDER, die Ich zu Meinen Dienern berufen werde und die Ich stets zu Meinen Dienern berufen habe. Das sage Ich, dein Jesusvater. Amen.

Das neunte Gebot

        (22. Januar 1903) Mein Kind, Meine Liebe soll es sein, die dir auch für diese Morgenstunde das (Geistes-) Brot gibt, das dich immer mehr in die Jesusliebe Selbst umgestaltet. Bis zu der Stunde, wo dieses geschieht, sei ein treuer Befolger des dir von Mir, dem Vater, gegebenen Wortes; denn nur durch die anhängliche Treue allein bewährst du dich als ein Mir, dem Vater, gehörendes Kind. Somit will Ich, die Liebe, dir für diese Stunde das Gebot erklären, das da lautet wie folgt: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus oder aber alles das, was ihm gehört!“

        Sieh, mit diesem Gebote erkläre und zeige Ich dir an, daß du mit alledem, was du hast, wie dieses eben die Verhältnisse mit sich bringen, die Ich, der Vater, bei einem jeden Mir gehörenden Kinde Selbst regele, dich zufrieden fühlen sollst. Du sollst in kindlicher Dankbarkeit in jeder Art nur an Mich, deinen Vater, dich halten. Von Mir Selbst bekommst du alles das dir Nötige. Dein Verlangen soll stets rein bleiben, indem du dich bemühst, nie Vergleiche anzustellen mit den dir zunächst Stehenden, die vielleicht in günstigeren Verhältnissen sich befinden, als du selbst; damit du dadurch nicht Gefühle in dein Herzinnerstes einführest, die mit Meiner Jesusliebe nicht vereinbart werden können. Du sollst und mußt dich freuen auch über solche Menschen, die in besser geregelten Verhältnissen stehen, als du selbst; denn sieh, auch da habe Ich, der Vater, in Meiner Allwissenheit nur das allein zugelassen, das auch für einen jeden andern nur zum Guten dient, welches aber die wenigsten Menschen erkennen.

        Ein Mensch, der das ihm gegebene Glück hat, sich materielles Gut anzusammeln, soll wissen, daß das ihm Zugelassene nicht sein Eigentum bleibend ist, sondern auch ihm ist diese Zulassung von Mir, dem Vater, gegeben, damit er mit demselben christlichen Wucher treibe, aus dessen Zinsen-Erträgnis er das Elend der weniger Bemittelten zu lindern hat. Tut derselbe dieses nun nicht, dann wird derselbe bei der Abrechnung, die er selbst Mir, dem Vater, einst vorzulegen hat, mit eigener Schande bekennen müssen, daß er das ihm übergebene Gut nicht nach Meiner Anordnung verwendet hat; und ohne es zu wissen, steht er dann allein da, hilflos auf den Armen selbst angewiesen, der oft hungernd an seinem Prachtbau und dem gesammelten Gelde vorübergegangen ist (Luk. 16,9). 

        Sieh, Mein Kind, in dieser Art wird auch der einst auf Erden Unbemittelte durch die Liebe zu Mir, dem Vater, reich, um den einstens wohlhabenden, sich reich fühlenden Mann mit alledem versehen zu können, welches diesem dann die Möglichkeit gibt, um sich aus dem Sumpfe der Materie herauszuarbeiten, in dem er sich durch sein weniger mit Liebe erfülltes Herz während seiner Erdenslebenszeit immer tiefer begraben hat. Ein mehr Wohlhabender, der auch Meine Liebe erkannt hat, der weiß, daß das durch Meine Zulassung ihm gegebene materielle Gut nur ein ihm übergebenes Pfund ist, das er zum Segen für alle ihm Nahegebrachten zu verwenden hat. Doch in dieser Art zu leben gibt es wenig Menschen, indem die Anhäufung materieller Güter immer ein gefährlich Ding bleibt, weil in denselben doch nur mehr der Geist Meines Gegners zum Ausdrucke kommt. Und gegen diesen kann nur DIE LIEBE AUS MIR, dem Vater, allein siegreich vorgehen. Darum begnüge dich und ein jedes andere mit dem allein, wie es eben die Verhältnisse durch Meine Zulassung mit sich bringen.

        Darum beachte ein jedes aber auch dieses von Mir gegebene Gebot: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus!“ Bleibe auch du in deinem Hause, welches dir von Mir, deinem Vater, gegeben ist, damit auch Ich darin aus- und eingehen kann, bis die Stunde kommt, wo Ich dich Selbst in Mein Haus nehme, weil du ein in Meiner Liebe lebender Mensch, auch Mich, deinen Jesusvater, in deinem Hause beherbergt hast. Nun sieh, in dieser Art Mich zu lieben, ohne Verlangen nach deines Nächsten Haus, noch nach dessen Hof, Hab und Gut zu schielen, ist die Erfüllung dieses Gebotes. Denn nur so wirst du erkennen, daß du in deiner Armut reich, jedoch der im Wohlleben sich befindende Reiche ohne Liebe arm ist und arm bleiben wird, bis nicht der in Meiner Liebe Reiche ihm helfend nahekommt. Dieses sage Ich, dein Jesusvater, der dich täglich in deiner Armut besucht, um dir zu geben, damit du in Meiner Liebe und Weisheit zunehmest, um als helfender Bote für die in materiellem Reichtum lebenden Menschen dienen zu können. 

        Also weißt du auch dieses Gebot: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus“ in seiner Liebefülle aufzunehmen. Darum sei dankbar gegen Mich, den Vater, daß du nicht mit materiellen Gütern gesegnet bist; bemühe dich aber, damit du Tag für Tag reicher an Meiner Liebe werdest, die Ich, der Vater, allen Menschen, die ja alle Meine Kinder sind, fort und fort in gleicher Art zukommen lasse. Jedoch nur der erkennt Meine Liebe, der auch dieses Gebot hoch und heilig hält, und in voller Liebe sich für Mich und alle die zu erhalten sucht, die Ich, die Liebe, ihm Selbst nahebringe, ob dieselben reich oder arm sind, das soll einem jeden gleich bleiben. Denn alle seid ihr Meine Kinder, und für alle Ewigkeit seid ihr Geschwister, die aus Meiner Liebe hervorgegangen sind. Darum werdet Liebe! wie Ich, der Vater, es bin, um in der Liebe für alle Ewigkeit erhalten zu bleiben. Dieses von Mir, deinem Jesusvater. Amen.

Das zehnte Gebot

        (23. Januar 1903) Sieh, Mein Kind, so wie Ich, der Vater, dich liebe, so sollst auch du Mich aus vollem Herzen lieben. Schließe dich jederzeit im kindlichen Gottvertrauen an Mich, deinen Jesusvater, an, damit du Mein Liebeleben fort und fort durch das dir gegebene Wort in dir aufnimmst; dadurch wächst du im Glauben an Mich, deinen Vater. Du wirst dir aber auch immer mehr bewußt, Wer Ich dir bin, Wer Ich, der Herr des Himmels und der Erde, Selbst für die ganze Menschheit bin und bleiben werde. Ja, du weißt dann, wo du für alle Ewigkeit hingehörst, um sagen zu können: „Ich bin nur dort, wo der Vater ist, denn das, was dem Vater gehört, das ist auch mir gehörend; denn der Vater ist in mir, und ich selbst bin im Vater.“ Um so sprechen zu können, dazu gehört, daß die Liebe aus Mir lebendig geworden ist, die Ich einem jeden Menschen fort und fort gebe. 

         Die Menschen alle, wie dieselben eben sind, klein und groß, reich oder arm, nehmen Meine Liebe ebenfalls Tag für Tag in sich auf, denn ein jeder Atemzug, den ein Mensch bei Tag oder Nacht tut, ist getränkt mit Meiner Liebe. Wäre dieses nicht, so könnte auch nicht ein lebendes Geschöpf auch nur eine Sekunde bestehen. Aber trotz dieser stets zufließenden gnadenreichen Liebe aus Mir, dem Vater, (Joh. 1,16) erkennen die wenigsten Menschen Mein Dasein an (und ihren Ursprung), sondern gehen ihren eigenen Weg, auf dem sie gewöhnlich weit weg von Mir, dem Vater, geführt werden, so daß Ich dadurch den meisten Menschen, trotz Meiner ihnen stets zufließenden Liebe, fremd bleibe.

        Spreche Ich dann durch verschiedene an sie gerichtete Zulassungen (als Weckmittel) zu ihnen, so erkennen sie auch in dieser Art zu ihnen gesprochen, Meine (anklopfende) Stimme höchst selten oder sie machen Mich, die ewige Liebe, zu einem strafenden, ungerecht vorgehenden Gott; weil die meisten Menschen ihre eigenen Fehler und Gebrechen (ihre Mängel vor lauter Eigenliebe) nicht kennen und die Ursache bei allen sie treffenden Unannehmlichkeiten eher den ihnen beigegebenen Nebenmenschen, als sich selbst zuschreiben. So war es von alters her, so war es zu aller Zeit, so ist es heute noch, und so wird es solange bleiben, bis nicht auch das kleinste Meiner Gebote im Glauben und in der Liebe zu Mir, dem Vater, erfüllt wird.

        Darum gebe Ich dir die Erklärung dieser Meiner Gebote, damit du und auch noch manches andere die Wahrheit, die aus der Liebe kommt, die in Meinen Geboten enthalten ist, die eben darum auch ihr ewig bleibendes Gutes hat, erkenne und ihr dieselben von nun an bis in das Kleinste (aus Liebe) zu erfüllen suchet, um dadurch Mein Licht als geistige Neubelebung für alle nach der Wahrheit suchenden Menschen hervortreten zu lassen. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib und alles das, was ihm gehört!“ Nun sieh, Mein Kind, in diesem Gebote ist ausdrücklich dasselbe gesagt, was eben auch schon in dem vorhergehenden mit enthalten ist. Darum ist es aber auch unbedingt notwendig, daß ein jedes (Meiner Kinder) mit aller Kraft da eingehe und sich mit allem begnügt, wie Ich, der Vater, die Verhältnisse, in denen der Einzelne steht, anordne, also in kindlichem Vertrauen sich dabei in Meinen Liebewillen hineinlebt; nie soll es ihm dabei dann an dem fehlen, was ihn auch mit wahrer Herzensfreude erfüllen wird. 

          Denn Ich, der Vater, bin für ein jedes in Meiner Liebe der Beglücker; nur ist Meine Beglückung nicht von dieser Welt Art und Dauer, sondern dieselbe geht hinüber, wo das Leben seinen eigentlichen Anfang nimmt und seinen Urgrund hat. Die Menschen selbst legen auf das irdische Leben, in dem sie eben stehen, einen zu großen Wert. Ja groß ist das Leben und in allen seinen Teilen zu bewundern; nur sollte ein jeder Mensch auch den eigentlichen Zweck desselben mehr beachten, WARUM sie alle in dieses durch Meine Liebe in Gnade gegebene Leben eingetreten sind, das von Wundern so voll. Kein einziger Mensch, der dieses tut, wird seine Mühe unbelohnt finden.

        Wie viele tausende und abermal tausende von Gegenständen umgeben den Menschen, die ihn zum Nachdenken über sein Dasein anregen sollen; wieviel tausende und wieder tausende von Beweisen hat der Mensch in seiner Hand, die ihm Mein Dasein verkünden. Ein jeder Grashalm, ein jedes Blatt, jeder Tropfen Wasser ist eine Sprache von Mir, dem Vater, in dem Meine ganze Liebe enthalten ist. Nun frage dich selbst: „was bist du als Mensch, den Ich zu Meinem Ebenbild geschaffen habe, als Krone aller Meiner aus Liebe ins Leben gerufenen Geschöpfe?“ – Du bist ausgerüstet mit meiner Fähigkeit, die die Geheimnisse der materiellen Welt erforschen kann; du bist aber auch mit innersten Herzensgefühlen ausgestattet, die dir sagen: es muß doch eine höhere Macht vorhanden sein, die dieses Wunderbare vor dir Liegende in seinem geregelten Gang erhält. 

         Wenn du, o Mensch, der du ein Wissen in dir hast, um die Geheimnisse, die Erde und Stein in sich haben, zu erforschen, warum gehst du nicht TIEFER IN DEIN GEISTIGES WESEN ein? um zu erforschen, was auch noch außer den Geheimnissen, die in der Materie enthalten sind, Wichtigeres sich birgt! Denn all dieses, in dem du dein Wissen abmarterst, ist ja auch aus Meiner Liebe selbst entstanden, um den Menschen Gelegenheit zu geben, SICH AUS DER MATERIE IN DAS REIN GEISTIGE ZU ERHEBEN. Doch das kann immer wieder nicht anders als nur durch Meine Liebe allein geschehen, die Ich, der Vater, Selbst bin und die Ich einem jeden gebe, der sich nicht mit dem allein begnügt, was sein Auge sieht und was sein (kurzer irdischer) Verstand erfassen kann. Denn MEINE LIEBE IST GEISTIGES LEBEN, aus dem auch alles das entstanden ist, was zur Materie selbst gehört, indem dasselbe von Mir, dem ewigen Ur-Geist, ausgegangen ist. (Man sehe Näheres in uns. Nr. 28. 29. 2.5 6. 7)

        Darum komme auch du, der du noch so sehr am Äußeren, zwar Mich darin bewundernd, zu erforschen sucht, tritt ein auch in das rein Geistige, um dir Meine Liebe lebendig anzueignen, die dir von Tag zu Tag neue Wunder zu erkennen gibt, vor denen dein Wissen beschämt zurücktritt.

        Um aber in die tiefe Meines innersten geistigen Lebens eintreten zu können, eben dazu habe Ich, der Vater, Meinen Kindern die Gebote gegeben, durch deren Erfüllung einem jeden Gelegenheit gegeben ist, Mein Dasein (in sich) zu ergründen. Für denjenigen, der mit Bestimmtheit durch die Liebe zu Mir, dem Vater, den Beweis Meines Daseins in sich aufgenommen hat, dem sind die Tore in Mein Reich (das sind die 12 Gebote, Offbg. 21,12.13.) geöffnet, wo Meine Gnadensonne ihm Licht und Leben entgegenführt, so daß derselbe in Meiner Liebe Tag für Tag das in sich aufnehmen kann, das ihn zu dem tauglich macht, für was Ich ihn bestimmt habe (die wahre Gotteskindschaft), um in der Liebe allen denen zu dienen, die Ich, die Liebe, Selbst ihm nahegebracht habe. 

         Denn Ich diene in Meiner Liebe allen Menschen, und ein jedes, das Mich erkannt hat, soll mir dienen, indem dasselbe die ihm gegebene Liebe allen denen (weiter) gibt, die der Liebe bedürftig sind, und diese kenne Ich, der Vater, allein. Darum bringe Ich, der Vater, einem jeden mir Dienenden (Kinde) nur solche Menschen nahe, die der Liebe bedürftig sind, an denen aber auch die Ausübung der Gebote im vollen Ernste durchgeführt werden muß. Tut einer dieses Mein Begehren, so steht ihm die Himmelspforte offen; derselbe findet dann in Meiner Gnade immer wieder Gelegenheit, um Mich, den Vater, in Meiner Liebe stets in neuer Art kennenzulernen.

          Die Befolgung Meiner Gebote ist also auch der Schlüssel zu Meinem Herzen!** Denn nur dem allein kann Ich Mich in Meiner ganzen Liebe offenbaren, der IM GLAUBEN, IN DER LIEBE LEBT und Meine gegebenen Gebote bis in das Kleinste ohne Unterlaß zu erfüllen strebt. Darum präge dir dieselben recht lebhaft in dein Herzinnerstes ein, damit du zu einer jeden Stunde genau Bescheid weißt, was du zu tun, in welcher Art du vorzugehen hast. MEIN WILLE SOLL DIR HEILIG SEIN! Doch auch ein jeder dir nahegebrachte Mensch soll dir zu einer jeden Zeit eine heilige Gabe von Mir, dem Vater, sein; weil in einen jeden Menschen der göttliche Lebensfunke eingelegt ist, der zur Belebung gebracht werden muß, und das kann nur durch die Liebe allein geschehen, weil die Liebe allein die für ewig beglückende Lebensweckerin und Lebensquelle ist. Ob diese Liebe in ihrer wahren Bedeutung von dem einen oder dem anderen anerkannt wird oder nicht, das soll dir oder einem jeden andern, der in Meiner Liebe steht, gleichbleiben; denn Meine Gebote raten den Menschen, in dieser Meiner Liebe zu handeln.

        Derjenige, der diese ihm angebotene Liebe durch die ihn beherrschende Finsternis nicht annimmt, zieht sich selbst durch die Nichtbefolgung Meiner Gebote das Übel zu und wird so lange im Übel verbleiben, bis derselbe die ihm angebotene und von ihm verschmähte Liebe erkannt hat und mit reumütigem Herzen zu Mir, dem Vater, bittend gekommen ist; was aber nicht eher erfüllt werden kann, bis sein Herzensgefühl(-sleben) soweit herangereift ist, daß dasselbe die Wahrheit des Liebelebens als einzige Bedingung freier Seligkeit, die als bleibendes Heiligtum in Meinen Geboten enthalten ist, in sich für ewig bleibend aufgenommen hat. 

        Nun sieh, Mein Kind, du sowie ein jedes andere, das dieses von Mir gegebene Wort liest, soll wissen, daß Ich wahr gesprochen; darum tue, wie Ich sage: Werde ein lebendiger Betätiger Meiner Gebote! Je eifriger du in deinem Vorgehen in dieser von Mir dargelegten Art Meine Gebote durchzuführen suchst, desto klarer wirst du Meinen Willen erkennen, der dir immer wieder nur die himmlische Reinheit zeigen wird, in welcher beseligenden Art Ich, der Vater, alle Menschen zu beglücken suche. O so kommet alle, die ihr in Meiner Liebe stehet, zu Mir, dem Vater, damit Ich euch segne, um euch allen die geistige Lebenskraft zu geben, die aus der Befolgung Meiner Liebegebote in hellen Lichtströmen euch zufließen, um die Finsternis, die die ganze Menschheit gefangen hält, zu verdrängen. Hochgelobt ist Mein Name, und in diesem Namen sollet ihr ausziehen, um als Sieger mit reicher Beute zu Mir, dem Vater, wieder heimzukommen. 

        ICH ERWARTE EUCH ALLE, die ihr in der Liebe zu Mir stehet. KOMMET – einzeln, - KOMMET – in ganzen Gruppen, wie euch durch Mich, den Vater, eben die Gelegenheit gegeben ist. Doch kommet! denn Ich warte auf euch, um mit euch Selbst in den Kampf zu ziehen, der alles das ernten soll und ernten wird, das aus Mir Selbst einstens ausgegangen. Die Zeit drängt, lasset euch nicht bitten; denn es kommt keine Zeit mehr, wo so lebendig durch das Wort der Liebe Ich zu euch spreche; denn für alle, die mich, den Vater, bei Meinem zweiten Kommen in Meinem Lichte nicht erkannt haben, wird es für lange Zeit finster bleiben, und im Finstern werden sie nicht sehen, wie es denen in ihrem beseligenden Glücke ergeht, die im Wege Meiner Gebote sich eingelebt haben.

        O ihr Menschen, die ihr weit abseits von Mir, dem Vater, stehet, HÖRET MEINE WORTE DER LIEBE, die euch durch ein jedes Gebot anrufen: „WERDET KINDER EURES VATERS! Der für euch alle reiche Schätze angesammelt hat, die euch für alle Ewigkeit mit Mir, dem Vater, verbinden und ihr darum in dasselbe geistige Eigentum eintretet, welches Mir, dem Vater, gehört. O ihr Meine Kinder, die ihr in der Liebe zu Mir stehet, BEWEISET EURE LIEBE ZU MIR dadurch, daß ihr MEINE GEBOTE GENAU ZU ERFÜLLEN SUCHET, damit auch ihr nicht von denen seid, wie so manches andere, das so gerne wollte, aber dabei immer nicht nur Mich allein, sondern auch noch andere Götter neben sich hat, denen es zeitweise dient. 

 

(Alle redlichen Leser werden dankerfüllt dieses Gnadenlicht in sich aufnehmen, und scheint es uns gar passend, hier besonders auf die Bergpredigt, als Ergänzung oder frühere Erläuterung der Gebote Gottes hinzuweisen. (Matth. Kap. 5.6.7.)                                    Der Herausgeber.

Noch ein Wort zum Dekalog

           (8. Mai 1903, 2 Uhr morgens) Sieh, Mein Kind, du begehrst etwas von Mir, deinem Jesusvater, das auch Ich von einem jeden Mir Nachfolgenden begehre; darum liegt es nur an dir selbst, das zu werden, was du selbst aus deinem Herzinnersten zu sein wünschest. Du kennst die Gesetze, die Ich, der Vater, in Meinen Geboten den Menschen gegeben; du weißt, was Ich durch diese gegebenen Gebote begehre. Es ist dir aber auch nur zu gut bekannt, wohin die Nichtbeachtung dieser Gebote geführt hat. Doch auch das ist dir bekannt, wohin ein in der wahren kindlichen Liebe lebender Mensch kommt und welche Geisteskraft sich derselbe aneignen kann, der im wahren Glauben diese Meine Gebote beachtet und aber auch in einer jeden Art und Weise in der Liebe zu Mir, dem Vater, bestrebt ist, dieselben durchzuführen.

        Nachdem dir dieses alles wohlbekannt ist, nun so kann Ich dir, der Ich der Gesetzgeber Selbst bin, nichts anderes sagen, als das: „HALTE DICH STRENG NACH DIESEN MEINEN GEGEBENEN GESETZEN DER LIEBE! um so mehr hast du dieses zu tun, weil Ich, der Vater, dir zuerst die Erklärung dieses Meines Liebesgesetzes gab.“ Ich habe am Schlusse dieser Erklärung, ebenso wie damals, als Ich auf dem Berge Sinai Meinem treuen Diener Moses die Gebote gegeben, gesagt: „Gesegnet ist der, der diese Meine Gebote erfüllt, bis in das Tausendste Glied; doch derjenige, der gegen dieses Gebot bewußt handelt, wird Meines Gegners nicht teilhaftig bis in das 3. und 4. Glied.“ Siehe, so ist es, so war es, so bleibt es, bis zu der Stunde, wo auch nur ein Mir fern stehendes Kind diesen Meinen (nun neu kund-)gegebenen Willen unbeachtet läßt.

         Erkennst du, daß du im geistigen Vorschreiten keine Fortschritte zu verzeichnen hast, das sich in der hingebenden Liebe allein zu erkennen gibt, so sollst du wissen, daß du noch immer in einem oder dem anderen Teile Meiner Gebote nicht getreu vorschreitest. Darum tue, wie Ich sage: Prüfe dich in allen deinen Handlungen! Überlege eine jede Frage, ein jedes Vorgehen – ob deren Ausführung im Rahmen Meiner Liebe bleibt, damit du nicht irre gehst! Dieses zu tun ist nicht schwer; denn sieh, Mein Kind, stehst du in der Liebe zu Mir, dem Vater, so bin Ich immer bei dir; Ich beachte dein Vorgehen in allen seinen Teilen, so daß du durch die zu mir habende Liebe auch jeden Moment durch die von Mir stets zufließende Liebe die volle Klarheit über alles dir Gegebene haben kannst. Denn die geistige Verbindungskette ist zwischen Mir, dem Vater und dem Mir gehörenden Kinde nur dann unterbrochen, wenn dasselbe aus der Verfolgung Meiner Gebote herausgetreten ist, welches aber auch momentan eine Störung im Fortschreiten auf dem rein geistigen Wege hervorruft.

         Nun kennst du die Ursache und die Wirkung, die durch die Nichtbeachtung Meiner Gebote hervortritt. Eines weiteren ist nicht nötig dir zu sagen. Also halte auch dieses dir gegebene Wort als eine lebendige Leuchte in deinem Herzinnersten hoch, damit du zu jeder Zeit die Klarheit vor dir habest, die dich dem ersehnten Ziele von Stunde zu Stunde näher bringt: d.h. sei ein eifriger Befolger Meines (heil. Liebe-)Willens, dessen Erkenntnis Ich dir nicht entziehen werde, um denselben immer klarer vor dir zu sehen, damit du immer reichere Gelegenheit erhältst, Meine Gebote der Liebe in der wahren kindlichen Liebe zu Mir, dem Vater, durchzuführen. Denn Ich sage auch dir, wie Ich bereits so oft gesagt habe: „Der im Kleinen Mir treu gewesen, den setze Ich über vieles“; denn die Liebe zu Mir hat ihn fähig gemacht – Mir als ein treu ergebenes Kind in der Demut zu dienen und also alle die hoch zu beglücken, die Ich, der Vater, ihm nahegebracht habe.

        Sieh, Mein Kind, so habe Ich nach deinem Liebebegehren Selbst zu dir gesprochen; nimm dieses gesprochene Wort in dir auf, und folge Mir im kindlichen Liebeverlangen nach; denn Ich bin und bleibe bei dir immer und ewig. Das sage Ich, dein dich liebender Jesusvater. Amen.

 

Nachtrag zur Gebote-Erklärung

        (30. Mai 1903) Um über die Zusammenfassung der Liebegebote dir noch etwas zu geben, will Ich, dein Jesusvater, nun zu dir weiter sprechen. – Was Ich gebe, das gebe Ich nicht nur dir, sondern einem jeden andern, der Mich zu lieben bestrebt ist, damit ein jeder Gelegenheit finde, sich in Mein Gesetz der Liebe einzuleben. Nun, so höre und schreibe, wie Ich, der Vater, dich zu schreiben heiße: Du sollst von Mir, dem Vater, nicht anderes in dir aufnehmen, als nur das eine allein, was Liebe selbst mit sich bringt.

       Ich, dein Jesusvater, habe dir fürs allgemeine Wohl der Menschen diese Erklärung der heiligen 10 Gebote gegeben; fassest du und ein jedes andere diese in eins zusammen, so ist das Ganze doch nur in den einen Satz allein zusammenzunehmen, der da heißt: LIEBE GOTT – ÜBER ALLES UND DEINEN NÄCHSTEN WIE DICH SELBST! (Siehe Predigt 16) Was heißt das? – Nun sieh, Mein Kind, Ich sage dir, hast du das erste Gebot „Du sollst keine anderen Götter beben Mir haben!“ im rechten Sinne aufgefaßt und es mit allem Fleiße durchgeführt, so steht dir nichts mehr im Wege, um zur höchsten Vollkommenheit heranzureifen und zwar in kurzer Zeit. Du befindest dich dann also im steten geistigen Fortschreiten, um nicht nur dich, sondern auch alle die zu beglücken, die Ich, der Vater, dir nahebringe.

        Aus dem Ersten Gebote geht also das Liebe- und Lebenslicht hervor, das das ganze Sein des Menschen durchdringt und erfüllt, daß derselbe ein ganzes Bestreben in dieses Gebot einführt. Darum halte dieses Erste Gebot hoch und heilig, als das wichtigste, weil eben dieses die Grundwurzel ist, aus welcher der geistige Lebensbaum mit seinen weit ausgebreiteten Ästen hervorgeht, unter denen alle diejenigen ihre himmlische beseligende Ruhe finden, die Ich, der Vater, in Meiner alles beglückenden Liebe dem einzelnen nahebringe. Ein Mehr in dieser Art zu geben ist vorderhand nicht nötig. Es kommt die Zeit, wo Ich Mich in Meiner Liebe auch in einer anderen Art offenbaren werde; doch für jetzt genügt es in dieser Art. – 

        Sieh, Mein Kind, befolgst du und ein jedes andere die von Mir gegebenen Gebote, gemäß dieser Erklärung als Mein Begehren von euch (zu eurem Heil), so wird auch nicht eines ohne Meinen Segen bleiben, der es im Geiste Meiner Liebe in die höchste Glückseligkeit einführt. Darum achte auf Mein Wort; denn Mein Wort ist Leben, in dem die Liebe enthalten ist, die es einem jeden möglich macht, Mich, den Vater, über alles zu lieben und den Nächsten wie sich selbst. – Somit empfange Meinen Segen, der dich zu neuer Liebetat anführt. Dieses von Mir, deinem Jesusvater. Amen! – 

        Mein Kind, schreibe weiter. Siehe, Ich, der Vater, sage dir: Halte dich strenge nach Meinem kundgegebenen Worten, damit du frei werdest von allem dich hindern Wollenden. Ich, der Vater, bleibe in der Liebe bei dir, du brauchst niemand mehr, als nur Mich, der Ich dein Alles bin, dein Alles bleibe für Zeit und Ewigkeit! – Ich, der Schöpfer, erhalte Milliarden und Milliarden von Lebewesen, unter denen auch du mitgezählt bist. Laß alle Sorgen Mir dem Vater über, der Ich für ein jedes Mir Dienende das Stückchen Brot habe, welches ihn geistig und aber auch, solang es nötig, leiblich nährt. – 

        Also – MICH, DEN VATER, LIEBE! indem du tust, was Ich begehre (zu deinem und aller Heil), damit du mit derselben Liebe, die du Mir gibst, auch deinen Nächsten zum Heiligtume führest. Dass dieses geschehe, dazu helfe Ich, dein Jesusvater, in und durch Meine dir stets zufließende Liebe. Für heute Amen! Das sage Ich, dein dich leitender Jesusvater. Amen! – 

Letzter Wink, in Betreff der heiligen 10 Gebote

        Auf die Bitte des Schreibers um ein Wort des Ausgleichs der scheinbaren Widersprüche zwischen dem Gesetz des alten Bundes und der Gnade des Neuen Testamentes, zwischen dem Heiligungsstreben durch Werktätigkeit (Jakobus) und der Rechtfertigung durch den Glauben (Paulus), welche ja nur die Liebe lösen kann; denn die Liebe nur kann das Gesetz gerecht erfüllen, sie ist also die Wurzel gesegneter Werktätigkeit, und sie ist auch allein der rechte lebendige Glaubensgrund, somit die Verbindung von Glauben und Wirken, in ihr werden beide eins; darauf kam Folgendes:

         (7. Juni 1903) Sieh, Mein Kind, was begehrst du von mir, deinem Jesusvater? Doch nichts anderes, als Mein dich beglückendes Wort, das aus Meiner Liebe allein hervortritt. Doch wenn Ich, der Vater, dir Mein beglückendes Wort gebe, wer hat den geistig belebenden Nutzen davon, der in einem jeden Meiner Worte enthalten ist? Doch nur der allein, der eben Meine Liebe in ihrer wahren Bedeutung kennengelernt hat; ein jedes andere ist für Mein Wort nicht aufnahmefähig, und wenn dasselbe auch ganze Bücher von Meinen gegebenen Worten heißhungrig verschlingt, so bleibt dasselbe in sich doch nur liebeleer, bis der in ihm eingelegte göttliche Same durch die betätigende Liebe, durch eines, durch Mich ihm Nahegebrachtes befruchtet wird. 

         Darum nimm du und ein jedes andere das von Mir gegebene Wort liebe- und glaubensvoll in dir auf, und tuet, wie Ich, der Vater, in Meiner Liebe zu tun begehre, ohne zu fürchten – von einem oder dem andern bekämpft zu werden. Bei einem jeden Angriff, der auf Mein gegebenes Wort erfolgt, bin Ich es doch Selbst, der den Angegriffenen zu schützen weiß, wenn derselbe sich voll und ganz mir, dem Vater, übergibt; indem derselbe eben in dem ihn Angreifenden denjenigen erkennt, der durch Meine Liebe selbst in den Weg der Wahrheit eingeführt werden soll. Wie dieses zu geschehen hat, ist eben klar und deutlich in den Worten Meiner Erklärung der heiligen 10 Gebote gegeben. Dieses zur Rechtfertigung.

        Ohne Kampf bleibt keins, das sich in Meinen Dienst stellt; doch der Sieg ist und bleibt immer nur bei Mir. Darum rüste sich ein jedes mit Meiner Liebe, damit zwischen den mir Gehörenden und Mir, dem Vater Selbst, nichts Fremdes eintreten kann. Das was Ich sage ist wahr und bleibt wahr, wenn dasselbe auch noch so viel Widerspruch in sich haben sollte, so ist das bei genauer Prüfung doch nur für den allein Widerspruch, der eben noch weit von Mir, dem Vater steht. Denn Ich, die Liebe, bin in allem Sichtbaren und aber auch in dem für euch Unsichtbaren zu finden; denn wo Ich nicht bin, da ist kein Leben, das zur Vervollkommnung führt; und doch bin Ich auch da, denn erlöst soll und muß alles werden. 

        Also wie du auch in diesem Schlußwort einen Widerspruch finden kannst, so wirst du das gleiche in den alten Offenbarungen finden und zwar aus dem einen Grunde, damit das im Finstern Stehende in das Licht eingeführt werde, aus dem die belebende Liebewärme auf alle Lebewesen übergeht. Somit fürchte nichts! Denn Mein Wort bringt Segen, wenn für manchen auch mancher harte Kampf daraus hervorgehen muß. Dieses das Wort, um beruhigt in dem Liebeverlangen nach Mir bis an euer Erdenlebens Ende erhalten zu bleiben. Dieses von mir, deinem Jesusvater. Amen. – 
 

Anhang I.  Winke zum Verhalten gegen die Kirche

          (23.Mai 1903, 1.30 Morgens) * * * K. Auch in dieser Morgenstunde komme ich in  Deiner Liebe bittend zu Dir, mein lieber Jesusvater, um ein Wort Dich zu bitten: „Wie soll sich ein in der Liebe zu Dir stehendes Kind der Geistlichkeit gegenüber verhalten? Sollen wir den Kirchenbesuch pflegen? Sollen wir unsere Kinder von der in der Gemeinde vorstehenden Geistlichkeit taufen, konfirmieren und im Fall eines Todes desgleichen begraben lassen? Dieses die Fragen, die mich schon lange drängen, beantwortet zu erhalten, um so manchem andern auch in dieser Richtung durch Dich, Mein guter Vater, eine Aufklärung geben zu können. Zu dir, o Vater erhebe ich in kindlicher Dankbarkeit mein Herz, ich danke Dir für all Deine Gnade, die Du mir bis heute gegeben. Du, Vater, hast mir so viel Licht gegeben, daß ich immer mehr erkenne, daß ich nichts (wahrhaft Gutes) ohne Deinen Beistand tun kann. Erhalte mich in diesem Deinem Liebelichte, damit ich immer mehr nur das allein tue, was vor Dir gerecht und gerecht für alle Ewigkeit, für ein jedes mir Nahegebrachte auch recht bleibt. Dazu hilf mir, Vater, auch heute zu einem Schritt in Deiner Liebe weiter. Doch Dein Wille geschehe, der mir heilig ist. Amen! – „

        Mein Kind, höre auf Mich, deinen Jesusvater, was Ich auch in dieser Beziehung zu sagen habe. Hast du in irgendeiner Art ein Anliegen, worüber du genau eine richtige Aufklärung haben möchtest, so weißt du – an Wen du dich zu wenden hast. Du sollst aber mit einem solchen Anliegen nicht zögern – zu Mir, deinem Jesusvater, zu kommen; denn sieh, Ich bin es doch Selbst, der das für dich sowie aber auch für andere Nötige angeregt, um euch Klarheit zu geben dort, wo ihr euch noch im Dunkeln befindet. Um dir aber die die von dir gestellten Fragen zu antworten, muß Ich Selbst dich fürs erste fragen: Kennst du Meine Gebote? in denen das einzige allein Meine Liebe der Hauptpunkt ist, die Meine ganze Lehre durchdringt und erfüllt! Du und ein jedes andere, Mir dem Vater, Nahestehende, Mich in der Liebe erkennende Kind wird fragen: „Vater, ich habe Dich erkannt, ich habe reichlich Gelegenheit gehabt, Dich, o Vater, in Deinem Liebevorgehen zu bewundern, Du bist in Deiner Liebe für Gerechte, so aber auch für Ungerechte, Dich verachtende, Dich verhöhnende Menschen, stets erbarmend.“ – 

        Nun sieh, Mein Kind, wie du sowie mancher andere dieses erkennt und das aus seines Herzens Grund mit empfindet, wie kommt es denn, daß sich trotz alledem so viele von euch vom kirchlichen Gottesdienste fernhalten und auch dessen Anordnungen sich nicht fügen und darum sich von der übrigen Menschheit absondern, die doch alle eben auch Meine Kinder sind, wie ein jedes andere, das Mich, den Vater, erkannt hat! Durch ein solches Vorgehen entziehet ihr vielen euch Nahegebrachten die Gelegenheit, euch als Bruder oder als Schwester nahe zu bleiben; oder glaubet ihr, ihr tuet recht vor Mir, wenn ihr euch der gesetzlichen Anordnung fernhaltet? Nur dann seid ihr im vollen Rechte, wenn ein Jedes in all seinem Vorgehen Meine Gebote der Liebe zu erfüllen sucht. In den Lebenskreis, in den Ich den einen oder den andern hineingestellt habe, soll sich ein jedes in voller Liebe, die ihm von Mir gegeben wird, hinein zu leben suchen. Kein einziges von euch soll fragen – tut dieses oder das andere recht vor mir? 

        Ein jedes von euch soll in der ihm gegebenen Liebe sein Tun und Vorgehen derart regeln, damit der oder die für ein jedes ihm Nahegebrachte das Mittel sei, um den Betreffenden zur Wahrheit zu führen. Sobald sich aber eins von dem andern abzuschließen sucht, weil dasselbe im allein rechten Wege zu gehen glaubt, so handelt dasselbe eben dadurch GEGEN MEINE GEBOTE DER LIEBE. Ich sage dir, deine an mich gerichteten Fragen sind insoweit auch schon beantwortet, wenn du Meine Gebote genau beachtest und dieselben im Geiste Meiner allumfassenden Liebe in dir selbst aufzunehmen suchst. Denn sieh, Ich sage dir, du kannst und SOLLST den angeordneten Gottesdienst besuchen und dabei weder dich noch deine Kinder davon abhalten, um dich von der Gemeinde, in die du gestellt bist, nicht auszuschließen; denn sieh, Mein Kind, wohin du immer gehst, so bin Ich doch mit und bei dir, sobald du selbst dein Herzensverlangen bei Mir, dem Vater, hast. Du hast also deine Kinder nach gesetzlicher kirchlicher Art taufen und konfirmieren und wenn Ich, der Vater, eines davon abrufe, ebenso auch beerdigen zu lassen, eben um nicht ein aus der Gemeinde Ausgeschlossener zu sein. 

        Denn sieh, Mein Kind, in allem bin Ich es Selbst, der Ich auch durch einen ungläubigen von Dogmen erfüllten Geistlichen die kirchlich-heiligen Akte ausführe und mit Meinem heiligen Segen erfülle (für die Gläubigen). Mein Wille ist es aber, daß ein Mir gehörendes Kind sich in das feindliche Lager begebe, um als ein von Mir, dem Vater, mit der Liebe ausgerüstetes Licht alles das an sich zu ziehen, was dem Lichte bisher fremd gewesen ist. Doch nicht in auffallender Art darf dieses geschehen, sondern BLOß DURCH STILLE BEACHTUNG MEINER GEBOTE ALLEIN. Dieses als Antwort auf deine an Mich gestellten Fragen. Liebe den, der dir flucht, indem du in deiner ganzen Liebe ihm nahe zu bleiben suchst. Das habe Ich gesagt, das sage Ich auch heute und werde dieses immer und immer wieder sagen, bis Meine Liebe das ganze Menschengeschlecht durchdringt und für alle Ewigkeit erfüllt. Um dieses aber zu vollenden, ist ein jeder Einzelne, der Gelegenheit hat, Mich in meiner Liebe kennen zu lernen, verpflichtet, in gleicher Art vorzugehen, wie Ich, der Vater, der Ich über Gerechte, sowie über Ungerechte Mein Gnadenlicht fort und fort ausstrahlen lasse. Dieses von Mir, deinem Jesusvater, zum Segen für alle, die an mich glauben und die in der Liebe zu Mir stehen. Amen. – 

        (30. Mai 1903, 3.30 Uhr morgens) Bitte: „Im kindlichen Gottvertrauen, gedrängt von der Liebe zu Dir und zu allen Menschen, komme ich auch in dieser Stunde zu Dir, mein alliebender Gott, mit der Bitte, mir Dein Wort der Liebe zu geben. Indem Du mir die gütige Beantwortung der Fragen Deines Kindes – meines Geistes Bruders offenbarst, damit auch dies Dein Kind nur das tue, was Recht vor Dir und Recht vor den Menschen bleibt für alle Ewigkeit und uns Deinen Segen sichert, die wir Dich lieben. Dein heiliger Vaterwille geschehe! dem wir uns gerne und mit der uns gegebenen Kraft fügen. Um das bitte ich dich: komme in Deiner Liebe auch in dieser Stunde zu uns, damit ich nur das allein tue und gebe, was Deine heilige Liebe allein zu geben beschlossen hat. Amen!“

        Mein Kind! Licht und Klarheit sollst du haben, damit Mein Kind - , das Ich, der Vater, dir so nahe gebracht habe, von all dem Irrtum befreit werde, den dasselbe im Laufe der Zeit in sich angesammelt hat. So höre und schreibe:

         Ich, der Vater, bin der Herr und Gebieter, Ich, dein Jesusvater, den du aus vollem Herzen zu lieben suchst, bin aber auch dein Freund und Bruder; Ich sage dir, wenn du auch noch so viele Gebrechen, Fehler und eine Sündenlast, so schwer und so groß wie der Sand im Meer, in dir hast, so bist du doch Mein Kind, das Ich liebend an Mein Herz drücke und alle Meine Kraft anwende, um dich von allem dem dir anhaftenden Schmutze zu reinigen, damit du gereinigt eingehen kannst im Mein Reich der Liebe, das ist – wo der ewige Friede zu Hause ist, aus dem die Freude hervorgeht, die alles beglückt und für alle Ewigkeit in die Beseligung einführt. Doch so, wie Ich, der Vater, dich liebe, der du noch lange nicht so gereinigt vor Mir stehst, um die himmlische Beseligung für bleibend in dich aufzunehmen, dir sage Ich: Ich, der Vater, als dein bester Freund und Bruder, habe durch das Wort: „Wie sich ein in der Liebe zu mir, dem Vater, stehendes Kind der Kirche und Geistlichkeit gegenüber zu verhalten hat!“ zu dir gesprochen und dadurch dir und einem jeden andern klar und deutlich gezeigt, was ein jedes zu tun hat, um für sich und die ihm Nahegebrachten Meinen Vatersegen zu sichern. Diesem von Mir gegebenen Worte ist keine andere Auslegung zu geben, als wie die Worte selbst lauten. 

        Du fragst und bittest noch um eine Aufklärung zum rechten Verständnis des Wortes über: „Die heilige Dreieinigkeit.“ (Nr. 37 uns. S.) Nun sieh, Mein Kind, wenn Ich da sage: „ihr sollet euch von der Steinkirche und den Priestern abwenden“, - so will ich damit nicht gesagt haben, daß ihr gegen die von Mir zugelassene Kirche und die darin wirkende Priesterschaft feindselig auftreten sollet; denn das hieße doch nur – Böses mit Bösem vergelten. – Ich habe damit bloß das eine allein gesagt: ihr sollt euch von allem dem abwenden was kalt, ohne Liebe aus Mir, dem Vater, sich zu erkennen gibt. „Die Steinkirche“ bedeutet die äußerliche Gesinnung der Menschen, die den Gottesdienst besuchen; und bei den Priestern ist auch die äußere Gesinnung zu vermeiden, die sich eben darin zu erkennen gibt, daß ihr Begehren doch mehr nach dem Vergänglichen, der Welt Angehörenden gerichtet ist. Also – bloß das ÄUßERE TUN UND VORGEHEN derselben, das nicht ewig Bestehendes in sich hat, IST UNBEACHTET ZU LASSEN. Doch der innerste Lebens- und Liebekern, der in einem jeden Menschen vorhanden, ist zu wecken und zu pflegen nach der Art, wie eben die Erkenntnis dem einen oder dem andern gegeben ist, durch Mich, den Vater, aus Meiner Liebe.

        Gehst du fleißig in die Kirche, so wirst du erfahren, dass es doch nicht so bös mit den Menschen steht, als du mitunter denkst, denn du hörst dort doch auch nur mein Wort; wenn dasselbe auch nicht immer nach Meinem Liebebegriff ausgelegt wird, so bist du ja reifer und weißt, wie du für den armen verirrten Priester oder für die Glaubensgenossen in der Liebe zu Mir, dem Vater, fürbittend zu kommen hast. Niemals soll sich einer in der Liebe zu Mir Stehender die Gelegenheit entgehen lassen, neues Arbeitsmaterial zu sammeln. Durch die betätigende Liebe allein wächst die innerste Erkenntnis, und der geistige Horizont erweitert sich dadurch derart, so daß das ganze große Arbeitsfeld in lichter Klarheit vor einem zu liegen kommt.

       Wohin man blickt, sieht man Tausende herum liegen, die der Hilfe bedürftig sind. Das Mitleid für die leidende Menschheit tritt dadurch in seiner wahren Bedeutung vor einen jeden einzelnen in der Liebe Gereiften heran, so daß derselbe gedrängt wird, in die Liebetat einzugreifen. Aller Groll schwindet da aus dem Herzen, denn ein jeder Notleidende, geistig Arme, ist einer von denen, die zu Mir, dem Vater, geführt werden sollen. Darum tue auch du, wie Ich sage, - bekämpfe deine (nicht ungerechten) Gefühle, die dir abraten, Meinem Liebebegehren Folge zu leiste. Denn in dir soll nur eine Stimme, ein Verlangen vorhanden sein, und das ist – die Liebe zu Mir, dem Vater, der Ich dein Gott, Vater, Schöpfer Himmels und der Erde bin, der Ich aber zugleich dein bester Freund und Bruder bin und bleiben werde für alle Ewigkeit. Dieses Mir, deinem Jesusvater, der dich liebend in Sein Herz geschlossen hat, damit du selbst Liebe werdest, um alle, die Ich dir nahebringe, in diese Meine Liebe aufzunehmen und sie alle als deine Brüder und Schwestern Mir, dem Vater, zuzuführen, die Ich dann ein jedes aus deiner Hand in Mein Vaterhaus aufnehmen werde.

        Um dir selbst aber noch ein Freude zu geben, sage Ich dir: Sieh, Mein Kind, was deine Kinder anbelangt, so habe du auch für diese keine Sorge; denn so, wie Ich, die Liebe, für dich gesorgt habe, daß du in Meine Wege eintreten konntest, so tue Ich dieses auch bei deinen Kindern. Ich allein kenne die Wege und die Mittel, die Ich beim einen und dem andern anzuwenden habe. Darum tue nur du, was Ich begehre, in vollem Vertrauen; du sollst nicht zu Schanden werden. Liebe! und liebe immer wieder ein jedes, wenn auch noch so fern von Mir, dem Vater, stehendes Kind; denn – vergiß nicht – auch dich habe Ich aus dem Urgrund der Materie herausgehoben, um dich zu einem Mir gehörenden Kinde zu machen, das Mir im kindlichen Gehorsam dienen will; um allen denen von Mir, dem Vater, die Nahegebrachten ebenfalls in der selbstlosen Liebe zu dienen. Ist dieses dein Wollen, so helfe Ich, der Vater, dir, indem Ich dir stets nahebleibe. 

        Dieses das gewünschte Wort, damit du tust, wie Ich klar und deutlich in dem an dich gerichtete Worte gesprochen habe: „Wie soll sich ein Christ, als ein in der Liebe zu Mir stehendes Kind, der Geistlichkeit gegenüber verhalten?“ Liebe bin Ich für die ganze Menschheit, Liebe soll ein jedes Einzelne sein, um dadurch Mir, dem Vater, für alle Ewigkeit nahezubleiben. Das sage Ich, dein Jesusvater. Amen.

 

Anhang II. Gott und Kaiser

Empfangen vom Herrn durch Jakob Lorber 23.05.1847   (Hi.2 327-333)

„Gebt Gott, was Gottes, und dem Kaiser, was des Kaisers ist.“

   01] Es gibt jetzt gar viele in der Welt, die da keine Grenzen finden, was Gottes ist und was des Kaisers. Ja, manche sind sogar in jeder Hinsicht Republizisten, d.i. gegen Gott und gegen den Kaiser. - Von solchen sei hier die Rede mitnichten. Denn wer da über sich nichts Höheres anerkennen will und sich selbst genügt, der hat in sich schon jene höchste Wahnstufe erreicht, auf der er wohl schwerlich je wird eines höheren und reellen Aufschwunges fähig werden.

   02] Selbstsucht, Selbstliebe, eigenmächtiger Dünkel von Eigengröße und Eigenfülle an Weisheit - also echter Stoizismus in der allertrockensten Bedeutung des Wortes und Sinnes, sind eine wahre Blausäure für den Geist. Welcher Geist damit vergiftet ist, der wird wohl schwerlich je unterscheiden können, was für ein Unterschied da ist zwischen den Pflichten eines rechten Menschen gegen Gott und gegen den Kaiser!

   03] Darum sei das hier Gesagte auch nur an jene gerichtet, die da suchen, aber dennoch das Rechte nicht finden können, weil sie noch so manches weltliche Irrlicht in ihrem Herzen daran hindert.

   04] Um aber solche Irrfunken im Herzen auszulöschen, so sei hier der Pflichten-unterschied in aller Kürze gezeigt, der da zwischen Gott und Kaiser obwaltet, und was der Mensch dem Einen und was dem Andern zu geben schuldig ist. Und so hört denn und merkt wohl auf, was der Herr darüber spricht!

   05] Der Mensch besteht aus Geist, Seele und zeitweilig aus einem materiellen Leibe. - Die Seele ist der eigentliche Mensch zwischen Geist und Leib und muß mit ihrem Verstande und ihrer Vernunft sorgen gleich wie für den ewigen Geist, also auch für den zeitweiligen Leib.

   06] Was aber braucht der Geist, und was der Leib? - Das ist nun jedem von euch sicher mehr als über die Maßen bekanntgegeben worden, und es wäre gleich einem leeren Strohdreschen, wenn hier all das viele darüber Gegebene sollte förmlich aller Länge und Breite nach wiedergekäuet werden. Daher nur das Nötigste in aller Kürze!

   07] Gebet also dem Geiste, was rein des Geistes ist, und dem Leibe, was des Leibes ist - aber also nach der Ordnung, daß darob dem Geiste kein Nachteil werde! - Also dem Geiste das Seinige und dem Leibe das Seinige!

   08] Wer sieht hier nicht auf den ersten Blick, daß alles, was vom Geiste kommt, als das Wort Gottes, der Glaube, die Liebe und das feste Vertrauen auf Mich, den Herrn, rein Geistiges ist und dem Geiste angehört.

   09] Aber irdische Speise und Trank, Kleidung, Wohnung und Künste und Gewerbe, insoweit sie zum Ernährungserwerb brauchlich, sind Angehör des Leibes und daher auch dem Leibe zu verabreichen auf die Art, wie er dieselben anzunehmen fähig ist im gerechten Maße und Ziele - die Speise und der Trank in seiner Art, die Kleidung in ihrer zweckdienlichen Art, die Wohnung des gleichen und die nötige Fertigkeit und Geschicklichkeit zur natürlichen Ausübung von Künsten und Gewerben eben auch in rechter Art.

   10] Sehet, da ist Gott und der Kaiser nebeneinandergestellt, und jeder von euch kann daraus überleicht ersehen, was er als reiner Seelenmensch dem einen und was dem andern zu geben schuldig ist.

   11] Wie sich aber die beiderlei Pflichten bei und in einem und demselben Menschen verhalten, ebenso verhalten sie sich auch im weitern Sinne zwischen Mir, Gott dem Herrn, und einem weltlichen Oberhaupte, das lediglich von Mir aus irdisch bemächtigt ist und keine andere Macht hat, als die ihm von Mir, dem Herrn aller ewigen und unendlichen Macht und Kraft, verliehen ist, so oder so, süß oder bitter, nach dem Bedürfnisse der Menschen, die da sind entweder gut oder böse.

   12] Solch ein weltliches Oberhaupt ist und bleibt stets eine Zuchtrute in Meiner Hand. Und jeder Mensch ist daher ihm das zu geben schuldig, was er ordentlicherweise seinem eigenen Leibe schuldet.

   13] Aber was er seinem Geiste schuldet, das geht das Staatsoberhaupt nichts an. Und wenn dieses darin über seine Grenze Forderungen an die Menschen stellt, so wird es darin auch sein unvermeidliches Gericht finden.

   14] So aber irgendein Monarch durch leiblichen Zwang auch den Geist der Menschen in Fesseln ziehen und ihm aus der Materie vorschreiben will, welche Gebühr er Mir, dem Herrn, zu entrichten schuldig sei, so entrichte der Aufgeforderte um des Kaisers willen auch solche, damit er ihn nicht ärgere. Aber im Herzen kehre er sich nicht daran, sondern gebe Mir im Geist und in der Wahrheit, was Mein ist, so werde Ich dann schon ein sicheres Mittel treffen, den Kaiser also zu richten, wie er es ob seiner mißbrauchten Gewalt an der Menschheit verdient hat.

   15] Niemand aus den einer kaiserlichen Gewalt Untergebenen aber soll sich unterfangen, in irgend etwas den Kaiser richten zu wollen, ob er gut oder böse handelt! Denn solches habe Ich Mir ganz allein vorbehalten***).

   16] Alles aber, was jemand für den Kaiser tun kann aus gutem Herzen, das tue er und bete häufig für den auf eine hohe und harte Probe gestellten Bruder, so wird er im Vollmaße dem Kaiser geben, was er demselben schuldig ist, und in solcher allgemeinen Nächstenliebe auch sicher Gott, was Gottes ist.

   17] Was darunter oder was darüber - ist Sünde. - Wer da aus speichelleckerischen, eigennützigen Absichten unter dem patriotischen Deckmantel den Kaiser förmlich anbetet und mit ihm eine wahre Abgötterei treibt, der sündiget, indem er dem Kaiser gibt, was allein nur Gott dem Herrn gebührt. - Wer aber dem Kaiser die geziemende Ehrfurcht versagt, ihm ungetreu dient und andere Pflichten, die der Kaiser von ihm fordert, durch allerlei Schleichwege vorenthält, der sündigt ebenfalls und gleicht einem Menschen, der gegen seinen Leib fortwährend mit ganz ernsten selbstmörderischen Ideen umgeht - wie der erstere, der dem Kaiser zuviel gibt, gleich ist einem, der an und in seinem Leibe einzig und allein den Gegenstand findet, dem er alles zuwenden muß. Da ist dann einer ein so großer Sünder wie der andere und jeglicher in seiner Art gleich.

   18] Aus dieser sehr klaren Mitteilung wird sicher jeder von euch einsehen, was er so ganz eigentlich Gott und was er dem Kaiser schuldig sei - und was für ein leicht begreif-licher Unterschied da ist zwischen diesen beiden Hauptpflichten eines jeden Menschen, welche sich am Ende dennoch mit den zwei Hauptgeboten der Liebe ganz vollkommen wiederfinden.

   19] Da ihr aber solches verstehet, so tuet auch darnach im Geiste des Evangeliums, der hier gezeigt ist, körperlich, so werdet ihr wahrhaft selig leben zeitlich und ewig. - Amen.

Anhang III. Winke zur Fürbitte

Empfangen vom Herrn durch J. K. F., Sonntag, 20. Oktober 1895

          Ja Mein Kind, Fürbitte, ernstliche Fürbitte sollet ihr einlegen für alle Meine Kinder im Dies – und Jenseits, ob in oder außer dem Fleisch lebende Wesen es sind, alle sollen Eurer Fürbitte dringend empfohlen sein.

          Schließet keines aus, im Gedanken – dieses oder jenes bedürfe eures Gebetes nicht, es stehe ja selbst im festen Vertrauen zu Mir; ein jedes unter euch ist der Versuchung unterworfen, darum bittet für einander, damit ihr stark werdet im Geiste und in eurer Seele eine Festigkeit erlanget – allen Versuchungen standhaft zu widerstehen. Denn so ihr lau werdet in der Fürbitte, ist all euer Tun vergeblich, weil ihr alsdann zerstreuet, was  Ich gesammelt und einreißt, was Ich mit vieler Mühe und Geduld aufgebaut. Die Fürbitte vereinigt euch und macht euch stark in Mir! – In Mir seid ihr ein Geist, ein Herz und eine Seele; alles außer Mir ist Zerstreuung, Zwietracht und Zank. So ihr nun recht innig mit Mir vereinigt sein wollet, da umfasset doch alle Menschen ohne Unterschied des Glaubens mit wahrer Liebe, und leget sie Mir in vollem Vertrauen, daß Ich auch sie mit gleicher Liebe umfasse, an Mein Vaterherz, so werdet ihr einen Frieden, eine Ruhe, eine Seligkeit in euch verspüren, wie sie die Welt und alles, was sie birgt, nicht zu geben vermag. An diesem Frieden aber werdet ihr erkennen, daß Ich euch erhöret und eure Bitten tausendfach gesegnet habe.

          Auf diese Weise könnet ihr alle in Mir eins werden, anders aber ewig nimmer; denn ihr sollet nicht durch eitles Rechten, sondern durch Demut und Liebe den Sieg erlangen. – Das sage Ich euch, auf das ihr ernstlich im Herzen euch zu Mir kehret und mit vereinter Kraft wirket – am Werke der Liebe an dessen Spitze Ich stehe, als euer treuer Vater Jesus. Amen. (Siehe auch Vaterbrief 176.)

 

Das ist der beste Geist-Verein

Nur Jesus soll uns Führer sein!

Er Selbst der Weg, das sel’ge Ziel,

Mit Ihm, zu Ihm wir pilgern still.

Sein Vaterherz will’s Heim uns sein;

Ist Er der Heiland ganz allein.

Er ist der Geister Sammelkern,

Durch Ihn sich Alle haben gern.

Darum reifen gute Früchte still,

Und das ist Vaters Liebe-Will’;

Zum wahren Wohl für unsere Seelen

Ihn über Alle(s) wir erwählen.

Die Wahrheit und das ew’ge Leben;

In Ihm Er Alles uns will geben.

Von allem Übel, Tod und Bösen

Nur seine Gnad’ uns kann erlösen.

In Ihm Fürbittend All’ sich einen,

So soll Sein Reich in uns erscheinen.

Für uns und Andere zum Segen,

So wandeln wir auf Seinen Wegen.

(C.F.L.)

 

 


Fußnoten


* Diese Bemerkung bezieht sich auf den Umstand, daß zunächst diese Erklärungen in folgender Reihe kamen: 1.-4., dann 7., 8., 5., 9., 10. Gebot, worauf nach unserer diesbezüglichen demütig-sorglichen Anfrage der Auftrag vom himmlischen Vater kam - : "Um diese Erklärung der heil. Gebote auch Anderen, dem himmlischen Vater noch ferner stehenden Kindern mundgerecht zu machen, sollen dieselben in der gewöhnlichen Ordnung erfolgen! - "V.W. durch * * * vom 30.05.1903            D.H.

** „Willst du, daß Gott dein’ Wunsch erfüll – So tu erst du, das was ER will!“     D. Hsg.

*** Aus dieser ganzen, für unsere, wie für alle Zeiten innigst dankens-, denkens- und beachtens-werten Belehrung, und besonders durch dieses Werk des Herr, dürfte jeder der geneigten Leser begreiflich und zu völliger Gewißheit ersehen, daß vom Herrn aus Widerwille, Ungehorsam, Wider-setzlichkeit oder Aufstand irgend welcher Art seitens der Untertanen oder Untergebenen gegen ihre aus und „von Gottes Gnaden“ Macht habenden und regierenden Fürsten oder Oberhäupter in  keiner-lei Beziehung gut geheißen wird, sondern daß Er das Gericht über etwa ungerecht oder ganz gegen Seinen heiligsten Liebewillen Machtübenden und Herrschenden Sich Selbst nach Seiner Weisheit und zu der nur Ihm bewußten rechten Zeit vorbehalten hat. –    J. Busch.

 


Dekalog - Erklärung der 10 Gebote unter Downloads - PDF A4 -   272 kb

Dekalog - Erklärung der 10 Gebote unter Downloads - PDF A5 -    300 kb


 

 

 

 


Aktualisiert am:  02.12.2008 - Home